Heißbergfriedhof Burtscheid (Aachen)


Der Heißbergfriedhof in Burtscheid existiert seit 1862. Bereits am 23. Oktober 1851 wurde das Gelände am Heißberg zur Gründung eines neuen Stadtfriedhofs von der Gemeinde erworben und 1852 die Errichtung der Umfassungsmauer beschlossen, die durch das Bauunternehmen B. Klausener & Rhoen ausgeführt wurde. Der Heißbergfriedhof war der erste Gottesacker für beide Konfessionen, allerdings zunächst noch sauber getrennt: Links die Protestanten, rechts die Katholiken. In den Jahren 1878 und 1889 erfolgte je eine Erweiterung auf die heutige Größe von 1,96 ha. Die ältesten Grabstätten befinden sich im oberen Teil und 1937 wurden die letzten Reihengräber vergeben.

 

Links hinter dem Eingangsportal liegt die Toten- und Trauerhalle. Der Torbau selbst war anfangs die Dienstwohnung des Friedhofsinspektors. Auf dem Heißbergfriedhof finden sich unter anderem die Grabstätten bedeutender Familien Burtscheids wie beispielsweise Erckens, Kirdorf, Klausener und Pastor, deren Angehörige die florierende Burtscheider Tuch- und Nadelindustrie, das Bauhandwerk aber auch die Politik maßgeblich mitbestimmt und mitgestaltet haben.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Hei%C3%9Fbergfriedhof_Burtscheid/Aachen


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Breunung Ferdinand, 12 / 2020

Ferdinand Erhard Breunung (* 2. März 1830 in Brotterode; † 22. September 1883 in Aachen) war ein deutscher Pianist, Organist, Dirigent, Komponist und langjähriger königlich städtischer Musikdirektor in Aachen.

 

Leben und Wirken

Der Sohn des Lehrers und Organisten Christian Breunung aus Brotterode und der Anna Margaretha Lesser lernte bereits von frühauf das Klavier- und Orgelspiel zunächst bei seinem Vater. Nach seiner Schulzeit studierte er dann Klavier, Komposition und Dirigat am Konservatorium Leipzig, wo seine künstlerischen Fähigkeiten insbesondere von seinen dortigen Lehrern Felix Mendelssohn Bartholdy und Moritz Hauptmann in besonderer Weise geschätzt wurden.

 

Auf Grund dieser positiven Referenzen berief ihn im Jahr 1853 Ferdinand Hiller, Freund und Weggefährte Mendelssohns und Direktor des Konservatoriums Köln, zum Nachfolger von Carl Reinecke an seine Schule, der als Kapellmeister nach Barmen gewechselt hatte. Hier leitete Breunung nicht nur die Klavierklassen, sondern auch den Städtischen Gesangsverein und die Musikalische Gesellschaft Köln, das heutige Gürzenich-Orchester. Zu seinen bekanntesten Klavierschülern jener Zeit zählte unter anderem Max Bruch.

 

Auf Empfehlung von Franz Lachner, der einige Male Zeuge von Breunungs Fähigkeiten gewesen war und der durch seinen Einsatz beim Niederrheinischen Musikfest im Jahr 1861 über gute Kontakte nach Aachen verfügte, wurde Breunung im Jahr 1865 an das Theater Aachen berufen, wo er als Musikdirektor und Nachfolger von Franz Wüllner den Aachener Instrumentalverein übernahm. Darüber hinaus leitete er insgesamt sechsmal das Niederrheinische Musikfest, unter anderem zusammen mit Julius Rietz, Franz Lachner und Max Bruch, und gewann im Jahr 1873 unter dem Juryvorsitz von Carl Reinecke einen Sinfonie-Kompositions-Wettbewerb am Leipziger Gewandhaus. Ferdinand Breunung war in Aachen ein angesehener und erfolgreicher Orchesterleiter, was sich in den fortlaufenden Vertragsverlängerungen widerspiegelte. Seine erfolgreiche Laufbahn wurde erst durch seinen allzu frühen Tod nach längerer Krankheit im Jahr 1883 beendet. Breunung fand seine letzte Ruhestätte auf dem Heißbergfriedhof Burtscheid/Aachen. Er hinterließ seine Frau Charlotte, geb. Moser (1840–1908) und einen Sohn.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Breunung

 


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Erckens = Merckens, 03 / 2020 und 12 / 2020

Oskar Erckens (* 17. Februar 1824 in Burtscheid; † 29. Oktober 1901 in Aachen) war ein deutscher Unternehmer und Eigentümer der Firma Johann Erckens Söhne in Burtscheid bei Aachen und Erckens & Co. Baumwollspinnerei und -weberei in Grevenbroich. Er belieferte u. a. die Kurie in Rom und die Polizei von New York. Später wurde er noch zum Geheimen Kommerzienrat ernannt. Darüber hinaus war Oskar Erckens von 1881 bis 1896 Präsident der IHK Aachen.

 

Schon im 18. Jahrhundert begannen Mitglieder der Familie Erckens mit der Tuchherstellung und Christoph Friedrich Erckens (* 1740) begründete in Burtscheid als Erster von ihnen das Tuchgewerbe. Später im Jahr 1806 errichteten die Brüder Friedrich und Johann Melchior Erckens (1782–1852) ihre zunächst gemeinsam geführte Tuchfabrik in der Burtscheider Hauptstraße. 1830 trennten sich ihre Wege und Johann Melchior Erckens übernahm zusammen mit seinem neuen Teilhaber und Geschäftsführer Johann Friedrich Lochner, seinem Schwiegersohn, die Burtscheider Fabrikanlagen. Ihnen gelang es in den folgenden Jahren, das Unternehmen in einem solchen Umfang zu entwickeln, dass größere Flächen oberhalb der Dammstraße in Burtscheid dazu gekauft werden mussten.

