Melaten - Friedhof Köln, Namen   G - L


Der Melaten-Friedhof ist der Zentralfriedhof von Köln. Er liegt an der nördlichen Grenze des Stadtteils Lindenthal im Stadtbezirk Köln-Lindenthal. Im Süden begrenzt ihn die Aachener Straße, im Osten die Piusstraße, im Westen die Oskar-Jäger-Straße und der Melatengürtel, im Norden die Weinsbergstraße. Der 435.000 m² große Friedhof ist von der Anzahl der Grabstätten (55.540; 2008) der größte Kölner Friedhof.

 

Der Name „Melaten“ rührt von dem bereits im 12. Jahrhundert an dieser Stelle nachgewiesenen Heim für Kranke und Aussätzige, dem Hof Melaten. 1243 wurde der „hoff to Malaten“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Kapelle St. Maria Magdalena und Lazarus stammt aus dem Jahre 1245. Auf der anderen Seite der Aachener Straße befand sich die Richtstätte Rabenstein.

 

Entstehung des Melatenfriedhofes

Während der französischen Besatzungszeit in Köln, die am 6. Oktober 1794 begann, änderte sich das Begräbniswesen durch ein kaiserliches Dekret über die Begräbnisse („Décret sur les sépultures“), von Napoleon am 12. Juni 1804 erlassen. Es untersagte aus vor allem hygienischen Gründen Beerdigungen innerhalb von Städten, Dörfern und geschlossenen Gebäuden.

 

Die Stadtverwaltung kaufte deshalb ein Grundstück auf dem Gelände des ehemaligen Leprosenasyls und ließ die meisten Gebäude abreißen. Die Kapelle des Leprosenheimes wurde in den Friedhof integriert. Mit der Gestaltung des Friedhofes wurde Ferdinand Franz Wallraf beauftragt, der sich den Pariser Friedhof Père Lachaise zum Vorbild nahm. Seine Pläne beschrieb er in der 1809 erschienenen Schrift „Über den neuen stadtkölnischen Kirchhof zu Melaten“. Von Anfang an plante er den Friedhof auch als Erholungsstätte und als öffentliche Grünanlage. Am 29. Juni 1810 weihte der Dompfarrer Michael Joseph DuMont den Melatenfriedhof ein und die Friedhöfe innerhalb der Stadt wurden geschlossen. Das erste Begräbnis fand hier am 1. Juli 1810 statt.

 

Offiziell nannte man den Friedhof „Gottesacker der Stadt Köln“; bis 1829 durften nur Katholiken dort bestattet werden. Die Protestanten begrub man weiter auf dem alten Geusenfriedhof im Weyertal, Juden bis zur Anlage des jüdischen Friedhofs 1903 im rechtsrheinischen Deutz. Trotz mehrerer Erweiterungen des Friedhofes wurde er mit der Zeit zu klein. Zu seiner Entlastung eröffnete man 1896 den Nordfriedhof, 1901 den Südfriedhof und 1917 den Westfriedhof sowie 1946 den Ostfriedhof.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Melaten-Friedhof

Heruntergeladen am 13.06.2021


G

Gentges Hedwig und Otto   05 / 2021

Leider noch keine Informationen vorhanden.


Gesse  Adolph und Katharina   10 / 2020

Die Grabstätte von Adolph und Katharina Gesse ist selbst für den Melatenfriedhof sehr ungewöhnlich. Man kennt diesen Grabtyp eher von barocken Bischofsgräbern, aber die Statue und der Umhang stellen aus meiner Sicht eher einen Ritter dar. Leider konnte ich zu der Grabstätte bisher nicht viele Informationen finden, aber vielleicht wisst Ihr ja mehr als ich?

Ich freue mich über jede Ergänzung und jede Information von Euch, das gilt natürlich für alle meine Bilder und Geschichten.

 


Görlinger Robert   05 / 2021

Robert Johann Görlinger (* 29. Juli 1888 in Ensheim; † 10. Februar 1954 in Köln) war ein deutscher Politiker (SPD).

Leben und Beruf

Robert Görlinger war nach dem Besuch der Volksschule zunächst als Arbeiter tätig und wurde dann als Werkstattschreiber beschäftigt. Gleichzeitig belegte er Kurse in Buchführung und technischem Zeichnen an einer Fortbildungsschule. Er verzog 1905 nach Köln und arbeitete hier bis 1907 als Laufjunge, Fabrikarbeiter und Hartlöter. Nachdem er sich 1907 dem Deutschen Metallarbeiter-Verband (DMV) angeschlossen hatte, ging er auf Wanderschaft, absolvierte 1908/09 eine Ausbildung zum Elektromonteur und arbeitete anschließend in diesem Beruf. 1910 wurde er wegen seiner gewerkschaftlichen Tätigkeit gemaßregelt. Danach arbeitete er vorübergehend in einer Landschaftsgärtnerkolonne im Ruhrgebiet. Seit 1915 war er Elektroobermonteur in Köln. Von 1915 bis 1918 nahm er als Soldat am Ersten Weltkrieg teil. Während des Krieges wurde er in einer Maschinengewehr-Kompanie eingesetzt und zweimal schwer verwundet. Bei Kriegsende lag er in einem Berliner Lazarett, aus dem er 1919 entlassen wurde.

 

Görlinger war seit 1919 als Angestellter des DMV in Köln tätig und wirkte bis 1921 als Sekretär der Gewerkschaft. Von 1925 bis 1933 fungierte er als Geschäftsführer der Kölner Arbeiterwohlfahrt (AWO). Darüber hinaus unternahm er von 1927 bis 1932 Studienreisen der Arbeiterbewegung nach England, Frankreich, Belgien, Italien und Österreich sowie in die Niederlande und die Schweiz.

 

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigrierte Görlinger über das Saargebiet nach Frankreich. Dort war er von 1933 bis 1936 als Markthändler und von 1936 bis 1939 als Arbeiter, Elektriker und Mechaniker in Besançon tätig. Im März 1939 entzogen ihm die deutschen Behörden die Staatsbürgerschaft. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde Görlinger 1939/40 zweimal von den französischen Behörden auf dem Plateau von Langres interniert. Er war nach dem Einmarsch deutscher Truppen als Wehrmachtsdolmetscher in Nevers tätig, wurde dort im März 1941 von der Gestapo verhaftet und danach ins Kölner Gefängnis Klingelpütz gebracht. Im Anschluss an die Untersuchungshaft wurde er vom Volksgerichtshof wegen angeblicher Vorbereitung zum Hochverrat zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Nach Verbüßung der Strafe verbrachten ihn die Nationalsozialisten 1943 nach einer erneuten Vernehmung ins KZ Sachsenhausen, aus dem er 1945 von britischen Truppen befreit wurde.

 

Görlinger kehrte im Juli 1945 nach Köln zurück, war von 1946 bis 1951 einer der Hauptlizenzträger und von 1948 bis 1951 Verlagsleiter der Rheinischen Zeitung. Daneben beteiligte er sich am Wiederaufbau der AWO in Westdeutschland und fungierte 1948/49 als erster Bundesvorsitzender der AWO. Weiterhin war er Vorsitzender des Deutschen Volksheimstättenwerkes, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Landesplanungsgemeinschaft Rheinland, Vorsitzender des nordrhein-westfälischen Verbandes kommunaler Unternehmen, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) sowie geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Dankspende des Deutschen Volkes.

 

Görlinger war seit 1909 mit Emilie Schieron verheiratet. Er starb 1954 im Alter von 65 Jahren in der Kölner Universitätsklinik. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Melaten-Friedhof (Flur 60A), die Grabskulptur stammt von Ludwig Gies.

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_G%C3%B6rlinger

 

Heruntergeladen am 12.06.2021


Gronewald Johann Joseph   04 / 2021

Johann Joseph Gronewald (* 4. März 1804 in Lindlar; † 28. August 1873 in Köln) war ein deutscher Pädagoge für Gehörlose und Gründer der ersten Gehörlosenschule in Köln.

 

Johann Joseph Gronewald wurde 1804 als Sohn des Steinmetz Christian Gronewald und seiner Ehefrau Magdalene Finke in Lindlar geboren.

 

1822 erhielt Gronewald eine Schulamtskandidatenstelle in Porz-Libur. Nach zweijähriger Tätigkeit begann er 1824 seine Ausbildung im Lehrerseminar Brühl und beendete 1826 sein Studium mit der Note „1“. Der damalige Leiter der Schule Dr. Schweitzer empfahl Gronewald eine Ausbildung in Berlin zum Gehörlosenpädagogen, um an den seit 1817 vereinzelt entstandenen „Taubstummenanstalten“ Gehörlose zu unterrichten. 1828 schloss er sein Studium beim Taubstummeninstitut Berlin ab und erhielt eine Anstellung an der Höheren Bürgerschule in Köln und unterrichtete nebenbei in seine Wohnung gehörlose Kinder, wozu ihm vorübergehend eine Stundenermäßigung zugestanden wurde, die ihm jedoch 1831 entzogen wurde. Auf Drängen von Eltern gehörloser Kinder erhielt Gronewald im gleichen Jahr zwei Räume im Kölner Minoritenkloster. Dieses Datum gilt als eigentliches Gründungsdatum der ersten Schule für Gehörlose der Rheinprovinz, die 1850 bereits 50 Schüler zählte.

Gronewald mobilisierte die Spendenbereitschaft Kölner Bürger für die neue „Taubstummenanstalt zu Coeln“.

Der Pädagoge starb unverheiratet am 28. August 1873 in Köln; sein ganzes Vermögen vermachte er der Taubstummenanstalt in Köln. Die Stadtverordnetenversammlung von Köln genehmigte ihm zwei Grabstellen auf Friedhof Melaten und eine Spende für ein würdiges Grabmal (Lit. B).

 

Grabmal der Neorenaissance mit Relief der Darstellung der Heilung eines taubstummen Kindes.

 

Am Sockel die Inschrift: „Hier ruht / Johann Joseph Gronewald / 4erster Direktor der Taubstummenschule zu Coeln / geboren 1804, gestorben 1873 / Zur Erinnerung an die aufopfernde Nächstenliebe, zu welcher er Thätigkeit und / Vermögen dem Wohle der Taubstummen widmete, setzten ihm dieses Denkmal / die Stadt Coeln, die Taubstummenschule und seine Freunde.“

 

Das 1956 neu errichtete und später erweiterte Schulgebäude der Johann-Joseph-Gronewald-Schule steht seitdem in Köln-Lindenthal an der „Gronewaldstraße 1“, benannt zu Ehren des Mannes, der sich durch selbstlose Öffentlichkeitsarbeit und pädagogischen Einsatz ausgezeichnet hatte.

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Joseph_Gronewald

 

Heruntergeladen am 05.04.2021


Grüneberg Hermann,   03 / 2021

Hermann Julius Grüneberg (* 11. April 1827 in Stettin; † 7. Juni 1894 in Köln) war ein deutscher Apotheker, Chemiker und Unternehmer, der als Pionier der deutschen Kaliindustrie und Wegbereiter der mineralischen Düngung in der Landwirtschaft gilt.

 

 

Leben und Werk

Grüneberg war das zweite von sechs Kindern des Orgelbaumeisters August Wilhelm Grüneberg und dessen Frau Caroline Henriette geb. Breslich aus Cammin; einer seiner Brüder war Barnim Grüneberg, der die väterliche Orgelbauwerkstatt fortführte.

 

Hermann Grüneberg besuchte die Elementarschule an der Johanniskirche und später das Gymnasium und die Friedrich-Wilhelm-Schule in Stettin. Sein Berufsleben begann mit der Ausbildung zum Apotheker und der Lehre in der Apotheke Zum Pelikan in Stettin. In dieser Apotheke – einer der größten des Landes – arbeitete Grüneberg längere Zeit im Laboratorium unter der Leitung des Chemikers G. Garbe.

 

Nach geleistetem Militärdienst erhielt Grüneberg im September 1850 das königlich preußische Patent auf eine Vorrichtung zur Zuleitung und Verteilung der zur Bleiweißherstellung erforderlichen Substanzen. Der Aufbau einer Fabrik zur Herstellung von Bleiweiß nach seinem Verfahren in Schweden wurde erfolgreich, so dass er ein ähnliches Werk in Alt-Damm bei Stettin errichtete.

 

Nach dem Studium in Berlin bei Eilhard Mitscherlich und Gustav Rose, sowie in Paris bei Boussignault und Georges Ville folgten Studienreisen durch Deutschland, in die Schweiz, durch Frankreich, England und Schottland, wobei er Erfahrungen in circa 130 Betrieben sammelte und notierte. 1860 wurde Grüneberg in Leipzig über die Theorie der Bleiweißproduktion promoviert. Durch seine Forschungen und Experimente erzielte er wesentliche Verbesserungen in Qualität und Eigenschaften von Bleiweiß.

