Melaten - Friedhof Köln, Namen   D  -  F


Der Melaten-Friedhof ist der Zentralfriedhof von Köln. Er liegt an der nördlichen Grenze des Stadtteils Lindenthal im Stadtbezirk Köln-Lindenthal. Im Süden begrenzt ihn die Aachener Straße, im Osten die Piusstraße, im Westen die Oskar-Jäger-Straße und der Melatengürtel, im Norden die Weinsbergstraße. Der 435.000 m² große Friedhof ist von der Anzahl der Grabstätten (55.540; 2008) der größte Kölner Friedhof.

 

Der Name „Melaten“ rührt von dem bereits im 12. Jahrhundert an dieser Stelle nachgewiesenen Heim für Kranke und Aussätzige, dem Hof Melaten. 1243 wurde der „hoff to Malaten“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Kapelle St. Maria Magdalena und Lazarus stammt aus dem Jahre 1245. Auf der anderen Seite der Aachener Straße befand sich die Richtstätte Rabenstein.

 

 

Entstehung des Melatenfriedhofes

Während der französischen Besatzungszeit in Köln, die am 6. Oktober 1794 begann, änderte sich das Begräbniswesen durch ein kaiserliches Dekret über die Begräbnisse („Décret sur les sépultures“), von Napoleon am 12. Juni 1804 erlassen. Es untersagte aus vor allem hygienischen Gründen Beerdigungen innerhalb von Städten, Dörfern und geschlossenen Gebäuden.

 

Die Stadtverwaltung kaufte deshalb ein Grundstück auf dem Gelände des ehemaligen Leprosenasyls und ließ die meisten Gebäude abreißen. Die Kapelle des Leprosenheimes wurde in den Friedhof integriert. Mit der Gestaltung des Friedhofes wurde Ferdinand Franz Wallraf beauftragt, der sich den Pariser Friedhof Père Lachaise zum Vorbild nahm. Seine Pläne beschrieb er in der 1809 erschienenen Schrift „Über den neuen stadtkölnischen Kirchhof zu Melaten“. Von Anfang an plante er den Friedhof auch als Erholungsstätte und als öffentliche Grünanlage. Am 29. Juni 1810 weihte der Dompfarrer Michael Joseph DuMont den Melatenfriedhof ein und die Friedhöfe innerhalb der Stadt wurden geschlossen. Das erste Begräbnis fand hier am 1. Juli 1810 statt.

 

Offiziell nannte man den Friedhof „Gottesacker der Stadt Köln“; bis 1829 durften nur Katholiken dort bestattet werden. Die Protestanten begrub man weiter auf dem alten Geusenfriedhof im Weyertal, Juden bis zur Anlage des jüdischen Friedhofs 1903 im rechtsrheinischen Deutz. Trotz mehrerer Erweiterungen des Friedhofes wurde er mit der Zeit zu klein. Zu seiner Entlastung eröffnete man 1896 den Nordfriedhof, 1901 den Südfriedhof und 1917 den Westfriedhof sowie 1946 den Ostfriedhof.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Melaten-Friedhof

Heruntergeladen am 13.06.2021


D

Daverkausen Michael, 04 / 2021

Liebe Freunde von Orte der Stille,

zu dem Brennereibesitzer Michael Daverkausen lässt sich leider nicht viel finden. Der Erzengel Michael auf der Grabstätte, dargestellt mit einem Feuerschwert bzw. Flammenschwert und einer Waage ist schon was Besonderes. Vielleicht sind ja nicht nur die Vornamen identisch, vielleicht hat Michael Daverkausen die Menschen oder seine Familie beschützt, vielleicht war er aber auch ein mutiger Kämpfer?

 

Erzengel Michael

 

Er beschützt Menschen in Gefahr, er entscheidet über das Schicksal der Seelen nach dem Tod, er hütet den Lebensbaum – der Erzengel Michael hat viele Aufgaben.

 

Unter den zehn Erzengeln der Kabbala (Metatron, Raziel, Zaphkiel, Zadkiel, Chamuel, Uriel, Gabriel, Raphael, Sandalphon) nimmt Michael eine Sonderstellung ein: Er ist der einzige Erzengel, der in der Bibel Erwähnung findet. Er gilt als der wichtigste Engel; als der, der Gott am nächsten steht. Der Erzengel Michael verfügt sowohl über eine weiche, sorgsame Seite als auch über eine harte, kämpferische.

 

Der Überlieferung zufolge war er der Engel, der Daniel vor den Löwen in der Löwengrube beschützte. Und Michael soll es auch gewesen sein, der durch den brennenden Busch mit Moses sprach. Michael gilt als Schutzengel durch und durch: Er hilft Menschen, Gefahrensituationen unbeschadet zu überstehen, und auch nach dem Tod stellt er ihr Wohlergehen sicher, indem er ihre Seelen wohlbehütet ins Jenseits führt. Doch Michael steht auch für Gerechtigkeit und die Einhaltung von Gottes Gesetzen: So ist er derjenige, der Adam und Eva aus dem Garten Eden jagte, als diese vom Baum der Erkenntnis gegessen und damit gegen eine von Gottes Regeln verstoßen hatten. Und so ist Michael auch der Anführer der Heerscharen des Himmels. Er war derjenige, der Luzifer und sein Gefolge aus dem Himmel jagte, als diese sich gegen Gott aufbäumten. Außerdem ist Michael derjenige, der über das Schicksal der Seele eines Menschen nach seinem Tod entscheidet, indem er dessen Leben und Taten nach Gut und Böse beurteilt.

 

Kein anderer Engel wurde in der Geschichte der Menschheit so häufig dargestellt wie der Erzengel Michael. Eines seiner wichtigsten Symbole ist zweifelsohne das Schwert, mit dem er den Drachen der Finsternis (Luzifer) besiegte. Die Waage ist das Zeichen dafür, dass Michael nach dem Tod eines Menschen mit der Seelenwaage alle seine guten und schlechten Taten abwiegt. Das mystische Rot steht für Wärme und Feuer, aber auch für Blut – denn nicht zuletzt ist Michael auch ein mutiger Kämpfer, der voller Inbrunst die göttlichen Belange verteidigt. Und mit der Posaune wird Michael dereinst die Toten aus den Gräbern erwecken.

Quelle Text: https://www.questico.de/magazin/spiritualitaet/erzengel-michael.do

 

Heruntergeladen am 29.04.2021


Deltgen Rene  04 / 2021

Leider noch keine Informationen vorhanden.


Dreesmann Maria, 04 / 2021

Maria Dreesmann 1903 - 1916

Von großer Eindringlichkeit zeugt die Grabstätte von Maria Dreesmann. Das früh verstorbene Mädchen (1903-1916) wird von einem Schutzengel umfangen, der herzförmig seine Flügel um das Mädchen hüllt, das schreitend sich in die Obhut des Engels hineinbegibt, dessen Gesicht realistischen Ausdruck hat (Flur 2 in M). Die Inschrift lautet: "Von einem Tage, den die Menschen leben, erblickt ich nur das Morgenrot. Vor Stürmen, die der Menschen Brust durchbeben, bewahrte mich ein früher Tod. Verweile Wanderer, nicht mich zu beweinen. Geh hin und tröste mir die lieben Meinen".

 

Karl Janssen Bildhauer

Karl war das fünfte Kind von Laura und Theodor Janssen. Er wurde am 29. Mai 1855 geboren. Über seine Kindheit und Jugend liegen keine Nachrichten vor; es ist lediglich bekannt, daß er bei seinem Bruder Peter erste Zeichenstudien absolviert hatl2. Wie sein Vater und sein Bruder erhielt KARL JANSSEN eine Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf. Im Studienjahr 1872/73 trat er in die Kunstschule ein.

