Hauptfriedhof Frankfurt / a.M.


Ein Park für die Toten...

Es gibt wenige Stellen in Frankfurt am Main, die die gleiche Ansammlung an historischen, künstlerischen und menschlichen Spuren dem interessierten Besucher vermitteln, wie der Hauptfriedhof im Norden der Stadt Frankfurt am Main. Der Hauptfriedhof, ein Ort von hohem kulturhistorischen Wert, liegt im Frankfurter Nordend zwischen Eckenheimer Landstraße im Westen, Marbachweg im Norden, Gießener Straße im Osten und Rat-Beil-Straße im Süden. Im alten Teil des Friedhofs bildet die Gruftenhalle die Grenze zum alten Jüdischen Friedhof. In einer Aussparung im nordwestlichen Teil des Hauptfriedhof-Areals befindet sich der Neue Jüdische Friedhof mit separatem Zugang in der Eckenheimer Landstraße.

Zur Erfüllung des Sinngehaltes Frankfurter Friedhöfe gehört für alle, die an der Welt des Friedhofs planend, schaffend oder auftraggebend beteiligt sind, die Anerkennung des Todes als Unabänderlichkeit für alle. Respekt gegenüber dem Tod und den Trauernden ist Ruhe und Zurückhaltung - gerade auf dem Friedhof.

Quelle Text: 
https://www.frankfurter-hauptfriedhof.de/



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Berlepsch zu Huebenthal, Adolph Freiherr von  12 / 2020

Adolph Freiherr von Berlepsch zu Huebenthal

 

Hübenthal ist eine Gehöftgruppe des Ortsteils Berlepsch-Ellerode-Hübenthal von Witzenhausen und liegt direkt an der Grenze zu Niedersachsen.

 

Hübenthal liegt ungefähr vier Kilometer nordwestlich der Kernstadt Witzenhausen in der Nähe des Dreiländerecks Hessen–Thüringen–Niedersachsen. Es befindet sich im Tal des Hübenbaches, einem rechtsseitigen Nebenarm der Werra, unterhalb des Großen Hübenberges (ca. 300 m) in den westlichen Ausläufern des Sandwaldes. Nordöstlich auf einer Bergkuppe erhebt sich das Schloss Berlepsch.

Über die in etwa 2 km Entfernung vorbeiführenden Bundesstraße 80 (Hann. Münden–Heiligenstadt) ist der kleine Ort über die Landesstraße L 3238/565 an das übergeordnete Straßennetz angebunden. Im etwa 4 km entfernten Hedemünden besteht Anschluss an die Bundesautobahn 7. Die nächsten Bahnstationen der Halle-Kasseler Eisenbahn befinden sich in Witzenhausen-Gertenbach und Hedemünden.

 

Geschichte

 

Schloss Berlepsch Der Ort Hübenthal gehört zu den ältesten Siedlungen des Werratals. Er wird in einer Kaiserurkunde des Jahres 1032 als „Hufinadah“ (germanisch: Tal, wo die Hufe lagen) erstmals erwähnt. Im Jahre 1369 wurde die Familie von Berlepsch durch den Landgrafen Heinrich II. von Hessen mit Hübenthal belehnt. Seit dieser Zeit steht Hübenthal mit dem Schloss Berlepsch in fast ununterbrochenem Besitz derer von Berlepsch, die von Hessen als Grenzwächter gegen Braunschweig–Göttingen eingesetzt waren.

 

Oberhof und Unterhof in Hübenthal

 

Im 15. Jahrhundert teilte sich die Familie in zwei Linien, die zu Berlepsch und die zu Hübenthal, und auch sämtliche Liegenschaften wurden geteilt. Im 16. Jahrhundert entstanden demgemäß zwei Höfe, der „Oberhof“, der zu Berlepsch gehörte, und der „Unterhof“, den die Hübenthaler Linie innehatte. Auf dem Unterhof schuf sich die Linie zu Hübenthal ein eigenes burgartiges Herrenhaus, von dem heute noch massive Wände, Tore und Kellergewölbe vorhanden sind. Auch zwei Mühlen am Hübenbach entstanden, sodass die ganze Siedlung wohl einem Dorfe glich. Die „festen Häuser“ dienten den Einwohnern in Kriegszeiten als Zufluchtsstätte.

