Besondere GrabstätteN Westfriedhof    I  + II    Aachen


Der Aachener Westfriedhof ist eine Begräbnisstätte im Westen der Stadt Aachen, die 1889/90 als konfessionell getrennte Anlage beidseitig der Ausfallstraße von Aachen nach Maastricht etwa einen Kilometer vor der niederländischen Grenze eingerichtet wurde. Beide Teile des Friedhofes mit einer Gesamtgröße von 279.000 m² werden unter der gemeinsamen Postadresse Vaalser Straße 334 in Aachen geführt und sind durch eine Straßenüberführung miteinander verbunden.

 

Im 19. Jahrhundert existierten für die Bewohner der Stadt Aachen lediglich zwei Friedhöfe, zum einen der 1803 errichtete Aachener Ostfriedhof für die katholischen und der bereits seit 1605 belegte Friedhof Güldenplan auf dem Gebiet des späteren Aachener Stadtgarten für die evangelischen Bürger.

 

Die Platznöte für Beerdigungsfluren der Stadt Aachen im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts führten dazu, dass die Stadt ein großes Grundstück an der Vaalser Straße von der Gemeinde Laurensberg erwarb, um hier einen neuen Friedhof einzurichten. Zunächst wurde dann die südlich des Verlaufs der Vaalser Straße als Westfriedhof I bezeichnete Anlage mit einer heutigen Größe von etwas mehr als 62.000 m² für die evangelischen Bürger eingerichtet und ab dem 4. Januar 1889 belegt. Einige der ersten und bedeutenden Gräber sowie die dort errichtete Friedhofskapelle im Stil der Neo-Renaissance stehen heute unter Denkmalschutz. Zeitgleich wurde der alte evangelische Friedhof Güldenplan nicht mehr belegt.

 

Nur ein Jahr später, am 1. Mai 1890, begann dann die Belegung des nördlich des Straßenverlaufs angelegten und fast 217.000 m² großen Friedhofs für die Katholiken, der dann als Westfriedhof II bezeichnet wurde. Während der Aachener Ostfriedhof anfangs den Aachener Pfarren St. Adalbert, St. Peter und St. Foillan vorbehalten blieb, diente der neue Westfriedhof II allen übrigen Pfarren.

 

Campo Santo

Mitten auf diesem Friedhof legte man auf Initiative des Aachener Zentrumspolitikers Joseph Lingens und nach Plänen des Stadtbaumeisters Joseph Laurent zwischen 1899 und 1905 den Campo Santo an, eine seltene neugotische Grufthalle, die heute unter Denkmalschutz steht. Diese Anlage ist einzigartig im Rheinland und in seiner Form ebenso in ganz Deutschland.

 

 

Der Bau besteht aus einem 24 Meter hohen turmartigen Mittelbau und vier Seitenflügeln mit einer Gesamtlänge von 62 Metern. Das Innere des Gebäudes ist im Jugendstil gehalten und in den einzelnen Trakten befinden sich insgesamt 38 größtenteils künstlerisch gestaltete Grüfte mit je acht Grabzellen im Boden. Die Anlage beeindruckt durch ihre Gestaltung von schlichter Wandbemalung bis zu kunstvoll gearbeiteten Mosaiken und aufwendigen Skulpturen. Bekannte Bildhauer wie beispielsweise Carl Burger und Lambert Piedboeuf sowie die in einer Gemeinschaftswerkstatt tätigen Wilhelm Pohl und Carl Esser sind hier mit bedeutenden sakralen Kunstwerken vertreten.

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Westfriedhof_(Aachen)

 


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Arnold  Wilhelm  und  Ernst  Familie,   10 / 2020

Das weisse Marmormehl das durch die Witterung abgewaschen wird, hat im Gesicht des Engels kleine Ablaufspuren hinterlassen. Bei näherem Betrachten sieht es so aus, als würde der Engel weinen. Leider konnte ich zu der Grabstätte der Familien Arnold und Ernst leider keine Angaben finden. Trotz der vielen Namen auf der Grabstätte, konnte ich keine Informationen recherchieren. Auch die Suche gestaltet sich sehr schwierig, da beide Familiennamen eher einem Vornamen zugeordnet werden.

