Mainz Hauptfriedhof


Der Hauptfriedhof Mainz ist die 1803 unter französischer Administration angelegte größte Begräbnisstätte in Mainz. Er war Vorbild für den ein Jahr später angelegten Friedhof Père Lachaise in Paris. Nicht nur zahlreiche prominente Mainzer fanden hier ihre letzte Ruhe, es befinden sich auch Ehren- und Kriegsgräberanlagen auf dem Gelände, so zum Beispiel der Deutsche Ehrenhof.

 

Der Hauptfriedhof und zahlreiche seiner Denkmäler sind heute als Kulturdenkmäler ausgewiesen und in der „Denkmalzone Hauptfriedhof“ zusammengefasst, siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Mainz-Oberstadt.

 

Schon in römischer Zeit und bis ins 8. Jahrhundert n. Chr. war das Gelände des heutigen Hauptfriedhofes für Begräbnisse genutzt worden. Anfang des fünften Jahrhunderts erlitt angeblich Aureus an dieser Stelle den Märtyrertod. Zeitweise stand hier eine Kapelle. 1803 setzte Jeanbon St. André, der Präfekt des Départements Donnersberg und damalige Mainzer Bürgermeister, ein kaiserliches Dekret vom 23. Prairial des Jahres XII (1804)[1] um, nach dem Grabstätten künftig nicht mehr als Kirchhöfe innerhalb der Stadtgrenzen angelegt werden durften, sondern unter die Aufsicht der politischen Gemeinde gestellt und außerhalb der Stadt eingerichtet werden sollten. Hintergrund dieser Anweisung war die Tatsache, dass am Ende des 18. Jahrhunderts das linke Rheinufer unter französische Herrschaft gekommen war. In der Folge waren Klöster aufgelöst und die Spitäler zu einem Hospital zusammengelegt worden. Die Anzahl der kirchlichen und damit mit einem Friedhof verbundenen Einrichtungen war damit drastisch gesunken und es herrschte ein Mangel an Grabstätten. Vor allem sprachen jedoch hygienische Gründe für einer Verlagerung der Bestattungsorte außerhalb der Stadt.

 

Umgesetzt wurde die Anweisung vom Mainzer Bürgermeister Franz Konrad Macké. Im Zahlbachtal wurde auf einem Gelände, das bisher zum Kloster Dalheim gehört hatte, der neue zentrale christliche Friedhof angelegt. Das Gelände war schon vor 2000 Jahre in römischer Zeit Begräbnisstätte. Später wurden hier einige der Mainzer Bischöfe beerdigt, darunter Aureus, dessen Gebeine später in das Kloster St. Alban und Heiligenstadt umgebettet. Deshalb resultiert die Bezeichnung "Heiliges Tal" für das Zahlbachtal sowie der Mainzer Ausspruch "Komm wir gehen zum Aureus" für einen Besuch auf dem Hauptfriedhof.

 

Nachdem der Judensand, der alte jüdische Friedhof in der Mombacher Straße, nicht mehr weitergenutzt werden durfte, da er nun zur Innenstadt zählte, wurde 1881 südlich des Mainzer Hauptfriedhofs ein neuer jüdischer Friedhof angelegt.

 

 

Der Mainzer Hauptfriedhof umfasste zunächst ein nahezu rechteckiges Gelände von elf Morgen Größe, wurde aber mehrfach erweitert. Zunächst ohne ordnendes Wegesystem geplant, weist er heute bei einer Größe von etwa zwei Quadratkilometern eine Grobgliederung in 75 Felder im Hauptteil, 14 Felder im jenseits der Saarstraße gelegenen Urnenhain und ein geometrisches Wegenetz auf. Die Hauptachsen sind durch Alleen gekennzeichnet. Wegen seines alten Baum- und anderen Pflanzenbestandes gilt der Hauptfriedhof heute als eine der wichtigsten Mainzer Grünanlagen.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Hauptfriedhof_Mainz

Heruntergeladen am 17.04.2021



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Betzhold Gustav   03 / 2021

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Fuchs Jockel, Oberbürgermeister Mainz   03 / 2021

Jakob „Jockel“ Fuchs (* 11. Dezember 1919 in Hargesheim bei Bad Kreuznach; † 6. März 2002 in Mainz) war Oberbürgermeister von Mainz (SPD).

