Essen Bredeney


Der städtische Friedhof Bredeney an der Westerwaldstraße beherbergt geschichtsträchtige Ruhestätten im südlichen Essener Stadtteil Bredeney. Das 7,07 Hektar große Areal bietet heute Platz für 5475 Grabstätten. Zudem befinden sich hier die Grabmale der Industriellenfamilie Krupp.

1909 wurde der komplett von einer Friedhofsmauer umgebene Friedhof in der seit 1902 selbständigen Bürgermeisterei Bredeney eröffnet. Zuvor, seit 1875, bestand die Gemeinde Zweihonnschaften aus den Ortschaften Bredeney und Schuir. 1915 wurde die Bürgermeisterei Bredeney ein Stadtteil von Essen. Die ursprüngliche Friedhofskapelle mit Turm wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, ebenso das einstige Eingangsportal zum Friedhof. Die heutige Friedhofskapelle stammt aus dem Jahr 1952. In den Jahren 1961 bis 1964 wurde der Friedhof auf seine heutige Fläche erweitert und die südliche Mauer damit niedergelegt.



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Beitz Berthold,   01 / 2021

Berthold Beitz

 

Berthold Beitz (* 26. September 1913 in Zemmin, heute ein Ortsteil von Bentzin; † 30. Juli 2013 in Kampen, Sylt war ein deutscher Manager. Er war Generalbevollmächtigter Alfried Krupp von Bohlen und Halbachs und einflussreicher Industrieller in der Montanindustrie des Ruhrgebiets.

 

Während des Zweiten Weltkriegs rettete er im deutsch besetzten Generalgouvernement mehreren hundert jüdischen Zwangsarbeitern das Leben, indem er sie als unentbehrlich für die Erdölindustrie einstufte und in den von ihm verwalteten Fabriken beschäftigte. Dafür wurde er 1973 vom Staat Israel zum Gerechten unter den Völkern erklärt. Nach Kriegsende lernte er Alfried Krupp kennen und bei seiner Geburtstagsfeier am 26. September 1952 wurde Beitz per Handschlag von Alfried Krupp zum Generalbevollmächtigten seiner Firma gemacht. Gemeinsam mit ihm baute er den Krupp-Konzern wieder auf. Alfried Krupp brachte sein Vermögen, insbesondere die Firma Krupp, testamentarisch in eine gemeinnützige, nach ihm benannte Stiftung ein. Beitz hatte an diesem Weg erheblichen Anteil und wurde 1968 Vorsitzender von Vorstand und Kuratorium der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. In dieser Funktion hat er den Strukturwandel im Ruhrgebiet und den Umbau zu einer Wissenschafts- und Kulturregion wesentlich mitgeprägt.

 

 

Beitz war von 1972 bis 1988 Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und zwischen 1984 und 1988 dessen Vizepräsident.


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Funtenberger Wilhelm,   01 / 2021

Bernard Matemera war ein simbabwischer Bildhauer.

 

Die skulpturale Bewegung, zu der er gehörte, wird gewöhnlich als „Shona-Skulptur“ bezeichnet, obwohl einige ihrer anerkannten Mitglieder nicht ethnisch Shona sind.

 

Seine gesamte berufliche Laufbahn verbrachte er in der Tengenenge Sculpture Community, 150 km nördlich von Harare in der Nähe von Guruve. Bernard Matemera starb im März 2006.

 

Frühes Leben und Arbeiten

Matemera war der Sohn eines Dorfvorstehers, der in der Nähe der Stadt Guruve in Mashonaland im hohen Norden des 1946 in Südrhodesien lebenden Landes lebte. Er sprach Zezuru, einen der Shona-Dialekte, und hatte vier Jahre Grundschulzeit: Wie andere Jungen hütete er Vieh, stellte Tontöpfe her und schnitzte Holz. 1963 arbeitete Bernard als Vertragstraktorfahrer für Tabakbauern in Tengenenge und lernte Tom Blomefield kennen, dessen Farm über umfangreiche Serpentinenvorkommen verfügte Stein zum Schnitzen geeignet. Bis 1966 wollte Blomefield die Nutzung seines Landes diversifizieren und begrüßte neue Bildhauer, um eine Gemeinschaft arbeitender Künstler zu bilden. Dies lag zum Teil daran, dass zu dieser Zeit internationale Sanktionen gegen Rhodesiens weiße Regierung unter der Führung von Ian Smith verhängt wurden, der 1965 die einseitige Unabhängigkeitserklärung erklärt hatte und Tabak kein ausreichendes Einkommen mehr erzielen konnte. Matemara war einer der ersten Künstler, der sich ganz der Bildhauerei widmete, zusammen mit Henry Munyaradzi , Josia Manzi , Fanizani Akuda , Sylvester Mubayi und Lemon Moses , die Teil der heutigen First Generation warenvon simbabwischen Bildhauern in harten Steinen.