 

Der durch den Krimkrieg ausgelöste Mangel an Salpeter zur Herstellung von Schwarzpulver veranlasste Grüneberg, erstmals künstlichen Kalisalpeter durch Zersetzen von Natronsalpeter mit Pottasche in einer von ihm erbauten großen Anlage in Bredow bei Stettin zu produzieren. Durch seine Erfindung wurde ein Fabrikationszweig in Deutschland eingeführt, der den ausländischen Bengalsalpeter fast gänzlich ersetzte.

 

Der Chemiker Hermann Grüneberg und der Kaufmann Julius Vorster gründeten am 1. November 1858 die Firma Vorster & Grüneberg in Kalk bei Köln, die sich später als Chemische Fabrik Kalk GmbH zu einem der führenden Großunternehmen der chemischen Industrie Deutschlands entwickelte. Im Februar 1859 begann in Kalk die Produktion von Kalisalpeter nach dem Grüneberg´schen Verfahren.

 

Im Mai 1859 begann Grüneberg mit Versuchen zur Darstellung des schwefelsauren Kali aus den Staßfurter resp. Anhaltinischen Abraumsalzen aus den Abraumsalzen der Salzbergwerke. 1861 und 1862 wurden von Vorster & Grüneberg Kalifabriken in Staßfurt und Leopoldshall in Betrieb genommen. Am 30. August 1862 wurde das königlich preußische Patent Nr. IV 8062 erteilt. 1865 wurde erstmals Pottasche nach dem sonst nur zur Sodaerzeugung angewandten Leblanc-Verfahren produziert. Auf den Weltausstellungen in Paris und Philadelphia wurden die Grüneberg´schen Produkte für ihre besondere Qualität und Reinheit mit Goldmedaillen ausgezeichnet. Auf Ausstellungen in Wien, Harlem, Porto, Chemnitz, Metz, Köln und Stettin erhielt die Firma Silber- und Bronzemedaillen, sowie in London eine Honorable Mention.

 

In den folgenden Jahren erhielt Grüneberg kaiserliche Patente zur Darstellung von Strontiumcarbonat (1878), von Schönit (1879) und zur Extraktion von Schönit aus Kainit (1882).

 

Ausgehend von den Erkenntnissen Justus von Liebigs war Hermann Grüneberg maßgeblich an der Einführung der mineralischen Düngung in der Landwirtschaft durch Versuche, Vorträge und Veröffentlichungen beteiligt. Gemeinsam mit den französischen Chemikern Boussignault und Ville führte er erstmals Gefäßversuche für die Düngung ein. Die von ihm herausgegebene Düngetafel wurde für Jahrzehnte ein unentbehrliches Hilfsmittel für die Landwirtschaft.

 

Grüneberg konstruierte den Grünebergschen Apparat zur kontinuierlichen Destillation von Ammoniak aus bis dahin ungenutzten Quellen – dem bei der Herstellung von Leuchtgas in den Großstädten anfallenden Gaswasser. Der Apparat wurde am 10. Mai 1878 vom Kaiserlichen Patentamt unter der Nr. 5255 patentiert und in circa 100 Anlagen weltweit betrieben. Es folgten Patente für Österreich, Ungarn, Italien, Frankreich, Großbritannien und die USA. Vorster & Grüneberg bauten Ammoniakfabriken in Raderberg, Köln-Nippes, Düsseldorf, Dortmund und Essen. Die größten Anlagen wurden in Leipzig, Hamburg, Moskau und Sankt Petersburg betrieben.

 

Hermann Grüneberg war Mitglied des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und Gründungsvorsitzender sowie späteres Ehrenmitglied des Kölner Bezirksvereins des VDI.   Gemeinsam mit dem Kölner Unternehmer Eugen Langen gründete er den Westdeutschen Verein für Erfindungsschutz, den späteren Deutschen Patentschutzverein. Er war später Mitbegründer und zweiter Vorsitzender des Deutschen Chemieverbandes. Er war Vorsitzender der Berufsgenossenschaft Sektion IV (Rheinland und Westfalen) und Vertreter der chemischen Industrie im rheinischen Eisenbahnrat.

 

Ein Jahr nach seiner Ernennung zum Kommerzienrat verstarb Grüneberg und wurde auf dem von dem Berliner Architekten Otto March und dem Bildhauer Robert Toberentz gestalteten Familiengrab in der Mittelallee des Kölner Melaten-Friedhofs beigesetzt. An ihn erinnern die Grüneberg-Schule und die Grünebergstraße in Köln-Kalk sowie eine Marmorbüste von Hugo Lederer im Kölnischen Stadtmuseum.

 

Robert Toberentz (* 4. Dezember 1849 in Berlin; † 31. Juli 1895 in Rostock) war ein deutscher Bildhauer.

 

Leben

1867 bis 1869 studierte Toberentz an der Berliner Kunstakademie und danach zwei Jahre im Atelier von Johannes Schilling in Dresden.

 

Von 1872 bis 1875 ging er nach Rom, wo er allmählich immer mehr eine realistische Richtung in seinen mythologischen Genrefiguren und Gruppen einschlug, z. B.: „Ein Satyr mit Amor“, „Perseus verhüllt das Haupt der Medusa“, „Römischer Hirt“ (Nationalgalerie Berlin) und andere. Nach seiner Rückkehr aus Italien kam er wieder nach Berlin und war von 1879 bis 1885 Leiter des Meisterateliers für Bildhauerei am Schlesischen Museum der Bildenden Künste in Breslau.

 

1885 bis 1889 hielt sich Toberentz in Amerika auf und kehrte 1890 über Paris wieder nach Berlin zurück. Den Professorentitel erhielt er 1895 in Berlin.

 

Am 31. Juli 1895 starb Robert Toberentz während einer Reise in Rostock. Sein Grab befindet sich auf dem St.-Marien- und St.-Nikolai-Friedhof I im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg.

 

Er war mit der Rodin-Schülerin Catherine Toberentz verheiratet.

 

Schaffen

1875 brach er mit seiner älteren Richtung, die sich im Rauch'schen Idealstil bewegt hatte, und arbeitete in der Weise von Reinhold Begas im engen Anschluss an die Natur. Die ersten dieser Arbeiten waren die Marmorfigur einer Elfe und ein Faun mit Amor, denen 1878 die Bronzefigur eines ruhenden Hirten (in der Berliner Nationalgalerie) folgte. Auch seine sehr treffend charakterisierten Porträtbüsten wurden gerühmt.

 

Am 12. November 1887 wurde der monumentale Brunnen in Görlitz mit der sogenannten „Muschelminna“ eingeweiht, eine bronzene Frauenfigur mit einer Wasser spendenden Muschel über dem Kopf. Der Name „Muschelminna“ entstand aus dem Volksmund, der die auf dem Marmorsockel befindliche Bronzestatue so bezeichnete. Die Statue wurde während des Zweiten Weltkriegs eingeschmolzen. Seit 1994 ist eine originalgetreue Nachbildung auf dem Brunnen zu sehen.

 

1891 entstanden in Berlin die lebensgroße nackte Figur einer altgriechischen Bildhauerin, ein auf einem Ruhebett schlafendes Mädchen und das Reiterstandbild des Kaisers Barbarossa für die Kaiserpfalz Goslar.

 

Nach dem Tode des Bildhauers Martin Paul Otto wurde Robert Toberentz 1893 die Vollendung des Lutherdenkmals für Berlin übertragen, an dem vornehmlich der Kopf Luthers und die Sitzfiguren von Ulrich von Hutten und Franz von Sickingen sein eigenes Werk sind. Nach dem Einschmelzen sämtlicher Begleitfiguren der Denkmalsanlage und der Zerstörung des Platzes im Zweiten Weltkrieg wurde die erhaltene Lutherfigur in der Stephanus-Stiftung in Berlin-Weißensee aufgestellt. Die Rückführung des Denkmals an die Marienkirche in die Nähe seines ursprünglichen Standorts auf dem Neuen Markt im Marienviertel fand im Oktober 1989 kurz vor dem Fall der Berliner Mauer statt.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Gr%C3%BCneberg

https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Toberentz

Heruntergeladen am 22.03.2021

 


Heidemann Johann Nepomuk   03 / 2021

Johann Nepomuk Heidemann (1841 - 1913), geheimer Kommerzienrat und Generaldirektor der Köln-Rottweiler Pulverfabriken.

 

Die Pulverfabrik Rottweil war ein bedeutendes Unternehmen in Rottweil, das vor allem Patronen für Jagd- und Kriegszwecke herstellte. Das Pulver wurde außerdem im Bergbau eingesetzt. Sie ging 1863 mit der Übernahme durch Max Duttenhofer aus einer Pulvermühle aus dem 15. Jahrhundert hervor.

 

Geschichte

Vom 14. bis zum 16. Jahrhundert finden sich mehrere Erwähnungen von Pulverlieferungen aus Rottweil in die Schweiz – beginnend 1384 mit einem Pulvermacher namens Erhart von Rotwil.

 

1863 trat Max Duttenhofer in die Pulvermühle ein und heiratete die Tochter des Pulvermüllers Flaiz. International bedeutsam wurde das Unternehmen durch das rauchschwache Schießpulver, genannt Rottweiler chemisches Pulver, eine Erfindung Duttenhofers. 1887 führte Preußen das aus Nitrocellulose bestehende Pulver ein. Es verbrannte rauchlos und fast ohne Rückstand und verdrängte das Schwarzpulver in kürzester Zeit. 1890 beschäftigte das Unternehmen 854 Arbeiter, produzierte 6000 Tonnen Pulver und erreichte eine Bilanzsumme von 31 Millionen Mark. Den Höhepunkt seines wirtschaftlichen Erfolges erreichte das Unternehmen nach dem Tode Duttenhofers: 1917 beschäftigte es 2226 Mitarbeiter. Das von Duttenhofer erfundene „braune prismatische Pulver“ beherrschte lange Zeit den Markt für schwere Geschütze und Schiffsartillerie.

 

Das Unternehmen erwarb mehrere Beteiligungen an anderen Rüstungsunternehmen und gründete Zweigniederlassungen, so etwa die Pulverfabrik Düneberg bei Geesthacht. Wegen der Nähe der neuen Niederlassung zu Hamburg firmierte das Unternehmen zeitweise als Pulverfabrik Rottweil-Hamburg. 1890 fusionierte es mit anderen zur Vereinigte Köln-Rottweiler Pulverfabriken AG (ab 1919 Köln-Rottweil AG), später, unter anderem mit Mauser, zur Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken AG.

 

 

Quelle Text teilweise:
Heruntergeladen am 27.09.2021


Hermes Theo   05 / 2021

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Hoener Diethelm   05 / 2021

Diethelm Hoener (08.08.1940 – 17.01.2001)

Diese wundervolle Skulptur auf der Grabstätte von Diethelm Hoener hat mich neugierig gemacht, ein klassischer Akt in Perfektion. Ein absolutes Meisterwerk, so realistisch wie ein Foto. Leider habe ich bisher keine Angaben zu dem Bildhauer finden können, aber den Namen Diethelm Höner habe ich schon mal gehört, da war doch mal was mit einem tödlichen Treppensturz.

 

Diethelm Höner war Betriebswirt und Anlageberater und managte das Vermögen von Jan Philipp Reemtsma. Mit eigenen Börsenspekulationen von US-Hightech Firmen soll er ein Vermögen von mehr als 600 Millionen Euro erwirtschaftet haben, es gibt aber auch Quellen die von mehr als einer Milliarde Euro sprechen. 

 

Dieses Vermögen öffnete natürlich auch die Türen zu den „Reichen und Schönen“ dieser Welt. Diethelm Hoener war eng mit der politischen Landschaft verwoben, war mit Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl und seiner Frau Hannelore und weiteren CDU-Politikern befreundet. Er „pflegte“ die deutsch-amerikanischen Beziehungen und wurde dafür sogar von dem damaligen US-Präsidenten Bill Clinton geehrt. Er bewegte sich zwischen den Finanzgrößen der Welt, darunter Joshua Ruch, Ex-Präsident Suharto, Karl Otto Pöhl, dem Chef der Deutschen Bundesbank, dem Geschäftsmann Dieter Holzer, einer der Schlüsselfiguren der Leuna-Affäre und bewegte sich in den Kreisen der deutschen und ausländischen Geheimdienste bis zur CIA. 

Der am 08. August 1940 in Köln geborene Höhner wurde nur 60 Jahre alt, er starb am 17. Januar 2001 in seiner luxuriösen, 50 Millionen teuren Villa in Cannes, an der Côte d’Azur. Er lag mit gebrochenem Genick am Fuß seiner Kellertreppe, vermutlich ist er auf der Kellertreppe gestürzt.

 

Die Pariser Zeitung Le Parisien deckte den Vorgang erst Wochen später auf und zitierte ein medizinisches Gutachten mit dem Fazit. Die Lage des Toten hätte sich nicht aus dem Sturz ableiten lassen, allerdings gab es auch keine Anzeichen für eine Fremdeinwirkung.

