Melaten - Friedhof Köln, Namen   M  -  P


Der Melaten-Friedhof ist der Zentralfriedhof von Köln. Er liegt an der nördlichen Grenze des Stadtteils Lindenthal im Stadtbezirk Köln-Lindenthal. Im Süden begrenzt ihn die Aachener Straße, im Osten die Piusstraße, im Westen die Oskar-Jäger-Straße und der Melatengürtel, im Norden die Weinsbergstraße. Der 435.000 m² große Friedhof ist von der Anzahl der Grabstätten (55.540; 2008) der größte Kölner Friedhof.

 

Der Name „Melaten“ rührt von dem bereits im 12. Jahrhundert an dieser Stelle nachgewiesenen Heim für Kranke und Aussätzige, dem Hof Melaten. 1243 wurde der „hoff to Malaten“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Kapelle St. Maria Magdalena und Lazarus stammt aus dem Jahre 1245. Auf der anderen Seite der Aachener Straße befand sich die Richtstätte Rabenstein.

 

Entstehung des Melatenfriedhofes

Während der französischen Besatzungszeit in Köln, die am 6. Oktober 1794 begann, änderte sich das Begräbniswesen durch ein kaiserliches Dekret über die Begräbnisse („Décret sur les sépultures“), von Napoleon am 12. Juni 1804 erlassen. Es untersagte aus vor allem hygienischen Gründen Beerdigungen innerhalb von Städten, Dörfern und geschlossenen Gebäuden.

 

Die Stadtverwaltung kaufte deshalb ein Grundstück auf dem Gelände des ehemaligen Leprosenasyls und ließ die meisten Gebäude abreißen. Die Kapelle des Leprosenheimes wurde in den Friedhof integriert. Mit der Gestaltung des Friedhofes wurde Ferdinand Franz Wallraf beauftragt, der sich den Pariser Friedhof Père Lachaise zum Vorbild nahm. Seine Pläne beschrieb er in der 1809 erschienenen Schrift „Über den neuen stadtkölnischen Kirchhof zu Melaten“. Von Anfang an plante er den Friedhof auch als Erholungsstätte und als öffentliche Grünanlage. Am 29. Juni 1810 weihte der Dompfarrer Michael Joseph DuMont den Melatenfriedhof ein und die Friedhöfe innerhalb der Stadt wurden geschlossen. Das erste Begräbnis fand hier am 1. Juli 1810 statt.

 

Offiziell nannte man den Friedhof „Gottesacker der Stadt Köln“; bis 1829 durften nur Katholiken dort bestattet werden. Die Protestanten begrub man weiter auf dem alten Geusenfriedhof im Weyertal, Juden bis zur Anlage des jüdischen Friedhofs 1903 im rechtsrheinischen Deutz. Trotz mehrerer Erweiterungen des Friedhofes wurde er mit der Zeit zu klein. Zu seiner Entlastung eröffnete man 1896 den Nordfriedhof, 1901 den Südfriedhof und 1917 den Westfriedhof sowie 1946 den Ostfriedhof.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Melaten-Friedhof

Heruntergeladen am 13.06.2021


Maibaum Gepa,  04 / 2021

Gepa Maibaum (* 21. Dezember 1935 in Frankfurt am Main; † 6. März 2007) war eine deutsche Kommunalpolitikerin (SPD) und Kölner Bürgermeisterin.

 

Aber ich habe keine Ahnung was das für ein Tier sein könnte und welche Bedeutung es hat. Vom Kopf her könnte es ein Waran und vom Schwanz eher ein Chamäleon sein. Aber vielleicht habt Ihr ja eine bessere Idee. Die Skulptur könnte also die Sorge einer Mutter um das Ei / das Kind darstellen. Wenn man etwas genauer schaut, könnte der Nachwuchs gerade aus dem Ei schlüpfen.

 

Leben

Gepa Maibaum studierte zunächst sechs Semester Philologie. Sie beendete das Studium nicht und engagierte sich von 1969 bis 1973 als Vorsitzende des Arbeitskreises Unabhängiger politischer Frauen. Als Bürgermeisterin gründete sie den Frauentreff und veranstaltete mehr als zwei Jahrzehnte lang Themenabende, die engagierte Frauen aus Kultur und Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zusammenführten.

 

Maibaum starb 2007 im Alter von 71 Jahren und wurde auf dem Kölner Melaten-Friedhof beigesetzt. Sie war verheiratet und hatte drei Kinder.

 

Politik

Über ihr Engagement in der Frauenbewegung fand sie 1970 zur SPD und wurde deren Mitglied. Von 1973 bis 1975 war sie Vorsitzende im SPD-Ortsverband Köln-Weiden/Lövenich, von 1975 bis 1979 im SPD-Stadtbezirk Köln III.

 

Sie gehörte dem Kölner Rat von 1975 bis 1989 an. Frauen und Kulturpolitik waren einige ihrer politischen Schwerpunkte. 1984 wählte der Rat sie zur 2. Bürgermeisterin. Dieses Amt bekleidete sie bis zum Ausscheiden aus dem Kommunalparlament 1989, nach Else Schmitt die zweite Frau in der Geschichte der Stadt Köln.

 

Fünf Jahre lang, von 1979 bis 1984, gehörte sie als Mitglied der Landschaftsversammlung Rheinland an. Hier war sie Mitglied des Rechnungsprüfungsausschusses sowie der Projektkommission „Kunst am Bau“ und der Auswahlkommission für die Verleihung des Rheinlandtalers.

 

Von 1989 bis 1994 war Gepa Maibaum Mitglied des Europäischen Parlaments für die Sozialistische Fraktion. Sie war Mitglied in den Ausschüssen für Regionalpolitik und Raumordnung, für die Rechte der Frau und für Kultur, Jugend, Bildung und Medien sowie der Delegation für die Beziehungen zur Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, später zu den Republiken der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). Sie war darüber hinaus Kulturpolitische Sprecherin der Deutschen Gruppe der SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament. Ende der achtziger Jahre stand sie dem Ausschuss für Kultur, Freizeit und Sport in der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) als Vorsitzende vor.

 

„Der europäische Gedanke war in Gepa Maibaum tief verwurzelt. Ihren Einsatz für die europäische Integration führte sie auch nach Ihrem Ausscheiden aus dem Parlament als Vorsitzende des Kölner Kreisverbandes der Europa-Union fort. Sie war maßgeblich beteiligt am Aufbau des Kölner Europa-Informationszentrum, für das sie durch ihre landesweite Lobbyarbeit auf vielen gesellschaftlichen und politischen Ebenen warb“, so Jochen Ott, Vorsitzender der SPD in Köln in einem Nachruf.

 

Zudem engagierte sie sich als Vorsitzende des Kölner Kreisverbandes der Europa-Union Deutschland, deren stellvertretendes Vorstandsmitglied sie von 1994 bis 1996 war, seit 1996 deren Vorsitzende.

 

Über zwei Jahrzehnte war sie ehrenamtlich in verschiedenen Vorstandspositionen in der Arbeiterwohlfahrt engagiert.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Gepa_Maibaum

 

Heruntergeladen am 03.05.2021


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Maraite Familie,  04 / 2021


Meistermann Georg,  04 / 2021

Georg Meistermann (* 16. Juni 1911 in Solingen; † 12. Juni 1990 in Köln) war ein deutscher Maler, Zeichner und Graphiker. Er schuf über eintausend Glasfenster an rund 250 Orten in Europa. Meistermann lehrte als Professor an der Frankfurter Städelschule, an der Akademie der Bildenden Künste München und an der Kunstakademie Düsseldorf.

 

Leben und Werk

Georg Meistermann verließ in der Unterprima die Schule, um von 1930 bis 1933 drei Wintersemester an der Kunstakademie Düsseldorf bei Werner Heuser, Heinrich Nauen und Ewald Mataré zu studieren. In der Zeit des Nationalsozialismus musste er sein Studium abbrechen und erhielt Ausstellungsverbot. Er bildete sich dann autodidaktisch weiter und arbeitete als freier Zeichenlehrer. Ausgehend vom Spätkubismus und beeinflusst von Alfred Manessier, entwickelte er einen zunehmend abstrakten Stil. Neben Gemälden, Porträts und Wandbildern gestaltete Meistermann seit 1937 vor allem kirchliche und profane Glasfenster. Seine ersten Glasfenster entstanden 1938 in St. Engelbert, Solingen. Sie wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört, ebenso wie viele seiner frühen Bilder.

 

Nach dem Krieg fand 1946 seine erste Einzelausstellung im „Studio“ des Städtischen Museums Wuppertal statt. 1947 heiratete er die Psychoanalytikerin Edeltrud Meistermann-Seeger (1906–1999). Meistermann siedelte 1949 nach Köln über. Im gleichen Jahr entwarf er fünf Fenster für St. Markus in Wittlich, sein erster größerer Kirchenauftrag. Er wurde 1951 als Jurymitglied des im Vorjahr wiedergegründeten Deutschen Künstlerbundes gewählt und im Jahr darauf in den engeren Vorstand, dessen Vorsitz er von 1968 bis 1972 innehatte. 1952 entwarf er die WDR-Glaswand in Köln.

 

Die 240 m² große Glaswand für St. Kilian in Schweinfurt, eines der größten Kirchenfenster Deutschlands, mit dem Motiv der Ausgießung des Heiligen Geistes, entstand 1953. Es folgte die Berufung an die Frankfurter Städelschule. Im Jahr 1954 schuf Meistermann zwei wegweisende Werke: Das seinerzeit umstrittene Fresko-Altarwandbild für St. Alfons in Würzburg und vier Treppenhausfenster mit dem Motiv Die Apokalyptischen Reiter für das Alte Rathaus zu Wittlich, dem zwischenzeitlichen Georg-Meistermann-Museum. Der Teilnahme an der documenta 1 1955 folgte die Berufung an die Kunstakademie Düsseldorf.