 

Leben

Das Mainzer Rathaus wurde in seiner Amtszeit gebaut und daher auch als Fuchsbau bezeichnet. Der Platz davor trägt heute seinen Namen.

Sein Abitur machte Jockel Fuchs 1938; im selben Jahr trat er in die NSDAP ein. Nachdem er 1947 aus der französischen Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war, trat er 1948 der SPD bei und begann ein Volontariat bei der sozialdemokratischen Zeitung Freiheit, deren Chefredakteur er 1957 wurde. Im Jahr 1949 wurde er Vorsitzender der Jusos Mainz, was er bis 1952 blieb. Von 1955 bis 1975 war er Mitglied der SPD-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag, deren Fraktionsvorsitzender er in den Jahren 1970 und 1971 war. Von 1966 bis 1970 war er auch Vorsitzender der SPD Rheinland-Pfalz; von 1962 bis 1973 gehörte Fuchs dem SPD-Parteivorstand an. 1962 wurde er Mitglied des ZDF-Fernsehrates, und ab 1976 – bis zu seinem Ausscheiden im Jahre 1992 – war er auch dessen Vorsitzender. Im Mai 1965 wurde Fuchs zum Oberbürgermeister von Mainz gewählt, nachdem der Stadtrat im Januar desselben Jahres gegen eine Verlängerung der Amtszeit von Franz Stein gestimmt hatte. Dieses Amt hatte er bis Mai 1987 inne.

 

Jockel Fuchs starb 2002 nach längerer Krankheit im Alter von 82 Jahren. Er wurde auf dem Hauptfriedhof Mainz zu Grabe getragen. Fuchs war seit 1951 verheiratet und hinterließ zwei Söhne.

 

Bedeutung als Oberbürgermeister

In seiner Amtszeit als Oberbürgermeister erlangte der volkstümlich eingestellte Jockel Fuchs überaus große Beliebtheit, seine unkonventionelle Amtsführung und sein guter Draht zu den Bürgern der Stadt trugen ihm einen legendären Ruf ein. Es wurde ihm nachgesagt, „populärster Mainzer seit Gutenberg“ zu sein.

 

Der Aufstieg der Stadt Mainz zu einer modernen Großstadt in den 1960ern und 1970ern ist maßgeblich mit dem Namen von Fuchs verbunden. Dazu gehörten vor allem die Ansiedlung von ZDF (auf dem Lerchenberg) und IBM. Auch die Rheingoldhalle, das erste Hilton auf bundesdeutschem Gebiet und das Einkaufszentrum „Am Brand“ entstanden in dieser Zeit in der Innenstadt. Des Weiteren wurden 1969 die sechs Vororte Drais, Ebersheim, Finthen, Hechtsheim, Laubenheim und Marienborn nach Mainz eingemeindet. Fuchs setzte die von seinem Vorgänger Franz Stein begonnene Politik der Völkerverständigung fort. In seiner Amtszeit wurden Zagreb (1967), Valencia (1978) und Haifa (1987) Partnerstädte von Mainz. Am 23. Mai 1978 empfing er die britische Königin Elisabeth II. und Prinz Philip zu einem Staatsbesuch in Mainz.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Jockel_Fuchs

 

Heruntergeladen am 07.08.2021


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Hock August   03 / 2021

August Hock 1854-1916, Architekt und Freimaurer
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Lauteren Familie   03 / 2021

Lauteren Familie

Christian Philipp Anton Franz Lauteren (~ 29. Januar 1755 (Taufdatum; das Geburtsdatum ist unbekannt) in Mainz; † 19. Dezember 1843 ebenda) war ein Mainzer Weinhändler, Handelsrichter und hessischer Politiker und ehemaliger Abgeordneter der 2. Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen.

 

Familie und Arbeit

Christian Lauteren war der Sohn des Dompropst-Sekretärs Johann Peter Lauteren und dessen zweiter Frau Anna Maria, geborene Zöller. Christian Lauteren, der katholischer Konfession war, heiratete 1784 in Mainz Maria Elisabeth geborene Reinhart. Aus der Ehe ging Clemens Lauteren hervor, der als Unternehmer und Landtagsabgeordneter das Erbe seines Vaters übernahm.