 

Nach dem Tod Johann Melchior Erckens im Jahre 1852 und dem Ausstieg des Teilhabers Johann Friedrich Lochner im Jahre 1857 wurde das Unternehmen von seinem Sohn Oskar Erckens in Alleinverantwortung unter der Firmierung Johann Erckens Söhne weitergeführt. Oskar Erckens konnte die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Unternehmens weiter maßgeblich steigern. Dessen Spezialität war die Anfertigung feinster Herren- und Damentuche. Auszeichnungen auf Ausstellungen in Paris, London, Philadelphia und Melbourne bezeugen die Qualität der hergestellten Stoffe. Das Kontorhaus des Unternehmens sowie das Wollmagazingebäude, welches zeitweise auch als Bedienstetenwohnhaus diente, stehen noch heute als Gebäudedenkmäler in der Malmedyerstraße Nr. 30 bzw. 35–37 in Burtscheid.

 

Nach seinem Tod übertrug er das Unternehmen seinem Sohn Johann Alfred Erckens (1856–1917), der dieses 1907 in eine GmbH umgewandelte. Die Firma konnte sich weiterhin erfolgreich auf dem Markt behaupten und beschäftigte Mitte der zwanziger Jahre etwa 600 Mitarbeiter. In Friedenszeiten gingen 30 % des Absatzes ins Ausland, vor dem Ersten Weltkrieg hauptsächlich nach Übersee, danach vor allem in europäische Länder.

 

Bedingt durch die Nachwirkungen des Ersten Weltkrieg, der große Lücken in der Arbeiterschaft hinterließen, sowie den Unruhen in Aachen anlässlich des Separatistenaufstandes von 1924 und der beginnenden Weltwirtschaftskrise, gingen die Umsätze deutlich zurück. Um dem entgegenzuwirken schloss sich am 3. Juli 1928 die Tuchfabrik Erckens mit der „Ernst Friedrich Weissflog AG“, den „Gebr. Aschaffenburg Tuchfabrik in M.Gladbach“, der „Bautzner Tuchfabrik“, der „Wm. Focke & Co. Kammgarnweberei“ in Gera und der „Tuchfabrik Delius“ in Aachen zur „Toga, vereinigte Weberei Aktien-Gesellschaft“ mit einem Kapital von 15 Milliarden Reichsmark zusammen. Doch bereits am 8. Februar 1932 wurde die Auflösung der TOGA beschlossen, alle Einzelbetriebe – also auch die Tuchfabrik Erckens – stillgelegt, die Gläubiger aus- und die Kredite zurückgezahlt, womit das Aktienkapital komplett verloren gegangen war.[1]

 

Stammhaus Erckens, Burtscheid

Als repräsentativen Wohn- und Firmensitz ließ Oskar Erckens in der Burtscheider Dammstraße nach Plänen von Friedrich Klausener ein mächtiges kubusartiges Gebäude errichten, welches auch für kulturelle Zwecke genutzt wurde. Der integrierte große Festsaal, ausgestattet mit zwei Flügeln, wurde später mehrfach von der städtischen Musikdirektion angemietet und es fanden hier die so genannten weißen Bälle Burtscheids statt. Erckens war von 1932 bis 1937 Vorstandsvorsitzender des Evangelischen Krankenhausvereins zu Aachen, Träger des Luisenhospitals Aachen und gehörte seit 1865 dem Club Aachener Casino an.

 

Oskar Erckens fand seine letzte Ruhestätte in der Familiengruft auf dem Heißbergfriedhof in Burtscheid. Sein 1887 errichtetes Wohnhaus im klassizistischen Stil in unmittelbarer Nähe der Fabrik auf der heutigen Stadtparkinsel in Grevenbroich wird heute als Museum Villa Erckens genutzt.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Oskar_Erckens

 

 


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Hugot Leo, Dombaumeister und Architekt  03 / 2020

Leo Hugot (* 3. Januar 1925 in Aachen; † 26. August 1982 ebenda) war ein deutscher Architekt und Bauhistoriker.

 

Als Architekt, Dombaumeister und Stadtkonservator hat Leo Hugot sich um die Stadt Aachen und das Erbe Karls des Großen in der Nachkriegszeit verdient gemacht.

 

Leben und Werk

Leo Joseph Hugot wurde als einziger Sohn von Josefine Hugot, geborene Alt, und Leonhard Hugot geboren. Die Familie wohnte in Aachen-Burtscheid. Dort besuchte Leo Hugot acht Jahre die Volksschule. Der Aachener Domkapellmeister Theodor Bernhard Rehmann wurde auf den jungen begabten Domsingknaben Leo Hugot aufmerksam und ermöglichte ihm den Besuch des Aachener humanistischen Kaiser-Karls-Gymnasiums.

 

Nach der Versetzung in die letzte Klasse des Gymnasiums wurde Hugot 1943 zum Reichsarbeitsdienst einberufen. Ab 1943 war er Infanterist und gelangte als Funker zum Heeresnachrichtendienst. Im September 1944 geriet er in Frankreich für zweieinhalb Jahre in Gefangenschaft.

 

Nach seiner Heimkehr erlangte er im Juni 1948 durch einen Sonderlehrgang am Kaiser-Karls-Gymnasium die allgemeine Hochschulreife. 1949 nahm Hugot das Studium der Architektur an der RWTH Aachen auf. Neben seinem Studium (1949–1954) an der Fakultät für Bauwesen arbeitete Leo Hugot in den Semesterferien am Aachener Dom regelmäßig als Praktikant und Hilfspolier bei der Bauunternehmung Robert Grünzig.

