Besondere Grabstätten          Ostenfriedhof      Dortmund


Der Dortmunder Ostenfriedhof (auch Ostfriedhof oder Ostpark genannt) ist ein 1876 angelegter Friedhof und eine parkähnliche Grünanlage im Dortmunder Stadtbezirk Innenstadt-Ost.

Viele berühmte Bürger der Stadt sind auf dem innenstadtnahen, ca. 16 Hektar großen Ostenfriedhof an der Robert-Koch-Straße beigesetzt. Schöne alte Gräber mit kunstvollen Grabmalen zeugen von begüterten Familien, die hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Zahlreiche Grabskulpturen stammen von dem jüdischen Bildhauer Benno Elkan. Der historische Teil des Friedhofs mit Baumbestand und Wegeführung, die Einfriedung, ein Tor, Brunnen, die Trauerhalle, ein Toilettenhaus, das Verwaltergebäude sowie 362 Einzelgrabdenkmäler sind als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Dortmund eingetragen.

 

Der Ostenfriedhof in Dortmund wurde 1876 als zweiter städtischer Friedhof nach dem „Westentotenhof“, dem heutigen Westpark, eingerichtet. Diese zweite Friedhofsanlage steht im Zusammenhang mit dem rapiden Bevölkerungswachstum im Zuge der Industrialisierung des Ruhrgebiets. Während bei der Gründung des Westentotenhofs 1811 etwa 4.000 Menschen in Dortmund lebten, waren es 1876 über 50.000.[2] Die erste Beisetzung fand am 1. April 1876 statt.

 

Es wurde jeweils auf zwei Feldern, selten auf drei Feldern gleichzeitig beigesetzt. Die ältesten Gräber sind in den Feldern 2 und 5 zu finden. Im Jahre 1898 sind erstmals Beisetzungen auf dem Feld 14 verzeichnet, was bedeutet, dass seit dieser Zeit die jüdische Abteilung des Friedhofs besteht. Bereits im Jahre 1912 wurde die Anlage des Hauptfriedhofs und damit die Umgestaltung des Ostenfriedhofs in eine Parkanlage beschlossen. Vor allem durch den Ersten Weltkrieg wurde dieses Projekt allerdings verzögert und erst im Jahre 1921 fand die erste Beisetzung auf dem Hauptfriedhof statt. Mit diesem Tag wurde der Ostenfriedhof wie auch der Südwest- und der Nordfriedhof für Beisetzungen in Reihe geschlossen. Die Beisetzungen in Familien- und Erbgruften blieben gestattet.

 

Der Ostenfriedhof erlitt während des Zweiten Weltkriegs schwere Zerstörungen und wurde zeitweilig für jeglichen öffentlichen Verkehr gesperrt. Durch Vandalismus in der Zeit des Nationalsozialismus und schwere Bombentreffer war vor allem der jüdische Friedhof stark beschädigt. Die zerstörte und erst 1949 wiederhergestellte Einfriedung begünstigte noch in der Nachkriegszeit weiteren Vandalismus, etwa durch Bronzediebstahl. Die Wiederaufbauarbeiten verliefen aus Mangel an Personal und Material schleppend und dauerten bis in die fünfziger Jahre an.

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ostenfriedhof_Dortmund 


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Bäumer Louis,  07  2020

Die Hauptachse des Ostenfriedhofs Dortmund, also die Verlängerung des Haupteingangs an der Robert-Koch-Straße - wird früh prominent belegt. Die Gräber sind meist monumental und aufwändig gestaltet, oft mit Plastiken versehen und weisen massive Einfriedungen auf.

 

Die Grabstätte der Familie Louis Bäumer, einem Holzhändler aus Lünen ragt aus meiner Sicht ganz besonders hervor. Die imposanten Schmiedearbeiten mit unzähligen floralen und figürlichen Motiven sind ein absolutes Meisterwerk der Handwerkskunst. Hier spiegelt sich der Jugendstil in seiner ganzen Schönheit wider. Schaut Euch mal die filigranen Details an, die Taube die ein Band oder Tuch hinter sich herzieht, oder der Geier mit dem langen Hals. Aber auch der wunderschöne Engel mit dem Zweig in der Hand, es macht den Eindruck als würde er auf dem Zweig eine Melodie spielen. Ich weiß nicht ob es wirklich ein Geier ist, für mich ist der Vogel irgendwie undefinierbar, aber vielleicht habt Ihr ja eine Idee.

 

Übrigens, die Verwendung von Eisen und Metall war im 19. Jahrhundert sehr beliebt, insbesondere bei den Grabeinfassungen wurde dies sichtbar. Leider wurden im Krieg 1914-1918 die meisten Grabanlagen eingeschmolzen und für die Waffenproduktion verwendet.

 

Es wird berichtet das Louis Bäumer, im Jahre 1876 die "Curanstalt Inselbad" in der Nähe von Paderborn erwarb und aufwändig umbaute. Er stockte das Badehaus auf, baute eine Konzerthalle. Der Erfolg blieb aber aus, die „Curanstalt Inselbad“ litt erheblich darunter, dass sie als offene Einrichtung auch der einheimischen Bevölkerung zugänglich war. Die vergnügungslustigen Paderborner Besucher rauchten, sprachen wohl auch dem Alkohol zu und belästigten die ebenso ruhe-wie erholungsbedürftigen auswärtigen Kurgäste.