 

Christian Lauteren war seit 1790 Weinhändler in Mainz. Er war Handelsrichter im Arrondissement de Mayence des Département du Mont-Tonnerre. 1803 bis 1827 war er Mitglied der Handelskammer Mainz. Lauteren errichtete im Zentrum der Stadt im 1806 von Johann Georg Nitschke gekauften „Wambolder Hof“ (heute überbaut durch die Einkaufsgalerie „Römerpassage“, seinen langjährigen Firmensitz, das Handelshaus Lauteren.

 

1808 gründete Lauteren, der im französischen Mayence zu den Citoyens notables, also der bürgerlichen Elite, gehörte, zusammen mit Gleichgesinnten die „Gesellschaft Casino Hof zum Gutenberg“. Deren Aktivitäten und Veranstaltungen waren in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens.

 

Clemens Lauteren

Clemens Friedrich August Lauteren (* 25. Oktober 1786 in Mainz; † 10. Oktober 1877 ebenda) war ein Mainzer Weinhändler, Unternehmer, hessischer Politiker und ehemaliger Abgeordneter der 2. Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen.

 

Familie

Clemens Lauteren war der Sohn des Weinhändlers und Handelsrichters Christian Lauteren (1755–1843) und dessen zweiter Frau Maria Elisabeth, geborene Reinhart. Clemens Lauteren, römisch-katholisch, heiratete 1810 in Mainz Maria Franziska Katharina geborene Kayser (1791–1870), eine Tochter des Spediteurs G.L. Kayser. Aus der Ehe gingen Christian Ludwig, der als Unternehmer und Landtagsabgeordneter (1. Kammer der hessischen Landstände) das Erbe seines Vaters übernahm sowie drei weitere Kinder hervor.

 

Clemens Lauteren starb sieben Jahre nach seiner Frau, zwei Wochen vor seinem 91. Geburtstag. Er wurde auf dem Hauptfriedhof Mainz begraben.

 

Christian Ludwig Lauteren

Christian Ludwig Lauteren (* 29. März 1811 in Mainz; † 2. August 1888 ebenda) war ein wohlhabender Mainzer Industriemagnat und Politiker. Er gilt neben Georg Christian Kessler als der Begründer der deutschen Sektmanufaktur. Nach ihm ist ein Gebäude der Mainzer Stadtverwaltung und eine Straße, sowie ein komplettes Stadtviertel benannt.

 

Familie

Die Weinhändlerfamilie Lauteren gehörte im 19. Jahrhundert zu den führenden Repräsentanten der bürgerlichen Gesellschaft Mainz. Als Mitglied des Stadtrates, der Landstände des Großherzogtums Hessen und der Handelskammer hatte sie großen Einfluss auf Politik und Wirtschaft. Christian Lauteren (1755–1843) war Stadtrat und Handelsrichter, sein Sohn Clemens Lauteren (1786–1877) war einer der fünf Gründer der hessischen Ludwigsbahn AG, dann zunächst Vizepräsident, später Präsident und schließlich Ehrenpräsident des Verwaltungsrates dieser Gesellschaft. Clemens Lauteren wurde 1811 Vater von Christian Ludwig Lauteren.

 

1835 heiratete Lauteren Charlotte Philippine Jacobine Michel (1813–1836), die einer anderen Industriellenfamilie in Mainz entstammte. Neun Monate später verstarb seine Frau im Wochenbett. Später vermählte sich der Witwer erneut mit Friederike Fritzdorff (1818–1884), Tochter des Mainzer Floßholz-Händlers Caspar Jacob Fritzdorff.

 

Politik und Beruf

Christian Ludwig Lauteren war Präsident mehrerer Banken und Großaktionär der von seinem Vater gegründeten Ludwigsbahn. 1833 gelang ihm die Herstellung von Sekt in Deutschland, was bisher nur von Georg Christian Kessler unternommen worden war. Er war Präsident der rheinhessischen Industrie- und Handelskammer und wurde 1856 vom Großherzog Ludwig III. zum Mitglied auf Lebenszeit in die Erste Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen berufen. Er war auch Mitglied des Mainzer Stadtrats sowie der Mainzer Freimaurerloge "Die Freunde zur Eintracht". Christian Ludwig Lauteren machte sich vor allem im Zuge der Planungen zur Rheinuferaufschüttung einen Namen und war maßgeblich an der Verlegung der Eisenbahnstrecke vom Rheinufer auf die westliche Stadtseite beteiligt. In seinem Todesjahr übernahm er den Vorsitz des Verwaltungsrats der hessischen Ludwigsbahn. Er wurde im Hauptfriedhof Mainz begraben. Die durch die Rheinuferaufschüttung gewonnene Fläche wurde nach der Familie Lauteren als Lauterenviertel bezeichnet.