 

Die erste abstrakte Gestaltung im sakralen Raum in Deutschland entstand 1957 mit der fast 300 m² großen Glaswand der Bottroper Heilig-Kreuz-Kirche. Er nahm an der documenta II in Kassel teil. 1959/1960 entwarf er die Fensterwand Der gute Hirte – Das ewige Licht für die Wittlicher Friedhofskapelle Burgstraße. 1961 entstanden drei große Fenster in dem ehemaligen evangelischen Gemeindehaus Uerdingen, Kronenstraße 17, mit dem Titel Geburt Christi, Kreuzigung und Auferstehung. Seine Darstellungen des Heiligen waren für Meistermann ein Ausdruck seiner Religiosität; ihm ging es darum, das Transzendentale durchscheinen zu lassen: „Es handelt sich ja nicht darum, im Raume des Altares Kunstwerke zu schaffen, sondern schlichte, starke, wirksame Zeichen für die Wirklichkeit Gottes.“

 

Ab 1960 lehrte er an der Kunstakademie Karlsruhe. Der umstrittenen Berufung waren zweijährige zähe Verhandlungen vorausgegangen, welche die Selbsteinschätzung des Künstlers erkennen lassen. So hatte Meistermann es ungeachtet vergleichsweise opulenter Zuwendungen und Ausstattung etwa zurückgewiesen, sich auf ein verbindliches Lehrdeputat verpflichten zu lassen.

 

Das Altarfresko für die Gedächtniskirche der deutschen Katholiken zu Ehren der Blutzeugen für Glaubens- und Gewissensfreiheit aus den Jahren 1933–1945 Maria Regina Martyrum in Berlin entstand 1963. Im Jahr darauf nahm er einen Lehrauftrag an der Akademie der Bildenden Künste in München an. In Wittlich entstand sein Fenster mit dem Auferstandenen Christus in der Friedhofskapelle Trierer Landstraße. In den Jahren von 1967 bis 1972 fungierte Meistermann als Präsident des Deutschen Künstlerbundes. Sieben weitere Fenster entstanden in Wittlich für das Hospital St. Wendelini. Inzwischen werden diese zum Teil im Georg-Meistermann-Museum Wittlich präsentiert.

 

Das umstrittene Ölbild Farbige Notizen zur Biographie des Bundeskanzlers Brandt malte Meistermann zwischen 1969 und 1973. Im Jahre 1974 malte er das Freskowandbild für das ZDF-Sendezentrum Mainz. Mit dem Staatspreis des Landes Rheinland-Pfalz für „Kunst am Bau“ wurde er 1975 ausgezeichnet. In Rom gestaltete er 1976 vier Fenster für den Campo Santo Teutonico. Auf Wunsch von Alt-Bundeskanzler Willy Brandt porträtierte er ihn 1977 für die Galerie der Bundeskanzler im Bundeskanzleramt. Das Porträt wurde von Bundeskanzler Kohl abgelehnt.[5] Das Original-Porträt ist heute im Willy-Brandt-Forum in Unkel ausgestellt.

 

Als sein religiöses Testament und Krönung seiner Lebensarbeit bezeichnet Meistermann die Neugestaltung von St. Gereon zu Köln in den Jahren 1979 bis 1986. Diese Leistung wird noch überboten durch den 1985 begonnenen, erst nach seinem Tode vollendeten Fenster-Zyklus im Münsteraner Paulus-Dom, zum Thema "Lobgesang" nach Daniel 3, 51–90. Die 17 Fenster bilden eine Symphonie in vier Sätzen, mit anschließender Erzählung und abschließender abstrakter Sentenz. Die sechs Einheiten korrespondieren jeweils mit Details der Räume des Domes: Lobpreis aus dem Feuer (Josefskapelle, Energie des Anfangs), Lobgesang durch die Geschichte hindurch (Ludgeruskapelle, Erinnerung an Kardinal von Galen, den Löwen von Münster), Lobgesang durch Tag und Nacht hindurch (Kreuzkapelle, das Kreuz als Orientierung in der Zeit), Lobpreis mit der ganzen Schöpfung (Maximuskapelle, stilisierte Palmen und Doppelung des Schmetterlings als Auferstehungs-Metamorphose), Daniel in der Löwengrube (Nördliches Fenster des Chorumgangs), Der Schlussakkord (Südliches Fenster des Chorumgangs, gegenüber der Astronomischen Uhr). Dieser Zyklus lässt sich als Einladung zur Meditation lesen, die Geistiges wie Geistliches umfassen mag, unter Meistermanns Motto "Die Leute müssen sich die Zeit nehmen, die ich mir nehme."

 

Eine Übersichtsausstellung im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg fand 1981 statt. Die letzten druckgraphischen Arbeiten entstanden in der Zusammenarbeit mit dem Drucker Manfred Klement, Bonn. In den Jahren 1989 bis 1991 entstanden ca. 120 graphische Blätter.

 

Grab nach eigenem Entwurf auf dem Kölner Friedhof Melaten

Meistermann wurde im Familiengrab auf dem Kölner Friedhof Melaten (Flur 11 (F)) beerdigt. Das Wandgrab entstand nach seinem eigenen Entwurf Schwebendes Kreuz mit Sonne.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Meistermann

 

Heruntergeladen am 05.09.2021


Millowitsch Willy,  03 / 2021

Willy Millowitsch (* 8. Januar 1909 in Köln; † 20. September 1999 ebenda) war ein deutscher Theaterschauspieler und der bekannteste Kölner Volksschauspieler. Er war Leiter des privaten Kölner Millowitsch-Theaters.

 

Anfänge

Willy Millowitsch stammte aus einer alten Schauspielerdynastie. Seine Eltern waren der in Düsseldorf geborene Schauspieler Peter Wilhelm Millowitsch (1880–1945) und dessen Ehefrau, die Wienerin Käthe Plank (1881–1942). Seine Tante war die Schauspielerin und Sängerin Cordy Millowitsch. Schon als Kind hatte er sich mehr für das väterliche Theater interessiert als für die Schule. Bereits 1922 wechselte er ohne Schulabschluss in den Schauspielerberuf. 1940 übernahm er die Leitung der väterlichen Bühne. Dabei war er sehr oft als Regisseur und Hauptdarsteller tätig. 1939 heiratete Willy Millowitsch Linny Lüttgen; die Ehe wurde später geschieden.

 

Die Bombenangriffe des Zweiten Weltkrieges hatten das Millowitsch-Theater an der Aachener Straße in Köln nur wenig beschädigt. So wurde der Spielbetrieb auf Wunsch des Kölner Oberbürgermeisters Konrad Adenauer bereits im Oktober 1945 wiederaufgenommen, und bis ins Jahr 1949 fanden täglich Vorstellungen statt. Über viele Jahre leitete Millowitsch das Haus mit seiner Schwester Lucy Millowitsch, mit der er auch jahrzehntelang gemeinsam auf der Bühne stand. Die Geschwister galten als Idealbesetzung, wenn es darum ging, temperamentvolle Paare darzustellen.

 

Am 28. September 1946 heiratete Millowitsch Gerda Feldhoff; sie bekamen vier Kinder: Katarina, Peter, Susanne und Mariele. Bis auf Susanne haben die Kinder das Interesse an der Schauspielerei geerbt; Peter Millowitsch übernahm 1998 die Leitung des Theaters, bis er es am 25. März 2018 aus wirtschaftlichen und Altersgründen schließen musste.

 

Schauspieler

Ab 1949 wirkte er in zahlreichen Kinofilmen mit; der erste war Gesucht wird Majora, der am 2. September 1949 in die Kinos kam. In der Folge trat er in den unterschiedlichsten Filmrollen auf. Seine über 125 Filme (bis 1996) und Fernsehrollen sorgten für zusätzliches Einkommen im Hinblick auf die eher schwankenden wirtschaftlichen Erfolge seines Theaters. Zu den Kinofilmen gehörten insbesondere Drei Mann auf einem Pferd (1957), Zwei Herzen im Mai (1958), Scampolo mit Romy Schneider (1958) sowie in Zum Teufel mit der Penne (1968) als Vater von Hansi Kraus und als Nebendarsteller in der Hollywood-Produktion Hilfe, die Amis kommen an der Seite von Chevy Chase (1985). Seine bekannteste Fernsehrolle war die des Kommissar Klefisch im WDR-Fernsehen ab 7. Januar 1990, die in sechs Folgen bis zum 7. Januar 1996 ausgestrahlt wurde.

 

Die erste deutsche Live-Übertragung eines Theaterstücks erfolgte am 19. Oktober 1953 mit dem Etappenhasen, einem Stück des niederdeutschen Dichters Karl Bunje, in dem Willy Millowitsch die Hauptrolle spielte. Diese Aufführung machte sein Theater überregional bekannt. In den folgenden Jahrzehnten übertrug das Fernsehen zahlreiche Lustspiele aus seinem Hause. Diese wurden zu regelrechten Straßenfegern, was auch an seiner Bühnenpartnerin Elsa Scholten lag, die bereits seit 1920 zum Ensemble des Theaters gehörte. Am 14. September 1968 erlebte man Millowitsch im Rahmen der ARD-Fernsehlotterie in einer Gastrolle auf der Bühne des Ohnsorg-Theaters in Hamburg. Dort spielte er unter der Regie von Hans Mahler den Amtsrichter Dr. Kleinfisch in der Komödie Die Kartenlegerin.