 

Bis heute ist unklar, an und in welchen Geschäften der Bankexperte überall beteiligt und verwickelt war. So ist die Rede von Provisionen in Höhe von 80 Millionen beim Verkauf der Ostdeutschen Leunawerke an die französische ELF Gesellschaft oder den verschwunden Milliardenhilfen für die Sowjetunion nach der deutschen Wiedervereinigung oder der Unterschlagung eines beträchtlichen Teils der Finanzhilfe von über 44 Milliarden DM, die die Bundesrepublik Deutschland an Russland im Zusammenhang mit dem Abzug sowjetischer Truppen gezahlt hat.

 

Le Parisien berichtete auch über Geheimdokumente, die Diethelm Hoener vor seinem Tod bei seinen Freunden in „Verwahrung“ gegeben hatte. Nicht umsonst glich seine Villa in Cannes einer Festung, mit hohen Mauern, einem speziellen Sicherheitszaun mit Stahlspitzen und modernsten Sicherungssystemen und Videoüberwachung.

 

Für mich stellt sich jetzt nur noch die Frage, wer der Bildhauer dieser wundervollen Skulptur war, aber dies wird vermutlich ein Geheimnis bleiben. 

© Wolfgang Kranz, 14.06.2021


Hunold Familie   05 / 2021

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Guilleaume Franz Carl   04 / 2021

Franz Carl Guilleaume (* 30. Dezember 1834 in Köln; † 1. Dezember 1887 ebenda) war ein deutscher Unternehmer und Gründer des Carlswerks. Er wird „der Jüngere“ genannt, um ihn von seinem Großvater Franz Karl Guilleaume (1789–1837) zu unterscheiden.

 

Leben

 

Franz Carl Guilleaume wurde am 30. Dezember 1834 in Köln als Sohn von Theodor Guilleaume (1812–1879) und Wilhelmine Dahmen (1811–1838) geboren. Er besuchte in Köln die höhere Bürgerschule und die Gewerbeschule. Nach einem Studium an der Universität Lüttich lebte er zeitweise in Belgien und England.

 

Im Jahr 1859 heiratete er Antoinette Gründgens (* 5. November 1837, † 1922). Antoinette war in Aachen geboren als Tochter des Aachener Kaufmanns und Eisengroßhändlers Arnold Gründgens (1794–1875) und Lucia Urlichs. Sie war eine Tante von Gustaf Gründgens.

 

Franz Carl und Antoinette hatten drei Söhne und zwei Töchter.

 

Wirken

 

Im Jahr 1860 wurde Franz Carl Guilleaume Teilhaber und 1865 alleiniger Inhaber der Firma Felten & Guilleaume. 1874 gründete er das Carlswerk in Köln-Mülheim als Produktionsstätte für Fahrdrähte, Freileitungsseile aus Kupfer und Aluminium, Leitungsdrähte und Starkstromkabel. Franz Carl Guilleaume baute die Firma Felten & Guilleaume zu einem der größten Unternehmen auf dem Gebiete der Drahtfabrikation aus. Er war maßgeblich verantwortlich für die Einführung von Gußstahldrahtseilen im Bergbau, der Weiterentwicklung des Stacheldrahtes für Gitter und Zäune und der Konstruktion vieladriger Kabel für die Telefonie. Franz Carl Guilleaume gehörte 1881 zu den Gründern des Vereins der Industriellen für den Regierungsbezirk Köln.

 

Eine sehr bemerkenswerte und spannende Firmengeschichte gibt es hier 

https://de.wikipedia.org/wiki/Felten_%26_Guilleaume

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Carl_Guilleaume

Heruntergeladen am 25.04.2021


H

Hagen Louis / Ludwig Levy  03 / 2021

Louis Hagen

Louis Hagen, gebürtig Ludwig Levy (geboren 15. Mai 1855 in Köln; gestorben 1. Oktober 1932 ebenda) war ein deutscher Bankier, der mit seiner Bank Industriepolitik betrieb und dadurch zur deutschen Wirtschaftselite aufstieg.

 

Werdegang

Seine Eltern waren Hermann Abraham Löb (dann: Levy; * 1825, † 1873), der seit 1852 mit Johanna Coppel (* 1832, † 1902) verheiratet war, deren ebenfalls jüdische Eltern in Solingen eine Stahlwaren- und Waffenfabrik betrieben. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor (neben Louis u. a. Carl, Fanny, verh. mit Maximilian Kempner, Albert und Elise). Louis Levy besuchte das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium (Köln) und für zwei Semester die Handelshochschule in Antwerpen, bevor er bei Jacob Freiherr von Landau in dessen Bank- und Handelshaus Jacob Landau in Berlin seinen Ausbildungsweg im Bankfach begann. Nach dem frühen Tode seines Vaters trat Louis Levy 1873 in die väterliche Bank „Bankhaus A. Levy & Co.“ ein und fungierte dort seit 1877 als Teilhaber. Das Kölner Bankwesen war damals führend im Westen durch die Finanzierung der Industrialisierung im Rheinland und Ruhrgebiet. Hier residierten insbesondere Sal. Oppenheim (seit 1789), Bankhaus J. H. Stein (1790), A. Schaaffhausen’scher Bankverein (seit 1791) oder das Bankhaus I. H. Herstatt (seit 1793).

 

Aufstieg der Bank

Louis Levy bemühte sich um das Bankgeschäft mit der industriellen Unternehmenskundschaft, wodurch er seine Frau Anna Emma Hagen (* 20. August 1866, † 14. Februar 1929) kennenlernte. Deren Vater Gottfried Hagen (*1829, † 1900) war ein angesehener Kölner Metallhändler und Bleirohrfabrikant. Im Jahr 1886 heiratete Levy seine Verlobte Anna Emma Hagen, konvertierte zum Katholizismus und nahm 1893 ihren Familiennamen Hagen an.

 

Die Gründung der Kölner Land- und Seekabelwerke im Mai 1898 erforderte hohen Kapitalbedarf, der durch Vermittlung von Louis Hagens Bank mit einer 50%igen Aktienbeteiligung von einem Bankenkonsortium gedeckt und vom Konsortium 1901 an Felten & Guilleaume veräußert wurde. Der Beteiligungserwerb förderte das Wachstum dieses Kölner Unternehmens. Hagen war 1903 wesentlich an der Schaffung eines Kartells in der Sprengstoffindustrie beteiligt. Die Vereinigten Stahlwerke van der Zypen waren 1903 aus der Fusion der Wissener Bergwerks- und Hütten-AG mit dem Kölner Stahlwerk Gebr. van der Zypen hervorgegangen, wobei Hagen maßgeblichen Anteil an den Fusionsbemühungen zugeschrieben wird. 1913 finanzierten das Bankhaus A. Levy & Co. („Levybank“) und Oppenheim dem neu gegründeten „Deutschen Verlagsverein“ die Übernahme des Scherl-Zeitungsverlags für 8 Millionen Mark, um ihn vor dem Erwerb durch einen liberalen Verlag zu schützen. Im Januar 1908 bot Hagen sein Thyssen-Aktienpaket dem Industriellen Hugo Stinnes an, der jedoch ablehnte. Nach 1918 erwarb Louis Hagen zusammen mit Thyssen, Klöckner und Otto Wolff von Amerongen hieran die Aktienmehrheit von der Deutschen Bank AG; bis 1923 verfügte Hagen zusammen mit Otto Wolff über die Aktienmehrheit, die er dann 1924 Otto Wolff alleine überließ. Hagen hatte auch Bankverbindung zum Eschweiler Bergwerksverein, an dessen Fusion mit dem Luxemburger Stahlunternehmen Arbed 1913 er maßgeblichen Anteil hatte, was ihm einen Verwaltungsratsposten bei Arbed einbrachte. Als das Unternehmen seines Schwiegervaters 1922 in eine Aktiengesellschaft umwandelte, war die Levybank zur Stelle (das Unternehmen blieb jedoch überwiegend in Familienbesitz). Die Phoenix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb befand sich 1925 in einer Krise, die durch Liquiditätskredite von der Darmstädter und Nationalbank und dem Bankhaus Levy abgewendet werden konnte. Durch Louis Hagen wurde das Bankhaus A. Levy zu einem der bedeutendsten Privatbankiers der Weimarer Republik.

 

Mandatstätigkeit und Ämter

Hagen gehörte zu den Bankiers, die ihre Firmenkontakte untereinander verknüpften („big linkers“). Seine Hauptaufgabe bestand in der Bündelung industrieller Interessen, die zahlreiche Fusionen förderte. Die Kontakte zur Industrie brachten nicht nur seiner Bank Geschäfte, sondern führten zu einer Vielzahl von Aufsichtsrats- und Verwaltungsratsposten für Hagen. Diese ermöglichten ihm einen tieferen Einblick in das jeweilige Unternehmen und ausgedehnte Kontrollmöglichkeiten. Er vereinigte 1912 insgesamt 39 Aufsichtsratsmandate, 1927 bereits 58 Mandate auf sich, zum Höhepunkt 1930 waren es sogar 93. Deswegen wird er von Historikern – neben Jakob Goldschmidt, der bis zu 123 Aufsichtsratsmandate belegte, als „König der Aufsichtsräte“ tituliert.

 

Daneben nahm Louis Hagen zahlreiche öffentliche Ämter wahr. 1904 wurde er zum Kommerzienrat, 1916 zum Geheimen Kommerzienrat ernannt. Seit 1906 war er Mitglied der Handelskammer zu Köln, 1912 wurde er zu deren stellvertretendem Vorsitzenden und 1915 erstmals zum Präsidenten gewählt. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Tode 1932 inne. Zwischen 1909 und 1929 war er Stadtverordneter, 1921 bis 1930 Mitglied im Preußischen Staatsrat. Außerdem war er im Hauptausschuss des Deutschen Industrie- und Handelstages, im Vorläufigen Reichswirtschaftsrat und im Rheinischen Provinziallandtag vertreten und war ferner Mitglied im exklusiven Generalrat der Reichsbank. Von 1922 bis zu seinem Tod war er "Förderndes Mitglied" der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft.

 

Kontakte zu Konrad Adenauer

1919 wechselte Hagen zur Zentrumspartei, in der auch der Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer Mitglied war. Hagen war nachfolgend aktiv in die deutsche Politik involviert. Er war insbesondere am Versuch beteiligt, das Rheinland zu einem mindestens währungspolitisch autonomen Staat innerhalb der deutschen Republik zu machen. Den „Aufzeichnungen zu den Friedensverhandlungen von Versailles im Jahre 1919“ des Generalkommissars der deutschen Friedensdelegation, Ministerialdirigent Hans Simons, zufolge waren am 6. Juni 1919 aus Köln der Regierungspräsident Karl von Starck, OB Adenauer, der Bankier Louis Hagen sowie einige Abgeordnete anwesend. Hagen führte Verhandlungen mit Frankreich über die Errichtung einer Rheinisch-Westfälischen Notenbank, wie aus seinem Brief vom 31. Dezember 1923 an den damaligen Reichskanzler Wilhelm Marx hervorgeht. Frankreich ging davon aus, dass alle wichtigen Bankiers der besetzten französischen Gebiete bereit seien, eine „Rheinische Notenbank“ zwecks eigener rheinischer Währung („Rhein-Mark“) zu gründen. Im November 1922 gründeten Hagen und OB Adenauer eine Kölner Notgemeinschaft, die die finanzielle Notlage der durch die Inflation betroffenen Kleinrentner lindern sollte. Louis Hagen erwarb privat im Jahr 1904 das Schloss Birlinghoven, in dessen Gästebuch sich OB Konrad Adenauer am 21. Oktober 1917 erstmals verewigte.

 

Krise seiner Bank

Seit 1922 war das Bankhaus Levy in einer Interessengemeinschaft (heute: Ergebnisabführungsvertrag) mit dem Bankhaus Sal. Oppenheim verbunden. Hagen wird 1928 Mitinhaber des Bankhauses Oppenheim. Hagen, der als skrupelloser Spekulant charakterisiert wird, brachte seine Bank ab 1929 in eine sich verschärfende Liquiditätskrise. Im August 1931 hatte die Levybank Auslandsschulden von mindestens 50 Millionen Reichsmark. Schwierigkeiten verursachten die Großkredite an Industrie und Kommunen. Da diese Kredite nicht mehr zu mobilisieren waren, aber die Auslandsgläubiger Rückzahlung verlangten, drohte der Bank Zahlungsunfähigkeit. Diese gefährdete über die Interessengemeinschaft auch Oppenheim, sodass man sich im November 1932 entschloss, die Gewinn- und Verlustgemeinschaft aufzuheben.

