Ostfriedhof Aachen


Der Aachener Ostfriedhof ist der älteste Friedhof in der Neueren Geschichte der Stadt Aachen, der 1803 auf Veranlassung der französischen Munizipalitätsregierung errichtet worden war. Er befindet sich im Osten des Stadtgebietes und gehört geografisch zum Nordviertel. Der Ostfriedhof wurde am 6. Dezember 1988 als eines der ältesten Beispiele moderner Friedhöfe unter Denkmalschutz gestellt.

 


A

Ackens Christian Felix   12 / 2020

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Appelrath Carl / Appelrath - Cüpper  12 / 2020

 

Carl Appelrath (1830 – 1895) war der Sohn des damals schon verstorbenen Lackierers Peter Appelrath und seiner Ehegattin Gertrud, geb. Rumpen. Um 1850 hatte Carl Appelrath in der unteren Krämerstraße ein Geschäft als Lackierer und Schildermaler, im selben Haus betrieb seine Mutter eine Schnitt- und Kurzwarenhandlung. Bereits im Folgejahr wechselte er den Beruf und gründete wiederum in der unteren Krämerstraße eine Manufakturwarenhandlung, die Mitte der 1860 Jahre zum Kleidermagazin mit Tuchhandlung wurde. 

 

Das Geschäft entwickelte sich offensichtlich sehr gut, denn es ermöglichte Carl Appelrath 1884 den Bau eines großen Geschäftshauses an der Ecke Krämerstraße / Katschhof, die Firmierung lautete dann „Carl Appelrath am Dom“.  Das Geschäftshaus wurde 1909 – 1911 durch Prof. Joseph Krämer zum „Boxemönster“ umgebaut.

 

Seit 1854 war Carl Appelrath mit Anna Maria Schloemer (1832 – 1886) verheiratet, aus dieser Ehe gingen viele Kinder hervor, alte Berichte schreiben von einer „Kinderschar“. Sein Sohn Alexander Appelrath (1868 – 1939) wurde Anfang der 1920 Jahre der Leiter der Aachener Stadtapotheke.

 

Die Bilder zeigen die Grabstätte der Familie Carl Appelrath.

Alexander Appelrath ruht mit seiner Frau Hubertine, geb. Frenken und der gemeinsamen Tochter Wilhelmine Appelrath im Grabe seiner Eltern, ebenso wie einige seiner Schwestern.

 

Vermutlich war Reiner Appelrath einer der Söhne von Carl und Anna Maria Appelrath, er gründete mit seiner Frau Nettchen ein eigenes Textilhaus. Reiner Appelrath und seine Frau Nettchen, geborene Cüpper, ließen ihr Textilhaus R. Appelrath-Cüpper zum ersten Mal 1882 ins Handelsregister eintragen. Die erste Appelrath-Cüpper Filiale befindet sich noch heute, seit seiner Übersiedlung im Jahre 1884 in der Großkölnstraße 20-28 in Aachen, nur eine Gehminute vom Rathaus Am Markt entfernt.

 

Die Geschäfte liefen offensichtlich so erfolgreich, dass das Stammhaus Aachen 1909 in Köln / zunächst Hohe Straße / Ecke Burghof, eine Niederlassung eröffnete. Bereits im November 1909 wurde die Kölner Firma Appelrath–Cüpper als eigenständiges Geschäft vom Stammhaus in Aachen völlig abgetrennt. Im März 1930 wurde das Geschäft dann in das Dischhaus in Köln verlegt.

 

Nach vollständiger Zerstörung des Dischhauses in Köln erfolgte im September 1945 eine bescheidene Neueröffnung in den Trümmern des Schwerthofes. Anfang Januar 1964 übernahm Heinz Kruse als persönlich haftender Gesellschafter das Haus Appelrath-Cüpper Köln.

 

Appelrath-Cüpper erweiterte sich um Klasing & Baumann, Solingen – heute umbenannt in Appelrath-Cüpper – am 1. Januar 1971. Am 1. Januar 1972 erfolgte eine Erweiterung mit dem Modenhaus Tyrasa in der Bonner Innenstadt. Anfang August 1980 kam dann eine weitere Filiale hinzu, ebenfalls im Schwerthofgebäude, nachdem das alte Ufa–Kino ausgezogen und die Räume vollständig umgebaut worden waren. Mit dem Anschluss an die Douglas Holding AG Hagen am 31. Dezember 1986 sollen viele neue Filialen hinzukommen.

 

Am 1. Januar 1987 wird die Kieler Filiale in der Holstenstraße 18-20 eröffnet. Im kommenden Jahr wird das frühere Gründungshaus erweitert, das am 1. März 1988 von der Wehmeyer–Gruppe erworben wurde.

 

Appelrath-Cüpper wächst in den kommenden Jahren um jeweils eine weitere Filiale in den Städten Wiesbaden, Dortmund, Essen und Sulzbach und verfügt inzwischen über 12 Filialen.

 

Die größte und bedeutendste Appelrath-Cüpper Filiale mit rund 4.300 Quadratmetern hat im März 2000, gemeinsam unter einem Dach mit Douglas Parfümerie und Pohland Herrenbekleidung, auf der Zeil in der Frankfurter Innenstadt eröffnet. Auch in Hamburg eröffnet Appelrath-Cüpper eine Filiale in der Mönckebergstr. mit rund 3.500 Quadratmetern. Nur wenige Jahre später eröffnet Appelrath-Cüpper 3 weitere Filialen in Münster, in Berlin und im Hamburger Alstertal-Einkaufszentrum.

 

Nach 136 Jahren hat am 1. August 2020 das Amtsgericht Köln, planmäßig das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung des Modehändlers eröffnet. Appelrath-Cüpper sei nicht das einzige Unternehmen, das durch die Corona-Krise massive Umsatzeinbußen verzeichnen und Insolvenz anmelden musste. Es sei aber eines der wenigen Unternehmen, das den festen Plan hat, alle Standorte zu halten, stark aus der Krise hervorzugehen und zukünftig sogar noch zu wachsen, teilte das Kölner Unternehmen am Freitag mit.

 

Quelle Text teilweise aus der Historie Appelrath / Cüpper: https://www.135jahre.appelrath.com/acstory.html

und https://fashionunited.de/nachrichten/business/appelrathcuepper-zuversichtlich-waehrend-insolvenzverfahren-in-eigenverwaltung/2020101237398


B

Beduwe Familie  12 / 2020

Joseph Beduwe war ein deutsches Fabrikations-Unternehmen zur Messing- und Glockengießerei sowie zur Herstellung von Feuerspritzen und anderen Wasserpumpen in Aachen und in Lüttich/Belgien.

 

Ursprünge

 

Bereits seit dem 18. Jahrhundert beschäftigte sich die Familie Beduwe, damals ansässig im Aachener Ortsteil Haaren, mit der Verarbeitung von Kupfer und seinen Legierungen. So auch Peter Joseph Beduwe (1805–1871) (auch Peter Joseph Bedué), der seine Ausbildung zur Kupfer- Bronze- und Messingverarbeitung im 50 km entfernten Lüttich, wahrscheinlich bei dem 1829 gegründeten Unternehmen Francois Requile, vervollständigte. Mittlerweile verheiratet und im belgischen Aubel wohnend, beantragte er 1837 die Wiedereinreise nach Aachen, die ihm ein Jahr später genehmigt wurde. Am 1. Januar 1840 gründete er hier nun offiziell das Unternehmen „Beduwe“, zunächst als Gelbgießerei (Messingverarbeitung), welche er wenige Jahre später, nachdem er die Zulassung zum Betrieb eines Flammofens und eines Dampfkessels bekommen hatte, um die Bereiche der Glockengießerei und der Fabrikation von Feuerlöschgeräten erweiterte.

 

Besonders in diesen Jahren ergingen zahlreiche Aufträge für die Herstellung von Kirchenglocken an das Unternehmen Beduwe. In Aachen selbst wurden beispielsweise die Kirchen St. Martinus, St. Jakob oder die evangelische Dreifaltigkeitskirche mit Glocken des Unternehmens ausgestattet. Weiterhin stammen die Ursulaglocke im Kölner Dom sowie vier Glocken für St. Martinus in Grevenbroich von Beduwe. Ebenfalls stellte das Unternehmen unter anderem je eine Glocke für St. Laurentius in Erkelenz, St. Katharina in Kohlscheid und St. Rochus in Zweifall her. Auch im benachbarten Belgien stammen die Glocken „Glaube“, „Hoffnung“ und „Liebe“ in der Friedenskirche sowie „Maria“, „Josef“ und zwei weitere in der St. Josefskirche, beide in Eupen, von Beduwe.

 

Im Jahre 1860 übernahm Peter Joseph Beduwe nun zunächst erste Anteile an dem Lütticher Unternehmen Requile und zwischen 1864 und 1869 schrittweise deren restlichen Anteile. Mittlerweile Vater von zwei Söhnen, übertrug Beduwe im Jahre 1863 die Lütticher Filiale an seinen ältesten Sohn Caesar Joseph Beduwe (1838–1909), die daraufhin zunächst unter dem Namen „F. Requile, jun. & Beduwe“ lief. Seinen Aachener Betrieb legte er in die Hände seines zweiten Sohnes Johann Hubert Andreas Beduwe (1839–1913) und behielt sich selbst die Gesamtleitung beider Betriebe vor. Erst nach der mittlerweile vollständigen Übernahme des belgischen Geschäftes und nach seinem Tode im Jahre 1871 entstanden zwei eigenständige Betriebe und die offiziellen Firmenbezeichnungen lauteten: „Jos. Beduwe, Feuerspritzenfabrik, Gelb- und Glockengießerei, Aachen“ beziehungsweise „Joseph Beduwé, Feuerspritzenfabrik, Gelb- und Glockengießerei, Lüttich“, also mit dem kleinen Unterschied, dass in der belgischen Schreibweise der Name Beduwé mit einem „accent aigu“ versehen wurde.

 

Quelle Text teilweise: https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Beduwe_(Unternehmen)


Berger - Schippers  01 / 2021

Berger – Schippers

 

Am 16. Februar 1900 beschloss die Aachener Stadtverordnetenversammlung die Annahme des Vermächtnisses von Ernest Berger, der im Testament vom 30.06.1888 die Stadt Aachen zur alleinigen Erbin seines Vermögens von über einer halben Million eingesetzt hatte, dessen Nutznießung aber zunächst dem in Aachen lebenden Bruder zustehen sollte.