 

Nach Abschluss des Studiums 1954 mit dem Grad eines Diplom-Ingenieurs war Hugot örtlicher Bauleiter an der Aachener Dombauhütte unter Dombaumeister Felix Kreusch. Hugots Vorliebe für Baugeschichte war diese Tätigkeit an einem frühmittelalterlichen Baudenkmal ersten Ranges sehr förderlich. Bald veröffentlichte er Arbeiten über die Rekonstruktion des karolingischen Westbaues, über das Zahlenschema der Pfalzkapelle und über die Stellung des Königsthrones.

 

Von 1956 bis 1969 wohnte und arbeitete Leo Hugot im Haus „Klosterplatz 1“. Von 1969 bis zu seinem Tod 1982 waren Wohnhaus und eigenes Architekturbüro im Hause „Hof 9“ in Aachen. Da sein besonderes Interesse und Können der Denkmalpflege und der Baugeschichtsforschung des Doms und der Baudenkmäler der Stadt Aachen galt, wurde Leo Hugot 1969 Aachener Stadtkonservator und 1974 Dombaumeister.

 

Eine archäologische Untersuchung der Propsteikirche in Kornelimünster ließ eine reiche Baugeschichte des ehemaligen Benediktinerklosters sichtbar werden. Über diese Arbeit promovierte Leo Hugot 1965 bei Willy Weyres an der RWTH in Aachen.

 

 

Pfalzmodell nach Leo Hugot 1981 Rekonstruktion der karolingischen Königshalle mit Verbindungsbauten zur Pfalzkapelle und Atrium

Zur Europarat-Ausstellung „Karl der Große“ im Jahr 1965 hatte Hugot ein Modell der Aachener Pfalz zu fertigen. Seit dieser Zeit beschäftigte er sich intensiver mit dem Aachener Rathaus und konnte sowohl die Königshalle als auch den Wohnbau Karls des Großen nachweisen.

 

Im Bereich des Aachener Quirinusbades gelang ihm 1967/68 u. a. die Freilegung eines römischen Kultbezirks, von dem zwei Tempel und die Architektur der Wandelhallen gesichert werden konnten. Unter den Häusern „Hof 7/9“ erforschte und rekonstruierte Hugot das ehemalige Blasius-Hospitium.

 

Als Stadtkonservator (seit 1969) galt Hugots Sorge dem großen Bestand denkmalwerter Häuser, die er einzeln und als Ensemble zu schützen und erhalten verstand. Das „Haus Löwenstein“ und das Haus „Ejjene Keiser Karl“ wurden nicht zuletzt durch Hugot vor dem Abriss gerettet. Die Stadtkernsanierung, die Hugot mit dem fundamentalen Wissen baugeschichtlicher Entwicklung behutsam betrieben hat, fand weit über Aachen hinaus Anerkennung. 1975 wurde Leo Hugot der Architekturpreis NRW des Bund Deutscher Architekten (BDA) wegen der städtebaulichen Gestaltung nach einem von ihm entwickelten Konzept der Wiederherstellung der alten Straßenführungen und der Maßstäblichkeit der ursprünglichen Altstadtbebauung verliehen. 1976 wurde ihm „für seine Verdienste um die archäologische Erforschung des Rheingebietes, für Bauforschungen und denkmalpflegerische Erhaltung mittelalterlicher Bauwerke im Aachener Raum“ den Albert-Steeger-Preis des Landschaftsverbandes Rheinland verliehen.

 

1978 konnten die von Hugot entworfenen Aachener Rathaustürme, angelehnt an die historische Formensprache des Mittelalters, errichtet werden. Das Domkapitel in Aachen übertrug ihm in seinem Amt als Dombaumeister die statische Sicherung der Chorhalle durch ein kombiniertes Ringankersystem mittelalterlicher- und neuzeitlicher Eisen-Schweißtechnik. Die Sicherheitskontrolle und Funktionstüchtigkeit des neuen technischen Systems unterzeichnete Hugot zwei Tage vor seinem plötzlichen Tod im August 1982. Im Jahr 1979 hatte Hugot für die Aachener Heiligtumsfahrt ein neues Dommuseum und einen atomsicheren Dombunker einrichten lassen. Im gleichen Jahr wurden die von Hugot initiierten und wieder neu geöffneten, modern verglasten Chorhallenfenster eingeweiht.

 

Leo Hugot hat zahlreiche Kirchen in Aachen, im Nachbarland Belgien, in der Eifel und in Köln (St. Gereon und St. Kunibert) nach dem Krieg wieder aufgebaut oder restauriert, umgebaut und ausgestattet.

 

Er übte viele Ehrenämter in Kirche und Gesellschaft aus. Unter anderem war er Mitgründer und Vorsitzender des Chores Capella Aquensis. Zahlreiche Vereine, die der Heimatpflege, der Kunst und Musik, der Geschichte und Denkmalpflege verpflichtet sind, unterstützte Hugot aktiv durch Mitgliedschaft und Vorträge.

 

1969 wurde er von Kardinal-Großmeister Eugène Kardinal Tisserant zum Ritter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem ernannt und am 25. Oktober 1969 im Bamberger Dom durch Lorenz Kardinal Jaeger, Großprior der deutschen Statthalterei, investiert. Er war zuletzt Leitender Komtur der Komturei Carolus Magnus in Aachen.