 

Werke von Matemera und seinen Kollegen wurden in der Rhodes National Gallery ausgestellt, deren Gründungsdirektor Frank McEwen einen großen Einfluss darauf hatte, die internationale Kunstgemeinschaft auf sie aufmerksam zu machen. Matemera trug erstmals 1967 und 1968 zu den jährlichen Ausstellungen in der Galerie bei: 1969 brachte McEwen eine Gruppe von Werken, hauptsächlich aus Tengenenge, in das Museum of Modern Art in New York und anderswo in den USA, um von der Kritik hoch gelobt zu werden.

 

Späteres Leben und Ausstellungen

Matemera hatte zwei Frauen, mit denen er acht Kinder hatte, und er blieb während des Krieges um die Unabhängigkeit Simbabwes in Tengenenge, als viele andere Künstler ihre Lebensweise aufgaben. Er wurde zum symbolischen Führer der Gemeinschaft und erlangte ab den 1980er Jahren weltweite Anerkennung, wobei Werke in Ausstellungen in den USA, Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden und anderswo gezeigt wurden.

 

Matemeras Skulpturen befinden sich in den ständigen Sammlungen der Nationalgalerie von Simbabwe, des Chapungu Sculpture Park, des Museums für Völkerkunde, Frankfurt und vieler anderer. 1987 wurde Bernard nach Jugoslawien eingeladen, um im Josip Broz-Tito-Museum in Titograd eine große Skulptur zu machen.

 

Celia Winter-Irving wählte Bernards Werk „Mann verwandelt sich in ein Nilpferd“, um die Titelseite der Taschenbuchversion ihres klassischen Buches über simbabwische Skulpturen zu illustrieren.

 

Viele von Bernards Ausstellungsstücken, wie Great Spirit Woman (Serpentine, 1982), sind weltweit auf Tour gegangen; Zum Beispiel im Yorkshire Sculpture Park von 1990, der auf der Titelseite des Katalogs der Ausstellung abgebildet ist.

 

Einige von diesen haben charakteristische abgerundete Körperformen und nur zwei oder drei Finger oder Zehen an jeder Hand oder jedem Fuß. Olivier Sultan erklärte: „Matemera findet seine Inspiration in seinen Träumen. Er wurde von dreifingrigen Wesen heimgesucht, einem Restmythos oder einer Erinnerung an einen Stamm, der im Norden des Landes lebt. Seine massiven Stücke haben einen bezaubernden Charakter, auf halbem Weg zwischen Comic und Tragik. “

Matemera bildete hauptsächlich graue oder schwarze Serpentinen und beendete seine Arbeit auf einer gleichmäßig polierten Oberfläche. Seine Themen waren Tiere, Menschen oder Fantasy-Geister. Keiner wurde naturgetreu wiedergegeben: Er zog es vor, übertriebene Kurven von Brust, Gesäß oder Bauchnabel zu zeigen, um die Beziehung zwischen Menschen, Tieren und der Geisterwelt aufzuzeigen. Wie Celia Winter-Irving in ihrer Biographie von Bernard kommentierte:

Matemera handelt mit Freuden des Fleisches. Sexualität bedeutet für ihn einen gesunden Appetit, mit Gelegenheit genährt und mit Abwechslung gewürzt zu werden. Seine Skulpturen sprechen in einer sehr suggestiven Körpersprache. Er ist der Schöpfer der Skulptur in den rohen, riesigen, nackten Figuren mit Brüsten, Gesäß und Ausbuchtungen, die mit sexueller Energie aufgeladen sind und alle im Widerspruch zu ihrem massiven Anteil und ihrer Masse stehen. In diesen Skulpturen steckt eine nicht verbrauchte Kraft und eine Energiereserve.