 

Zum 1. Februar 1878 übernahm der aus Köln stammende Dr. Brügelmann das Inselbad, zuerst als Pächter, ab dem 30. März 1881 dann als Eigentümer. Dr. Brügelmann hatte bereits in Köln eine Lungenheilanstalt geleitet und beabsichtigte nun, das Paderborner Inselbad zu einer großen Kureinrichtung mit überregionaler Strahlkraft zu entwickeln. Sein Konzept unterschied sich wesentlich vom bisherigen. Um das konfliktträchtige Nebeneinander von Kur- und öffentlichem Badebetrieb zu beenden, schloss Brügelmann das Schwimmbassin, den Park und die Gastwirtschaft für das allgemeine Publikum. Mit der Umwandlung des offenen Badeortes in ein ganzjähriges Sanatorium für Lungen- und Brustkranke durch den Kölner Arzt Dr. Clemens Brügelmann und der Einstellung der Gastwirtschaft begann die Blütezeit der Heilstätte Inselbad bzw. der Ottilienquelle in Paderborn.

 

Quelle teilweise: https://kw.uni-paderborn.de/…/downlo…/dok-ottilienquelle.pdf


Brügmann Familie,  07  2020

Brügmann

Größter Holzhandel weit und breit: Grabstätte führt auf die Spuren einer Dortmunder Wirtschafts-Dynastie

 

Text publiziert am 10. Februar 2019 von Bernd Berke

 

Es begann mit einem geführten Historien-Rundgang über den schönen Dortmunder Ostfriedhof, wo fast alle der einst mächtigen Industriellen-Dynastien der Stadt beigesetzt sind – von Hoesch bis Klönne und Jucho. Doch auch die Kult-Köchin Henriette Davidis hat dort ihre letzte Ruhestätte gefunden; ebenso wie der umtriebige Bildhauer Bernhard Hoetger aus dem seinerzeit noch selbständigen, späteren Dortmunder Ortsteil Hörde. Hoetger hat u. a. auch in Bremen (Böttcherstraße) breite Schaffensspuren hinterlassen.

 

Doch zurück zu den Wirtschaftsmagnaten. Der Rundgang führte auch zur imposanten Grabstätte der Familie Brügmann. Ist einmal das Interesse geweckt, stößt man bei der Internet-Suche rasch auf den Namen Louis Brügmann (1827-1872). Eigentlich hieß er Erhard Ludwig, doch damals französisierten Oberschichts-Menschen gern ihre Vornamen. Mit seinem Vater gründete er im bürgerlichen Revolutionsjahr 1848 die Dortmunder Familienfirma Brügmann & Sohn (Holzeinfuhr, Säge- und Hobelwerke). Der Vater hieß Johann Theodor Wilhelm Brügmann (1788-1854) und war vor seiner Unternehmer-Tätigkeit zunächst ehrenamtlicher, dann besoldeter Bürgermeister der Stadt Dortmund. Wechsel von der Politik in die Wirtschaft sind also nichts Neues.

 

Vor allem in der Gründerzeit (Bismarck-Ära) blühte die Firma auf. Ab 1875 – anfangs mit gerade 21 Jahren – leitete Heinrich Ludwig Brügmann (ebenfalls Louis genannt, 1854-1908) die Geschicke. Nach der Heirat mit Elisabeth Müser, Tochter des Gründers der Harpener Bergbau AG, saß dieser Louis gesellschaftlich noch fester im Sattel als ohnehin schon. Es ergaben sich allerbeste Aussichten.

 

Alsbald war er Vorsitzender des Verbandes deutscher Holzindustrieller und importierte sehr frühzeitig edelste tropische Hölzer, als derlei Tun noch lange nicht unter Öko-Verdikt gestanden hat und ein ungeahntes Feld des Luxus und der Moden eröffnete. Auf diesem speziellen Felde sollte die Firma sogar bald eine europäische Spitzenstellung erobern und für gewisse Zeit behaupten. Aufs gesamte Geschäftsfeld bezogen, spricht auch Wikipedia von „einer der größten Holzhandlungen Deutschlands“. Im Lauf der Jahre und Jahrzehnte eröffnete man Niederlassungen in Papenburg, Duisburg, Düsseldorf, Lübeck, München, Heilbronn und Baiersbronn. Wer hätte das gewusst? Dortmund hat also früher nicht nur Stahlfabriken, Zechen und Brauereien hervorgebracht.

 

Rasch lässt sich auch ermitteln, dass die Brügmanns an der Wambeler Straße (heutige Nordstadt, vom Borsigplatz auf den späteren Hoeschpark zulaufend) ein veritables Ferienhaus hatten. Das Gelände wurde 1919 von der Firma Hoesch gekauft. Folgenreich: Just hier (auf der so genannten „Weißen Wiese“) hat der bekanntlich 1909 gegründete BVB am 5. November 1911 sein erstes offizielles Fußballspiel ausgetragen, es endete mit einem 9:3-Sieg gegen den VfB Dortmund.

Aber wir schweifen ab.

 

Kehren wir zum Ort des Rundgangs zurück. Die Grabstätte der Familie Wilhelm Brügmann ist eine der größten und imposantesten auf dem historischen Ostfriedhof, sie bietet Platz für 22 Grabstellen, und zwar nicht für Erdbestattungen, sondern in einer wohl recht weitläufigen Kellergruft.