 

Zum Höhepunkt der Krise zog sich Louis Hagen 75-jährig 1931 aus dem Bankgeschäft zurück und übertrug seine Aufgaben dem Prokuristen Hermann Leubsdorf, der auch die Gesellschafterfunktion bei Levybank und Oppenheim übernahm. Die Abwicklung des Bankhauses Levy war auf das fragwürdige Geschäftsgebaren Hagens zurückzuführen und hätte nach Auffassung Friedrich Carl von Oppenheims auch ohne „Arisierung“ stattfinden müssen. Das Bankhaus A. Levy wurde bis zum 31. Dezember 1935 fortgeführt, um Gerüchte über einen bevorstehenden Konkurs zu vermeiden. Im „Deutschen Volkswirt“ vom 31. Januar 1936 wurde die Eingliederung des Bankhauses A. Levy in das Bankhaus Sal. Oppenheim & Cie. ausdrücklich aufgrund der sich ergebenden und genutzten „Gelegenheit ..., durch die jetzt vorgenommenen personellen Änderungen den Rest des nichtarischen Charakters zu beseitigen“, begrüßt. Am 31. Dezember 1938 ist das Bankhaus Levy auf Hagens Erben übergegangen und am 10. Januar 1939 endgültig liquidiert worden.

 

Tod

Louis Hagens letzte Amtshandlung war am 30. September 1932 die Einweihung der neuen Kölner Handelskammer und Börse (Unter Sachsenhausen 4; jetzt: Oppenheim), bei der er am Abend einen Schlaganfall erlitt und am 1. Oktober 1932 verstarb. Sein langjähriger Freund Konrad Adenauer hielt am 4. Oktober 1932 die Trauerrede. Er hatte zwei Töchter, die beide in Adelsfamilien einheirateten: Elisabeth (* 20. August 1886; † 16. April 1979) heiratete 1909 Clemens Freiherr von Wrede-Melschede, Maria (1889–1943) heiratete 1911 Robert Freiherr von Dobeneck und nach dessen Tod in zweiter Ehe 1932 Stanislaus Graf Strachwitz von Groß-Zauche und Camminetz.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_Hagen

Heruntergeladen am 27.03.2021

 

 


Hamm Filio Caspar  04 / 2021

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Herstatt Iwan-David, Familie  04 / 2021

Unternehmensgeschichte

Die Herstatt-Bank besaß ein Vorläuferinstitut, das auf eine mehr als 100-jährige Historie zurückblicken konnte.

 

Vorläuferinstitut 1792–1888

Die Familiendynastie Herstatt begann in Köln mit Isaak Herstatts (* 21. August 1697 in Eschweiler, † 28. April 1761 in Köln) Antrag auf Aufenthaltserlaubnis am 21. März 1727. Der streng protestantische Hugenotte stammte aus dem flandrischen Valenciennes. Er und seine Nachfahren betrieben Handelshäuser, insbesondere mit Seide. Auch das von den beiden nachfolgenden Brüdern Johann David Herstatt (* 13. Oktober 1740 in Köln, † 2. Januar 1809 ebenda) und Jakob Herstatt (* 29. Januar 1743 in Köln, † 25. März 1811 ebenda) gegründete Bankhaus I. D. Herstatt (Köln, Hohe Pforte 25–27) ging 1782 aus einer Seiden- und Florettbandweberei hervor, wobei die Brüder in den Gründerjahren krisenbedingt das Seidengeschäft sukzessive zugunsten das Kommissions- und Bankgeschäfts zurückdrängten.

 

Johann David Herstatt führte das Unternehmen ab 1782 ohne seinen Bruder weiter. Als Bankier wird Johann David Herstatt erstmals im Ratsprotokoll der Stadt Köln vom 27. Januar 1792 erwähnt. Die Herstatt-Bank war zusammen mit dem A. Schaafhausen’schen Bankverein während der französischen Besatzungszeit in Immobiliengeschäfte aus Säkularisation involviert. Sie verfügte 1796 über ein Eigenkapital von 100.000 Reichstalern, das im Jahr 1810 auf 260.000 angewachsen war. Erst ab 1815 wurden ausschließlich Bankgeschäfte betrieben, und zwar insbesondere das Warenwechselgeschäft und der Kontokorrentkredit. Bankkunden waren die Montan-, eisenverarbeitende und Textilindustrie in der Region. Seit 1818 bestand eine Kooperation der Herstatt-Bank mit den Kölner Privatbanken J. H. Stein und A. Schaafhausen’scher Bankverein.

 

In der dritten Generation führte Friedrich Peter Herstatt (* 25. September 1775 in Köln, † 7. Mai 1851 ebenda) die Bankgeschäfte, der sich als Teilhaber 1798 seinen Schwager Ludwig Gottfried von den Westen (* 13. August 1766, † 1. September 1845 Köln) und ab 1837 Heinrich Ziegler holte. Zusammen mit den Kölner Bankhäusern Stein, A. Schaafhausen und Sal. Oppenheim gründete die Herstatt-Bank 1818 die Rheinschifffahrts-Assekuranz-Gesellschaft, aus der 1845 die Agrippina-Versicherung hervorging. Spätestens seit 1834 gehörte Friedrich Krupp zu den Bankkunden, als die Herstatt-Bank einen Kontokorrentkredit von 8.000 Talern zur Verfügung stellte und zur Hausbank emporstieg.

 

Auch Felten & Guilleaume gehörte zu den Bankkunden. Auch an den Gründungen der kapitalintensiven Eisenbahnen war die Herstatt-Bank beteiligt; es begann 1837 mit der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft und setzte sich mit der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft 1841 fort. Als am 5. März 1839 die Kölnische Feuer-Versicherungs-Gesellschaft ihre Konzession erhält, gehören Simon Oppenheim (Sal. Oppenheim), Heinrich Ziegler (Herstatt-Bank), Wilhelm Ludwig Deichmann (Teilhaber bei A. Schaafhausen) und zwei andere Kölner Bankiers zu den Gründern. Aus ihr ging die Colonia-Versicherung und die heutige AXA Versicherungen hervor. Im März 1843 hat Herstatt auch an der Gründung der ersten deutschen Rückversicherung, der Kölnische Rückversicherungs-Gesellschaft, mitgewirkt. Ab 1849 ist eine Emissionstätigkeit für Anleihen belegt, als die Herstatt-Bank sich an einer Kölner Stadt-Anleihe beteiligte; 1856 folgten Aktienemissionen wie die der Vulkan AG für Hüttenbetriebe und Bergbau, jedoch schien sich Herstatt bei größeren Emissionen im Gegensatz zu den anderen Kölner Privatbankiers zurückzuhalten.

 

Sohn Johann David Herstatt (* 28. Mai 1805 in Köln, † 31. Januar 1879 ebenda) führte die Bankgeschäfte nunmehr in der vierten Generation weiter und war 1831 bis 1879 Präsident der Kölner Handelskammer. Dessen Sohn Friedrich Johann David Herstatt (* 29. September 1831 in Köln, † 17. Januar 1888 ebenda) starb früh an Lungenentzündung, sein einziger Sohn Johann David (* 27. März 1887 in Köln, † 4. November 1955 ebenda) war erst knapp 1 Jahr alt – die familiäre Übertragungskette auf den jeweils ältesten Sohn hatte nicht mehr funktioniert. Mangels Nachfahren wurde deshalb am 15. März 1888 das Bankhaus I. D. Herstatt nach über 100-jähriger Geschäftstätigkeit vom Bankhaus J. H. Stein übernommen und nachfolgend im Namen vom Bankhaus Stein liquidiert. Damit endete vorerst die Existenz des Bankhaus I. D. Herstatt. Es residierte bis 1888 in einem repräsentativen Gebäude in der Hohe Pforte 25–27/Ecke Sternengasse, das 1929 abgebrochen wurde.

 

Der Aufstieg und Fall des neuen Bankhauses Iwan Dawid Herstatt

 

Die Geschichte des steilen Aufstiegs und tiefen Falls des Bankhauses Iwan David Herstatt beginnt 1955, als Iwan David Herstatt mit seinem Jugendfreund, dem Versicherungserben Hans Gerling, die kleine Kölner Privatbank Hocker übernimmt. Fünf Millionen Mark Bilanzsumme hat sie und ist vor allem dafür bekannt, die Inhalte der Klingelbeutel Kölner Kirchen zu verwahren.

 

Herstatt sieht seine Bestimmung erfüllt: Er entstammt einer Bankiersfamilie, die nur mangels Nachfolger ihr Institut 1888 verkauft hatte. Er selbst machte eine Lehre bei der Deutschen Bank und baute nach dem Krieg die Kölner Filiale der BFG auf.

 

Die winzige Bank I.D. Herstatt wächst rasant: Nur ein Jahr nach der Übernahme weist ihre Bilanz 72 Millionen Mark aus, 1973 sind es zwei Milliarden Mark. Das freut Hans Gerling: Ihm gehören über 80 Prozent der Bank. Insbesondere zwei Gründe hat das Wachstum: den Patriarchen Herstatt und die Devisenabteilung.

 

Als Vatertyp beschreiben ehemalige Mitarbeiter den 1,96 Meter langen Herstatt. Und als geborenen Verkäufer. Er ist bissig, er kann klüngeln. Seine Konditionen sind immer einen Tick besser als die der Konkurrenz. In über 80 Vereinen ist er aktiv. Im Karneval ist der Bankier omnipräsent: Mehrere Sitzungen an einem Abend sind kein Problem.

 

Vielleicht ist der 16. Dezember 1973 der Höhepunkt im Berufsleben des Iwan David Herstatt. Er feiert seinen 60. Geburtstag mit über 1 000 Gästen. Es gibt Kölner, die eröffneten extra ein Konto, um noch eine Einladung zu bekommen. Eigentlich herrscht Fahrverbot an jenem Tag, die Ölkrise. Doch die Gäste halten eine Sondergenehmigung in Händen. Als die Kapelle spät abends aufhören will, sagt Herstatt: "Spielt weiter." Und sie spielt weiter.

 

Niemand weiß, ob das Geburtstagskind sich da schon sorgt um die Bank. Vermutlich nicht. Wahrscheinlicher ist, dass er Warnzeichen ignoriert. Denn die Rolle des Patriarchen liebt er, die tägliche Morgenkonferenz gleicht oft genug einer Stammtischrunde. Kritik? Nicht erwünscht.

 

Längst aber brennt es in jenem Dezember 1973 auf der "Raumstation Orion". So nennen die Herstatt-Mitarbeiter den Devisen-Handelsraum mit seinem futuristischen Tisch in Form einer abgeschnittenen Pyramide. In der Mitte flackern Daten über Monitore, flapsig werfen Händler mit Kauderwelsch um sich: "Zehn Kisten für die Comba Frankfurt" oder "90 für Opidüss" heißt es da. Was so viel heißt wie: zehn Millionen für die Frankfurter Commerzbank und einen Kurs von 90 für Sal. Oppenheim in Düsseldorf.

Das Geschäft mit Währungen ist relativ neu: Erst 1971 schwanken die Wechselkurse europäischer Währungen zum Dollar wieder. Und es ist ein für damalige Verhältnisse schwer zu durchblickendes und Nerven aufreibendes Treiben. Für Herstatt ist das Dollar-Kaufen und-Verkaufen das entscheidende Wachstumsdoping. 24 Milliarden Mark setzt die Bank 1973 im Devisenhandel um - 12-mal mehr als ihre Bilanzsumme.

 

Der Kapitän der Orion heißt Dany Dattel, offizieller Titel: Leiter der Devisenhandelsabteilung. Fotos aus jener Zeit zeigen einen etwas fülligen Mittdreißiger mit hoher Stirn, Wuschelkopf und großer Nase. 1958 beginnt er als Lehrling bei Herstatt. Früh entdeckt er den Devisenhandel - und steigt auf. "Goldjunge" nennt ihn der alte Herstatt. Eine Zeit lang läuft es glänzend. Bald zockt jeder in der Kölner Zentrale mit und pumpt zusätzlich Geld in den Währungshandel - sogar der Pförtner. Lehrlinge fahren Porsche.

 

1973 aber ist das Jahr, in dem der Dollar hin und her zuckt: 3,15 D-Mark, 2,28, 2,70. Und im Ausland fragen sich erstmals Händler der Großbanken, ob die kleine Privatinstitution in Köln nicht ein "zu großes Rad dreht" - erst durch die Herstatt-Pleite wird der Begriff zum sprachlichen Allgemeingut. Immer schwerer wird es für Dattel, Geschäfte abzuschließen, um die enormen Schwankungen auszugleichen. Sein Team greift zum Betrug: Eine Abbruchtaste an den Computern sorgt dafür, dass zwar Belege ausgeworfen werden, Verlustgeschäfte aber nicht in die Buchhaltung kommen. "Mein Vater hat erst am 10. Juni von diesen Geschäften erfahren", berichtet Iwan Davids Sohn Johann David Herstatt später. Es ist der Tag, an dem Dattel beichtet.

 

Ein Nachrechnen ergibt: Der Bank droht ein Verlust von 470 Millionen Mark. Hans Gerling verspricht Hilfe, allein aber kann er das Loch nicht stopfen. Während Herstatt die WestLB in letzter Minute zu Hilfe rufen will, pocht Gerling auf Gespräche mit den Konkurrenten Deutsche, Dresdner und Commerzbank - ein Fehler. Sie fordern Sicherheiten von Gerling, er soll Aktien verpfänden. Doch der Schulfreund beugt sich nicht dem Willen der Großbanken - das Aus für Herstatt.

