Burgfriedhof Bonn


Der Burgfriedhof wurde 1804/05 auf dem Gelände der ehemaligen Vorburg der Godesburg unterhalb der Michaelskapelle in Nachbarschaft zu einem bereits seit dem frühen 18. Jahrhundert bestehenden jüdischen Friedhof angelegt. 1895 erwarb die Gemeinde Godesberg den Burgberg. Der Friedhof wurde hangabwärts mehrmals terrassenförmig erweitert, letztmals im Jahre 1910. 1924 entstand zu seiner Entlastung im Ortsteil Plittersdorf der neue Zentralfriedhof der Stadt.

 

Auf dem Friedhof befinden sich viele reich gestaltete Grabstätten des Großbürgertums aus dem 19. und dem Beginn des 20. Jahrhunderts, darunter auch mit fünf Mausoleenbauten die meisten unter den Bonner Friedhöfen. Zu den bedeutendsten Grabmälern zählt eine von dem Bildhauer Benno Elkan geschaffene Grabplastik (Bergpredigt) für den Pfarrer Karl Evertsbusch aus dem Jahre 1909. Als Friedhofskapelle dient heute ein 1904/05 für den aus Philadelphia gebürtigen Arzt George Guier (1824–1903)[5] nach Plänen des Regierungsbaumeisters August Senz (1862–1912) unter Ausführung durch den Bonner Architekten Wilhelm Weinreis (1872–1906) errichtetes Mausoleum in orientalisierenden Formen, das die Stadt Bad Godesberg 1952 erwarb.

 

Der Friedhof umfasst auch eine Kriegsgräberstätte von 72 Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg.

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Burgfriedhof_(Bad_Godesberg)


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Bommer Anna, Hauptlehrerin, 08 / 2020

Liebe Freunde von Orte der Stille,

zu der Grabstätte der Hauptlehrerin Anna Bommer und zu dem Bildhauer August Drechsler (Chemnitz) konnte ich keine brauchbaren Angaben finden. Im Amtsblatt der königlichen Regierung zu Köln, vom 12 Mai 1840, befindet sich lediglich ein Eintrag, das Anna Bommer am 25.April 1840 ihre Prüfung als Lehrerin erfolgreich abgeschlossen hat.

Aber schaut Euch mal die beeindruckende und filigrane Ausarbeitung der Skulptur an, unglaublich was August Drechsler vor 130 Jahren geschaffen hat. Genauso faszinierend finde ich auch die Widmung im Sockel. "Gestiftet von ihren dankbaren Schülerinnen und der Gemeinde Godesberg". Welche Lehrerin würde heute noch so ein Denkmal bekommen?


Blinzler Sebastian, Auguste, Joseph, Hubert, 08 / 2020

Maximilian Franz Xaver Joseph Johann Anton de Paula Wenzel von Österreich, oder wie seine Mutter ihn nannte, Max Franz von Österreich, aber was hat die Familie Blinzler damit zu tun.

Kurfürst Max von Österreich wollte Godesberg (gehört heute zu Bonn) zu einem bedeutenden Kurort ausbauen, hier die Gäste unterbringen. In der Zeit vor der französischen Besatzung hießen die Gästehäuser wie berühmte gegen die Franzosen kämpfende Feldherren, wie etwa „Zum Herzog von Yorck“ oder „Zum Prinzen von Oranien“, „Prinz von Coburg“ und einige weitere.

Im Zuge des Ersten Koalitionskrieges musste Maximilian Franz vor der Bedrohung durch den Vormarsch der Franzosen im Dezember 1792 zeitweise Bonn verlassen. Er residierte in dieser Zeit in Münster. Im April 1794 konnte er nach Bonn zurückkehren. Anfang Oktober 1794 rückten französische Truppen in die linksrheinischen Gebiete des Kurfürstentums Köln ein. Der Kurfürst musste daraufhin über den Rhein fliehen. Da die Franzosen etwas später ebenfalls über den Rhein setzten, war Max Franz gezwungen, immer weiter in das Reich hinein zu fliehen.

Die Gästehäuser Prinz von Coburg und Prinz von Oranien, mit Stallungen, Remisen, Gartenland usw. schenkte er seinem treuen Diener Sebastian Blinzler zur Bewirtschaftung.

Um 1870 entstanden aus den Gästehäusern ein Hotel für Anton Blinzler, vormals Wirt im Bahnhof Rolandseck. Später firmierte es als „Hotel-Restaurant mit Gartenwirtschaft“.