 

Quellen Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Lauteren

https://de.wikipedia.org/wiki/Clemens_Lauteren

https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Ludwig_Lauteren

 

Heruntergeladen am 10.08.2021


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Marcuse Hermann,   03 / 2021

Hermann Marcuse

04.10.1824 in Hannover - 08.04.1900 in Wiesbaden

 

Unter den Mitgliedern des ersten Verwaltungsrats der Deutschen Bank zählte Hermann Marcuse zu den ausgewiesenen Kennern des US-Geschäfts. 1870 zeichnete er bei Gründung der Deutschen Bank als Privatperson Aktien über 314.000 Taler und wurde Mitglied des Verwaltungsrats, dem er bis zu seinem Tod angegörte.

 

Hermann Marcuse war in jungen Jahren in die USA gekommen und konnte dort in der 1854 entstandenen New Yorker Privatbank G. von Baur & Co. wertvolle Erfahrungen sammeln. Dieses Bankhaus war eine Kommanditgesellschaft der Darmstädter Bank für Handel und Industrie. Im Jahr 1860 gründete Marcuse in New York zusammen mit Herman R. Baltzer die Privatbank Marcuse & Baltzer, die sehr erfolgreich in den Vereinigten Staaten agierten und dort weiterhin die Interessen der Darmstädter Bank vertrat. Die Firma gehörte zu den führenden New Yorker Privatbank und vermittelte unter anderem die Finanzierung der Nordstaaten im amerikanischen Bürgerkrieg, woran auch Kapital aus Deutschland beteiligt war. Als Marcuse sechs Jahre später ausschied um sich in seiner Heimat zur Ruhe zu setzen, fand Baltzer in William Taaks einen neuen Teilhaber. Die Darmstädter Bank blieb bis zur Liquidierung im Jahre 1885 an der Privatbank Baltzer & Taaks beteiligt.

 

Zum Zeitpunkt der Gründung der Deutschen Bank lebte er als Rentier in Walluf im Rheingau. Er galt der Bank vor allem bei ihren amerikanischen Angelegenheiten als Berater. Sein Neffe Paul Lichtenstein, der bei Baltzer & Taaks das Bankgeschäft kennengelernt hatte, wurde 1872 Mitinhaber der neu gegründeten Privatbank Knoblauch & Lichtenstein, die als Kommanditgesellschaft in den Vereinigten Staaten die Interessen der Deutschen Bank vertrat. Marcuse betätigte sich schon in seiner Zeit in den USA als Unternehmensgründer. Er war Mitglied der German Society in New York und Direktor der German Life Insurance Company. Neben Investitionen in den amerikanischen Eisenbahnbau beteiligte er sich nach seiner Rückkehr nach Europa beispielsweise an der Amsterdamer Bank, dem Schweizerischen Bankverein und an der Süddeutschen Immobilien-Gesellschaft.

 

Quelle Text: https://www.bankgeschichte.de/leading-figures/mnopqr?language_id=3#zeige-inhalt-von-marcuse-hermann

 

Heruntergeladen am 07.08.2021


Mentges Anton   03 / 2021

Anton Mentges 1777 - 1833

Lehrer und Vater der Waisen und treuer Freund der Armen von 1799 bis an sein Ende. Anton Mentges wurde nur 56 Jahre alt und unterrichtete davon 34 Jahre lang im Waisenhaus an der Kappelhofgasse in Mainz. 

1665 erwarb Dompropst Johann von Heppenheim genannt vom Saal den Hof zum Homberg und widmete ihn als Waisenhaus. Es war damals das erste Institut dieser Art im Kurfürstentum Mainz. Große Zuwendungen der Mainzer Bürger und der Erzbischöfe zogen bis 1721 zahlreiche Umbauten, Vergrößerungen und Modernisierungen nach sich. 