 

Der Wunsch, Bildhauer zu werden, schien von Anfang an festzustehen. Janssen war in diesem Studienjahr noch nicht in der Schülerliste von Wittigs Bildhauerklasse verzeichnet; er wurde jedoch in der Liste des Faches Kunstgeschichte genannt und dort als Bildhauer bezeichnet. Zu Beginn des darauffolgenden Studienjahres, am 6. Oktober 1873, trat Karl Janssen in die zweite Bildhauerklasse ein. Dort waren Wilhelm von Kempen und Leo Müsch seine Mitschüler; 1875 kam Max Reinhart hinzu, der nur zwei Jahre bei Wittig blieb. In der ersten Bildhauerklasse studierte bei Janssens Eintritt Heinrich Hoffmeister, der bereits 1873 nach Berlin wechselte. Wittigs Gehilfe Georg Neumann war ebenfalls in der ersten Bildhauerklasse eingeschrieben. Am Ende seines ersten Studienjahres in der Bildhauerklasse erhielt Janssen von Wittig folgende Beurteilung: "Janssen verspricht durch seinen Fleiß und Talente ein vorzüglicher Künstler zu werden"15. Im Studienjahr 1873/74 besuchte Janssen zusätzlich die von Dr. Lotz geleitete Bauklasse. Im Oktober 1874 trat Joseph Tüshaus in die Bildhauerklasse ein. Der in Münster geborene Tüshaus war vier Jahre älter als Janssen. Zwischen beiden entwickelte sich eine enge  Freundschaft, die sie über ihre Studienzeit hinaus verband und auch in gemeinsamen Arbeiten zum Ausdruck kam. Am Ende des Studienjahres 1875/76 erhielt Janssen von Wittig eine weitere Beurteilung: "Janssen verspricht, wenn er sich ungestört so weiter entwickeln kann, wie er es die 3 Jahre, welche er nun bei mir ist, getan hat, durch sein schönes Talent, sein Fleiß und vorzüglichen Charakter ein vollständig durchgebildeter Bildhauer, zu werden, der sowohl unserer Anstalt Ehre machen, als auch allen Anforderungen gewachsen sein wird, die das Vaterland an einen tüchtigen Künstler stellen kann" Entsprechende Beurteilungen wiederholten sich in der Folgezeit. In den Studienjahren 1875/76 bis 1878/79 wurde Janssen ein akademisches Stipendium gewährt.

 

Anhand der Beurteilung für das Studienjahr 1877/78 läßt sich erstmals eine von Karl Janssen geschaffene plastische Arbeit fassen. Wittig hielt fest, Janssen ist gegenwärtig mit einer fast lebensgroßen Gruppe Antigone, Polyneikes die Grabesweihen spendend beschäftigt". Doch bleibt die Kenntnis von Janssens Werk auf diese schrift1iche Überlieferung beschränkt. Wittigs Beurteilung zum Ende des Studienjahres 1877/78 ist weiterhin zu entnehmen, daß Janssen ,,Anfang dieses Jahres in einer Concurrenz mit vierzehn jungen Künstlern den Preis, ein Reisestipendium nach Italien davon getragen hat. Abraham Wetter war 1869 in Düsseldorf verstorben; er hatte testamentarisch eine Stiftung von 3000 Talern verfügt, die den Studenten der Düsseldorfer Kunstakademie zugute kommen sollte. Die Aufsicht über diese Stiftung wurde in die Hände des Kuratoriums der Akademie gelegt, das festsetzte, daß die Zinsen dieses Kapitals angesammelt werden sollten, ,,...bis sie 500 Thaler erreichen. Alsdann soll eine Concurrenz in Bildem ausgeschrieben werden und demjenigen, welcher die beste Arbeit geliefert, die Summe von 500 Thalern behufs eine Reise nach Italien zuerkannt werden“. Das Kuratorium legte somit ausdrücklich fest, daß von den Bewerbern bildnerische Werke einzusenden waren. An diese Bestimmung hatte sich auch Karl Janssen als Schüler der Bildhauerklasse zu halten. Er reichte eine Feder- und Bleistiftzeichnung ein, den Entwurf zu einem mehrteiligen Fries Barbarossazug. Die den Kreuzzug Kaiser Friedrichs I. thematisierende Vorlage zu Wandgemälden gelangte in die Sammlung der Akademie, ist aber weder erhalten noch näher beschrieben. 

 

Die Düsseldorfer Malerschule hatte sich früh mit Darstellungen zum Leben Barbarossas auseinandergesetzt. Der Reichsgraf von Spee nahm Mitte der 1820er Jahre Kontakte zu Peter von Cornelius auf, um den Gartensaal seines nördlich von Düsseldorf (bei Angermund) gelegenen Herrenhauses Schloss Heltorf mit Wandgemälden ausgestalten zu lassen. So entstand bis 1841 ein historischer Zyklus zum Leben Barbarossas, an dem mehrere Düsseldorfer Künstler beteiligt waren.

 

1826 vollendete Carl Stürmer das erste Bild. Neben anderen Darstellungen wurde in drei Bildfeldern der Kreuzzug Barbarossas (1189-1192) thematisiert. Carl Friedrich Lessing malte 1829 die Schlacht bei lkonium und entwarf die Erstürmung lkoniums, deren Ausführung Hermann Plüddemann im Jahr 1839 besorgte. Dieser gestaltete 1841 auch das letzte Gemälde des Zyklus, den Tod Friedrich Barbarossas. Es ist anzunehmen, daß sich Janssen in seinem Barbarossazug an den früheren Arbeiten der Düsseldorfer Malerschule orientierte. Das für eine Italienreise zweckgebundene Stipendium, das mittlerweile auf 1000 Taler erhöht worden war, nahm Karl Janssen erst nach Beendigung seines Akademiestudiums in Anspruch. 

 

Über Jahre hinweg studierten Janssen und Tüshaus gemeinsan bei August Wittig. Ab dem Studienjahr 1877/78 waren sie - mit Ausnahme des als Gehilfe beschäftigten Neumann - die einzigen Schüler der Bildhauerklasse an der Düsseldorfer Akademie. In seiner Beurteilung zum Studienjahr 1878/79 bemerkte Wittig: „Von Janssen und Tüshaus kann ich zu meiner Freude sagen, daß die Hoffnungen, welche ich schon seit Jahren über sie aussprach, sich durch ihre gegenwärtigen Leistungen in vollem Maße erfüllen. Für den Fall, daß bald an die Ausführung der Eckfiguren auf dem neuen Akademiegebäude gegangen werden sollte, wäre es dringend zu empfehlen, dem Tüshaus einige dieser Dekorationsfiguren zu übergeben. Tüshaus hat in den letzten Jahren schon mehrere lebensgroße Figuren in Sandstein und Holz vollendet, und es könnte daher, besonders, da er die Arbeit unter meiner Leitung durchführen würde, kein Zweifel über das Gelingen derselben entstehen (...) Janssen ist augenblicklich mit einem anderen ehrenvollen Auftrage beschäftigt, weshalb ich ihn für vorgenannten Zweck zur Zeit nicht in Vorschlag bringe"

 

Die Eckfiguren für das neue Akademiegebäude wurden nicht realisiert, so daß auch in diesem Fall der akademischen Bildhauerei DüsseIdorfs ein Projekt nicht zugesprochen wurde.

 

Welchen "ehrenvollen Auftrag" meinte Wittig in seiner eben zitierten Beurteilung Karl Janssens? Im Studienjahr 1879/80 erhielt Janssen eine einjährige Zurückstellung vom Militärdienst. So konnte er das Modell einer Justitia vollenden. Wittigs Bericht zufolge sollte Janssen diese Figur zu einer lebensgroßen Holzskulptur ausarbeiten und ,,...während des Punktierens dieser Arbeit wird er das Gegenstück dazu im Modell beginnen". Die Justitia wurde 1881 vollendet.

 

Peter Janssen, der zwischen 1878 und 1881 den Rathaussaal in Erfurt ausmalte, vermittelte seinem Bruder den Auftrag für zwei das Bildprogramm ergänzende Figuren. Karl Janssens Justitia wurde gemeinsam mit dem von Wittig erwähnten Pendant, einer ebenfalls lebensgroßen Fortitudo, an der Fensterseite des Rathaussaales in Erfurt aufgestellt. Zwei von F. Harzer geschaffene allegorische Figuren, Benignitas und Industria, wurden dem Bild- und Figurenprogramm der beiden Düsseldorfer Künstler hinzugefügt. Der Erfurter Rathaussaal ist in dieser Ausstattung erhalten.

 

Am 15. Oktober 1881 verließ Karl Janssen die Akademie. Er scheint sich während seiner gesamten Studienzeit der Lehre Wittigs gehorsam untergeordnet zu haben, denn Wittig bescheinigte ihm alljährlich neben seinem großen Talent ein gutes, ja "musterhaftes" Betragen. Aus diesem Grund kann Friedrich Schaarschmidts Überlieferung, Janssen habe die Wittigklasse nur so lange besucht, als er ,,...durch die Verhältnisse dazu gezwungen war, nicht den Tatsachen entsprechen. Janssen unternahm keinen Versuch, aus den vorgegebenen Bahnen auszubrechen; Wittig hätte ihm sonst keine so guten Zeugnisse ausgestellt. Auch Janssens späteres Schaffen steht in ungebrochener Kontinuität zu den akademischen Normen, die ihm Wittig vermittelte.

Quelle Text: https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/freizeit-natur-sport/friedhoefe/melaten-rundgang-auf-dem-friedhof?schriftgroesse=normal

Quelle Text Karl Janssen: https://www.janssenart.de/pjalt/karljanssen/Schaffen.html

Heruntergeladen am 10.4.2021

Signiert Karl Janssen

 

Restauriert 1983


DuMont Michael, 04 / 2021

 

Johann Michael DuMont (1741/46 - 1818), der Dompfarrer hatte acht Jahre zuvor den Friedhof eingeweiht.  Das von Wallraf konzipierte Grabmal zeigt eine Stele in klassizistischem Stil mit einem darauf liegenden Buch, vermutlich ein Lesebuch oder eine Bibel.

