Melaten - Friedhof Köln, Namen   Q  -  S


Der Melaten-Friedhof ist der Zentralfriedhof von Köln. Er liegt an der nördlichen Grenze des Stadtteils Lindenthal im Stadtbezirk Köln-Lindenthal. Im Süden begrenzt ihn die Aachener Straße, im Osten die Piusstraße, im Westen die Oskar-Jäger-Straße und der Melatengürtel, im Norden die Weinsbergstraße. Der 435.000 m² große Friedhof ist von der Anzahl der Grabstätten (55.540; 2008) der größte Kölner Friedhof.

 

Der Name „Melaten“ rührt von dem bereits im 12. Jahrhundert an dieser Stelle nachgewiesenen Heim für Kranke und Aussätzige, dem Hof Melaten. 1243 wurde der „hoff to Malaten“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Kapelle St. Maria Magdalena und Lazarus stammt aus dem Jahre 1245. Auf der anderen Seite der Aachener Straße befand sich die Richtstätte Rabenstein.

 

Entstehung des Melatenfriedhofes

Während der französischen Besatzungszeit in Köln, die am 6. Oktober 1794 begann, änderte sich das Begräbniswesen durch ein kaiserliches Dekret über die Begräbnisse („Décret sur les sépultures“), von Napoleon am 12. Juni 1804 erlassen. Es untersagte aus vor allem hygienischen Gründen Beerdigungen innerhalb von Städten, Dörfern und geschlossenen Gebäuden.

 

Die Stadtverwaltung kaufte deshalb ein Grundstück auf dem Gelände des ehemaligen Leprosenasyls und ließ die meisten Gebäude abreißen. Die Kapelle des Leprosenheimes wurde in den Friedhof integriert. Mit der Gestaltung des Friedhofes wurde Ferdinand Franz Wallraf beauftragt, der sich den Pariser Friedhof Père Lachaise zum Vorbild nahm. Seine Pläne beschrieb er in der 1809 erschienenen Schrift „Über den neuen stadtkölnischen Kirchhof zu Melaten“. Von Anfang an plante er den Friedhof auch als Erholungsstätte und als öffentliche Grünanlage. Am 29. Juni 1810 weihte der Dompfarrer Michael Joseph DuMont den Melatenfriedhof ein und die Friedhöfe innerhalb der Stadt wurden geschlossen. Das erste Begräbnis fand hier am 1. Juli 1810 statt.

 

Offiziell nannte man den Friedhof „Gottesacker der Stadt Köln“; bis 1829 durften nur Katholiken dort bestattet werden. Die Protestanten begrub man weiter auf dem alten Geusenfriedhof im Weyertal, Juden bis zur Anlage des jüdischen Friedhofs 1903 im rechtsrheinischen Deutz. Trotz mehrerer Erweiterungen des Friedhofes wurde er mit der Zeit zu klein. Zu seiner Entlastung eröffnete man 1896 den Nordfriedhof, 1901 den Südfriedhof und 1917 den Westfriedhof sowie 1946 den Ostfriedhof.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Melaten-Friedhof

Heruntergeladen am 13.06.2021


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Rath vom Familie,  03 / 2021

Leben

Die Familie vom Rath geht zurück auf Peter aus'm Schlippen († 1630), der in Unterbarmen rechts der Wupper den Hof „auf'm Rath“ bewirtschaftete. Seine Urenkel Hermann (1666 – 1751) und Peter (1675 – 1724) begründeten den Unterbarmener bzw. Elberfelder Stamm der Familie. Johann Jakob d. Ä. (1755 – 1819), Enkel Hermanns aus dem Unterbarmener Stamm und Betreiber der Seifenfabrik „Bredt & Co.“ in Schwelm, eröffnete 1778 in Duisburg ein Speditionsgeschäft, das 1797 als „vom Rath & Bredt“ mit der Schwelmer Unternehmung vereinigt wurde. Zu Beginn des 19. Jh. ging er zur Produktion von Tabak, Seife und Zichorien über.

 

Da Johann Jakob d. Ä. dem bis zur Wende vom 18. zum 19. Jh. nur in geringen Mengen konsumierten Zucker in und um Duisburg ein größeres Absatzgebiet geschaffen hatte, gründeten seine Söhne, vornehmlich Johann Jakob d. J. (1792 – 1868) und Johann Peter (1795 – 1866), 1822 die erste Zuckerraffinerie in Duisburg („Joh. Jakob vom Rath & Söhne“).

 

Die beschränkten Entwicklungsmöglichkeiten des Unternehmens in Duisburg bewogen Johann Jakob d. J. und Johann Peter 1834 zur Übersiedlung nach Köln. Hier entwickelte sich die Firma „Gebr. vom Rath“ bis Anfang der 1840er Jahre zur zweitgrößten Zuckerraffinerie der Rheinmetropole. Die seither stetig wachsende Konkurrenz der Rübenzuckerverarbeitung, eine vorteilhaftere Steuergesetzgebung und das Verbot des gleichzeitigen Betriebs von Raffination und Rübenzuckerproduktion führte 1855 zum Zusammenschluss der alten Duisburger Firma Joh. Jakob vom Rath & Söhne, der Kölner Gebr. vom Rath und den Kölner Raffineuren „Karl Joest & Sohn“ sowie „Gebr. Carstanjen“. 1864 fusionierten sie zum „Rhein. Actien-Verein für Zuckerfabrikation“ mit späterem Hauptsitz in Dormagen.

 

Die Kölner Raffinerie Gebr. vom Rath wurde 1858 stillgelegt, die Duisburger Fabrik selbständig unter den jüngeren Brüdern Johann Jakobs d. J., Gustav (1807 – 1881) und Theodor (1808 – 1876) weitergeführt. 1867 etablierten die Vettern Arthur (1832 – 1901), Sohn Johann Peters, und Julius (1838 – 1900), Sohn Carls, eines jüngeren Bruders Johann Peters, nochmals eine Rübenzuckerfabrik in Elsen (Rheinland).

 

Diese und der Rhein. Actien-Verein für Zuckerfabrikation gingen nacheinander an „Pfeifer & Langen“ über. In Koberwitz (Schlesien) gründete Johann Jakob d. J. 1851 erneut eine Rübenzuckerfabrik („Joh. Jakob vom Rath & Co., Breslau“) mit ausgedehnter Landwirtschaft, 1904 aufgegangen in „vom Rath, Schoeller & Skene“. Gegenüber seinem Bruder Johann Peter zeichnete sich Johann Jakob d. J. als der agilere Unternehmer aus, besonders auch durch seine Beteiligungen an fremden Unternehmen der rhein. Industrie. So war er Aufsichtsratsmitglied beim A. Schaaffhausen'schen Bankverein, der Concordia Lebensversicherung, der Rhein. Eisenbahngesellschaft, der Köln. Baumwollspinnerei und -weberei sowie der Rhein. Zeitung, alle mit Sitz in Köln.

 

Vor seiner Übersiedlung nach Köln war Johann Jakob d. J. Präsident der Duisburger Handelskammer und Mitglied des Stadtrats. Eugen (1823 – 97), sein ältester Sohn, und Emil (1833 – 1923), Sohn Johann Peters, engagierten sich im Rhein. Actien-Verein für Zuckerfabrikation als Aufsichtsratsvorsitzender bzw. Leiter der Fabrik Dormagen.

 

Emils früh verstorbener Sohn Felix (1866 – 1905) widmete sich nach abgeschlossenem Jurastudium der Musik und studierte Komposition in München bei Ludwig Thuille. Dort gehörte er zu einem Freundeskreis um Richard Strauß, Ludwig Thuille, Max Schillings, Albert Langen und Walter Heymel (Gründer d. Insel Verlags). Sein Vater gründete die „Felix vom Rath-Stiftung“ zur Förderung begabter Musiker. Bruder Gerhard (1830 – 88) war Professor für Mineralogie an der Univ. Bonn. Er stiftete in Köln die Arbeitersiedlung Wilhelmsruhe und gehörte als korr. Mitglied seit 1871 der Preuß. Akademie der Wissenschaften an, seit 1880 auch der Leopoldina. Seine wichtigsten Forschungsgebiete bezogen sich auf die Kristallographie, wobei er zahlreiche neue Mineralspezies entdeckte und beschrieb, u. a. den Tridymit.