 

Im Dreißigjährigen Krieg brannte Hübenthal mehrere Male nieder. Die Gutsgebäude wurden zwar nach und nach wieder errichtet, aber von einem Dorf Hübenthal ist von nun an nicht mehr die Rede. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Verpachtung der Güter üblich. Im 19. Jahrhundert erlosch die Hübenthaler Linie, und Karl von Berlepsch von der Schlosslinie erwarb auch den „Unterhof“ im Lehnserbgang. 1888 wurde Adolf Funke Pächter. Als seine Pachtzeit im Jahre 1906 ablief, schloss Graf Hans von Berlepsch, der bekannte Ornithologe, mit ihm einen neuen Pachtvertrag über weitere 18 Jahre.

 

In dieser Zeit begann in Hübenthal der Zuckerrübenanbau. Im Jahr 1916 trat Adolf Funke seine Pacht an Friedrich Selhausen ab, der das Gut bis zum Februar 1934 in Pacht hatte. Von diesem übernahm es Karl Graf von Berlepsch, der Sohn des Ornithologen. Dessen Großvater Karl von Berlepsch hatte 1859 ein Familienfideikommiss begründet, dem auch Hübenthal einverleibt wurde. Das Fideikommiss wurde 1931 vom gleichnamigen Enkel aufgelöst, der stattdessen das „Graf von Berlepsche Waldgut“ begründete, dem u. a. das Rittergut Hübenthal als Bestandteil zugelegt wurde. Er machte seinen ältesten Sohn Hans-Sittich Freiherr von Berlepsch zum grundbuchmäßigen Eigentümer des Waldes.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss Berlepsch von Hubertus von Berlepsch in ein Hotel mit Restaurant umgestaltet. 1980 musste beides geschlossen werden, weil Hans-Sittich Graf von Berlepsch auf dem Schloss das Sannyasinzentrum Arvind für die Anhänger von Bhagwan gründete. Das Sannyasinzentrum wurde bereits 1982 aufgelöst. In den folgenden Jahren mieteten die Bhagwananhänger als Lebensgemeinschaft Wohnungen in dem Rittergut Hübenthal, das der Familie Berlepsch gehörte. Die Bhagwananhänger sorgten für den Umbau und die Restaurierung der ehemaligen Stallgebäude und Scheunen. Sie gründeten den Mandir-Verein, der im Jahr 2005 den zwölfeckigen mit Marmor ausgekleideten Meditationsraum ankaufte. 35 Mitglieder der Bhagwananhänger gründeten am 31. Oktober 2007 die Genossenschaft Parimal Gut Hübenthal e.G., die am 17. Juni 2008 die 1. Etage des Grünen Hauses ankaufte. Neben der Küche und dem Speiseraum entstanden hier der Gemeinschaftsraum Sangha und Wohnraum. Im Jahr 2014 zählt die Genossenschaft bereits über 90 Mitglieder. Die restlichen Gebäude werden inzwischen in einer Mischung von Wohnen und Gewerbe genutzt.

 

Am 1. Januar 1974 wurde die Gemeinde Berlepsch-Ellerode in die Stadt Witzenhausen eingegliedert.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%BCbenthal_(Witzenhausen)


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Überschrift,   12 / 2020

Text

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Karl Konstanz (Constanz) Viktor Fellner,   12 / 2020

Karl Konstanz Viktor Fellner (1807–1866)

 

Karl Konstanz Viktor Fellner (in einigen Quellen auch Carl Constanz Victor; * 24. Juli 1807; † 24. Juli 1866 in Frankfurt am Main durch Suizid) war der letzte Bürgermeister der Freien Stadt Frankfurt vor der preußischen Okkupation.