1814 wurde der Hof von einer neugegründeten bürgerlichen Hospizienkommission mit dem Mainzer Oberbürgermeister Franz Freiherr Gedult von Jungenfeld an der Spitze geführt. 

Nachdem bereits 1854 die Mädchen in das Haus Schwarzenbach von St. Rochus verlegt worden waren, mussten auch die männlichen Waisen (1921 waren es noch 72 Knaben) im Jahr 1922 in das Rochusspital umziehen. Die Gründe waren Raumnot und die in der Kappelhofgasse etablierten Bordelle. 

Quelle Text teilweise: https://de.wikipedia.org/wiki/Hof_zum_Homberg


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Reichert / Wahl / Krausse Familien   03 / 2021

Kunstguss Paul Stotz

Paul Stotz (* 6. Mai 1850 in Wasseralfingen; † 3. September 1899 auf dem Veitenhof im Kaisertal bei Kufstein) war ein deutscher Kunsterzgießer in Stuttgart.

 

Leben

Stotz besuchte 1866–67 das Polytechnikum und die Architektenfachschule und 1869 die Kunstgewerbeschule in Stuttgart bei Karl Kopp – seinem Onkel –, der als Bildhauer in Stuttgart arbeitete. Anschließend arbeitete er als Zeichner und Modelleur in der väterlichen Eisengießerei. 1873 wechselt er nach Wien, wo er als Ziseleur in der Hollenbachschen Bronzegießerei arbeitete.

 

Paul Stotz leitete ab 1876 die neu gegründete kunstgewerbliche Abteilung der väterlichen Eisengießerei von Albert Stotz. Die Abteilung firmierte unter dem Namen Bronce-Waaren-Fabrik A. Stotz, Stuttgart in der unteren Neckarstraße 134. Das Produktionsprogramm umfasste Einrichtungsgegenstände, Beleuchtungskörper, Büsten, Statuetten, Grab-Monumente und Beschläge. 1882 wurde die Abteilung allein auf Paul Stotz übertragen und errichtete als Paul Stotz & Co. ein neues Fabrikgebäude in der Neckarstraße 142. Er erweiterte das Produktionsprogramm erfolgreich um elektrische Beleuchtungskörper und Koch- und Heizeinrichtungen. 1891 wurde die Paul Stotz kunstgewerbliche Werkstätte GmbH gegründet. Nach dem Tod von Paul Stotz leitete der Architekt Oskar Dedreux das Geschäft, bis 1906 der Zusammenschluss mit der Firma Otto Schlee in Biberach erfolgte. 1918 fand die Umbenennung in Metallwerke vorm. Paul Stotz statt und 1923 in Werkhaus Neckarstraße GmbH, die bis 1932 bestand.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Stotz

 

Heruntergeladen 23.08.2021


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Schott Philipp Franz   03 / 2021

Franz Philipp Schott (* 30. Juli 1811 in Mainz; † 8. Mai 1874 in Mailand) war ein deutscher Musikverleger.

 

Unternehmer

Schott war ab 1855 der alleinige Inhaber des Musikverlages B. Schott’s Söhne, der als Schott Music bis in unsere Zeit hinein besteht. Ihm gelang es die Zusammenarbeit mit Richard Wagner fest zu etablieren und dadurch einen Meilenstein in der Firmengeschichte zu setzen.

 

Der Unternehmer zählt zu den großen Mainzer Mäzenen des 19. Jahrhunderts. Er spendete unter anderem einen bedeutenden Anteil für die Errichtung des Schiller-Denkmals, welches von Karl Schmitz auf dem umbenannten Schillerplatz eingeweiht wurde. Zusammen mit seiner Frau Betty, geborene von Braunrasch, errichtete er eine Stiftung zur Gründung und Unterhaltung eines ständigen Orchesters in Mainz. Zur Stiftung gehörte auch der Schottenhof in der heutigen Gaustraße.

 

In seiner Villa in Laubenheim empfing er viele bedeutende Musiker seiner Zeit. Er war Mitglied der Mainzer Freimaurerloge „Die Freunde zur Eintracht“.