 

Der zweitälteste Sohn Johann Jakobs, Wilhelm (1824 – 85), war seit 1848 Teilhaber des Handelshauses „Deichmann & vom Rath“ und 1877 Mitgründer der „Amstel Suiker Raffinadery“ in Amsterdam. Sein Sohn Walther (1857 – 1940), verheiratet mit Maximiliane (1864 – 1942), Tochter des Chemie-Industriellen Wilhelm Meister (1827 – 95), trat nach einem rechtswissenschaftlichen Studium 1886 in den Aufsichtsrat der Farbwerke „Meister, Lucius & Brüning“ ein und war 1902 - 1925 Aufsichtsratsvorsitzender der nachfolgenden „Farbwerke Hoechst AG“ sowie 1926 - 1932 stellv. Aufsichtsratsvorsitzender in der 1925 gegründeten „I. G. Farben A. G.“. Der enge Freund des Fürsten Bismarck gehörte dem Aufsichtsrat mehrerer Unternehmen des Frankfurter Raums an sowie dem preuß. Abgeordneten- und Herrenhaus. Walthers Tochter Eugenie (* 1889) war verheiratet mit Dr. Louis Leisler Kiep (1884 – 1962), stellv. Aufsichtsratsvorsitzender der Farbwerke Hoechst AG und Geschäftsführer der „vom Rath Adminstration Co. Ltd. m. b. H.“ in Frankfurt/M.

 

Adolf (1832 – 1907), Neffe Johann Jakobs d. J. und Johann Peters, wurde erfolgreicher Bankier in Berlin und Mitbegründer der „Dt. Bank“. Aus dem Elberfelder Stamm zeichnete sich Peter v. R. (1792-1861) durch den Kauf des Ritterguts Lauersfort in Moers b. Krefeld aus.

 

In allen Generationen versippten sich die Rath`s. mit anderen bedeutenden Unternehmerfamilien, in der Generation Johann Jakobs d. J. mit den rhein. Familien Bredt, Böninger, Carstanjen, Davidis und Merrem. Johann Jakobs d. J. Kinder und Enkel heirateten in die Kölner Familien Deichmann, Joest, Langen, Michels, v. Mallinckrodt, Mumm v. Schwarzenstein, Schnitzler und Stein ein. Nachkommen des Peter v. R. aus Moers heirateten ein in die teils adligen Familien der Krefelder Seidenfabrikanten von d. Leyen, de Greiff und Scheibler sowie den Bankiers v. Beckerath. Peters Urenkel Erich (* 1881) und Gustav (* 1888) wirkten in Bonn als Direktor der Universitätsbibliothek bzw. als Fabrikdirektor.

 

Im 20. Jh. traten besonders hervor Ernst (1909 – 38), Ewald (1906 – 86) und Karl (1915 – 86). Ernst, Urenkel des Gustav, trat 1934 in den Auswärtigen Dienst des Dt. Reichs ein. Den Vorbereitungsdienst absolvierte er als persönlicher Sekretär seines Onkels Roland Köster (1883 – 1935). wurde er als Legationssekretär an die Botschaft nach Paris beordert. Seine Ermordung am 7.11.1938 durch Herschel Grynszpan (* 1921) benutzte das NS-Regime als Vorwand für die „Reichskristallnacht“.

 

Ewald, Sohn von Johann August und Adele, geb. Weber, wurde 1939 Amtsgerichtsrat in Duisburg, 1948 Oberlandesgerichtsrat in Düsseldorf; 1949 gehörte er zu den Mitbegründern des dt. Richterbundes. Seit 1951 Mitglied des Bochumer Stadtrats, leitete er bis zu seiner Pensionierung das Rechtsreferat. 1955 - 73 stand er der Historischen Kommission des Kartellverbands kath. dt. Studentenvereine vor. Der Kunsthistoriker Karl (1915 – 86), Sohn des Julius, wirkte 1950 - 70 als Kulturdezernent in Frankfurt/M..

 

 

Quelle Text: Oepen-Domschky, Gabriele, "Rath, vom" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 170-72 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139116001.html#ndbcontent

Heruntergeladen am 19.03.2021


Reichensperger August Dr.   05 / 2021

August Reichensperger (* 22. März 1808 in Koblenz; † 16. Juli 1895 in Köln) war deutscher Jurist und Politiker sowie Förderer des Kölner Doms.

 

Leben

Reichenspergers Vater, der aus Simmern stammte, war erst Strafrichter, dann Präfekturrat in Koblenz, der Hauptstadt des damaligen Département de Rhin-et-Moselle. Nachdem dieser früh (1812) verstorben war, erzog die Mutter ihre vier Kinder alleine und ermöglichte ihren zwei Söhnen sogar ein Studium. Reichensperger studierte nach dem Abitur 1827 Jura in Berlin, Bonn und Heidelberg. Er wurde zum Dr. phil. promoviert, bevor er in den Staatsdienst eintrat. Seine erste Stelle fand er am Landgericht Trier, wo er von 1844 bis 1848 tätig war. Anschließend war er von 1849 bis 1879 Appellationsgerichtsrat in Köln, wo zeitweise auch sein Bruder Peter Reichensperger wirkte.

 

Seit 1840 engagierte sich Reichensperger für den Weiterbau des Kölner Doms, so war er Gründungsmitglied des Zentral-Dombau-Vereins zu Köln.

 

Im Jahr 1848 war er Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung und 1850 des Erfurter Unionsparlaments. In beiden Fällen bekämpfte er die preußischen Hegemoniebestrebungen und stimmte jeweils gegen das preußische Erbkaisertum und die Unionspläne. Einen Sitz im preußischen Abgeordnetenhaus hatte Reichensperger von 1850 bis 1863 inne und war einer der führenden Personen der katholischen Fraktion. Am 6. September 1858 war er Präsident des Katholikentages in Köln. Von 1871 bis 1884 war er Mitglied des Deutschen Reichstags für den Wahlkreis Krefeld und trat der neu gegründeten Fraktion der Zentrumspartei bei. Neben Ludwig Windthorst, Hermann von Mallinckrodt und seinem Bruder Peter war er einer der führenden Persönlichkeiten des politischen Katholizismus und ein engagierter Vorkämpfer der katholischen Laienbewegung in Deutschland. 1851 war er an der Gründung des „Akademischen Lesevereins“ (jetzt KStV Askania-Burgundia Berlin) in Berlin im KV beteiligt und wurde 1871 dessen Ehrenmitglied.

 

Reichensperger hatte vielfältige Interessen und beschäftigte sich neben der Politik intensiv mit Kunst, Architektur und Literatur. Er propagierte in zahlreichen Veröffentlichungen vor allem die Neugotik und setzte sich neben dem Weiterbau des Kölner Doms für die Restaurierung mittelalterlicher Baudenkmäler ein. Dabei forderte er die Entfernung späterer Ausstattungsstücke oder Anbauten und eine „stilgerechte“ Ergänzung in mittelalterlichen Formen. Bei zahlreichen Bau- und Restaurierungsprojekten gab er Gutachten ab oder äußerte sich durch Veröffentlichungen, mitunter auch in recht polemischer Form.

 

Im Jahr 1895 wurde Reichensperger Ehrenbürger der Stadt Köln, zuvor war er schon im Jahr 1889 Ehrenbürger von Oppenheim und im Jahr 1892 Ehrenbürger von Koblenz geworden.

 

Nach seinem Tod benannte die Stadt Köln 1897 den Platz im Schnittpunkt der Merlo- und der Weißenburgstraße mit der Riehler Straße in Reichenspergerplatz um. Hier wurde 1911 das Justizgebäude für das Oberlandesgericht Köln und andere Gerichte eingeweiht. Auch die dortige U-Bahn-Haltestelle trägt den Namen des Platzes.

 

Reichensperger ist in einem Ehrengrab auf dem Friedhof Melaten beerdigt.

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/August_Reichensperger

 

Heruntergeladen am 04.06.2021


Rodenkirchen Heinrich,  05 / 2020

Der Grabengel

Nach altem Glauben behüten und begleiten sie die Toten auf ihrem letzten Weg in die jenseitige Welt und bewachen ihre Grabstelle. Sie dienen dabei als Grabschmuck und spenden den Hinterbliebenen Frieden, Geborgenheit und Trost. Besonders häufig findet man sie auf Gräbern von Kindern. Die Grabengel oder Friedhofsengel schlagen sinnbildlich eine Brücke zwischen dem Verstorbenen und seinen Angehörigen, Freunden und Verwandten.