Leben und Werk

Fellner war Sohn des Frankfurter Bankiers Johann Christian Fellner und der Susanne Dorothea Fellner geb. Welcker. Sein Bruder war der Maler Ferdinand Fellner. Er war verheiratet mit Jeanette Fellner, geb. Bansa-Streiber, der Tochter des Bankiers Conrad Adolf Bansa und hatte drei Kinder. Fellner absolvierte eine kaufmännische Lehre und war zunächst Prokurist in der Wollfirma seines Onkels Carl Welcker, nach dessen Tod Teilhaber und Geschäftsführer bis 1854. 1848 wurde er Mitglied der Frankfurter Handelskammer, zu deren Senior er 1851 berufen wurde. 1852 wurde er Direktor der chemischen Fabrik Griesheim.

 

Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit war er in der Freien Stadt politisch tätig. 1852 wurde er in den Frankfurter Senat gewählt, wo er der liberalen Gothaischen Partei angehörte. Er vertrat die Stadt, die als souveräner Stadtstaat Mitglied des Deutschen Bunds war, bei den Verhandlungen zum Deutschen Zollverein. 1857, 1862 und 1864 war Fellner Jüngerer Bürgermeister, d. h. Stellvertreter des Stadt- und Staatsoberhaupts, des Älteren Bürgermeisters.

 

Fellner setzte sich politisch für die Auflösung der noch aus dem Mittelalter stammenden Zunftbeschränkungen, die Gewerbefreiheit und den Ausbau des Mains für die Schifffahrt ein. Am 11. Dezember 1865 wurde Fellner durch Kugelung zum Nachfolger von Philipp Friedrich Gwinner als Älterer Bürgermeister der Freien Stadt für das Jahr 1866 bestimmt. Er übte das Amt bis zur Besetzung der Stadt durch die im Deutschen Krieg siegreichen preußischen Truppen am 16. Juli 1866 aus. Die preußische Armee unter Führung von General Eduard Vogel von Falckenstein behandelte die Stadt, obwohl sie formal neutral und bundestreu geblieben war, als feindlich. Bereits am 17. Juli wurde ihr eine erste Kontribution von rund 5,8 Millionen Gulden auferlegt, die sofort bezahlt wurde. Der am 20. Juli zum Nachfolger Falckensteins ernannte Edwin von Manteuffel erhob daraufhin eine zweite Kontributionsforderung von 25 Millionen Gulden (nach heutiger Kaufkraft rund 250 Millionen Euro), die von den damals etwa 35.000 Bürgern der Freien Stadt aufgebracht werden sollte (unter denen nur etwa 8.000 steuerpflichtig waren).

 

Fellner lehnte einen freiwilligen Anschluss der Stadt an Preußen nicht grundsätzlich ab und erklärte sich bereit, die Stadtgeschäfte als Bevollmächtigter der Eroberer weiterzuführen. Er wurde am 22. Juli vom preußischen Militärkommando vereidigt und plädierte im Senat dafür, die zweite Kontributionsforderung ebenso wie die erste zu erfüllen, jedoch bei der preußischen Regierung um eine Möglichkeit zur Ratenzahlung zu bitten. Die Gesetzgebende Versammlung und die Ständige Bürgerrepräsentation der Freien Stadt lehnten diesen Vorschlag jedoch am 23. Juli 1866 ab, um gegen die Behandlung der Stadt zu protestieren. General Manteuffel und andere preußische Militärs hatten zuvor angedeutet, dass sie im Falle der Widersetzung auch vor Bombardierung und Plünderung nicht zurückschreckten. Der neue preußische Stadtkommandant, Generalmajor von Röder, forderte Fellner auf, ihm bis zum nächsten Morgen eine Proskriptions­liste mit den Namen, Adressen und Besitzverhältnissen aller Mitglieder der städtischen Körperschaften offenzulegen. Fellner fand sich somit in einem unauflösbaren Konflikt zwischen seinen Pflichten gegenüber der Stadt und ihren Bürgern einerseits und seinem Eid als Regierungsbevollmächtigter andererseits – eine Situation, in der er keinen anderen Ausweg als den Selbstmord sah. Am Morgen seines 59. Geburtstages, dem 24. Juli 1866, erhängte sich Fellner in seinem Wohnhaus in der Seilerstraße.