 

Wilde Szenen spielen sich in Köln ab. Vor den Herstatt-Filialen versammeln sich die um ihr Geld bangenden Kunden. Im Dezember kommt es zur größten Gläubigerversammlung der Nachkriegsgeschichte: Die Kölner Sporthalle ist prall gefüllt, bis weit nach Mitternacht wird diskutiert.

 

Das Erstaunliche: 82 Prozent der Gelder werden von den Insolvenzverwaltern gerettet, eine fast sensationelle Quote. Heute gilt es als sicher, dass Herstatt hätte überleben können - wenn die Großbanken ein Interesse daran gehabt hätten. So aber veränderte der Fall der Goldjungen die Bankenlandschaft auf immer: Privatbanken haben es in den folgenden Jahren erheblich schwerer, der Einlagensicherungsfonds wird als Rettungsboot gegründet, die Bankenaufsicht verändert.

 

"Ab dem Tag hat mein Vater eigentlich nicht mehr gelebt", sagt Johann David Herstatt über den 26. Juni 1974. Nur eines ließ ihn weitermachen: der Kampf um die Familienehre. Erst wird er zu einer Haftstrafe verurteilt, ebenso wie Dattel. Gegen beide werden aber die Revisionsverfahren aus gesundheitlichen Gründen später eingestellt: Dattel leide unter einem KZ-Syndrom, sagen seine Ärzte - als Vierjähriger verbrachte er einige Monate in Auschwitz, diese Erinnerung sei wieder aufgebrochen. Herstatt attestierten die Fachleute ein "Pickwick-Syndrom": Wurde er geistig nicht gefordert, schlief er ein. Am Ende bleibt es bei zwei Jahren Haft auf Bewährung für Herstatt.

 

In seinem Buch "Der Untergang" stellt er später seine Sicht der Dinge dar. "Die Bank ist zum Teufel. Mir ist nichts geblieben. Ich lebe von meinen Kindern, die mich das aber nicht fühlen lassen", sagte er 1994 in seinem letzten Interview dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Iwan David Herstatt stirbt mit 81 Jahren am 9. Juni 1995. Was ihn bis zuletzt traf: "Der Dattel läuft frei herum."

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Herstatt-Bank

 


Herstatt Friedrich Peter, Familie  04 / 2021

Hier ruht die 3. Generation der Familie Herstatt, Geschichte wie vor.

Hochzeit, Tod im Bunker  05 / 2020

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I

Imhoff Hans / Familie  03 / 2021

Hans Imhoff (* 12. März 1922 in Köln; † 21. Dezember 2007 ebenda) war ein deutscher Schokoladen-Fabrikant. Er gründete das nach ihm benannte Imhoff-Schokoladenmuseum in Köln.

 

Kindheit und Nachkriegsjahre

Hans Imhoff war der Sohn von Fritz Imhoff, einem Schlossermeister für Stahlkonstruktionen und Kirchenfenster, und Charlotte Imhoff (geborene Gallé). Nach Besuch der dreijährigen Handelsschule begann er in Köln eine kaufmännische Lehre. Er meldete sich danach als Freiwilliger bei der Kriegsmarine in einer Kriegsberichterstattereinheit. Aufgrund eines Augenleidens wurde er 1943 als Marinesoldat ausgemustert und kehrte nach Köln zurück. Im gleichen Jahr heiratete er seine erste Frau Irmgard Lenz, mit der er zwei Kinder hatte. Er arbeitete zunächst in einer Autowerkstatt und wechselte 1944 zum Kölner Fahrzeugproduzenten Ford. Im Oktober 1945 erhielt Imhoff von den Besatzungsmächten die Genehmigung, in Alf (Mosel) einen Lebensmittelgroßhandel zu errichten, der kurze Zeit später zum größten Lebensmittelversorger in der Region aufstieg. Im Juni 1948 gründete er in Bullay eine Schokoladen- und Pralinenfabrik mit einer auf dem Schwarzmarkt erstandenen Schokoladenmaschine und avancierte zum ersten deutschen Nachkriegsmillionär. Das Unternehmen wuchs ständig, im Jahre 1958 beschäftigte Imhoff bereits 400 Mitarbeiter.

 

Nach Köln kehrte er 1964 zurück, um hier die Süßwaren-Kette „Punkt und Pünktchen“ zu gründen, die er danach mit der „Susi Süßwaren-Fachgeschäfte“ verschmolz. Nach dem Wegfall der Preisbindung für Tafelschokolade im August 1964 schloss er einen Lizenzvertrag mit dem Schokoladenhersteller Chocolat Tobler über die Produktion einer Jahresmenge von 3.000 t Schokolade und erreichte ein Jahr später einen Umsatz von 30 Millionen Mark. Diese Lizenzvereinbarung wurde für viele Jahre zum Kerngeschäft seines Unternehmens.

 

Expansion durch Stollwerck

Bisher hatte Imhoff ausschließlich No-Name-Produkte hergestellt. Er übernahm 1969 erstmals mit der Hildebrand, Kakao- und Schokoladenfabrik in Berlin – Deutschlands ältester Schokoladenfabrik – das Markenprodukt „Scho-Ka-Kola“. Im Januar 1972 übernahm er die Kölner Stollwerck AG, die sich zu diesem Zeitpunkt in einer Unternehmenskrise befand. Stollwerck wies zu jener Zeit bei einem Umsatz von 100 Millionen DM einen Verlust von 10 Millionen DM aus. Imhoff erwarb 46,5 % der Stollwerck-Aktien von der Deutschen Bank AG. Auf einer dramatischen Hauptversammlung wurde er am 21. Dezember 1972 als Sanierer präsentiert. In den folgenden Jahren sanierte er das Unternehmen gründlich durch eine klare Markenpolitik und ein knappes Sortiment (von über 1.200 Artikeln wurde auf 190 gestutzt) zu einem der führenden europäischen Schokoladenkonzerne.

 

Im Jahre 1974 verkaufte Imhoff das 57.356 m² große Stollwerck-Betriebsgelände und das sanierungsbedürftige Verwaltungsgebäude im Kölner Severinsviertel an den Kölner Finanzmakler und Immobilienkaufmann Renatus Rüger für 25 Millionen DM, obwohl der Wert in einem Gutachten auf lediglich 5,5 Millionen Mark geschätzt worden war. Zusätzlich flossen für die Verlegung nach Westhoven 10 Millionen Mark Fördermittel der Stadt Köln. Im Gegenzug erhielt er von Rüger neben dem Erlös noch 36 % der Stollwerck-Aktien (Gegenwert 23,5 Millionen DM), insgesamt 48,5 Millionen DM. Hans Imhoff hielt damit 82,5 % an der Stollwerck AG. Nachdem die Stadt das Gelände am 3. Oktober 1974 zum Sanierungsgebiet erklärt hatte, erwarb sie es von Rüger am 4. Juli 1978 für 40 Millionen Mark. Nach der Grundsteinlegung am 18. April 1975 zog das Unternehmen im Dezember 1975 an den neuen Standort nach Köln-Westhoven. Die Rüger gehörende Abschreibungsgesellschaft WITAG finanzierte die dortigen Baukosten durch Investorenkapital. Ab 20. Mai 1980 wurde das verlassene alte Stollwerck-Gelände besetzt, um den drohenden Abriss zu verhindern. Doch ab Juli 1987 wurden Maschinenhalle und Annosaal abgerissen und der Anno-Riegel umgebaut.

 

In zweijährigem Abstand übernahm nun die Imhoff Industrie Holding AG traditionsreiche und bekannte Schokoladenhersteller wie Eszet (1975), Waldbaur (1977) oder Sprengel (1979). Im Januar 1998 kam die Marke Sarotti von der Nestlé Deutschland AG hinzu, es folgte Gubor im März 1999. Nach der Wiedervereinigung engagierte sich Imhoff in Ostdeutschland. Er übernahm im Januar 1991 den thüringischen Schokoladen- und Süßwarenhersteller „VEB Kombinat Süßwaren“ in Saalfeld/Saale und investierte hier für 240 Millionen DM. Imhoff beschränkte sich nun nicht mehr auf die Schokoladeproduktion, sondern diversifizierte in andere Branchen. Er gründete mit der Firma Larosé (März 1977) ein Leasingunternehmen für Berufskleidung, Hotel- und Krankenhauswäsche und erwarb die ehemalige Bergbau-Gesellschaft Concordia AG (1977).

 

Seine Unternehmen führte er patriarchalisch wie ein Familienunternehmen. Die Hauptversammlungen der Stollwerck AG mit den Minderheitsaktionären verwandelte Imhoff in amüsante Veranstaltungen mit großzügiger Bewirtung und Naturaldividenden in Form von Schoko-Paketen. 1988 machte er in seinem Buch Kakao – Das wahre Gold der Azteken auf den seiner Ansicht nach schädlichen Dualismus zwischen fortschrittlichen und rückständigen Wirtschaftsordnungen aufmerksam.

 

Beim Umzug der Stollwerck-Zentrale im Dezember 1975 nach Köln-Westhoven fiel Imhoff der umfangreiche Fundus an Exponaten auf, die für ein Museum geeignet waren. Er entschloss sich, das erste Schokoladenmuseum zu errichten, das er am 31. Oktober 1993 unter dem Namen Imhoff-Stollwerck-Schokoladenmuseum in Köln eröffnete. Es entwickelte sich zu einem Publikumsmagneten für Köln.

 

Verkauf von Stollwerck

Da es ihm nicht gelang, bei der Stollwerck AG für eine familieninterne Nachfolge zu sorgen, veräußerte er im April 2002 seine – inzwischen auf 96 % angewachsene – Aktienmehrheit an der Stollwerck AG (2001: 2.500 Beschäftigte, 750 Mill Euro Umsatz und 16,3 Millionen Euro Gewinn, Marktanteil 13,5 %, bei Tafelschokolade sogar 24,2 %) für 175 Millionen DM an den Schweizer Schokoladenkonzern Barry Callebaut AG. Die noch freien Aktionäre (4 %) wurden in einem Squeeze-out abgefunden. In Porz-Westhoven wurde bis März 2005 produziert, die dortige Produktion wurde auf die Stollwerck-Konzerntochter Van Houten GmbH & Co. KG nach Norderstedt verlagert. Callebaut hat im Oktober 2011 die drei deutschen Stollwerck-Fabriken an die belgische Baronie-Gruppe veräußert.

 

Hans Imhoff zog sich ins Privatleben zurück; er starb am 21. Dezember 2007 nach langer Krankheit und wurde auf dem Kölner Melaten-Friedhof beigesetzt. Bis zu seinem Tod war er in zweiter Ehe verheiratet mit Gerburg Klara Imhoff (geb. Schmidt) und war Vater von vier Kindern.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Imhoff_(Unternehmer)

 

Heruntergeladen am 02.04.2021


J


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Kierdorf Hans-Gert   03 / 2021

Der Leverkusener Hans-Gert Kierdorf wurde am 6. Juli 1939 geboren. Im Jahr 1984 gründete er das Nachtexpress-Transportunternehmen NVS und galt seinerzeit als Visionär der Branche. Nach dem Verkauf von NVS, welches in den niederländischen Kurier-Dienstleister TNT Innight integriert wurde, war er noch lange nach dem Ende seiner aktiven Karriere Mitglied im Aufsichtsrat des Unternehmens. TNT Innight wurde wiederum 2016 von NOX Nachtexpress aufgekauft.

 

Kierdorfs private große Leidenschaft war jedoch der Karneval und er war in zahlreichen Karnevalsgesellschaften in Leverkusen und Köln tätig:

 

Bei den Leverkusener Altstadtfunken Opladen 1902 e.V. hatte er den Titel des Ehrensenators erworben.

In der Prinzen-Garde Köln 1906 e.V. war er 36 Jahre lang Mitglied und dort seit 1997 als Generalpostmeister tätig. Später erhielt er den Titel des Ehrenratsherrn.

Bei der ältesten Karnevalsgesellschaft in Köln, Die Große von 1823 Karnevalsgesellschaft e.V., war er Senator.

Zudem war er Funkenförderer der Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e.V., dem ältesten Traditionscorps im Kölner Karneval.

 

Seine Verbundenheit zu der Karnevalstradition des Rheinlandes verkörpert die Bronzestatue des „Möde Funk“ (der müde Funke) auf seinem Grab, die Kierdorfs Gesichtszüge trägt. Von dieser Figur gibt es zwei Anfertigungen des Bildhauers Kurt Arentz (1934-2014). Dieser hatte zunächst eine zum 100-Jährigen Jubiläum der Altstadtfunken Opladen angefertigt, welche in der Leverkusener Fußgängerzone zu finden ist. Für die Authentizität wurde sogar eine echte Karnevalsuniform der Funken in die Gussform gelegt. Kierdorf gehörte damals zu den Sponsoren der Figur und stand bereits hier Modell für deren Gesichtszüge.