Dieser wundervolle Grabengel sitzt auf dem Grab von Heinrich Rodenkirchen, einem Fabrikanten aus Köln. Er war zweiter Eigentümer der Eisen- und Metallgusswerke Gebrüder Rodenkirchen.

Ende des Jahres 1919 erwarb der Fabrikant Heinrich Rodenkirchen die heutige Villa Malta im Kölner Stadtteil Rodenkirchen. Die Villa entstand 1904/05 unter dem Namen „Villa Antonia“ für den Bauherrn Eduard Steisel, damaliger Bürgermeister der Gemeinde Rondorf (später „Rodenkirchen“), nach einem Entwurf des Architekturbüros Gebrüder (Fritz und Karl) Schauppmeyer.

Spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Haus in „Villa Maria“ umbenannt. Nach 1963 war hier das seinerzeit gegründete Institut für angewandte Arbeitswissenschaft ansässig, bevor die Villa mehrere Jahre leer stand. 1971 ging sie in den Besitz des Malteserordens über, der ihr den heutigen Namen verlieh.

Quelle Text teilweise: Wikipedia


Roesberg Joseph und die Schnüsse Tring  05 / 2020

Joseph Roesberg und die Schnüsse Tring

Joseph Roesberg, auch Johann Joseph Roesberg (* 31. August 1824 in Köln; † 23. Juli 1871 ebenda) war ein deutscher Komponist, Heimatdichter und gilt als der erste bedeutende Kölner Volkssänger.

Leben

Im Jahr 1845 übernahm Roesberg die Weinwirtschaft Em Hahnen in der Minoritenstrasse, die er 18 Jahre als Inhaber führte. Der im Karneval aktive Roesberg schrieb über 60, vorwiegend kölsche Milieulieder. Besonders in den ersten Jahren des Festordnenden Comitees schuf er einen Grundstock an identitätsstiftenden Kompositionen mit mundartlichen Texten über stadtgeschichtliche Ereignisse.

Sein Lied über eine Dienstmagd aus Ossendorf, die Schnüsse Tring, gab 1901 dem örtlichen Karnevalsverein seinen Namen. Die Lieder von Roesberg wurden unter anderem durch die Interpretation seines Freundes Johann Joseph Palm, genannt Urjels-Palm, bekannt, der als Drehorgelspieler viel zur Verbreitung der Volksweisen beigetragen hat.

 

Joseph Roesberg wurde auf dem Kölner Friedhof Melaten (Lit E, zwischen HWG und Lit H) begraben. Das ursprünglich von Jean Nothen gestaltete Grabmal wurde 1944 bei einem Bombenangriff stark beschädigt und 1964 abgeräumt. Die Reste des Grabsteins konnten vor der endgültigen Zerstörung gesichert werden und befanden sich die Jahre über in einem Vorgarten in der Iltisstraße in Neuehrenfeld. Im Jahr 2000 wurde das Grabmal in Melaten – auf Grundlage einer historischen Entwurfszeichnung und mit den noch vorhandenen Bestandteilen – auf Betreiben der Alten Kölner Karnevalsgesellschaft Schnüsse Tring 1901 e.V. rekonstruiert, die auch die Grabpflege übernommen hat.

 

Viele Dichter aller Zeiten haben Kölns Größe und Schönheit besungen, zahlreiche Geschichtsschreiber Ruhm gefeiert. Und mit Recht. Es gibt nur wenige Städte, deren Geschichte so allgemeines Interesse erregt und auf deren Vergangenheit die ganze Bürgerschaft mit so gerechtem Stolz zurückblicken könnte, wie Köln. Zu seiner Geschichte gehört bei allen echten Kölnern auch die Geschichte und Vergangenheit des Kölner Karnvals mit seinen unvergesslichen Liedern und Gedichten.

 

Die Alte Kölner Karnevalsgesellschaft „Schnüsse Tring“ 1901 e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Lieder und Gedichte zu beleben und der Nachwelt zu erhalten, sie also unvergessen zu machen. Der eigentliche Repräsentant des im Kölner Karneval zutiefst kölnischen bürgerlichen Miljöh’s der fünfziger und sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts war Joseph Roesberg. Mit sicherem Griff wählte er seine Themen aus dem Leben seiner Tage. Seine Lieder wurden Volkslieder. So auch sein „Et Schnüssen Tring“- Lied, dass längst 150 Jahre alt geworden ist.

 

Es besingt eine Köchin und moderne Dienstmagd, die in Ossendorf auf dem kleinen Bauernhof „Om Wissel“ zu Hause war. Die Dienstmagd Katharina bewirbt sich als Köchin, stellt dabei jedoch für die damalige Zeit unerhörte Forderungen: Sie will zwar kochen, aber daneben keine Kinder hüten oder Windeln waschen. Sie wünscht ständigen Zugang zu Wein und Fleisch, seiner Zeit besonders teure und vor allem feine, den besseren Kreisen vorbehaltene Lebens- und Genussmittel.

 

Selbst in den moralischen Bereich zielen ihre Wünsche: keine Vorwürfe an ihren Schatz, sollte dieser sie mal am Sonntagabend etwas später nach Hause bringen. Man bedenke: 1859! Und dann das Ansinnen, jeden zweiten Sonntag ganz frei zu haben. Den anderen Sonntag ab Mittag, auf dass sie an Andacht und Predigt teilnehmen könne.

 

Wie so oft verbirgt sich auch in diesem Fall hinter scheinbarer Narretei eine ge- hörige Portion Weisheit. Wenn Joseph Roesberg mit großem Weitblick durch seine moderne Dienstmagd Forderungen Ausdruck verleiht, die seiner Zeit weit voraus waren.

Am 13. Januar 1901 gründeten einige Stammtischfreunde im Restaurant Vogel, Ossendorfer Hof, unsere Gesellschaft und nannten sie eben nach dieser „Schnüsse Tring“.

 

Die Nachwuchsarbeit im Kölschen Fasteleer ist unabdingbar für die Zukunft jeder Gesellschaft! Deshalb verkörpern die jungen Tänzerinnen und Tänzer in ihren Kostümen bis heute jene „Schnüsse Tring“, die vor über 115 Jahren unserer Karnevalsgesellschaft ihren Namen geliehen (gegeben) hat.

Quellen Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Roesberg

http://www.kammerkaetzchen.de/historie

Heruntergeladen am 26.05.2021


Rohe Bernhard F.  05 / 2020

Bernhard F. Rohe (* 16. September 1939 in Hannover; † 16. August 1995 in Aachen) war ein deutscher Medienmanager. Von 1987 bis 1989 war er Intendant des RIAS Berlin.

Leben

Rohe studierte nach dem Abitur 1960 Rechts- und Kunstwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und der Universität zu Köln.

 

Danach arbeitete er als Kunstkritiker im kulturpolitischen Bereich des Westdeutschen Rundfunks Köln. 1977 wurde er Referent und später Chef vom Dienst beim WDR Fernsehen. 1980 ernannte man ihn zum stellvertretenden Leiter. 1981 ging er als Hörfunkleiter zum Norddeutschen Rundfunk. Von 1987 bis 1989 war er dann Intendant des RIAS. Im Anschluss wechselte er in die freie Wirtschaft, wo er Direktor mit Generalvollmacht des Bereichs Öffentlichkeitsarbeit bei der Deutschen Bank in Frankfurt am Main wurde.

 

Er war Mitglied im Internationalen Kunstkritikerverband (AICA). Darüber hinaus war er Lehrbeauftragter für Journalismus an der Akademie für Publizistik Hamburg und der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_F._Rohe

 

Heruntergeladen am 22.05.2021


Richartz Johann,  10 / 2020

Johann Richartz, der Vater von

Johann Heinrich Richartz, dem Begründer des Wallraf Richartz Museums in Köln.