 

Am 26. August 1982 starb Leo Hugot mit 57 Jahren völlig unerwartet an einem Herzinfarkt in seinem Büro. Er hinterließ seine Frau Dorothée Hugot, zwei Töchter und zwei Söhne und wurde in der Familiengruft auf dem Heißbergfriedhof Burtscheid/Aachen bestattet. Zum 30. Todesjahr fand am 9. November 2012 im Krönungssaal des Aachener Rathauses ein Fachkolloquium zum Gedächtnis an Leo Hugot statt. Ein Großteil seines Nachlasses wurde von den Erben im Jahr 2013 der Stadt Aachen zwecks Digitalisierung zur Verfügung gestellt, um ihn danach einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.[1] Am 6. Oktober 2015 wurde ein Depositalvertrag zwischen der Familie Hugot und dem Stadtarchiv Aachen unterzeichnet und der gesamte Nachlass von Leo Hugot mit Zeichnungen, Plänen, Fotos, Notizbüchern und Manuskripten wurde dem Stadtarchiv zur Lagerung und Bearbeitung (Digitalisierung) überlassen.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Leo_Hugot

 


Halfern von Familie, 12 / 2020

Aachen übte zwischen 1810 und 1870 eine große Anziehungskraft auf Zuzügler in Gestalt von Unternehmern aus. Es gab aufgrund vieler Erwerbsloser eine Menge billiger Arbeitskräfte, die sich auch noch mit den modernen, belgischen Dampfmaschinen auskannten. Auch Gustav von Halfern kam 1840 als Jüngling aus Essen-Elberfeld nach Aachen, um “gut betucht” sein Glück zu machen. Sein Vater war nämlich ein erfolgreicher Wollhändler in Elberfeld.

 

Gustav war schon bald Besitzer einer Tuchfabrik am Burtscheider Viadukt in der Kurbrunnenstraße. Später hatte seine Fabrik sogar eine Generalagentur in Turin. Sie trug den klangvollen Namen “Fabrica di Pana-Lana”. Zuerst wählten die von Halfern Burtscheid um sich niederzulassen und bewohnten ein altes Patrizierhaus. Später zogen Bertha und Gustav neben ihre Fabrik in die Kurbrunnenstrasse.

 

Dann aber, 1870, wollte Gustav seiner Familie einen Sommersitz schenken und kaufte von der Familie Kropp “Gut Groutenhof” an der Lütticher Strasse. Der Groutenhof lag auf den nördlichen Ausläufern des Aachener Stadtwaldes an einem Berg. Der Fuß des Berges hieß “Groutes”. Der Name kommt von “Grut”, in Sümpfen wachsende Stauden, die vor Einführung des Hopfens als Bierwürze verwendet wurden. Wahrscheinlich war damals dort sumpfiges Gebiet und der Groutenhof ein Gebäude in dem man Grut lagerte.

 

Gut Groutenhof wurde 1574 zum ersten Mal geschichtlich erwähnt als von spanischen Truppen besetztes Gruithaus. Dann, 1690 als von Franzosen niederge-brannter Gruithof oder Grunshaus.1915 als von Köln-Kalker Truppen besetztes Grundhaus. Und schließlich 1919 als von belgischen Truppen besetztes Hochgrundhaus.

 

Der Halfernsche Traum vom Wochenendhaus verwirklichte sich für das Erste in einem Anbau an den Kuhstall des Hofes. Es folgte ein einfaches, kleines Wohnhaus, als Aufenthalt für nur einige Tage gedacht. Durch weitere An- und Umbauten wurde es später zum Sommersitz der Familie. Gustav legte einen Taubenschlag an, einige Pfauenställe und ein kleines Bienenhaus. Im Gurkenhaus wurden Gurken und Stecklinge junger Baumgenerationen gezüchtet. Im Winter wurde die hauseigene Turnhalle, welche mit Ringen, Reck, Trapez und Barren ausgestattet war, beheizt, um Palmen, Lorbeer und Myrthen unterzustellen.

 

Schon in den ersten Jahren kaufte Gustav Teile des späteren Parks dazu. Dort errichtete er einen kleinen Tempel mit Strohdach. Gleichzeitig wurde eine zweite Wiese erworben, der heute untere Teil des Parks. Ebenfalls zum Grundstück gehörten ein kleiner Wald am Preusweg und ein Waldstück an der Lütticher Strasse.

 

1875 starb Gustav, und sein Sohn Friedrich erbte den Besitz. Er benannte den ehemaligen “Groutenhof” aus dem niederdeutschen (Gruithaus, Gruthes, Grunshaus) um in das hochdeutsche “Grundhaus” und “Hochgrundhaus”. Damit verfälschte er die Herkunft des Besitzes ein wenig in die gehobene Gesellschaft.

 

Friedrich baute auf dem Groutenhofgelände nach und nach sein “Hochgrundhaus”. Er kaufte Ackerland, das Quellgebiet des Kannegießerbachs und ein Waldstück dazu und bestückte den wachsenden Park seiner romantischen Veranlagung entsprechend mit allerlei Bauten wie Grotten, Tempelchen und Türmchen. Neben einem künstlichen Wasserlauf hatte Friedrich in die Wand seiner Hausgrotte drei “Heinzelmännchenfriese” als Hausgeistersymbol eingelassen, auf dass das Familienglück, – wie auch das Wasser, niemals versiege. Außerdem legte er eine Waldkegelbahn an, einen Krocketplatz, eine Bocciabahn und einen Schießplatz, auf dem Tonvögel mit Pfeil und Bogen beschossen wurden. Später wurden noch ein kleiner Tennisplatz mit Sporthaus und eine Reitbahn gebaut. Die Reitbahn wurde “Sibyllensport” oder “Ich krieg en Unglück” genannt. Sibylla war eine Verwandte und pflegte beim ungeschickten Reiten so oft es ging den Ausruf: “Jul, Ich krieg en Unglück”. Julius, ihr Mann, musste stets helfen.