 

Millowitsch unterhielt sein Publikum mit zahllosen von ihm selbst entworfenen und oft vom Fernsehen – dann meist unter der Regie seines Theaterfreundes Karl Wesseler – aufgezeichneten Bühnenstücken über vierzig Jahre lang, oft zusammen mit seiner Schwester und seinen Kindern. Wie er in einem Interview sagte, konnte er allerdings selbst keine Stücke schreiben, was er sehr bedauerte.

 

Millowitsch versuchte sich auch als Schlagersänger. Bei Ariola erhielt er 1960 einen Schallplattenvertrag. Sein erster Titel dort war Wenn dieses Lied ein Schlager wird. Es folgte wenige Monate später sein erster Titel über Alkohol Heut‘ sind wir blau. Sein größter Hit war das Karnevals- und Stimmungslied Schnaps, das war sein letztes Wort vom November 1960, das mehr als 900.000 Mal verkauft wurde. Weitere erfolgreiche Lieder waren Das Herz von Köln (1961), Die Liebe ist vergänglich (1961), Wir sind alle kleine Sünderlein (1964), Heidewitzka, Herr Kapitän (1979) und In meiner Badewanne bin ich Kapitän (1982).

 

Jahrzehntelang gehörte er im Rheinland zu den erfolgreichsten Interpreten von Karnevalsliedern. Bis heute ist das Lied Ich bin ene kölsche Jung von Fritz Weber mit seinem Namen verbunden. 1979 sang er mit Heidi Kabel Der will was von mir, die deutsche Version des Popsongs Stumblin'in von Chris Norman und Suzi Quatro; Peter Orloff übernahm die Produktion der Single.

 

Tod

 

Grabstätte der Familie Millowitsch, Melaten-Friedhof Köln

Willy Millowitsch starb am 20. September 1999 im Kölner St.-Elisabeth-Krankenhaus (Hohenlind) an Herzversagen. Am 25. September 1999 wurde er auf dem Melaten-Friedhof in Köln beigesetzt.[4] Die Totenmesse wurde von Weihbischof Friedhelm Hofmann im Kölner Dom gehalten, was sonst fast ausschließlich kirchlichen Würdenträgern vorbehalten ist. Zum Auszug des Sarges spielte der damalige Domorganist Clemens Ganz eine Improvisation in Moll über sein erfolgreiches Lied Ich bin ene kölsche Jung. Der Trauerzug über Neumarkt und Aachener Straße bis zum Friedhof wurde vom WDR-Fernsehen live übertragen. Sein Nachlass befindet sich heute in der Theaterwissenschaftlichen Sammlung Köln.

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Willy_Millowitsch

Heruntergeladen am 27.03.2021

 


Moest Josef,  05 / 2020

Die Grablegung

Das Grabmal von Josef Moest trägt den Titel
"Die Grablegung". Der Entwurf stammt wahrscheinlich von Moest selbst und entstand 1912. In der Literatur wird es meist als "Pietà" bezeichnet.

 

Das Motiv der Pietà ist in der Bildhauerkunst seit dem frühen 14. Jahrhundert gebräuchlich und wird von der älteren Forschung in Verbindung mit der Entstehung des Andachtsbildes gebracht. Der frömmigkeitsgeschichtliche Ursprung ist in der verstärkten Hinwendung zum Leiden Christi am Kreuz und des Mitleidens seiner Mutter mit ihrem Sohn zu sehen. Der formale Ursprung der Vesperbilder in mehrfigurigen Beweinungsdarstellungen wird immer wieder behauptet, ist aber nicht bewiesen. Die Pietà zählt zu den bekanntesten ikonographischen Darstellungen des Mittelalters.

Auffallend an dieser Pietà ist der ausgezehrte Leib des Toten. Hat der Künstler mit den Augen eines Totkranken gesehen?
"Bereits 2 Jahre vor seinem Tod 1914 hatte Moest einen Entwurf für das eigene Grabmal gefertigt, dessen Darstellung eines ausgezehrten Toten auf merkwürdige Weise an seine Zeichnungen aus Jugendtagen erinnert"

1956 gestaltete der Bonner Bildhauer W.H.P. Simon nach diesem Entwurf die Grabplastik auf dem Grab Moest. Vermutlich sind außer ihm selbst, seine Schwester und deren Sohn bestattet. Heute ist die Grabstelle in Patenschaft übernommen, die Familie Moest ist ausgestorben.

Quelle Text teilweise: https://de.wikipedia.org/wiki/Piet%C3%A0


N


O

Oelbermann Laura und Emil,  03 / 2021

Laura von Oelbermann

 

Laura von Oelbermann, geb. Nickel (* 18. Mai 1846 in Köln; † 3. Juni 1929 ebenda) war eine Kölner Mäzenin und Stifterin von karitativen, protestantischen Einrichtungen insbesondere für Kinder, junge Frauen, Witwen und Kranken. Die von ihr ins Leben gerufenen Stiftungen setzen sich bis heute für die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen ein. Als Anerkennung für ihr soziales Engagement wurde Laura Oelbermann als eine der letzte Personen am 15. August 1918 von Kaiser Wilhelm II. in den Adelsstand erhoben.

 

Leben und Wirken

Laura Nickel wurde in Köln als Tochter eines Bürstenwarenhändlers geboren. Sie besuchte in Köln das Lyzeum der evangelischen Gemeinde an der Antoniterkirche. Im Jahr 1868 heiratete sie den Textilkaufmann Emil Oelbermann, der als Teilhaber der Seidenwarenfabrik Otto Andreae in Mülheim seit Ende der 1850er Jahre in New York und Chicago als Kommissionär arbeitete und lebte. Laura Oelbermann zog mit ihrem Mann nach New York, wo auch drei ihrer fünf Söhne zur Welt kamen.

 

Im Jahr 1878 kehrte die Familie, die in Amerika einen beträchtlichen Reichtum erlangte, nach Köln zurück. In Ermangelung eines angemessenen Wohnhauses residierte die Familie zunächst im Excelsior Hotel Ernst, später im Haus Unter Sachsenhausen 4. Emil Oelbermann beauftragte den Architekten Hermann Otto Pflaume mit dem Bau eines repräsentativen Stadtpalais am Hohenstaufenring, das im Stil der italienischen Renaissance errichtet wurde.

 

Nach dem Tod ihres Mannes (1897) und ihrer Söhne Emil (1869–1870), Paul (1871–1871), Emil Jr (1872–1901), Alfred (1874–1904) und Harry (1877–1897) widmete sich die streng gläubige Protestantin Laura Oelbermann zahlreichen karitativen Aufgaben. Sie gründete Stiftungen und ermöglichte mit großzügigen Schenkungen unter anderem den Bau des ersten evangelischen Krankenhauses in Köln. Sie spendete 150.000 Mark für den 575.000 Mark teuren Krankenhausbau, der 1902 in Weyertal, im Kölner Stadtteil Lindenthal eingeweiht wurde.

 

Auguste-Victoria-Hospital in Jerusalem

Im Jahr 1900 wurde auf ihre Initiative hin die Frauenhilfe, ein evangelischer Hilfsverein, in Köln gegründet. Sie selbst leitete den Verein bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Auch im Rheinischen Provinzialverband der Frauenhilfe war Laura Oelbermann langjährig im Vorstand tätig. Sie organisierte Armenspeisungen, Erholungsmöglichkeiten für Arme und Waisen, vermittelte Arbeit für Alleinstehende Frauen und Mütter und half bei der Sozialarbeit häufig eigenhändig mit.

 

Im Jahr 1906 spendete sie 1.000.000 Mark für die Errichtung des 2.225.000 Mark teuren Auguste-Viktoria-Hospitals auf dem Ölberg in Jerusalem, das 1910 eingeweiht wurde. Dafür wurde sie mit dem preußischen Ölberg-Kreuz geehrt. Im Jahr 1909 engagierte sie sich in der Palästina-Stiftung, die in Jerusalem den Bau einer Haushaltsschule initiierte. Laura Oelbermann gehörte vor dem Ersten Weltkrieg mit einem geschätzten Vermögen von 16–17 Millionen Mark zu den reichsten Einwohnern Kölns.[6] In ihrer Heimatstadt unterstützte sie auch großzügig das kulturelle Leben; so finanzierte sie 1912 eine Forschungsreise nach Asien für das Museum für Ostasiatische Kunst.

 

Laura von Oelbermann war Anfang der 1920er Jahre Eigentümerin von zahlreichen Grundstücken, unter anderem am Hohenstaufenring (Nr. 30, 32, 48, 50, 52, 54 & 57), an der Jahnstraße (Nr. 36, 38), am Mauritiuswall (Nr. 15 und 17) sowie des Hauses Engelbertstraße 88. Bis auf ihr Wohnhaus und dem Grundstück Engelbertstraße 88 verkaufte sie die Grundstücke bis 1925 an den Pariser Geschäftsmann Gayet.

 

Bereits zu Lebzeiten verfügte Laura von Oelbermann testamentarisch, dass das Inventar ihres Hauses Hohenstaufenring 57 nach ihrem Tode versteigert werden soll und der Erlös der Versteigerung ihren Stiftungen zugutekommen soll. Die Versteigerung des Mobiliars und der umfangreichen Kunstsammlungen wurden vom 11. bis 14. Dezember 1929 vom Kunsthaus Lempertz am Neumarkt in Köln vorgenommen. Unter den versteigerten Objekten waren 57 Perserteppiche, 169 Stück Mobiliar, 700 kunstgewerbliche Gegenstände darunter ein 600-teiliges Meißner Service, über 90 Meißner Statuen und Figurengruppen, 12 KPM - Moccatassen als Geschenk von Königin Auguste Victoria, Steinzeug aus dem Westerwald, Siegburg und Raeren. Unter den 120 versteigerten Gemälde waren Bilder von Camille Jean Baptist Corot (Schlösschen am Wasser), Théodore Rousseau (Flußdurchzogene Abendlandschaft mit Bauerngehöft im Vordergrund), Wilhelm Leibl (Bildnis des Vetters Dr. Karl Leibl; Kopf eines Bauernmädchens, Bauerngehöft zwischen den Bäumen, Trinkender Mann mit Becher und langer Tonpfeife), Hans Thoma (Schwarzwaldlandschaft mit Hirtenkinder), Franz von Lenbach (Bildnis von Hans Makart), Max Liebermann (Reiter in den Dünen), Franz von Defregger (Ball auf der Alm) sowie von Berthe Art (Blumenstück).