So weit, so überaus lückenhaft. Gar manche Details über die Brügmanns dürften sich beispielsweise im Westfälischen Wirtschaftsarchiv (WWA) aufspüren lassen, das ebenfalls in Dortmund angesiedelt ist. Auch im Stadtarchiv könnte sich manches finden. Durchaus vorstellbar, dass das Ganze umso spannender wird, je mehr man den Verzweigungen und Verästelungen des Themas folgt.

 

Quelle: https://www.revierpassagen.de/…/groesster-hol…/20190210_1718

 


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Henriette Davidis,    07    2020

Ich empfehle Schinkenkartoffeln nach Henriette Davidis.

Johanna Friederika Henriette Katharina Davidis 1. März 1801 – 3. April 1876

“Zu den rühmlichsten Bezeichnungen einer Frau gehört die, daß der Mann von ihr sagen kann: ‚ich habe eine Hausfrau!’”

(Henriette Davidis)

Oder in jedem Kochbuch steht "man nehme", diese Aussage wurde von Henriette Davidis geprägt.

Die junge Henriette

Geboren wurde Henriette als eins von 13 Kindern eines Pfarrers in Wengern. Bevor sie ihre Karriere als Autorin begann, besuchte sie zwei höhere Töchterschulen, arbeitet als Erzieherin für die Kinder ihrer Schwester und begleitete ihre Mutter in deren letzten Lebensjahren.

Henriette als Lehrerin

Ab 1841 lehrte sie an einer Mädchenschule in Sprockhövel. Dort stellte sie fest, dass viele Mädchen, die bald heiraten und einen Haushalt führen sollten, überhaupt nicht auf ihre Aufgabe als Hausfrau und Mutter vorbereitet waren. Henriettes Bücher zu Haushaltsführung und Ernährung sollten den Mädchen als Ratgeber bei allen Fragen rund um das Hausfrauendasein dienen.

Die Schriftstellerin

Ihr erstes Werk trug den Titel „Zuverlässige und selbstgeprüfte Recepte der gewöhnlichen und feineren Küche.“ Es 1844 erschien und brachte ihr 450 Taler ein – das dreifache Jahresgehalt eines Bergmanns! Weitere Werke folgten, u.a. zur Vorbereitung kleiner Mädchen auf ihre spätere Rolle als Hausfrau und Mutter. Nach Ende ihrer Lehrtätigkeit in Sprockhövel arbeitet Henriette bis 1852 als Erzieherin und Gouvernante bei einer Familie in Bremen, dann kehrte sie zurück zu ihrer Schwester.

Ihr Leben in Dortmund

1857 zog Henriette nach Dortmund. Von diesem Zeitpunkt an widmete sie sich nur noch ihrer schriftstellerischen Tätigkeit. Obwohl sie bereits früh eine stattliche Summe Geld mit ihren Büchern einnahm, bezog sie erst 1875 ihre erste eigene Wohnung: Auf der Kaiserstraße in Dortmund. 1876 verstarb sie an den Folgen eines Schlaganfall

 

Hungrig geworden?

Wir empfehlen Schinkenkartoffeln nach Henriette Davidis.

 

Für 4 Personen:

250 g gekochter Schinken

1½ kg Kartoffeln

2 große Zwiebeln

125 g Butter.

 

Man kann hierzu sehr gut das verwenden, was von einem gekochten Schinken nicht mehr gut aufgeschnitten werden kann. Der Schinken wird fein gehackt. Unterdes hat man Kartoffeln in der Schale gekocht und abgezogen, wobei sie jedoch recht heiß gehalten werden müssen. Nun werden in eine Auflaufform, die dick mit Butter bestrichen ist, eine Lage Kartoffelscheiben gelegt, darüber Stückchen Butter, eine Lage Schinken, in Butter gebratene Zwiebelscheiben und wieder Kartoffeln. So wird fortgefahren, bis letztere mit Butter den Beschluß machen. Dann wird die Form in einen heißen Ofen gesetzt und, wenn die Kartoffeln ganz heiß geworden sind, folgender Guß darüber geschüttet und etwas gestoßener Zwieback darauf gestreut: Für 4 Personen werden 3 Eier gut geschlagen mit 2 Obertassen Milch, einer Prise Salz und ein wenig Muskatnuß. Man läßt die Form ungefähr ¾ Stunde im Ofen backen, ohne mit der Butter zu sparen. Man kann auch fein würflig geschnittenen, langsam ausgebratenen Speck recht gut dazu verwenden.

 

Quelle: http://guidyon.de/g1

 


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Jucho Caspar Heinrich,  07  2020

Das Grabmal des Stahlunternehmers Caspar Heinrich Jucho (1843 -1906) und dessen Familie ist als architektonische Anlage konzipiert mit einem kleinen Bauwerk als Rückwand, niedrigen Mauern und zwei Sitzgelegenheiten an den Seiten. Die Rückwand der Grabstätte täuscht ein Mausoleum vor. Die Architektur besteht aus zwei sich nach oben hin verjüngenden Mauerstreifen mit Basis und kapitellartigem Abschluss. Sie rahmen eine verschlossene Pforte und tragen die Inschrift          „Und ist es köstlich gewesen, so ist es Mühe und Arbeit gewesen“ (Psalm 90, 10)

sowie die Namen der Verstorbenen. Vor der Tür stehen eine weibliche und eine männliche Figur, einander berührend. Sie trägt ein antikes Gewand mit einem Tuch über dem Haupt. In ihrer Rechten hält sie eine Öllampe und mit der linken Hand untergreift sie den muskulösen Unterarm des Mannes. Es macht fast den Eindruck als würde sie Ihn führen oder mitnehmen und den Weg erleuchten.