 

Friedrich von Halfern war Tuchfabrikant, Landrat, Stadtverordneter, Bankdirektor, Oberbrandmeister der Burtscheider Feuerwehr und leidenschaftlicher Dendrologe (Baumforscher). Leidenschaft brauchte er dabei auch, denn die Baumkuriositäten seines Parks waren damals nur schwer erhältlich und sehr teuer. Auf Rügen ruinierte sich ein reicher Dendrologe mit diesem Hobby. Er ließ sich die exotischen Bäume samt Muttererde für viel Geld ausgraben und liefern, wodurch er am Ende verarmte. Er konnte nicht einmal sein im Park gelegenes Haus fertig stellen. Friedrich war allerdings so schlau, Bäume aus seinem Palmen-, und Kuriositätenbestand an die Stadt Aachen zu verkaufen. Die meisten der Bäume wurden im Kaiser Friedrich-Park gepflanzt.

 

Friedrich und seine Frau Helene berieten sich bald, wie sie ihren Park anlegen sollten. Französisch oder englisch? Da beide einen Hang zur Romantik hatten, entschieden sie sich für das wild-urwüchsige England anstelle des geordneten und geraden Versailles. Sie gestalteten den Park im Stil eines Englischen Gartens nach den Plänen des damaligen Stadtgartendirektors Heinrich Grube. Es gab sogar weite Erdbeerfelder in dem etwa 10 ha großen Park.

 

Trotz großer Leidenschaft wurden die von Halfern nicht von einer gewissen chaotischen Melancholie verschont. So wollte Friedrich in seinem Park die “Weltenesche Yggdrasil” nachbilden, was ihm jedoch nicht wirklich gelang. Yggdrasil ist ein siebenstämmiger Baumriese aus der nordischen Mythologie und stellt den Mittelpunkt der Welt dar. Man sagt zwar, dass Friedrichs Yggdrasil im Halfernschen Park über Aachen wacht, allerdings weiß heute keiner mehr so genau, wo sie steht bzw. stand.

 

Doch gerade wegen seiner Liebe zu Bäumen entwickelte sich der Park in über 100 Jahren in ein einmaliges Arboretum mit 81 sehenswerten Laubbäumen sowie 51 Nadelbäumen aus fernen Ländern. Davon sind viele heute Naturdenkmäler und stehen unter besonderem Schutz. Zum Teil besitzen sie richtig poetische Namen, wie Amberbaum, Araukarie, Engelmannsfichte, Götterbaum, Pyramideneiche, Urweltmammutbaum oder Zeder des Libanon. Unter anderem sollen sich Aachens höchste Pappel und seltenste Birke einst in diesem Park befunden haben.

 

halfern-villa_kl1890 wurde das Hochgrundhaus bis auf zwei Eckzimmer niedergerissen. Nun hatte Friedrich endlich Gelegenheit, seiner romantischen Ader freien Lauf zu lassen und sein prächtiges Märchenschloss, wie es heute noch steht, neu aufzubauen. Die Initialen “v. H” stehen noch immer auf den gusseisernen Pfeilern der Gartentore und erinnern an die vergangene Pracht des Anwesens, von der auch noch die halbverfallenen Löwen am Eingangstor zeugen, die einst das Familienwappen trugen.

 

Doch schon bald nach Fertigstellung gab es eine hartnäckige Belästigung durch Ameisen in dem Gebäude. Sie hatten sich irgendwo im Gebälk angesiedelt und krochen munter durch das Haus.

“Abends zog man breite Kreidestriche um die Betten, um sich nachts vor den Insekten zu schützen. Bei Renovierungen fand man unter der Tür eines Schlafzimmers einen Holzbalken, der gänzlich ausgehöhlt war. In ihm wimmelten Millionen von kriechenden und fliegenden Ameisen”.

 

1894 baute Friedrich ein luxuriöses Palmenhaus als Orangerie und Winterquartier für seine geliebten Bäume, von denen er die meisten in seiner eigenen Baumschule aufgezogen hatte. Auch ein Kutscherhaus mit Wagenhalle, Pferdestall nebst Kutscher- und Gärtnerwohnung wurde nun gebaut.

1902 – die Bäume waren gerade mal dreißig Jahre alt – fegte ein großes Unwetter über Aachen hinweg. Der Wirbelsturm knickte mehrere hundert Bäume um und lichtete den Park beachtlich. Dies hielt man zuerst für ein großes Unglück. Jedoch stellte sich heraus, dass die fehlenden Bäume überhaupt erst die Wandelfläche eines Parks möglich machten. Jetzt erst konnte man lustwandeln, herumtollen und rodeln. Vorher war das durch die vielen Bäume gar nicht möglich. So trug der verheerende Sturm sein Scherflein zur heutigen Gestaltung des Parks bei.

 

1908 starb Friedrich und hinterließ seiner Frau Helene die Sorge um den Park und das Haus. Sie pflegte den Familienbesitz fortan weiter.

 

Während des 1. Weltkriegs, unter der belgischen Besatzung, erlebten der Park und das Hochgrundhaus ihre besten Tage. Das erste elektrische Lichtkabel wurde vom Grundhaus heraufgelegt. Ein belgischer Major nebst Familie hütete das ihm anvertraute Gut mit einer “nicht hoch genug zu lobenden Umsicht”, wie ein Zeitzeuge schreibt. Nach seinem Abzug fehlten sage und schreibe nur zwei Tassen und eine Schüssel aus der reichhaltigen und wertvollen Einrichtung. Sie waren zu Bruch gegangen und wurden selbstverständlich vom Major persönlich ersetzt.