 

Weiterhin setzte Wallraf eine aussagekräftige, christliche Symbolik ein, um das Leben und Wirken DuMonts zu verewigen: So steht die Schlange für die Versuchung, der Löwe für die Auferstehung und der Kelch für DuMonts priesterliche Tätigkeit. Auch der Anker und das Kreuz untermalen Wallrafs Intention. Zudem zeugt auch die gewählte Bepflanzung – Efeu als Symbol der Treue und Rosen als Symbol der Liebe – von einer durchdachten Konzeption des Grabmals.

 

Geehrt wird der Verstorbene zudem in Form zweier Inschriften. Die Vorderseite ist wie folgt beschriftet: 

 

HIER WAELTE SEIN GRAB

DER ERSTE EINSEGNER DIESES GOTTESACKERS

DER EHRWÜRDIGE H. MICHAEL DUMONT

DOCT BEYD RECHTE SEIT 1806 HAUPTPFARRER AM

DOM IN CÖLN UND DOMHERR ZU AACHEN

VORHER ORD.  PROFESSOR DES GEISTL. RECHTES

U. DER REICHS-GESCHICHTE AN UNSERER

UNIVERSITÄT

AUCH DECHANT DES S. APOSTEL UND CAPITULAR

DES EDL. S. GEREON-STIFTES E.T.C.

 

EIN MANN FÜR JEDE WÜRDE SEINES STANDES,

VIELSEITIG IM WISSEN, STRENG IM HANDELN.

EIN PRIESTER WIE IHN RELIGION, HUMANITAET

UND SEINE VATERSTAD BINNEN DEN STÜRMEN

UNSERER ZEIT ERFORDERTEN.



ER ERLEBTE KAUM DIE MORGENRÖTHE DES NEUEN

VÖLKERFRIEDENS HINIEDEN;

DA NAHM IHN GOTT ZUM GENUSSE DER EWIGEN

RUHE IN SEINE REICHE D. 30TEN NOVEMB. 1818

DEM 77N JAHRE SEINES LEBENS;

IM 49N SEIN. PRIESTERTHUMS

ALLGEMEINE TRAUER FEIERTE SEINEN LEICHENZUG.

 

 


DuMont Marcus  05 / 2021

Marcus Johann Theodor DuMont (Rufname Marcus DuMont, * 10. Januar 1784 in Köln; † 24. November 1831 ebenda) war ein deutscher Verleger und Herausgeber der Kölnischen Zeitung.

 

Leben

Marcus DuMont war der jüngste Sohn des Tabakfabrikanten Franz Heinrich Joseph DuMont (1751–1787) und ein Neffe von Nikolaus DuMont. Nach der Schulausbildung am Dreikönigsgymnasium und der von den französischen Besatzern in eine Zentralschule umgewandelten Universität begann DuMont das Philosophie-Studium an der Universität Münster. Später wechselte er zum Studium der Rechtswissenschaften nach Würzburg und Göttingen. Nach dem Studium kehrte er nach Köln zurück und schrieb zunächst juristische Prozessabhandlungen, unter anderem in einem Rechtsstreit zwischen den Kölner Stiftsherren und der französischen Domänenverwaltung um Grundstücke und Liegenschaften, den Napoléon 1807 durch das Danziger Dekret zugunsten der Stiftsherren beendete.

 

Im Jahr 1805 heiratete DuMont Maria Katharina Jacobina Schauberg (1779–1845), die aus einer Buchdruckerfamilie entstammte. Von der Familie seiner Frau erwarb DuMont im Jahr 1805 für 1400 Reichstaler die Schaubergsche Druckerei, in der Straße Unter Goldschmied gelegen, die aus der 1626 gegründeten Hilden'schen Buchdruckerei zu Köln hervorgegangen war. Mit dem Kauf der Druckerei übernahm DuMont auch die seit 1802 von den Erben Schauberg und zeitweilig von seinem Onkel Nicolaus DuMont verlegte Kölnische Zeitung in einer Auflagenstärke von 250 Exemplaren.

 

Marcus DuMont übernahm die Redaktion der Zeitung, die sich unter seiner Leitung zu einem einflussreichen Presseerzeugnis entwickelte. Durch die Entscheidung der französischen Verwaltung im Roerdépartement nur noch den Druck einer Zeitung zu genehmigen, die in Aachen herausgegeben wurde, musste DuMont im August 1809 den Druck der Kölnischen Zeitung einstellen. Nach Protest bei Napoléon wurde DuMont gestattet, den Mercure de la Roër und ein feuilletonistisches Anzeigenblatt für Köln herauszugeben. Außerdem erhielt er als Ausgleich eine jährliche staatliche Unterstützung von 4000 Francs.

 

Bereits einen Tag nach Abzug der Französischen Besatzung, am 16. Januar 1814, gab Marcus DuMont die Kölnische Zeitung wieder heraus. Im Jahr 1815 baute er zusammen mit Johann Peter Bachem eine Buchhandlung auf. Für seine Angestellten gründete DuMont eine Unterstützungskasse im Krankheits- und Invaliditätsfall, eine frühe Art der betrieblichen Krankenkasse. Im Jahr 1816 wurde der DuMontsche Verlag und die Zeitungsredaktion von der Brückenstraße in das neue Verlagsgebäude Breite Straße 133 verlegt. Die Kölnische Zeitung galt als katholisch und preußenkritisch und wurde häufig zensiert. So erschien die Kölnische Zeitung am 4. Mai 1817 mit einer leeren Titelseite.

 

Unterschiedliche Ideen über die Ausrichtung des Geschäftes führten im Frühjahr 1818 zur Auflösung des Gesellschaftervertrages zwischen Bachem und DuMont. Bachem eröffnete unter seinem Namen eine Verlagsbuchhandlung, DuMont gründete am 1. April 1818 die Du Mont-Schauberg'sche Buchhandlung und das Verlagshaus M. DuMont Schauberg.

 

 

Grabstein von Marcus DuMont auf dem Melaten-Friedhof (1962 neu errichtet)

Im Jahr 1820 wurde eine Filiale der DuMontschen Buchhandlung in Aachen eröffnet, die auch nach seinem Tod bis zum 31. Juli 1836 im Besitz der Familie war. Die Kölnische Zeitung entwickelte sich unter der Leitung von DuMont zu einem einflussreichen Presseblatt im Rheinland. Bis 1829 erschien die Kölnische Zeitung viermal in der Woche, danach wurden sechs Ausgaben hergestellt. Die zeitnahe Berichterstattung von der Julirevolution von 1830 in Frankreich verhalf dem Blatt zu einer Steigerung der Auflage auf über 3300 Exemplare.

 

Marcus DuMont starb am 24. November 1831 und wurde auf dem Friedhof Melaten (Hauptweg, zwischen Lit. A und B) begraben. Die Leitung des Verlages wurde nach seinem Tod von seiner geschäftstüchtigen Frau Katarina und einem seiner zwölf Kinder, dem 20-jährigen Sohn Joseph DuMont übernommen.

 

An dem von Theo Heiermann 1986 errichteten Kölner Zeitungsbrunnen am Standort des DuMontschen Verlagshauses in der Breite Straße in Köln wurde eine Plakette mit dem Bildnis von Marcus Johann Theodor DuMont angebracht.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_DuMont

 

Heruntergeladen am 06.09.2021


DuMont Alfred Neven,  03 / 2021

Alfred Neven DuMont

Alfred Franz August Neven DuMont (* 29. März 1927 in Köln; † 30. Mai 2015 in Rösrath-Forsbach) war ein deutscher Verleger.

 

Biografie

Neven DuMont war der Sohn des Zeitungsverlegers Kurt Neven DuMont und seiner Ehefrau Gabriele, geborene von Lenbach, Tochter des Malers Franz von Lenbach. Er hatte drei Geschwister, die beiden Schwestern Silvia und Majella und einen Bruder namens Reinhold, der viele Jahre Verleger von Kiepenheuer & Witsch war. Im Sommer 1941 verließ die Mutter mit den Kindern das bombardierte Köln, um in München, der Residenz der Großeltern Lenbach, Zuflucht zu suchen. Der Vater, der in seiner Firma unentbehrlich war, blieb in Köln, die Mutter pendelte zwischen den beiden Städten hin und her.

 

Alfred Neven DuMont studierte Philosophie, Geschichte und Literatur in München sowie Journalismus an der Medill School of Journalism an der Northwestern University in Chicago und trat 1953 in den Verlag M. DuMont Schauberg ein. Zu dem Zeitpunkt waren sein Vater Kurt sowie sein Onkel zweiten Grades August Neven DuMont im Unternehmen tätig.