 

Mittig über der Türe zeigt ein Bronzemedaillon ein Bild von Caspar Heinrich Jucho, der auf ein arbeits- und erfolgreiches Leben zurückblicken konnte:

 

Er hatte eine Lehre in den Werkstätten der Köln-Mindener-Eisenbahn-Gesellschaft in Dortmund absolviert und die Provinzialgewerbeschule in Hagen besucht, bevor er 1862-65 in Berlin am Königlichen Gewerbeinstitut studierte. Anschließend arbeitete er als Ingenieur im Puddlings- und Walzwerk mit Brückenbau Carl Ruetz & Co. in Dortmund. 1869 wechselte er zur Dortmunder Hütte. Als diese 1872 an die Union AG für Bergbau-, Eisen- und Stahlindustrie überging, war er anfangs Assistent des Betriebschefs für Maschinen- und Brückenbau. Dann wurde er technischer Direktor bei der Dortmunder Brückenbau-AG. 1877 übernahm er diese Firma. C. H. Jucho entwickelte sich bald zu einem sehr bedeutenden Stahlunternehmen.

Nach dem Tod von Caspar Heinrich Jucho wurde die Firma von seinen Söhnen Heinrich (1878-1932) und Max (1880-1933) weitergeführt. Das Stahlunternehmen fertigte Brücken für den Eisenbahn- und Straßenverkehr. Bekannt sind vor allem die Rendsburger Hochbrücke über den Nord-Ostseekanal (1911-13) und das „Blaue Wunder“ (1912) in Dresden. Weiterhin entstanden Dachkonstruktionen für Bahnhofshallen und Fördertürme, auch Teile der Dortmunder Westfalenhalle gehören dazu.

 

Die Werkshallen von C.H. JUCHO sind heute nur noch Legende...

 

Spuren vom Werk II der ehem. Dortmunder Stahlbaufirma C.H. JUCHO befanden sich bis zum Jahr 2013 auf dem Industriegelände an der Juchostr. in DO-Wambel südlich der Gleisanlagen der Bahnstrecke Dortmund-Hamm. Das Firmenareal wurde östlich von der Rüschebrinkstr. begrenzt und war zu seinen besten Zeiten in direkter Zufahrt über die vom Wambeler Hellweg abgehende Juchostr. erreichbar.

Von der am Ende der Juchostr. weiterführenden Straße „Tecklenborn“ führt heute nur noch ein kleiner Weg zum ehem. Standort der Panzerhalle. Das imposante Gebäude erhielt im Volksmund seinen Namen durch die hiesige Produktion von Panzerböden während des 2. Weltkrieges. Das Schicksal des letzten Teiles des großen Jucho-Areals an dieser Stelle wurde 2012/13 besiegelt...

Die hier in den 1930er Jahren entstandene riesige Werkshalle der Fa. C.H. JUCHO ergänzte die vorher schon in Dortmund-Wambel seit 1916 existierenden Produktionsstätten (Nietenfabrik, Fensterbau, Verzinkerei usw.).

Kurz vor der Insolvenz der Fa. JUCHO wurden noch am 1. Oktober 1974 deren Stahlbauaktivitäten von Rheinstahl und Thyssen unter dem Namen „Rheinstahl-Klönne-Stahl- und Ingenieurbau“ zusammengefasst, um die Firma zu retten. Die Stahlkrise in diesen Jahren und der tragische Unfalltod von Günter Jucho am 4. April 1974 versetzte dem Unternehmen aber den Todesstoß.

 

Quellen Text teilweise: https://www.dortmund.de/…/alle_kunstwerke/detail_514255.html

https://www.lokalkompass.de/…/die-panzerhalle-in-wambel-ein…

 

Quelle teilweise: https://kw.uni-paderborn.de/…/downlo…/dok-ottilienquelle.pdf


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Klönne Familie,  07    2020

Die Hohenzollernbrücke in Köln und was hat August Klönne damit zu tun!

 

Am 22.05.1911 wird in Köln die Hohenzollernbrücke im Beisein von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Am Bau und der Planung, ist neben anderen Firmen August Klönne (mittlerer Überbau, l= 167 m, b= 18,3 m), beteiligt. Moritz Klönne, einer der Söhne von August Klönne hat einen erheblichen Teil der Planungen ausgeführt.

 

Die Liste der Bauwerke von Klönne ist schier unglaublich, dazu gehören das "Lanstruper Ei", Bau der Elbebrücke Schönebeck, Bau der Hindenburgbrücke (später: Berliner Brücke) in Halle (Saale), Klönne war am Bau der Köln-Rodenkirchener Autobahnbrücke beteiligt. (Durch einen Luftangriff am 14. Januar 1945 zerstört und in ähnlicher Form wieder aufgebaut)

 

Wer jetzt noch nicht genug hat, kann sich ja mal die Biografie von August Klönne durchlesen, unglaublich was der Mann geschaffen hat.