 

Obwohl die Mitteilung seines Todes von der preußischen Militärbehörde unterdrückt wurde, verbreitete sie sich rasch in der Bürgerschaft. Über 6.000 Bürger gaben ihm bei seinem Begräbnis auf dem Hauptfriedhof am 26. Juli 1866 das letzte Geleit, obwohl die Beerdigung auf Anordnung des Stadtkommandanten am frühen Morgen um 4 Uhr 30 stattzufinden hatte. Bei der Trauerfeier überreichte Fellners Schwager, Appellationsgerichtsrat Friedrich Kugler, dem neuen preußischen Zivilkommissar für Nassau, dem Wetzlarer Landrat Gustav von Diest, die leere Proskriptionsliste und den Strick, mit dem Fellner sich erhängt hatte.

 

An den in den folgenden Jahrzehnten nahezu als Märtyrer verehrten letzten Bürgermeister der Stadtrepublik erinnern heute die Fellnerstraße im Frankfurter Westend, ein Denkmal auf dem Gelände des ehemaligen Fellnerschen Gartens in der Friedberger Anlage und sein Grabdenkmal auf dem Hauptfriedhof. Sein Nachlass befindet sich teilweise im Institut für Stadtgeschichte in Frankfurt.

 

Fellners Schicksal fand auch in der Literatur seinen Niederschlag: Bereits 1867 erschien unter dem Pseudonym Alberti das Drama Der letzte Bürgermeister der freien Stadt Frankfurt a. M. Im gleichen Jahr ließ sich der französische Dichter Alexandre Dumas d. Ä. bei einem Aufenthalt in Frankfurt durch die Ereignisse um die Besetzung der Stadt und den Selbstmord ihres Bürgermeisters zu einem Roman inspirieren, der unter dem Titel La terreur prussienne zunächst als Fortsetzungsgeschichte in der Pariser Zeitung La Situation erschien (deutsch als Nacherzählung von Clemens Bachmann, erschienen 2004).

 

Quelle Text und Portrait: https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Konstanz_Viktor_Fellner Heruntergeladen am 06.01.2021


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005 / 2021 Familie Guaita

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Miquel  Johannes von,   12 / 2020

Miquel, Johannes (von) Oberbürgermeister der Stadt Ffm. von 1880 bis 1890. Ehrenbürger der Stadt Ffm.

 

Miquel, Johannes Franz (preußischer Adel seit 1897: von). Vornamen lt. (lat.) Taufeintrag: Franciscus Joannes. Vornamen lt. Sterbeurkunde: Johann Franz. Wirklicher Geheimer Rat. Dr. jur. h. c. Politiker. * 19.2.1828 Neuenhaus im heutigen Landkreis Grafschaft Bentheim/Niedersachsen, † 8.9.1901 Ffm.

 

Der Name M. stammt aus dem Französischen und wird wie „Mikel“ mit langem „i“, kurzem „e“ und Betonung auf der ersten Silbe gesprochen.

 

Seit 1846 Student der Rechtswissenschaft in Heidelberg und Göttingen, engagierte sich M. 1848 als radikaler Demokrat. Im bürgerlichen Beruf ab 1854 Rechtsanwalt in Göttingen. 1859 Mitbegründer des Deutschen Nationalvereins. Von 1864 bis 1866 Mitglied der 2. Kammer der Hannoverschen Ständeversammlung. 1867 Mitbegründer der Nationalliberalen Partei. Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses (1867-82), des Reichstags des Norddeutschen Bundes (1867-70), des Deutschen Reichstags (1871-77 und 1887-90) und des Preußischen Herrenhauses (1882-90 und 1901). Bürger-, seit 1869 Oberbürgermeister von Osnabrück (1865-69 und 1876-80). Zwischen den beiden Osnabrücker Amtszeiten war M. vorübergehend im Bankgeschäft tätig, zunächst als Direktor (1869-73), dann als Vorsitzender des Verwaltungsrats (1873-76) der Berliner Disconto-Gesellschaft.

