Melaten - Friedhof Köln, Namen   T  -  Z


Der Melaten-Friedhof ist der Zentralfriedhof von Köln. Er liegt an der nördlichen Grenze des Stadtteils Lindenthal im Stadtbezirk Köln-Lindenthal. Im Süden begrenzt ihn die Aachener Straße, im Osten die Piusstraße, im Westen die Oskar-Jäger-Straße und der Melatengürtel, im Norden die Weinsbergstraße. Der 435.000 m² große Friedhof ist von der Anzahl der Grabstätten (55.540; 2008) der größte Kölner Friedhof.

 

Der Name „Melaten“ rührt von dem bereits im 12. Jahrhundert an dieser Stelle nachgewiesenen Heim für Kranke und Aussätzige, dem Hof Melaten. 1243 wurde der „hoff to Malaten“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Kapelle St. Maria Magdalena und Lazarus stammt aus dem Jahre 1245. Auf der anderen Seite der Aachener Straße befand sich die Richtstätte Rabenstein.

 

Entstehung des Melatenfriedhofes

Während der französischen Besatzungszeit in Köln, die am 6. Oktober 1794 begann, änderte sich das Begräbniswesen durch ein kaiserliches Dekret über die Begräbnisse („Décret sur les sépultures“), von Napoleon am 12. Juni 1804 erlassen. Es untersagte aus vor allem hygienischen Gründen Beerdigungen innerhalb von Städten, Dörfern und geschlossenen Gebäuden.

 

Die Stadtverwaltung kaufte deshalb ein Grundstück auf dem Gelände des ehemaligen Leprosenasyls und ließ die meisten Gebäude abreißen. Die Kapelle des Leprosenheimes wurde in den Friedhof integriert. Mit der Gestaltung des Friedhofes wurde Ferdinand Franz Wallraf beauftragt, der sich den Pariser Friedhof Père Lachaise zum Vorbild nahm. Seine Pläne beschrieb er in der 1809 erschienenen Schrift „Über den neuen stadtkölnischen Kirchhof zu Melaten“. Von Anfang an plante er den Friedhof auch als Erholungsstätte und als öffentliche Grünanlage. Am 29. Juni 1810 weihte der Dompfarrer Michael Joseph DuMont den Melatenfriedhof ein und die Friedhöfe innerhalb der Stadt wurden geschlossen. Das erste Begräbnis fand hier am 1. Juli 1810 statt.

 

Offiziell nannte man den Friedhof „Gottesacker der Stadt Köln“; bis 1829 durften nur Katholiken dort bestattet werden. Die Protestanten begrub man weiter auf dem alten Geusenfriedhof im Weyertal, Juden bis zur Anlage des jüdischen Friedhofs 1903 im rechtsrheinischen Deutz. Trotz mehrerer Erweiterungen des Friedhofes wurde er mit der Zeit zu klein. Zu seiner Entlastung eröffnete man 1896 den Nordfriedhof, 1901 den Südfriedhof und 1917 den Westfriedhof sowie 1946 den Ostfriedhof.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Melaten-Friedhof

Heruntergeladen am 13.06.2021


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Trimborn Balduin   03 / 2021

Cornelius Trimborn

Cornelius Balduin Trimborn (* 8. Januar 1824 in Bergheim; † 17. Februar 1889 in Köln) war Jurist und Mitglied des Deutschen Reichstags.

 

Leben

 

Grabstätte Familie Trimborn, Melaten-Friedhof Köln

Trimborn besuchte das katholische Gymnasium an Marzellen in Köln von 1837 bis 1845 und studierte Rechtswissenschaften der Universität Bonn von 1843 bis 1846. Während seines Studiums wurde er 1843 Mitglied der Burschenschaft Fridericia Bonn, 1844 war er Mitstifter der Burschenschaft Alemannia Bonn. 1846 wurde er Auskultator beim Landgericht Düsseldorf, 1848 Referendar daselbst und später in Köln. Ab 1851 war er Rechtsanwalt in Köln. Er war Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses für den 2. Wahlkreis des Bezirks Düsseldorf (Stadt Krefeld) mittels Nachwahl im Frühjahr 1880 bis zum Ende der Legislaturperiode 1882 und ab 1886. Für den gleichen Wahlkreis war er auch Mitglied des Deutschen Reichstags für die Deutsche Zentrumspartei. Beide Mandate endeten mit seinem Tode.

 

Cornelius Balduin Trimborn war verheiratet mit Antoinette Clementine Trimborn geb. Pauli, mit der er 15 Kinder hatte, eines davon war der Politiker Karl Trimborn. Im Kölner Stadtbezirk Altstadt-Süd ist die Balduinstraße nach ihm benannt. Seiner Frau Antoinette (1827–1903) ist die Antoniastraße in Köln-Kalk gewidmet.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Cornelius_Trimborn

Heruntergeladen am 24.04.2021

 


Tuluweit Elke, Danke für jede Stunde    05 / 2020

Danke für jede Stunde

Eine wundervolle Skulpturen-Gruppe des Kölner Künstlers Hannes Helmke.

Leben

 

Nach einer Holzbildhauer-Lehre absolvierte Hannes Helmke, geboren 1967 in Heidelberg, an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter ein Aufbaustudium freie Kunst, das er im Sommer 1998 abschloss. Seitdem lebt und arbeitet Hannes Helmke als freischaffender Bildhauer in Köln. Die Sommermonate verbringt er auf der Insel Spiekeroog; die dort herrschende Ursprünglichkeit und Freiheit im täglichen Leben, das in der Natur-Sein sind wichtige Kraft- und Inspirationsquellen. Alle Entwürfe entstehen auf Spiekeroog und werden in Köln in Bronze umgesetzt.

Werk

Das künstlerische Thema von Hannes Helmke ist der Mensch und dessen Standpunkt in der Welt. Der Körper ist dabei Ausdruck des Ich-Seins und der Eigenwahrnehmung. Helmkes ursprüngliche Inspiration waren die langgezogenen Abendschatten der menschlichen Gestalt. Die Arbeiten mit extrem überlängten Gliedmaßen und sehr großen Füßen der ersten Schaffensjahre haben sich inzwischen zu naturalistischer proportionierten Figuren entwickelt. Der Grundgedanke ist aber nach wie vor: Wie stehen Menschen im Leben? Wie präsentiert sich der Mensch der Welt, in beobachteten und unbeobachteten Momenten, alleine und in der Gruppe bzw. Masse? Füße und Beine stehen bei Hannes Helmke für den Lebensmenschen, der Körper darüber für den Geistmenschen. Die plastischen Ohren sind Sinnbild der Verbindung mit der Welt, des Wahrnehmens; ebenso die großen handelnden Hände. Im Verzicht auf ein Gesicht wird Helmkes Wunsch nach größtmöglicher Assoziation des Betrachters deutlich.

Mehr zu dem Künstler und den wunderschönen Arbeiten findet Ihr auf der Webseite

https://hannes-helmke.de

 

 Quelle Text: https://www.wikiwand.com/de/Hannes_Helmke


U

Uhlen Gisela    04 / 2021

Gisela Uhlen (* 16. Mai 1919 in Leipzig; † 16. Januar 2007 in Köln; eigentlich Gisela Friedlinde Schreck) war eine deutsche Schauspielerin, Tänzerin und Drehbuchautorin. Sie spielte ab 1936 in mehr als 60 Filmen, 80 Fernsehspielen und verkörperte über 100 Bühnenrollen.