 

August Klönne, der Gründer des gleichnamigen Werkes in Dortmund, wurde am 21. August 1849 in Mülsborn bei Meschede geboren. Sein Vater Friedrich hatte dort ein Gut gepachtet, nachdem er einige Jahre vorher das alte Rittergut Goldschmieding bei Castrop besessen hatte. Seine Mutter Auguste, geb. Greve, war eine Schwester des damaligen Bürgermeisters Greve von Bochum. Die Vorfahren Klönne stammten aus Hamm, wo sie in vier Generationen Mitglieder der Gilden waren. Einer von ihnen scheint sich durch kaufmännischen Weitblick ausgezeichnet zu haben, da er mit englischen Firmen Handel trieb. Die Beziehungen müssen auch außergeschäftlich gute gewesen sein, da einer der Londoner Kaufherren Pate eines Klönne wurde. Ein anderer Vorfahre dieses Namens lebte anfangs des 18. Jahrhunderts als Erbrichter in Soest. Friedrich Klönne hatte mit der Landwirtschaft kein Glück. Er siedelte nach Oberhausen über und starb dort als Geschäftsmann im Alter von 56 Jahren. Bei seinem Tode war das Vermögen aufgebraucht, so daß sein Sohn August nicht an ein akademisches Studium denken konnte, sondern die Schule mit der Primareife verlassen und für sich selbst sorgen mußte. Er ging nach Barop, um "bei einem Maschinenbauer in die Lehre zu treten" und arbeitete mehrere Jahre bei der Baroper Maschinenbau-A.-G. unter besonderer Anleitung des Direktors Winter praktisch. Zu dieser Zeit starb auch seine Mutter, so daß beide Eltern die große Hoffnung, die sie in ihren Sohn gesetzt hatten, nicht mehr in Erfüllung gehen sahen.

August Klönne sorgte nun für eine gründliche Ausbildung auf dem Konstruktionsbüro. Dabei dachte er schon damals an eine Betätigung auf dem Gebiete des Gasfaches. Hatte er bereits in Barop eine Petroleumgasanstalt zur Beleuchtung der Maschinenwerkstatt gebaut, so lernte er auf der Gasanstalt in Bochum das Steinkohlengas kennen und bewies dabei einen so guten Blick, daß in der Hauptsache nach seinen Plänen eine neue Gasanstalt in Bochum gebaut wurde. Gleichzeitig besuchte er die Bergschule dortselbst. Auch in seiner nächsten Stellung bei der Kölnischen Maschinen-A.-G. für Gasbehälterbau in Bayenthal bei Köln benutzte er jede freie Minute, um die ihm fehlende wissenschaftliche Bildung nachzuholen. Er nahm dort Unterricht bei einem zu jener Zeit sehr bekannten Zivilingenieur. Diese Tätigkeit wurde durch den deutsch-franzosi schen Krieg unterbrochen, den Klönne als Freiwilliger mitmachte, und zwar, da man ihn mehrerer Knochenbrüche wegen bei einer fechtenden Truppe nicht annehmen wollte, als Krankenträger.

Im Jahre 1873 erhielt er, 24 Jahre alt, die Stelle des Vorstandes der Gas- und Wasserwerke der Union in Dortmund, wobei ihm gleichzeitig das Amt eines "Kesselrevisionsingenieurs" übertragen wurde.

1874 siedelte er nach Dortmund über und verheiratete sich hier im nächsten Jahre mit Gertrud Haverkamp, die ihm eine treue Lebensgefährtin wurde und ihn durch Selbstlosigkeit, Sparsamkeit und liebevolles Eingehen auf seine Pläne in seinem Vorwärtskommen unterstützte.

Um diese Zeit schuf Klönne eine bahnbrechende Neuerung auf dem Gebiete der Gaserzeugungsöfen, und zwar durch Einführung der Generatorfeuerung. Nach seiner Erfindung erfolgten schon damals Neubauten in Dortmund, Wesel, Barmen, Elberfeld, Hannover, Eisenach und Turin. Er stand auch mit verschiedenen Städten in Verbindung wegen Übernahme der Stellung eines Gaswerksdirektors, so mit Krefeld, Witten und Heidelberg.

Nachdem seine Erfindungen, die für den Ofenbau vorbildlich und grundlegend wurden, patentiert worden waren, konnte er 1879 daran denken, ohne fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen, sich selbständig zu machen. Am 1. Juli dieses Jahres gründete er in Dortmund ein Ingenieurbüro, das den Grundstock des heutigen Werkes bildete. Seine Öfen waren bald nicht nur in Deutschland, sondern auch in ganz Europa bekannt und fanden ebenso Einführung in den Vereinigten Staaten. Auf allen Gebieten der Erzeugung, Kühlung, Waschung, Reinigung, Beförderung und Aufspeicherung des Gases, sowie auch auf denjenigen der Kohlen- und Koksbehandlung machte Klönne zahlreiche Erfindungen, die deutlich beweisen, daß er die Bedeutung der sogenannten Nebenprodukte als einer der ersten erkannte. Am 15. Januar 1885 brachte der Berliner Börsenkurier einen Artikel über billige Gaspreise, der den Namen August Klönne auch in anderen Kreisen als denen der Gaserzeuger bekannt machte.