Nach dessen Tod war nach dem Willen des Testators eine Erziehungsanstalt unter dem Namen „Ernest Berger`sches Kinderheim“ zu errichten, das hilfsbedürftigen verwaisten Kindern christlicher Eltern nach Möglichkeit das Elternhaus ersetzen sollte. Ferner bestimmte das Testament, dass die Stadt Aachen wie der Bruder gehalten seien, für das bisherige Familiengrab der Familie Berger ein neues, massives Grabmal mit einem Kostenaufwand von mindestens 20.000 Mark zu errichten.

 

Die Stadt Aachen kam Ihren Verpflichtungen nach; dass neben dem Josephinischen Institut in der Pontstraße errichtete Kinderheim, dessen Leitung Borromäer-Schwestern anvertraut wurde, konnte schon 1904 eröffnet werden und die aufwendige, im Einverständnis mit dem Bruder in Verbindung mit der neuen Friedhofskapelle errichtete Grabanlage war wohl schon 1902 fertiggestellt.

 

Der „Privatier“Ernest Viktor Hubert Berger - Schippers (1830 – 1899) war ein Sohn des Regierungshauptkassenbuchhalters Philipp Jakob Berger (1795 – 1854) und dessen Ehefrau Wilhelmine (geb. Kellenter). Der Urgroßvater Ernest Bergers stand in brabantischen Diensten. Als Henricus Berger alias Schepers hatte er die Aachener Bürgertochter Maria Gertrudis Dautzenberg geheiratet. Auf seine Aachener Mutter berief sich der in Brüssel geborene spätere Goldschmied Gerard Joseph Berger alias Schippers, als er sich 1781 um das Aachener Bürgerrecht bewarb.

 

Aus der belgischen Herkunft erklärt sich, dass die Familie stets Wert darauflegte, ihren Namen französisch auszusprechen. Die letzte Inschrift gilt Philipp Berger (1837 – 1902) der in den Aachener Adressbüchern als „Reisender“ ausgewiesen wurde. Wie anscheinend auch sein Bruder Ernest starb er unvermählt.

 

Die Steinmetzarbeiten für die Reliefplatte der Grabanlage Ernest Victor Hubert Berger – Schippers entstanden zwischen 1900 –1902 und stammen von Johannes Baecker nach einem Entwurf von Stadtbaumeister Joseph Laurent (1853–1923). Die monumentale Grabstätte wurde von den Bildhauern Wilhelm Pohl und Carl Esser geschaffen.

 

Wilhelm Pohl (* 7. Februar 1841 in Aachen; † 18. Oktober 1909 ebenda) war ein deutscher Bildhauer des Historismus. Er führte ab ca. 1872 eine Bildhauerwerkstatt in Aachen, ab 1891 in Gemeinschaft mit Carl Esser.

 

 

Leben und Wirken

 

Pohl war der Sohn des Klavierbauers und Pianoforte-Fabrikanten Bernhard Pohl in Aachen. Spätestens ab 1872 war er als Bildhauer tätig. Im Jahr 1878 erhielt er für seine bildhauerische Leistung eine Bronzemedaille auf der Aachener Gewerbe-Ausstellung. Ab 1889 spezialisierte sich Pohl auf sakrale Kunst und inserierte unter der Bezeichnung Atelier für christliche Kunst. Zu den Gehilfen seiner Bildhauerwerkstatt zählte von 1872 bis 1877 Gustav Angelo Venth.

 

Im Jahr 1891 nahm Pohl den 15 Jahre jüngeren Aachener Bildhauer Carl Esser als Teilhaber auf, die gemeinsame Firma lautete Pohl & Esser, Bildhaueratelier für christliche Kunst, Inhaber Wilhelm Pohl und Carl Esser.

 

Aus dem Jahr 1893 stammt die „romanisierende“ Darstellung des Kalvarienbergs auf dem Platz gegenüber dem Linse-Bau der St.-Jakob-Kirche in Aachen nach Plänen von Heinrich Wiethase, die an andere zeitgenössische Denkmäler erinnert.

 

Ein wichtiger Tätigkeitsbereich war die Grabmalkunst, der die damit verbundene kunstgeschichtliche Entwicklung aufzeigt. Die Autoren Schild und Janssen unterteilen ihr Werk in drei Schaffensperioden. Die erste charakterisieren Skulpturen; Pohl und Esser rezipierten mittelalterliche, gotische und Renaissance-Kunstwerke. Die Vollendung des Kölner Doms sowie die Restaurierung des Aachener Doms und des Aachener Rathauses beeinflussten ihre Schöpfungen. Zwölf Skulpturen der Rathaus-Fassade stammen aus ihrer Werkstatt.

 

In der zweiten Periode überwiegen gemäß dem Zeitgeschmack Grabmale ohne Statuen. Bei den Skulpturen nahmen sie sich Bertel Thorvaldsens Christusfigur aus dem Jahr 1821 der Frauenkirche in Kopenhagen zum Vorbild. Die dritte Phase repräsentiert Carl Essers Trauernde und seine idealisierte Rezeption der griechischen Klassik.

 

Pohl war Mitglied des „Vereins für Kunde aus Aachener Vorzeit“ und des „Aachener Museumsvereins“.

 

 

Quellen Text: Aus dem Buch „Der Aachener Ostfriedhof“ von Ingeborg Schild und Elisabeth Janssen.
und https://www.wikiwand.com/de/Wilhelm_Pohl_(Bildhauer)


C

Coomans, Peters, Heusch  12 / 2020

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D

Deden Arnold / Familie 12 / 2020

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E

Englerth Familie   01 / 2021

Englerth (Familie)

 

Die Familie Englerth ist eine Unternehmerfamilie aus dem Raume Eschweiler im Aachener Revier im westlichen Nordrhein-Westfalen.

 

Erste Generation

Johann Peter Wültgens (1738–1787) erhielt als Entschädigung für seine Entlassung eine Belehnung auf die Ausbeute Eschweiler Steinkohlenflöze im Inderevier. Später erwarb er weitere Steinkohlenkonzessionen, bis er 1787 über die Hälfte aller Anteile des Eschweiler Kohlbergs besaß. Seine Bestrebungen wurden von seinen Kindern Ferdinand, Katharina, Walburga und besonders Christine fortgeführt und zu einem großen Familienbesitz ausgebaut.

 

Zweite Generation

Christine Englerth, geb. Wültgens (1767–1838) heiratete 1786 Carl Englerth (1756–1814) und gründete den Eschweiler Bergwerks-Verein EBV. Carl Englerth war von 1800 bis 1814 der erste Eschweiler Bürgermeister der Mairie Eschweiler, die im damaligen französischen Kanton Eschweiler lag.

 

1818 gründen Dobbs, Englerth und Reuleaux auf dem rechten Indeufer eine Dampfmaschinen- und Maschinenfabrik und Eisengießerei für die Herstellung von Pumpen, Fördermaschinen sowie Eisen- und Papierindustriemaschinen. Sie ist die erste Maschinenfabrik des Rheinlands und profitiert von der vorherrschenden deutsch-wallonisch-englischen Kooperation.

 

Am 14. April 1830 gründen Carl Englerth und Matthias Hubert Cünzer unter dem Namen Firma Englerth & Cünzer das Eisenwerk Pümpchen in Eschweiler-Pumpe-Stich. Die Firma erwirbt am 1. Januar 1872 die Maschinenfabrik und Eisengießerei von Heinrich Graeser jun., dem Sohn von Johann Heinrich Graeser, in Eschweiler-Aue.

 

Dritte Generation

Ihr drittältester Sohn Friedrich Englerth (* 1793; † 1848) war von 24. Januar 1822 bis 1831 Bürgermeister von Eschweiler und der drittälteste Sohn von Carl und Christine Englerth.

 

Nach dem Tode der Mutter von Friedrich Englerth am 4. Mai 1838 wurde der bereits 1834 ins Leben gerufene Eschweiler Bergwerksverein EBV durch die erste Generalversammlung am 19. Mai 1838 offiziell gegründet. Die Generalversammlung wählte unter Beteiligung aller Kinder und Erben und unter dem Vorsitz des ältesten Sohnes Wilhelm den ersten Verwaltungsrat, dem Englerth als Präsident vorstand.

 

1838 kaufte Englerth für 50.000 Taler die Ruine der Eschweiler Burg mit sieben Magdeburger Morgen Umland. In den Jahren 1845 bis 1847 ließ er die Burg auf ihren Fundamenten wiederaufbauen. Die katholische Gemeinde kaufte 1858 die Burg und richtete in ihr das Eschweiler St.-Antonius-Hospital ein.

 

Die nördlich der Burganlage verlaufende Burgstraße wurde 1897 Englerth und seinen Eltern zu Ehren in Englerthstraße umbenannt.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Englerth_(Familie)

https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Englerth

 

Heruntergeladen am 13.02.2021


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G

Guaita Cornelius von / Vüllers 12 / 2020

Cornelius Maria Paulus von Guaita (getauft 15. März 1766 in Aachen; † 12. Juli 1821 ebenda; auch Corneille de Guaita genannt) war ein deutscher Nadelfabrikant sowie langjähriger Bürgermeister der Stadt Aachen.

Leben

Cornelius von Guaita, Sohn des Nadelindustriellen Johann Franz Xaver von Guaita aus einer Nebenlinie der in Frankfurt am Main niedergelassenen Familie Guaita und der Maria Anna Catharina Chorus, Tochter des Bürgermeisters Cornelius Chorus aus der ebenfalls in der Nadelindustrie tätigen Familie Chorus, besuchte in seiner Heimatstadt Aachen das reichsstädtische Mariengymnasium (kurz: Marianum, späteres Kaiser-Karls-Gymnasium), schlug danach aber gemäß der Familientradition die berufliche Laufbahn eines Nadelfabrikanten ein.

 

Wie es für Mitglieder einflussreicher Familien zu jener Zeit so üblich war, übernahm Guaita ebenfalls öffentliche und politische Aufgaben. Als 21. Juni 1804 noch während der französischen Besatzungszeit im Département de la Roer unter Napoleon Bonaparte auch in Aachen erstmals das Conseil du Commerce, die historischen Anfänge der heutigen Industrie- und Handelskammer Aachen, gegründet wurde, trat von Guaita dieser Institution sofort bei und war später von 1808 bis 1820 auch deren Vorsitzender. Das Conseil du Commerce wurde ab 1804 als Gewerbliche Ratskammer bezeichnet und hatte bis zum Ende der französischen Besatzungszeit im Jahr 1815 Bestand. Ihr Verwaltungsbezirk erstreckte sich auch über Aachen hinaus bis in das Arrondissement de Clèves. Guaita fungierte auch als einer der ersten fünf „Richter“ des am 27. Mai 1805 installierten Handelsgerichts zu Aachen, welches mit einem Sachverständigenrat zu vergleichen ist. Hieraus entstand später am 7. August 1846 das Königliche Gewerbegericht. Von 1809 bis 1814 war von Guaita des Weiteren im Präsidium des Departmentswahlkollegium tätig, das die Kandidaten für die gesetzgebende Versammlung und den Senat in Paris sowie die Kandidaten für den Departmentsrat ernannte.