 

Alfred Neven DuMont übernahm sukzessive die Position seines Vaters und formte ab Anfang der 1960er Jahre gemeinsam mit seinem Partner Dieter Schütte (Schwiegersohn von August Neven DuMont) den Verlag zum Medienunternehmen Gruppe M. DuMont Schauberg (MDS) um.

 

Von 1957 bis 1966 war er Herausgeber der Kulturzeitschrift magnum.

 

1964 gründete er den Express und fungierte seit 1967 als dessen alleiniger Herausgeber. Darüber hinaus war er ebenfalls seit 1967 alleiniger Herausgeber des Kölner Stadt-Anzeigers. Von 1980 bis 1984 war er Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Zeitungsverleger und von 1990 bis 1998 Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Köln. Seit dem 1. Januar 1999 erscheint auch die Kölnische Rundschau im DuMont-Verlag.

 

 

Trauerfeier für Alfred Neven DuMont im Kölner Dom

Auch über die Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus war Neven DuMont tätig. So fungierte er seit 1991 als Herausgeber der Mitteldeutschen Zeitung und war seit 2001 Honorarprofessor für Medienpolitik und Medienökonomie am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

 

Seit 1990 war Neven DuMont Vorsitzender des Aufsichtsrats der Unternehmensgruppe M. DuMont Schauberg.

 

2006 übernahm der Verlag die Mehrheit (51 Prozent) am Verlag der Frankfurter Rundschau. Bis zum 31. Oktober war er dort Herausgeber; vom 1. November 2009 bis November 2010[2] hatte sein Sohn Konstantin diese Position inne.

 

 

Grab auf dem Kölner Friedhof Melaten

Neven DuMont starb am 30. Mai 2015 im Familienkreis. Die öffentliche Trauerfeier fand am 9. Juni 2015 im Kölner Dom statt. Beigesetzt wurde er im Grab seines Sohnes Markus auf dem Kölner Melaten-Friedhof (Flur 69).

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Neven_DuMont_(Verleger,_1927)

Heruntergeladen am 27.03.2021

 


Dreschner  Isa, Robert, Franz, Emilie, Erika,   10 / 2020

 

Hermes der Götterbote

Die Grabstätte Isa Dreschner (verstorben 1907, Flur 52) wird bekrönt von einer in Bronze modellierten Hermesfigur. Im Schritt betroffen hält Hermes das Füllhorn in der Hand. Er gilt schon seit der Antike als der Führer der Seelen.

Hermes (altgriechisch Ἑρμῆς, auch Ἑρμείας Hermeias, dorisch Ἑρμᾶς Hermas) ist in der griechischen Mythologie der Schutzgott des Verkehrs, der Reisenden, der Kaufleute und der Hirten, andererseits auch der Gott der Diebe, der Kunsthändler, der Redekunst, der Gymnastik und somit auch der Palästra und der Magie. Als Götterbote verkündet er die Beschlüsse des Zeus und führt die Seelen der Verstorbenen in den Hades (Unterwelt). Er gehört zu den zwölf großen Olympischen Göttern.

Bedeutung

Hermes ist einer der Götter, dessen Kult sich am weitesten zurückverfolgen lässt. Der Mythologie nach ist er der Götterbote, der die Botschaft der Götter den Sterblichen überbringt und sie dabei auch übersetzt. Seine Botschaften sind damit also keine bloßen Mitteilungen, sondern fordern Einsicht und Verständnis. Deshalb wird die Wissenschaft vom „Erklären und Verstehen“ auch als Hermeneutik bezeichnet. Hermes kann sich als Götterbote schneller bewegen als das Licht. Dies ermöglichen ihm kleine Flügel, von denen sich je zwei an jedem seiner Stiefel befinden. Bevor Hermes geboren wurde, war Iris als Götterbotin tätig.

Hermes war wie andere antike Götter (Mithras, Horus/Anubis) auch ein Hirtengott. So hatte er sowohl weltliche als auch metaphysische Aufgaben: Als Bote des Zeus war er ultimativer Gesetzgeber und höchste weltliche Autorität, als Psychopompos („Seelenführer“) beschützte er die Seelen der Verstorbenen auf ihrem Weg zum Totengericht.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Hermes

Heruntergeladen am 30.08.2021

 


E

Engels, Hans-Horst 05 / 2020

Der Lappenclown auf dem Grab von Hans-Horst Engels ist für mich als "Kölsche Jung" die emotionalste Skulptur.

In der linken Hand das Trömmelchen in der rechten Hand ein paar Luftballons und dann der ängstliche Blick in Richtung Himmel.

 

Der Ehrenpräsident des Festkomitees des Kölner Karnevals von 1823 e.V., Hans-Horst Engels, ist am Sonntag, dem 14. Oktober 2007 nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 73 Jahren im Kreise seiner Familie verstorben. Hans-Horst Engels war bis zum Jahr 2005 elf Jahre lang Präsident des Festkomitees und bis zuletzt Geschäftsführer der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kölner Karnevals mbH. "Der Vorstand des Festkomitees und alle ehren- und hauptamtlichen Mitstreiter im Haus des Kölner Karnevals sind fassungslos über diese erschütternde Nachricht. Wir trauern mit seiner Frau Trauti und seiner Familie", so Markus Ritterbach, der das Amt des Festkomitee-Präsidenten von Hans-Horst Engels im November 2005 übernommen hatte.

 

Hans-Horst Engels erlitt vor kurzem ein Aorta-Aneurysma, eine lebensgefährliche Gefäßerkrankung, von der er sich trotz bester medizinischer Betreuung nicht mehr erholte. Die Beisetzung findet am Dienstag, 23. Oktober 2007 in der Trauerhalle auf dem Melaten-Friedhof statt.

 

Von Beruf war er Zahnarzt und bemühte sich stets um eine ganzheitliche und naturheilkundliche Behandlung seiner Patienten. Sein Herz schlug für den Kölner Karneval. Am 11. im 11. wäre Hans-Horst Engels 74 Jahre alt geworden. Nicht nur wegen des jecken Geburtstages lag ihm der Kölner Karneval im Blut: Sein Vater war Mitbegründer der Karnevalsgesellschaft "Sr. Tollität Luftflotte". Er selbst wurde zunächst Mitglied und dann Vorstandsherr der "Großen von 1823". Im Jahr 1967 gründete er die Karnevalsgesellschaft "Kölsche Narren Gilde" mit und wurde dort Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand, Ehrenratsherr, Geschäftsführer, Vizepräsident und ab 1977 deren Präsident und Geschäftsführer. Im Jahr 1985 wurde Hans-Horst Engels zum Vizepräsidenten des Festkomitees gewählt und übernahm die Aufgabe des Protokollchefs.

 

Am 13. Juni 1994 wurde er zum Präsidenten des Festkomitees gewählt. Vor ihm lagen seinerzeit die Vorbereitungen des Jubiläumsfestes "175 Jahre Festkomitee" im Jahr 1998. Sein großer Ideenreichtum sorgte für eine Jubiläumssession mit zahlreichen Veranstaltungen, die Maßstäbe setzten und an die man sich noch heute gerne erinnert.

 

Hans-Horst Engels drängte sich nie in Amt und Würden, die Präsenz in der Öffentlichkeit suchte er nicht. Es lag ihm mehr, bescheiden im Hintergrund mit ungeheurem ehrenamtlichem Fleiß und großer Sensibilität seine Ideen und Visionen auszuarbeiten. Ihn zeichnete eine besondere Beharrlichkeit aus. Ein herausragendes Ergebnis seiner jahrelangen Arbeit ist die Schaffung des "Haus des Kölner Karnevals" mit dem "Kölner Karnevalsmuseum" dem größten seiner Art im deutschsprachigen Raum. Die Förderung der Jugend im Karneval und die Pflege des kölnischen Karnevals mit seinen Traditionen waren ihm ein besonderes Anliegen.

 

"Hans-Horst Engels hinterlässt eine große Lücke im Haus des Kölner Karnevals. Wir alle haben von ihm und seiner Grundhaltung zum Kölner Karneval viel gelernt und fühlen uns verpflichtet, seine Gedanken und Visionen weiter zu pflegen. Der Vorstand des Festkomitees und alle dem Festkomitee angeschlossenen 108 Gesellschaften verneigen sich vor diesem großen Karnevalisten", versichert Markus Ritterbach, Präsident des Festkomitees.

 

Quelle Text: Festkomitee Kölner Karneval von 1823 e. V.