 

Leben und Werk

Gisela Friedlinde Schreck wurde als viertes Kind des Spirituosen-Fabrikanten und Opernsängers Augustin Schreck und seiner Frau Luise Frieda 1919 in Leipzig geboren. Der Kabarettist und Stummfilmstar Max Schreck, bekannt aus Friedrich Wilhelm Murnaus Stummfilm-Klassiker Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens, war ihr Onkel. Bereits als Fünfjährige besuchte sie die Mary-Wigman-Tanzschule für modernen Ausdruckstanz am Leipziger Konservatorium. Mit elf Jahren riss sie zu Hause aus und erreichte von Leipzig aus Hamburg. Später erlernte sie noch klassisches Ballett und Akrobatik. Mit etwa 15 Jahren trat sie heimlich im Leipziger Kabaretts auf und knüpfte damit direkt an die Traditionen ihres Onkels an. In dieser Zeit entschied sie sich für den Beruf einer Schauspielerin. Als Pseudonym wählte sie ‚Gisela Uhlen‘.

 

Nachdem sie ihre Schauspielausbildung bei Lilly Ackermann (1891–1976) in Berlin absolviert hatte, debütierte sie 1936 in dem UFA-Film Annemarie, wo sie als Organistin die Hauptrolle verkörperte. Sie hatte mit ihren ersten Filmen großen Erfolg und wurde schnell sehr populär. Im gleichen Jahr debütierte sie auch am Schauspielhaus Bochum, wo sie ein Engagement unter dem Intendanten Saladin Schmitt erhielt. Zwei Jahre später holte Heinrich George die Schauspielerin zum Berliner Schillertheater. Im gleichen Jahr spielte sie in dem Film Tanz auf dem Vulkan eine französische Schauspielerin als Hendrickje Stoffels Muse. Zunehmend wurde sie ein Star der UFA, verkörperte Soldentenbräute, junge naive Frauen und bereits auch erste Charakterrollen. Während der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur trat Gisela Uhlen auch mehrfach in NS-Propaganda­filmen auf. So unter anderem in dem Film Ohm Krüger. Hier agierte sie als Tochter des Hauptdarstellers. Im gleichen Jahr spielte sie in dem Film Die Rothschilds mit. Ihr Hauptbereich war aber seit 1938 durch ihre Zugehörigkeit zum Ensemble des Berliner Schillertheaters gesetzt. Und 1942 spielte sie in dem Film Ewiger Rembrandt die Frau des Malers.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann sie auch Drehbücher zu verfassen, spielte aber zunächst vor allem Theater. 1949 inszenierte sie mit ihrem dritten Ehemann, dem Regisseur Hans Bertram (1906–1993), das Filmdrama Eine große Liebe, wo sie nicht nur die weibliche Hauptrolle übernahm, sondern auch am Drehbuch mitgearbeitet hatte. Der Film fiel beim Publikum wie auch bei den Kritikern gleichermaßen durch. Ähnlich ging es dem Film Ein Leben lang, wofür sie auch das Drehbuch verfasst hatte. Ungeachtet dessen blieb sie dem Theater treu und spielte in den Folgejahren auf den Bühnen in Berlin, Bochum, Frankfurt am Main, Hamburg, München und Stuttgart.

 

Bedingt durch einen Rechtsstreit mit Bertram um das Sorgerecht der gemeinsamen Tochter Barbara, floh sie 1954 über die Schweiz, wo sie am Stadttheater Basel und am Schauspielhaus Zürich gastierte, am 22. April 1954 nach Ost-Berlin. Hier spielte sie am Deutschen Theater, am Maxim-Gorki-Theater und an der Berliner Volksbühne. Daneben wurde sie auch Filmstar bei der DEFA in Potsdam-Babelsberg. In fünfter Ehe war sie mit dem DEFA-Regisseur Herbert Ballmann verheiratet, in dessen Filminszenierungen sie mehrfach spielte. 1960 kehrte Uhlen wieder in die Bundesrepublik zurück, wo sie von Boleslaw Barlog erneut an das Schillertheater verpflichtet wurde. In den 1960er Jahren spielte sie in drei Edgar-Wallace-Filmen mit, so unter anderem in Die Tür mit den sieben Schlössern. Recht erfolgreich war 1979 die Besetzung durch Rainer Werner Fassbinder als Mutter in Die Ehe der Maria Braun. Für diese Rolle erhielt sie 1979 den Bundesfilmpreis in Gold. In diesem Zeitraum schrieb sie an ihren ersten Memoiren, die dann 1978 unter dem Titel Mein Glashaus veröffentlicht wurden.

 

Zu Beginn der 1980er Jahre gründete sie die „Wanderbühne Gisela Uhlen“, wo sie unter anderem mit ihrer Tochter Susanne im Drama Gespenster agierte. Späte Popularität erreichte sie durch den Erfolg der Fernsehserie Forsthaus Falkenau Anfang der 1990er Jahre. Außerdem war sie regelmäßiger Gast in Krimiserien wie Derrick. In Zürich sorgte sie 1991 für einen Skandal als sie in einem Stück den Schauspieler Oskar Werner (1922–1984) verkörperte. Im Jahr darauf spielte sie in Jaco van Dormaels (* 1953) Film Toto, der Held. In den Folgejahren erschienen dann zwei weitere Memoiren-Bücher von Gisela Uhlen. Ende 2005 übergab sie dem Filmmuseum Potsdam einen Teil ihrer privaten Sammlung mit Fotos, Zeitungsartikeln und Filmaccessoires zur Aufbewahrung und Nutzung.

 

Gisela Uhlen war sechsmal verheiratet. Ihre erste Ehe ging sie mit dem Ballettmeister Herbert Freund (1903–1988) ein. Die zweite Ehe führte sie mit dem Regisseur Kurt Wessels. Das dritte Mal heiratete sie den Piloten und Regisseur Hans Bertram (1906–1993). Aus dieser Ehe mit Bertram stammt die gemeinsame Tochter Barbara Bertram (* 1945). Im Jahr 1953 heiratete sie in vierter Ehe den Schauspieler Wolfgang Kieling (1924–1985). Am 17. Januar 1955 kam ihre zweite Tochter Susanne Uhlen zur Welt, die ebenfalls die Berufslaufbahn einer Schauspielerin einschlug. Die fünfte Ehe führte sie mit dem Regisseur Herbert Ballmann (1924–2004), mit dem sie gemeinsam in der TV-Serie Das Traumschiff arbeitete. Und ihre letzte Ehe schließlich führte sie mit dem Tontechniker Beat Hodel, die dann 1985 ebenfalls geschieden wurde.

 

Ihre Lebenserinnerungen hielt sie in drei Büchern fest. Das erste Buch Mein Glashaus erschien 1978, das zweite Buch Meine Droge ist das Leben brachte sie 1993 heraus und schließlich der das dritte Buch 2002 Umarmungen und Enthüllungen. Collagen eines Lebens. Die letzten Jahre lebte sie zurückgezogen in Köln. Sie erkrankte an Lungenkrebs und nach längerer Krankheit starb Gisela Uhlen am 16. Januar 2007 in Köln. Sie wurde auf dem Melaten-Friedhof in Köln (Lit. D, zwischen Lit. V+W) bestattet, in unmittelbarer Nähe zu Gunther Philipp, der in der Serie Forsthaus Falkenau bis zu seinem Tod, in Filmen, ihren Ehemann gespielt hatte.