 

In der Zwischenzeit war von Guaita auch in die Ratskammer und am 28. Mai 1808 als Nachfolger von Johann Wilhelm Gottfried von Lommessem zum Maire der Stadt Aachen gewählt worden. Seine Befugnisse und die der Ratskammer erstreckten sich hierbei auch auf die Kantone Burtscheid, Linnich, Heinsberg, Sittard/NL und Geilenkirchen. Nach dem Ende der französischen Besatzung und der Eingliederung des Rheinlandes in das Königreich Preußen wurde Cornelius von Guaita zum ersten Oberbürgermeister der Stadt Aachen wiedergewählt. Diese Position bekleidete er, trotz Bestrebungen von Seiten der preußischen Regierung ihn 1818 abzuzusetzen, bis zu seinem gesundheitsbedingten Ausscheiden im Jahr 1820.

 

Guaitas Verdienste lagen maßgeblich in der kompromisslosen Umsetzung Napoleonischer Wirtschaftspolitik und in der Förderung und Stärkung des gewerblichen und handwerklichen Mittelstandes. Er galt von Anfang an als glühender Verehrer Napoleons und erhoffte sich durch dessen Politik ein neues goldenes Zeitalter. Für seine außerordentlichen Verdienste in dieser Zeit wurde Cornelius von Guaita mit dem preußischen Roten Adlerorden sowie 1811 von Kaiser Napoleon zum Mitglied der Ehrenlegion ernannt. 1811 stellte von Guaita für sich und seinen Sohn den Antrag auf die Erhebung in den Stand eines baron de l’Empire.

 

Darüber hinaus förderte von Guaita 1813 als Maire der Stadt Aachen die Durchführung der 1801 in Aachen eingeführten Pockenschutzimpfung durch Gerhard Reumont und Kaspar Ludwig Dorschel.

 

Ihm zu Ehren wurde in Aachen 1905 eine Straße in der Nähe seines ehemaligen Wohnhauses in der Rosstraße nach ihm benannt.

 

Familie

Cornelius von Guaita war seit dem 17. November 1790 mit Auguste von Heinsberg, einer Tochter des Postdirektors der Thurn- und Taxis’schen Post von Aachen, verheiratet und hatte mit ihr fünf Töchter und einen Sohn. Augusta von Guaita verstarb am 12. Juli 1819. Ein Porträt von ihm, gemalt 1817 von Johann Baptist Joseph Bastiné hängt im Stedelijk Museum Het Domein in Sittard. Es zeigt den Aachener Oberbürgermeister zusammen mit seiner Tochter Maria Katharina Josepha Sophina von Guaita und trägt den französischen Orden der Ehrenlegion und den Roten Adlerorden.

 

Von Guaita und seine Familie hatten sich im Laufe der Jahre einen bedeutenden Wohlstand erarbeitet und erwarben unter anderem die Güter Berger-Hochkirchen im Ortsteil Laurensberg und Soerser Hochkirchen im Ortsteil Soers sowie weitere in der Nähe befindliche Gutsanlagen. Darüber hinaus besaßen sie in der Aachener Rosstraße 46 /48 eine komfortable Häuserzeile, zu denen eine von Jakob Couven um 1780 entworfene Rokoko-Treppenanlage gehörte, die als Guaita’sche Gartentreppe bezeichnet wurde. Diese wurde nach dem Krieg teilweise in den Stadtgarten Aachen transloziert. Die zur Treppenanlage gehörige Gitterbekrönung mit den Initialen Guaitas ging jedoch verloren.

 

Heute scheinen im Raum Aachen keine Nachkommen mehr zu leben. Jedoch können Grabstätten der Familie im denkmalgeschützten Aachener Ostfriedhof besichtigt werden.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Cornelius_von_Guaita

 


Gülpen Joseph van 12 / 2020

Der klassizistische Grabtempel wurde nach dem frühen Tod der Emma Ritter (geb. van Gülpen 1841 - 1875) von ihren Eltern, dem Kommerzienrat Eduard und Frau Maria Therese Claus errichtet.   „Unserer Emma“


Joseph van Gülpen

Christian Nikolaus Joseph van Gülpen (* 6. Dezember 1793 in Aachen; † 21. Mai 1850 in Berlin) war ein deutscher Tuchfabrikant und Präsident der Handelskammer für die Städte Aachen und Burtscheid.

 

Leben und Wirken

Der Sohn des aus Herzogenrath stammenden Gastwirtes und Pächters des Pfälzischen Hofes in der Aachener Peterstraße Christian Joseph van Gülpen und seiner Ehefrau Gertrud Schaeffers absolvierte nach seinem Schulabschluss eine Ausbildung zum Tuchmacher. Mit erst 22 Jahren schloss er sich im Jahr 1815 mit dem zwei Jahre älteren Johann Heinrich Kesselkaul zusammen und sie gründeten in der Aachener Königstraße die Spinnerei und Tuchfabrik „Van Gülpen & Kesselkaul“. Darüber hinaus mietete van Gülpen den Großen Klüppel an, wo er gemeinsam mit dem zu jener Zeit als Wollhändler tätigen David Hansemann ein Wolllager einrichtete. Das Gemeinschaftsunternehmen war von Erfolg gekrönt und so musste bereits zehn Jahre später eine neue und größere Fabrikanlage in der Adalbertstraße erbaut werden, welche dann 1827 mit einer Dampfmaschine ausgestattet wurde. Nach einer 23 Jahre andauernden Geschäftsbeziehung stieg van Gülpen im Jahr 1838 in aller Freundschaft aus dem Unternehmen aus und richtete im Wespienhaus in der Aachener Kleinmarschierstraße 45 seine eigene Tuchfabrik ein, die 1867 sein Sohn Eduard später auf dem Gut Obere Müsch in die Soers verlegte und die noch bis 1903 dort Bestand hatte.

 

Durch van Gülpens Kontakt zu Hansemann entwickelte sich zwischen den beiden eine tiefe Freundschaft und van Gülpen hegte eine große Bewunderung für die innovativen Ideen Hansemanns, welche ihn dazu anregten, sich ebenso auf vielen wirtschaftlichen, politischen und sozialen Gebieten zu engagieren. So gehörte van Gülpen sowohl zu den Mitbegründern der Aachener Feuerversicherungs-Gesellschaft im Jahr 1824, aus der sich später die AachenMünchener entwickelte, als auch des Aachener Vereins zur Beförderung der Arbeitsamkeit im Jahr 1834. Gemeinsam mit Hansemann setzte sich van Gülpen 1836 in Berlin in langwierigen Verhandlungen auch dafür ein, dass die geplante Eisenbahnstrecke von Köln nach Antwerpen, damals auch „Eiserner Rhein“ genannt, über Aachen trassiert wurde. Im Jahr 1844 übernahm er dann als Nachfolger Hansemanns das Amt des Vizepräsidenten der Rheinischen Eisenbahngesellschaft und ein Jahr später dessen Amt als Handelsgerichtspräsident. Im Jahr 1848 folgte van Gülpen dann dem Tuch- und Nadelfabrikanten Philipp Heinrich Pastor als Präsident der Handelskammer für die Städte Aachen und Burtscheid nach. Darüber hinaus gehörte er über viele Jahre dem Stadtrat an und vertrat auch hier die Linie von David Hansemann.

 

Im Verlauf einer Dienstfahrt zu Zollverhandlungen in Berlin im Jahr 1850 erkrankte van Gülpen ernsthaft und verstarb nach wenigen Tagen an den Folgen dieser Erkrankung. Er wurde nach Aachen überführt und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Aachener Ostfriedhof.

 

Joseph van Gülpen war verheiratet mit der Protestantin Charlotte Winkler (1788–1842), die ihres Glaubens wegen auf dem „Friedhof Güldenplan“ im Stadtgarten Aachen beerdigt wurde. Zusammen mit ihr hatte er jeweils vier Söhne und Töchter, von denen einer seiner Söhne, der spätere Kommerzienrat Eduard van Gülpen (1820–1882), die Tuchfabrik übernahm und diese 1864 in die Soers verlegte, wo Eduard auch seinen Sommersitz einrichtete. Nach dem Tod seiner Frau Marie Therese Claus (1819–1900) wurde schließlich auch das Wespienhaus von den Erben der Familie aufgegeben. Van Gülpens Enkel, Sohn seiner Tochter Amalie (* 1819), war der Porträt- und Genremaler Hermann August Philips.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_van_G%C3%BClpen

 


H

Heusch August  12 / 2020

Heusch Hoesch (Familie)

 

Die Familie Hoesch, in manchen alten Schriften auch Husche, Hoisch oder Huesch genannt, ist eine seit mehreren Jahrhunderten bestehende Unternehmerfamilie. Sie war vorwiegend in der Metallverarbeitung in den Räumen Aachen, Düren und Stolberg/Eschweiler sowie in Dortmund tätig. Ein bedeutender Zweig der Familie wird Heusch geschrieben. Beide Familienzweige gehen auf den gemeinsamen Stammvater Heinrich Hoesch († 1552) zurück.

 

Der Name Heusch/Huesch leitet sich von mittelniederländischen heufsch, heuvesch, hovesch ab und bedeutet etwa höfisch, hübsch oder höflich und bezeichnete zumeist Personen, die dem Hofe angehörten.

 

Im Kölner und Aachener Dialekt sowie in der holländischen Sprache wird das Adjektiv heusch noch heute angewendet.