 

Das Haus Hohenstaufenring 57 wurde nach ihrem Tod zu einer Pension für erwerbstätige evangelische Mädchen und zu einem Veranstaltungsort für evangelische Jungfrauenvereine umgebaut. Im Jahr 1931 zogen die ersten der 60 Bewohnerinnen in die einfach ausgestatteten Räume ein.[5] Das umgebaute Stadtpalais überstand den Zweiten Weltkrieg und wurde bis Ende der 1970er Jahre als Berufstätigenheim der Oelbermann-Stiftung genutzt. Anfang der 1980er Jahre wurde die Oelbermannsche Villa abgerissen, um auf dem Grundstück ein Geschäftshaus zu errichten.

 

Laura von Oelbermann wurde auf dem Kölner Melaten-Friedhof neben ihrem Mann begraben. Das Grabmal wurde im Auftrag von Laura von Oelbermann nach dem Tod ihres Mannes 1897 von Karl Janssen entworfen und wurde im Zweiten Weltkrieg teilzerstört. An der Umrandung des Grabmals finden sich Erinnerungsplatten für ihre früh verstorbenen Söhne. Die Grabinschrift für Laura von Oelbermann neben ihrem Mann lautet: Frau Emil von Oelbermann. Laura geb. Nickel. Vor dem Krieg zählte das Familiengrab Oelbermann zu den größten figürlichen Grabstellen auf dem Friedhof Melaten, das auf dem Podest mit der Inschrift:

Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe dem die Welt gegründet ward. (Joh.17,24) versehen ist.

 

Trotz der testamentarischen Verfügung Laura von Oelbermanns, dass die Stadt Köln das Grabmal zu Allerheiligen, Totensonntag und den Sterbetagen geschmückt werden soll, verfiel das Grabmal zusehends und wurde erst 2009 umfassend instandgesetzt.

 

Schenkungen und Einrichtungen der Stiftungen Laura von Oelbermanns

Nach dem Tod ihres Mannes und ihrer Söhne tätigte Laura Oelbermann umfangreiche Schenkungen, unter anderem 150.000 Mark für den unverzüglichen Baubeginn eines evangelischen Krankenhauses in Köln, 42.500 Mark für das deutsche Hospital in New York, je 10.000 Mark für das Wöchnerinnen-Asyl und für den Verein für die Feriencolonien, 8.000 Mark für den Kinderhort in der Kölner Südstadt, 6.000 Mark für die deutsche Kirche in Jerusalem, 5.000 Mark für die Armenverwaltung als Weihnachtsgabe, je 4.000 Mark für verschiedene evangelische Kirchen und den Verein zur Fürsorge für die Blinden in Köln, 3.500 Mark für das evangelische Kinderheim in Köln, 3.000 Mark für den Wohltätigkeitsverein, 2.000 Mark für den evangelischen Frauenverein und je 1.000 Mark für den Gefängnisverein und den Verein der weiblichen Angestellten.

 

Nach dem Tod ihres Sohnes Emil JR tätigte sie 1901 weitere umfangreiche Schenkungen, unter anderem 24.000 Mark für die Kölner Frauenhilfe, 20.000 Mark für den Bau des evangelischen Krankenhauses, 10.000 Mark zur Linderung der Arbeitslosigkeit, je 4.000 Mark als jährliche Zuwendung zur Ausstattung der evangelischen Krankenhauskapelle und zur Einrichtung des syrischen Waisenhauses in Jerusalem sowie je 2.000 Mark für den Verein für Volkswohl und für den Wohltätigkeitsverein.

 

Durch eine weitere großzügige Schenkung Laura Oelbermanns in Höhe von 1.000.000 Mark konnte am 28. April 1913 im Beisein der Prinzessin Charlotte von Sachsen-Meiningen in der Severinstraße 158 das Charlottenhaus, ein Kinder- und Waisenheim sowie ein Säuglings- und Mütterheim eingeweiht werden, dessen Unterhalt aus den Stiftungsgeldern von Frau Oelbermann bestritten wurde.

 

Im Jahr 1916 überwies sie der evangelischen Gemeinde Köln 1.000.000 Mark zum Bau der Auguste-Victoria-Kinderkrippe in der Overstolzenstraße 23 und des Emilienhortes in der Händelstraße 25, die am 22. Oktober 1916 eingeweiht wurden. Nach ihrem Tod wurde in der Volksgartenstrasse 46/48 ein Mütterheim eingeweiht. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Einrichtungen teilweise weitergeführt. Aus den Geldern der Oelbermann-Stiftungen wurden u. a. die Tagesklinik in der Pionierstraße und ein Jugendhaus in Buchheim finanziert.

 

Die am 1. Januar 1930 eingetragene Emil- und Laura Oelberman-Stiftung sowie die Laura-von-Oelbermann-Stiftung besteht als gemeinnützige Stiftung bis in die Gegenwart. Die Zinsen des Stiftungskapitals wurden satzungsgemäß als jährlichen Unterstützung für die Hinterbliebenen evangelischer Pfarrer verwandt. Die Geschäftsführung ihrer Stiftung liegt in    der Hand des Evangelischen Stadtkirchenverbandes Köln.

 

Karl Janssen (Bildhauer)

 

Karl Ludwig Rudolf Janssen, auch Carl Janssen (* 29. Mai 1855 in Düsseldorf; † 2. Dezember 1927 ebenda), war ein deutscher Bildhauer und Hochschullehrer.

 

Leben

Karl Janssen stammte aus einer Künstlerfamilie. Sein Vater Theodor Janssen war Kupferstecher, sein Bruder Peter Janssen war Maler. Bei ihm bekam Karl Janssen erste Unterweisungen in den Künstlerberuf. Von 1872 bis 1881 studierte er an der Königlich-Preußischen Kunstakademie in Düsseldorf bei August Wittig. 1878 gewann er ein Rom-Stipendium; die Reise trat er aber erst 1881 an und blieb bis 1884 in Italien, um sich dort weiter zu bilden. Sein erstes bedeutenderes Werk ist die Büste des Industriellen Poensgen (1883) für dessen Erbbegräbnis auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof. 1884 wurde er zusammen mit Josef Tüshaus (1851–1901), den er 1874 an der Akademie kennengelernt hatte, beauftragt, für den Besuch Kaiser Wilhelm I. in Düsseldorf die Plastik Vater Rhein und seine Töchter zu schaffen, die den Düsseldorfern so gut gefiel, dass die beiden zwölf Jahre später – also 1897 – beauftragt wurden, eine dauerhafte Fassung in Bronze als Brunnen zu fertigen. Ein Jahr zuvor hatte er den Auftrag für ein repräsentatives Kaiser-Wilhelm-Reiterstandbild ebenfalls zur allgemeinen Zufriedenheit gelöst.

 

Nach dem Ersten Weltkrieg schuf Karl Janssen für die Henkel-Familie ein Kriegerdenkmal, das an die gefallenen Mitarbeiter erinnern sollte und auf dem Werksgelände in Düsseldorf-Holthausen aufgestellt wurde. Sein letztes bedeutenderes Werk ist eine Trauernde im Art-déco-Stil für das Mausoleum der Familie Henkel (1925). Auf dem Nordfriedhof in Düsseldorf haben noch weitere seiner Werke die Zeiten überdauert.

 

Karl Janssen wurde zum Professor ernannt und übernahm 1895 den Lehrstuhl von August Wittig an der Kunstakademie Düsseldorf. Er gilt als ein charakteristischer Vertreter des Neubarocks im Rheinland. Bekannte Janssen-Schüler waren:

  

Quellen Text:

https://de.wikipedia.org/wiki/Laura_von_Oelbermann

https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Janssen_(Bildhauer)


Oppenheim Familie  05 / 2021

Friedrich Carl von Oppenheim

 

Baron Friedrich Carl von Oppenheim wurde am 5. Oktober 1900 in Köln geboren. Er war ein entfernter Nachkomme des deutsch-jüdischen Bankiers Salomon Oppenheim jun. (1772-1828), der gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Köln die berühmte Bank Sal. Oppenheim jun. & Cie. gegründet hatte. Die Bank spielte eine wichtige Rolle bei der Industrialisierung des Rhein-Ruhrgebietes, besonders durch die Finanzierung von Eisenbahn- und Wasserstraßenbau und durch die Entwicklung der Kohle- und Stahlindustrie. Salomon Oppenheim jun.s Söhne Simon und Abraham wurden 1867 bzw. 1868 geadelt.

 

Simons Söhne, Albert und Eduard, traten 1858 bzw. 1859 zum Christentum über und heirateten nicht jüdische Frauen. Baron Friedrich Carl von Oppenheim und sein Bruder Waldemar, Salomon Oppenheim jun.s Urenkel, wurden von den Nationalsozialisten als „Vierteljuden“ oder „Mischlinge zweiten Grades“ eingestuft. Obwohl ihnen die Mitgliedschaft in der NSDAP und damit der Aufstieg in Macht- und Führungspositionen verwehrt war, durften „Vierteljuden“ ihre deutsche Staatsbürgerschaft behalten, in der Wehrmacht dienen und sich mit Deutschen verheiraten.