Die Eisenkonstruktionen, die heim Gaswerksbau nötig waren, legten Klönne den Gedanken nahe, eine eigene Konstruktionswerkstätte zu schaden. Nachdem er zunächst Werke dieser Art gepachtet hatte,, kaufte er im Jahre 1886 die Werkstätten der Dortmunder Brückenbau-Aktien-Gesellschaft (vorm. Karl Backhaus), Dortmund, aus denen sich die Weltfirma Aug. Klönne entwickelte. In den eigenen Werkstätten gelangte, Klönne gegen 1890 auf das Gebiet des Brücken- und Eisenhochbaues. Seine Erfolge hierin waren ebenso durchschlagend wie im Gaswerksbau. Bedeutende Ingenieurbauten aller Art legen beredtes Zeugnis dafür ab.

Im Jahre 1893 erweiterte er sein Arbeitsgebiet durch den Ankauf einer Brauerei und erwarb sich in kurzer Frist die nötigen Kenntnisse, um auch auf diesem Gebiete wettbewerbsfähig zu werden. Das Geheimnis des Erfolges dieses Mannes liegt wohl darin, daß er sich nicht auf sein großes praktisches Können, seine unermüdliche Arbeitskraft und seinen Willen zum Vorwärtskommen verließ, sondern stets nach wissenschaftlicher Erkenntnis strebte. Wie er noch als Direktor der Gas- und Wasserwerke der Dortmunder Union in seinen Abendstunden Privatunterricht in Sonderfächern der Chemie genommen hatte, so zog er als selbständiger Unternehmer Männer der Wissenschaft heran - von denen hier Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Barkhausen, Hannover, Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Müller-Breslau, Berlin und Geh. Regierungsrat Prof. Engesser, Karlsruhe, genannt sein sollen - um seine Entwürfe zu überprüfen und sie zur Forderung und Vertiefung seiner Ideen anzuregen. Daß die Wissenschaft ihrerseits August Klönne von allem Anfang an hoch einschätzte, bewies schon 1880 die Technische Hochschule in Aachen, als sie dem Dreißigjährigen einen Lehrstuhl für Maschinenwesen und Hüttenkunde antrug.

August Klönne führte neben seinem rastlosen Schaffen im Kampfe des Lebens ein überaus reiches und glückliches Familienleben. An der Seite der ihn ganz verstehenden Gattin war er seinen 5 Kindern, von denen seine beiden Söhne das Geschäft weiterführen, ein rührender Vater. Es zeichnete ihn aber auch eine verständige Sorge für das Wohl seiner Angestellten und Arbeiter aus, und er übte außerdem seine Wohltätigkeit im Stillen an Kirchen, Kranken- und Waisenhäusern aus. So ist es kein Wunder, daß eine große Zahl aufrichtiger Freunde und alle diejenigen, die in Geschäft und Wissenschaft mit ihm zusammenkamen, ihm hohe Achtung zollten und ihn ehrten als eine Gestalt, deren Charaktereigenschaften ebenso überragend waren wie seine geistigen Fähigkeiten. Er war ein Mann von sprühendem Temperament, ein geistvoller Unterhalter, immer wieder überraschend durch die Kühnheit und Natürlichkeit seiner Ideen und die Wärme seines Herzens, die ihm aus den Augen leuchtete. Müßig sah man ihn nie. Nur so ist es zu verstehen, daß er trotz seiner überreichen Arbeit Zeit fand, die Pferdezucht, die seine besondere Liebhaberei war, wissenschaftlich zu studieren und Musik und Literatur zu pflegen. Seine Lieblingsdichter waren Shakespeare und Reuter, eine für seine Art bezeichnende Wahl. Aus beiden pflegte er sich im Kreise der um ihn versammelten Familie und Freunde vorlesen zu lassen.

August Klönne starb am 30. Dezember 1908 in Unna-Königsborn; mit ihm ging nicht nur der alleinige Schöpfer und Leiter seines Werkes dahin, sondern auch das geistige Haupt der Familie und der verehrte Freund seiner Freunde - sein Tod riß eine tiefe Lücke.

 

Quelle: Albert Giesler

http://www.albert-gieseler.de/da…/firmen0/firmadet6009.shtml


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Löhers Johannes, Probst,  07    2020

Johannes Löhers 20.6.1835 – 26.8.1904 Propst von 1889 bis 1904 Johannes Löhers war bereits 12 Jahre lang Hilfsseelsorger für die arbeitende Bevölkerung, bevor er 1887 Pfarrer von Propstei wurde. 1889 wurde er feierlich als Propst eingeführt und baute während seiner Amtszeit vor allem das Vereinswesen weiter aus. Seine Zeit war gekennzeichnet durch die Industrialisierung der Stadt Dortmund und den starken Bevölkerungszuwachs. Wegen der stark wachsenden Zahl der Katholiken und zur Erleichterung der Seelsorgearbeit gelang ihm 1895 die Neuansiedlung der Franziskaner. 1883 wurde die Liebfrauenkirche erweitert. 1894 bis 1899 entstand ein Erweiterungsbau des St. Johannes-Hospitals. Das schmerzlichste Ereignis war für ihn die Übergabe der Krimkapelle an die immer größer werdende Gemeinde der Altkatholiken. Neben dem Bau des Josefinenstiftes 1896 ließ er 1897 die Herz-Jesu-Kirche errichten. Die Rentnerin Christine Schäfer hatte die Propsteigemeinde zur Erbin ihres großen Vermögens gemacht mit der Verpflichtung, aus dem Ertrag bedürftige alte Katholiken zu verpflegen. Propst Löhers erwarb einen geeigneten Platz, auf dem ein Heim entstand, das spätere Christinenstift. Bereits 1901 konnten Vinzentinerinnen die Betreuung der alten Leute übernehmen. Propst Löhers entschloss sich, auch in Dortmund-Körne eine Filialkirche zu errichten. Wenige Tage vor seinem Tod 1904 wurde der Grundstein zu St. Liborius gelegt. Die Gesundheit von Propst Löhers wurde zunehmend schlechter. Obwohl er lungenkrank war, gönnte er sich keine Ruhe, bis er im August 1904 bettlägerig wurde und am 26. August starb. Er hatte die 43 Jahre seines Priestertums ausschließlich in Dortmund verbracht.