 

Ursprünge

Die Familie Hoesch, Heusch stammt ursprünglich aus dem Ort Kettenis im Eupener Land mit Stammsitz auf Schloss Libermé, aber auch mit Besitztümern in Walhorn, Dolhain und Baelen. Der älteste nachgewiesene Ahn ist Ende des 14. Jahrhunderts ein Husche de Libermé († vor 1403), dessen Sohn Hein Husche von Kettenis († um 1459) ebenso wie Hein Husches Sohn Mays (Bartholomäus) Hoesch von Libermé und Kettenis († um 1530) als Schöffen zu Walhorn genannt werden. Mays Hoesch wird zugleich auch als Lehnsmann des Aachener Münsters erwähnt, ebenso wie sein Sohn Hein Hoesch von Kettenis (1475–1552), der der gemeinsame Ahnherr aller sich nun verzweigenden und bis heute existierenden Linien der Familien Heusch/Hoesch ist.

 

Zweig Peter Hoesch (Hoesch/Heusch)

 

Michael Heusch, Hamburg

Hein Hoesch von Kettenis hatte sechs Söhne und vier Töchter. Sein ältester Sohn Peter Hoesch († vor 1561) verzog zunächst nach Zülpich, wo er zum Schöffen gewählt wurde, wechselte aber alsbald nach Antwerpen. Dessen beide Söhne Johann (1530–1580) und Michael (1533–1596) waren in Antwerpen erfolgreiche Kaufleute und heirateten auch dort. Deren jeweilige Kinder traten dem evangelischen Glauben bei, wodurch sie im überwiegend katholischen Antwerpen erhebliche berufliche und soziale Nachteile erlitten. Aus diesem Grunde verzogen diese daraufhin nach Hamburg bzw. nach Frankfurt am Main. Deren weitere Nachkommen nannten sich nun durchweg Heusch. In Hamburg machte ein gewisser Michael Heusch (1601–1684) auf sich aufmerksam, als er von 1665 bis 1667 zum Präsidenten der Handelskammer Hamburg gewählt wurde. Der Generalleutnant in italienischen Diensten, Nicola Heusch (1837–1902), welcher nach dem Sturz von Premierminister Antonio Starabba di Rudinì am 9. Mai 1898 das Kommando der in der Toskana stationierten Belagerungstruppen zur Unterdrückung der Maiunruhen übernommen hatte, ist ebenfalls ein Nachfahre dieser Hamburger Linie.

 

Aachener Hauptzweig (Hoesch/Heusch)

Der zweite Sohn von Hein Hoesch von Kettenis, Bartholomäus Hoesch (1533–1596), Schöffe des hohen Gerichtshofes in Limbourg, ist der Begründer des weit verzweigten Aachener Hauptzweiges. Er nahm mit seiner Familie den evangelischen Glauben an, weswegen sie 1568 mit der Reichsacht belegt wurden. Doch nachdem sowohl Mays selbst als auch sein Sohn Hermann († 1582), welcher als Offizier im Heere von Wilhelm I. von Oranien-Nassau gedient hatte, wieder zum katholischen Glauben zurückgekehrt waren, wurden sie bereits 1574 restituiert. Seitdem sind deren weitere Nachfahren, die sich nun einheitlich Heusch nannten, mehrheitlich katholisch und bekleideten in Aachen ansehnliche Ämter.

 

Einer dieser Nachkommen war Aegidius Heusch (1629–1685), der als Erster aus diesem Familienzweig nach Aachen kam, wo er eine Stelle als Badearzt übernahm und Gründer der Hirsch-Apotheke, der zweitältesten Apotheke Aachens, wurde. Sowohl dessen Sohn Gerhard (1678–1759) als auch sein Enkel Franz Aegidius (1712–1780) wurden zum Stadtphysicus Aachens berufen. Ein Enkel von Franz Aegidius, Gerhard Heusch (1744–1829), übernahm 1784 das verfallene Schloss Rahe und ließ es aufwändig und repräsentativ renovieren.

 

Mit dessen Enkel August (1807–1875) begann schließlich eine erfolgreiche Zeit als Nadel- und Kratzenfabrikanten. Im Jahre 1825 gründete er die erste und damit die älteste Aachener Kratzenfabrik, die zunächst unter dem Namen August Heusch & Kern, später unter August Heusch & Söhne firmierte und ihren Sitz ab 1861 in das Wylre’sche Haus in Aachen verlegte. Dieses wird deshalb zuweilen auch Palais Heusch genannt und befindet sich noch heute in Familienbesitz. Der letzte bedeutende und bekannte Vertreter dieser Linie ist der Urenkel von August Heusch, der ehemalige Aachener Oberbürgermeister Hermann Heusch. Nach dessen Tod wurde das erhaltene und unter Denkmalschutz stehende Vorderhaus im Jahre 1996 innerhalb der Familie meistbietend versteigert und befindet sich auch heute noch in Familienbesitz. Die Kratzenfabrik einschließlich Anlagen und Achterhaus waren bereits Jahre zuvor aufgegeben worden.

 

Ein Vetter zweiten Grades von August Heusch, Severin Heusch (1827–1873), begann im Jahr 1859 zusammen mit dem Schlosser Wilhelm Oebel Tuchscherermesser auf maschinellem Wege herzustellen. Mit dieser Innovation war ihr Unternehmen die erste Tuchscherermesserfabrik Deutschlands, aus dem heutzutage das führende Spezialunternehmen für Hochleistungsmesser und Schersysteme Heusch GmbH & Co. KG geworden ist.

 

Die Neffen und Großneffen von August Heusch stiegen ebenfalls in die Nadelfabrikation ein und gründeten nach dem Ankauf der ehemaligen Nadelfabrik von Laurenz Jecker die Nadelfabrik Heusch & Butenberg, welche später in Hugo Heusch & Co. umfirmierte und die ab 1908 ihre Fabrikation und ihren Sitz in der von Rudolf Lochner übernommenen und liquidierten Tuchfabrik Lochner am Karlsgraben in Aachen hatte. Im Jahr 1955 floss dieses Unternehmen in die Rheinische Nadelfabrik AG ein.

 

 

Majorica-Perlen der Firma Heusch

Mit Eduard Friedrich Hugo Heusch (1865–1937) begann darüber hinaus eine erfolgreiche Unternehmertätigkeit der Familie in Spanien. Im Jahre 1902 gründete dieser in Barcelona zunächst die Nadelfabrik La Metalurgica Espanola, die bis zur Schließung 1978 in Familienbesitz blieb, sowie zwei Jahre später in Manacor auf Mallorca die edle mallorquinische Kunstperlenfabrik Industria Espanola de Perlas Imitacion S. A., die sein Sohn Alberto Carlos (1932–2007) im Jahre 1997 in die Alpha Invest Holding überführte.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Hoesch_(Familie)

 

Heruntergeladen am 25.02.2021


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Kinon Ferdinand / Kinon Victor  12 / 2020

Ferdinand Kinon (* 29. Oktober 1867 in Stolberg (Rheinland); † 8. November 1919 in Aachen) war ein deutscher Glas- und Spiegelfabrikant sowie erster serienmäßiger Produzent für Verbund-Sicherheitsglas in Deutschland.

 

Leben und Wirken

 

Der Sohn des Glasfabrikanten Nikolaus Franz Viktor Kinon (1831–1887) und der Henriette Willems (1843–1925) durchlief nach seiner Schulzeit eine kaufmännische Lehre in der väterlichen Glas- und Spiegelmanufaktur. Diese hatte der Vater 1871 in Burtscheid errichtet und wurde nach dessen frühen Tod zunächst von Ferdinands Mutter alleine geleitet. Im Jahre 1894 übernahm Ferdinand die kaufmännische Leitung des Betriebes und wurde zugleich neben seiner Mutter und gemeinsam mit seinem Bruder Viktor (1869–1934), der als technischer Leiter eingesetzt war, Gesellschafter der Firma.

 

Durch gezielte Betriebserweiterungen um eine Glasbiegerei, eine Fertigungsanlage für Blei- und Messingverglasung und eine Firmenschilder-Malerei sowie geschickte Firmenexpansionen setzte nun eine starke Aufwärtsentwicklung des Unternehmens ein. So gründete Kinon noch im Jahre 1894 eine Filiale in Köln, welcher im Jahr 1902 eine weitere in Düsseldorf-Pempelfort und 1909 eine in Leipzig folgte. Wenig später erwarb er in Berlin die bedeutende Glasmanufaktur Röder, Meyer & Compagnie Hohenschönhausen, wo er 1912 noch eine neue Spiegelfabrik fertigstellte. Diese Filiale wurde nun in Berlin-Aachener Spiegelmanufaktur Röder, Meyer & Compagnie umfirmiert und war bis 1930 existent.

 

Ein bedeutender Durchbruch gelang Ferdinand Kinon im Jahr 1910 mit dem Erwerb der Herstellungsrechte von der Pariser Société du Verre Triplex auf das ein Jahr zuvor patentierte Verbund-Sicherheitsglas des Chemikers Édouard Bénédictus. In diesem Verfahren wurden zwei Glastafeln nacheinander mit einer Gelatine- und Cellulose-Schicht überzogen, dann mit einer Celluloidschicht im Spiritusbad zusammengelegt und von einer hydraulischen Presse unter erhöhter Temperatur splitterfest miteinander verklebt. Zur Herstellung dieser neuen Produkte wurde von Ferdinands Bruder Viktor eine zusätzliche Fertigungsanlage gebaut, die 1913 in Betrieb ging. Hier begann man nun zunächst mit der Produktion unter anderem von Verbundglas für den Automobilbau und vor allem von schussfestem Glas sowie gefärbten Verbundgläsern für Fliegerbrillen.

 

Damit war es Ferdinand Kinon und seinem Bruder gelungen, als erstes Unternehmen in Deutschland nach Frankreich (1910), England und den USA (1911) serienmäßig Sicherheitsglas herzustellen.

 

Im Anschluss an Ferdinands Tod im Jahr 1919 übernahm sein Bruder Viktor die Gesamtleitung des Unternehmens, erwarb 1927 die Bénédictus-Patente für den deutschen Raum und führte diese unter dem Handelsnamen Kinonglas ein. Noch im gleichen Jahr wurde Kinonglas von Ford Deutschland in Berlin und Horch in Zwickau für Windschutzscheiben im Automobilbau serienmäßig verwendet.