 

Unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden das Bankhaus Oppenheim in Köln und seine Mitarbeiter mit Schikanen aus den Reihen der NSDAP konfrontiert. Besonders tat sich dabei Baron Schröder hervor, der Führer der Gruppe der Privatbanken innerhalb der NSDAP und „Gauwirtschaftsberater“. Im Großen und Ganzen jedoch konnte die Bank ihre Geschäfte normal fortsetzen, abgesehen davon, dass sie 1938 ihren Namen in „Pferdmenge & Co“ ändern musste (nach Dr. Robert Pferdmenge, einem nicht zur Familie gehörenden Teilhaber, der seinen Namen zur Verfügung stellte).

 

Friedrich Carl von Oppenheim, der aus seiner Abneigung gegen den Faschismus nie einen Hehl gemacht hatte, wurde ab 1938 von der Gestapo überwacht. Dennoch genoss er einigen Schutz aufgrund seiner für die Wirtschaft unverzichtbaren Geschäftsverbindungen ins Ausland. Wie sein älterer Bruder Waldemar wurde er nach Ausbruch des Krieges in die „Abwehr“ von Admiral Canaris eingebunden und hatte damit das Recht auf Sonderpässe und praktisch unbegrenzte Reisemöglichkeiten ins Ausland.

 

Auch nach der Machtübernahme hielt Baron von Oppenheim enge Geschäftskontakte und freundschaftliche Beziehungen zu Juden aufrecht, ungeachtet der Propaganda der Nationalsozialisten und seiner eigenen gefährdeten Stellung als „Mischling“. Als er 1938 erkannte, dass die Juden in unmittelbarer Gefahr waren, drängte er die Familien Griessman und Lissauer, mit denen er enge Geschäftsbeziehungen unterhielt, Deutschland zu verlassen. Er half ihnen zu emigrieren und ihre Metallherstellungsunternehmen in Den Haag und Amsterdam neu aufzubauen. Auch nach ihrer Emigration hielt er den Kontakt mit ihnen aufrecht.

 

Im Mai 1940 brachte der deutsche Überfall auf die Niederlande von Oppenheims jüdische Freunde wieder in Gefahr, aber er war nicht bereit, sie ihrem Schicksal zu überlassen. Im September 1940 gelang es ihm schließlich, Ausreisevisa für sie von den Niederlanden nach Portugal und von dort weiter nach Südamerika zu bekommen. Er reiste persönlich in die Niederlande, um sich von seinen Freunden zu verabschieden und die Einzelheiten ihrer Flucht zu arrangieren. Am 7. September 1940 fuhr ein deutscher Sonderbus, der von Offizieren der „Abwehr“ befehligt wurde, vor dem Domizil der Lissauers in Minerva Plein Nr. 4 in Amsterdam vor und brachte sie zusammen mit der Familie Griessman - insgesamt elf Personen - durch das besetzte Belgien und Frankreich an die spanische Grenze bei Irun in Sicherheit. Von Spanien fuhren sie mit dem Zug weiter nach Portugal und von dort per Schiff nach Brasilien.

 

Als die Deutschen 1942 begannen, die niederländischen Juden zu deportieren, beteiligte sich von Oppenheim an einem weitgehend erfolglosen Versuch, die jüdischen Angestellten der Firma Oxid in Amsterdam zu retten. Das Unternehmen, das früher den Familien Griessman und Lissauer gehört hatte, war 1940/41 vom Bankhaus Oppenheim - inzwischen Pferdmenge & Co – in Partnerschaft mit einer weiteren deutschen Firma übernommen worden. Da die Firma Oxid Metalllegierungen herstellte, die für die deutsche Rüstungsindustrie wichtig waren, genossen ihre jüdischen Angestellten – zum größten Teil deutsche Juden, die nach Holland geflüchtet waren - einen relativ geschützten Status. Diese Tatsache wurde von von Oppenheim benutzt, um gegen ihre Deportation zu argumentieren. Er wandte sich dabei auch an andere Institutionen, zu denen er Verbindungen hatte, wie die Reichsbank und das Rüstungsministerium. Seine Bemühungen zerschlugen sich jedoch aufgrund der Intensivierung der antijüdischen Maßnahmen in den Niederlanden fast völlig. 1943 ging von Oppenheim persönlich zu Aus der Funten, dem SS-Leiter in den Niederlanden, und bat um die Freistellung von Dr. Hugo Weil, dem früheren jüdischen Direktor von Oxid, der in Westerbork inhaftiert war und deportiert werden sollte. Es war vergeblich: Dr. Weil wurde einem Transport nach Bergen-Belsen zugeteilt und kam dort um. Am Ende überlebten von schätzungsweise achtzig jüdischen Arbeitern der Oxid nur zehn den Holocaust.

 

Es gibt auch zahlreiche Dokumente über von Oppenheims Bemühungen zur Rettung weiterer Juden, die entweder versteckt lebten oder schon verhaftet waren. So schickte er im November 1941 seinen Schweizer Angestellten Ernst Gut in die Schweiz, nur damit er Freunde in New York anrufe, die Geld für die Einreisevisa einiger Juden auftreiben sollten. Von Oppenheim half auch dem Kölner Polizeichef Karl Winkler, der aufgrund seiner jüdischen Abstammung Anfang 1944 mit seiner Familie in den Untergrund ging - bis er selbst im September verhaftet wurde.

 

Zur Verhaftung von Oppenheims, der schon lange ins Blickfeld der Gestapo geraten war, kam es im Gefolge des gescheiterten Attentats auf Hitler im Juli 1944. Er wurde ins Gefängnis geworfen und sollte unter der Anklage des Verrats vor Gericht gestellt werden. Um etwas gegen ihn in der Hand zu haben, fabrizierte die Gestapo im August 1944 gefälschte Beweise, dass seine Mutter jüdischer Abstammung sei, und er daher als „Halbjude“ bzw. „Mischling ersten Grades“ zu behandeln sei. Dies allein hätte sich schon verhängnisvoll auf den Verlauf des Prozesses auswirken können. Glücklicherweise zog sich die Untersuchung bis zum Ende des Krieges hin, und von Oppenheim konnte im Gefängnis überleben, bis er von den Amerikanern befreit wurde.

 

Nach dem Krieg nahm das Bankhaus Oppenheim, das 1947 seinen ursprünglichen Namen wieder annahm, seine Geschäfte von neuem auf, und wurde zu einem der größten privaten Bankkonzerne in der Bundesrepublik Deutschland.

 

Am 10. Oktober 1996 erkannte Yad Vashem Baron Friedrich Carl von Oppenheim als „Gerechten unter den Völkern“ an.

Quelle Text: https://www.yadvashem.org/de/righteous/stories/oppenheim.html

Heruntergeladen am 24.05.2021

 


Ostermann Willi,  03 / 2021

Wilhelm „Willi“ Ostermann (* 1. Oktober 1876 in Mülheim am Rhein (heute Köln); † 6. August 1936 in Köln) war ein Komponist und Texter von Heimat- und Karnevalsliedern hauptsächlich in Kölscher Mundart, die er auch selbst als Krätzchensänger vorgetragen hat. Zu seinen bekanntesten Stücken gehört Heimweh nach Köln (Ich möch zo Foß noh Kölle gon).

 

Leben

Kindheit und Jugend

Ostermann wurde in Mülheim am Rhein geboren. Auf dem Gelände seines Geburtshauses steht heute die Feuerwache 9 in Köln-Buchheim. Ostermann war der Sohn des Eisenbahners Peter Ostermann und seiner Frau Gertrud, geb. Paas. 1878 zog die Familie nach Deutz, wo man dem Vater, der bei der Bergisch-Märkischen Eisenbahn beschäftigt war, eine bessere Stelle angeboten hatte. Da Deutz in dieser Zeit Garnisonsstadt war, kam Willi Ostermann in frühester Kindheit in Kontakt mit den durchziehenden Militärmusikkapellen.

 

Ostermann besuchte von 1883 bis 1891 die katholische Volksschule in Deutz. Zu dieser Zeit erhielt er aufgrund seiner roten Haare den Spitznamen „Ostermanns-Fuss“ oder auch „dä jlöhndije Fuss“ (jlöhndije = „glühende“, Fuss = „der Fuchs“, auf Kölsch das Wort für „der Rothaarige“). Mitschüler berichteten später, er habe bereits in der Schule mundartliche Parodien auf Gedichte angefertigt und stets die neuesten Karnevalslieder auswendig gewusst.

 

Nachdem sein Vater keine Lehrstelle als Schlosser für ihn bekommen konnte, begann Ostermann eine Lehre im Elektrohandwerk, wurde aber schon nach einigen Monaten wegen Konflikten mit seinem Lehrherrn entlassen. Daraufhin erlernte er in einer Druckerei in Deutz den Beruf Stereotypeur und Galvanoplastiker, was seinen eigenen Wünschen eher entsprach. Bis 1900 war er vermutlich in diesem Beruf tätig, genaueres hierüber ist nicht bekannt.

 

Karriere

1895 wurde Ostermann Mitglied in einer Laientheatergruppe. Er hatte bereits Erfahrungen mit einem Puppentheater gesammelt und trug bei Familienfeiern und in Gasthäusern in Deutz eigene Gedichte und Lieder vor. Dadurch hatte er auch einen Nebenverdienst; er bemühte sich jedoch seit Abschluss seiner Lehre um feste Engagements in Varietés oder Theatern. Erstmals bekannt wurde Ostermann 1899 durch sein Lied Et Düxer Schötzefeß (Das Deutzer Schützenfest), das er während eines Auftritts beim Deutzer Schützenverein vortrug:

 

Jo nom Düxer Schötzefeß, do loß mer gonn,

wenn de Lappe vun de Stivvele fleute gonn,

jo om Düxer Schötzefeß, do eß et schön,

do mäht Freud un Spaß sich selvs die älteste Möhn!