 

Quelle: https://www.propsteikirche-dortmund.de/medium/Johannes%20L%F6hers.pdf?m=158546


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Maiweg Gustav, 07 2020

Für den Hausbau im Ruhrgebiet und in Westfalen lieferte – neben dem Wald mit seinem Bauholz – der Boden das wichtigste Baumaterial: tonhaltiger Lehm. Im sogenannten Feldbrand zu Ziegeln gebrannt. Mancherorts, zum Beispiel in Niederaden bei Lünen, gibt es noch eine Straße, die daran erinnert: Am Feldbrand. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert stieg die Nachfrage nach Ziegeln erheblich: Häuser, Zechen und Fabrikanlagen mussten gebaut werden. Auch jede Menge Schornsteine. Und auf Dächer kamen rote Dachziegel. Neben Kohle, Eisen und Stahl (und Bier) gewann der Bereich Steine und Erden wirtschaftlich immer mehr an Bedeutung. Backsteine hatten Hochkonjunktur. Jahrzehntelang. 

 

So hatte der Dortmunder Verkaufsverein für Ziegelfabrikate, ein als Aktiengesellschaft organisiertes Ziegelei-Kartell 1920 41 Mitglieder. Und bis vor dem 2. Weltkrieg gab es allein in Dortmund noch 18 Ziegeleien. Anfangs war eine solche Ziegelei nicht selten der Nebenwerwerb eines Landwirtes. 

Später gingen Ziegeleien auch aus Baugeschäften hervor oder wurden von diesen aufgekauft. Die Arbeit war oft nur eine saisonale, vor allem von Wanderzieglern aus dem Lippischen. Denn gebrannt, besser gesagt: „gebacken“, wurden Ziegel zunächst nur in den warmen Sommermonaten.

 

Ununterbrochen gebrannt werden konnten Ziegel erst mit der Konstruktion eines Ringofens durch Friedrich Eduard Hoffmann (1818 – 1900). dessen Brennverfahren sich rasch durchsetzte. So gab es um 1870 im Deutschen Reich etwa 1000 solcher Ringofen-Ziegeleien. Weitere kamen hinzu. Auch in Lanstrop, was damals eine kleine westfälische Landgemeinde bei Dortmund war, mit zahlreichen Bauernhöfen und jahrhundertlang geprägt durch das ehemalige Rittergut Haus Wenge.

 

Die Grabstätte der Familie Gustav Maiweg  besteht aus einem monumentalen Halbrund auf Säulen. Im Zentrum sitzt eine trauernde Figur aus Muschelkalk. Gustav Maiweg war Ziegeleibesitzer, Architekt und Stadtrat. Solche Verflechtungen zwischen Politik und Industrie sind typisch für die Zeit und lassen sich auf zahlreichen Grabmalen der hier vertretenen bürgerlichen Elite Dortmunds ablesen.

 

Zu der trauernden Frau und zu dem Bildhauer konnte ich leider keine Angaben finden.

Quelle teilweise: https://www.nordstadtblogger.de/den-ziegelbaeckern-von-lanstrop-auf-der-spur-die-ehemalige-ringofen-ziegelei-lahrgriethe-im-nordosten-von-dortmund/    
Gastbeitrag von Horst Delkus

 

 

 


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Taeglichsbeck Otto, 07 2020

Ich bin lange vor dem Grab von Otto Taeglichsbeck stehen geblieben und habe mir den trauernden Bergmann angesehen, aber ich habe es einfach nicht verstanden. Ich habe nicht verstanden, warum auf dem Grab von einem Bergwerksdirektor, Oberbergamtsdirektors und Berghauptmann, ein trauernder Knappe oder Bergmann in Uniform steht.

 

Ich habe angefangen über den Berghauptmann zu recherchieren und habe nicht nur einen seitenlangen Nachruf gefunden. Hier mal ein kleiner Auszug.

 

Zum Gedächtnis des Berghauptmanns Otto Taeglichsbeck, geboren am 14. Juli 1838 zu Brandenburg, gestorben am 19. April 1903 in Wiesbaden. Mit dem am 19. April erfolgten Hinscheiden des Berghauptmanns und Oberbergamtsdirektors Otto Taeglichsbeck hat der preußische Staat einen Beamten von hervorragender Tüchtigkeit und seltener Begabung, der niederrheinisch-westfälische Industriębezirk einen tatkräftigen Förderer verloren, während dessen mehr als 10 jähriger Amtstätigkeit an der Spitze des königlichen Oberbergamtes zu Dortmund der Bergbau einen gewaltigen Aufschwung genommen hat.