Dann allerdings ging es rapide bergab. Die belgische Spionage-Dienststelle zog ins Haus ein und wirtschaftete es regelrecht zugrunde. Sie pflegten ihre Hunde besser als das Anwesen und den Park. Der prachtvolle Bestand an Palmen, Lorbeer und Myrthenbäumen fiel dem Geschäft der Hunde und der fehlenden Brennstoffversorgung zum Opfer.

 

1925, nach Ende des Krieges kam auch das Ende des “Halfernschen Familienbesitzes”. Sohn und Erbe Carl bot der Stadt Aachen das Anwesen zum Verkauf an, da er in Hildesheim den Posten des Regierungspräsidenten angenommen hatte. Außerdem konnte er als Protestant im katholischen Aachen keine Karriere machen. “So fasste Carl als Junggeselle diesen für die Mutter unfassbaren Entschluss, den Park zu verkaufen”.

 

Frei nach dem Motto, “Was dem einen sin Uhl, is dem anderen sin Nachtigall” ließ Aachen sich das Angebot nicht entgehen und kaufte den Park der von Halfern fü “´n Appel und ´n Ei”. Seitdem ist der Park eine intime, auch für die Öffentlichkeit zugängliche, Oase. Immer noch halb Wald, ohne Spielplatz, ohne Eisbude oder Telefonhäuschen. Wer hierher kommt sucht Ruhe fernab des städtischen Treibens … und findet sie!

 

Die Villa Hochgrundhaus bekam die Stadt als Geschenk noch obendrauf, wohl mit der Auflage, das Haus für soziale Zwecke zu nutzen. Das Herrenhaus wurde daraufhin zu einem Erholungsheim für Jugendliche umfunktioniert. Die weitere Nutzung in den folgenden Jahrzehnten war sehr wechselhaft, bis 1982 der Verein zur Förderung der Waldorfpädagogik dort einzog.

 

Quelle Text: https://oekologie-zentrum-aachen.de/gruenflaechen-in-aachen/von-halfern-park/

 


I


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Janssen / Kannengießer, 12 / 2020

Wilhelm Leopold Janssen (Politiker, 1830)

Philipp Wilhelm Leopold Janssen (* 6. Juli 1830 in Krefeld; † 16. Dezember 1900 in Aachen) war ein preußischer Verwaltungsbeamter und Landrat des Kreises Heinsberg.

 

Kindheit und Ausbildung

Wilhelm Leopold Janssen war der Sohn des Gerichtsschreibers und späteren Kanzleirats Johannes Janssen und der Maria Josepha, geb. Stoffens. Nach dem Besuch des Aachener Kaiser-Karls-Gymnasiums, das er 1849 mit Ablegung der Reifeprüfung verließ, studierte er bis 1852 an der Universität Bonn Rechtswissenschaften. 1850 wurde er Mitglied des Corps Guestphalia Bonn. Im Anschluss an das Studium genügte er seiner Militärpflicht vom 1. Oktober 1852 bis 1853 als Angehöriger des 1. Bataillon des 28. Infanterie-Regiments. Schon zuvor war er am 24. September 1852 im Rahmen seiner juristischen Ausbildung als Auskultator beim Landgericht Aachen eingetreten. Zum 14. September 1854 wechselte er von dort als Regierungsreferendar an die Regierung Aachen, wo er am 14. Oktober 1857 das Assessorexamen ablegte. Mit seiner anschließenden Ernennung zum Regierungsassessor wurde Janssen zur weiteren Beschäftigung an die Regierungen in Aachen und mit Erlass vom 14. Januar 1859 in Stettin überwiesen.

 

Werdegang

Nach 16-monatiger Tätigkeit in Pommern erhielt Janssen am 19. Mai 1860 die Bestallung zur Übernahme des Landratsamtes in Heinsberg. Während der 16 Amtsjahre in dieser Funktion wurde er als Folge der aus dem Deutsch-Französischen Krieg resultierenden Änderung in der preußischen Verwaltung in den Jahren 1870/71 zunächst als Hilfsarbeiter in das Bundeskanzleramt nach Berlin, von dort als Präfekt des französischen Maas- und Ardennendepartements und später als Mitglied in das Zivilkommissariat (Gouvernement) nach Straßburg berufen. Am 10. November 1874 kam es zu seiner Wahl als Bürgermeister in Aachen (Janssen hatte bei der Wahl 16, sein Konkurrent, der Mönchengladbacher Bürgermeister Doetsch 12 Stimmen erhalten), die jedoch seitens der Regierung nicht bestätigt wurde. Dem Katholiken Janssen war während des Kulturkampfes illoyales Verhalten zum Vorwurf gemacht worden. Von offizieller Seite wurde zwar dargelegt, dass Janssens Ablehnung ihre Ursache in dessen Persönlichkeit habe – eine gewisse rechthaberische Art – doch: „Was uns nötigt, gegen seine Bestätigung uns auszusprechen, ist seine kirchliche Richtung.“ Er galt als ultramontan, wenn auch noch moderat gegenüber weiteren potentiellen Kandidaten. Zwei Jahre darauf, am 24. Mai 1876, wurde Janssen als Landrat in Heinsberg dann zur Disposition gestellt, offiziell in den Ruhestand trat er erst zum 17. Juli 1895.