 

Ostermann konnte keine Noten lesen und schreiben, sondern brachte seine Kompositionen singend auf Tonträger (anfangs Wachswalze oder Zinkplatte). 1903 heiratete er Katharina Maria Striebeck; diese Ehe wurde wieder geschieden. In den Jahren darauf entdeckte ihn der Vorsitzende einer Kölner Karnevalsgesellschaft, der ihm vorschlug, einen Karnevalsschlager für die Session 1906/1907 zu schreiben. In Zusammenarbeit mit dem Komponisten Emil Neumann, Kapellmeister am Kölner Reichshallentheater, entstand so der Titel Däm Schmitz sing Frau eß durchgebrannt (Die Frau vom Schmitz ist durchgebrannt), dass der Rosenmontagserfolg 1907 wurde. Das Stück bestand aus einem einleitenden Marsch von Neumann und Ostermanns Lied als Trio. 1908 gewann Ostermann den Preis für das beste Lied in Kölner Mundart mit Wä hätt dat vun d’r Tant gedaach! (Wer hätte das von der Tante gedacht), zu dem der Schlagerkomponist und Kapellmeister Emil Palm die Musik beigesteuert hatte. Palm war es, der viele Ostermann-Kompositionen in Noten übertrug.

 

1911 heiratete Ostermann dessen Schwester, die Revuetänzerin Käte Palm. In den Folgejahren setzte er den begonnenen Erfolg fort. Er schrieb Lieder und Karnevalsschlager, verlegte sie selbst und konnte damit seinen Lebensunterhalt bestreiten. Die meisten Lieder trug er selbst vor; einige entstanden jedoch auch für andere Vortragskünstler. Inzwischen wurde er von einer Agentur für Auftritte in ganz Deutschland gebucht. Er beschränkte sich nicht auf rein kölsche Lieder, sondern schrieb auch hochdeutsche Schlager, insbesondere Walzer- und Marschlieder mit den gängigen Themen „Rhein“, „Wein“, „Weib“ und „Gesang“. Mehrere Schallplatten wurden außergewöhnliche Verkaufserfolge; außerdem schrieb er Lieder für Revuefilme.

 

Ein einziger Ostermann-Schlager (Rheinland-Mädel: „Drum sollt’ ich im Leben ein Mädel mal frei’n, dann muss es am Rhein nur geboren sein“) ging dem Spiegel zufolge im Jahr 1927 mit einer Million Auflage durch die Plattenpresse und erwirtschaftete einen Saisongewinn von 130.000 Goldmark. Insgesamt gibt es hiervon in der Entstehungszeit mindestens neun Versionen, erstmals 1927 im Ostermann-Musikverlag in Köln-Sülz erschienen. Robert Koppel brachte den Titel 1929 mit der B-Seite Wenn Du eine Schwiegermutter hast heraus, ebenfalls von Ostermann geschrieben. Als am 6. Mai 1930 der gleichnamige Film in die Kinos kam, war hierin Ostermanns Schunkellied in der Fassung von Schauspieler Werner Fuetterer erneut zu hören.

 

Gegen Ende der 1920er Jahre wurde die wirtschaftliche Lage in Deutschland schlechter. Ostermann hatte weniger und schlechter bezahlte Auftritte. Er verlegte auch Noten und Liedtexte anderer Komponisten und Autoren und schrieb Werbetexte. Außerdem gab er seit Ende 1930 das humoristische Wochenblatt Tünnes und Schäl heraus, das jedoch im Folgejahr wieder eingestellt wurde. 1930 entstand auch der Evergreen Och, wat wor dat fröher schön doch en Colonia (Ach, was war es früher schön in Köln).

 

Ostermanns Beziehung zum Nationalsozialismus ist nicht zuverlässig erforscht. Der Biograph Hans W. Krupp erwähnt zwar die Anekdote eines „Zeitgenosse[n] und längjährige[n] musikalische[n] Weggefährte[n]“, die sich auf ein angestecktes Parteiabzeichen bei Ostermann beziehen soll, betont aber gleichzeitig, dass diese Geschichte allein eine Parteimitgliedschaft nicht belegen könne. Nach Fred K. Priebergs Handbuch Deutsche Musiker lag kein Eintrag über eine Mitgliedschaft in der Zentralen Kartei der NSDAP vor. 1936 nahm Ostermann zusammen mit anderen Künstlern an einer Ferienfahrt der NS-Organisation KdF nach Madeira teil und schrieb aus diesem Anlass das Lied Madeira und das Gedicht Madeirafahrt:

 

Und wenn no dat veezehndäjije Jlöck

es widder vörbei – un mer kömme zoröck

dann hät mer noch eimol su vill Loß am Jeschäff

dat danke mer all dann der K.d.F.

 

Krankheit und Tod

 

Grabstein von Willi Ostermann auf dem Kölner Melaten-Friedhof

Sein letztes Gastspiel gab Ostermann im Juli 1936 in Bad Neuenahr, wo er auf der Bühne im Kurhaus einen Zusammenbruch erlitt und sofort in das Kölner Krankenhaus Lindenburg eingeliefert wurde. Nach einer schweren Magenoperation blieb er dort bis zu seinem Tod und schrieb hier auch sein sogenanntes „letztes Lied“ Heimweh nach Köln, besser bekannt unter der Liedzeile „Ich mööch zo Foß noh Kölle gon“ (Ich möchte zu Fuß nach Köln gehen). Dabei verwendete er allerdings die Melodie einer früheren Komposition „Sehnsucht nach dem Rhein“, die für den Film „Der Traum vom Rhein“ (1933, Regie: Herbert Selpin) entstanden war.

 

Am 6. August 1936 starb Ostermann im Krankenhaus. Bei seiner Beisetzung am 10. August 1936 säumten 35.000 Zuschauer den Trauerzug vom Neumarkt bis zum Melaten-Friedhof an der Aachener Straße. Seine Komposition Och, wat war dat fröher schön doch en Colonia spielte eine Musikkapelle, als Ostermann zu Grabe getragen wurde. Kölns Geschäfte schlossen, bis der Tote im Frack im städtischen Ehrengrab beigesetzt wurde. In einem der Nachrufe am offenen Grab trug der Karnevalist Thomas Liessem zum ersten Mal den Refrain des letzten Ostermann-Liedes Heimweh nach Köln vor. Es sollte nach seinem Tod zu einem seiner bekanntesten typisch melancholisch-kölschen Stimmungsliedern werden:

 

Wenn ich su an ming Heimat denke

un sin d’r Dom su vör mir ston,

mööch ich direk op Heim an schwenke,

ich mööch zo Foß no Kölle gon.

 

Nachlass und Andenken

 

Willi-Ostermann-Denkmal in Königswinter

Am 16. Februar 1939 (Weiberfastnacht) wurde der Willi-Ostermann-Brunnen in der Kölner Altstadt festlich eingeweiht. Der Bildhauer Willy Klein hatte für 38.000 Reichsmark aus einem 14 Kubikmeter großen, aus Bayern angelieferten Muschelkalkblock jene 15 Figuren gemeißelt, die Willi Ostermann in seinen Liedern besungen hatte. Nach 13 Jahren war Ostermann immer noch populär, denn 1949 setzte die Witwe 45.000 Exemplare seiner Kölner Lieder ab.

 

Der textliche und musikalische Nachlass Ostermanns wurde in seinem eigenen Verlag verwaltet, den nach seinem Tod zunächst seine Frau Käte fortführte. Später übernahmen ihn die Musikverlage Hans Gerig KG. Die Willi Ostermann Gesellschaft Köln 1967 e. V. pflegt das Andenken des Künstlers. 1949 wurde in Königswinter im Nachtigallental des Siebengebirges ein Denkmal für Willi Ostermann errichtet.

 

Am Kölner Ratsturm wurde ihm eine Figur gewidmet.

 

Willi-Ostermann-Medaille

Zu Ehren von Willi Ostermann wurde 1967 die Willi-Ostermann-Medaille als höchste Auszeichnung des Kölner Karnevals gestiftet. Sie wird seitdem in unregelmäßigen Abständen für besondere Verdienste um das Kölner Liedgut verliehen und üblicherweise bei der Prinzenproklamation überreicht.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Willi_Ostermann

 

Heruntergeladen am 03.04.2021


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Pellenz Heinrich / Familie  05 / 2021

Auch wenn die Grabstätte von Heinrich Pellenz zunächst sehr unscheinbar aussieht, ist sie etwas ganz Besonderes. Man muss wissen, die Grabstätte steht an der Grenze zum alten Ehrenfelder Friedhof und ist ein Teil der Friedhofsmauer. Rechts und links geht die Mauer weiter und begrenzt den alten Friedhof. Im Zuge der Erweiterungen sind die beiden Friedhöfe zusammengewachsen und heute ist der alte Ehrenfelder Friedhof ein Teil des Melaten Friedhofs.

Das bedeutet also, der Kopf der schönen Frau blickt durch die Friedhofsmauer und schaut nach dem Rechten, sie wacht über das Grab.

Heinrich Pellenz (* 4. August 1888 in Köln; † 5. August 1974 ebenda) war ein deutscher Unternehmer.

 

Heinrich Pellenz war ein Enkel von Johann Carl Pellenz (1818–1901), der nach seiner Tätigkeit als Ingenieur bei der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft 1858 in Köln ein Unternehmen zur Herstellung von Eisenbahnsignal- und Beleuchtungsanlagen gründete. Nach dem Tod des Großvaters leitete der einzige Sohn Richard Pellenz (1855–1921) das Unternehmen, das unter Pellenz & Co. firmierte.