Vielleicht kennt jemand von Euch die wunderschöne Grabstätte auf dem Westfriedhof I und kann mir einen Tipp geben?


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Brockhoff Richard, Paula,  Familie, 08 / 2020

Sie schließt die Augen und beginnt zu spielen, sie hört die Töne und spürt das Vibrieren der Saiten, tief im Inneren des Instruments. Der Klang durchdringt sie, die Töne berühren sie, sie fühlt sich dem Himmel so nah und vergisst die Zeit.

Das waren meine Gedanken als ich vor der wunderschönen Frau stand, aber keiner hört ihr zu, die Menschen gehen vorbei.

Eine wundervolle Skulptur auf der Grabstätte der Zuckerfabrikanten Brockhoff, vielleicht sogar eine Abbildung von Paula Brockhoff.

Schoeller / Brockhoff

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts boomt die deutsche Zuckerindustrie. Der Zuckerkonsum steigt von drei Kilogramm pro Person auf 17 Kilogramm im Jahr 1850. Deutschland wird weltgrößter Exporteur von Rübenzucker. 

Alexander Paul Schoeller (1837–1892), jüngster Sohn von Heinrich Leopold Schoeller (1792–1884), erkennt auch die Chance in diesem wachsenden Markt. 1880 gründet er mit den beiden Brüdern Brockhoff die Jülicher Zuckerfabrik, Alexander Schoeller & Co.

Das Jülicher Land mit seinen fruchtbaren Böden bietet beste Voraussetzungen für den Rübenanbau. Zudem verfügt Jülich über eine hervorragende Anbindung ans rheinische Eisenbahnnetz. Schon in ihrer Anfangszeit verarbeitet die Zuckerfabrik Jülich durchschnittlich 375 Tonnen Rüben pro Tag, mehr als die Konkurrenten in der Region. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erlebt die Zuckerbranche den nächsten Aufschwung, auch die Jülicher Zuckerfabrik profitiert vom wachsenden Zuckerkonsum in Deutschland und von günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Das Unternehmen weitet das Fabrikgelände aus, Anlagen werden modernisiert, Produktionsabläufe effizienter gestaltet. Der passionierte Großwildjäger und Afrikaforscher

Max Schoeller (1865–1943) übernimmt nach dem Tod seines Vaters Alexander sehr früh mit 26 Jahren die Firmenleitung, das Gesellschaftskapital liegt nun vollständig bei der Familie Schoeller. Max Schoeller macht in jungen Jahren einige

vielbeachtete Großexpeditionen durch Ostafrika und schreibt darüber einige Bücher. Er heiratet Elisabeth (Elly) Wessel, (1883-1929), Tochter von Kaisers Friedrich III., die dieser mit seiner offiziellen Geliebten, der früheren Frau des rheinischen Fabrikanten Wessel, hat, und bekommt 1911 einen Sohn, Alexander Max Schoeller. Im Jahr 1912 geht die»Zuckerfabrik Jülich Alexander Schoeller & Co. Aktiengesellschaft« unter Leitung von Max Schoeller an die Börse.

Der Erste Weltkrieg und die Nachkriegsjahre bescheren jedoch einen Rückgang des florierenden Geschäfts. Erst nach der Währungsreform 1923 steigt die Produktion wieder, und die Firma investiert in neue Anlagen. Ende der 1920er-Jahre verpflichten sich die rheinischen Zuckerrübenfabriken, die geernteten Kaufrüben nach Quoten untereinander aufzuteilen. Max Schoeller ist bekennender Anti-Nazi und zieht in die Schweiz. Er unterstützt seinen Sohn Alexander bei dem Einstieg in die Holzverarbeitung und verkauft die Jülicher Zuckerfabrik während des Krieges. Alexander führt den Namen der Familienfirma Alexander Schoeller & Co. für die Fertigung der Holzkisten fort.

Quelle: Auszug aus der 500-jährigen Unternehmensgeschichte Schoeller

https://www.schoeller.org/.../04/2017_01_Jubilaeumsbuch.pdf


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Delius  Carl,   08 / 2020

Carl Delius, ein Verwandter der Familie Van Gülpen, war bis zum Ersten Weltkrieg einer der namhaftesten Industriellen der Aachener Tuchindustrie des auslaufenden 19. Jahrhunderts.