Der edle Mann, der in hochherziger Gesinnung seine Vaterstadt mit dem Prachtbau eines neuen Museums beschenkte, war am 17. November 1797 zu Köln geboren und starb daselbst am 22. April 1861. Er widmete sich dem Kaufmannsstande und setzte seines Vaters Geschäft in exotischen Häuten fort, das durch das Hinzutreten von Gesellschaftern einen großartigen Aufschwung gewann. 

 

Die Firma J. H. Richartz & Co. stand in direkter Verbindung mit den La-Platastaaten und hatte daselbst zum Zwecke der Einkäufe von Wildhäuten ihren fest domizilierten Vertreter. Ein reicher Ertrag war der Lohn des geschäftlichen Wirkens, und als sich R. 1851 ins Privatleben zurückzog, fand er sich im Besitze eines sehr bedeutenden Vermögens. Sein einfaches, anspruchsloses Wesen konnte bis dahin die öffentliche Aufmerksamkeit nicht auf ihn lenken, wenngleich er gegen alle Menschen wohlwollend war und in mehreren Fällen, wo es galt, ein ohne Verschulden gefährdetes Familienleben zu retten, mit fürstlicher Freigebigkeit eintrat. 

 

Die freudigste Überraschung bereitete er seinen Mitbürgern, als in der Gemeinderatsitzung vom 3. August 1854 der Oberbürgermeister Stupp den Gemeindevertretern den Inhalt eines von demselben Tage datierten Schreibens von R. mittheilte, worin derselbe sich erbot, „zur Bestreitung der Baukosten eines neuen städtischen Museums Anfangs nächsten Jahres an die Stadtkasse die Summe von einmalhunderttausend Thalern gegen eine jährliche Rente von vier vom Hundert einzuzahlen“. Er fügte diesem Anerbieten hinzu, dass die erwähnte Rente mit seinem Tode erlöschen und das Capital der Stadt als freies Eigentum verbleiben solle. Dem Geschenkgeber wurde von dem Collegium der innigste Dank ausgesprochen und in das Protokollbuch die Erklärung aufgenommen, das derselbe sich um seine Vaterstadt hochverdient gemacht habe. Die Bürgerschaft beeilte sich, ihm am nächstfolgenden Abend durch einen glänzenden Fackelzug ihre Dankbarkeit zu beweisen. 

 

Die Zustände des Kölner Museums, d. h. des der Stadt als Geschenk überwiesenen Wallraf'schen Kunstnachlasses, waren von traurigster Art und riefen vielfache ebenso bittere als wohlbegründete Tadelsäußerungen hervor. In einem alten, verkommenen Gebäude in der Trankgasse war zwar ein Theil der Gemälde und die antiken Skulpturen aufgestellt und sonntäglich dem Publikum, bei freiem Eintritt, die Anschauung gestattet; in fast gleicher Anzahl aber lagen die Gemälde, darunter manches sehr wertvolle, in einer Remise, in Stallungen und auf Korridoren aufgetürmt und den Einflüssen der Witterung und allen beschädigenden oder zerstörenden Zufälligkeiten preisgegeben. R. war bisher von der Pflege der Kunstliebhaberei ferngeblieben, obwohl sein Gemüht für die Eindrücke des Großen, Schönen und Edlen stets empfänglich gewesen war. Ein aus Freundesmund vernommenes Wort des Tadels, dass die reiche Stadt Köln keinen Sinn und keine Dankbarkeit für das herrliche Vermächtnis ihres Wallraf habe, und eine daran geknüpfte leise, kaum im Ernst gemeinte Aufmunterung an R., hier als Retter aufzutreten, zündete in seinem patriotischen Herzen und rief den festen, hochherzigen Entschluss zur Abhülfe bei ihm hervor. 

 

Er blieb bei seiner ersten Gabe nicht stehen. Jeden Gedanken, der darauf hinzielte, dem Bauwerk einen reicheren Schmuck zu verleihen, griff er auf und stellte, wenn er ihn zweckmäßig fand, die Mehrkosten bereitwillig zur Verfügung, sodass der Gesamtbetrag der Schenkung sich auf nahezu zweimalhunderttausend Thaler beläuft. Auch für die Herstellung der neben dem Museumsgebäude gelegenen schönen Minoritenkirche, die sich dem Baustil des ersteren harmonisch anschließt, gab er eine beträchtliche Summe. Dem hochverdienten Manne wurden nun von allen Seiten Beweise der Anerkennung und Verehrung zu Theil. 

 

König Friedrich Wilhelm IV. verlieh ihm den Titel eines königlichen Kommerzienrates und den roten Adlerorden 3. Classe. Die Universal Society for the encouragement of arts and industry übersandte ihm im Juni 1857 eine goldene Medaille und die königliche Akademie der Künste zu Berlin ernannte ihn zu ihrem Ehrenmitglied. Das Museum, zu dessen Baumeister er seinen Freund Joseph Fetten berufen hatte, ging seiner Vollendung entgegen und der 1. Juli 1861 wurde für die Eröffnungsfeier bestimmt. Da erkrankte R. plötzlich um die Mitte des April an einem heftigen Brustleiden, das in wenigen Tagen dem Leben des unvergesslichen Mannes ein allzu frühes Ziel setzte. Als er die Stunde der Auflösung herannahen fühlte, wollte er nicht scheiden, ohne nochmals über das Grab hinaus von seinem Mitgefühl für unverschuldetes Elend, seiner Liebe zur katholischen Kirche und zu seiner Vaterstadt, sowie von seiner Begeisterung für die Kunst Zeugnis abzulegen. 

 

In seinem letzten Willen bestimmte er hunderttausend Thaler zur Gründung einer städtischen Irrenanstalt, jedoch so, dass die Zinsen zehn Jahre lang zur Erwerbung von Gemälden älterer und neuerer Meister für das Museum verwandt werden sollen. Zum Ausbau der Minoritenkirche wurden nochmals 9000 Thaler angewiesen, der Dom erhielt 2500 Thaler, ebenso viel die Pfarrkirche zu St. Jacob, und zur Dotation einer Freistelle an der rheinischen Musikschule vermachte er 2000 Thaler. Mit Ergebung nahm er die höhere Fügung auf, dass er den Tag nicht erleben sollte, auf den er sich so lange und so herzlich gefreut. Die ganze Stadt war wie niedergeschmettert durch die Kunde von seinem Tode. Er erhielt seine Grabesstätte auf dem Friedhof zu Melaten neben Wallraf, mit dem er, wie verschieden auch ihre Lebenswege und Bestrebungen waren, in dem Charakterzuge zusammentraf, dass sie mit begeisterter Liebe ihrer Vaterstadt zugetan waren. 

 

König Wilhelm und die Königin Augusta drückten unterm 24. April mit eigenhändigen Schreiben der Stadt Köln ihre Teilnahme an dem Verluste des würdigen Mannes aus, „der das, was Redlichkeit und Rechtlichkeit ihm an Glücksgütern zuführte, auf das Edelste. Wohltätigste und Uneigennützigste zum Wohl seiner Mitbürger verwandte und seiner Vaterstadt das Vorbild echten Gemeinsinnes hinterlässt“. An dem Wohnhause des Verstorbenen (auf dem Blaubach) ließ die Stadt eine Gedenktafel anbringen.

Quelle: Merlo, J. J., "Richartz, Johann Heinrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 28 (1889), S. 421-423 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116508752.html...

 


Sartory Hans  05 / 2021

Hans Sartory

Sartory-Säle ist der Name einer der größten Kölner Veranstaltungshallen im Zentrum Kölns in der Nähe des Friesenplatzes, benannt nach der Kölner Gastronomen-Familie Sartory.

 

Geschichte

An der Stelle der heutigen Sartory-Säle stand bis zu seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg das Kölner Varieté „Groß-Köln“, das 1912 aus der 1896 gegründeten Brauerei „Cölner Bürgerbräu Josef Waßmann“ hervorging. Bereits in diesem Varieté traten Karnevalisten wie Humorist Otto Reutter (November 1928), aber auch die Comedian Harmonists (Mai 1929), auf. Willi Ostermanns Karnevalsrevue Die Fastelovendsprinzessin wird hier 1930 uraufgeführt.