 

Zusammenarbeit mit Richard Wagner

 

Villa Schott

Erste Kontakte mit Schott knüpfte Richard Wagner im Zusammenhang mit dem Verkauf der Verlagsrechte für seinen Opernzyklus Der Ring des Nibelungen im Jahre 1859. Eine enge Zusammenarbeit und schließlich ein freundschaftliches Verhältnis begann mit der „Entstehungsgeschichte “ von Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“. In finanzieller Not bot Wagner 1861 dem Mainzer Verleger an, exklusiv für Schott (gegen ein Vorschuss-Honorar) ein neues „heiteres Werk“ zu dichten und zu komponieren. Schott sagte zu, worauf Wagner sofort mit der Arbeit begann und wenig später nach Wiesbaden-Biebrich – in Blickkontakt zu Mainz – zog, um sein Werk zu vollenden. Allerdings konnte Wagner sein Versprechen nicht halten, worauf ein „legendärer Briefaustausch“ stattfand.

 

Wagner schrieb im Oktober 1862 an Schott:

 

Haben sich die „Meistersinger“ verzögert, so richte ich doch meinen ganzen Lebenszuschnitt jetzt so ein, das Versäumte unausgesetzt nachzuholen. Wenn Sie zurückkommen, sollen Sie auch aus den „Meistersingern“ hören und hoffentlich bald innewerden, um was es sich damit handelt. Nur jetzt: Schleunige Hilfe! Sonst gehe ich ins Wasser!

Die Antwort von Schott:

 

Den mitgeteilten Erguss einer Ihrer schlaflosen Nächte muss ich wohl mit Stillschweigen übergehen, denn, wenngleich ich weiß, wie ich mich gegen Künstler zu benehmen habe, will ich Ihnen doch nicht sagen, was ich von einem Künstler verlange. Den gewünschten größeren Betrag kann ich Ihnen nicht zur Verfügung stellen. Überhaupt kann ein Musikverleger Ihre Bedürfnisse nicht bestreiten; dies kann nur ein enorm reicher Bankier oder ein Fürst, der über Millionen zu verfügen hat. Findet sich dieser nicht, so müsste man an das deutsche Volk appellieren.

Bekanntlich fand Wagner einige Jahre später in König Ludwig II. von Bayern den „Fürsten“. Schott unterstützte später die ersten Bayreuther Festspiele und zahlte an Wagner für dessen letztes Werk Parsifal das bis dahin höchstes Honorar eines Musikverlages in Höhe von 100.000 Reichsmark.

 

Die Briefe Richard Wagners an Franz Schott gehören zu den herausragenden Kostbarkeiten der Stadtbibliothek Mainz.

 

Bürgermeister

 

Grab von Franz Philipp Schott auf dem Hauptfriedhof Mainz

Zwischen Januar 1865 und Januar 1871 bekleidete Franz Schott das Amt des Mainzer Bürgermeisters. Die Amtszeit war zwar relativ kurz, durch die deutschen Einigungskriege, dem Preußisch-Österreichischen Krieg (1866) und dem Französisch-Preußischen Krieg 1870/71 jedoch unruhig und kummervoll. Am 20. Juli 1866 wurde der Belagerungszustand über die Festung und Stadt verhängt. Um Konflikte in der Garnison zu vermeiden, verließen die Masse der preußischen und österreichischen Soldaten die Festung. Während der Übergangsphase waren bayrische Truppen und der Gouverneur in der Festung untergebracht. Nach dem Vorfrieden von Nikolsburg und endlich dem Friedensvertrag von Prag verließen die Österreicher noch 1866 die Bundesfestung Mainz endgültig und fortan bestimmten preußische Militärs das Schicksal der Festung Mainz. Franz Schott beteiligte sich an diversen Eingaben an die preußischen Festungsbehörden, um die durch den Festungsgürtel eingeschnürte Stadt Mainz erweitern zu können. (siehe Artikel: Mainz-Neustadt). Die durch den Garnisonsbetrieb und die vielen „ausländischen“, insbesondere der preußischen, Soldaten über viele Jahre dauernden Reibereien konnten durch seine Vermittlungsbemühungen auf ein erträgliches Ausmaß verringert werden. Er pflegte ein gutes Verhältnis zum Gouverneur der Festung, Prinz Holstein, der ab 1871 Ehrenbürger der Stadt Mainz wurde.