Er wurde am 11. Februar 1821 in Salzkotten geboren, überführte 1851 seine ehedem in Imgenbroich (bei Monschau in der Eifel) betriebene Tuchfabrik in ihrer Gesamtheit nach Aachen und gründete hier eine Weberei in der Jakobstraße und eine Walke, Rauherei und den Schwerwinkel in der heute als Barockfabrik bekannten Tuchfabrik.

Die Söhne Carl, Gustav und Robert Delius setzten das Werk ihres Vaters fort und schufen die Firma Carl Delius, welcher es vorbehalten blieb, später – Jahrzehnte hindurch – eine führende Stellung innerhalb der gesamten deutschen Tuchindustrie einzunehmen. Permanente Vergrößerungen machten den Wechsel in immer größere Betriebslokale erforderlich. 1906 produzierte die Firma in der Gebrannten Mühle in Aachen. Am 8. August 1906 reichte Carl Delius bei der Polizeiverwaltung einen Bauantrag ein für die Errichtung einer kompakten Fabrikanlage, die „mit allen Verbesserungen der Neuzeit ausgerüstet werden soll“. Der Entwurf der Architekten Schwarze und Feldmann wurde ausgeführt. Somit entstand kurze Zeit später der noch heute erhaltene viergeschossige Backsteinkomplex in der Deliusstraße. Die Fabrikanlagen in der heutigen Deliusstraße zeugen von der Bedeutung dieses Unternehmens, welches zu Glanzzeiten 1200 Arbeiter und 100 Angestellte beschäftigte.

 

Nach dem Ersten Weltkrieg war die Aachener Tuchindustrie durch Modewechsel und Rheinlandbesetzung erheblich geschwächt. Aber auch im übrigen Deutschland hatte das Webergewerbe sehr stark zu kämpfen. So schlossen sich am 3. Juli 1928 acht deutsche Betriebe mit einem Kapital von 15 Milliarden Reichsmark zur „Toga, vereinigte Weberei Aktien-Gesellschaft“ zusammen. Zu dieser Vereinigung gehörten auch die Betriebe von Carl Delius und Johann Erckens Söhne, welcher auch in Aachen ansässig war. Die beiden Betriebe zusammen stellten 1400 Arbeitnehmer. Doch bereits am 8. Februar 1932 löste sich die Toga wieder auf. Alle beteiligen Betriebe wurden stillgelegt. Ende 1932 zählte die Aachener Tuchindustrie kaum noch mehr als 6000 Arbeitnehmer und von diesen waren die meisten nicht einmal voll beschäftigt.

Im Jahr 1947 eröffnete dann die Firma Monheim eine Nahrungsmittel- und Schokoladenfabrik in den Räumen der ehemaligen Tuchfabrik Carl Delius. 1980 wurde die Schokoladenfabrik ausgelagert.

Nachdem das Gebäude 1980/81 unter Denkmalschutz gestellt wurde lobte die Stadt Aachen 1981 einen Wettbewerb aus, um prüfen zu lassen, ob sich das Objekt erhalten ließe. Fast alle Wettbewerbsteilnehmer kamen zu dem Ergebnis, dass eine Neunutzung unter wirtschaftlichen Aspekten durchgeführt werden könnte. Der Entwurf des Preisträgers sah exklusive Wohnungen mit repräsentativem Treppenhaus und Pförtnerloge in der Gebäudemitte vor. Die Planung mit Concierge und rundem Treppenhaus war nicht realisierbar. Danach wurde eine andere Planung vorgelegt und mit der Denkmalpflege abgestimmt.

1982 stellte der Besitzer, die Aachener und Münchener Versicherungen AG, ein Bauantrag zum Umbau, Erweiterung und Nutzungsänderung der ehemaligen Fabrik in eine Wohnanlage. Die ausführenden Architekten sind Dipl.-Ing. J. Schwarze und Dipl.-Ing. H. Feldmann, beide aus Aachen.  Als Bauherr wurde die so genannte Bauherrengemeinschaft Deliusstraße genannt. Es entstand eine Appartementwohnanlage mit 78 Wohneinheiten in der Deliusstraße. Dafür wurden teilweise angrenzende Gebäude abgerissen, das Dachgeschoss ausgebaut und auch teilweise die äußere Gestalt des Gebäudes verändert. Statt des bisher einzigen Einganges in der Deliusstraße, sind mehrere eingerichtet worden, um ausreichend Zugänge zu den Wohnungen zu schaffen. Die ehemaligen Fenster wurden herausgenommen, um dahinter Loggien einzurichten.