 

Das von dem die Stadt Köln prägenden Architekten Wilhelm Riphahn geplante neue Gebäude wurde rechtzeitig zum Karnevalsauftakt am 11. November 1948 unter dem Namen Sartory-Säle fertiggestellt. Damit waren die Säle neben dem Williams-Bau die einzige Veranstaltungshalle im kriegszerstörten Köln. Namensgeber und Bauherr war der Gastronom Carl Sartory sen. (* 4. Mai 1909 Köln, † 24. Dezember 1953 ebenda). Bereits 1950 findet eine erste Erweiterung mit Architekt Wilhelm Koep statt. Carl Sartorys Kinder Hilde, Carl und Hans Sartory bilden 1950 das erste Kölner Kinder-Dreigestirn, präsentiert in den Sartory-Sälen. Hier fand am 25. Januar 1950 die erste KAJUJA-Sitzung statt.

 

Auf der Karnevalssitzung der Lyskircher Junge am 1. Januar 1952 kam es zum Eklat, als der bekannte Kölner Büttenredner Karl Küpper seine Rede „D´r verdötschte Funk-Reporter“ vortrug und dabei die Hand erhob, als woll er prüfen, ob es zu regnen begonnen habe, und sagte: „Et eß ald widder am rähne!“ („Es regnet schon wieder“). Mit dieser Nummer hatte er in der Nazizeit den Hitlergruß persifliert und deutete nun auf die Gefahr hin, dass durch die Rückkehr alter Eliten Zustände der Zeit des Nationalsozialismus weiterlebten.

 

Nach dem Tod des Bauherrn im Jahre 1953 übernahm dessen Witwe Mathilde Sartory (* 21. April 1909, † 20. Mai 1998) die Geschäftsführung, 1966 übergab sie an Tochter Hilde Sartory (* 4. Juli 1940, † 26. Juni 2015) die Führung, die kurz danach durch ihre Brüder Carl jun. und Hans Sartory (* 28. April 1944 Köln, † 20. März 2006 ebenda) erweitert wurde. Im Jahre 1959 kamen die Sartory-Lichtspiele hinzu.

 

Seit 1965 organisierten die Veranstalter hier Beatwettbewerbe mit Beatbands aus der Region. Im September 1968 traten bei einem derartigen Beatfestival die Kölner Stowaways (mit Hartmut Pries, Peter Schütte und Erich „Erry“ Stoklosa) auf und gewannen den ersten Preis. Aus ihnen entwickelten sich später die Bläck Fööss. Auch fanden hier eine Vielzahl von Rockkonzerten statt, u. a. von den Pretty Things (4. Dezember 1966), Queen (6. Dezember 1974), Status Quo (23. Februar 1975), Scorpions (7. März 1979) oder AC/DC am 18. Oktober 1978 („Powerage“-Tour) bzw. 13. November 1979 („Highway To Hell“-Tour). Das Musical Hair feierte hier 1971 seine deutsche Premiere, am 16. Juli 1981 war hier der Rockpalast zu Gast. BAP trat in den Sälen vom 3. bis 7. Dezember 1984 auf.

 

Seit 1963 sind die Sartory-Säle regelmäßig auch Austragungsort von Veranstaltungen des Boxsports. Vitali Klitschko bestritt hier seinen sechsten (8. März 1997) bzw. sechzehnten (7. März 1998) Profikampf. Und Regina Halmich gewann in den Sartory-Sälen vor 1.300 Zuschauern am 28. März 1999 ihren 18. WM-Kampf sowie am 13. Mai 2000 den WIBF-Titel im Fliegengewicht.

 

Für mediale Aufmerksamkeit sorgte die Weigerung von Marcus Sartory, für eine von der rechtsgerichten Compact-Magazin GmbH für den 29. Oktober 2016 geplanten Konferenz Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen: Nach Bekanntwerden der politischen Ausrichtung des Kongressorganisators hatte Sartory den Vertrag gekündigt, weswegen er per Droh-Mail angefeindet wurde. Compact wich daraufhin Anfang November nach Berlin aus. Anstelle des ursprünglichen Kongresses fand am 29. Oktober 2016 dann in den Sartory-Sälen das Benefizfestival „Kein Raum Rassismus“ mit rund 1.500 Teilnehmern statt, zudem ein breites Bündnis verschiedener Kölner Initiativen aufgerufen haben. Am Programm nahmen u.a Bands wie Kasalla, Querbeat, Miljö und Hanak sowie die Kabarettisten Jürgen Becker, Wilfried Schmickler und Fatih Çevikkollu teil.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Sartory-S%C3%A4le

Heruntergeladen am 29.05.2021

 


Sauer Alfred / Blum Familie  03 / 2021

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S

Schier, Christian Samuel  05 / 2020

Das erste Kölner Karnevalslied hat seinen Ursprung in Thüringen!

Diese wundervolle Harfe hat mich neugierig gemacht und den Namen habe ich schon mal irgendwo gelesen.

Christian Samuel Schier
(* 31. März 1791 in Erfurt, † 4. Dezember 1824 in Köln) brachte 1823 in Köln zur Inthronisierung des „Helden Karneval“ (heute: „Prinz Karneval“) die Cölner Melodie heraus, die als erstes Karnevalslied Kölns gilt.

Die Historie der Kölner Karnevalslieder beginnt - geschichtlich belegt in Köln, von dem gebürtigen Erfurter Christian Samuel Schier.

Schier wurde als Handwerkersohn in Erfurt geboren. Nach der Militärzeit als Leutnant in den Befreiungskriegen ging er an die Universität Jena. Dort wurde er zum begeisterten Burschenschafter und nahm seine schriftstellerische Tätigkeit auf. Wohl in Jena wurde er zum Dr. phil. promoviert. Er war Teilnehmer des Wartburgfestes, sah sich jedoch 1817 in Deutschland so unsicher, dass er sich zur Flucht nach New York City in die USA entschied. Der musikalisch begabte Schier, der unter anderem als Chorknabe ausgebildet war und Harfe spielen konnte, hatte dadurch die Möglichkeit, sich dort durch seine Unterhaltungsgabe zu verdingen.

Schier kehrte 1820 nach Deutschland zurück und ließ sich in Köln als Privatgelehrter nieder. Er wurde abermals für seine Unterhaltungsgabe und Geselligkeit bekannt, daneben aber auch für die Umgestaltung des Kölner Karnevals. Er erkrankte bereits kurz nach seiner Rückkehr und verstarb 1824.

Schmits Clemens / Meurer Wilhelm   04 / 2021

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Sensenmann, Johann Müllemeister  , 03 / 2018


Sensenmann, Johann Müllemeister,   04 / 2021

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Steingass Toni 05 / 2021

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Seydlitz von, Friedrich Anton Florian ,    05 / 2020

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Schanzleh  (roter Stein)  Heckmann (schwarzer Stein)     07 / 2020


Schanzleh  (roter Stein)  Heckmann (schwarzer Stein)     07 / 2020

Grabstätte der Familie Schanzleh, roter Stein

(Friedhof Melaten)

und

Grabstätte der Familie Heckmann / Zaum, schwarzer Stein
Alter Friedhof Viersen Löh

 

Der Sohn des promovierten Gymnasiallehrers und Historikers Friedrich zur Bonsen und dessen Frau Maria Elisabeth, geborene Hömberg, wurde in Fredeburg geboren. Rudolf zur Bonsen schloss das Studium der Rechtswissenschaften mit der Promotion ab. Er wurde 1909 Gerichtsreferendar in Hamm, später in Haltern und Münster. 1914 wurde er zum Gerichtsassessor befördert und im selben Jahr zum Kriegsdienst eingezogen. Er wurde bis zum Ende des Ersten Weltkriegs bei der Zivilverwaltung in Belgien eingesetzt.
Ab 1919 arbeitete er bei der Regierung und anschließend beim Oberpräsidenten in Königsberg (Preußen). Danach wechselte er im September 1919 als Regierungsassessor zum Regierungsbezirk Köln. Dort wurde er 1922 unter Vizepräsident Karl Budding zum Regierungsrat ernannt, dessen rechte Hand er im Verkehr mit den Besatzungsmächten war. Später wurde er als Beisitzer und schließlich dann Vorsitzender im Bezirksausschuß Köln. Am 1. Mai 1932 trat er in die NSDAP ein. Am 22. Februar 1933 wurde er als Regierungsvizepräsident, am 24. April 1933 als kommissarischer und am 15. Juni 1933 Regierungspräsident berufen. Im Frühjahr 1934 wurde er nach persönlicher Auseinandersetzung mit Hermann Göring über Kultur- und Kirchenpolitik, zunächst in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Aufgrund scharfer Kritik in ausländischer Presse wurde er acht Tage später, am 20. April 1934 zum Regierungspräsidenten des Regierungsbezirks Stettin ernannt. In Stettin wurde er in scharfem Widerspruch zur Partei am 16. Oktober 1934 mit sofortiger Wirkung erneut in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Im Oktober 1936 wurde von Bonsen zum kommissarischen Präsidenten der Bau- und Finanzdirektion Berlin berufen. Bereits im Dezember 1936 erfolgte zum dritten Mal die Versetzung in den einstweiligen Ruhestand. Ende 1940 ging er in den endgültigen Ruhestand. Er lebte von 1937 bis 1952 zurückgezogen in Grainau/ Oberbayern.