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Gisela_Uhlen

 

Heruntergeladen am 17.05.2021


Ulrich Emil Familie / neu Herbert Mertens    05 / 2021

Emil Ulrich Familie /  Familie Herbert Mertens

Emil Ulrich 1858 – 1914 war ein Kölner Fabrikant, er stellte Spiegel und Fenster her. Die außergewöhnlich Galvanoskulptur ist von WMF und im Katalog von 1909 mit der Nummer 766 aufgeführt. Der Bilderhauer für den Entwurf war Heinrich Pohlmann.

Heinrich Pohlmann (* 24. Oktober 1839 in Scheventorf bei Iburg; † 30. August 1917 in Berlin) war ein deutscher Bildhauer, der als ein Vertreter der Berliner Bildhauerschule gilt.

 

Leben

Heinrich Pohlmann wuchs heran als Sohn eines Bauern. Während seiner Zimmermannslehre fiel einem Adjutanten des Königs von Hannover Pohlmanns Talent bei der Anfertigung von Schnitzereien auf. Er verhalf Pohlmann zu einer Förderung, die diesem von April 1861 bis Ende 1864 den Besuch der Akademie der Künste in Berlin ermöglichte. Hier wurde er Schüler von Fritz Schaper und Albert Wolff. Gefördert durch ein Stipendium des Königs von Hannover konnte Pohlmann 1866 eine Studienreise nach Italien antreten.

 

Zurück aus Italien machte er sich 1867 in Berlin als Plastiker selbständig und erhielt 1870 den kaiserlichen Auftrag zu einer Reiterstatuette Wilhelms I, die diesem von der Kaiserin Augusta im März 1871 geschenkt wurde. Weitere öffentliche Aufträge für Denkmäler und Bauplastiken folgten sowie zahlreiche für Porträts und Grabplastiken. Insbesondere die Grabplastiken fanden, vervielfältigt nach dem neuen Verfahren der Galvano-Technik, weite Verbreitung.

 

1917 starb Pohlmann im 78. Lebensjahr in Berlin und wurde auf dem Alten St. Michael-Friedhof in Neukölln beigesetzt. Viele seiner Werke wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört.

 

Quelle Text teilweise: https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Pohlmann

 

Heruntergeladen am 06.06.2021


Urbach Maria Catharina    04 / 2021

Bildhauer

Johann Joseph Mannebach (* 1765 in Köln; † 4. Juli 1832 ebenda) war ein deutscher Bildhauer und Steinmetz.

 

Leben

Johann Joseph Mannebach war der Sohn eines Niedermendinger Steinhauers. Nach seiner Steinmetz- und Bildhauerausbildung war er zunächst in Wien tätig, bevor er in Köln ein Atelier für Bildhauerarbeiten eröffnete. Gemäß den Kölner Adressbüchern ist er zumindest von 1822 bis 1835 mit seiner Werkstatt in der Severinstraße 203 nachweisbar gewesen. Als er im Alter von 67 Jahren verstarb, ging seine Werkstatt an seinen Sohn, den Bildhauer Johann Louis Peter Mannebach (1797–1842) über. Mannebach war mit Antonia Quadt von der Landskron verheiratet, die aus einem alten Wiener Adelsgeschlecht stammte. Mit ihr hatte er zwei Kinder.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Joseph_Mannebach


V

Vorster Friedrich Julius    03 / 2021

 

Julius Vorster

Friedrich Julius Vorster (* 29. April 1809 in Hamm; † 10. Oktober 1876 in Kalk bei Cöln) war ein deutscher Unternehmer der Chemieindustrie und Mitgründer der Chemischen Fabrik Kalk.

 

Leben

Vorster eröffnete nach einer kaufmännischen Lehre in Köln eine florierende Chemikalienhandlung. Nach dem Eintritt des Teilhabers Harhaus firmierte sie unter Vorster & Harhaus. Später hieß sie dann Julius Vorster. Einen bedeutenden Teil seines Umsatzes machte Vorster mit Salpeter, das er aus Bengalen einführte, und das für Sprengstoff im Bergbau und im Tunnelbau benötigt wurde. Mitte der 1850er Jahre stoppte Großbritannien wegen des Krimkrieges die Ausfuhr dieser Chemikalie. Der so entstandene Engpass war ein Motiv, 1858 zusammen mit Hermann Grüneberg die Chemische Fabrik Kalk zu gründen. Grüneberg brachte das Know-how mit, wie man Pottasche als Ersatz für Salpeter im industriellen Maßstab herstellen kann.

 

Vorster war mit Wilhelmine geb. Röhrig (1818–1883) verheiratet. Beide hatten mehrere Kinder. Er war Stifter des Evangelischen Krankenhauses in Köln. Begraben ist er auf dem Melatenfriedhof. Nach ihm wurde in Kalk die Vorsterstraße benannt.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Vorster


W

Waffenschmidt "Fritz" und Anni    03 / 2021

Friedrich Wilhelm Waffenschmidt

 

Friedrich „Fritz“ Wilhelm Waffenschmidt (* 3. März 1925 in Brühl-Pingsdorf; † 26. März 2017 in Bensberg) war ein deutscher Unternehmer und Gründer der Unternehmen Saturn und „Hansa-Foto“.

 

Werdegang

Zwischen 1946 und 1948 besuchte er die Ingenieurschule in Köln. Im Juli 1949 heiratete er Anni Kühl (* 29. Juni 1924 in Berzdorf; † 27. Juli 2017 in Bergisch Gladbach-Bensberg), die er in der Tanzschule kennengelernt hatte. Zu jener Zeit war Waffenschmidt im elterlichen Elektrohandel beschäftigt, den er im Oktober 1950 verließ. Er wechselte zum Bonner Unternehmen Kleine-Erfkamp & Co., einem der führenden Elektro-Großhändler in Westdeutschland. Im Oktober 1955 gründete er die Kölner Filiale der noch größeren Elektrofirma Stratmann (Hagen), deren Kölner Filiale nach kurzer Zeit umsatzstärker als die Hagener Zentrale wurde. Am 21. März 1959 besuchte Waffenschmidt den selbst ernannten „größten Schallplattenhändler der Welt“, Sam Goody in New York City. Die hier gewonnenen Eindrücke bestärkten seine Auffassung, dass zumindest im Tonträgermarkt der Großhandel keine Zukunft mehr habe. Die Größe des Einzelhandels musste so dimensioniert werden, dass ein Großhandel obsolet würde.

 

Unternehmertätigkeit

Das von ihm im Juli 1961 in Köln gegründete Unternehmen Saturn Electro-Handels GmbH & Co. KG belieferte bis 1966 diplomatische Vertretungen in aller Welt. Bereits am 24. Oktober 1969 wurden bei Saturn die größten HiFi-Studios Europas für das breite Publikum geöffnet. Der Verkauf zu „garantierten Tiefpreisen“ wurde durch ein Urteil des Bundesgerichtshofs ermöglicht, der am 30. Juni 1966 entschieden hatte, dass die vertikale Preisbindung von Schallplatten unzulässig sei. Damit war der Weg frei für die individuelle Preiskalkulation des Einzelhandels. Im November 1972 wurde die Schallplattenabteilung bei Saturn mit Discountpreisen eröffnet. Aufgrund der niedrigen Preise, die die für Schallplatten geltenden „unverbindlichen Richtpreise“ unterboten, vermuteten viele traditionelle Wettbewerber, dass Waffenschmidt bald insolvent werden würde. Aber bereits ein Jahr später war Waffenschmidts Unternehmen der umsatzstärkste Schallplattenhändler Deutschlands, der die bei Großbestellungen von Tonträgern anfallenden Mengenrabatte an seine Kundschaft weitergab.