 

Politische Betätigung

Wilhelm Leopold Janssen gehörte als Mitglied der Freikonservativen und später des Zentrums über vier Legislaturperioden (9.–11. 1866–1873, ausgeschieden am 4. Januar 1873; und 14. 1879–1882) dem Preußischen Abgeordnetenhaus an. Ferner war er ab 1892 bis zu seinem Tod Vorsitzender des Provinzialausschusses der Rheinprovinz in Düsseldorf und von 1882 bis 1885 Vizepräsident des Rheinischen Bauernvereins. Darüber hinaus leitete Janssen bis 1890 den fünf Jahre zuvor in Aachen gegründeten Palästina-Verein der Katholiken Deutschlands.

 

Familie

Der Katholik Wilhelm Leopold Janssen heiratete am 11. September 1858 in Aachen Mathilde Kannengießer (* 16. April 1836 in Aachen; † 22. Mai 1914 ebenda), die Tochter des Teppich- und Deckenfabrikanten Josef Kannengießer und der Maria Catharina Julie Johanna, geb. von Zentis-Frymerson. Sein gleichnamiger Sohn Wilhelm Leopold (* 4. Juli 1859 in Stettin; † 2. Februar 1915 in Aachen) trug den Titel eines königlich italienischen Ehrenkonsuls. Seine Tochter Bertha Maria (1872–1953) heiratete den Kratzenfabrikanten und Zentrumspolitiker Albert Heusch. Der ebenfalls nach ihm benannte Enkel leitete im Jahr 1928 vorübergehend das Landratsamt des Landkreises Aachen. Die Familie Wilhelm Leopold Janssen fand ihre letzte Ruhestätte auf dem Heißbergfriedhof Burtscheid/Aachen.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Leopold_Janssen_(Politiker,_1830)

 


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Kirdorf Adolph, 03 / 2020

Adolph Kirdorf, *25.06.1845 in Mettmann, †08.07. 1923 in München, war ein deutscher Montanindustrieller. Er war ein Sohn des Webers Martin Kirdorf und der Amalie Dickens und älterer Bruder des Industriellen Emil Kirdorf. Im Jahre 1875 berief man ihn zum kaufmännischen Leiter des Aachener Hütten-Aktien-Vereins Rothe Erde, um diesen nach der Gründerkrise und mehrfachem Besitzerwechsel neu aufzustellen und zu sanieren. Im Jahre 1904 gehörte Adolph Kirdorf zu den Mitbegründern des Stahlwerksverbandes in Düsseldorf, der zum Ziel hatte, die heterogene Produktion der eisenverarbeitenden Industrie in einem Wirtschaftskartell beziehungsweise Syndikat zusammenzuschließen und der infolgedessen zusammen mit dem oberschlesischen Stahlwerksverband die gesamte deutsche und luxemburgische Stahlindustrie beherrschte. Dieser vertrat somit unter anderem auch die Interessen des Aachener Hütten-Aktien-Vereins. Weiterhin ging Kirdorf zusammen mit dem Schalker Gruben- und Hüttenverein zum 1. Januar 1905 eine Interessengemeinschaft ein, die schließlich im Jahr 1907 in einer formalen Fusion unter dem Dach der Gelsenkirchener Bergwerks-AG mündete, wo sein Bruder Emil mittlerweile zum Generaldirektor aufgestiegen war. Im Jahre 1906 veranlasste Adolph Kirdorf die Angliederung der Eschweiler Drahtfabrik an den Aachener Hütten-Aktien-Verein, da diese in jenem Jahr durch ein Hochwasser der Inde schwer beschädigt worden war. Schließlich begann er im Jahr 1910 wiederum zusammen mit seinem Bruder noch die nach ihnen benannte Adolf-Emil-Hütte im luxemburgischen Esch-sur-Alzette zu errichten, um mit den lothringisch-luxemburgischen Erzvorräten weiter in der Stahlindustrie zu expandieren. Diese 1912 fertiggestellte Hütte galt als eine der modernsten Anlagen ihrer Zeit. Damit gehörte der Aachener Hütten-Aktien-Verein mit mittlerweile elf Hochöfen neben der einheimischen Arbed mit 15 Hochöfen und der Deutsch-Luxemburgischen Bergwerks- und Hütten-AG des Ruhrindustriellen Hugo Stinnes mit 9 Hochöfen nunmehr auch zu den bedeutendsten Unternehmen der Schwerindustrie in Luxemburg. Für seine Verdienste wurde Kirdorf zum Geheimen Kommerzienrat ernannt und im Jahr 1912 mit der Ehrendoktorwürde der RWTH Aachen geehrt. Adolph Kirdorf fand seine letzte Ruhestätte auf dem Heißbergfriedhof Burtscheid in Aachen. Adolph Kirdorf war in erster Ehe verheiratet mit Klara und anschließend mit Emma Hoesch, beides Töchter des Dürener Papierfabrikanten Matthias Eberhard Ludolf Hoesch, einem Sohn von Ludolf Matthias Hoesch. Mit Klara hatte er den Sohn Max, der ebenfalls als Montanindustrieller tätig war, aber im gleichen Jahr wie sein Vater und nur einen Monat zuvor verstarb, sowie zwei Töchter. Von diesen heiratete Adele zunächst Eduard Honigmann, Sohn des Bergwerkbesitzers Friedrich Honigmann und in zweiter Ehe den General der Flieger Gustav Kastner-Kirdorf.

 

Quelle Text teilweise: http://www.familienbuch-euregio.de/genius/?person=228454


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Laaf Ferdinand Adolph, 03 / 2020

Ferdinand Joseph Laaf

 

Der Nachruf auf seinem Totenzettel lautet: „Eiserne Gesundheit, klarer Verstand, feine Beobachtungsgabe zeichneten ihn aus … Als Arzt war er bei Arm und Reich gesucht und beliebt. Mit klarem Blick erkannte er stets was Not tat, so daß er sich das Vertrauen der Kranken in seltenem Maße erwarb.