 

Von Osnabrück wechselte M. als Nachfolger von Daniel Heinrich Mumm von Schwarzenstein 1880 in das Amt des Ffter Oberbürgermeisters. Der Finanzexperte erklärte bei seiner Amtseinführung am 3.3.1880 die Sanierung des defizitären Ffter Haushalts zum Programm. Dem ersten Spar Etat für das Haushaltsjahr 1881/82 ging eine Reform des städtischen Rechnungswesens voraus. Strenge Kontrollen der einzelnen Kassen sowie der Einnahmen und Ausgaben der Verwaltungszweige bildeten die Grundlage der Sparpolitik. Die Überprüfung des Ordinariums und des aus Anlehen und Grundstücksverkäufen finanzierten Extraordinariums sorgten für mehr Transparenz. Haupteinnahmequelle der Stadt war der städtische Zuschlag auf die staatliche Klassen- und Einkommenssteuer. Während die Stadtverordnetenversammlung Mehreinnahmen über die Erhöhung des städtischen Zuschlags anstrebte, favorisierte M. die Erhebung indirekter Abgaben sowie Betriebseinnahmen über Gebühren. Auseinandersetzungen mit den Stadtverordneten um die Steuerpolitik überschatteten die Amtszeit M.s. Die städtischen Subventionen für die am 20.10.1880 eröffnete Oper waren ein weiterer Zankapfel der Kommunalpolitik. Nach dem Anstieg des jährlichen Zuschussbedarfs von zuvor 80.000 auf 150.000 Mark erwog M. die Privatisierung des Opernbetriebs. Die Verpachtung der Oper an einen Privatunternehmer scheiterte am Widerstand der Stadtverordneten.

 

Die Mainkanalisierung bis nach Ffm., die den Anschluss der Hafenstadt an die Binnenschifffahrt sicherstellte, zählt zu den bleibenden Verdiensten M.s. Aufgrund der geringen Tiefe des Fahrwassers konnten moderne Rheinschiffe den Main nicht befahren, ging die Mainschifffahrt von 1863 bis 1878 fast um die Hälfte zurück. Gegenüber den partikularistischen Interessen der Konkurrenzhäfen Mainz, Ludwigshafen und Mannheim erwirkte M. im Verein mit der Ffter Handelskammer bei Handelsminister Maybach und Reichskanzler Bismarck die Kanalisierung des Mains (1884-86). Trug der preußische Staat die Kosten der Arbeiten am Flussbett, so investierte die Stadt Ffm. 6,3 Millionen Mark in den Bau des Sicherheits- und Handelshafens (Westhafen). Unter der Ägide M.s wurde Fft.s Rang als Verkehrsknotenpunkt durch die Eröffnung des Hauptbahnhofs 1888 gefestigt. Ungeachtet des Sparprogramms M.s erforderte der Bevölkerungsanstieg von 136.831 Einwohnern im Jahr 1880 auf 180.020 im Jahr 1890 Investitionen in die Infrastruktur. In M.s Amtsperiode wurden der Schlacht- und Viehhof (1884/85), das Grundwasserwerk „Forsthaus“ (1885) und die erste europäische Großkläranlage (1887) in Betrieb genommen. Hinsichtlich der Übernahme der Straßenbahnen, der Gaswerke und des geplanten Elektrizitätswerks diktierte M. im Gegensatz zu den Stadtverordneten der Kommune Zurückhaltung. Statt städtische Regiebetriebe einzurichten wurden 1880 bzw. 1883 die Konzessionen der Trambahn- und der beiden Gasgesellschaften verlängert. M. vermied die kostspielige Eingemeindung weiterer Vororte. Aus finanziellen Gründen unterblieb eine vorausschauende Grundstückspolitik, ein Versäumnis, das M. später angekreidet wurde.