 

Diese Pionierrolle Waffenschmidts wurde durch geschickte Diversifizierung auf zahlreiche andere Geschäftsfelder erweitert, etwa den Handel mit Radios, Fernseh- oder Elektrogeräten. Anfang der 80er Jahre warb er in den fünf Bereichen Schallplatte, HiFi/Stereophonie, Autoradio, Video/Videokameras und Foto mit dem Slogan „Die größte Schau der Welt“. Das Unternehmen trat ab Mai 1978 zudem als Sponsor des erfolgreichen Basketballvereins BSC Saturn Köln auf.

 

Besonders spektakulär war Waffenschmidts Kampf gegen die Preisbindung in der Foto-Branche. Im Februar 1963 gründete er die Firma Ultra Foto, die überwiegend von japanischen Herstellern beliefert wurde und deshalb weitgehend nicht der Preisbindung unterlag. Als er im November 1968 mit einer Werbestrategie das Unternehmen Hansa-Foto gründete, berichteten Presse, Rundfunk und Fernsehen wochenlang über seine Kampagne mit dem Slogan: „Wir machen Schluss mit der nicht funktionierenden Preisbindung in der Fotobranche - das Maß der allgemeinen Unterschreitung ist erheblich.“ Im Dezember 1968 trennte sich Waffenschmidt vom Teilhaber Stratmann. Am 2. November 1972 kam es zur Eröffnung der Schallplattenabteilung direkt gegenüber dem Hansagymnasium am Kölner Hansaring, durch die Waffenschmidts Unternehmen bekannt wurde. Schallplatten und spätere Tonträgerentwicklungen waren längst zu einem Massenprodukt avanciert, dem die Raumkapazitäten nicht mehr standhielten. Bereits 1973 hatte sich Saturn zum größten deutschen Schallplattenhändler entwickelt.

 

Im November 1977 zogen deshalb Waffenschmidts Unternehmen in das bekannte Backstein-Hochhaus am Kölner Hansaring mit einer Verkaufsfläche von zunächst 1.500 m², später auf 3.000 m² verdoppelt. Immer wieder gelang es ihm, mit Werbesprüchen und PR-Gags, mit einer Strategie der permanenten Spitzenposition (Verkaufsfläche, Sortiment, Tiefpreise) und einer Geschäftspolitik der Superlative die Medienöffentlichkeit zu gewinnen. Viele Manager und Geschäftsführer anderer Handelsunternehmen kamen nach Köln, um Waffenschmidts Konzepte und Strategien vor Ort zu studieren. Über fünf Millionen Kunden kauften jährlich bei Saturn und Hansa-Foto ein. Die Unternehmensgruppe hatte inzwischen die Umsätze in beinahe jährlichem Rhythmus verdoppelt.

 

 

Am 31. März 1984, auf ihrem geschäftlichen Höhepunkt, verkauften Fritz Waffenschmidt und seine Frau Anni ihre Unternehmen an die Tertia GmbH, an welcher der Kaufhof und einige führende Versicherungsunternehmen beteiligt waren. Bis Dezember 1985 blieben Fritz und Frau Anni Waffenschmidt Geschäftsführer der Holding und übergaben dann ihre Funktion an die Vertreter der neuen Gesellschafter. Im Januar 1986 setzte sich das Ehepaar Waffenschmidt in Florida endgültig zur Ruhe. Das Ehepaar kam häufig während der Sommerzeit nach Köln. Es kehrte 2006 nach Köln zurück, Fritz Waffenschmidt erlitt 2008 einen Herzanfall, verstarb nach langer schwerer Krankheit im März 2017 und wurde auf dem Kölner Melaten-Friedhof beerdigt. Bereits vier Monate später starb auch seine Frau Anni im Alter von 93 Jahren und wurde in der gemeinsamen Familiengruft (Flur 67 an MA) beigesetzt.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Wilhelm_Waffenschmidt

Heruntergeladen am13.06.2021

 


Wahlen Jakob / Birkhäuser Johann Wilhelm    04 / 2021

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Wallraf Ferdinand Franz    05 / 2021

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Westerwelle Guido Dr.    03 / 2021

Guido Westerwelle, (* 27. Dezember 1961 in Bad Honnef; † 18. März 2016 in Köln) war ein deutscher Politiker. Er war Gründungsmitglied und von 1983 bis 1988 Vorsitzender der Jungen Liberalen, von 1994 bis 2001 Generalsekretär und von 2001 bis 2011 Bundesvorsitzender der Freien Demokratischen Partei (FDP). Ferner war Westerwelle von 2006 bis 2009 Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion und Oppositionsführer im Deutschen Bundestag. Von 2009 bis 2013 war er Bundesminister des Auswärtigen im Kabinett Merkel II. Als solcher war er vom Amtsantritt an bis zum Mai 2011 auch Vizekanzler.

 

Ausbildung

Westerwelle wurde 1961 als Sohn des aus Schötmar stammenden promovierten Rechtsanwalts und Volkswirts Heinz Westerwelle (1930–2013) und der aus Bad Salzuflen stammenden Rechtsanwältin Erika Westerwelle (1930–2018) in Bad Honnef geboren. 1964 folgte ein Bruder. Seine Eltern hatten darüber hinaus aus vorherigen Partnerschaften jeweils einen Sohn mit in die Ehe gebracht. Westerwelles Eltern ließen sich in seinem achten Lebensjahr scheiden; er wuchs beim Vater in der Heerstraße in der Bonner Nordstadt auf. Westerwelle besuchte ein Gymnasium, wechselte nach dem ersten Jahr zur Realschule in Königswinter, da seine schulischen Leistungen am Gymnasium als nicht ausreichend erachtet wurden. Die Freiherr-vom-Stein-Realschule in Bonn schloss er 1977 mit der mittleren Reife ab. Nach der Realschule wechselte er auf das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium (EMA) in Bonn, wo er 1980 sein Abitur machte. Zum Wehrdienst wurde er nach eigenen Angaben nicht eingezogen, da er wegen seiner gleichgeschlechtlichen Orientierung ausgemustert worden sei.

 

Danach (ab 1980) begann er ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Bonn, das er 1987 mit dem ersten juristischen Staatsexamen beendete. Nach dem Referendariat am Amts- und Landgericht Bonn legte er 1991 sein zweites juristisches Staatsexamen ab. 1994 wurde er an der Fernuniversität in Hagen mit einer Dissertation zum Thema Das Parteienrecht und die politischen Jugendorganisationen zum Doktor der Rechtswissenschaften (Dr. iur.) promoviert. Sein Doktorvater war Dimitris Tsatsos. Seit 1991 als Rechtsanwalt zugelassen, arbeitete Westerwelle bis zu seiner Wahl zum Generalsekretär der FDP 1994 in der Bonner Anwaltskanzlei seines Vaters.

 

Parteilaufbahn

Westerwelle war seit 1980 Mitglied der FDP. Hier zählte er zu den Mitbegründern der Jungen Liberalen, die nach dem Koalitionswechsel der FDP 1982 die Jungdemokraten als offizielle Jugendorganisation der Partei ablösten. 1983 wurde er in einer Stichwahl gegen Andreas Reichel als Nachfolger von Hans-Joachim Otto deren Bundesvorsitzender; ein Amt, das er bis 1988 behielt.[9] Ab 1988 gehörte er dem FDP-Bundesvorstand an. Von 1993 bis 1999 war er außerdem Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes Bonn. Als sein Vorbild nannte er Hans-Dietrich Genscher.