Unter einem der nachfolgenden Besitzer ab 1892 verfügte der nunmehr nach diesem als „Hotel Hüttenrauch (vormals Blinzler)“ bezeichnete Betrieb über 70 Zimmer, Bäder, Salons, kleine und große Säle sowie eine Stallung für Reitpferde (Stand: 1897). Um 1900 entstand für das Hotel zur Bahn hin ein großer Anbau.

 

Egal welchen Namen ich auf den Grabsteinen recherchiere, Auguste, Joseph, Hubert, Maximilian Blinzler, alle führen wieder zu dem berühmten Hotel Blinzler oder haben irgendwas mit Hotel und Gastwirtschaft zu tun.

 

Aufgrund der den Hotelbetrieb beeinträchtigenden Großbaustellen zur Höherlegung der gegenüberliegenden Eisenbahnstrecke und zum Bau der Fußgängerunterführung zwischen Bahnhofstraße und Rheinallee ab 1909 musste das Hotel seinen Betrieb einstellen und gelangte 1911 im Zuge des Insolvenzverfahrens in den Besitz der Bonner Bank. Anschließend stand das Gebäude leer. Im Ersten Weltkrieg mietete die Stadt Godesberg einige Räume als Suppenküche an, ab August 1915 diente es zudem als Soldatenheim und ab dem Hungerwinter 1917/18 als „Volksspeisehaus“. Nach Kriegsende beheimatete es unter Beschlagnahme der französischen Besatzungsmacht (bis 1926) und unter dem Namen Quartier Lannes ein Centre d`Instruction et de Rééducation Physique.

 

Den Rest der Geschichte zum Hotel Blinzler findet Ihr unter dem nachfolgenden Link.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Hansa-Haus_(Bad_Godesberg)


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D

Dernen - von Wittgenstein, 08 / 2020

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Evertsbusch Karl, Pfarrer, 08 / 2020

Die Bergpredigt

 

Zu den eindrucksvollsten Kunstwerken auf dem Burgfriedhof in Godesberg, gehört zweifelsfrei das dreiteilige Relief, auf der Grabstätte des Pfarrers Karl Evertsbusch. Die große Grabplastik „Die Bergpredigt“ wurde 1909 von dem jüdischen Künstler Benno Elkan geschaffen. Das Relief stellt in der mittleren Tafel den predigenden Jesus, rechts die Anhänger, links die Gegner dar. Die Übergänge zwischen den Tafeln realisierte Elkan nach dem Vorbild von Donatellos Relief im Altar von Dom S. Antonio in Padua durch große Figuren. Die malerische Gestaltung des Reliefgrundes ist angeregt durch Ghibertis Paradiestüren.

 

Um dieses Kunstwerk zu fotografieren, war ich 4 x auf dem Burgfriedhof in Godesberg. Jedes Mal blinzelte irgendwo die Sonne durch und hat Fotos von den Details unmöglich gemacht. Aber die wunderschönen Details und die filigrane Ausarbeitung von Benno Elkan haben mich neugierig gemacht, ich werde mich auf die Suche machen, auf die Suche nach weiteren Arbeiten von Benno Elkan und da gibt es einige Meisterwerke.

 

Benno Elkan (nur ein kleiner Auszug der Biografie)

 

Benno Elkan (* 2. Dezember 1877 in Dortmund; † 10. Januar 1960 in London) war ein deutscher Bildhauer, der die Große Menora vor der Knesset in Jerusalem und zahlreiche Denkmale, Büsten und Medaillen in Deutschland und England schuf. Elkan begann sein Schaffen als Bildhauer in seiner Heimatstadt Dortmund mit Grabdenkmalen. Später porträtierte er Militärs, Staatsmänner, Wissenschaftler und Künstler, vor allem aus Deutschland, Frankreich und England in Büsten und Medaillen. Elkan erhielt als jüdischer Künstler 1935 Berufsverbot und emigrierte nach London. In Deutschland war er zunächst vergessen, bis seine Werke in den 1950er-Jahren erneut in Ausstellungen gezeigt wurden. Elkans Schaffen ist keiner festen Stilrichtung zuzuordnen. Erst in den letzten Jahren wurde er auch als einer der ersten deutschen Fußballpioniere bekannt.

Elkan war das einzige Kind des Schneidermeisters Salomon Elkan, Mitinhaber eines Herrentextilgeschäftes in der Dortmunder Innenstadt, und dessen Frau Rosalie. Hier besuchte er auch das Städtische Gymnasium.

 

Um seine Sprachkenntnisse zu verbessern, besuchte Elkan nach der Mittleren Reife 1893/94 für ein Jahr das seit 1880 bestehende elitäre Knabenpensionat Château du Rosey in Rolle am Genfersee. Hier lernte er den Fußball durch seine englischen Mitschüler kennen und lieben. Mit einigen Gleichgesinnten gründete Benno Elkan 1895 den Dortmunder FC 95, später Dortmunder SC 95 (heute nach Fusion TSC Eintracht Dortmund), und damit Dortmunds ältesten Fußballclub.