 

Leben und Wirken

Ferdinand Joseph Laaf war der Sohn von Gerhard Laaf und Gertrud Laaf, geb. Schäfer. Gerhard Laaf war Polizei Sergeant in Ellen. Das Ehepaar Gerhard Laaf hatte vier Kinder. Die zwei Söhne Joseph und Heinrich sowie die beiden Töchter Anna Katharina und Anna Maria. Mit seinem jüngeren Bruder Heinrich Laaf, dieser wurde Apotheker in Berlin, lief Ferdinand Joseph Laaf jeden Tag 9 km von Ellen nach Düren zur Schule hin- und auch wieder zurück.

 

1872 war er bei der Kavallerie. Sein Medizinstudium schloss Ferdinand Josef Laaf 1879 mit der Promotion an der „Königlich Rheinisch-Westphälisch Polytechnischen Schule zu Aachen“ ab. Darüber hinaus war er ausgebildeter Apotheker. Seit 1880 führte er seine Arztpraxis in Burtscheid: „Laaf Dr. F. J. pract. Arzt, Neustr. 33, Burtscheid. Sprechstunde 8–9, 11–1 Uhr.“ Laaf hatte seine Praxis in der Neustraße, die rückwärtig an die Häuser des Krugenofens stößt.

 

Ferdinand Joseph Laaf ließ sich von den Aachener Photographen August Classens und Ernst Seeles aufnehmen. Laaf war 2,04 m groß. Samstag, den 7. Juli 1883 heiratete er Maria Lambertz das einzige Kind des Aachener Printen-Fabrikanten Henry Joseph Napoléon Lambertz. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor.

 

Als Hochzeitsgeschenk ließ Henry Lambertz ein dreiachsiges viergeschossiges Wohnhaus in der Kasinostraße 63 für seine Tochter erbauen. Die vierte Etage ist ein Mezzanin. Im Erdgeschoss hatte Laaf seine Praxis. Seine Sprechstunde hielt er von acht bis neun und von 12 bis 13 Uhr. Zu dem Laaf’schen Stadthaus erwarb Laaf 1905 den Landsitz Villa Flora, die ehemalige Villa de Montrevel.

 

Zuerst ging es mit Pferd und Wagen auf Visite. Doch schon bald zählte Laaf zu den ersten Bürgern Burtscheids, die ein Automobil besaßen, einen Landaulet. Dieses Modell war dem Kutschbau nachempfunden. Das Charakteristische war sein Cabrioverdeck.

 

Im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 war Laaf als Lazarettarzt in Malmedy tätig. Bei Kriegsende und nach dem Ersten Weltkrieg war er im Einsatz. Die Lazarette auf französischem Gebiet mussten geräumt werden. Daher brachte Laaf aus dem Lazarett in Lunéville, Frankreich, die Verwundeten nach Deutschland. Noch an seinem Sterbetag holte er die letzten Soldaten in die Heimat herüber. In der Nacht erlitt er einen Gehirnschlag.

 

Quelle Text teilweise: https://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/2357158


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Ernst Taute, 03 / 2020

Historie

15.2.1851

Gründung des ersten Aachener Optikbetriebes durch Alex Vennemann, Firmensitz am Friedrich-Wilhelm-Platz 12 (neben Elisenbrunnen).

1878

Verleihung der silbernen Medaille der Stadt Aachen und Stadt Antwerpen aufgrund der internationalen Kundschaft und Bekanntheit. Als Mechaniker und Techniker der königlichen Eichungskommission war Alex Vennemann einer der ersten Aachener, der für sich und einige Nachbarn maschinell eigenen Strom erzeugte.

1880

Übergabe an seinen Neffen Johann Frohn.

1904

Übergabe an Ernst Taute aus Rathenow.

1921

Eintritt seines Sohnes Werner Taute als Teilhaber.

1927

Übergabe an Werner Taute als alleiniger Inhaber.

1935

Umbau und komplette „Elektrifizierung“ des Betriebes. Zu dieser Zeit versorgte die Fa. Vennemann 60% der Aachener Bevölkerung mit Brillen.

1943

Ausbombung des Ladenlokals und des bekannten Wetterhäuschens am Elisenbrunnen. Nach der Ausbombung Aachens teilte sich Werner Taute mit einem Juwelier kurzzeitig dessen Räume am Münsterplatz. Anschließend wurde die Versorgung über einen kleinen Stand im Firmenhaus Weyers-Kaatzer aufrecht erhalten. Sein erstes Ladenlokal nach Kriegsende bezog Taute an der Ecke Reihstraße und Wirichsbongardstraße.

1950

Neuer Firmensitz am Kapuzinergraben 13 zwischen Theater und Hauptpost.

1963

Übergabe an Wolfgang Kehrer. In den 70er Jahren Modernisierung und Bezug größerer Räume gegenüber am Kapuzinergraben 24.

1999

Übergabe an Andreas Haveneth, Umbau im August 1999.

2001

Firmenjubiläum zum 150-jährigen Bestehen.

2002

Eintritt von Marco Thomas als Teilhaber.

2007

Zertifizierung durch Q+ Die Qualitätsallianz e.V.

2014

Eröffnung des ersten Aachener Kontaktlinsengeschäfts im Januar 2014 am bekannten Standort am Kapuzinergraben, direkt neben unserem Geschäft für Brillen und optische Instrumente. Mit einem gut sortierten Angebot an Kontaktlinsen und Pflegeprodukten – und der Garantie, die Augen umfangreich zu kontrollieren, bevor eine Anpassung begonnen wird.

Quelle: https://www.augenweide-aachen.de/mehr/historie.php

 


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