 

Von 1994 bis 2001 war er unter den Parteivorsitzenden Klaus Kinkel und Wolfgang Gerhardt Generalsekretär der FDP. In dieser Funktion hatte er maßgeblichen Anteil an der Neuformulierung des aktuellen Parteiprogramms, den Wiesbadener Grundsätzen, und leitete die Kommission, die das Programm ausarbeitete.

 

Am 4. Mai 2001 wurde er auf dem FDP-Bundesparteitag 2001 in Düsseldorf mit großer Mehrheit als Nachfolger von Wolfgang Gerhardt zum bis dahin jüngsten Bundesvorsitzenden der FDP gewählt. Er positionierte die Partei vor allem in der Bildungs- und Wirtschaftspolitik. Sein angestrebter Kurs war der einer „unabhängigen Alternative zu CDU/CSU und Rot-Grün“ und die Schaffung einer Äquidistanz zu den beiden Volksparteien. Bei der Bundestagswahl 2002 trat er als erster Kanzlerkandidat in der Geschichte der FDP an. Die FDP zog auf Initiative von ihm und Jürgen Möllemann zum ersten Mal seit vielen Jahren ohne Koalitionsaussage in den Wahlkampf. Der Stimmenanteil der FDP verbesserte sich von 6,2 Prozent, die sie bei der Bundestagswahl 1998 erreicht hatte, auf 7,4 Prozent. Ursprünglich geplant war ein „Projekt 18“ getauftes Wahlziel von 18 Prozent Stimmenanteil, für das Westerwelle im Wahlkampf 2002 mit dem sogenannten Guidomobil um Stimmen kämpfte. Die Art, wie er seine Kampagne bestritt, trug ihm den Vorwurf ein, zu viel „Spaßwahlkampf“ zu führen.

 

2003 wurde Westerwelle als Parteivorsitzender mit 79,8 Prozent der Stimmen der Delegierten wiedergewählt und 2005 auf dem Bundesparteitag in Köln mit 80,1 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. 2007 wurde Westerwelle mit seinem bis dahin besten Ergebnis auf dem Bundesparteitag in Stuttgart mit 87,6 Prozent gewählt.

 

Vor der Landtagswahl 2005 in Nordrhein-Westfalen forderte Westerwelle als einziger Spitzenpolitiker eine Bundestags-Neuwahl für den Fall eines Regierungswechsels in Nordrhein-Westfalen. Bundeskanzler Gerhard Schröder kündigte am 22. Mai 2005 nach der verlorenen NRW-Wahl an, eine vorgezogene Bundestagswahl anzustreben. Die FDP nominierte Westerwelle am Tag darauf zum Spitzenkandidaten der FDP für die Bundestagswahl 2005.

 

Privatleben, Krankheit und Tod

 

Westerwelle mit seinem Lebenspartner Michael Mronz (2009)

Westerwelle hatte einen Bruder, der ebenfalls Rechtsanwalt ist, und zwei Halbbrüder. Er lebte in einem Mehrfamilienhaus in Köln-Braunsfeld und in Berlin-Charlottenburg und war Mitglied der Evangelischen Kirche im Rheinland. Seit 2003 lebte er mit dem Manager Michael Mronz in einer Partnerschaft. Am 17. September 2010 gingen beide im Bonner Standesamt an der Poppelsdorfer Allee eine Lebenspartnerschaft ein. Die Verpartnerung nahm der damalige Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch vor. Bereits 1997 war Westerwelle namentlich in der ersten Ausgabe des Nachschlagewerks Out!, in der homosexuelle Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aufgelistet sind, enthalten, ohne dass er dieser Nennung widersprochen hatte. Sein öffentliches Coming-out hatte Westerwelle jedoch erst im Sommer 2004 durch eine Schlagzeile am 21. Juli in der Bild, nachdem er gemeinsam mit seinem Partner erstmals öffentlich bei einer Feier zum 50. Geburtstag der damaligen CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Angela Merkel auftrat.

Damit war er nach Wowereit (2001) und von Beust (2003) der dritte deutsche Spitzenpolitiker, der vor einer breiteren Öffentlichkeit seine Homosexualität bekannt machte.

 

Am 20. Juni 2014 wurde bekannt, dass Westerwelle an einer akuten Leukämie erkrankt war.[ Die Krankheit wurde zufällig im Rahmen einer Voruntersuchung zu einer Knie-Operation diagnostiziert, die auffällige Veränderungen im Blutbild zeigte. Unmittelbar nach der Diagnose begann Westerwelle eine Chemotherapie im Universitätsklinikum Köln. Seinen ersten öffentlichen Auftritt nach der Krebsdiagnose hatte Westerwelle einen Monat später beim Reitturnier CHIO Aachen. Nach viereinhalb Monaten stationärer Behandlung, bei der auch eine Stammzelltransplantation im September 2014 durchgeführt worden war, wurde Westerwelle im November 2014 aus dem Krankenhaus entlassen.

 

Über diese Zeit veröffentlichte Westerwelle 2015 gemeinsam mit Dominik Wichmann das Buch Zwischen zwei Leben. Zur Vorstellung des Buches absolvierte er im Herbst 2015 zwei Fernsehauftritte und gab dem Spiegel ein ausführliches Interview. Ab Ende November 2015 wurde er erneut stationär im Kölner Universitätsklinikum in Lindenthal behandelt. Dort erlag er am 18. März 2016 den Folgen seiner Krankheit.

 

Das Grab von Guido Westerwelle

Westerwelle wurde am 2. April 2016 nach einer ökumenischen Trauerfeier in der römisch-katholischen Basilika St. Aposteln auf dem Melaten-Friedhof in Köln beigesetzt. Der katholische Prälat Karl Jüsten, wie Westerwelle 1961 in Bad Honnef geboren und seit frühester Kindheit mit ihm bekannt, hielt zusammen mit dem evangelischen Prälaten Martin Dutzmann den Trauergottesdienst. Martin Dutzmann hatte die liturgische Leitung, die Predigt hielt Karl Jüsten.

 

Quelle Text Auszug: https://de.wikipedia.org/wiki/Guido_Westerwelle
Heruntergeladen am 18.03.2021


Williams Carola Zirkus / Circus    05 / 2021

Carola Williams, geborene Carola Althoff, (* 1. Dezember 1903 in Bad Sassendorf; † 12. Dezember 1987 in Köln) war eine deutsche Zirkusdirektorin.

 

Biographie

Carola Althoff entstammte einer Zirkusdynastie und war das älteste von acht Kindern des Zirkusdirektors Dominik Althoff (1882–1974), der 1905 den Circus D. Althoff gegründet hatte. Im Alter von drei Jahren hatte sie als „kleinste Voltigeuse der Welt“ ihr Debüt in der Manege. 1931 heiratete sie den Artisten Harry Barlay (eigentlich Reinhold Kwasnik), im selben Jahr wurde der Sohn Holdy Barlay geboren, der später als Texas-Reiter im Zirkus seiner Mutter auftrat. Gemeinsam gründete das Ehepaar sein erstes eigenes Unternehmen, den Zirkus Barlay.

 

Nachdem die Ehe auseinandergegangen war, kehrte Carola Barlay mit ihrem Sohn in das elterliche Unternehmen zurück, das sie gemeinsam mit ihrem Bruder Franz Althoff bis in die Jahre des Zweiten Weltkriegs hineinleitete. 1941 heiratete sie den Jockey und Tierlehrer Harry Williams und bekam mit ihm drei weitere Kinder, Alfons (1940–1960), Emanuela (1945–1947) und Jeanette (* 1946).