 

Da aus der Ehe von Ferdinand Kinon mit Helene Westendorp (1874–1959), Tochter des Kunstfotografen Eugen Westendorp, nur eine Tochter hervorgegangen war, stiegen seine drei Neffen, Söhne seines Bruders Viktor, in die Firma ein und übernahmen wichtige Führungsfunktionen. So gehörte Walter Kinon (1895–1961) zum Direktorium, Ferdinand junior (* 1896) wurde Technischer Leiter und Hans (* 1905) Leiter des Verbundglasbetriebes. Gemeinsam führten sie das Unternehmen 1952 als Tochterunternehmen in die Vereinigte Glaswerke Aachen GmbH (VEGLA), Zweigniederlassung sowie für Deutschland und Mitteleuropa zuständige Hauptvertretung des französischen Industriekonzerns Compagnie de Saint-Gobain. In dieser Konstellation besteht das von Ferdinand Kinon gegründete Unternehmen noch heute und firmiert unter Kinon Aachen GmbH mit annähernd 190 Mitarbeitern. Auch die für Hochsicherheitsglas zuständige Saint-Gobain-Tochter Kinon Porz GmbH in Köln-Porz trägt in Erinnerung an Kinons Errungenschaft seinen Namen. Das letztgenannte Unternehmen lieferte das Spezialglas für den Grand Canyon Skywalk.

 

Ferdinand Kinon selbst fand seine letzte Ruhestätte in einer prachtvollen Gruft auf dem Aachener Ostfriedhof.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Kinon

 


Krückel Josef / Familie  12 / 2020

Das Schwertbad Aachen ist das älteste Badehaus Deutschlands.

Seit der Zeit der Römer werden die heißen Quellen von Burtscheid schon genutzt. Heute kann man im Schwertbad Aachen diese langjährige Tradition immer noch genießen. Die heutige Grundlage für das Schwertbad hat Josef Krückel (1851 – 1900), ein Gastwirt aus Aachen, mit seiner Familie geschaffen.

 

Mitte der 1880 Jahre übernahm er zunächst als Pächter das Comphausbad (Komphausbad), später auch das Kornelius- und das Karlsbad. 1896 erwarb er das Schwertbad, das nach seinem frühen Tod, von seiner Witwe Anna Maria (geb. Plum 1848 - 1929) weitergeführt wurde.

 

Nach den schweren Jahren des ersten Weltkrieges übergab sie es ihrem Sohn Hermann (1875 – 1939) und seiner Frau Josefine. Nachdem Hermann Krückel 1939 starb, übergab sie ihrem Sohn Hermann (1907 - ) der jedoch seit September 1943 in Rußland vermisst wurde. Schon eineinhalb Jahre zuvor, war der jüngere Bruder Hans (1913 – 1942) in Rußland gefallen.

 

Nachdem der älteste Bruder, der ehemalige Flugzeugkonstrukteur bei Junkers, Dr. Ing. Josef Krückel, 1946 aus dem Krieg heimgekehrt war, fiel ihm die Aufgabe zu, dass im Krieg schwer beschädigte Schwertbad wiederaufzubauen. 

Im Zweiten Weltkrieg wurden auch die anderen Burtscheider Bäder stark beschädigt. Von den acht Bädern, die zu Beginn des Krieges noch existierten, waren alle im Bereich des Kurgartens vollständig zerstört; das Landes-, das Goldmühlen-, das Prinzen- und das Schwertbad stark beschädigt. Im Dezember 1947 begann der Kurbetrieb in Burtscheid mit nur einem Kurgast im Schwertbad. 1948 konnten auch im Prinzenbad und im Goldmühlenbad wieder Kuren durchgeführt werden. Nach umfangreichen Rekonstruktionsarbeiten nahm 1949 auch das Landesbad wieder den Kurbetrieb auf. In der Folgezeit wurden die Burtscheider Kurkliniken mehrfach renoviert und den therapeutischen Erfordernissen angepasst. Große Thermalbewegungsbäder wurden errichtet. Im Bereich des ehemaligen Kurgartens wurde 1963–1967 mit der Rosenklinik eine weitere Rehabilitationseinrichtung geschaffen, die das Thermalwasser der Rosenquelle als Kurmittel anwendet. 

1971 übernahm Josef H. Krückel in vierter Generation das Familienunternehmen Schwertbad, das er großzügig er in den Folgejahren ausgebaut hat.

 

Das Grabmal abgebildete Grabmal erinnert an die ersten 3 Generationen der Familie Krückel

 

Hier noch was zur Geschichte der Bäder

 

Die Thermalquellen von Burtscheid werden – ebenso wie die heißen Quellen der Innenstadt – seit der Besetzung der Rheinlande durch die Römer genutzt. In einem bewaldeten Tal entsprangen auf einer Strecke von 300 m über 15 größere heiße Quellen. Die Thermalquellen von Burtscheid wurden bereits im 1. und 2. Jahrhundert in Kureinrichtungen auch von Privatpersonen genutzt. In der Nachbarschaft der Quellen hat man vermutlich aus Dankbarkeit für Heilung und Genesung ein Nymphäum errichtet. Im Bereich des heutigen Schwertbades wurden aus dem 1. und 2. Jahrhundert eine Frauenstatue und ein Apollo-Stein entdeckt, die vermutlich zur Ausgestaltung des Quellheiligtums gedient haben könnten.

 

Nach dem Abzug der Römer wurden auch diese Weihestätten zerstört. Eine Wiederbelebung der Nutzung der heißen Quellen erfolgte durch Mönche des Klosters Burtscheid, das hier 997 errichtet wurde. Berichte über zahlreiche, von Mönchen unterhaltene Badeanstalten sind aus dem 11. und 12. Jahrhundert überliefert. Im Jahr 1220 wurde die Burtscheider Abtei von Zisterzienserinnen übernommen, die teilweise auch die Thermalquellen verwalteten. Im Jahr 1222 beschreibt der Zisterziensermönch Caesarius von Heisterbach ein Badebecken, in das das Thermalwasser der Heißensteinquellen (heute: Landesbadquellen) geleitet und vorwiegend von Armen aufgesucht wurde. Im 14. Jahrhundert wurden im Burtscheider Tal zahlreiche Badehäuser errichtet (1382 Badehaus Büdde, 1388 Schwertbad), die häufig über eine eigene Thermalquelle verfügten.

 

Neben der Nutzung als Kurmittel wurde das Thermalwasser von Burtscheid zum Bleichen und Spülen von Wolle und Tuch in Wollspülen verwendet. Aufgrund der hohen Temperatur einiger Thermalquellen wurden in dem Wasser u. a. Hühner und Schweine überbrüht beziehungsweise Eier gekocht (Kochbrunnen). Das überschüssige Thermalwasser wurde über den Warmen Bach abgeführt und versorgte die umliegenden Weiher (Warmweiher) mit temperiertem Wasser, sodass eine kontinuierliche Fischzucht ermöglicht wurde. Gleichzeitig waren die permanent warmen, offenen Gewässer in Burtscheid der Grund für die bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts immer wieder auftretenden Malaria-Epidemien, die in der Region als Burtscheider Fieber bekannt wurden.

 

Während in Aachen die Bade- und Kureinrichtungen im 17. und 18. Jahrhundert stetig modernisiert wurden, herrschten in Burtscheid eher ländliche Verhältnisse vor. Franciscus Blondel beschreibt 1688 in Burtscheid 13 Badehäuser mit Gemeinschaftsbecken. Die Badebecken der Armen befanden sich meist unter freiem Himmel.

 

Ebenso wie die Aachener Quellen wurden die Burtscheider Thermalquellen 1811 durch Napoléon Bonaparte verstaatlicht. Im Jahr 1818 wurden alle Quellen und Badehäuser wieder an Privatpersonen verkauft, lediglich das Johannisbad fand keinen Käufer und wurde der Armenanstalt übertragen.

 

Quelle Geschichte des Burtscheider Bäderwesens: https://de.wikipedia.org/wiki/Aachener_Thermalquellen


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Müller Joseph (Paläontologe) 12 / 2020

Joseph Müller (Paläontologe)

Joseph Müller (* 12. November 1802 in Aachen; † 5. August 1872 ebenda) war ein deutscher Gymnasiallehrer und Naturforscher sowie Mundartdichter.

Leben und Wirken

Der Sohn des Schusters Franz Joseph Müller und der Elisabeth Mertens studierte nach Erlangung seines Abiturs am damaligen Preußischen Gymnasium und späteren Kaiser-Karls-Gymnasium in Aachen an der Universität Bonn die Fächer Alte Sprachen und Naturwissenschaften. Nach Abschluss dieser Studienfächer erhielt Müller an seiner alten Schule zunächst eine Anstellung als Probekandidat, wurde dann im Herbst 1831 offiziell als Gymnasiallehrer übernommen und später zum Oberlehrer befördert. Zwischenzeitlich promovierte er im Jahr 1839 an der Universität Erlangen zum Dr. phil. Am Kaiser-Karls-Gymnasium unterrichtete Müller bis zu seiner Pensionierung im Herbst 1868 Latein, Griechisch, Französisch für die Mittelstufe sowie Deutsch, Zoologie, Botanik Mineralogie und Physik für die Oberstufe.

 

Müllers Hauptneigung, auch über den Schuldienst hinaus, galt den naturkundlichen Forschungen, besonders auf dem Gebiet der Fossilisationslehre. Hierbei untersuchte er vor allem Versteinerungen im Bereich der Aachener Kreide und fasste seine Erkenntnisse in seinem Hauptwerk, der „Monographie der Petrefacten der Aachener Kreideformation“ in zwei Bänden und einem dritten Supplementband zusammen, welcher vom Naturhistorischen Verein der Rheinlande und Westfalens in Bonn herausgegeben wurde.

 

Ein weiterer Schwerpunkt seines umfangreichen Schaffens war die Erforschung und der Umgang mit dem Aachener Dialekt. Zusammen mit seinem Studienfreund Wilhelm Weitz verfasste Müller 1836 das Buch „Die Aachener Mundart – Idiotikon nebst einem poetischen Anhange“ und Müller veröffentlichte darüber hinaus noch zahlreiche eigene im Aachener Dialekt gehaltene satirisch humoristische Aufsätze und viele Gelegenheitsgedichte sowie eine Abhandlung über Aachener Sagen und Legenden.

 

Zusätzlich zu seinen Tätigkeitsfeldern engagierte sich Müller ehrenamtlich in mehreren öffentlichen Ämtern. So war er unter anderem einer der Mitbegründer des Aachener Karlsverein zur Restauration des Aachener Münsters, dessen Vorstand er bis zu seinem Tode angehörte sowie Mitglied des Gemeinderates und langjähriger Sekretär des Marianneninstituts, einer Entbindungsanstalt für arme Wöchnerinnen. Darüber hinaus war er seit 1842 Mitglied im Club Aachener Casino.