Esser Ferdinand Dr.  03 / 2021

Familie Esser

Die wundervolle Grabplastik aus rotem Mainsandstein auf der Grabstätte der Familie Esser wurde von dem Maler, Bildhauer, Grafiker und Kunstschriftsteller Daniel Greiner geschaffen. Seine Trauernde sitzt auf einem reich verzierten Sarg. Die trauernde Frau ist sehr diesseitig und sinnlich dargestellt und der rote Sandstein unterstreicht die weichen Formen der Plastik. Vier reich verzierte Rosenkübel schmücken die Einfassung der Vorderseite.

 

In der Grabstätte ruhen neben Ferdinand Esser (1865 – 1927), seine Frau Marie Esser (vermutlich Mimi) Geb. Kreuser (1871 – 1910). Da Marie Esser aber mit 39 Jahren sehr früh verstarb, vermutlich auch seine 2. Frau Martha Esser Geb. Pascha (1872 – 1935) sowie die beiden Kinder Robert Esser (1895 – 1969) mit seiner Frau Annemarie Esser Geb. Plate (1903 – 1979) und Else Maassen Geb. Esser (1892 – 1976) mit Ihrem Mann.

Der Bildhauer Daniel Greiner (* 27. Oktober 1872 in Pforzheim; † 8. Juni 1943 in Jugenheim) war ein hessischer Künstler und Politiker (KPD Hessen). Er war Abgeordneter des Landtags des Volksstaates Hessen in der Weimarer Republik.

Leben

Daniel Greiner war der Sohn einer kinderreichen Predigerfamilie von Jakob Friedrich Greiner und dessen Frau Katharina Christine geborene Elker. Er besuchte von 1896 bis 1890 das Großherzogliche Gymnasium in Worms. Im Mai 1892 immatrikulierte er sich an der Universität Gießen und studierte Philosophie und evangelische Theologie. Er schloss das Studium 1896 mit der Promotion zum Dr. phil. ab. Der Titel der Promotion lautete Der Begriff der Persönlichkeit bei Kant. 1897 bis 1901 war er Rektor und Hilfsgeistlicher in Schotten. 1901 geriet er in Konflikt mit der Kirchenleitung und trat aus der Kirche aus und gab sein Amt in Schotten auf. Anschließend studierte er an der Berliner Bildhauerschule und in Paris. Danach arbeitete er als Künstler in Schotten. Eine erste Ausstellung 1903 in der Darmstädter Kunsthalle ebnete ihm den Weg in die Darmstädter Künstlerkolonie, deren Mitglied er von 1903 bis 1906 war. 1906 schied er aus dieser Kolonie aus und ließ sich in Jugenheim nieder, wo er die Werkstätte für Grabmalkunst Greiner und Guth und den Felsberg-Verlag gründete. Die Werkstätte hatte zeitweise über 30 Angestellte. In dem Felsberg-Verlag veröffentlichte er sein umfangreiches grafisches Werk.

 

Greiner betätigte sich als Bildhauer, Medailleur, Grafiker und Schriftsteller. Die nach ihm benannte zweibändige „Greiner-Bibel“ ist sein bekanntestes Werk. Sie besteht aus 147 Holzschnitten zu Themen des Alten und Neuen Testamentes. Waren seine Kunstwerke zunächst vom Jugendstil geprägt, wurde er später ein Vertreter des expressiven Realismus.

 

Am 14. März 1897 heiratete er in Schotten Anna Lina Charlotte Emilie geborene Suppes. Aus der Ehe sind zehn Kinder hervorgegangen. Greiner lebte mit seiner kinderreichen Familie 37 Jahre lang in der Drachenmühle am Eingang zum Stettbacher Tal bei Jugenheim. In der Zeit des Nationalsozialismus lebte er in Isolation und materieller Armut.

Durch die hohe Wasseraufnahme ist der Sandstein sehr empfindlich und im laufe der Jahre entstanden erhebliche Umweltschäden. Durch das im Regen enthaltene Schwefeldioxyd wird das Bindemittel Kalk in dem Sandstein in Gips umgewandelt, die Struktur wird weich und brüchig.

Im Jahr 2012 wurde die wundervolle Grabstätte durch Steinmetz Werkstatt „Stein & Bild Prickartz“ umfangreich saniert.  Der Steinmetzbetrieb Prickartz bietet hochwertige Steinmetz- und Bildhauer-Arbeiten im Kölner Raum, die von einem sechsköpfigen Team realisiert werden. Die Eheleute Prickartz gründeten das Unternehmen im April 2008. Michael Prickartz ist seit 1995 Meister und arbeitet bereits seit 1983 am Friedhof Melaten.

Quellen Text teilweise: https://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Greiner

https://www.steinundbild.de/ueber-uns.aspx

Heruntergeladen am 28.03.2021

 

 


F

Farina Carl (Karl)  04 / 2021

Johann Maria Carl Farina

Johann Maria Carl Farina (* 10. Juli 1840 in Köln; † 21. August 1896 ebenda) war Kölnisch-Wasser-Fabrikant, Sammler und Stifter.

 

Leben

Er war einer der Söhne von Jean Marie Farina. Nach dem Tode seines älteren Bruders leitete er die Eau de Cologne Fabrik „Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz“.

 

 

Er war ein großer Sammler. Seine Sammlung Reichs- und Kurkölnischer Münzen ging nach seinem Tode in den Besitz der Stadt Köln. Diese Münzsammlung enthielt fast alle jemals geprägten Münzen Kölns. Damit gelangte Köln in den Besitz eines kompletten Bestandes, der sich heute im Kölnischen Stadtmuseum befindet. (Stiftung für den Erwerb der Farinaschen Münzsammlung durch die Stadt Köln 27. November 1896)

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Maria_Carl_Farina

Heruntergeladen am 01.09.2021

Farina Johann Maria  05 / 2021

Johann Maria Farina (1685–1766)

Johann Maria Farina, italienisch Giovanni Maria Farina, laut lateinischer Geburtsurkunde Johannis Maria Farina (* 8. Dezember 1685 in Santa Maria Maggiore, dass damals zum Herzogtum Mailand gehörte, Italien; † 25. November 1766 in Köln), war der Erfinder eines Aqua mirabilis (Duftwassers), welches er Eau de Cologne nannte. Inzwischen ist aus Eau de Cologne der Name einer ganzen Duftklasse geworden.

 

Biografie

Farina trat 1714 in das 1709 gegründete Handelsunternehmen seines Bruders Johann Baptist in Köln ein und war maßgeblich an der Entwicklung der Firma „Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz“ beteiligt. 1723 bezogen sie das Haus Obenmarspforten 23 „gegenüber dem Jülichs-Platz“. Johann Maria Farina nannte sein unübertroffenes Elixier zu Ehren seiner neuen Heimatstadt „Eau de Cologne“, zu Deutsch Kölnisch Wasser. Sein Duft war der Duft der Höfe des 18. Jahrhunderts. Sagte man im 18. Jahrhundert Eau de Cologne, so meinte man den Duft von Farina. Nach der Französischen Revolution, Ende des 18. Jahrhunderts versuchten viele, den Duft und den Namen Eau de Cologne zu kopieren. Da es noch keinen Markenschutz gab, wurde aus Eau de Cologne der Name einer ganzen Duftklasse. Die Stadt ehrte ihren Bürger mit einer Statue am Ratsturm.

 

„Mein Duft ist wie ein italienischer Frühlingsmorgen nach dem Regen, Orangen, Pampelmusen, Citronen, Bergamotte, Cedrat, Limette und die Blüten und Kräuter meiner Heimat.“

 

– Johann Maria Farina

Johann Maria Farina starb kinderlos. Sein Grab befindet sich auf dem Melaten-Friedhof in Köln. Eine Gedenktafel liegt auf der Grabstelle seines Großneffen Johann Baptist Farina (Hauptweg).

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Maria_Farina

 

Heruntergeladen am 03.04.2021


Frankenberg, Robert Januarius von  05 / 2020

Nach  Nach mündlicher Überlieferung soll der Familie „halb Schlesien“ gehört haben. Doch täuschen die rund 140 Güter, die irgendwann in Frankenberg‘schen Besitz waren, weil Mitte des 18. Jahrhunderts der Niedergang der schlesischen Landwirtschaft zu häufigem Besitzerwechsel führt. Die bloße Anzahl ehemaliger Güter lässt also nur bedingt auf Wohlhabenheit schließen. Nach und nach wandeln sich auch die v.Frankenberg zum Soldatengeschlecht. So finden sich während der Befreiungskriege 1813 bis 1815 nur noch drei Söhne von Gutsbesitzern unter ihren 31 preußischen Offizieren. Trotzdem gilt sie Mitte des 19. Jahrhunderts für Schlesien als begüterte Familie. 1878 besitzt sie 28 Güter, 1887 nur noch 7. 1878 gehören ihr in Schlesien noch 28 Güter, davon fünfzehn allein den Grafen. Fünf liegen außerhalb dieser Provinz. 1887 ist der Gesamtbesitz auf sieben zusammengeschmolzen, darunter fünf gräfliche.