 

Einer der Höhepunkte seiner Amtszeit lag in der Anfangsphase des Französisch-Preußischen Krieges, als Mainz für fünf Tage Hauptquartier war und König Wilhelm I. sowie Bismarck (im Hause Kupferberg) in Mainz weilten. Die Gründung eines „Frauenvereins vom Roten Kreuz“ durch Großherzogin Alice von Hessen und bei Rhein und des Roten Kreuzes in Mainz bildete die Keimzelle für die „Sanitäts-Hilfsvereine“ des Hauptverbandplatzes Mainz während der ersten Kriegstage.

 

Als Kommerzienrat Franz Schott im Alter von 63 Jahren am 8. Mai 1874 in Mailand starb, ging der Musikverlag an die Familie Strecker über. Sein Grab ist auf dem Hauptfriedhof Mainz.

 

Die (kurze) Schottstraße am Mainzer Hauptbahnhof ist nach ihm benannt.

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Schott

 

Heruntergeladen am 13.08.2021


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Weiser Carl (Karl) und Mathias   03 / 2021

Carl Weiser 1811 – 1865 und Mathias Weiser 1820 – 1893


In Mainz zeigten sich im Jahre 1845 die ersten Gedanken zur Gründung einer organisierten Feuerwehr, als die Turnlehrer Mämpel und Müller durch die Stadt Feuerspritzen mit dem Auftrag erhielten, die Mitglieder der von ihnen geleiteten Turnvereine daran auszubilden. Aus jener Turnerriege heraus, wurde im Oktober 1849 die Freiwillige Feuerwehr durch den Schornsteinfegermeister Carl Weiser (1811–1865) gegründet. Weiser genoss seine Ausbildung bei der Pariser Feuerwehr. Unter seiner Führung entwickelte sich die Feuerwehr sprunghaft, bis sie schließlich aus über 140 Mann und 16 Feuerspritzen, aufgeteilt in zwei Divisionen zu jeweils zwei Zügen, bestand. Wer Feuerwehrmann werden wollte, meldete sich freiwillig und wurde für mindestens fünf Jahre verpflichtet. Carl Weiser verunglückte am 16. Juni 1865 bei einem Brand in der Gaugasse 75 tödlich. Bei der Niederlegung eines Schornsteines, die der Branddirektor Weiser von einem Gesims aus leitete, wurde er durch den einstürzenden Schornstein erschlagen.

 

Ihre erste große Bewährungsprobe hatte die Freiwillige Feuerwehr am 18. November 1857 zu bestehen, als am Nachmittag der Mainzer Pulverturm durch die Explosion von über 200 Zentnern Sprengstoff und vieler Granaten in die Luft flog und einen ganzen Stadtteil zerstörte. Dabei wurden 153 Personen getötet, hunderte schwer und tausende leicht verletzt. Die Wehrmänner waren tage- und nächtelang im Einsatz, um aus den Ruinen eingestürzter Häuser Lebende zu retten und Tote zu bergen sowie zahlreiche immer wieder aufflackernde Brände zu löschen.

 

Im Jahr 1860 fand der 4. Deutsche Feuerwehrtag und im Jahr 1904 der 16. Deutsche Feuerwehrtag in Mainz statt.

 

Der 1. April 1906 gilt als Gründungsdatum der Berufsfeuerwehr. Bereits im August 1903 ernannten die Stadtverordnetenversammlung den seit 1896 im Amt für Maschinenwesen beschäftigten Ingenieur Anton Darapsky (1869–1918) zum Nachfolger des verstorbenen Branddirektors Fritz Pricken. Im Herbst 1903 absolvierte Darapsky ein Praktikum bei der Kölner Feuerwehr und trat 1904 seinen Dienst als Mainzer Branddirektor an; blieb aber bis zu seinem Tod 1918 dem Amt für Maschinenwesen zugeordnet.