 

Am 27. Februar 1900 wurde er Gründungsmitglied des FC Bayern München. Im selben Jahr leistete er seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger ab und setzte danach 1901 in Karlsruhe bei dem Maler Friedrich Fehr sein Kunststudium fort.

Dort fasste er 1903 den Entschluss, sich fortan ausschließlich der Bildhauerei zu widmen. Der erste Auftrag als Bildhauer erreichte Benno Elkan aus seiner Heimatstadt Dortmund. Der damalige Chefredakteur des Dortmunder General-Anzeigers, Karl Richter, ließ den jungen Bildhauer eine lebensgroße Frauenfigur für das Grab der Familie Richter-Seippel erstellen. Die so entstandene Figur „Wandelnde“, die das Leben als tastende Suche nach dem richtigen Weg symbolisiert, ist auf dem Ostenfriedhof Dortmund erhalten. Obwohl Elkan als Bildhauer Autodidakt war, zeigte sich das Dortmunder Publikum beeindruckt.

 

In Karlsruhe begegnete Elkan auch seiner zukünftigen Frau, der Pianistin Hedwig Einstein, einer Schwester des Kunsthistorikers Carl Einstein, die er 1907 heiratete. 1907 bis 1911 lebte Elkan mit seiner Frau in Rom, nachdem er den Rompreis der Michael-Beer-Stiftung gewonnen hatte. Von 1907 bis 1909 wurde Elkan ein Atelier auf dem Gelände der Villa Strohl-Fern zur Verfügung gestellt. Sie lebten dort in einem Palazzo, der zu dem Palast Papst Julius’ III. gehörte, das Atelier lag in der Via Quattro Fontane. In Italien unternahm Elkan verschiedene Reisen, u. a. nach Neapel und Florenz. Er studierte intensiv die Bildhauerei der Renaissance. 1910 wurde die älteste Tochter Ursula geboren (die spätere Frau des Pianisten der Comedian Harmonists Erwin Bootz), drei Jahre später der Sohn Wolf.

 

Die komplette Biografie von Benno Elkan könnt Ihr hier nachlesen.

Quelle Text teilweise: https://de.wikipedia.org/wiki/Benno_Elkan


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Kemp Paul, Filmschauspieler, 08 / 2020

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Siebel Gerhard, Götz vom Rhein, 08 / 2020

Johann Gerhard Siebel

Johann Gerhard Siebel (* 8. Mai 1784 in Elberfeld (heute Stadtteil von Wuppertal); † 8. Oktober 1831 in Baden-Baden) war ein Elberfelder Kaufmann, Lokalpolitiker (Munizipalrat), Diplomat und Publizist. Er schrieb unter dem Pseudonym Götz vom Rhein.

Siebel wurde als Sohn eines wohlhabenden Elberfelder Textilkaufmanns geboren und wurde am 19. Mai 1784 in Elberfeld getauft. Er fiel schon in seiner Jugend durch seine sehr ausgeprägte sprachlich-dichterische Begabung auf.

Siebel reiste 1806/07 – beauftragt auch wegen seiner französischen Sprachkenntnisse – als 22-Jähriger nach Warschau zu Napoleon, um diesen zu einzelnen Lockerungen seiner Handelsbeschränkungen zu bewegen, die damals das Bergische Land erheblich schädigten. Er erreichte die Wiederfreigabe des Handels mit Italien. Zwei weitere Reisen führten ihn 1808 und 1811 als Mitglied von Wirtschaftsdelegationen nach Paris zu Joachim Murat, dem Großherzog von Berg – diesmal ohne, dass die diplomatische Mission erfolgreich war.

Die letzte Begegnung Siebels mit Napoleon fand im Jahre 1811 im Düsseldorfer Hofgarten anlässlich einer Industrieausstellung statt. Napoleon musterte Siebel und sagte: „Eh bien, vous êtes très riche?“ („Na, Sie sind wohl sehr reich“?) Unbefangen erwiderte Siebel „Sire, je suis à mon aise“ („Majestät, ich habe, was ich brauche.“) Die Anekdote ist überliefert in den Memoiren von Johann Wilhelm Fischer.

1815 war er Mitgründer der Freimaurerloge Hermann zum Lande der Berge in Elberfeld. Er betätigte sich als engagierter Publizist, unter anderem in der Zeitschrift Hermann, und baute die Elberfelder Schützengilde zum Bergischen Landsturm um. Darüber hinaus schrieb er poetische Werke und war ein kenntnisreicher Kunstsammler. Er starb in Baden-Baden und wurde auf dem Burgfriedhof in Godesberg bei Bonn begraben.