In Diensten der österreichischen Habsburger kämpfen ab 1525 mindestens neun v.Frankenberg gegen die Türken und Franzosen, von denen sechs fallen. Im brandenburgisch-preußischen und reichsdeutschen Militär dienen von etwa 1600 bis 1945 rund 300 Frankenbergs. Die weitaus meisten sind Offiziere, darunter zehn Träger des Ordens Pour le Mérite und siebzehn Generale. Zum Beispiel nimmt Robert-Januarius v.Frankenberg-Ludwigsdorf (1807–1873) im Jahre 1848 in Berlin am Straßenkampf gegen die Märzrevolutionäre und am Feldzug gegen Dänemark teil. Später ist er ein beliebter Gouverneur von Köln, wo er als General der Infanterie stirbt und sein Grab eine lebensgroße Statue erhält. In den Kriegen von 1701 bis 1871 kämpfen 141 Frankenbergs, im Ersten Weltkrieg 61, im Zweiten Weltkrieg 41. Vom 18. bis 20. Jahrhundert haben die Frankenbergs 46 Kriegstote zu betrauern.

Quelle: http://www.von-frankenberg.com/index.php?option=com_content&view=article&id=98:die-frankenbergs-im-ueberblick&catid=29&Itemid=204

 

Bildhauer, Heinz Hoffmeister (* 24. Juni 1851 in Saarlouis; † 4. März 1894 in Berlin-Grunewald) war ein deutscher Bildhauer, Zeichner, Maler und Schriftsteller.

 

Der im preußischen Saarlouis aufgewachsene Heinz Hoffmeister begann zunächst eine Ausbildung zum Bildhauer im Atelier der Brüder Carl und Robert Cauer in Bad Kreuznach. Danach wechselte er zur Bildhauerklasse von August Wittig an der Düsseldorfer Kunstakademie, musste aber schon wenige Monate später seinen Kriegsdienst im Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 antreten. Hoffmeister kam als Offizier und dekoriert mit dem Eisernen Kreuz aus diesem Krieg zurück und setzte nun seine Studien an der Berliner Kunstakademie bei Albert Wolff fort.

Ab 1873 entschied sich Hoffmann für den dauerhaften Verbleib in Berlin, wo er nun seinen Hauptwohnsitz und seine Werkstatt einrichtete. Dennoch zog es ihn zu Studienzwecken immer wieder ins nahe und ferne Ausland und er unternahm mehrere Reisen durch Spanien, Nordafrika und den Orient. Viel Zeit verbrachte Hoffmeister vor allem auf Capri, wo er als stetiger Gast in der Künstlervilla Albergo Pagano weilte und auch an der Gestaltung der dortigen Wandgemälde beteiligt war.

 

Nachdem sich Hoffmeister in seinen Anfangsjahren zunächst durch kleinere Bildnisse und Skulpturen bekannt gemacht hatte, schuf er später eine Reihe von teilweise monumentalen Figuren und Gruppen, die stilistisch vom Klassizismus und in ihrer Formenbehandlung oftmals stark vom Naturalismus geprägt sind. Unter seiner Leitung entstanden in der Folgezeit zahlreiche bedeutende Denkmale, Grabmale, Büsten, Bauplastiken und Medaillen für viele Städte im damaligen Preußen. Zwischendurch trat er aber auch immer wieder als Maler, Zeichner und Schriftsteller von Reiseberichten und Märchen in Erscheinung.

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Hoffmeister_(Bildhauer)

Heruntergeladen am 01.09.2021


Hans Frese / Familie The Losen  03 / 2021

Hans Frese vormals Familie The Losen

Maria Karl Walter The Losen (* 29. Oktober 1880 in Eupen; † 5. Oktober 1919 in Wiesbaden) war ein deutscher Verwaltungsbeamter und Landrat des Kreises Eupen und des Landkreises Mayen.

 

Leben

Herkunft und Ausbildung

Der unverheiratet gebliebene Walter The Losen war ein Sohn des Spinnerei- und Gutsbesitzers sowie Kreisdeputierten Hermann The Losen (geboren 12. April 1847 in Eupen; gestorben am 28. Mai 1889 ebenda) und dessen Ehefrau Eleonore Emilia The Losen geborene Endemann (geboren am 12. Juni 1853 in Bochum) sowie ein Enkel des langjährigen Präsidenten der Handelskammer zu Eupen Julius The Losen. Die Familie The Losen war um 1770 aus Westfalen nach Eupen zugewandert.

 

Nach dem Besuch des Kölner Kaiser-Wilhelm-Gymnasiums, das er im Jahr 1899 mit Ablegung der Reifeprüfung verließ, studierte Walter an den Universitäten in Genf, Heidelberg, Berlin und Bonn Rechtswissenschaften. 1900 wurde er Mitglied des Corps Guestphalia Heidelberg. Mit Ablegung des ersten juristischen Staatsexamens (Gerichtsreferendar am 17. Juni 1902) setzte er dann seine Ausbildung bei dem Amtsgericht in Ratingen sowie am Landgericht und bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf fort, ehe er mit dem 21. November 1905 als Regierungsreferendar bei den Regierungen Aachen bzw. Düsseldorf in den preußischen Verwaltungsdienst eintrat.

 

Werdegang

Walter The Losen blieb im Verwaltungsdienst. Mit rückwirkendem Dienstalter von Februar 1907 erhielt er nach vorheriger Ablegung des Assessorexamen am 29. Februar 1908 seine Ernennung zum Regierungs-Assessor. Einsatz fand er in dieser Zeit als Hilfsarbeiter bei dem Landratsamt Schleswig. Per Erlass vom 20. Dezember 1908 wurde The Losen zunächst kommissarisch und in der Nachfolge des zum 31. Dezember auf eigenen Wunsch in den Ruhestand tretenden Alfred Gülcher die Verwaltung des Kreis Eupen übertragen. Infolge dessen längerer Erkrankung während des Jahres 1908 erfolgte The Losens Amtseinführung bereits am 2. Dezember 1908, während er erst zum 1. Januar 1909 formell das Amt übernahm. Seine definitive Bestallung erhielt er am 20. Oktober 1909. Während seiner Eupener Dienstzeit vertrat ihn vom 7. Februar bis zum 31. Oktober 1910 der Regierungsassessor bei der Königlich Preußischen Regierung in Aachen, Willy Weyhe wegen einer Erkrankung. Darüber hinaus übernahm er von 1909 bis zu dessen Auflösung im Jahr 1918 das Amt des königlichen Kommissars für Neutral Moresnet.

 

Unmittelbar nach Beginn des Ersten Weltkriegs zum 6. August 1914 in den einstweiligen Ruhestand versetzt, fand The Losen ab dem 11. November 1915 zunächst bei der Regierung Danzig Einsatz, bevor ihm zum 1. Oktober 1918 kommissarisch die Verwaltung des Kreises Mayen übertragen wurde (14. Januar 1919 kommissarischer Landrat ebenda). Der dortige Amtsvorgänger Peter Peters war nach Kriegsteilnahme 1914/15 zum 14. Dezember 1918 aus gesundheitlichen Gründen in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden. Sein Amt am 25. März 1919 niederlegend, wurde The Losen mit dem 25. April 1919 auch formell von seinen Amtspflichten entbunden.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_The_Losen

 

Heruntergeladen am 18.09.2021


Früh Peter Josef,  10 / 2020


Früh Peter Josef,  03 / 2021

Peter Josef Früh

Pe­ter Jo­sef Früh grün­de­te im Jahr 1904 das „Cöl­ner Hof­bräu Früh“, ei­ne Haus­braue­rei mit Schank­wirt­schaft in der Nä­he des Köl­ner Doms. Das tra­di­ti­ons­rei­che und über­re­gio­nal be­kann­te Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men wird heu­te be­reits in der fünf­ten Ge­ne­ra­ti­on fort­ge­führt.

Pe­ter Jo­sef Früh wur­de am 27.1.1862 als äl­tes­tes von 16 Kin­dern des Brau­meis­ters Mat­thi­as Früh (1832-1885) und des­sen Ehe­frau Ma­ria Sy­bil­la Harff (1837-1882) in Brühl ge­bo­ren. Der Va­ter hat­te es als In­ha­ber des Brüh­ler Brau­hau­ses „Vor dem Uhl­tor“ und durch sei­nen aus­ge­präg­ten Ge­schäfts­sinn zu Wohl­stand ge­bracht. Der Tod der Mut­ter mar­kier­te je­doch ei­ne schwe­re Zä­sur. Mat­thi­as Früh zer­brach an dem tra­gi­schen Schick­sal sei­ner Gat­tin und wähl­te den Frei­tod, sei­ne Braue­rei war be­reits 1871 ver­stei­gert wor­den.