Die beiden Statuen unterscheiden sich nicht nur in ihrer Größe – die Grabfigur ist kleiner – sondern auch in zwei weiteren Details: Am Grab ist die Pfeife, die die Funken an ihrer Kopfbedeckung tragen, anders ausgerichtet und die Figur trägt hier keine Brille. Dies war der Wunsch der Kinder Kierdorfs, die ihren Vater in den letzten Jahren ohne Brille erlebt hatten und ihn so in Erinnerung behalten wollen. Kierdorf hatte nach einer Augenoperation keine Brille mehr nötig.

Kierdorfs Grab mit dem „Möde Funk“ ist bereits Teil von Friedhofsführungen und es kann vorkommen, dass hier – zwar verhalten, aber „met Jeföhl“ – Karnevalslieder angestimmt werden. Das Grab liegt dazu in guter Nachbarschaft. Auf der anderen Seite des Weges befindet sich das Familiengrab eines ehemaligen Kölner Karnevalssitzungspräsidenten. Auch dort steht eine Bronzestatur: Der „Lappenclown“.

 

Auf Kierdorfs Grab befindet sich kein gewöhnliches Grablicht, sondern eine alte Karbidlampe, die mit seinem zweiten großen Hobby, der Eisenbahn, in Verbindung steht. Diese erklärt auch den auf seinem Grabstein eingravierten Titel als Ehrenlokführer bei der Deutschen Bahn AG.

 

Hans Gert Kierdorf verstarb am 6. November 2014 und wurde am 15. November seinem Wunsch entsprechend auf dem Kölner Melatenfriedhof beigesetzt. Kierdorfs Familie erklärt die Bestattung des gebürtigen Leverkuseners in Köln mit dem schlichten Wunsch des Vaters, auf dem historischen Friedhof seine letzte Ruhestätte zu finden. Dies war möglich, da das Ehepaar Hans-Gert und Elisabeth Kierdorf neben ihrem Wohnsitz in Leverkusen eine Stadtwohnung in Köln erworben hatte (nur Kölner Bürgerinnen und Bürger können eine der begehrten Grabstellen auf dem historischen Friedhof erwerben).

Sein Grab befindet sich auf der so genannten „Millionenallee“ HWG / OW an der Ecke K /O (vgl. Friedhofsplan unter www.stadt-koeln.de).

 

Quelle Text: Empfohlene Zitierweise„Grabstätte des Karnevalisten Hans-Gert Kierdorf auf dem Melatenfriedhof”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-312702 (Abgerufen: 18. September 2021)

 

(Katharina Grünwald, LVR-Redaktion KuLaDig, 2020)


Koch Georg Heinrich   06 / 2021

Georg Heinrich Koch 1783 - 1834 Kaufherr und Kommerzienrat in Köln

 

Zu der wunderschönen Grabstätte von Georg Heinrich Koch ist leider nicht viel bekannt, obwohl sie zu den ersten Grabstätten auf dem Melaten Friedhof gehört, schweigen hier selbst die Bücher. Da der Familienname Koch in Köln leider sehr häufig vorkommt, gestaltet sich auch die Suche mehr als schwierig, es gibt lediglich einen Verweis auf seine Tochter Ida Koch, 1832-1891 aus Homburg v. der Höhe. Weiterhin ruhen in dem Grab Ferdinand Koch 1847-1908, Emma Koch, Wolfgang Koch und einige weite Angehörige der Familie Schaede.

 

 

Vermutlich hat die Familie Schaede die Grabstätte in Patenschaft übernommen, Prof. Dr. Adalbert Schaede war ein Herzspezialist mit untadeligem Ruf in Bonn. Professor Schaede bescheinigte Iwan D. Herstatt zwar eine schwere Herzerkrankung, doch hielt er ihn in dem Mammutprozess um die Herstatt-Pleite zunächst für beschränkt verhandlungsfähig. Nach weiteren Verhandlungen erstellte er ein zweites Gutachten indem er Iwan D. Herstatt eine Verhandlungsunfähigkeit bescheinigte, ja sogar davon sprach, die Belastung der Verhandlung könne zum Tod durch einen Herzinfarkt des Angeklagten führen. Die Strafkammer zeigte sich von dem Gutachten so beeindruckt, erklärte die Argumente des Professors für überzeugend und nachvollziehbar und die Verhandlung wurde „vorläufig“ eingestellt. Auch das Verfahren gegen den Devisenhändler Danny Dattel wurde wegen einer erlebnisreaktiven Depression und seines frühkindlichen Schicksals „vorläufig“ eingestellt. Aber das ist eine andere Geschichte.


Koenigs Familie  03 / 2021

Ernst Friedrich Wilhelm Koenigs

 

Wer von uns hat als Kind nicht davon geträumt, einmal für einen Tag ein tapferer Ritter oder ein edles Burgfräulein zu sein? In einem stattlichen und herrlichen Schloss zu wohnen, das von kühnen Recken umkämpft und gegen die Feinde verteidigt wird. Das muss dann wohl auch der Kölner Gustav Bunge gedacht haben, als er für seine Familie das neugotische Schloss Sinzig zwischen 1854 und 1858 als Sommersitz auf den Ruinen einer sagenumwobenen mittelalterlichen Wasserburg im neugotischen Stil von Baumeister Vincenz Statz für 27.000 Taler erbauen ließ. Bunge hatte das Ruinen-Grundstück 1850, im Jahr seiner Heirat mit Adele Andreae, gekauft. Bunges Initialen „GB“ zieren noch heute die Wetterfahne auf der Turmspitze des Schlosses.

 

Die fünf Kinder aus der Ehe von Gustav Bunge mit Adele, geborene Andreae, wuchsen in dem Schloss auf. Die erstgeborene Tochter Johanna (verh. Johanna Koenigs), die den Kölner Bankier und Kunstmäzen Ernst Königs (1843-1904) heiratete, erbte das Gebäude. Bis in die 1930er-Jahre nutzte die Familie Bunge-Königs das Schloss als Sommersitz.

 

Als eine der letzten Erben der Familie vermachte deren Tochter Elisabeth Johanna Adele von Wedderkop der Stadt Sinzig 1954 das markante Gebäude, das in der Denkmalliste eingetragen ist. Nach Renovierungsarbeiten kamen 1956 das Heimatmuseum und das Stadtarchiv im Schloss unter. Im Turmzimmer mit der historistischen Ausmalung des 19. Jahrhunderts befindet sich das Trauzimmer des Sinziger Standesamts.

 

In der Grabstätte der Familie Koenigs ruhen:

 

Ernst Friedrich Wilhelm Koenigs (* 15. Juni 1843; † 24. Juli 1904 in Köln) er war ein deutscher Bankier. Ernst Koenigs wurde 1871 zum Vorstandsmitglied des A. Schaaffhausen'schen Bankvereins in Köln ernannt. Diese Position behielt er bis 1896, als er in den Aufsichtsrat wechselte.

 

Vorgänger des A. Schaaffhausen’sche Bankvereins ist das 1791 gegründete Handelshaus Abraham Schaaffhausen, welches neben Handels-, Speditions- und Immobiliengeschäften auch Bankgeschäfte betrieb. Inhaber war Abraham Schaaffhausen, der mit seiner Bank eine der ersten und wichtigsten Finanzquellen für die wachsende rheinisch-westfälische Schwerindustrie war. Diese Privatbank gehörte zu den ersten Geldinstituten, die den Aufbau der Montangesellschaften im Ruhrgebiet finanzierten. Zum eigentlichen Kern des Unternehmens wurde ab 1807 das Immobiliengeschäft, durch das später die Krise des Bankvereins ausgelöst werden sollte. Als Abraham Schaaffhausen 1815 davon erfuhr, dass das Rheinland durch den Wiener Kongress Preußen zugeschlagen wurde, soll er entsetzt ausgerufen haben: „Jesses Maria, do hierode mer äver en ärm Familich!“ („Ach jeh, da heiraten wir aber eine arme Familie“). Spätestens seit 1837 gehörte die Bank zu den wichtigsten Finanzierern der Industrie. Sie finanzierte zu dieser Zeit etwa 170 Fabriken, darunter Unternehmen wie Krupp, Hoesch, die Gutehoffnungshütte oder den Eschweiler Bergwerks-Verein. Die Bank war im Rahmen des Kölner Bankwesens neben Sal. Oppenheim und Herstatt maßgeblich beteiligt an der durch Fusion am 9. Juni 1837 zustande gekommenen Gründung der Rheinische Eisenbahngesellschaft AG. Auch die Investitionsfinanzierungen bei Eberhard Hoesch & Söhne zur Errichtung des Schienenwalzwerks in Düren-Lendersdorf 1836 stammen wohl vom Bankhaus Schaaffhausen.

 

Neben Ernst Friedrich Wilhelm Koenigs, seine Frau Johanna Koenigs (geb. Bunge), Tochter von Gustav Otto Bunge und Adele Maria Andreae

 

Sein Vater der Kommerzienrat Franz Wilhelm Koenigs (8. Mai 1819 – 1882), der ab 1832 seine Lehre in der Dülkener Zwirnfabrik seines Onkels Gerhard Mevissen (25. Januar 1776 – 1843) absolvierte.

Seine Mutter Wilhelmine Mevissen (1809–1873), die Schwester Gustav Mevissens, mit dem Franz Wilhelm Koenigs eng zusammenarbeitete.

 

Seine Geschwister

 

Gustav Koenigs (11. Januar 1845 – 1896) seit 1890 Geheimer Oberregierungsrat im preußischen Handelsministerium, zuvor seit 1868 bei der Regierung Düsseldorf tätig. Koenigs war bereits 1872-1874 und 1877 aushilfsweise Hilfsarbeiter im preußischen Handelsministerium gewesen.

(Ruhestätte nicht bekannt)

 

Sein Bruder Felix Koenigs (18. Mai 1846 – 1900), er trat 1866 in das 1857 von Adelbert Delbrück gegründete Bank- und Kommissionsgeschäft Delbrück, Leo & Co. ein, wurde Prokurist und 1878 persönlich haftender Gesellschafter. Felix Koenigs gehörte zu den Gründern und Finanziers der Berliner Villenkolonie Grunewald in den 1890er-Jahren und besaß hier mehrere Grundstücke.       Nach ihm sind der Koenigssee und die Koenigsallee benannt.

 

Elise Koenigs (30. Oktober 1848 – 1932), sie zog nach Berlin, wo es für Frauen im Kaiserreich besonders viele Freiheiten und Möglichkeiten der Weiterbildung gab. Sie nutzte in der Hauptstadt die Chance zu wissenschaftlichem Engagement. Als erste Frau trat sie der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften bei. Als Mäzenin kümmerte sie sich um zahlreiche wissenschaftliche Großprojekte und ermöglichte großzügig deren Finanzierung. So stellte sie beispielsweise für die textkritische Neuausgabe des Neuen Testaments im Kaiserreich rund 200.000 Mark zur Verfügung.

 

Wilhelm Koenigs (22. April 1851 – 1906), studierte ab 1868 an der Gewerbeakademie Berlin und an der Bergakademie Berlin. Er wandte sich der Chemie zu und arbeitete 1871 bei Carl Remigius Fresenius und an der Universität Bonn, an der er 1875 promoviert wurde, nachdem er 1874/1875 in Heidelberg tätig war. Nach der Promotion war er kurz an der Universität Berlin, am Polytechnikum Zürich und ab 1876 an der Ludwig-Maximilians-Universität München, an der er sich 1881 habilitierte und 1892 als außerordentlicher Professor berufen wurde.

 

Richard Koenigs (28. März 1856 – 1921) besuchte das Gymnasium in Barmen (Abitur 1870) und studierte nach Ableistung seiner Militärverpflichtungen beim 7. Jäger-Bataillon und Teilnahme am Frankreich-Feldzug ab Ostern 1871 Rechtswissenschaften in Heidelberg, Göttingen, Bonn und Berlin. In Heidelberg war er Mitglied des Corps Rhenania, in Göttingen des Corps Hildeso-Guestphalia. Im September 1875 trat er seinen Vorbereitungsdienst als Gerichtsreferendar in Köln an und wurde nach seiner Ausbildung und Ablegung der großen Staatsprüfung (1881) als Gerichtsassessor am Amtsgericht Köln beschäftigt. Von 1882 bis 1899 war Koenigs Landrat des Kreises Lennep. Anschließend wechselte er als Oberregierungsrat zur Regierung zu Düsseldorf, wo er als Regierungsvizepräsident zum 30. September 1916 in den Ruhestand trat.

(Ruhestätte leider nicht bekannt)

Sowie vermutlich deren Kinder und Enkelkinder.

 

Das Familiengrab der Familie Koenigs wurde 1886 von Ludwig Brunow geschaffen. Carl Ludwig Friedrich Brunow (* 9. Juli 1843 in Lutheran; † 13. Januar 1913 in Berlin-Schöneberg war ein deutscher Bildhauer.

 

Leben

Ludwig Brunow war ein uneheliches Kind von Sophia Brunow, der Tochter des Küsters in Lutheran. Schon früh musste er als Hirtenjunge arbeiten, holte aber mit großem Fleiß in kürzester Zeit seine fehlende Schulbildung nach. Anschließend absolvierte er eine Tischlerlehre in Lübz. Als Geselle arbeitete er in Rostock, dort nahm er auch Zeichenunterricht.