Er war der Sohn des Elberfelder Bürgermeisters Johann Wilhelm Siebel.

Der Grabstein ist auf allen Seiten mit einer vermutlich von Gerhard Siebel verfassten Inschrift versehen.  Unten links der Kopf einer Trauernden mit Mohnzweigen als Zeichen des Todesschlafes, die erlöschende Fackel für Tod und Vergessen, die Schlange die sich in den Schwanz beißt, bildet einen Kreis, dies ist eine Symbolik der Unendlichkeit und der Schmetterling als Symbolik für Sterben und Auferstehung.

Die Inschrift, vermutlich von Gerhard Siebel:

Dort legt mich hin an meiner Mutter Brust, in stiller Erde wo in süßem Schlummer vernarbt des Lebens bittrer Kummer, der Friedensbote mir die Ruhe schenkt. Von Vaters Höhen sich die Palme senkt und Labung kommt gleich Edens Lust. Dort legt mich hin, wo am bemoosten Turme, die Schlosskapelle mit des Friedhofs Blüten Dir winkt und Gruß entgegen bieten. Vom Friedensland und von den Höhen dort wo die Lüfte um die Gräber wehen, wünsch ich zu ruhen von des Lebens Sturme. 

Auf eine andere Seite der Stele schrieben vermutlich seine Hinterbliebenen: 

Im Lande der Berge entstanden verklärt an Badischer Heilquell `Wölbt dem Ruhenden hier Trauernde Liebe das Grab. Wunsch des Entschlafenen war es, Dass hier ihm ruhe die Erdform, nahe dem herrlichen Strome, dessen Name er trug. Goetz vom Rheine nannte er sich Im Dienste der Kamönen, deren Priester er war mit begeistertem Sinn

Quelle Text teilweise: https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Siebel

 


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Troost Abraham Johann jun. , 08 / 2020

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Winter  Hermann-Josef  Dechant, 08 / 2020

In Turin, das gemeinsam mit Mailand als italienische Jugendstil-Hauptstadt des vergangenen Jahrhunderts gilt, erhielt der Art Nouveau die höheren Weihen auf der Kunstgewerbeschau von 1902, der Esposizione d'arte decorativa moderna, einem phantastischen Jahrmarkt, der im Parco del Valentino inszeniert und zum Triumph der Belle Epoque in Italien wurde. Durch dieses kulturelle Ereignis manifestierte sich ein neuer Architekturstil in Italien, der dort Liberty genannt wird.

 

Diese wunderschöne Grabstätte von Dechant Dr. Hermann-Josef Winter wurde von einem seiner Schüler, in Italien entworfen, dort gebaut und auf dem Burgfriedhof wieder zusammengesetzt.

 

Die Jugendstilelemente, das Glasmosaik aber auch die Glasmalereien spiegeln diese wunderbare Zeit des Jugendstils in Italien, eindrucksvoll wieder. Wenn man sich die Farbigkeit des roten Glases und die Struktur anschaut, könnte es sich um Murano-Glas handeln. Ein unglaubliches Stück Zeitgeschichte mitten in Bonn / Bad Godesberg.

 

Egal was ich recherchiert habe, zu dem Dechanten Winter gibt es nur positive Aussagen, ich denke das Wort "Seelenhirte" trifft es am besten.

 

Diesen Text haben seine Pfarrkinder auf eine Tafel an der Michaelskapelle geschrieben.

 

Unserem geliebten Seelenhirten Dr. Hermann Winter,

Ehrenprälat, Dechant und Pfarrer der die kirchliche Entwicklung Godesbergs ins Große erweitert,

dieses Gotteshaus ausgebaut,

das Markusstift errichtet,

das Collegium Hubertinum gegründet,

das Waisenhaus ins Leben gerufen,

das Vereinshaus gestiftet,

die Michaelskapelle erneuert,

die Sebastianuskapelle gebaut und

alle Ordensniederlassungen der Stadt veranlasst und eingeführt hat,

der sein ganzes Priesterleben uns Godesbergern geschenkt,

mit dem Feuer seiner Predigt unsere Seelen erwärmt und

sie mit der Güte seiner werktätigen Nächstenliebe getröstet hat,

der uns helfend und ermutigend durch die schwere Zeit des Weltkrieges hindurchgeführt,

setzen wir diesen Stein für kommende Geschlechter als seine dankbaren Pfarrkinder.

 

Quelle Text teilweise: http://genwiki.genealogy.net/Godesberg/Dr._Hermann_Winter

 


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