 

Heinrich Pellenz studierte an der Handelshochschule Köln und erwarb dort den akademischen Grad eines Diplom-Kaufmanns. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1921 wurde er Geschäftsführer des Familienunternehmens, das inzwischen in Köln-Ehrenfeld ansässig war und sich auf Hebezeuge spezialisiert hatte. Miteigentümer war sein Bruder Willi Pellenz (1884–1953). Auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise wurde 1931 das Düsseldorfer Unternehmen Welter Kranbau übernommen.

 

Die Produktionsanlagen der Firma Pellenz & Co. – Welter Hebezeuge wurden im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, unter der Leitung von Heinrich Pellenz erfolgte bis 1950 der Wiederaufbau. Nach dem Tod des Bruders wurde er 1953 Alleininhaber des Unternehmens. Im gleichen Jahr wurde ihm für seine unternehmerischen Leistungen das Steckkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen, 1962 folgte das Große Verdienstkreuz.

 

Von der Gründung 1946 bis 1963 war Heinrich Pellenz Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes der Metallindustrie im Regierungsbezirk Köln, anschließend Ehrenpräsident. Das Verbandshaus des Arbeitgeberverbandes wurde nach ihm benannt. 1968 wurde er zum Ehrenmitglied der Industrie- und Handelskammer zu Köln ernannt.

 

Quelle Text teilweise: https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Pellenz

Heruntergeladen am 20.06.2021

 


Pfeifer Emil,  10 / 2020


Pfeifer Emil,  03 / 2021

Pfeifer & Langen

 

Anfangsphase bis 1926

In der Versuchsanlage auf Gut Fronhof im Kölner Vorort Ossendorf wurde am 31. Oktober 1851 erstmals Zucker aus Rüben gekocht. Emil Pfeifer, der das Gut im Jahre 1840 erworben hatte, und sein Partner August Joest beschäftigen in dieser Anfangsphase fünf Mitarbeiter, die die Rüben von 51 Bauern aus der Umgebung zu Zucker verarbeiteten. Nach dem Ausscheiden von August Joest im Jahre 1853 firmiert das Unternehmen in „Emil Pfeifer & Cie.“ Emils Sohn Valentin wurde dann 1865 Mitgesellschafter. Im Jahre 1868 kam es zu der für die Firmengeschichte entscheidenden Einbeziehung des Ingenieurs und Erfinders Eugen Langen, der in Ossendorf seinen patentierten Knochenkohleofen erstmals in der Praxis erprobte.

 

Am 19. April 1870 wurde die Firma Pfeifer & Langen in Köln durch Emil Pfeifer, seinen Sohn Valentin Pfeifer und Eugen Langen gegründet. Letzterer war der bedeutendste Sohn des Kölner Zuckerindustriellen Johann Jakob Langen. Der Chronik des Unternehmens aus dem Jahre 1870 zufolge schrieb der Siedemeister Conrad Moll unter anderem:

„… Als verantwortlicher Leiter galt Herr Eugen Langen, den man täglich fast überall sehen konnte. Unermüdlich überwachte er die fortschreitenden Arbeiten, kontrollierte an Hand der Zeichnungen und erteilte seine Ratschläge …“

 

Ein Jahr später nahm die Zuckerfabrik Elsdorf den Betrieb auf. Direktor der Fabrik war Eugen Langen, der dort 1872 die Verarbeitung von Zucker zu Würfeln „Langensches Würfelverfahren“ erfand und ein Jahr später ein preußisches Patent erhielt. Die 1869 in Betrieb genommene Eisenbahnlinie Düren–Neuss ermöglicht dem Werk Elsdorf auch den Antransport von Rüben aus entfernt gelegenen Anbaugebieten, die für Pferde- und Ochsengespanne kaum oder nur schwer zu erreichen waren.

1879 gründete Pfeifer & Langen in Euskirchen eine zweite Rübenzuckerfabrik. Um 1880 galt das Werk Elsdorf als internationale „Musteranstalt“ und wurde das größte Zuckerunternehmen Westdeutschlands. 1884 erfolgte die Gründung einer Betriebskrankenkasse, die 1996 mit der BKK Anker-Lynen-Prym fusionierte und aus der später die Actimonda BKK hervorging.

1883 ist das Gründungsjahr der Zuckerfabrik Lage und Errichtung der Hauptverwaltung von Pfeifer & Langen in Köln.

Im Jahre 1894 erfolgte die Stilllegung der 1851 von Emil Pfeifer in Ossendorf errichteten Fabrik. Die Entwicklung der Stadt Köln hatte zunehmend das landwirtschaftlich nutzbare Umland verringert. 1905 erwarb Pfeifer & Langen Aktien im Wert von 70.000 Mark an der Zuckerfabrik Elsen bei Grevenbroich. Zwei Jahre später erfolgte die Umwandlung von einer Offenen Handelsgesellschaft in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). 1909 kaufte Pfeifer & Langen die Zuckerfabrik Elsen ganz auf.

 

1926 bis 1989

1926 schlossen sich die Unternehmen Pfeifer & Langen und vom Rath & Breth zu einem Unternehmen zusammen und die Firma P. Schwengers & Söhne aus Uerdingen wurde aufgekauft. Im selben Jahr werden die Marke „Kölner Zucker“ sowie das Logo aus zwei gestreiften Zuckerhüten, die an die Türme des Kölner Doms erinnern, markenrechtlich eingetragen. Gleichzeitig wurde Pfeifer & Langen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Zu der neuen Aktiengesellschaft gehörten die Werke in Elsdorf, Euskirchen und Elsen und die Raffinerie Uerdingen. Die Fabriken Ameln, Wevelinghoven und Dormagen waren mit Mehrheitsbesitz und Lieferverträgen an die neue Aktiengesellschaft gebunden. Bereits 1928 gingen die Werke Ameln und Wevelinghoven vollständig in den Besitz der Firma Pfeifer & Langen über. Und 1930 ging auch der Aktien-Verein für Zuckerfabrikation, Dormagen in Pfeifer & Langen auf.

 

Kölner Kandis von Pfeifer & Langen

1928 stellt Pfeifer & Langen erstmals Kandis her und führt die erste Kristallzucker-Packmaschine für 1-kg-Pakete ein. Sie bringt es auf eine Leistung von 5.000 Pakete in acht Stunden. Noch heute ist Pfeifer & Langen Marktführer bei Kandisprodukten.

Im Jahre 1931 wurde das Werk Elsen bei Grevenbroich stillgelegt. Nachdem 1933 der in Bankbesitz befindliche Aktienteil von der Pfeifer & Langen AG erworben worden war, erfolgte die Umwandlung zurück in eine GmbH.

1945 wurde die Zuckerfabrik Elsdorf zunächst von den amerikanischen Truppen beschlagnahmt. 1950 wurden im Werk Wevelinghoven erstmals eine fahrbare Rüben-Kippe und Stapelanlage benutzt.

 

Einen ganz neuen Weg ging das Unternehmen in seinem Werk Dormagen 1951. Dort wurde Poly-Glucose – Dextran genannt – produziert. Hierbei handelte es sich um einen Blutplasma-Ersatzstoff. 1965 erfand Pfeifer & Langen den Gelierzucker und schreibt damit Lebensmittelgeschichte. Dieser wurde später auch von Lizenznehmern im In- und Ausland hergestellt. Aus Zuckerrübenschnitzeln wurde im Werk Dormagen 1966 erstmals ein Futtermittel entwickelt. Das Herstellungsverfahren und die Zusammensetzung des Produktes wurden patentiert. Gleichzeitig erfolgte der Aufkauf der Sirupfabrik Gebrüder Langen, Köln-Braunsfeld, und der Zuckerraffinerie und Kandisfabrik Gebrüder Tintelnot in Vlotho. Schon 1969 wurden diese beiden Betriebe stillgelegt und die Aufgaben wurden vom Werk Euskirchen übernommen.

 

Auch für die weiterverarbeitende Industrie erweitert Pfeifer & Langen sein Sortiment. Seit den 60er Jahren gibt es einen anwendungstechnischen Beratungsdienst, bestehend aus Chemikern und Technologen, der in Zusammenarbeit mit den Kunden Lösungen für die Entwicklung und Herstellung von produktgerechten Zuckern erarbeitet.

1970 feierte Pfeifer & Langen 100-jähriges Bestehen. Zu dieser Zeit hatte das Unternehmen rund 1.800 Beschäftigte. Die Geschäftsführer, und zugleich persönlich haftende Gesellschafter, im Jubiläumsjahr waren: Joachim Pfeifer, Arnold Langen, Helmut Börner, Jaspar Frhr. v. Maltzan und Günther Tintelnot.

 

Im Jahre 1972 wurde die Krüger GmbH & Co. KG gegründet, an der sich Pfeifer & Langen wenig später zu 50 % beteiligte. Sie stellt Instantgetränke, Diätprodukte und Babynahrung her. Ebenfalls 1972 erfolgte die Gründung eines gemeinsamen Tochterunternehmens mit der Pfanni-Werke Otto Eckart AG, München. Hierbei brachte Pfeifer & Langen seine Kartoffel-Chips-Produktion mit ein. Das neue Unternehmen firmiert seit 1980 unter dem Namen Convent Knabbergebäck GmbH Co KG, aus der später die Intersnack-Gruppe wurde. 1973 wurde in Köln ein neues Hauptverwaltungsgebäude errichtet. Zusammen mit der Zuckerhandelsunion GmbH, Berlin, gründet Pfeifer & Langen 1974 die Spezialzucker-Raffinerie in Lage und baut das Geschäft mit flüssigem Zucker weiter aus. 1977 erfolgte der Bau einer neuen Zuckerfabrik im niederrheinischen Appeldorn, womit das nördliche Rheinland für den Rübenanbau erschlossen werden sollte. Zwei Jahre später wurde die Zuckerproduktion im Werk Dormagen eingestellt.