Rudolf zu Bonsen wurde als NSDAP-Mitglied im Verfahren der Spruchkammer Garmisch-Partenkirchen als „entlastet“ eingestuft. Er gehörte von 1933 bis 1936 dem Ausschuss des Kölnischen Kunstvereins an.

Beigesetzt wurde er im Familiengrab seiner Frau Olga geb. Schanzleh

Die von Heinrich Stockmann erschaffenen Grabmäler für bedeutende Familien zeigen ein Zusammenspiel von monumentalen steinernen Anlagen und bronzenen, lebensgroßen Figuren.

Auf dem Melatenfriedhof in Köln schuf er für die Familie Schanzleh die gleiche Grabsteinanlage wie für die Familie Joseph Heckmann. Einzig der rote Granit unterscheidet die beiden Grabdenkmäler. Es ist nicht auszuschließen, dass die Familie Heckmann die Grabanlage auf einem Spaziergang über den Friedhof Melaten wahrgenommen hat. Es gab familiäre Kontakte durch Leopold Heckmann sen., der in Köln geboren und aufgewachsen war.
Heinrich Stockmann gehörte zu den Künstlern, die überregional tätig waren. Er verstand es den Zeitgeist in seinen klassizistisch geprägten Entwürfen einzubringen. Dabei traf er in seiner Sepulkralkunst den Geschmack der zu Reichtum gekommenen Oberschicht.
Heinrich Stockmann starb im Jahr 1906 in Bonn.

Quelle Teilweise: https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_zur_Bonsen#mw-head


Syebertz Wilhelm,    03 / 2021

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Stein Johann Heinrich von,    04 / 2021

Bankhaus J. H. Stein

 

Das Bankhaus J. H. Stein war eine 1790 gegründete Kölner Privatbank, die ursprünglich Kommissionsgeschäfte mit Leder, Eisenwaren, Kolonialwaren, Wein und Porzellan betrieb und sich später auf das Bankgeschäft konzentrierte.

 

Franzosenzeit

Die Gründungsphase des Bankhauses J. H. Stein fiel in die Franzosenzeit. Gründer der Privatbank war Johann Heinrich Stein (1773–1820), der zuvor eine kaufmännische Lehre bei Daniel & Karl Herf, die Speditions-, Kommissions-, Wechsel- und Bankgeschäfte in Bad Kreuznach betrieben, absolviert hatte. Nach dem Tod des Vaters im Jahre 1783 wurde das väterliche Kolonialwarengeschäft mit angegliederter Tabakfabrik aufgelöst. Johann Heinrich Stein zog im Jahre 1790 nach Köln, wo es zur Gründung eines kombinierten Handels- und Bankhauses J. H. Stein kam. Am 16. Juni 1799 heiratete Johann Heinrich Stein dann Katharina Maria Peill, eine Arzttochter aus vermögendem Hause aus Stolberg. Dadurch gelangten auch hohe Bankguthaben der Arztfamilie zum Bankhaus.

 

Steins Aktivitäten bis zum Jahr 1799 sind nur lückenhaft nachgewiesen, denn Geschäftsbücher und Bilanzen sind erst ab Januar 1801 vorhanden. Johann Heinrich Stein beteiligte sich jedenfalls im März 1794 zusammen mit Hubert Krings mit einem Startkapital von 4.000 Talern und dem aus Namur stammenden Johann Jacob Werotte an der Niederweßlinger (heute: Wesseling) Rotgerberei und Lederhandlung. Nachdem Krings ausschied, firmierte sie ab 1799 als „Stein & Werotte“. Die Firma J. H. Stein machte zunächst Geschäfte in vielen Zweigen des Handels und versuchte sich früh in der Kreditvermittlung; die bankgeschäftliche Tätigkeit machte nur etwa 10 % der gesamten Tätigkeit aus. Das am 1. Januar 1801 beginnende Hauptbuch der Stammfirma J. H. Stein listete 500 Kunden auf. Das Eigenkapital des Stammhauses stieg im Zeitraum von 1802 bis 1820 von 10.000 auf 200.000 Taler. Stein betätigte sich insbesondere im Speditions- und Metallhandelsgeschäft. Zwischen 1801 und 1808 gewährte sein Unternehmen Kredite an die Gerberei „Stein & Werotte“, seit 1804 betätigte sich Stein auch im Getreide- und Weinhandel. Im Jahre 1812 erwarb Stein für seine Firma ein Haus am Laurenzplatz 1–3. Es blieb bis 1945 Sitz der Bank. Der Laurenzplatz entstand erst vollständig im Jahre 1817 nach Abbruch der St. Laurenzkirche.

 

Preußische Rheinprovinz

Das Wechselgeschäft gewann für Stein seit 1814 zunehmend an Bedeutung, im Jahre 1818 beteiligte sich die Bank an der Gründung der Rheinschiffahrts-Assekuranz-Gesellschaft, der Vorgängerin der Agrippina-Versicherung. Nachdem Karl Eduard Schnitzler (* 1792 in Gräfrath, † 1864 in Köln) am 13. Oktober 1821 Steins Tochter Wilhelmine geheiratet hatte, trat Schnitzler am 1. Oktober 1822 in das Bankhaus als Teilhaber ein. Er avancierte zum aktiven Bankier, nachdem der Bankgründer Stein unerwartet im Alter von 47 Jahren am 18. Juni 1820 verstarb. Schnitzler führte die Bank zwischen 1825 und 1864 als Seniorchef und vollzog die Umwandlung in ein reines Bankhaus, denn nun übernahmen das Geld- und Wechselgeschäft den überwiegenden Teil der Geschäftstätigkeit. Die Witwe Katharina Stein führte die Geschäfte zusammen mit Schnitzler fort, der zusätzlich ab 1826 eine Vielzahl von Ämtern übernahm. So war er zwischen März 1826 und Oktober 1851 Mitglied des Kölner Stadtrates, ab 1837 Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Köln, ab 1847 leitete er die Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft.

 

Die ältesten Söhne der späteren Generationen erhielten den Vornamen des Firmengründers Stein. So stieg Johann Heinrich Stein II (* 5. Juni 1803 in Köln, † 25. November 1879 ebenda) im Januar 1830 als Teilhaber im Bankhaus ein, nachdem er am 14. Oktober 1829 Katharina Adelaide Herstatt geheiratet hatte. Durch diese Ehe wurde die enge Verbindung der beiden Kölner Bankhäuser begründet, denn seine Frau war Mitglied der Herstatt-Dynastie. Derartige Überkreuzheiraten waren charakteristisch für das Kölner Bankwesen. Sein jüngerer Bruder Carl Stein folgte als Teilhaber im Jahre 1834. Am 14. November 1850 wurde Schnitzlers Sohn Eduard Schnitzler in das Bankhaus aufgenommen, am 1. Januar 1851 erhielt er Prokura, seit Januar 1854 fungierte er als Teilhaber. Am 31. Dezember 1875 zog er sich aus der unmittelbaren Geschäftstätigkeit zurück. Für ihn wurde ab 1. Januar 1881 sein ältester Sohn, Richard von Schnitzler, als persönlich haftender Gesellschafter aufgenommen.