 

Die Neuordnung des Armenwesens datiert in die Anfangsphase der Amtszeit M.s. Nach Erlass der Freizügigkeit 1867 litt das Ffter Armenwesen unter dem Dualismus öffentlicher und privater Fürsorgeeinrichtungen. Weil die traditionellen Stiftungen Hospital zum heiligen Geist, Allgemeiner Almosenkasten und Waisenhaus zugewanderten Bedürftigen die Unterstützung versagten, hatte die Stadt 1870 ein nach Polizeisektionen gegliedertes rein bürokratisches Armenwesen eingerichtet. Angesichts der finanziellen Notlage der Stadt betrieb M. nach seinem Amtsantritt umgehend die Vereinheitlichung der Armenfürsorge. Die von M. entworfene Armenordnung vom 26.1.1883 integrierte die bestehenden Stiftungen in die kommunale Armenpflege, begründete das Armenamt, in dem der Oberbürgermeister, Magistratsmitglieder, Stadtverordnete und Delegierte der Pflegämter vertreten waren, und überzog nach dem Elberfelder System die Stadt mit einem Netz von Armenpflegern. Die Reform des Fürsorgewesens gilt als eine der größten Leistungen M.s während seiner Ffter Amtszeit.

 

Die Partei des Oberbürgermeisters, die Nationalliberalen, blieb in der Ffter Stadtverordnetenversammlung gegenüber der Demokratischen Partei und der Fortschrittspartei in der Minderheit. Gegen seinen einflussreichen Widerpart, den Demokraten Leopold Sonnemann, hatte M. einen schweren Stand. Als M. nach den Reichstagswahlen 1887 ein Mandat erhielt, stellte er sein Amt als Ffter Oberbürgermeister zur Verfügung. Einstimmig bat ihn die Stadtverordnetenversammlung um sein Verbleiben im Amt. 1890, M. zählte inzwischen zu den bedeutendsten Kommunalpolitikern seiner Zeit, berief ihn Wilhelm II. zum preußischen Staats- und Finanzminister. Am 24.6.1890, zwei Jahre vor dem Ablauf der regulären, auf zwölf Jahre befristeten Amtszeit, erklärte M. seinen Rücktritt als Oberbürgermeister, um nach Berlin zu wechseln. Dort erwarb er sich mit der Durchführung der preußischen Steuerreform in den Jahren von 1891 bis 1893 neue, herausragende Meriten. Sein Nachfolger im Amt des Ffter Oberbürgermeisters wurde Franz Adickes. Ehrengrabstätte (mit einem Grabmal von Augusto Varnesi, 1903) auf dem Ffter Hauptfriedhof

 

Quelle Text: Empfohlene Zitierweise: Bauer, Thomas: Miquel, Johannes (von). In: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe), http://frankfurter-personenlexikon.de/node/8978