Quelle Text: http://www.rheinische-industriekultur.de/objekte/aachen/Delius/delius.html

 

 


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Reiss Alfred  Leonhard  Otto, 08 / 2020

Leonhard Alfred Otto Reiss

Der Aachener Kommerzienrat Alfred Reiss (1836 – 1905), evangelisch getauft, jüdischer Herkunft entstammt einer Frankfurter Kaufmannsfamilie. Seine Ehefrau, Helene Mathilde Reiss, geb. Mathèe (1841 – 1917), war ein Spross der rheinischen Industriellenfamilie Hoesch. Alfred Reiss gelangt 1863 nach Aachen, wo er zum l. Dezember 1863 - gemeinsam mit seinem Sozius Nikolaus Scheins, die Tuchfabrik Löhergraben 22-44 des Johann Arnold Bischoff kauft. An die Fabrik angelehnt und nur durch einen parkähnlichen Garten abgetrennt, in dem Gewächshäuser für tropische Pflanzen erbaut sind, lag das feudale Patrizierhaus des Kommerzienrates Reiss. Dessen riesige und mit Prunk beladene Räume dem Geschmack der Gründerzeit entsprechend ausgestattet waren und bürgerlichen Klassenstolz mit zeitgemäßem Fortschritt und Optimismus repräsentierten.

In den folgenden Jahrzehnten vergrößert sich die Firma Scheins & Reiss ständig, und der Kommerzienrat kann weiteren Grundbesitz in Aachen erwerben. Als er schließlich am 2. Dezember 1905 stirbt, führt man die Firma zunächst unter ihrem alten Namen weiter. Ab 1929 heißt sie Goblet & Korreng, bis sie im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wird. Nach dem Wiederaufbau wechselten nun die Besitzer bzw. die Betreiber mehrfach, bis schließlich die Stadt Aachen 1975 das Areal und die Gebäude am Löhergraben übernahm und den Komplex zwischen 1978 und 1981 unter Federführung von Winfried Wolks restaurieren ließ.

Das Haus wurde der Initiative Barockfabrik zugesprochen, das Erdgeschoss beherbergte einen Veranstaltungsraum mit Foyer, einen Bühnenraum für die Puppenbühne und eine Gaststätte. Im ersten Obergeschoss fanden ein Übungsraum, eine Werkstatt der Puppenbühne sowie ein Arbeitsraum für den Film der Jugend und die Kinderbühne ihren Platz. Im zweiten Obergeschoss befanden sich die Werkstatt für bildende Künste, eine Dunkelkammer, eine Werkstatt mit Video-Schneidetisch und ein Tanzraum. Die obersten zwei Etagen wurden aber ausschließlich dem Stadtarchiv Aachen zur Verfügung gestellt, welches die beiden Etagen als Archivräume nutzte.

In der Villa Reiss, wurde am 8. Juli 1890 der Dichter und Pazifist Walter Hasenclever geboren. Der Kleistpreisträger des Jahres 1917 lebte und wirkte in Leipzig, Dresden, Berlin, Paris und Hollywood. Seit 1933 vornehmlich in südfranzösischer Emigration, wurde er 1938 als „entarteter“ Schriftsteller ausgebürgert. Angesichts der französischen Niederlage und aus Angst vor drohender Verhaftung durch die Gestapo nahm er sich am 21. Juni 1940 im Internierungslager von Les Milles das Leben.“