 

Für seine vielfachen Verdienste wurde Joseph Müller 1853 mit dem Roten Adlerorden der IV. Klasse und anlässlich seiner Pensionierung im Jahr 1868 mit dem preußischen Kronenorden der IV. Klasse ausgezeichnet.

 

Joseph Müller war verheiratet mit Caroline Michaelis (1802–1872), mit der er einen Sohn und eine Tochter bekam. Die Familie Müller fand ihre letzte Ruhestätte auf dem Aachener Ostfriedhof.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_M%C3%BCller_(Pal%C3%A4ontologe)

 


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Nellessen Familie  12 / 2020

Nellessen Tuchfabrik

 

Die Tuchfabrik Carl Nellessen, J. M. Sohn war eine der ältesten und größten Tuchfabriken Aachens und hatte ihren Hauptsitz in der Mörgensgasse, heute Mörgensstraße. Um 1830 beschäftigte die Firma rund 1200 Mitarbeiter an 400 Handwebstühlen. Sie erlangte einen denkwürdigen Bekanntheitsgrad, als ihre Mitarbeiter sich maßgeblich am Aachener Aufruhr vom 30. August 1830 beteiligten. 

 

Am Montagmittag des 30. August 1830 kam es an der Dicken Pfeife, einem Versammlungsort der Fabrikarbeiter, zu einem Auflauf, da es am Zahltag Strafabzüge bei der Auszahlung des Lohnes in der Tuchfabrik C. Nellessen, J. M. Sohn gegeben hatte, die zu jenem Zeitpunkt seit dem Tod des Seniorchefs Franz Carl Nellessen von seinen vier Söhnen Heinrich (1789–1866), Carl (1799–1871), Theodor (1802–1888) und Franz Nellessen (1805–1862) geleitet wurde. Der Scherer Jacobi sprach mit einem Kollegen darüber, dass ihm wegen eines beschädigten Tuches ein Zehntel des Wochenlohnes abgezogen worden war. In der Mittagspause wurde das als Unrecht empfundene Verfahren diskutiert. So beschloss man, zu Nellessen zu gehen, um die Abzüge einzuklagen. Ebenso klagte man über den geringen Verdienst und über die Maschinen, die man dafür verantwortlich machte, so dass man deren Zerstörung forderte.

 

Die Arbeiter zogen daraufhin vor die Tore der Tuchfabrik Nellessen, wobei die Menge durch Neugierige schnell auf mehrere hundert Menschen anwuchs. Dort forderte man lautstark die Beseitigung der Strafabzüge und versuchte, in die Fabrik einzudringen. Das Vorhaben scheiterte, da die Fabrikarbeiter des Unternehmens Nellessen den Einzug in die Fabrik verhinderten. Als die Gendarmen am Versammlungsort erschienen, ließ die Menge ihre Aggression über den fehlgeschlagenen Versuch an den Gendarmen aus. Durch die Verfolgung der Gendarmen verlagerte sich das Geschehen, und wenig später zog die Menge zum Haus des Industriellen James Cockerill am Friedrich-Wilhelm-Platz Nr. 7 in Aachen, dem späteren Haus der Erholungsgesellschaft. Dieser war für seinen Reichtum bekannt und wurde für die Verbreitung der Maschinen in Aachen verantwortlich gemacht, wodurch eine Vielzahl der Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verloren hatten. Bei den Unruhen wurde als Zeichen der Arbeiterbewegung die Rote Fahne gezeigt.

 

Cockerills Einrichtung und das Mobiliar wurden vollständig zerstört und das Haus geplündert, anschließend zog man zum Gefängnis, um nach dem Vorbild des Pariser Bastillesturms die dort einsitzenden Gefangenen zu befreien, von denen der überwiegende Teil nur kleine Straftaten und Ordnungswidrigkeiten begangen hatte (diese sogenannten Arme-Leute-Delikte waren zur damaligen Zeit zumeist Holzfrevel, Gartendiebstahl oder ähnliches). Um die Gefangenen zu befreien, benötigte man Werkzeuge, die man beim Mechanikus Stiel zu beschaffen versuchte. Doch auch hier stieß man auf den Widerstand der Arbeiter. Ein Teil der Aufrührer zog zum Friedrich-Wilhelm-Platz, während der Rest sich zur Wohnung des Bierbrauers Bens begab, um sich Gewehre zu verschaffen, was auch gelang.

 

Aus Mangel an Soldaten wurde eine Bürgerwache gebildet, der es schließlich gelang, den Aufruhr zu beenden und in Aachen wieder „Ruhe und Ordnung“ herzustellen.

 

Geschichte 

 

Die Gründung des Unternehmens geht auf Franz Nellessen zurück, der zuvor in Burtscheid eine Tuchfabrik besessen hatte, die er 1737 auf das Anwesen seines Schwiegervaters in die Aachener Mörgensgasse verlegte. Er baute den Komplex aus und richtete dort eine Spinnerei, Färberei und Schererei ein und pachtete zudem eine Walkmühle in Herzogenrath und eine Rauhmühle in Nothberg. Um die rigiden Zunftregeln des Aachener Gaffelbriefs auszuhebeln, die den Tuchunternehmen in jener Zeit die Anzahl der Webstühle, des Personals und der Produkte vorschrieben, organisierte er sein Unternehmen nach dem Verlagssystem. Dadurch war es ihm möglich, die Arbeit von zahlreichen Webern aus der nahen Eifel in Form von Heimarbeit zu nutzen sowie auf Webstühle in Hauset, Nothberg und Büsbach zurückzugreifen.

 

Johann Matthias Nellessen (1726–1781), einer der Söhne von Franz Nellessen, übernahm die Fabrik seines Vaters und vererbte sie seinerseits an seinen Sohn Franz Carl Nellessen. Dieser firmierte das Unternehmen unter „Carl Nellessen, J. M. Sohn“ und wurde im Aachener Rats- und Staatskalender von 1791 als „Kaufmann handelnd in spanisch-wüllenden Tüchern“ erwähnt. Als Ergänzung zu seinem Hauptunternehmen erwarb Franz Carl Nellessen um die Jahrhundertwende noch den Kupferhof Gut Gedau im Tal der Inde bei Stolberg, den er als Spinnerei und Weberei umbauen ließ, sowie die benachbarte Plätschmühle, die er als Tuchspülmühle für die gefärbten Tuche benutzte.

 

Nach dem Tod von Franz Carl Nellessen im Jahr 1819 übernahmen dessen vier Söhne Heinrich (1789–1866), Carl (1799–1871), Theodor (1802–1880) und Franz (1805–1862) das Gesamtunternehmen. Sie erweiterten den Komplex und ließen zwischen 1822 und 1830 neue großräumige Produktionsgebäude errichten, unter anderem den imposanten 22-achsigen Rechteckbau sowie den Kesselraum mit dem markanten Schornstein. Im Jahr 1826 statteten sie die Fabrik zudem mit einer ersten 8-PS starken Dampfmaschine aus.

 

Zwanzig Jahre später stieg das Unternehmen mit 1700 Mitarbeitern und 85 mechanischen Webstühlen zur größten Tuchfabrik Aachens auf. Im Jahr 1860 wurde ein weiterer Ausbau erforderlich und die Firmenleitung ließ auf ihrem Areal eine neue Kraftanlage und eine Sheddachhalle als Wolllager errichten. Darüber hinaus übernahm sie auf der gegenüberliegenden Straßenseite das Anwesen sowie das ehemalige von Johann Joseph Couven erbaute Stadthaus der Familie Moirke, aus der mehrere Bürgermeister der Reichsstadt Aachen hervorgegangen waren, und veranlassten den Umbau des Gebäudekomplexes zu einer Wolferei, Spulerei und Spinnerei mit separatem Maschinenraum. Ende der 1920er-Jahre musste das Unternehmen infolge der Weltwirtschaftskrise stillgelegt werden.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Aachener_Aufruhr_vom_30._August_1830


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Rehm Gerhard  12 / 2020

Gerhard Rehm

Gerhard Rehm (* 15. Oktober 1816 in Weisweiler; † 1. August 1892 in Astenet) war ein deutscher Unternehmer, Spekulant und Stifter.

Leben und Wirken

Der Sohn eines Landwirts aus Weisweiler kam als junger Mensch nach Aachen, wo er zunächst als Weißgerber tätig war. Über Rehms weitere Tätigkeiten gibt es im Einzelnen keine klaren Zuordnungen, die amtlichen Quellen bezeichnen ihn um 1857 in Gemeinschaft mit einem Wilhelm Lausberg als Dampfkesselfabrikanten und bereits ein Jahr später als Eisenbahnwagenfabrikanten. Ab 1863 wird Rehm in den historischen Adressbüchern Aachens als Tuch- und Kratzenfabrikant geführt. Wenige Jahre später wird Rehm als Grubenbesitzer bezeichnet, wobei nicht definiert ist, um welche Grube es sich dabei handelt.

 

Bei all diesen Verwendungen betätigte sich Rehm als erfolgreicher Spekulant und verstand es, sowohl für seine Auftraggeber als auch für sich selbst ertragreiche Gewinne zu erzielen. Einen Großteil dieser Gewinne nutzte er Mitte der 1860er-Jahre zum Kauf eines größeren Areals vor dem Kaiserplatz zwischen Adalbertsteinweg und Jülicher Straße. Dieses Gebiet galt als Sumpfgebiet und war geprägt von den aus der Stadt heraus fließenden Gewässern von Pau und Wurm sowie durch einige Mühlenbetriebe. Rehm offerierte dieses Areal zunächst für den Wettbewerb um einen Standort für das geplante neue Polytechnikum, der späteren RWTH Aachen, aber nachdem die Aachener Bezirksregierung sich für das Gebiet im Bereich des Templergrabens entschieden hatte, ließ er nach entsprechender Vorbereitung dort sowohl zahlreiche hochwertige Häuser im Stil des Historismus als auch Arbeiterblocks für die Industriearbeiter aus den umliegenden Großfirmen im Aachener Nordviertel errichten. Eine der dort eingerichteten Straßen, in der er sein eigenes Domizil errichtet hatte, trug zu damaliger Zeit seinen Namen, aber heute erinnert nur ein großer zentraler Platz an den Stifter dieses Viertels. Etwa zum Abschluss seiner dortigen Bauvorhaben ließ Rehm 1887 auf diesem Platz die Mariensäule errichten, die nach Plänen des Aachener Stadtbaumeisters Joseph Laurent in der Bildhauer-Werkstatt von Wilhelm Pohl angefertigt wurde und das erste öffentliche religiöse Denkmals Aachens war. Sowohl der Großteil der heute noch erhaltenen Häuser aus jener Zeit als auch die Mariensäule wurden unter Denkmalschutz gestellt. Nachdem sich das Rehmviertel im späten 20. Jahrhundert allmählich zu einem sozialen Brennpunkt entwickelt hatte, wurde mittlerweile damit begonnen, es im Rahmen des Förderprogramms Soziale Stadt wiederherzurichten und aufzuwerten.