 

Anfangs unterstanden sechs hauptamtliche Feuerwehrmänner, eingestellt aus den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr, dem Kommando des städtischen Feuerwehr-Wachtmeister Jakob Leischner (1869–1929). Er war seit seinem 19. Lebensjahr selbst Freiwilliger Feuerwehrmann und betrieb seit 1892 ein Tapeziergeschäft in Mainz. 1906 bezog Leischner die ihm zugewiesene Büro- und Dienstwohnung im 2. Stock des Hauses Neubrunnenstraße 13. Dieses städtische Gebäude diente ab diesem Zeitpunkt als Feuerwache 1; gleichzeitig aber auch als Oktroiverwaltung und Polizeiwache. Die Berufsfeuerwehr unterhielt ihre Quartiere in der Neubrunnenstraße in Mainz-Altstadt bis 1962 ein Neubau im Barbarossaring (Mainz-Neustadt) bezogen werden konnte. Danach nutzte die Freiwillige Feuerwehr Mainz-Stadt das Feuerwehrhaus in der Neubrunnenstraße.

 

Jakob Leischner leitete die Freiwillige Feuerwehr und die Ständige Wache nach dem Tod Darapskys 1918 zwei Jahre lang kommissarisch weiter, bis Stadtbaumeister Albert Noehl hauptamtlich zum Branddirektor berufen wurde. Am 31. Januar 1929 verunglückte Jakob Leischner in Ausübung seines Dienstes bei einem Brand in einem französischen Autohaus an der Wallstraße tödlich. Die Straße, an der das neue Gebäude der Feuerwache 1 (Bretzenheim) liegt, erinnert an den ersten hauptamtlichen Feuerwehr-Wachtmeister der Stadt Mainz.

 

Mathias Weiser folgte seinem Bruder von 1865 bis 1875 im Amt des Branddirektors der Mainzer Feuerwehr, nachdem er zuvor die Wormser Feuerwehr aufgebaut und geleitet hat.

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Feuerwehr_Mainz

 

Heruntergeladen am 09.08.2021


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Zuckmayer Joseph,   03 / 2021

Karl (auch Carl) Friedrich Joseph Zuckmayer (* 5. Februar 1861 in Bodenheim; † 15. August 1919 in Wiesbaden) war ein deutscher Politiker (Zentrum) und Abgeordneter der 2. Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen.

 

Familie

Friedrich Carl Joseph Zuckmayer war der Sohn des Rechtsanwaltes Justizrat Dr. jur. Jakob Joseph Zuckmayer (* 8. Dezember 1837 in Mainz) und dessen Frau Klara Thekla geborene Berninger (* 29. Juli 1842). Seine Vornamen wurden wohl gewählt im Hinblick auf den letzten Kurfürsten von Mainz: Friedrich Carl Joseph, Freiherr von Erthal. Alle erstgeborenen Söhne in der Familie Zuckmayer hatten traditionell den Rufnamen Joseph. Er hatte noch fünf Geschwister. Hierzu zählte auch der Drittgeborene, der Unternehmer Carl Zuckmayer sen. (1864–1947), dieser Vater des Musikers Eduard Zuckmayer und des Dramatikers Carl Zuckmayer.

 

Joseph Zuckmayer heiratete am 22. Mai 1886 in Mainz Katharina geborene Joerg. Er war römisch-katholischen Glaubens.

 

Ausbildung und Beruf

Joseph Zuckmayer studierte ab 1878 Rechtswissenschaften in Straßburg, Bonn und Gießen und schloss das Studium mit beiden Staatsexamina und der Promotion zum Dr. jur. ab. Er war Verbindungsstudent, was leicht an dem großen "Zieher" auf seiner linken Wange zu erkennen war. 1886 erhielt er die Zulassung als Rechtsanwalt beim Landgericht Mainz und dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main. 1908 wurde er zum Justizrat ernannt.

 

Politik

Joseph Zuckmayer war Mitglied der Zentrumspartei Hessen und für diese ab 1899 Stadtverordneter in Mainz. Von 16. Dezember 1908 bis zur Auflösung am 16. November 1919 war er Mitglied der zweiten Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen. 1908 wurde er für den Wahlbezirk Rheinhessen 8/Ober-Olm und 1911 für Rheinhessen 9/Weisenau gewählt. Noch kurz vor seinem Tode veröffentlichte die Daily Mail am 19. Juni 1919 ein Interview mit ihm zur Frage: "Is the Treaty of Versailles justified?".

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Zuckmayer

Heruntergeladen am 17.04.2021