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Suermondt 08 / 2020

Barthold Suermondt wurde 1818 als Sohn des Direktors der Koninklijke Nederlandse Munt IJman Dirk Christiaan Suermondt (1792–1871) und der Engländerin Elisabeth Twist (1796–1873) in Utrecht geboren. Er besuchte von 1834 bis 1836 die Berliner Bauakademie und stieg im Anschluss daran als Privatsekretär in das von John Cockerill geführte Cockerillwerk im belgischen Seraing ein, an dem bereits sein Vater als Anteilseigner beteiligt war. Nur ein Jahr später, 1837, wurde Suermondt mit der Verwaltung des hinterlassenen Vermögens des plötzlich verstorbenen James Cockerill, seines späteren Schwiegervaters und einem Bruder von John Cockerill, betraut. Nachdem er dann 1838 dessen Tochter Amalie Elisabeth Cockerill geheiratet hatte, wurden Suermondt und seine Brüder testamentarisch auch als Alleinerbe des kinderlosen John Cockerill eingesetzt. Noch im gleichen Jahr gehörte er zusammen mit John und posthum für dessen verstorbenen Bruder James Cockerill als Hauptkapitalgeber sowie mit Friedrich Thyssen, Ferdinand Pirlot und dem Bankhaus Sal. Oppenheim zu den Gründern der Metallurgischen Gesellschaft zu Stolberg, aus der später die Stolberger Zink entstand. Ferner war Suermondt an der Gründung der Vereinigungsgesellschaft für Steinkohlenbau im Wurmrevier beteiligt, als deren Präsident er später bis zu seinem Tode fungierte.

Durch den plötzlichen Tod von John Cockerill im Jahr 1840 übernahm Suermondt mit erst 22 Jahren die Cockerillwerke in Seraing und war gezwungen, diese zusammen mit dem amtierenden Direktor Konrad Gustav Pastor, einem direkten Vetter der Ehefrauen von John und James Cockerill, von Grund auf zu sanieren. Das Werk war durch die belgische Revolution von 1830 und die nachfolgende Wirtschafts- und Finanzkrise unweigerlich in die Liquidation geraten. Durch Abstoßung großer Besitzanteile gelang es ihnen, den Kern des Unternehmens zu retten und auf der Grundlage der Serainger Anlagen die „Société Anonyme des Etablissements John Cockerill“ zu bilden, kurz „S. A. Cockerill“, welche in den Folgejahren erneut zu einem Unternehmen von Weltruf aufstieg. In diesem neu strukturierten Unternehmen war Suermondt von 1842 bis 1846 und von 1882 bis 1887 Vorstandsmitglied und gehörte zwischenzeitlich von 1848 bis 1882 dem Aufsichtsrat an.

Darüber hinaus übernahm Suermondt ebenfalls 1840 von John Cockerill die Bergwerkkonzession für die Grube Wohlfahrt in Rescheid (bei Hellenthal in der Eifel). Aber noch vor 1861 beendete er dort sein Engagement, nachdem die Grube wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten vom Bergamt vorübergehend geschlossen worden war. Ferner richtete er selbst 1847 eine Privatbank ein und war zusätzlich mit einer Aktienmehrheit an dem von seinem Sohn Robert Suermondt 1870 gegründeten Bankhaus Robert Suermondt & Cie beteiligt, in dem er bis zu seinem Tode im Aufsichtsrat saß. Außerdem gründete Barthold Suermondt im Mai 1870 in Paris noch die Société Anonyme Aciéries du Rhin, die 1872 in Rheinische Stahlwerke umfirmierte und in der er von 1870 bis 1878 das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden übernahm. Darüber hinaus leitete er das Bleibergwerk in Plombières, für das die Brüder John und James Cockerill 1825 die Konzession erhalten hatten, war Vorstandsmitglied in der 1853 von Friedrich Adolph Brüggemann gegründeten Aachener Rückversicherung und Mitglied in weiteren industriellen Unternehmen sowie im Stadtrat von Aachen.

Barthold Suermondt war der erste große Stifter des heutigen Suermondt-Ludwig-Museums in Aachen.

Barthold Suermondt heiratete in erster Ehe im August 1838 Amalie Elisabeth Cockerill (1815–1859), Tochter von James Cockerill. 1848 ließ Suermondt von Karl Ferdinand Sohn ein Porträt seiner Frau malen.[2] Aus dieser Ehe gingen sechs Söhne hervor, darunter der Montanindustrielle William Suermondt, der Bankdirektor Robert Suermondt und der Rittergutsbesitzer, Unternehmer sowie erfolgreiche Galoppreiter Henry Suermondt. Nach Amalies frühem Tod vermählte er sich in zweiter Ehe mit Nancy Haniel (1843–1896), Tochter des Montanunternehmers Max Haniel, die ihm noch je eine Tochter und einen Sohn gebar. Dieser Sohn, Otto Suermondt, tat es seinem Halbbruder Henry gleich und brachte es im Galoppsport auf zahlreiche bedeutende Siege.