 

Inzwischen wurde im November 1822 die Liquidation der zuletzt verlustbringenden Gerberei „Stein & Werotte“ beschlossen. Seit 1837 wirkte das Bankhaus Stein an mehreren Kapitalerhöhungen der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft mit. Neben anderen Kölner Banken beteiligte sich Stein auch an der Gründung der Colonia-Versicherung, die am 5. März 1839 ihre Konzession erhielt. Alle Kölner Bankhäuser beteiligten sich 1849 an der Platzierung einer Hafenanleihe der Stadt Köln, 1855 folgte eine Stadtanleihe. Das Bankhaus Stein vergab im Jahre 1852 Kredite an den Hörder Bergwerks- und Hütten-Verein, ebenso an die Chemische Fabrik Oedendorf (heute: Gaildorf-Ottendorf), deren Angestellter Ludwig Ammüller im Juli 1833 die zunächst unpatentierte Erfindung des Zündholzes vorstellte. Stein wirkte im Dezember 1843 an der Gründung der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft mit.

 

Das Bankhaus Stein gehörte 1856 zu einem Konsortium unter Führung der De Nederlandsche Bank in Amsterdam, das die Aktien der Königlich-Niederländischen Dampfschifffahrtsgesellschaft platzierte. Ebenfalls 1856 begann Stein, die neu gegründete Kölnische Maschinenbau mit Krediten zu versorgen. Zudem beteiligte sich Stein im Jahre 1857 an einem Bankenkonsortium, das die Aktien der 1857 konzessionierten Bremer Reedereigesellschaft unterbrachte. Dem Bankhaus Stein gelang es am 27. Januar 1862, ein aus sechs Weißblechherstellern bestehendes Kartell zu gründen, das die deutsche Weißblechproduktion zusammenfasste. Die Geschäftsräume des als „Weißblech-Verkaufs-Comptoir“ firmierenden Kartells befanden sich zwischen 1862 und 1885 im Haus der Bank am Laurenzplatz. Das Bankhaus Stein finanzierte im Oktober 1861 die Gründung der Kölner chemischen Fabrik J. W. Weiler & Cie. (spätere „AG Chemische Fabriken vorm. Weiler-ter Mer“). Im Jahre 1864 beteiligte sich Stein mit Oppenheim an den Gründungen der „Erste Preußische Hypotheken-AG“ und der Concordia-Versicherung, im März 1867 wirkte es an der Gründung des Barmer Bankvereins mit. Unter Führung des Bankhauses Stein entstand 1869 die „Chemische Fabrik Buckau“ der Nachfahren des Johann Kaspar Coqui. Im Kölner Adressbuch von 1868 stand das Bankhaus noch als „Bankgeschäft, Kommission, Spedition, Metall- und Weißblech Verkaufscomptoir“, doch bereits 1869 stellt Stein das Speditions- und Kommissionsgeschäft ein.

 

Deutsches Kaiserreich

Kommerzienrat Johann Heinrich von Stein III (* 14. August 1832 Köln, † 16. Oktober 1911 ebenda) heiratete am 4. Juni 1868 Maria von Mevissen (* 8. März 1847 in Köln, † 21. August 1936 ebenda), Tochter von Gustav von Mevissen, und wurde am 6. Juli 1908 in den Adelsstand erhoben.

 

Das neue Aktienrecht vom Juni 1870 liberalisierte die Gründung von Aktiengesellschaften, was für Banken neue Tätigkeitsbereiche schuf und die kapitalintensive Metall- und Schwerindustrie förderte. Es folgte eine Gründungs- und Umwandlungswelle deutscher Industrieunternehmen. So wirkte das Bankhaus Stein noch im Jahre 1870 im Aktienkonsortium für die Sächsische Maschinenfabrik mit. Im Jahre 1871 folgten die Berliner Maschinenbau und Hanomag. Eine bedeutende Rolle spielte Stein 1872 bei der Finanzierung der Rheinischen Glashütten AG in Köln-Ehrenfeld. Im März 1872 führte Stein ein Konsortium zur Platzierung der Aktien der Kölner Brauerei C. Pütz, im Juni 1876 nahm Stein am Konsortium für die neunte Emission der von der Bergisch-Märkischen Eisenbahn herausgegebenen Schuldverschreibungen teil. Seit 1880 beteiligte sich Stein an der Platzierung von besicherten Krupp-Industrieanleihen, im Juni 1880 übernahm Stein eine Platzierungsquote für den Eschweiler Bergwerks-Verein. 1885 regte Raoul Stein die Gründung der Minerva Retrozessions- und Rückversicherungs-Gesellschaft als Tochtergesellschaft der Kölnischen Rück an, die die Rückversicherung von Rückversicherungen übernahm (Retrozession). Das Konsortium konnte sich nach erfolgreicher Platzierung bereits im Februar 1886 auflösen. Mit Verstaatlichung der Rheinischen Eisenbahn im Februar 1880 konnte Stein sein Engagement bei der verlustreichen Gesellschaft beenden.

 

Das Bankhaus I. D. Herstatt musste mangels Nachfahren am 15. März 1888 nach über 100-jähriger Geschäftstätigkeit vom Bankhaus J. H. Stein übernommen werden und wurde nachfolgend liquidiert. Damit endete vorerst die Existenz des Bankhauses Herstatt. Vermittelt durch die wechselseitige Protektion der jeweiligen Nachkommen bildete sich unter den christlichen Familien Herstatt, Deichmann, Stein und Schnitzler seit dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts ein ausgeprägtes familiäres Verbundnetz, durch welches auch die Herstatt-Bank aufgefangen werden konnte. Zwischen 1821 und 1907 wurden insgesamt 11 direkte eheliche Verbindungen innerhalb der Hauptstämme Herstatt, Stein, Deichmann und Schnitzler geschlossen.

 

Im Januar 1894 platzierte Stein mit anderen Kölner Instituten eine Anleihe der Maschinenbauanstalt Humboldt AG, einem Vorläufer der Deutz AG.

 

Weimarer Republik

Johann Heinrich von Stein IV (* 13. Juni 1869 in Köln, † 9. Mai 1951 ebenda) trat 1892 in die Bank ein und erhielt 1921 die Ehrendoktorwürde der erst 1919 wieder gegründeten Universität zu Köln. Zwischen 1925 und 1933 fungierte er als Mitglied im Zentralausschuss der Reichsbank.

 

Am 7. Januar 1919 folgte Oberbürgermeister Konrad Adenauer einer Einladung des Bankhauses Stein, wo über die Zukunft des Rheinlandes diskutiert wurde. Noch im Januar 1919 gründete sich „zur Wahrnehmung gemeinsamer wirtschaftlicher Interessen ein neues unparteiisches Gremium zur Betreibung der Errichtung einer rheinischen Republik“, dessen Vorsitz Adenauer übernahm. Das Bankhaus Stein avancierte dadurch zum Zentrum der Separatisten mit dem Ziel der Errichtung einer Rheinischen Republik. Fritz Brüggemann nennt in seiner Schrift „Die Rheinische Republik“ (1919) als Initiatoren vor allem die Kölner Bankkreise um Sal. Oppenheim und Stein.

 

Kurt Freiherr von Schröder stieg im Januar 1921 ebenfalls durch eheliche Beziehungen als Teilhaber beim Bankhaus Stein ein. Er hatte im April 1913 Ottilie Marie Edith von Schnitzler (1892–1951) geheiratet, eine Cousine von Karl-Eduard von Schnitzler. Schröders Ausbildung im Bankhaus dauerte von 1919 bis 1920. Er besaß mit Teilhaber Carl von Stein einen wichtigen Verbündeten des rheinischen Separatismus, denn dieser entwickelte im Januar 1923 den Plan einer Notenbank, die im Rheinland für die Rheinische Republik Banknoten emittieren sollte. Carl von Stein wohnte im Hause seiner Mutter Julinka Stein am Kaiser-Wilhelm-Ring 23.

 

Anfang 1920 bot Stein der August Thyssen-Hütte ein Darlehen bis zu 100 Millionen Mark gegen grundpfandrechtliche Besicherung an. Im April 1929 gehörte das Bankhaus Stein neben dem Flick-Konzern zu den Großaktionären von Kalker Trieur, einem Werk für Landmaschinen des Kölner Silberschmieds Johann Mayer. Als sich eine zunehmende Verschlechterung der Liquidität von Mayer & Cie. abzeichnete, stellte J. H. Stein im Juni 1929 wiederum einen Kredit über 480.000 Reichsmark zur Verfügung.