 

Der Nachruf geht in dieser Form noch einige Seiten weiter.

 

Otto Taeglichsbeck hat sich sein ganzes Leben für den Bergbau eingesetzt, hat erheblich dazu beigetragen, das der Bergbau sicherer wurde und hat Arbeitersiedlungen für die Bergarbeiter bauen lassen, ihr kennt sie als die typischen Bergmannssiedlungen.

 

In den alten Zeitungsberichten bin ich dann fündig geworden. In zwei kurz aufeinanderfolgenden Grubenunglücken im Schacht 1 und 2 der Zeche Kaiserstuhl hat Otto Taeglichsbeck viele seiner Männer verloren. Die Zeche Kaiserstuhl wurde wiederholt von Grubenunglücken heimgesucht, aber das Schwerste davon war die Schlagwetterexplosion auf Schacht I am 19. August 1893, es starben 62 Bergleute. Die Rettungsmannschaften fanden in Stücke gerissene oder bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Bergleute. Den Rest aus den Beschreibungen spare ich mir hier. Am 22. Dezember 1897 ereignete sich auf Kaiserstuhl II erneut eine Schlagwetterexplosion, diesmal starben 20 Bergleute.

 

Die bergmännische Kultur war geprägt vom allgegenwärtigen Tod. In den Liedern und Gedichten trägt der Knappe „ein Totenhemd“, er fuhr zur „letzten Seilfahrt“ ein, und insbesondere der Topos vom „Licht“ (in Form der Sonne oder ihrer Stellvertreterin, der Grubenlampe) als „Lebenslicht“, das für immer gelöscht wird, ist allgegenwärtig.

 

Die enge Verknüpfung von Arbeitsalltag und Tod, von Religiosität und militärischem Habitus manifestiert sich eindrucksvoll im Ablauf der bergmännischen Begräbnisse. Bis heute ist es Brauch (wie beim Militär), dass die Bergleute ihre Toten selbst zu Grabe tragen, zur „letzten Grubenfahrt, von der es keine Wiederkehr“ gibt. Die „Beisetzungsfeierlichkeiten in ihrer berufsbetonten Umrahmung“ spiegeln das „gemeinsame Schicksal der Gefährdung“ wider. Die Bergleute tragen Uniformen, führen Fahnen und nicht selten Grubenlampen mit, die stellvertretend für das „Lebenslicht“ stehen, das „nur äußerlich erlischt“. Wenn sie die Toten ins Grab gesenkt haben, löschen die Kameraden ihre Lichter zum Zeichen des Abschieds.

 

„Nirgends werden Ernst und Würde“ der Bergleute so deutlich und für mich wird deutlich, warum auf dem Grab des Berghauptmanns ein trauernder Knappe oder Bergmann steht.

 

Glück Auf! Glück Auf!

 

Quelle teilweise:

Martin, M. (2009). Allgegenwärtiger Tod: Arbeitsbedingungen und Mortalität im Ruhr-Bergbau bis zum Ersten Weltkrieg. https://doi.org/10.12759/hsr.34.2009.4.154-173


Treeck Carl (Karl), 07 2020

Carl Treeck

 

Das Grabmal erinnert an Carl Treeck (1841-1928) und dessen Familie. Treeck war Begründer des metallverarbeitenden Betriebs Carl Treeck und Söhne in Dortmund. Aber es müssen ja nicht immer Brücken und gigantische Bauwerke aus Stahl sein. Im Januar 1867 begann er mit der Errichtung einer Schlosserwerkstatt. Anfang der 1870er Jahre ging er zur Herstellung von Kochherden über.

 

Sein Sohn, Carl Treeck jun. trat 1889 in die Firma ein. Mit der Verarbeitung von Streckmetall begann der Betrieb 1902 mit der Herstellung von Arbeiterkleiderschränken, später wurden Möbel und Werkstatteinrichtungen aus Stahl produziert.

 

Blickfang der Grabstätte ist eine lebensgroße, weibliche Skulptur. Ihr Sockel steht auf einem halbkreisförmigen Plateau, das über zwei Stufen zugänglich ist. Die Figur trägt ein antikes, bodenlanges Kleid und hält einen Kranz in ihrer Rechten. Der Kopf mit welligem Haar ist leicht gesenkt. Ergriffen legt sie ihre linke Hand an ihre Brust. Die Bronze wird von einem Halbkreis von kannelierten, dorischen Pfeilern hinterfangen, bildet quasi das Zentrum eines „ruinierten“ Rundtempels. Auf dem Gebälk steht in großen Lettern „Familie Carl Treeck“, beidseitig von zwei ineinander verschlungenen Ringen flankiert. Die Namen der Verstorbenen sind auf Steinen eingraviert, die die Pfeilersockel miteinander verbinden. Das Grabmal wirkt anachronistisch, denn es entspricht nicht dem Stil seiner Zeit, sondern orientiert sich an klassizistischen Mustern.

 

In der Zeit des Jugendstils von ca. 1896 -1920 hätte ich eher runde Säulen und die verspielten Formen dieser wunderschönen Epoche erwartet

 

Quellen teilweise: https://www.dortmund.de/…/alle_kunstwerke/detail_514264.html

https://www.davidis-markt.de/Heft-Ostfriedhof/pdf/150023.pdf


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