 

In Sichtweite dieses Rehmviertels ließ Gerhard Rehm im Jahr 1879 anlässlich der Goldenen Hochzeit des Kaiserpaares einen gusseisernen Brunnen auf dem Kaiserplatz aufstellen, den er ein Jahr zuvor auf der Pariser Weltausstellung bewundert hatte. Dieser Brunnen wurde 1939 für Rüstungszwecke eingeschmolzen. Darüber hinaus stiftete er der Kirche St. Adalbert am Kaiserplatz eine steinerne Kanzel.

Gerhard Rehm war verheiratet mit Katharina geb. Ervens (1818–1887), Tochter des Zollkontrolleurs und späteren Tuchfabrikanten Joseph Ervens. Diese verfügte nach dem Ausbruch einer schweren Erkrankung, in deren Verlauf sie von den Barmherzigen Schwestern nach den Regeln des hl. Augustinus in Neuss gepflegt worden war, dass ein beachtlicher Teil ihres Vermögens den Augustinerinnen für wohltätige Zwecke zur Verfügung gestellt werden solle. Nach ihrem Tod fasste Gerhard Rehm den Entschluss, dieses Geld zusammen mit eigenen Mitteln in eine Stiftung fließen zu lassen, die dafür vorgesehen war, auf dem Areal von Gut Weide in Astenet, das in seinem Besitz war, das nach seiner Frau benannte „Katharinenstift“ einzurichten. Der ursprüngliche Zweck dieses Stifts war die Organisation einer ambulanten Krankenpflege in den umliegenden Ortschaften, das Betreiben einer Haushaltsschule für Mädchen, die Aufnahme von Frauen beider Konfessionen als Pensionärinnen zwecks Krankenpflege und die Aufnahme katholischer Waisenkinder. Die Verantwortung oblag den Barmherzigen Schwestern nach den Regeln des hl. Augustinus, die 1888 das Katharinenstift als 13. Niederlassung übernahmen. Zwanzig Jahre später wurde eine Kapelle dort angebaut und 1910 durch Weihbischof Joseph Müller aus Köln konsekriert. Mittlerweile wurde das Stift in ein Alten- und Pflegewohnheim umgewandelt.

 

Darüber hinaus erwarb Rehm im Jahr 1890 noch den Klosterhof des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters St. Jöris, der nach seinem Tod der verschwägerten Familie Ervens übertragen wurde, denen der Klosterhof bis 1924 gehörte.

 

Gerhard Rehm starb am 1. August 1892 in Astenet, fand aber auf eigenen Wunsch seine letzte Ruhestätte auf dem Aachener Ostfriedhof, der in direkter Nachbarschaft zu „seinem“ Rehmviertel liegt.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Rehm

 


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Schöbel / Nadenau  12 / 2020

Auf den Friedhöfen sind zu Beginn des 19. Jahrhunderts, eine besondere Form von Grabfiguren entstanden, die Friedhofsengel.  Diese Friedhofsengel sind nicht, wie man vermuten könnte aus einem Gruß gefertigte Vollbronze-Figuren, sondern es handelt sich um ein Galvano-Verfahren.

 

Galvanoplastiken sind Plastiken aus Metall, die nicht durch Guss, sondern Galvanisieren eines in der späteren Plastik entweder verbleibenden oder nach Galvanisation entfernten Modells hergestellt werden. Sie sind wegen ihrer geringen Wanddicke vergleichsweise leicht, aber dennoch stabil. Das Schaffen solcher Plastiken kann künstlerische Freiheiten bieten; wesentlich häufiger sind Galvanoplastiken jedoch Reproduktionen eines Kunstwerks oder einer sonstigen Vorlage.

 

Auch der Grabengel auf der Grabstätte Schöbel / Nadenau, auf dem Ostfriedhof Aachen ist eine solche Galvano-Plastik. Der Entwurf stammt vermutlich von dem Bildhauer Raimund Liebhaber.

Die geringe Schichtstärke der aufgetragenen Kupferschicht hat aber auch Nachteile. Durch Temperaturschwankungen entstehen feine Risse, Feuchtigkeit dringt ein, der Gipskörper speichert die Feuchtigkeit und beim nächsten Frost, platzen die Risse auf. Wenn der Gipskörper mit Wasser vollgesogen ist, ist der Verfall kaum noch aufzuhalten. Eine Sanierung einer solchen kostet dann leicht einen höheren 5-stelligen Betrag.

 

Geschichte

 

Grundlage aller galvanoplastischen Herstellung war die Forschung des Anatomieprofessors Luigi Galvani, der Ende des 18. Jahrhunderts Entdeckungen über Kontakte zwischen Kupfer und Eisen machte. Damit ermöglichte er die Elektroplattierung. Dabei handelt es sich um eine frühe Art der Galvanik, die es gestattete, leitende Metalle mit z. B. Gold oder Silber zu beschichten. In Italien wurde das von Luigi Valentino Brugnatelli weiterentwickelt. Schon ab 1836 wurde in der Silberwarenfabrik Elkington & Co. in England Tischgeschirr galvanisch vergoldet, d. h. elektroplattiert. 1837 erfand Moritz Hermann von Jacobi das Verfahren, mit dem man dank einer elektrisch leitfähigen Graphitschicht nichtleitende Materialien wie Holz oder Gips galvanisch verkupfern kann. Mit der von Werner von Siemens 1867 entwickelten Dynamomaschine konnte schließlich erstmals genügend Strom produziert werden, um die Galvanotechnik auch industriell anzuwenden. Um auch große Objekte galvanoplastisch herzustellen, entwickelte später vor allem Rudolf Christian Böttger in Frankfurt am Main eine verbesserte Methode.

 

Kunsthandwerk

 

Schon kurz nach Entwicklung des Verfahrens wurde es für die Zwecke des Kunstgewerbes nutzbar gemacht. Zunächst wurden allerdings nur kleine Gegenstände, zum Beispiel auch Blumen, Schmetterlinge und andere Spielereien, galvanisiert. Schon 1853 ließ sich Kaiser Napoleon III. galvanisch überzogene Messer herstellen. Ab 1890 hatte eine Tochterfabrik der WMF die Technik des Galvanisierens perfektioniert. Zu Beginn, also von 1890 bis 1902, stellte die Galvanoplastische Abteilung der WMF vor allem kleine Statuetten oder Wandmedaillons her. Dabei handelte es sich hauptsächlich um maximal ein Meter hohe Kopien antiker Statuen oder eigens gefertigter Modelle, die als Zimmerschmuck, aber auch zur Ausstattung von Kirchen dienten und dafür in kirchlichen Veröffentlichungen als preisgünstige Bildwerke in künstlerischer Ausführung angepriesen wurden. 

Beispiele für 1891/92 sind nachweisbar in der evangelischen Sebastianskirche Schwabbach und in der evangelischen Stadtkirche Geislingen. Ab 1902 wurden dann überwiegend Grabfiguren hergestellt, insbesondere Engel, aber auch Christusfiguren u. a. Sie sehen attraktiv und kostbar aus, sind jedoch für einen Bruchteil des Preises einer Steinskulptur oder Bronzeplastik zu erwerben. In der deutschen Silberwarenindustrie wurde die Galvanoplastik seit den 1870er Jahren angewendet, um Künstlermodelle für Ehrengeschenke oder Tafelaufsätze in Silber umzusetzen.

Weiterhin eignen sich Galvanoplastiken zur Herstellung originalgetreuer Kopien archäologischen Metallfunde wie zum Beispiel Münzen, Schmuck und metallenes Tafelgeschirr. Auch viele Kunstgewerbemuseen erwarben in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts neben Gipsabgüssen auch Galvanoplastiken für didaktische Sammlungen.

 

Quelle Text teilweise: https://de.wikipedia.org/wiki/Galvanoplastik

 

Smets Wilhelm  01 / 2021

Wilhelm Smets

 

Wilhelm Smets (* 4. September 1796 in Reval; † 14. Oktober 1848 in Aachen) war ein deutscher spätromantischer Schriftsteller, Journalist, Pfarrer und Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung.

 

Leben

Philipp Karl Joseph Anton Johann Wilhelm Smets von Ehrenstein, der als Dichter unter den Namen Lenz von Prag, Justus Walter und Wilhelm von Reval auftrat, wurde als Sohn des Schauspielers und ehemaligen Bonner Kriminalrichters Johann Nikolaus Smets von Ehrenstein (oder Jakob Wilhelm Smets, geboren 1764 in Eynatten bei Eupen; Künstlername: Stollmers), und dessen zweiter Frau, der berühmten Schauspielerin Sophie Schröder (damals noch: Sophie Bürger) in Reval geboren. 1798 zog die Familie nach Wien, 1799 nach Breslau, wo deren Ehe geschieden wurde. Nach der Scheidung übergab der Vater den Sohn der Pflege einer Wärterin, mit welcher er bis 1802 in Breslau lebte. Dann zog er mit seinem Vater, der wieder seinen früheren Richterberuf ergriffen hatte, nach Aachen. Der Sohn erhielt Unterricht vom Vater und einem Privatlehrer, lernte leicht und übernahm schon früh vom Vater die Abneigung gegen die napoleonische Fremdherrschaft. 1804 begegnete er mit acht Jahren Napoleon Bonaparte bei einer Audienz über eine Witwenrente für sein Kindermädchen, die als Deutsche die Witwe eines französischen Offiziers war. Ab 1805 besuchte Smets die Sekundarschule in Aachen und hatte Deutschunterricht bei dem Lehrer Christian Quix.