 

Während der Zeit des Nationalsozialismus beschützten Carola Williams und ihre Brüder jüdische Menschen, indem sie diese etwa mit ihrem Zirkus reisen ließen, andere jüdische Zirkusfamilien, die sich im Lager befanden, unterstützten sie mit Lebensmitteln. Für dieses Engagement wurden ihr Bruder Adolf Althoff und dessen Frau Maria 1995 als Gerechte unter den Völkern geehrt. Im Krieg verlor die Familie Williams fast ihr gesamtes Hab und Gut. Trotzdem präsentierten Carola und Harry Williams schon kurz nach Kriegsende, im Juni 1945, in gemieteten Zeltanlagen die The Great Williams Circus Show. Möglich war dies auch deshalb, weil Williams einen britischen Pass besaß und deshalb von der Besatzungsbehörde diese frühzeitige Genehmigung erhielt. Im selben Jahr gebar Carola Williams ihre Tochter Emanuela, die im Alter von knapp 14 Monaten starb.

 

1946 ließen Carola und Harry Wiliams in Köln den halbfesten Winterbau Williamsbau (Ecke Aachener Straße/Innere Kanalstraße) errichten, mit einer Kapazität für 2500 Personen der größte Saal in der zerstörten Stadt. Dort fanden in den folgenden Jahren unter anderem Operetten-, Sport- und Karnevalsveranstaltungen statt. Eröffnet wurde er mit einem mehrmonatigen Gastspiel der Csárdásfürstin mit Marika Rökk in der Hauptrolle. 1947 mieteten die Düsseldorfer Karnevalisten das beheizte Winterzelt des Zirkus an der Erkrather Straße in Düsseldorf für ihre erste größere Karnevalssitzung.

 

1950 erlitt Harry Williams bei Proben zu einem römischen Wagenrennen in der Londoner Harringay Arena schwere Verletzungen und starb drei Wochen später. In der Folge stand der Witwe ihr Bruder Adolf in der Leitung des Zirkus zur Seite. 1955 wurden die Geschwister in Berlin von der Gesellschaft der Circusfreunde in Deutschland mit der erstmals vergebenen Ernst-Renz-Gedächtnis-Plakette ausgezeichnet. 1957 bezog der Circus Williams das neu erbaute Winterquartier in Köln-Mülheim. Von dort aus bereiste der Zirkus, dessen Markenzeichen das ovale Strohmeyer Chapiteau war, Deutschland und Westeuropa. 1960 starb Carola Williams’ Sohn Alfons bei einem Autounfall in Belgien. Ihre Tochter Jeanette und Adoptivsohn Günther Gebel, die von 1961 bis 1967 zudem miteinander verheiratet waren, unterstützten Carola Williams in dieser Zeit; Gebel nahm den Namen Williams an.

 

Von 1962 bis 1966 reiste der Zirkus von Carola Williams zusammen mit spanischen Zirkussen als Spanischer National-Circus. 1962 wurde das Unternehmen vor allem wegen seiner erstklassigen Tiernummern von der Fédération Internationale du Cirque mit dem Circus Oscar als weltbestes Zirkusprogramm ausgezeichnet. Nach Abschluss der 1968er Saison wurden die Tiernummern an den US-amerikanischen Zirkus Ringling Bros. and Barnum & Bailey Circus vermietet und Artisten sowie Tiere in die USA verschifft, darunter die Tochter Jeanette, die in den USA ansässig wurde. Der Reisebetrieb in Deutschland wurde eingestellt, und Carola Williams blieb in Köln. Das ehemalige Winterquartier des Circus Williams in Köln-Mülheim wurde 1984 an Bernhard Paul verkauft und ist seit 1986 Standort des Circus Roncalli. Carola Williams starb 1987 in Köln und liegt im Familiengrab (Flur 12 in G) auf dem Melaten-Friedhof begraben. Hier sind auch ihr Ehemann Harry und die Kinder Alfons und Emanuela beigesetzt.

 

Carola Williams engagierte sich in Köln gesellschaftlich: „Populär und zur Grande Dame der Kölner Gesellschaft wurde Williams wegen volkstümlich nachhaltiger Gesten.“ So unterstützte sie etwa finanziell den Wiederaufbau der Kirche St. Aposteln und stellte Pferde sowie 1949 einen Elefanten für den Rosenmontagszug zur Verfügung. 1950 schenkte sie auf einer Karnevalssitzung des 1. FC Köln im Williams-Bau dem Spielertrainer der Fußballmannschaft, Hennes Weisweiler, anlässlich des zweijährigen Vereinsbestehens aus Scherz einen kleinen Ziegenbock als Glücksbringer. Dieser erhielt den Namen Hennes. Er und seine Nachfolger wurden zum Maskottchen der Mannschaft, die deshalb auch „die Geißböcke“ genannt wird.

 

Im Dezember 2017 beschloss die Bezirksvertretung Köln-Innenstadt den Teil des Inneren Grüngürtels (zwischen Aachener und Vogelsanger Straße), wo sich bis 1956 der Williamsbau befunden hatte, nach der Zirkusdirektorin Carola-Williams-Park zu benennen. Die Benennung wurde zum 6. Mai 2018 wirksam.

 

Quellen Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Carola_Williams

 


Wisdorf / Kolvenbach   ehm. W. Flammersheim   03 / 2021

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Winter Friedrich / Familie    03 / 2021

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Winters Johann Christoph    04 / 2021

Johann Christoph Winters (* 23. November 1772 in Bonn; † 5. August 1862 in Köln) war ein Schneider aus Bonn und der Begründer des Hänneschen-Theater in Köln.

 

Leben

Johann Christoph Winters erlernte das Schneiderhandwerk in Bonn und erhielt am 24. Juli 1798 den Gesellenbrief. Seine Wanderjahre als Schneidergeselle führten ihn nach Antwerpen, wo er das flämische Puppenspiel kennenlernte. Um die Jahrhundertwende kam er nach Köln. Dort heiratete er am 22. Juni 1800 Elisabeth Thierry („Lisette“ genannt), die Tochter eines Kölner Kaufmanns. In Köln sesshaft geworden, finanzierte Johann Christoph Winters seinen Lebensunterhalt in den Sommermonaten mit Maler- und Anstreicherarbeiten. In den Wintermonaten versuchte sich Winters im Puppenspiel für kleine Kinder.

 

Im Jahre 1803 beantragte Johann Christoph Winters beim Kölner Maire (Oberbürgermeister) Johann Jakob von Wittgenstein die Erlaubnis „ein Krippenspiel für kleine Kinder anzustellen“. Er hoffte so „wegen Abgang anderen Verdienstes hiermit auf redliche Art sein Brot zu gewinnen“ und berief sich dabei auf eine Vorjahresgenehmigung. Folglich wird die Gründung des Hänneschen-Theaters auf das Jahr 1802 datiert. Da die Konzession nur für einen Winter gewährt wurde, stellte Winters jeden Winter erneut einen Antrag auf Spielgenehmigung.

 

„...habe ich ein schönes eingerichtetes Bobbenspiel, welches allen Menschen wohl gefällt, weil ich auf keine einzige verführerische Art, kein Mensch mit meinem Spiel, beleidige, weil ich vor alle unartige anständt besorget bin, denn mein Spielhaus ist wohl mit Licht versehen und auch zwei aufmerksamen Männern, welche gute Subordination beibehalten. Dieses Spiel ist eine gute Erfindung für mich, weil ich in dem betrübeten Winter meine Frau samet der drey Kinderen nothdürftig ernähren kann. Übrig ist davon nichts, da der Eingang nur ein Stüber ist.“

– Johann Christoph Winters: Aus einem Antragsschreiben

 

Das erste feste Haus als Spielstätte für sein Stockpuppentheater bezog er 1804 in der Mauthgasse in der Kölner Altstadt. In den nachfolgenden Jahren wechselten die Spielstätten häufig, vornehmlich zwischen Pferdeställen und Lagerräumen, blieb jedoch stets im Bereich der Kölner Altstadt und wurde nie zur Wanderbühne.