 

Quelle Text teilweise: https://zimsculpt.com/artist/bernard-matemera/
Heruntergeladen am 03.02.2021 


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Krupp Alfred,   01 / 2021



Krupp Friedrich Alfred und Margarethe,   01 / 2021



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Waldthausen Ernst und Julius / Familie,   01 / 2021

Ernst und Julius Waldthausen

 

Waldthausen ist der Name einer Patrizier- und Industriellenfamilie, die seit Mitte des 17. Jahrhunderts, aus dem Hamelner Raum kommend, in Essen ansässig ist. Sie hatte großen Einfluss auf die Entwicklung des Wirtschaftslebens im rheinisch-westfälischen Industriegebiet. Beginnend in der Textilwirtschaft, in der Hauptsache Wollhandel, investierte man die Gewinne in Kohle und Stahl. Gleichermaßen wuchs das Engagement im Bankwesen.

 

Im Laufe der Jahre wuchs die Anzahl der Familienmitglieder und -zweige beträchtlich an. Obwohl man teilweise auf gleichen Gebieten tätig war, kooperierte man innerhalb der Familie stets miteinander. Welches Ansehen sich die Familie in Essen erarbeitete, kann man u. a. auch daran ablesen, dass im Jahre 1828 von 104 Mitgliedern der Gesellschaft Verein, einer Vereinigung führender Essener Bürger, allein neun aus der Familie Waldthausen stammten. Im Jahre 1913 standen sie hinter der Montanunternehmerfamilie von Stumm, aber vor den ebenfalls montanindustriellen Grafen von Hochberg bzw. dem Fürsten von Pless, Grafen von Hochberg, an Platz 11 unter den reichsten Familien des Deutschen Kaiserreichs.

 

Keimzelle Wollhandel

Einer der 1569 von Kaiser Maximilian II. mitgeadelten Vettern des bereits 1556 von Kaiser Karl V. geadelten braunschweig-lüneburgischen Kanzlers Jobst von Waldthausen (1508–1592) aus Hameln, Kord Walthausen, war ein Ururgroßvater des Hamelner, später Essener Justus Walthausen. 1672 erlosch die männliche Linie des Kanzlers. Zunächst hatte nur sie den Adel geführt, nicht die übrige, wohl geringer vermögende Verwandtschaft. Der Apotheker Justus Walthausen, adelsberechtigter Nachfahre des als Vetter des Kanzlers 1569 mitgeadelten Kord Walthausen, war Stammvater des Essener Familienzweiges. Darauf besannen sich seine Nachfahren um 1884, als Friedrich Albert Waldthausen mit 1879 begonnenen familiengeschichtlichen Forschungen die Adelsverleihung nachwies. Ein konsequenter öffentlicher Gebrauch des Adelstitels setzte in dem Essener Familienzweig erst 1887 nach und nach wieder ein, nachdem Julius Waldthausen und Bruno Waldthausen, auf ihr Gesuch vom 11. Juni 1886 von Wilhelm I. als König von Preußen unter dem 6. Januar 1887 ihre Adelsbestätigung erlangt hatten. Der weitere Agnat Oskar Waldthausen erhielt die Adelsbestätigung 1904.

 

Anfangs versuchte sich die Familie Waldthausen, nachdem sie 1679 mit dem Apotheker Justus Walthausen in Essen ansässig wurde, in diversen Handelsgeschäften. Es wurden Firmen gegründet, verschmolzen und wieder aufgelöst. Man versuchte es mit Kolonialwaren (Kaffee, Zucker, …), einer Färberei oder dem Handel mit Vitriolöl oder Hölzern. Mit der Zeit kristallisierte sich aber immer mehr der Schwerpunkt des Wollhandels heraus. Damit wurde das von Justus und Wilhelm gegründete Wollhandelshaus zu einem Ausgangspunkt des wirtschaftlichen Erfolges der Waldthausens. Im Jahre 1820 ging die Wollhandlung in die Essener „Wollhandlung Wilhelm & Conrad Waldthausen“ über. Die Söhne von Conrad Waldthausen, Ernst und Julius, übernahmen später das väterliche Geschäft. 1920 feierte man das 100-jährige Bestehen.