 

Zeit des Nationalsozialismus

 

„Villa Schröder“ – Stadtwaldgürtel 35 (hier fand das Treffen statt)

Adolf Hitler machte im Dezember 1931 den Industriellen Wilhelm Keppler zu seinem Wirtschaftsberater. Kurt Freiherr von Schröder gehörte seit 1932 dem Keppler-Kreis an, der Einfluss auf die Wirtschaftspolitik des Dritten Reichs nahm. Schröder war einer der wenigen Bankiers, der die Nationalsozialisten frühzeitig unterstützte. Der politisch aktive Schröder war im November 1932 Mitunterzeichner der Industrielleneingabe an den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, in der Industrielle, Bankiers und Landwirte die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler forderten. Beim berühmten Treffen Papens mit Hitler im Haus des Bankiers Schröder am 4. Januar 1933 ging es um die finanzielle Unterstützung der NSDAP. Hierzu erklärte Schröder als Zeuge im I.G.-Farben-Prozess 1947: „Am 4. Januar (1933) trafen Hitler, Papen, Himmler, Keppler in meinem Haus in Köln zusammen. Die allgemeine Bestrebung der Männer ging dahin, einen starken Führer in Deutschland an die Macht kommen zu sehen.“ Zwischen 1935 und 1936 erreichte Schröder, dass die Reichsbank offenstehende Mefo-Wechsel ankaufte, obwohl sie anderen Firmen gegenüber dem Ankauf solcher Wechsel verweigerte. Mit Schreiben vom 25. Februar 1936 richtete das Bankhaus Stein für den Freundeskreis Reichsführer SS das von Schröder verwaltete „Sonderkonto S“ ein, auf das jährlich 1 Million Reichsmark an Spenden für Himmler eingingen.

 

Schröder sah für die Juden „im neuen völkischen Deutschland keine Chance mehr für eine weitere Betätigung“. Er fertigte am 22. April 1938 eine Liste jüdischer Privatbankiers und Gesellschafter, die als Grundlage der Arisierung im deutschen Bankwesen diente. Obwohl das Bankhaus Stein zu den kleineren Bankhäusern gehörte, gewann es durch die politischen Aktivitäten Schröders auch an ökonomischer Bedeutung. Am 30. September 1939 stand Stein als „arische Bank“ auf Rang 5 der bedeutendsten deutschen Privatbankhäuser, das Bankhaus lag 1933 noch auf Rang 7. Schröder saß 1940 in 23 Aufsichtsräten, unter anderem als Vorsitzender bei der Deutschen Verkehrs-Kreditbank oder Felten & Guilleaume Carlswerk AG. J. H. Stein stellte dem Flick-Konzern 1940 Akzeptkredite und Rembourskredite zur Verfügung, es finanzierte zusätzlich den Erwerb von Unternehmensbeteiligungen von Flick.

 

In einem Brief Schröders an Himmler vom September 1943 avisierte er dem NSDAP-Führer die Überweisung von einer Million Reichsmark „für besondere Aufgabengebiete“; kurz danach überwies seine Bank 1,1 Millionen Reichsmark über Fritz Kranefuß an Himmler als Spende. Für das Bankhaus Stein erwies sich die faschistische Diktatur als das glänzendste Geschäft, weil es von Schröders engen Beziehungen zu Himmler profitierte. Antisemit Schröder sorgte persönlich dafür, dass jüdische Konkurrenten wie die Familie Oppenheim aus dem Bankenverband und der Industrie- und Handelskammer entfernt wurden. Er machte seinen Einfluss geltend, um die Gebrüder Oppenheim aus Aufsichtsräten zu verdrängen. So erreichte er, dass Friedrich Carl von Oppenheim den Aufsichtsrat der Kabelwerke Felten & Guilleaume verlassen musste.

 

Nachkriegszeit

Bereits im März 1945 hatten Männer von der „T-Force“, der Finanzabteilung des Alliierten Hauptquartiers, das 1790 gegründete Bankhaus J. H. Stein in Köln durchsuchen wollen. Doch das Gebäude am Laurenzplatz 1 war eine Ruine. Da sich Stein als „arische Bank“ bei der wirtschaftlichen Verfolgung der Juden besonders hervorgetan hatte, erhielt es nach dem Krieg von den Besatzungsbehörden als einziges Kölner Bankhaus keine Betriebsgenehmigung, es wurde 1946 abgewickelt. Alleine in der britischen Zone gab es 1947 insgesamt 220 Privatbanken. Schröder wurde am 12. November 1947 vom Spruchkammergericht Bielefeld zunächst zu drei Monaten Haft und 1.500 Reichsmark, nach zwei Berufungsverhandlungen 1948 zu einer einjährigen Haftstrafe und einer Geldstrafe von 60.000 DM verurteilt und am 11. Juni 1948 entlassen. Beim Bankhaus Stein schied er offiziell 1950 aus.

 

Im August 1950 erhielt das Bankhaus J. H. Stein wieder eine Banklizenz. Johann Heinrich von Stein V (* 22. November 1899 in Köln, † 9. Mai 1985 ebenda) verzichtete auf den Wiederaufbau des kriegszerstörten Bankgebäudes am Laurenzplatz und mietete Büroräume in der am 4. Februar 1952 wiedereröffneten Industrie- und Handelskammer zu Köln, Unter Sachsenhausen 10–26. Am 1. Januar 1951 trat der ehemalige Syndikus der Kölnischen Rück, Paul Viktor Bürgers (* 22. Mai 1913 in Berlin, † 1. November 1976 in Köln), als weiterer geschäftsführender Teilhaber in das Bankhaus ein. Im Dezember 1965 beging das Bankhaus J. H. Stein das Jubiläum seines 175-jährigen Bestehens.

 

Zahlreiche Übernahmen

Als 1978 die Hannover Rückversicherungs AG 37,4 % am Kommanditkapital des Bankhauses Stein erwarb, wies es eine Bilanzsumme von über 300 Millionen DM auf und gehörte damit zu den kleinen Privatbanken. Im Juni 1985 übernahm die Banque Indosuez (heute: Crédit Agricole) 33 % am Kommanditkapital, weitere 33 % hielten jeweils die Hannover Rück und die Familie Stein. Indosuez verschmolz das Fondsmaklerhaus Marcard & Co. im Januar 1987 mit dem Bankhaus J. H. Stein zu Marcard, Stein & Co, das in Unter Sachsenhausen 10–26 residierte. Die Familiendynastie Stein war hier durch Johann Heinrich von Stein VI vertreten. Seit Juli 1998 wird Marcard, Stein & Co als Tochtergesellschaft der Großbank M. M. Warburg & CO geführt.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Bankhaus_J._H._Stein

 

Heruntergeladen am 28.04.2021


Stoops Louise,    04 / 2021

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Stüssgen  Cornelius,    10 / 2020

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Streifler  Katharina    10 / 2020

Katharina Streifler, Peter Streifler,

Ikonographie:

Nach unten gerichtete Fackel: Eine nach unten gerichtete Fackel mit erlöschender Flamme des Todesgottes Thanatos gilt als Symbol des erlöschenden Lebens.

Die Palme Symbolisiert der Auferstehung. Über die römische Kultur fand der Palmwedel Eingang in die christliche Symbolik. Auf frühen christlichen Grabsteinen fand der Palmzweig als Siegeszeichen über den Tod und den Teufel recht häufig Verwendung. In den letzten 150 Jahren kam der Palmzweig als Sinnzeichen auf unseren Friedhöfen wieder groß in Mode.

Mohnkapseln: In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kommt die Darstellung von Mohnblüten und Mohnkapseln in Mode. Der konisch zulaufende Sockel, auf den sich der Engel stützt wird von einem Kreuz bekrönt. In seiner Hand hält er Mohnkapseln, die erneut den Tod als den Bruder des Schlafes symbolisieren.

Der Kranz: In Totenbrauchtum der Ringform oder Kreis ohne Anfang und Ende, steht der Trauerkranz als Symbol für die Ewigkeit und damit auch als Zeichen für ein Leben nach dem Tod. Zum anderen drückt er die Verbundenheit zwischen dem Verstorbenen und den Hinterbliebenen, über den irdischen Tod hinaus, aus.