 

Winters hatte trotz häufig wechselnder Spielstätten von Anfang an Erfolg. In den 1820er Jahren wurden Stücke wie

Die Wahl oder der neue Bürgermeister,

Die Kunst, alte Weiber jung zu machen,

Der Rülbs oder der betrunkene Bauer,

Die Belagerung der Marienburg oder

Der Jud im Weinfass aufgeführt.

 

Johann Christoph Winters griff mit seinem Spiel die tagesaktuellen Ereignisse mit parodierendem Spott nach dem Motto: „Wat morgens passeet kütt ovends op et Tapeet“ auf.

 

Mit wachsender Beliebtheit des Theaters wuchs auch die Akzeptanz in den Kreisen des Kölner Bildungsbürgertums; so haben der Kunstsammler Matthias Joseph de Noël und der Universitätsdirektor Ferdinand Franz Wallraf auch Stücke für das Theater geschrieben.

 

Johann Christoph Winters schuf für seine Geschichten zahlreiche Charaktere, wobei Tünnes und Schäl heute zu den Kölschen Originalen gehören. Während die Figur des Tünnes bereits seit 1803 zum Ensemble des Theaters gehört, ist die Figur des Schäl erst seit den 1850er Jahren Teil des Hänneschen-Theater. Die Figur des Schäl ist wohl als Persiflage auf den innerstädtischen Puppenspielkonkurrenten von der Schäl Sick Franz Andreas Millewitsch entstanden, der 1843 in Deutz ebenfalls ein Puppentheater eröffnete. Trotz der abweichenden Schreibweise handelt es sich bei diesem um einen direkten Vorfahren des bekannten Volksschauspielers Willy Millowitsch. Das Hänneschen, das zunächst nur als Intermezzo-Figur in den Krippenspielen auftrat, gilt heute als Protagonist und Identifikationsfigur des Theaters. Johann Christoph Winters und seine Frau Lisette spielten die Charaktere der Großeltern Besteva und Bestemo selbst. Winters pries selbst das in der Kölner Bevölkerung beliebte Volkstheater als Kölsches Nationatheater an.

 

Seit dem ersten Kölner Rosenmontagszug 1823 ist das Ensemble des Hänneschen-Theater dem Karneval eng verbunden, sowohl beim Karnevalszug selber als auch in der alljährlichen Puppensitzung, einer Persiflage auf den Sitzungskarneval.

 

Obwohl sich das Hänneschen-Theater in der Kölner Bevölkerung großer Beliebtheit erfreute, lebte Johann Christoph Winters und seine Frau in ärmlichen Verhältnissen und nahmen an den jährlichen Armenspeisungen des Bürger-Comitees teil. Johann Christoph Winters starb am 5. August 1862 und wurde in einem Armengrab auf dem Kölner Melaten-Friedhof beerdigt.

 

Nach dem Tode Winters, führte zunächst der Steinhauer Peter Josef Klotz (* 1830 in Mainz), der seit 19. September 1849 mit einer Enkelin Winters verheiratet war, das Theater weiter. Als Peter Josef Klotz im selben Jahr starb setzte seine Witwe den Spielbetrieb an wechselnden Spielorten weiter fort. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Hänneschen-Theater fester Bestandteil des Kölner Kulturlebens; zahlreiche Industrielle, wie Max von Guilleaume unterstützten die Puppenbühne großzügig mit finanziellen Zuwendungen. Unter der Schirmherrschaft des Kölner Oberbürgermeisters Max Wallraf und mit Unterstützung durch die Geschichtsvereine Heimatverein Alt-Köln und den Kölnischen Geschichtsverein wurde 1912 ein Ausschuss zur Förderung des Hänneschen-Theaters gegründet. Im Oktober 1913 konnte mit Hilfe der Unterstützung des Ausschusses und der Vereine zwei Stücke von Wilhelm Räderscheidt – Et Gespens beim Mählwurms Pitter und Hännesje on d´r Duud aufgeführt werden. Nach dem Tode des letzten Familienmitgliedes im Jahre 1919 wurde das Theater geschlossen.

 

Auf Bestreben von Konrad Adenauer und Carl Niessen gründete sich 1925 eine Kommission zur Wiederbelebung der Kölner Puppenspiele, dank der am 9. Oktober 1926 das Theater unter der Trägerschaft der Stadt als Puppenspiele der Stadt Köln, im Rubenshaus, in der Sternengasse 10 wieder eröffnet wurde. In diesem Haus verbrachte der Maler Peter Paul Rubens seine Kindheit und im Jahre 1642 verstarb dort die französische Ex-Königin Maria von Medici. Seit dem 29. Juli 1938 befindet sich das Hänneschen-Theater, mit einigen Unterbrechungen in der Kriegs- und Nachkriegszeit, am Eisenmarkt in der Kölner Altstadt.

 

Im Oktober 1991 wurde der Kölner Schule für Kinder- und Jugendliche mit somatischen und psychischen Erkrankungen, im Beisein des Oberbürgermeisters Norbert Burger, der Name „Johann-Christoph-Winters-Schule“ verliehen. Auf Initiative von Wolfgang Oelsner dem damaligen Direktor schuf, anlässlich des 200-jährigen Bestehens des Hänneschen-Theater im Jahre 2002, der Bildhauer Stefan Kaiser (* 1956) ein Gedenkmal Johann Christoph Winters auf dem Kölner Melaten-Friedhof.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Christoph_Winters

 

Heruntergeladen am 07.04.2021


Wittgenstein Carl von   05 / 2021

Carl von Wittgenstein

Carl von Wittgenstein (* 30. Mai 1832 in Köln; † 13. Dezember 1913 ebenda) war ein deutscher Verwaltungsbeamter und Landrat.

Leben

 

Der Katholik Carl von Wittgenstein war ein Sohn des Kölner Regierungspräsidenten Heinrich von Wittgenstein und dessen Ehefrau Therese, geb. Schaaffhausen (1809–1885). Nach dem Besuch eines katholischen Gymnasiums in Köln und der abgelegten Reifeprüfung im August 1852 absolvierte er bis 1856 in Bonn, Greifswald und Berlin ein Studium der Rechtswissenschaften. Am 23. Juli 1856 wurde er beim Stadtgericht Berlin zum Auskultator vereidigt und am 17. September 1861 wurde er Regierungsreferendar bei der Regierung Köln. Ab März 1864 war er beim Landratsamt Siegburg und ab Juli 1864 bei der Regierung Danzig tätig. Am 8. Mai 1868 wurde er mit Bestallung und Allerhöchster Kabinettsorder (AKO) zum Landrat des Landkreises Köln ernannt. 1884 wurde er dort auf eigenen Antrag mit Dimissoriale vom 29. April 1884 zum 13. Mai 1884 aus dem Dienst verabschiedet.