 

Über die geschäftlichen Abläufe der Gründungsunternehmen der rheinisch-westfälischen Industrie gibt es wenig direkte Überlieferungen. Anhand von Geschäftsunterlagen wie Kassenbüchern und Kopierbüchern mit der geschäftlichen Korrespondenz lassen sich aber die Lebensumstände und geschäftlichen Entwicklungen nachvollziehen. Für die Familie Waldthausen haben Karl Mews und Otto-Ernst Krawehl entsprechende Recherchen durchgeführt; ihre Schilderungen sind in den Essener Beiträgen zur Geschichte (Band 41 und Band 116) nachzulesen.

 

Um 1800 war das Tuchmacherhandwerk an der Ruhr bis hin ins Bergisches Land weit verbreitet. Den Bedarf an Wolle deckten die Wollhändler. Sie kauften die Wolle, so wie sie nach dem Scheren der Schafe anfiel, in den Hochburgen der Schafzucht. In der damaligen Zeit waren das Schlesien und Sachsen. Die Wollhändler reisten mit Postkutschen in wochenlangen Reisen zu den Wollmärkten. Spediteure transportierten anschließend die Ballen zu den Lägern der Wollhändler. Aufgrund der beschwerlichen Anreise fand eine solche Einkaufsreise in der Regel nur einmal im Jahr statt. Nachdem die Läger gefüllt waren, gingen die Wollhändler wieder auf Reisen, diesmal zur Akquisition bei ihren Kunden, den Tuchmachern. Einer der Hauptkunden von Conrad Waldthausen war die Tuchfabrik Scheidt in Essen-Kettwig.

 

Die wirtschaftliche Lage war in der damaligen Zeit nicht einfach. Einen guten Teil ihrer Zeit mussten die Wollhändler mit dem Eintreiben ihrer Außenstände verbringen. Erschwerend kam hinzu, dass es keine einheitliche Währung gab. So erhielten die Wollhändler für ihre Ware Taler, Brabanter, französische Kronen, Dukaten und viele Währungsarten mehr. Aber auch mit Wechseln oder Naturalien wurde bezahlt. Letzteres führte dazu, dass die Wollhändler auch einen Tuchhandel betreiben mussten. Das Zahlungsziel lag häufig bei zwölf Monaten. Wer sofort bezahlte, erhielt sechs Prozent Skonto.

 

Das Geld wiederum musste angelegt werden, damit der Wert der Einnahmen bis zur Einkaufreise gesteigert werden konnte. Daraus folgten viele Bankbeziehungen. Für Spareinlagen waren damals Zinssätze von drei bis vier Prozent üblich. Es lag in der Natur der Sache, dass die Waldthausens sich aufgrund des höheren Profits auch selbst mit der Investition der Gelder beschäftigten. Sie verliehen Gelder an die finanzbedürftigen Pioniere der wachsenden Industrie (Krupp, Stinnes, …). Auf diese Weise entstanden im Laufe der Zeit mehrere Bankhäuser der Waldthausens.

 

Diese Mischung aus verschiedenen Geschäften brachte in diesen ansonsten unruhigen Zeiten Stabilität in die Unternehmen. Sie war gleichzeitig einer der Gründe für den außerordentlichen wirtschaftlichen Erfolg der Familie Waldthausen.

 

Letzte Ruhestätten

 

Ursprünglich fanden die meisten Mitglieder der Familie Waldthausen ihre letzte Ruhestätte auf dem Friedhof am Kettwiger Tor in der Nähe des Hauptbahnhofs. Dieser Friedhof musste 1955 anlässlich des Ausbaus des Ruhrschnellweges weichen. Der überwiegende Anteil der Gräber der Familie Waldthausen wurde auf den Friedhof Bredeney an der Westerwaldstraße in einer langen Reihe im Feld 22 verlegt. Einige wenige Gräber kamen auf den Ostfriedhof an der Saarbrücker Straße. Dort sind die Gräber der Familie Waldthausen im Feld 5 und 6 zu finden.

 

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Waldthausen


Waldthausen Jobst Wilhelm Familie,   01 / 2021


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