Nach sei­ner Aus­bil­dung zum Brau­er über­sie­del­te Pe­ter Jo­sef Früh nach Köln und über­nahm 1895 die in der Apos­teln­stra­ße 19 im Stadt­teil Lin­den­thal ge­le­ge­ne Apos­teln-Braue­rei. Nach Über­win­dung bü­ro­kra­ti­scher Hür­den - die Köl­ner Stadt­ver­wal­tung hat­te ihm zu­nächst be­harr­lich die not­wen­di­ge Aus­schank­kon­zes­si­on ver­wei­gert -, ge­lang es Früh das „Apos­teln-Bräu“ als ei­nes der be­lieb­tes­ten Brau­häu­ser der Stadt zu eta­blie­ren. In kur­zer Zeit zu Wohl­stand ge­langt, ver­äu­ßer­te er be­reits 1898 Braue­rei und Schank­wirt­schaft an Hein­rich Bä­dorf, um in der Fol­ge bis 1904 als Ren­tier zu le­ben. In die­ser Zeit gab Früh den Auf­trag zum Bau sei­nes auf dem Köl­ner Fried­hof Me­la­ten ge­le­ge­nen Grab­mals. Die auf­wän­di­ge, im Ju­gend­stil er­rich­te­te „Ru­he­stät­te der Fa­mi­lie Früh“ ist bis heu­te er­hal­ten.

Nach­dem Früh ei­ni­ge Zeit als Be­ra­ter der Schmitz­schen Braue­rei in Mün­gers­dorf tä­tig ge­we­sen war, fass­te er den ehr­gei­zi­gen Plan, in un­mit­tel­ba­rer Nä­he zum Dom ein neu­es Brau­haus für ober­gä­ri­ges Bier zu er­rich­ten, das 1904 er­öff­net wer­den konn­te. Zur Ver­wirk­li­chung sei­nes Vor­ha­bens hat­te er das in zwei­fel­haf­tem Ruf ste­hen­de „Cen­tral Thea­ter“ er­wor­ben, das we­gen sei­ner zen­tra­len La­ge in Sicht­wei­te des Doms und nicht zu­letzt we­gen der Nä­he zum 1894 fer­tig ge­stell­ten Köl­ner Haupt­bahn­hof sei­nen Vor­stel­lun­gen ent­sprach. Den­noch war sein Plan zu­nächst nicht un­um­strit­ten. Kri­ti­ker be­män­gel­ten, dass es so­wohl dem Bau als auch dem Stand­ort an der ty­pi­schen At­mo­sphä­re tra­di­tio­nel­ler Köl­ner Knei­pen man­ge­le. Früh ließ das Ge­bäu­de den­noch um­fas­send sa­nie­ren und den neu­en An­for­de­run­gen ent­spre­chend um- und aus­bau­en. Die Aus­ge­stal­tung des gro­ßen Gast­rau­mes über­trug er dem re­nom­mier­ten Köl­ner Bild­hau­er Ge­org Gras­seg­ger (1873-1927). Nach sei­nem Stand­ort in der Stra­ße „Am Hof“ er­hielt der Be­trieb den of­fi­zi­el­len Na­men „Cöl­ner Hof­bräu“. Im Erd­ge­schoss be­fand sich die Schank­wirt­schaft. Die dar­über lie­gen­den Eta­gen dien­ten der Fa­mi­lie Früh als Woh­nung, wo­bei die Räu­me im ers­ten Ober­ge­schoss als Kü­che und Kon­tor ge­nutzt wur­den. Im rück­wär­ti­gen, bis da­hin un­be­bau­ten Teil des Grund­stücks „Am Hof 12“ ließ Pe­ter Jo­sef Früh für die Pro­duk­ti­ons­an­la­gen ein neu­es Ge­bäu­de im Stil der Jahr­hun­dert­wen­de mit rot-gel­ben Klin­kern und ei­nem Trep­pen­gie­bel er­rich­ten.

Der Er­folg gab den An­stren­gun­gen Recht. In­ner­halb kür­zes­ter Zeit er­lang­te Frühs „Braue­rei für ober­gä­ri­ges Bier“ nicht nur un­ter der Köl­ner Be­völ­ke­rung ei­nen ho­hen Be­kannt­heits­grad, son­dern er­freu­te sich auch bei den vie­len Be­su­chern der Stadt ei­ner gro­ßen Be­liebt­heit. Vie­le Durch­rei­sen­de, die in Köln um­stei­gen und auf ih­ren An­schluss­zug war­ten muss­ten, pfleg­ten und pfle­gen ih­ren kur­zen  Auf­ent­halt mit ei­nem Ab­ste­cher ins na­he „Früh“ zu ver­bin­den. Über den wirt­schaft­li­chen Er­folg hin­aus war Pe­ter Jo­sef Früh stets dar­auf be­dacht, den Zu­sam­men­halt in­ner­halb sei­ner Fa­mi­lie zu för­dern und so­wohl Ge­schwis­ter als auch Ver­wand­te in sei­nen Mit­ar­bei­ter­stab auf­zu­neh­men.

Seit dem 26.5.1888 war Pe­ter Jo­sef Früh mit der eben­falls aus Pings­dorf bei Brühl stam­men­den Ma­ria Ger­trud Koe­nen (1861-1930) ver­hei­ra­tet. Aus der Ehe gin­gen zwei Töch­ter, Net­ty (1890-1945) und Chris­tel (1892-1942) her­vor. Net­ty Früh hei­ra­te­te den Brau­er Ja­kob Im­men­dorf (1885-1966), Chris­tel Früh des­sen Bru­der Pe­ter Jo­sef Im­men­dorf (1888-1958). Auf die­se Wei­se ge­lang die fa­mi­liä­re Ver­bin­dung zwei­er wohl­ha­ben­der Köl­ner Braue­reidy­nas­ti­en: Der Gro­ßva­ter der bei­den Brü­der, Ja­cob Im­men­dorf (1822-1887), hat­te 1865 die „Im­men­dorf­sche Land­braue­rei“ in Zün­dorf ge­grün­det. Von sei­nem Sohn Pe­ter Im­men­dorf (1849-1927) wur­de der Be­trieb fort­ge­führt. Im Jahr 1913 er­warb die­ser die be­reits er­wähn­te Schmitz­sche Braue­rei in Mün­gers­dorf, die fort­an un­ter dem Na­men „Uni­on Braue­rei Köln“ fir­mier­te. Nach 1918 ver­ei­nig­te er die­se mit dem mitt­ler­wei­le in „Hu­ber­tus-Braue­rei“ um­be­nann­ten vä­ter­li­chen Un­ter­neh­men in Zün­dorf. Pe­ter Jo­sef Früh er­lag am 22.10.1915 ei­nem Schlag­an­fall, den er wäh­rend ei­nes Kon­zert­be­suchs in Bad Nau­heim, wo er sich zu ei­nem Kur­auf­ent­halt be­fand, er­lit­ten hat­te. Er wur­de nach Köln über­führt und dort am 25.10.1915 bei­ge­setzt. Das Un­ter­neh­men wur­de nun von sei­ner Wit­we Ger­trud Früh fort­ge­führt, bis sie sich 1928 aus der Ge­schäfts­lei­tung zu­rück­zog. Sie starb am 28.12.1930 an den Fol­gen ei­ner nach­ope­ra­ti­ven In­fek­ti­on. An ih­re Stel­le hat­te sie 1928 den nicht zur Fa­mi­lie ge­hö­ren­den, zu­vor be­reits in der Hu­ber­tus-Braue­rei tä­ti­gen Brau­meis­ter En­gel­bert Ro­chels (ge­bo­ren 1882) be­ru­fen, ob­wohl auch die Töch­ter des Fir­men­grün­ders seit 1919 als Ge­sell­schaf­te­rin­nen mit an der Spit­ze des el­ter­li­chen Un­ter­neh­mens stan­den.

Ro­chels Wir­ken und Teil­ha­ber­schaft bis 1945 blieb je­doch ei­ne Aus­nah­me in der Ge­schich­te der Braue­rei. Die aus den Ehen der Schwes­tern Net­ty und Chris­tel her­vor­ge­gan­ge­nen Fa­mi­li­en­zwei­ge sind bis heu­te zu glei­chen Tei­len An­teils­eig­ner und stel­len je­weils ei­nen der zwei gleich­be­rech­tig­ten Ge­schäfts­füh­rer. Das Prin­zip ei­ner Dop­pel­spit­ze in der Un­ter­neh­mens­lei­tung wur­de bis heu­te bei­be­hal­ten.