 

Im Jahre 1982 wurde die Opekta GmbH erworben. Diese stellt pektinhaltige Produkte für die Herstellung von Marmeladen und Fruchtgelees her. Im Jahre 1989 hat Pfeifer & Langen 50 % Anteile an die Schwartauer Werke und 1991 die zweiten 50 % an die Herbstreith & Fox verkauft.

 

Die Lippe-Weser-Zucker AG wurde im Jahre 1986 erworben. Dabei wurde das Werk in Lage ausgebaut, während das Werk in Emmerthal geschlossen wurde. Lage ist die einzige Fabrik im Unternehmen, die ausschließlich Weißzucker herstellt. In den folgenden Jahren wurden die Zuckerfabrik Düren und Brühl erworben, die kurz danach schlossen (1987 und 1989). 1991 wurde das Werk in Ameln geschlossen und 1995 erfolgte die Stilllegung des Werkes in Wevelinghoven. Gleichzeitig war in den verbliebenen Werken die Produktion fast verdoppelt worden.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Pfeifer_%26_Langen

Heruntergeladen am 11.09.2021


Philipp Gunther  04 / 2021

Gunther Philipp (* 8. Juni 1918 in Töplitz, Österreich-Ungarn; † 2. Oktober 2003 in Bonn-Bad Godesberg; eigentlich Gunther Placheta) war ein österreichischer Sportler, Arzt und Schauspieler.

 

Leben

Gunther Philipps Eltern waren der spätere Tierarzt Hugo Placheta und dessen Ehefrau Therese. Gunther wurde im heutigen Rumänien (Siebenbürgen) geboren, wo sein Vater im Krieg stationiert war. Bald nach der Geburt kehrte die Familie in ihren Heimatort Wien zurück. Seine Schulbildung erhielt Philipp in Wien und in Innsbruck (bei späteren Besuchen in Hötting in Innsbruck bezeichnete er sich gerne selber als halben Höttinger). Philipp war ein erfolgreicher Schwimmer: Er hielt 14 Jahre lang den österreichischen Rekord im 100-Meter-Brustschwimmen. Er war auch im Kader der österreichischen Olympia-Mannschaft 1936 in Berlin, wurde allerdings aus politischen Gründen nicht nominiert, weil er dem nationalsozialistisch dominierten „Ersten Wiener Amateur Sport Club“ nicht beitreten wollte.

 

Während des Zweiten Weltkriegs studierte Philipp am Max-Reinhardt-Seminar Schauspiel und an der Universität Wien Philosophie mit dem Hauptfach Psychologie sowie anschließend Medizin. 1943 promovierte Philipp und leistete seinen Kriegsdienst in einem Feldlazarett. Nach dem Krieg betrieb er eine Praxis in Eberstalzell in Oberösterreich und war bis in die 1990er-Jahre an der Wiener Universitätsklinik für Neurologie und Psychiatrie tätig. Eine seiner Patientinnen war 1946 die Schauspielerin Paula Wessely.

 

Im Jahr 1946 gründete er gemeinsam mit Peter Wehle und Fred Kraus die Kabarettgruppe „Die kleinen Vier“. Ende 1949 gab Philipp seinen bürgerlichen Beruf weitgehend auf und arbeitete überwiegend als Schauspieler oder Moderator, behielt jedoch zeitlebens ein starkes Interesse an medizinischen Themen bei und las entsprechende Fachzeitschriften. Nebenher schrieb er auch unzählige Programme für das Radio und Drehbücher für den Film. Erfolge feierte er auch am Theater als Boulevard-Schauspieler. Bekannt wurden seine Filme mit Peter Alexander und Hans Moser, die er durch seine spezifische Komik bereicherte.

 

In den 1950er-Jahren gründete Philipp einen eigenen Motorsport-Rennstall Ecurie Vienne und startete in der Gran-Turismo-Klasse. Er wurde in den 1960er-Jahren mehrmaliger österreichischer Staatsmeister. Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn moderierte er zusammen mit Jochen Rindt (nach dessen Tod allein) die ORF-Sendung Motorama.

 

Gunther Philipp gehörte vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren zu den beliebtesten und meistbeschäftigten deutschsprachigen Schauspielern. Er wirkte in 147 Film- und Fernsehrollen mit.

 

Er war viermal verheiratet, zuletzt mit der wesentlich jüngeren Arzttochter Gisela Kirchberg aus Köln, und war Vater von drei Söhnen.

 

Am 2. Oktober 2003 starb Gunther Philipp nach langjähriger Krankheit im Alter von 85 Jahren in einer Klinik in Bonn-Bad Godesberg. Sein Grab befindet sich auf dem Melaten-Friedhof in Köln in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Schauspielerkollegen Willy Birgel, René Deltgen sowie Gisela Uhlen, deren Ehemann er in der Serie Forsthaus Falkenau bis zu seinem Tod gespielt hatte.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Gunther_Philipp

 

Heruntergeladen am 12.05.2021


Precht Gundolf,  04 / 2021

Gundolf Precht (* 19. Dezember 1937 in Münster; † 14. November 2015 in Köln war ein deutscher Bauforscher, der sich insbesondere um die Provinzialrömische Archäologie verdient machte.

 

Gundolf Precht studierte Architektur an der Technischen Hochschule Aachen. Er spezialisierte sich auf antike Bauforschung und wurde in Aachen 1971 mit der Arbeit Baugeschichtliche Untersuchung zum römischen Praetorium in Köln zum Doktoringenieur promoviert. Seine Forschungen der nächsten Jahrzehnte drehten sich vor allem um die römischen Hinterlassenschaften im Rheinland, so insbesondere in Köln und Xanten. Er war maßgeblich an der Ausgestaltung des Archäologischen Parks Xanten beteiligt, den er von 1973 bis zur Pensionierung 2002 als Landesbaudirektor leitete. Daneben forschte er u. a. zum Grabmal des Poblicius, dessen Rekonstruktion er bis zur Eröffnung des Römisch-Germanischen Museum im Jahr 1974 leitete, und zum römischen Badewesen. Zwischen 2005 und 2013 trug er die fachliche Verantwortung für die befundgetreue Rekonstruktion von drei Nebengebäuden der römischen Villa von Reinheim im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim.

 

Der 12. Band der Reihe Xantener Berichte wurde Precht als Festschrift gewidmet. Precht war beratendes Mitglied im Verband der Landesarchäologen und Mitglied im Beirat der Archäologischen Zone Köln. In der Auseinandersetzung um die Archäologische Zone war er als Kritiker der Forschungsergebnisse des Projektleiters Sven Schütte hervorgetreten.

 

Gundolf Precht starb im Alter von 77 Jahren und wurde am 25. November 2015 auf dem Kölner Melaten-Friedhof (Lit. B, zwischen Lit. H und HWG) beigesetzt.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Gundolf_Precht

 

Heruntergeladen am 02.05.2021

Pütz Wilhelm  05 / 2021

Wilhelm Pütz (* 6. November 1806 in Köln; † 4. Juni 1877 ebenda) war Professor am Gymnasium an Marzellen in Köln, Verfasser geschichtlicher und geographischer Lehr- und Lesebücher sowie Mäzen.

 

Leben

Pütz war der Sohn des Hafenbediensteten Justus Pütz und seiner Ehefrau Anna Maria Krauthoven. Nach erfolgreicher Beendigung seiner Gymnasialzeit begann er ein Studium der Philologie und der Geschichte an der Universität Bonn. Zu seinen akademischen Lehrern zählte der Historiker Niebuhr. Nach dem Staatsexamen wurde er Lehramtskandidat am Gymnasium in Düren. 1844 ging er an das katholische Gymnasium in Köln, wo er bis 1865 in der Oberstufe Deutsch, Latein, Geschichte und Geographie unterrichtete.

 

Neben seiner Lehrtätigkeit verfasste er geschichtliche, geographische und andere Lehrbücher. 1862 wurde ihm wegen seiner Verdienste der Professorentitel und 1865, als er in den Ruhestand trat, der Rote Adlerorden 4. Klasse verliehen. Die letzten Lebensjahre widmete er sich der Überarbeitung seiner Lehrbücher.

 

Durch den wirtschaftlichen Erfolg seiner Schulbücher konnte Pütz ein bedeutendes Vermögen anhäufen. Da er nicht verheiratet war und keine Erben hinterließ, setzte er in seinem Testament die Universität Bonn als Erbe ein und bestimmte den Hauptteil seiner Hinterlassenschaft von 75.000 Mark bzw. deren Zinsen der Universitätsbibliothek zur Anschaffung historischer und geographischer Bücher. Die Jahreszinsen von 40.000 Mark flossen in einen Fonds ein, aus dem an drei Studierende der Geschichte oder der Geographie Stipendien vergeben wurden. Weitere finanzielle Zuwendungen erhielten das Bonner Marienhospital und sonstige Wohltätigkeitsanstalten in Köln sowie der Gymnasial-Studienfonds. Seine wertvollen Gemälde stiftete er dem Wallraf-Richartz-Museum. Wegen seiner Verdienste um die Universität Bonn hat die Bibliotheksverwaltung im Lesesaal der Bibliothek ein Bild ihres Mäzens aufstellen lassen.

 

Pütz wurde auf dem Kölner Friedhof Melaten (Lit. C, zwischen Lit.V+W) beigesetzt. Die Grabstelle wurde mittlerweile in ein Patenschaftsgrab umgewandelt.

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_P%C3%BCtz_(P%C3%A4dagoge)

 

Heruntergeladen am 24.06.2021