Mumm von Schwarzenstein, Familie   12 / 2020

Mumm (von Schwarzenstein), niederrheinische, dann Solinger Familie mit Frankfurter Zweig. (reformiert) Die vielfach verzweigte Familie, die sich auch „Mumme“ oder „Momm(e)“ nannte, führt ihre Stammreihe auf einen 1130 bezeugten Mummo zurück. Die Familie war 1160 in Didam b. Arnheim ansässig. Rudolf Mumme wurde dort 1369 mit Hevesberg belehnt. Sein gleichnamiger Verwandter Rudolf Momm (Mumme) war 1444 Bürgermeister in Arnheim, 1459-63 Richter in Didam und wird 1460 auf dem Ritterzettel in Nymwegen aufgeführt; danach könnte die Familie dem Niederadel angehört haben, der von den Herren von Cleve abhängig war. Der Sohn des Vorgenannten, Rudolf Mumme, kaufte 1514 von der Familie Amelunxen den Besitz Schwarzenstein. Im Dreißigjährigen Krieg waren Angehörige der Familie Offiziere, und einige stiegen in den Freiherrenstand auf. Von Schwarzenstein war in dieser Zeit nicht mehr die Rede, und der Name wurde nicht mehr geführt. Rudolf Peter war 1662-72 Bürgermeister von Solingen, sein Sohn Peter Herr zu Clausberg und Klingen-Kaufmann. Damit ist ein Bezug zu den Frankfurter Messen gegeben, auf denen Solinger Messer und Scheren sowie Klingen für Handwaffen seit dem Spätmittelalter eine bedeutende Rolle spielten. Peter Arnold (1733–1797), der 1761 in Köln eine Firma gründete, die Weinhandel und Geldgeschäfte trieb, wurde 1772 durch seine Ehe mit der Frankfurter Bürgerstochter Elisabeth Amalie Ziegler (1748–1828) Bürger der Reichsstadt und damit Begründer des Frankfurter Zweiges der Familie. Seine drei Söhne teilten das väterliche Unternehmen auf. Wilhelm (1774–1832) gründete 1805 das Bankhaus Wilhelm Mumm & Co., das wenig später bereits zum Kreis der bedeutenden Frankfurter Geldinstitute gehörte. 1810 wurde er gemeinsam mit anderen Geschäftsleuten wegen Verstoßes gegen Napoleons Kontinentalsperre mit einer hohen Geldstrafe belegt. Nach dem Wiederaufblühen des Geschäftslebens um 1820 gehörte er als Befürworter einer vorsichtigen Geldpolitik zu den tonangebenden Frankfurter Bankherren. Der zweite Sohn, Jacob Wilhelm, ging nach Köln, der dritte, Gottlieb (1781–1852), übernahm den väterlichen Weinhandel, gründete 1827 die Firma G. H. Mumm in Reims und erwarb Weingüter in der Champagne, auf denen er die Sektherstellung einführte. Seine Firma erlangte Weltruf, er selbst sowie sein Sohn und Geschäftsnachfolger Hermann von Mumm (1816-87) und dessen Nachkommen blieben jedoch in Frankfurt ansässig. Dessen Sohn Alfons von Mumm (1859-1924) war Botschafter in Peking und Tokio. Erst die Urenkel wurden in Reims geboren und wuchsen dort auf. Die auf Gottlieb folgende Generation führt unter Bezugnahme auf den früheren Sitz der Familie den Namenszusatz „v. Schwarzenstein“. 1873 wurde für einen Teil des Frankfurter Zweiges eine preußische Bestätigung des Adels gewährt. Heinrich von Mumm (1818-90) war Oberbürgermeister von Frankfurt, sein Neffe Christian von Mumm (1832-1906), Chef des Großhandelshauses P. A. Mumm in Köln. Herbert von Mumm (1898-1945), Dr. iur., war Legationssekretär im Auswärtigen Amt, schloss sich einer Widerstandsgruppe an, wurde 1943 verhaftet und kurz vor Kriegsende hingerichtet. Sein Bruder Bernd von Mumm (1901-81) war 1928-39 und 1952-66 als Diplomat im Auswärtigen Dienst tätig, u. a. als Botschafter in Luxemburg und erster Leiter der deutschen Handelsvertretung in Warschau. Quelle Text: Lerner, Franz, "Mumm" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 579 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139789510.html#ndbcontent Heruntergeladen am 14.01.2021

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Neufville Alfred und Anna,  12 / 2020



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004 / 2021 Joachim Raff Komponist

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Rühl Friedrich Wilhelm,   12 / 2020

Friedrich Wilhelm Rühl,  * Hanau 7. Febr. 1817 | † Frankfurt 5. (nicht 6.) Nov. 1874; Chorleiter und Komponist

 