Wäh­rend Ja­kob Im­men­dorf ab 1922 die Lei­tung der vä­ter­li­chen Hu­ber­tus-Braue­rei ob­lag, über­nahm Pe­ter Jo­sef Im­men­dorf 1943 die Ge­schäfts­füh­rung der „Cöl­ner Hof­bräu Früh“, wo­mit ihm auch die schwe­re Auf­ga­be des Wie­der­auf­baus nach den Zer­stö­run­gen des Zwei­ten Welt­kriegs zu­fiel. An Im­men­dorfs Sei­te trat im Jahr 1946 als Ge­sell­schaf­te­rin sei­ne Nich­te Char­lot­te „Lot­ty“ Rolff (1912-1946), Toch­ter von Net­ty und Ja­kob Im­men­dorf, die 1933 Fried­rich Os­kar Rolff (1909-1943) ge­hei­ra­tet hat­te. Sie ver­starb je­doch noch im glei­chen Jahr.

Wäh­rend der Bom­bar­die­run­gen Kölns brann­te das Brau­haus Früh 1944 erst­mals, 1945 zum zwei­ten Ma­le aus. Al­ler­dings blie­ben die Pro­duk­ti­ons­an­la­gen von den Zer­stö­run­gen weit­ge­hend ver­schont, so­dass be­reits un­mit­tel­bar nach Kriegs­en­de der Brau­be­trieb wie­der­auf­ge­nom­men und bis 1950 auch die Gast­räu­me der Schank­wirt­schaft in meh­re­ren Bau­pha­sen voll­stän­dig wie­der­her­ge­stellt wer­den konn­te. Als im Jahr 1961 Her­mann Mül­ler (1910-1988), der Schwie­ger­sohn Pe­ter Jo­sef Im­men­dorfs, und Edu­ard Rolff (ge­bo­ren 1936), ein Ur­en­kel des Fir­men­grün­ders, ge­schäfts­füh­ren­de Ge­sell­schaf­ter wur­den, be­gann der all­mäh­li­che Auf­stieg von ei­ner Haus­braue­rei tra­di­tio­nel­len Zu­schnitts zu ei­nem mo­der­nen mit­tel­stän­di­schen Braue­rei- und Gas­tro­no­mie­un­ter­neh­men. 1969 er­folg­te die Ein­füh­rung des Fla­schen­bie­res.

Zum 1.1.1971 lös­te Her­mann R. Mül­ler (ge­bo­ren 1944) sei­nen Va­ter als ge­schäfts­füh­ren­der Ge­sell­schaf­ter ab. Lag zu die­sem Zeit­punkt der jähr­li­che Ge­samt­aus­stoß noch bei et­wa 24.000 Hek­to­li­tern, so konn­te be­reits 1976 erst­mals die Schall­mau­er von 100.000 Hek­to­li­ter Jah­res­pro­duk­ti­on durch­bro­chen wer­den. Die stei­gen­de Nach­fra­ge mach­te ei­ne Ver­la­ge­rung der Pro­duk­ti­on und so­mit die Er­rich­tung ei­ner mo­der­nen Braue­rei er­for­der­lich, die 1987 nach zwei­jäh­ri­ger Bau­zeit in Feld­kas­sel im Nor­den Kölns ein­ge­weiht, in meh­re­ren wei­te­ren Bau­stu­fen er­wei­tert und bis 2005 mit ei­ner zwei­te Fla­schen­ab­füll­li­nie und zwei Leer­gut­s­or­tier­an­la­gen fer­tig­ge­stellt wer­den konn­te. Die frei wer­den­den ehe­ma­li­gen Braue­r­ei­ge­bäu­de konn­ten nach Ab­riss zur räum­li­chen Er­wei­te­rung des Köl­ner Stamm­hau­ses ge­nutzt wer­den. Durch die Nut­zung der ehe­ma­li­gen La­ger- und Gär­kel­ler so­wie die Er­rich­tung von Neu- und Er­wei­te­rungs­bau­ten wur­de die Er­wei­te­rung des gas­tro­no­mi­schen Be­trie­bes auch auf die Ober­ge­schos­se des ehe­ma­li­gen „Cen­tral Thea­ter­s“ mög­lich. Das be­nach­bar­te his­to­ri­sche Gie­bel­haus „Zur Glo­cke“ ge­hört heu­te eben­so zum er­wei­ter­ten Kom­plex des Stamm­hau­ses wie die „Fein­kost­the­ke Früh am Dom“ und das im Jahr 2005 er­öff­ne­te „Eden Ho­tel Früh“ mit sei­nem Re­stau­rant „Am Hof 18“.

1999 trat mit Alex­an­der Rolff (ge­bo­ren 1963) der ers­te Ver­tre­ter der fünf­ten Ge­ne­ra­ti­on in die Ge­schäfts­füh­rung ein, 2007 folg­te ihm Phil­ipp Mül­ler (ge­bo­ren 1973), nach­dem sich sein Va­ter Her­mann R. Mül­ler nach 36 Jah­ren zu­rück­ge­zo­gen hat­te. Mit ei­nem jähr­li­chen Ge­samt­aus­stoß von über 400.000 Hek­to­li­tern zählt das Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­men „Cöl­ner Hof­bräu P. Jo­sef Früh KG“ An­fang des 21. Jahr­hun­derts zu den füh­ren­den Kölsch-Braue­rei­en und ist mit 360 Mit­ar­bei­tern zu­dem ein wich­ti­ger re­gio­na­ler Ar­beit­ge­ber. Der Ver­trieb er­folgt durch ei­ne gro­ße An­zahl von Han­dels­part­nern mitt­ler­wei­le bun­des­weit.

Quelle Text: Thomann, Björn, Peter Josef Früh, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/peter-josef-frueh/DE-2086/lido/57c6c132d88ff4.49572460 (abgerufen am 22.10.2020)

 


Fuchs Johann Peter  05 / 2021

Johann Jakob Peter Fuchs (* 9. März 1782 in Köln; † 12. Februar 1857 ebenda) war ein Kölner Verwaltungsbeamter und später Stadtarchivar.

 

 

Fuchs war in der Nachfolge seines Vaters, des zeitweiligen Schöffen, Kurkölnischen Hofrats und Preußischen Regierungsrats Johann Baptist Fuchs (1757–1827), Verwaltungsbeamter im Köln der Franzosenzeit und zu Beginn der preußischen Verwaltung. Fuchs war Dr. jur. utr., also Dr. des bürgerlichen und des kirchlichen Rechts. Er hat sich in dieser Zeit für das erste entstehende städtische Museum Wallrafianum in der Trankgasse 7 und das ebenfalls neu zu strukturierende Historische Archiv der Stadt verdient gemacht. 1837 heiratete er im vorgerückten Alter von 55 Jahren. Seine Ehefrau Maria Theresia Josepha Walburga Fuchs geb. Plasmann (1790–1866) entstammte einer angesehenen Kölner Kaufmannsfamilie.

 

Fuchs war zunächst Sekretär beim französischen Tribunal erster Instanz im Kölnischen Hof in der Trankgasse Nr. 7, das dort dem 1798 eingerichteten Zuchtpolizeigericht nachfolgte. Mit Ende der französischen Besatzung 1815 wurde es königliches Kreisgericht, später dann Landgericht. Nach einem Neubau für das Gericht konnte 1827 die Stadt das alte Gebäude übernehmen und für Wallrafs Sammlungen bestimmen. Heute steht an dieser Stelle das Deichmannhaus.

 

Fuchs war Schüler und Freund von Ferdinand Franz Wallraf, nach dessen Tod im März 1824 er als einer der Testamentsvollstrecker fungierte. Er bemühte sich zusammen mit einer vom Rat eingesetzten Kommission, der sich mehrere Kunstfreunde anschlossen, um die Ordnung und Inventarisierung der der Stadt vermachten Wallrafschen Kunst- und Altertümersammlung in dessen letzter Wohnung „Am Hof 1“. Erst zwei Jahre später, am 10. April 1826, konnte diese Inventarisierung beendet werden. 1827 zog die Sammlung dann in die Trankgasse. Erster Kurator wurde 1828 der Kölner Kunstsammler Matthias Joseph de Noël.

 

Als Vertrauter von Oberbürgermeister Johann Adolph Steinberger wurde Fuchs zum Stadtsekretär ernannt. Von 1815 bis zu seinem Tod leitete Fuchs nebenamtlich das Kölner Stadtarchiv. In dieser Zeit ordnete er es neu und sorgte dafür, dass es der wissenschaftlichen Forschung zugänglich gemacht wurde. Aufgrund seiner Verdienste verlieh ihm die Universität Bonn die Ehrendoktorwürde.

 

Fuchs verstarb 1857 im Alter von 74 Jahren und wurde auf dem Kölner Melaten-Friedhof (HWG,zwischen Lit.A+B) beigesetzt. Der Grabstein trägt ein falsches Todesjahr.

 

In Köln-Ehrenfeld wurde 1938 die Fuchsstraße nach ihm benannt.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Jakob_Peter_Fuchs

 

Heruntergeladen am 22.05.2021