 

Brunow wollte 1866 zunächst nach Amerika auswandern, ging dann aber nach Berlin, um an der dortigen Bauakademie in der Bildhauerklasse bei Eduard Lürssen zu studieren. 1867 wechselte er auf Veranlassung von Friedrich Eggers, der das künstlerische Talent erkannte, an die Akademie der Künste Berlin. 1871/73 arbeitete er als Gehilfe und Mitarbeiter bei Rudolf Siemering und Christian Genschow. Erste Auszeichnung war 1876 die „Große Medaille“ der Weltausstellung in Philadelphia, es folgten im gleichen Jahr das Verdienstkreuz in Gold des Hausordens der Wendischen Krone Mecklenburg-Schwerin und 1893 die Ernennung zum „Großherzoglichen Professor“ mit Verleihung des Ritterkreuzes des Hausordens der Wendischen Krone. 1901 löste Brunow sein großes Atelier auf und zog sich von großen Aufträgen zurück.

 

Quellen Text:
https://www.aw-wiki.de/index.php/Schloss_Sinzig

https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Sinzig

https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Friedrich_Wilhelm_Koenigs

https://de.wikipedia.org/wiki/A._Schaaffhausen%E2%80%99scher_Bankverein

https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Koenigs

https://de.wikipedia.org/wiki/Felix_Koenigs

https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Koenigs

https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Brunow 


Korte Familie   04 / 2021

Leider noch keine Informationen vorhanden.


Kriegerehrenmal von 1866 / 1870   05 / 2021

Kriegerehrenmal von 1866

Neben Grabmalen dokumentieren auch Denkmäler auf Melaten Episoden und Stadtgeschichte. Das 1870 errichtete Kriegerdenkmal, erinnert an den Sieg der Preußen über Österreich im Jahre 1866 und an die Erringung der Vorherrschaft in Deutschland.

 

Die Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 nahe der böhmischen Stadt Königgrätz war die Entscheidungsschlacht im Deutschen Krieg. Die Preußische Armee besiegte die Armeen Österreichs und Sachsens. In einem Gelände von etwa zehn Kilometern Breite und fünf Kilometern Tiefe bekämpften sich über 400.000 Soldaten in einer verlustreichen Schlacht. Zentren der Kämpfe bildeten die strategisch wichtigen Hügel Svíb bei Maslowed und Chlum bei Schestar. Durch den Sieg wurde Preußen Führungsmacht in Deutschland, und Kanzler Otto von Bismarck setzte damit die kleindeutsche Lösung durch. Die Schlacht gilt als einer der Wegbereiter für die Deutsche Reichsgründung 1871. In mehreren Sprachen wird die Schlacht nach dem Dorf Sadowa benannt, insbesondere in Frankreich, wo sie als politische Niederlage wahrgenommen wurde und der Ruf „Rache für Sadowa!“ aufkam.

 

Inschrift:

Zum Andenken an die unter den Armeen S. Majestät König Wilhelm I und dem glorreichen Feldzug von 1866 fern von ihrer Heimat gebliebenen Krieger.

Die Stadt Cöln

 

Die Mitte der Kreuzung des Hauptweges und der Mittelachse besetzt das Kriegerdenkmal 1866, 1870 von C.J. Goebel in Tabernakelform aus Sandstein mit Schrifttafeln aus sog. belgischem Granit errichtet und gestiftet von der „Cameradschaftlichen Vereinigung von 1866“. Über dem massiven, aber fein profilierten Sockel, dessen oberes Ende mit Festons geschmückt ist, erhebt sich über einem altarähnlichen Aufbau, auf dem ein Sturmgepäck mit Helmzier aus Bronze liegt, ein von Säulen getragener Baldachin, auf dem ein Obelisk steht, der mit bekrönendem Adler versehen ist, der seine Flügel zur Schauseite, also zur Blickrichtung Aachener Straße hin, öffnet. …“

 

Zu dem Bildhauer C.J. Goebel (0,Architekt) habe ich bisher noch keine Angaben gefunden.

 

 

Quellen Text teilweise: Aus dem Buch Melaten, Kölner Gräber und Geschichte von Josef Abt, Joh. Ralf Beines und Celia Körber-Leupold

https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_K%C3%B6niggr%C3%A4tz

Heruntergeladen am 16.05.2021


Küpper Karl,   03 / 2021

Georg Karl Küpper (* 2. November 1905 in Düsseldorf; † 26. Mai 1970 in Köln) war ein Büttenredner des Kölner Karnevals. Der als „D’r Verdötschte“ (Kölsch für eine verrückte, verwirrte, tölpelhafte Person auftretende Küpper gilt als einer der wenigen deutschen Karnevalisten, die sich offen gegen die Nationalsozialisten positionierten und sie in ihren Programmen persiflierten.

 

Leben und Werk

Ab 1927 stieg der gelernte Buchdrucker zum Nebenerwerb im Karneval in „die Bütt“ und profilierte sich als Redner im Sitzungskarneval. Während der offizielle Karneval und seine Protagonisten sich unter der NS-Diktatur zu weiten Teilen mit dem Nationalsozialismus arrangierten, stellte Küpper seine distanzierte Haltung zum NS-Regime auf der Karnevalsbühne subtil, aber auch offen zur Schau.

 

Zunächst wirkte Küpper noch bei Unterhaltungssendungen im NS-kontrollierten Radio mit, stellte dies aber später mit der Begründung „Die dunn do immer su komisch ‚Hallo‘ roofe“ – eine Anspielung auf den Hitlergruß – ein. Den von Nationalsozialisten erwarteten Hitlergruß nutzte er auch für eine oft zitierte Nummer auf der Karnevalsbühne: Er betrat die Bühne, hob den rechten Arm und sagte zur Überraschung des Publikums: „Su huh litt bei uns dr Dreck em Keller!“ – „So hoch liegt bei uns der Dreck im Keller!“. Oder er fragte, die Hand erhebend, ob es gerade regnet: „Es et am rähne?“

 

Aufhebung des Redeverbots 1944 durch die NSDAP-Gauleitung Köln-Aachen

Aufgrund seiner Popularität wurde er trotz seiner oppositionellen Haltung weiterhin zu großen Sitzungen eingeladen. Im Jahre 1939 ereilte ihn jedoch ein lebenslanges Redeverbot nach dem Heimtückegesetz wegen Verächtlichmachung des Deutschen Grußes sowie von NS-Würdenträgern und -Organisationen. Er missachtete es, obwohl er sich zeitweise täglich bei der Gestapo zu melden hatte. Um einer drohenden Verhaftung zu entgehen, meldete er sich schließlich zum Dienst in der Wehrmacht. Dort wurde er im Fronttheater eingesetzt, nachdem man sein Redeverbot aufgehoben hatte.

 

Zurück aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft, trat Küpper bald wieder in Köln als Büttenredner auf. Neben den Zuständen unter der Besatzung nahm er in der Nachkriegszeit weiterhin auch den Nationalsozialismus und die aktuelle Politik aufs Korn, behandelte aber auch unpolitische Themen. Überhaupt sah er sich nie als Widerstandskämpfer, sondern als Karnevalist, der mit subversiver rheinischer Mentalität bis an die Grenzen der Narrenfreiheit ging.

 

Nachkriegszeit

 

Grabstätte (Das Todesdatum von Karl Küpper ist falsch angegeben.)

1952 zeigte er in seiner Rede „D’r verdötschte Funk-Reporter“ wieder den Hitlergruß: „Et eß ald widder am rähne!“ Damit spielte er auf die Gefahr der Einflussnahme alter Eliten auf die Inhalte der Karnevalsreden an – in der Tat gewann beispielsweise Thomas Liessem, dessen Äußerungen und Haltungen zum Nachkriegskarneval eine Kontinuität zu seiner einschlägigen Rolle vor 1945 bescheinigt wurde, wieder an Einfluss im Festkomitee Kölner Karneval. Nachdem Küpper in seiner Rede auch die Wiedergutmachungsanträge deutscher Vertriebener aufs Korn genommen hatte, beschlossen sowohl der Festausschuss Kölner Karneval als auch der Bürgerausschuss Kölner Karneval, letzterer in einer pikanterweise von Liessem geleiteten Sitzung, ein faktisches Auftrittsverbot für Küpper, indem sie seine „Entgleisungen“ ablehnten und den Mitgliedsgesellschaften davon abrieten, ihn als Redner zu verpflichten.

 

Ungeachtet dessen feierte Küpper, z. T. mit entschärften Reden, in den 1950er Jahren große Erfolge als Büttenredner. Das Kölner Hänneschen-Theater ließ ihn 1953 als Stockpuppe auftreten.

 

Im Jahr 1960 beendete Küpper seine Bühnenkarriere und betrieb im Anschluss eine Gaststätte in Köln-Kalk.

 

Karl Küpper verstarb 1970 im Alter von 64 Jahren in einem Kalker Krankenhaus. Er war seit 1941 mit Sofie Katharina geb. Hüsgen verheiratet. Die Grabstätte der Eheleute befindet sich auf dem Melaten-Friedhof (Flur 69 A).

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_K%C3%BCpper

Heruntergeladen am 27.03.2021

 


L

Leisten Ferdinand (Ferdi)  05 / 2020

Ferdinand „Ferdi“ Leisten (* 2. März 1914 in Köln; † 6. Mai 1995 ebenda) war ein deutscher Unternehmer und Pferdezüchter. Als Präsident des Festkomitees Kölner Karneval prägte er über viele Jahre den Kölner Karneval.

 

Pferdezucht

Ferdi Leisten Junior war als Nachfolger seines Vaters Ferdi Leisten Senior Inhaber des Ofenhauses Leisten. Schon in den 1930er Jahren entdeckte er seine Leidenschaft für die Vollblutzucht. In den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges sorgte er für die Überführung zahlreicher in Gotha internierter Zuchtpferde in den Westen, darunter den gesamten Bestand des Gestüts Zoppenbroich. Nach dem Krieg war er maßgeblich dafür verantwortlich, dass schon 1946 der Rennbetrieb auf der Galopprennbahn in Köln-Weidenpesch wieder aufgenommen werden konnte. Zusammen mit Walther Bresges und Waldemar von Oppenheim legte er den Grundstein für das spätere Direktorium für Vollblutzucht und Rennen, in dem er selbst über viele Jahre Ämter innehatte. Ab 1963 war er 31 Jahre lang als Auktionator bei den Baden-Badener Jährlingsauktionen tätig. Seine Sprüche („Karneval mache nur ich“) sorgten dafür, dass „diese Auktionen neben einem Informationswert auch eine außergewöhnliche Unterhaltung boten“. Als Präsident der 1988 gegründeten Baden-Badener Auktionsgesellschaft (BBAG) trieb er den Bau eines eigenen Gebäudes für die Auktionen voran, nachdem schon in den 1970er Jahren auf seine Initiative hin ein neuer Führring auf dem Rennplatz Iffezheim gebaut worden war. Von 1963 bis 1979 war er Präsident der Besitzvereinigung für Vollblutzucht und Rennen, und er fungierte als Vorsitzender der Zuchtkommission im Galoppverband. Leisten selbst züchtete gemeinsam mit Margit von Batthyány, einer Schwester von Heinrich Thyssen, Rennpferde auf dem Gestüt Erlenhof in Bad Homburg. Seit 2004 wird in Iffezheim das Ferdinand Leisten-Memorial ausgetragen, das mit 200.000 Euro höchstdotierte Rennen für Zweijährige in Deutschland.

 

Engagement in Köln

Schon der Vater von Ferdi Leisten war 1927 Karnevalsprinz in Köln. Der Sohn wurde Mitglied der Karnevalsgesellschaft Große Kölner und 1946 Präsident der Ehrengarde. 1959 war er selbst Prinz Karneval. Im Festkomitee Kölner Karneval war er Schatzmeister und Vizepräsident bevor er 1963 als Nachfolger von Thomas Liessem zum Präsidenten des Festkomitees gewählt wurde. Ferdi Leisten hatte dieses Amt bis 1973 inne und wurde anschließend zum Ehrenpräsidenten ernannt. Von 1954 bis 1959 war er Leiter des Rosenmontagszugs. Auf seine Initiative wurden die Kölner Werkschulen in den Kölner Rosenmontagszug einbezogen und das ehemalige Haus des Kölner Karnevals in der Antwerpener Straße gegründet. Das Kölner Personen Lexikon schreibt über ihn: „Leisten gab maßgebliche Impulse zur Struktur und Professionalisierung des Karnevals, so unter anderem 1955 zur Gründung des ‚Großen Senats‘ und des ‚Hauses des Kölner Karnevals mit Heimatmuseum‘.“ Zudem regte er Denkmäler für Karl Berbuer und Jupp Schmitz an und sammelte das dafür notwendige Geld.