 

Nach dem Tode seines Vaters 1812 erhielt er eine halbe Freistelle am französischen Lyzeum in Bonn. Wegen angeblicher burschenschaftlicher Umtriebe und Stiftung einer deutschtümelnden Verbindung musste er 1813 nach Aachen fliehen und sich dort verborgen halten. Im Herbst 1814 übernahm er eine Hauslehrerstelle bei der Familie des Freiherrn von Mylius auf Schloss Reuschenberg in Bürrig. Unterstützt von Mylius, der k. k. österreichischer Generalfeldwachtmeister war, trat er in die niederrheinische Freiwilligenschar ein. In dieser wirkte er durch seine Dichtungen und Erzählungen begeisternd auf seine Kameraden ein. 1815 nahm er als Freiwilliger Jäger mit dem (niederrheinischen) 3. Rheinischen Landwehr-Infanterieregiment (April 1814 errichtet in Köln) am Feldzug gegen Frankreich teil und wurde wegen propagandistischer Leistungen auf Veranlassung des Gouverneurs der Rheinprovinz, Johann August Sack, der in Aachen seinen Sitz hatte, zum Landwehrleutnant befördert, dem Stab Gneisenaus zugeteilt und machte die Schlacht bei Waterloo und den Zug nach Paris mit.

 

Nach dem Pariser Frieden begab er sich in den Kreis seiner Angehörigen nach Aachen und machte 1816 seine „Gesammelten Gedichte“ bekannt. Im Sommer desselben Jahres wurde er Hauslehrer des Freiherrn Max Friedrich von Forst-Gudenau und reiste im Herbst nach zweimonatigem Aufenthalt mit den Söhnen des Freiherrn auf Schloss Harff bei Bedburg den Rhein hinauf und die Donau hinunter nach Wien, wo er in der gefeierten Schauspielerin Sophie Schröder seine vom Vater totgesagte Mutter wiedertraf. Nun versuchte Smets sich als Schauspieler am Theater, wurde sodann Hauslehrer und erhielt auf Vermittlung von Freunden 1817 eine Hilfslehrerstelle am Gymnasium von Koblenz. Zusammen mit Christian von Stramberg arbeitete er hier bis zum 14. März 1819 für die freiheitliche Zeitung Rheinischer Herold, welche an die Tradition des von Joseph Görres herausgegebenen Blattes Rheinischer Merkur anknüpfte. Mit einem Stipendium der jüdischen Gemeinde aus Koblenz, für die er einen Tag vor der Beendigung seiner Tätigkeit als Redakteur noch Partei ergriffen hatte, studierte er ab 1819 katholische Theologie in Bonn und Münster. In Bonn freundete er sich 1820 mit Heinrich Heine an. Am 8. Mai 1822 wurde Wilhelm Smets in Köln zum Priester geweiht, wurde als Religionslehrer am königlichen katholischen Gymnasium tätig und wurde 1828 Pfarrer in Hersel, 1832 Oberpfarrer in Münstereifel, 1835 in Nideggen, 1836 in Blatzheim (Kreis Bergheim (Erft)). Nach nur vier Monaten ließ Smets sich am 30. Juni 1837 in den Ruhestand versetzen und kehrte nach Köln zurück, wo er weiterhin das rheinische Kulturleben, besonders als Feuilleton-Redakteur der Kölnischen Zeitung, mit literarischen Arbeiten prägte. In Aachen gehörte er um 1836 zu der Stammtischrunde um den Aachener Novellisten Carl Borromäus Cünzer in der Kaiserlichen Krone.

 

 

Grabstein auf dem Ostfriedhof

Auf einer Romreise 1841 wurde er durch einen Aachener Landsmann, den päpstlichen Leibarzt Dr. Clemens August Alertz, dem Papst Gregor XVI. vorgestellt und nicht zuletzt deshalb am 19. Juni 1844 zum Kanonikus an das Münster von Aachen berufen. Wegen seines Engagements für Meinungs- und Pressefreiheit wählte ihn die Stadt Aachen 1848 zum stellvertretenden Abgeordneten des 20. Wahlkreis Rheinland in die Frankfurter Nationalversammlung, dessen Mitglied er nur vom 27. Juni 1848 bis zum 24. Juli 1848 blieb. Auf ärztlichen Rat begab er sich dann zur Kur nach Bad Soden und kehrte schwer krank Anfang September nach Aachen zurück. Dort starb er, als Domherr von Aachen, nach eigenen Worten „am gebrochenen Herzen“, am 14. Oktober 1848. Ein von Freunden und Verehrern auf dem Aachener Ostfriedhof errichtetes Denkmal zeigt die Stelle, an der er bestattet wurde.

 

 

 Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Smets


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Talbot Georg  12 / 2020

Georg Talbot (* 16. Februar 1864 in Aachen; † 6. August 1948 ebenda) war ein deutscher Eisenbahningenieur und Unternehmer sowie ein Förderer des Pferdesports.

 

Leben und Wirken

Georg Talbot war der Sohn des Leiters der Waggonfabrik Talbot, Kommerzienrat Carl Gustav Talbot (1829–1899), und dessen Ehefrau Clémence geb. Piedbœuf (1835–1912), Tochter des Industriellen Jean Pascal Piedbœuf (1813–1879), dem Gründer des Eisenblech-Walzwerks Piedboeuf, Dawans & Co. und des Röhrenwerks J. P. Piedboeuf & Co., beide in Düsseldorf-Oberbilk sowie königlich belgischer Konsul in Aachen. Nach seinem Studium der Ingenieurwissenschaften an der Technischen Hochschule Karlsruhe und der Technischen Hochschule Aachen und seiner Praktikantenzeit in Belgien und Großbritannien 1887 trat Georg Talbot in die von seinem Großvater Johann Hugo Jakob Talbot (1794–1850) gegründete Aachener Waggonfabrik ein und leitete diese nach dem Tod seines Vaters in dritter Generation bis zu seinem Tod. Anschließend wurde das Unternehmen von seinem Sohn Richard Talbot (1896–1987) als Geschäftsführer weitergeführt, der es wiederum seinem Neffen Kurt Capellmann übertrug.

 

1891 erhielt Georg Talbot sein erstes Patent auf den Talbot-Selbstentlader. Die Konstruktion dieses Wagens ermöglichte über alle bisherigen Entwicklungen hinaus eine vollständige automatische Entladung des Schüttguts (z. B. Erz, Kohle, Kies oder landwirtschaftliche Produkte wie Kartoffeln oder Rüben) beiderseits der Schienen, die aufwendige manuelle Entladung oder das Kippen des ganzen Wagens wurden dadurch überflüssig. Diese Wagenbauart und ihre Weiterentwicklungen konnten sich weltweit durchsetzen und stellten für ein Jahrhundert eine der wirtschaftlichen Säulen der Waggonfabrik Talbot dar.

 

Dass Georg Talbot der Aachener Wirtschaft und Technischen Hochschule eng verbunden war, fand seinen Ausdruck darin, dass er von 1914 bis 1924 Präsident der Aachener Industrie- und Handelskammer war und von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen mit der Ehrendoktorwürde (als Dr.-Ing. E. h.) und später (1934) mit der Ehrensenatorwürde ausgezeichnet wurde. Darüber hinaus war Talbot 1921 Abgeordneter des Rheinischen Provinziallandtags.[1]

 

Außerhalb seines beruflichen Engagements war Talbot ein der Kultur und dem Pferdesport verbundener Mensch. Musisch vielseitig interessiert, war er nicht nur ein kenntnisreicher Sammler und Spieler alter Meistergeigen, sondern auch Gründer eines Aachener Männerchores und eines kleinen Hausorchesters. Darüber hinaus gehörte er der Erholungsgesellschaft Aachen und dem Club Aachener Casino an. Seine Leidenschaft zum Pferdesport band ihn frühzeitig an den Aachen-Laurensberger Rennverein, dem er bis zum Lebensende einer der bedeutendsten Förderer blieb. Auf den von diesem Verein ausgerichteten Turnieren war er mit seinen Viererzügen ein aktiver wie vor allem auch erfolgreicher Fahrer. Seit 1928 wurde auf seine Initiative hin im Rahmen der Vielseitigkeitsprüfung ein gestifteter Talbot-Preis ausgeritten.

 

Darüber hinaus engagierte sich Talbot maßgeblich im sozialen Bereich und verwaltete beispielsweise zusammen mit seinen Geschwistern die nach ihrer Mutter benannte Stiftung für kranke und erholungsbedürftige Kinder minderbemittelter Stände aus Aachen. Aus deren Stiftungsvermögen wurde unter anderem 1916 der Neubau einer Kindererholungsstätte finanziert, der daraufhin als Talbotheim getauft und später in Maria im Tann umbenannt wurde. Außerdem finanzierte er 1935 zusammen mit seinem Sohn Richard eine betriebliche Siedlungsgemeinschaft am Fuße des Lousbergs, die mehrere hundert Häuser umfasst und den Namen Talbothof erhielt.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Talbot


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Wings Franz  01 / 2021

Franz Wings (1817 – 1895) war der Besitzer von Brauerei, Brennerei und Restauration „Zur goldenen Kette“ am Markt in Aachen, die er schon von seinem Vater, Johann Peter Wings, übernommen hatte. 1851 vermählte sich Franz Wings mit Johanna Hocks (1827 – 1893), einer Tochter des Tuchfabrikanten Aloys Hocks, die ihm 9 Kinder schenkte.

 

 

Auf dem Grabmalsockel, der eine lebensgroße Pieta trägt, erinnern die Inschriften außer an die Eheleute Wings – Hocks auch an 4 ihrer Kinder. An den vorjüngsten, früh verstorbenen Sohn Hug (1865 – 1894), an Mathilde (1854 – 1931), die Älteste, sowie an Friedrich (1861 – 1923), den Geschäftsführer der Nähnadelfabrik „Acus Werke GmbH“ in der Hauptstraße. Auch des Vaters Nachfolger, der die „Goldene Kette“ mit Brauerei und Brennerei übernommen hatte, Josef Wings und seine Frau Therese (geb. Göbbels) (1877 – 1959) ruhen in dem Elterngrab. Die weiteren Inschriften gelten den Enkeln und Urenkeln.

 

Wie im Aachener Geschichtsverein nachzulesen ist, bezog sich der Name „Zur Goldenen Kette“ auf Begebenheiten im 13. Jahrhundert, als die berittenen Steuereintreibritter im Rahmen des Sühnevertrages um den erschlagenen Grafen von Jülich, vom Fischmarkt aus zum Markt galoppiert kamen, um die widerspenstigen und protestierenden Aachener Bürger (oder einen kleinen Teil davon) niederzumähen. Man spannte dort (goldene?) Ketten knapp über den Boden, so dass die Pferde stolperten, die Reiter stürzten um dann von den Öchern entsprechend bedient zu werden.

 

Text teilweise aus dem Buch „Der Aachener Ostfriedhof) von Ingeborg Schild und Elisabeth Janssen.

 


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