 

Barthold Suermondt besaß unter anderem in der Aachener Adalbertstraße ein stattliches Stadtpalais und erwarb darüber hinaus 1866 als Sommersitz das Waldgut Heidgen mit der Villa „Herfs Erb“ und einem 13ha großen Park im Aachener Süden gegenüber von Alt-Linzenshäuschen. Er verstarb 1887 in Folge körperlicher Überanstrengung nach einer Russlandreise und fand seine letzte Ruhestätte in der Familiengruft auf dem Aachener Westfriedhof.

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Barthold_Suermondt

 



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Waldthausen  Eduard und Familie, 08 / 2020

Mal kein schöner Engel oder kein schönes Relief, dennoch ist die Grabstätte der Familie Waldthausen etwas ganz Besonderes.

Das Grabmal wurde im Jahr 1902, von einem der bedeutendsten Architekten des Historismus, Eduard Linse, geschaffen. 

Das gesamte Grabmal ist aus Rosengranit gearbeitet, auf den beiden Säulen haben vermutlich mal Skulpturen oder Vasen gestanden. Die Lorbeerpflanze ist das Symbol der Unsterblichkeit, Ruhm, Sieg und Frieden, das Kleeblattkreuz ist das Symbol für das Christuskreuz und die heilige Dreifaltigkeit.

Der Architekt und Bauunternehmer Eduard Linse schuf in seiner nur 25-jährigen Schaffensperiode im ausgehenden 19. Jh. Eine Reihe von bedeutenden Wohnhäusern, Villen und Stadtpalais, die alle als Zeitzeugen des Historismus gelten.

In den Jahren 1870/1871 nahm er an einem „Jahreskurs an der polytechnischen Schule in Aachen“ teil. Im Sommersemester 1872 wurde er bei der Landsmannschaft Teutonia, dem späteren Corps Teutonia-Hercynia Braunschweig rezipiert. Linse verlegte sein Architekturbüro am 1. Juli 1887 von der Kaiserallee (heutige Oppenhoffallee) 6 in Burtscheid in sein Wohn- und Geschäftshaus in der Bismarckstraße 65.

Eduard Linse erbaute die neogotisch-neoromanische St. Jakob Kirche nach den Plänen von Heinrich Wiethase und angelehnt an den rheinischen Übergangsstil von der Romanik zur Gotik. Das heutige Suermondt-Ludwig-Museum, die Villa Cassalette, benannt nach dem Bauherrn Eduard Cassalette, dem Enkel des Gründers der Aachener Kratzenfabrik Cassalette, Peter Joseph Cassalette, erbaute Linse zwischen 1883 und 1888 im historistischen Stil des Neumanierismus. Für die äußere Gestaltung übernahm er die Fassade der Biblioteca Marciana in Venedig. Zwölf Jahre später gestaltete er einen ähnlichen Komplex mit drei Geschossen, aber sechs Achsen in neobarockem Stil. Das Bankhaus Suermondt legte er symmetrisch mit spiegelbildlicher Kutscheneinfahrt an.

Charakteristisch für Linses Wohnbauten sind rustizierte Erdgeschosse mit der sich darüber anschließenden Beletage. Die Zierelemente waren per Katalog bestellbar. Mit seinem Burtscheider Kurhaus setzte Linse ein zeitgenössisches Pendant zu der von Jakob Couven errichteten Neuen Redoute in der Aachener Innenstadt.

Neben seinen beruflichen Verpflichtungen förderte Linse auf vielfältige Weise das Aachener Musikwesen. Er war Mitglied des Rheinischen Musikfestivals, des städtischen Musik- und Theaterausschusses, der Erholungsgesellschaft und Vorsitzender des Instrumental-Vereins. Vor der Eingemeindung nach Aachen war Linse in Burtscheid auch Stadtverordneter.

Am 8. Dezember 1902 verstarb Eduard Linse infolge eines Schlaganfalls im Alter von nur 54 Jahren. Seine Beerdigung fand drei Tage später statt.

Quelle Text teilweise:  https://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_Linse

 


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