 

 

Von Zeichnung von Professor Ad. M. Hildebrandt - Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, Görlitz 1901-1903/Band 2/Tafel 340), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15030943

 

Wappen der kölschen von Wittgenstein

Familie

Die Familie entstammte einem alten Kölner Patriziergeschlecht, die am 10. September 1745 in den kurbayerischen Freiherrnstand erhoben wurden. Sein Großvater war der Kölner Bürgermeister Johann Jakob von Wittgenstein. Carl von Wittgenstein heiratete am 26. Oktober 1868 in Köln Anna Sibilla Wilhelmina von Recklinghausen (* 12. Juni 1847 in Bonn; † 7. Juli 1895 in Köln), Tochter des Advokaten Gustav von Recklinghausen und dessen Ehefrau Anna, geb. von Braubach.

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_von_Wittgenstein

Heruntergeladen am 22.05.2021


Wittgenstein Johann Jacob von   05 / 2021

Johann Jakob von Wittgenstein

 

Johann Jakob von Wittgenstein (* 24. Februar 1754 in Köln; † 15. März 1823 ebenda) war ein deutscher Jurist, Kaufmann, Bankier und Politiker.

 

Familie

Wittgenstein wurde im Jahr 1754 in Köln als Sohn der auf der Kölner Trankgasse 9 im „Wittgensteinschen Hof“ ansässigen Eheleute Melchior Dittmar von Wittgenstein und Maria Elisabeth geb. von Heck geboren. Wittgenstein junior besuchte das Kölner Laurentianer-Gymnasium An der Rechtschule in der Innenstadt und studierte danach Jura an der Universität zu Köln und der Georg-August-Universität Göttingen. Nach seinem Studium und nur kurzer Tätigkeit am Reichskammergericht zu Wetzlar wurde Wittgenstein im Jahr 1778 Syndikus der Stadt Köln. Nach dem Tod seines Vaters, der 1786/87 in einer dritten Amtszeit als Bürgermeister der Stadt vorgestanden hatte, wurde Wittgenstein trotz seines jungen Alters 1790 vom Rat zum Bürgermeister gewählt. Von Wittgensteins Ehe mit Theresia, geborene Haes verwitwete Coels (1758–1835), entstammte Heinrich von Wittgenstein (1797–1869). Dieser heiratete später eine Tochter des Bankiers Schaaffhausen und setzte die Familientradition als Unternehmer und Politiker fort. Seine Stieftochter aus der ersten Ehe seiner Frau war Elisabeth „Lisette“ Coels, die mit dem Unternehmer und Politiker Peter Heinrich Merkens verheiratet war. Deren Eheschließung gegen den Willen der Brauteltern – Merkens war damals noch mittellos und protestantisch, die Braut katholisch – führte allerdings zu einer jahrelangen Entfremdung.

 

Bürgermeister und Maire

Johann Jakob von Wittgenstein wurde nach seinen reichsstädtischen Amtszeiten unter napoleonischer Herrschaft 1803 zum Maire von Köln ernannt und hatte das Amt bis 1814 inne. In dieser Zeit war er vom 28. Mai 1796 bis zum 21. März 1797 Präsident der Munizipalverwaltung. Danach führte er mit Heinrich Josef von Groote vom 21. März 1797 bis zum 23. Juni 1797 die Verwaltung an. Ab dem 18. August 1803 amtierte er bis zum 15. Januar 1814 als Maire des eigenständigen Kantons Köln im Arrondissement de Cologne. In seine Amtszeit fiel insbesondere der Auftrag der französischen Verwaltung vom 9. August 1812, dass Ferdinand Franz Wallraf für die Kölner Straßen objektive, neue französische Straßennamen vorschlagen sollte. Ergebnis war das Itinéraire de Cologne, das einzige französische Straßenverzeichnis Deutschlands. Wittgenstein hatte neben seinem Amt als Maire zugleich den Vorsitz der Handelskammer und war Vorstand des Armen-, Kranken- und Schulwesens der Stadt.

 

Nach dem Ende der Franzosenzeit führte von Wittgenstein, nun unter preußischer Ägide, sein Amt bis zum 11. Mai 1815 als Bürgermeister der Stadt fort.

 

An die Familie erinnert der ehemalige bürgerliche Landsitz der Wittgensteins in Roisdorf, die „Villa Wittgenstein“, sowie im Stadtteil Lindenthal die Wittgensteinstraße.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Jakob_von_Wittgenstein

Heruntergeladen am 22.05.2021

 


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Ziegler John van Nes    05 / 2021

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Zims "Heimat kölscher Helden"    10 / 2020

Familie Zims

Die Gaststätte "Zum Sankt Peter" Heumarkt 77 50667 Köln, wurde 1920 von Johann Zims erworben. Später als "Haus Zims" und heute als "Gilden im Zims" genannt.

Drehen wir die Uhren um 850 Jahre zurück. Anno 1163 datiert die erste Erwähnung des Haus Nr. 77 am Heumarkt als „Minnefusshaus“. Der historischen Überlieferung nach hieß das Haus 1351 „Zabelbank“. Rund 400 Jahre später, anno 1568, lässt Ratsherr Wilhelm Peter Terlaen von Lennep das Haus „Zum Sankt Peter“ mit der prächtigen Fassade neu errichten.

1920 erwirbt Johann Zims das Gebäude und eröffnet eine Gaststätte. Schnell erfreut sie sich großer Beliebtheit. Die Zäsur kommt 1943: Nächtliche Luftangriffe zerstören das Haus. Es brennt vollkommen aus, nur die Fassade hält Stand. Die Familie Zims flüchtet in den Tiefkeller – und wird verschüttet. Nach Tagen des Wartens wirft Johann Zims eine Münze in den Kellerbrunnen. Er hat nur einen Wunsch: die Rettung seiner Liebsten.

Das Wunder geschieht: Alle werden geschwächt, aber unverletzt geborgen. Der Wunschbrunnen aber, wie er genannt wird, kann noch heute im Keller bewundert werden. Voller Elan baut die Familie das Haus 1946 wieder auf. Die Gäste lassen nicht lange auf sich warten. Zum berühmten Radrennfahrer Hans Zims, dem „König der Nächte“, gesellen sich viele Sportler. So wird das Haus Zims in den 1950er Jahren zum „Treffpunkt des Sports“.

Zurück in die Gegenwart: 2006 baut Enkelsohn Hans-Willi Zims das Gasthaus um. Bei der Modernisierung soll im Keller Platz für ein größeres Kühlhaus geschaffen werden. So stößt er auf die vergessenen, beim Wiederaufbau zugeschütteten Gewölbekeller, deren Fundamente in die Römerzeit zurückreichen. Die Restaurierung dauert fast drei Jahre.

Seit dem 24. November 2009 ist das neue Gilden im Zims eröffnet. Auf vier Ebenen und zwei Terrassen finden bis zu 1.000 Personen in einem modernen, aber typisch kölschen Brauhaus Platz. In der „Heimat kölscher Helden“ können Gäste zudem noch einiges über Kölner Originale erfahren.

Das Brauhaus Gilden im Zims befindet sich teilweise auf historischem Mauerwerk aus der Römerzeit, sieben Meter unter dem Niveau des heutigen Heumarkts. Die freigelegten Wände, mit Wandstärken bis zu 1,80 Meter und unterschiedlichen Mauerwerksverbanden, bestehen größtenteils aus Basaltlava, gebrannten Mauerziegeln und Granitgestein. Teilweise noch aktive Brunnen wurden im Zuge umfassender Umbaumaßnahmen von 2006 bis 2009 restauriert. Das Haus ist eine Station des historischen Kölner Brauhauswanderwegs. Als Außenstelle des Kölner Karnevalsmuseums beherbergt das Gebäude eine karnevalistische Dauerausstellung.

Quelle: https://gilden-im-zims.de/de/home/historie und https://de.wikipedia.org/wiki/Gilden_im_Zims