 

Außerhalb des Karnevals war der Unternehmer Leisten in Köln unter anderem in der Industrie- und Handelskammer und der Kölner Messe engagiert. Der Bundespräsident verlieh Ferdi Leisten das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Er war zweimal verheiratet und Vater von zwei Söhnen. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Kölner Melaten-Friedhof (Flur 12 in G).

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdi_Leisten

Heruntergeladen am 28.05.2021

 


Leuffen, Dr.  med  Franz  05 / 2020

 

Dr. Franz Leuffen, Arzt und Freimaurer

Dr. Franz Leuffen wurde im Jahr 1821 geboren und verstarb im Jahr 1900. Dr. Leuffen war als approbierter königlicher Physikus sowie als Stadt-, Kreis-, und Wundarzt in Köln tätig. Er war auch als Geburtshelfer approbiert.

Er war aber nicht nur Arzt und hochrangiger deutscher Freimaurer, er verfasste mehrere maßgebliche Texte und das preußische Regulativ zur Durchführung von gerichtlichen Leichen-Untersuchungen.

Ich habe einige Zeit gebraucht, das Wort über dem Strahlenkranz zu entziffern.

γνῶσις (Gnosis)

Bedeutet so viel wie Erkenntnis, es wird heute eher mit dem Gnostiker in Verbindung gebracht, also jemandem der eine besondere Kenntnis hat.

Der Olivenzweig und die Schlange sind modernisierte Symbole des Stabes des Asklepios, also dem Zeichen der Ärzte.

Das Auge der Vorsehung (auch allsehendes Auge, Auge Gottes oder Gottesauge) ist ein Symbol, das gewöhnlich als das Auge Gottes interpretiert wird, das alles sieht. Dargestellt wird es als ein von einem Strahlenkranz umgebenes Auge und ist meist von einem Dreieck umschlossen, das auf die Trinität verweist.

Aber wenn man hier genauer hinschaut ist das Pentagramm auf den Kopf gestellt, das Pentagramm steht normalerweise auf zwei Spitzen. Beim umgekehrten Pentagramm bzw. Drudenfuß weist eine Spitze zur Erde. Es ist schon auf zahlreichen altgriechischen Münzen als Symbol des Geheimnisses, der Vollkommenheit oder des Weltalls, bei den alten Druiden, Pythagoreern, Gnostikern und Neuplatonikern abgebildet. Auch wird es als Abzeichen von geheimen Gesellschaften verwendet, sind damit die Freimaurer gemeint?

Die Freimaurerei, auch Königliche Kunst genannt, versteht sich als ein ethischer Bund freier Menschen mit der Überzeugung, dass die ständige Arbeit an sich selbst zu einem menschlicheren Verhalten führt. Die fünf Grundideale der Freimaurerei sind Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität.

Um Freimaurer ranken sich viele Mythen, vor allem die Zeichen und Symbole sorgen für viel Interesse an der Geschichte der Freimaurer.

Das Pentagramm wird nicht nur von Satanisten, sondern auch von Freimaurern und einigen Religionen verwendet. Bei den Freimaurern steht der fünfzackige Stern für einen fünffach gebrochenen Lichtstrahl, dessen Anfang zu seinem Ende zurückkehrt.

Das "Auge der Vorsehung" wird ebenfalls nicht nur von den Freimaurern verwendet. Bekannt ist es vor allem von dem Dollar-Schein und wird häufig, aber fälschlicher Weise, mit den Illuminaten in Verbindung gebracht. Für die Freimaurer fordert das Symbol in erster Linie zur Weisheit auf steht für die Wahrheit und das Gewissen.

Der rauen Kanten des Grabsteins ähnelt der Oberfläche einer Walnuss. Sie stehen für die unvollkommene Persönlichkeit der Menschen, mit all ihren Ecken und Kanten. Der viereckige kubische Stein steht hingegen für das Idealbild des Menschen. Auf die geraden Steine kann die Gesellschaft sprichwörtlich bauen.

Unter am Sockel fast unscheinbar hinter dem Efeu finden sich weitere Freimaurer Symbole „versteckt“

Das bekannteste Symbol der Freimaurer sind der Zirkel und das Winkelmaß. Es gibt generell keine einzig richtige Deutung der Freimaurer-Symbole, oft werden sie in mehreren Weisen gedeutet. Der Zirkel steht für den Kreislauf des Lebens, für Unendlichkeit, die Unsterblichkeit, aber auch für die Gemeinschaft.

Das Winkelmaß steht mit seinem rechten Winkel für das Führen eines aufrechten Lebens, angelehnt an ein Zitat von Platon, nachdem es "eine königliche Kunst [sei], (auf)recht zu „Leben". Werte wie Geradlinigkeit und Ehrlichkeit werden dadurch ebenfalls symbolisiert.

Nun bleibt noch die spannende Frage nach dem Löwen.

Auf griechisch heißt der Löwe λέων (Léōn), in Latein Leo in und in Hebräisch arjeh. Er ist ein Sinnbild der Unerschrockenheit, der Großmut, der Macht und gelassenen Standhaftigkeit.

Von den Trieben her betrachtet kann er Ausdruck für hohe Energie, Tatkraft und Aggressivität sein. Der Löwe steht als Symbol für die Sonne und die Auferstehung, aber auch als Sinnbild für imperiale Macht.

Leider konnte ich nicht in Erfahrung bringen, ob das Gesicht des Löwen, Dr. Franz Leuffen darstellt, oder welcher Bezug das Gesicht zu dem Löwen hat. Es könnten aber auch die Gesichtszüge von Asklepios sein, auch Zeus hatte ähnliche Gesichtszüge.

Noch eine persönliche Anmerkung:

Ich finde es sehr schade, das dieser wundervolle Grabstein gereinigt wurde, ein Bild aus dem Jahr 2019 zeigt die Schlange mit einer wundervollen Patina aus Moos.

 

 

 


Leven  Adolph,  10 / 2020

Leven  Adolph,  03 / 2021

Adolph Leven

 

"Die Trauernde und der Engel", ja so könnte man die imposante Figurengruppe, auf der Grabstätte der Familie Adolph Leven beschreiben. Wenn Euch ein besserer Titel einfällt, dann schreibt mir doch mal in den Kommentar, ich würde mich riesig freuen.

 

Eine weitausschwingende, nahezu barocke Bronzeplastik einer sitzenden weiblichen Figur und eines Engels, erheben sich mehr als 300 cm hoch. Das Gewand der trauernden Frau liegt reich drapiert über den Stufen des Grabmals. Man kann einer Linie folgen, beginnend bei dem linken Bein der Sitzenden, über ihren erhobenen Kopf, zu dem geneigten Kopf des Engels, seinen Flügeln und der himmelwärts weisenden rechten Hand.

 

Hier handelt es sich noch um eine echte und sehr kostspielige Bronzeplastik, also keine der "neumodischen" Galvano-Plastiken die im 19. Jahrhundert in Mode kamen. Die seriell bzw. fabrikmäßig hergestellten und vor allen Dingen "preiswert" produzierten Figuren, meist in Form einer Trauernden, die das "gesellschaftlich kultivierte Gefühl bürgerlicher Trauer" dargestellt haben, überfluteten von etwa 1873 bis in die 1920er- Jahre die Friedhöfe.

Die Galvanoplastiken sind aber meist schmückendes Beiwerk, z.B. bei einem Monumentalen Grabstein aus Marmor oder Sandstein, nur in wenigen Fällen bilden Galvanoplastiken selbst das Denkmal.

 

 

Zu den Familien Leven und Varain konnte ich nicht viel finden, vermutlich waren sie Kaufleute, Färber, Gerber und Lederwarenhersteller, ihre Spuren verlieren sich in den Kriegsjahren. Auch der hier beigesetzte Dr. Fritz Banzhaf kam vermutlich bei einem Bombenangriff im Februar 1943, in Köln ums Leben.


Leyendecker Familie  04 / 2021

Ernst Wilhelm Leyendecker (geboren am 8. Oktober 1816 in Köln; gestorben am 18. Juni 1891 in Wiesbaden) war ein deutscher Unternehmer und Kommunalpolitiker.

 

Schon in vorindustrieller Zeit wurde in Köln Blei aus der Eifel, dem Bensberger Revier, vom Mittelrhein und der Lahn gehandelt. Die Stadt war also für die Bleiverarbeitung prädestiniert. 1810 entstand eine erste Bleiweißfabrik und in den 1850er Jahren entwickelte sich Köln zu einem Zentrum der rheinischen Bleifarbenherstellung. Zu den Vorreitern gehörte die Firma Lindgens & Söhne, die bereits 1851 Mennige produzierte.

 

Die Firma Odenthal & Leyendecker wurde 1843 in der Kölner Altstadt als Bleiröhrenfabrik gegründet. 1854 begann die Produktion von Bleifarben (Mennige, Bleiweiß etc.). 1869, nach dem Ausscheiden Odenthals, errichtete Wilhelm Leyendecker das neue Werk im aufstrebenden Industrievorort Ehrenfeld.

 

Wo sich hinter der ehemaligen Werksmauer heute der Leo-Amann-Park erstreckt, arbeiteten um 1914 etwa 400 Beschäftigte mit dem seit der Antike geschätzten, aber gesundheitsgefährdenden Schwermetall. Die Arbeiter litten an chronischen Verdauungsbeschwerden, Blutarmut, Muskellähmungen, Schwindelzuständen und Koliken. Die durchschnittliche Lebenserwartung betrug 41 Jahre. Dennoch galten die Vorsorgemaßnahmen bei Leyendecker als mustergültig. Dazu gehörten die Vermeidung von Bleistaub, vom Werk gestellte und regelmäßig gereinigte Arbeitskleidung, separate Räume für Kaffee- und Mittagspausen, wöchentliche ärztliche Untersuchungen und ab 1870 eine Krankenkasse.

 

1915 ging das Unternehmen in Konkurs. Die daraufhin gegründete „Metallverarbeitungsgesellschaft mbH Köln-Ehrenfeld“ wurde 1930 in die „Vereinigte Deutsche Metallwerke AG“ mit Sitz in Frankfurt am Main übernommen. Bis zur Schließung 1969 belastete das Werk die umliegenden Wohnstraßen stark durch Emissionen besonders aus dem Zinkwalzbetrieb.

 

Erhalten blieb von dem Traditionsunternehmen außer der Werksmauer nur das Verwaltungsgebäude an der Venloer Straße (heute Bürgerzentrum Ehrenfeld) sowie ein Wasserturm in dem im Zeitalter des Historismus beliebten, aus England übernommenen Burgenstil. Der Turm wurde 1984 von der Ehrenfelder Bürgergarde Blau-Gold übernommen und restauriert.

 

 

Quelle Text: Walter Buschmann / Matthias Hennies / Alexander Kierdorf, 2018, „Bleifarbenfarbrik Leyendecker in Ehrenfeld”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-293773 (Abgerufen: 5. September 2021)


Löhr Franz  08 / 2021

Franz Löhr (* 11. September 1874 in Köln; † 30. Januar 1918 in Düsseldorf) war ein deutscher Bildhauer.

 

Tante Änne

Franz Löhr hat viele Nackte geschaffen, auf der Kölner Werkbundausstellung im Jahr 1914 wurde eine seiner Sandsteinskulpturen zu einem Ärgernis im sogenannten „Nuditäten-Streit“. Dem Staat und der Kirche, im prüden deutschen Kaiserreich und im katholischen Köln ging die Kunst deutlich zu weit. Bei der Skulptur der nackten Frau, handelt es sich vermutlich um Tante Änne, wie seine Frau Anna liebevoll genannt wurde. Anna Löhr wurde ebenfalls in der Grabstätte beigesetzt.

 

Leben

Franz Löhr arbeitete ursprünglich als Goldschmied und besuchte die Zeichenakademie in Hanau. In Paris, wo er bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs tätig war, bildete er sich autodidaktisch zum Bildhauer aus. In seiner Frühzeit war er von Auguste Rodin beeinflusst. Löhr stellte seine Werke in den Jahren 1905 bis 1911 in den verschiedenen Pariser Salons aus. Außerdem beschickte er regelmäßig die Winterausstellungen im Kölner Kunstgewerbemuseum. Das Kölner Stadtarchiv bewahrt eine Eingabe Löhrs bezüglich der Gestaltung eines Brunnens im Rosenhof des Volksgartens auf, die 1913 aber abgelehnt wurde. Begründet wurde diese Ablehnung mit der vollständigen Nacktheit des Oberkörpers der Frauengestalt, die den Brunnen zieren sollte.

 

Arbeiten von seiner Hand gelangten in Museen in Köln, Düsseldorf und Freiburg im Breisgau. Das Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin bewahrt eine Medaille aus dem Jahr 1916 auf, die Franz Löhr anlässlich der 50. Fahrt des Lazarettzuges G 2 schuf.

 

Franz Löhr wurde auf dem Kölner Melaten-Friedhof begraben, wo sich noch eine Grabstele der Familie Löhr befindet, die seinen Namen und seine Lebensdaten trägt.

Quelle Text teilweise: https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_L%C3%B6hr

 

Heruntergeladen am 21.08.2021