Rühl, Sohn eines Hanauer Lehrers und Kantors, erhielt Unterricht von Johann Nepomuk Schelble in Frankfurt und Johann Anton André in Offenbach. Zunächst betätigte er sich in Frankfurt als Musiklehrer und trat gelegentlich öffentlich als Pianist auf; 1850 gründete er in Hanau einen Oratorienverein, den er bis 1872 (unter Beibehaltung seines Wohnsitzes in Frankfurt) ununterbrochen leitete (sein Nachfolger wurde Heinrich Lucan), und 1853 den „Rühl’schen Gesangverein“ in Frankfurt als Gegenstück zum Caecilien-Verein. Streitigkeiten mit der Theaterdirektion wegen Inanspruchnahme von im Frankfurter Theaterorchester angestellten Musikern mögen dazu beigetragen haben, dass Rühl den Posten des Dirigenten aufgab (der Name des Vereins blieb indes bestehen) und im Juni 1861 als Nachfolger Friedrich Wilhelm Marpurgs die Leitung der Mainzer Liedertafel übernahm. Nachdem im März 1864 Friedrich Lux dieses Amt erhalten hatte, kehrte Rühl nach Frankfurt zurück, gab wieder Privatunterricht und enthielt sich (bis auf die Veranstaltung eines „historischen Concerts“ im April 1867 in der Katharinenkirche; s. Didaskalia 17.4.1867) öffentlicher Auftritte. In Hanau war er dagegen mit seinem Oratorienverein nach wie vor präsent. Rühls Bruder August (1815–1850) war u. a. Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung und Hanauer Oberbürgermeister.

 

 

Quelle Text teilweise: http://mmm2.mugemir.de/doku.php?id=ruehl

 

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Rau Wilhelm E. , Hauptfriedhof Frankfurt   12 / 2020

002 / 2021 Wilhelm E. Rau

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Überschrift,   12 / 2020

Pauline Schmidt (27.12.1840 - 18.06.1856) Ein schlichtes weißes Marmorkreuz mit goldenen Buchstaben erinnert an Pauline Schmidt, die 1856 im Alter von 15 Jahren starb. Auch nach 165 Jahren immer noch eines der meistbesuchten Gräber auf dem Frankfurter Hauptfriedhof. Manchmal lassen die kleinen und großen Besucher auch Blumen, kleine Spielzeuge oder einfach nur ein paar Kastanien oder Steine da. Bekannt wurde sie dank der „gar traurigen Geschichte von Paulinchen und dem Feuerzeug“ im „Struwwelpeter“. Für Heinrich Hoffmann, einen Kollegen und Freund von Paulines Vater, wurde das Mädchen zum Vorbild für das „Paulinchen” in der „gar traurigen Geschichte mit dem Feuerzeug”, die in Hoffmanns berühmt gewordenem Kinderbuch „Der Struwwelpeter” seit der zweiten Ausgabe von 1846 enthalten ist. Möglicherweise hat der Autor, der das Buch eigentlich für seine eigenen Kinder zeichnete und schrieb, seiner Kunstfigur nur den Namen der Spielgefährtin seiner Kinder gegeben. Wahrscheinlich aber bezog er sich sogar auf eine wahre Begebenheit: Die allein zu Haus gebliebene vierjährige Pauline soll tatsächlich einmal mit Zündhölzern gespielt und dadurch einen Zimmerbrand verursacht haben, den sie aber – anders als in der Bilderbuchgeschichte – unbeschadet überstand. Pauline Schmidt starb also nicht infolge einer selbst ausgelösten Brandkatastrophe; die Ursache für ihren frühen Tod war die Erkrankung an Lungenschwindsucht, Epilepsie und Darmgeschwüren. Das Kreuz aus weißem Marmor steht auf einem Sockel aus Sandstein mit der Inschrift: ICH WECKE DICH ZUR RECHTEN ZEIT ZUR EWIGEN, EWIGEN HIMMEL FREUD Entwurf des Grabkreuzes: W. Ludwig 1856 Quelle Text teilweise: https://frankfurter-personenlexikon.de/node/1093 Artikel aus: Frankfurter Biographie 2 (1996), S. 309, verfasst von: Sabine Hock (redigierte Onlinefassung für das Frankfurter Personenlexikon). Quelle Bilder aus dem Bilderbuch: Von Heinrich Hoffmann - Heinrich Hoffmann: Der Struwwelpeter; Frankfurt am Main : Literarische Anstalt Rütten & Loening, 1917 (400. Auflage); Exemplar der Universitätsbibliotek Braunschweig Signatur: 2007-0968, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=465923 Heruntergeladen am 10.01.2021

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Willemer Marianne von ,  12 / 2020



Winterhalter Franz, Hauptfriedhof Frankfurt    12 / 2020

006 / 2021 Franz Xaver Winterhalter

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