Besondere Grabstätten    Melaten     Köln     Namen     A  -  l


Die Stätte „Melaten“ wird 1180 erstmals urkundlich erwähnt. Mit Sicherheit schon länger befindet sich hier eine Leprosenunterkunft. Um das Umgreifen dieser höchst ansteckenden bakteriellen Erkrankung zu verhindern, werden die Leprakranken außerhalb der Städte ohne Ansehen von Stand und Vermögen in abgeschottete Unterkünfte eingewiesen. So auch in Köln. Der Begriff „Melaten“ leitet sich vom Französischen „Malade“, also „Krank“ ab. Direkt benachbart liegt eine der Haupthinrichtungsstätten Kölns, die auch durch die Verbrennung von Protestanten und angeblichen Hexen traurige Berühmtheit erlangt. 1767 wird das Leprosenheim aufgelöst und als Landgut weiter geführt.Als Köln 1794 von den napoleonischen Truppen besetzt und in den französischen Staat integriert wird, wird auch das Friedhofswesen reformiert. Laut „Kaiserlichem Dekret über die Begräbnisse“ vom 12. Juni 1804 dürfen Tote nicht mehr innerhalb der Stadtmauern, also in Kirchen und auf Kirchhöfen beerdigt werden. Ferner wird den Kirchen das Beerdigungswesen entzogen und geht auf die Munizipalität über. An der Chaussee nach Aachen wird ein geeignetes, rd. 3 ha großes Grundstück für die Anlage eines Friedhofs gefunden. Der Universalgelehrte Ferdinand Franz Wallraf übernimmt die Planung.Der zunächst rein katholische Friedhof kann am 29. Juni 1810 geweiht werden. Die 1474 errichtete Kapelle des ehemaligen Leprosenheims wird als Friedhofskapelle übernommen. Wallraf entwirft auch die Mauer und das Friedhofsportal, dessen Gestaltung dem monumentalen französischen Revolutionsklassizismus entlehnt ist. In Folge des Wiener Kongresses fällt Köln 1815 an Preußen. 1829 wird der Friedhof auch für Protestanten geöffnet. Das bedingt 1831/32 die erste Erweiterung auf mehr als die doppelte Fläche. Mit dem Bevölkerungswachstum im Zuge von Industrialisierung und Eingemeindungen wird Melaten in mehreren Schritten erweitert. Während die neuen Teile bis 1874 additiv an den jeweiligen Bestand angefügt werden, erfolgt die fünfte Erweiterung von 1884-87 nach einem großzügigen Plan auf fast die doppelte Fläche. Im Mittelteil wird eine zweite Hauptachse von Nord nach Süd hippodromförmig aufgeweitet und schafft hier Platz für exklusive Grabstätten. Diese Nord-Süd-Achse bildet mit der Ost-West-Achse, die nach Westen verlängert wird, einen Kreuzungspunkt, sodass auch hier auf der sog. „Millionenallee“ prunkvolle Grabanlagen entstehen. Im Zweiten Weltkrieg wird Melaten durch unzählige Bomben zerstört. Um die Kriegs- und Nachkriegstoten beerdigen zu können, werden 1948 und 1956 weitere Grabfluren an den Rändern angelegt. Der Haupteingang wird zur Piusstraße und damit an den Anfangspunkt der „Millionenallee“ verlegt. Hier entsteht die großzügige, qualitätsvolle Neue Trauerhalle des Architekten Fritz Schaller.

(Autor: Gerd Bermbach)

 

Quelle: https://www.wo-sie-ruhen.de/friedhoefe?stadt=24&friedhof=27


A


B

Broichschütz  Johannes 04 / 2020

 Die Geschichte des August Broichschütz, einem Menschen, der fast immer in der Kneipe saß, ist so eine wunderbare Erzählung über einen ganz einfachen Menschen vor nunmehr etwa 150 Jahren.

August Broichschütz liebte seine Ofenecke

Im Jahre 1874 verstarb August Broichschütz mit 52 Jahren. Derjenige, der diesen Menschen wohl am Besten kannte, war sein Kneipenwirt. Denn jede freie Minute verbrachte August Broichschütz in dessen Bierlokal und trank sicherlich täglich auch mehr als nur ein Bier. August Broichschütz hatte seinen Stammplatz. Dieser befand sich in unmittelbarer Nähe zu einem großen Ofen. Seine Kneipe mit dem angenehm warmen Platz verließ August Broichschütz anscheinend nur, wenn es unbedingt sein musste.

Sein Ofen als Grabstein

August Broichschütz wurde am 25. Mai 1822 geboren. Er starb am 5. November 1874. Eine kleinere Marmorplatte lehnt an der Aussenmauer des Melatenfriedhof unmittelbar an der Aachener Straße. Hierauf ist auch zu lesen, dass August Broichschütz zumindest eine ältere Schwester Anna hatte, die hier ebenfalls beerdigt liegt. Doch diese Gedenkplatte wird leicht übersehen. Zu auffällig ist dieser komische Grabstein, der wie ein Ofen aussieht. Auf dem Stein unter dem Ofen ist nun zu lesen:

August Broichschütz ∗ 1822 † 1874

Die meiste Zeit seines Lebens verbrachte er in seiner Kneipe neben diesem neoklassizistischen Säulenofen worauf der Wirt diese Denkmal errichtete

Der Name des Wirtes, der ja längst verstorben ist, bleibt unbekannt. Auch über die Kneipe erfährt man hier leider nichts. Jedenfalls wollte der Wirt nicht, dass sein guter Gast und sicherlich auch Freund nun auf seinen geliebten Säulenofen verzichten sollte. Eine echt humorvoll Kölsche Bestattung wird das gewesen sein.

 

 


Böckler  Hans,  10 / 2020

Hans Böckler war der erste Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) nach dem Zweiten Weltkrieg. Sein Name ist untrennbar verbunden mit der Überwindung der parteipolitischen und konfessionellen Lager unter dem Dach der Einheitsgewerkschaft und mit der Durchsetzung der paritätischen Mitbestimmung in der Montanindustrie.

Johann Georg Böckler wurde am 26.2.1875 in Trautskirchen, einem kleinen mittelfränkischen Ort, als Sohn eines Dienstknechts und einer Tagelöhnerin geboren. Die Eltern heirateten im Jahr 1876, nachdem der Vater als Kutscher im Fuhrbetrieb der Stadt Fürth eine bescheidene, aber feste Anstellung gefunden hatte. 1888 starb der Vater, woraufhin Hans Böckler die Schule verlassen musste, um zum Unterhalt der mittlerweile sechsköpfigen Familie beizutragen. Er wurde Metallschläger und ging nach Beendigung der Lehre 1892 auf Wanderschaft. 1894 kehrte er nach Fürth zurück und ging mit der gleichaltrigen Magdalena Barbara Müller eine Lebensgemeinschaft ein, die 1899 – nach Erteilung des Bürgerrechts – legalisiert wurde und aus der drei Kinder hervorgingen: Johann Wolfgang (1895), Johann Georg (1896) und Kunigunde (1898).

In Fürth begann Hans Böckler zugleich, sich aktiv in der Arbeiterbewegung zu engagieren. 1894 trat er sowohl der Sozialdemokratischen Partei (SPD) als auch dem Deutschen Metallarbeiterverband (DMV) bei. Er war Mitbegründer des örtlichen Arbeiter-Turnvereins und wurde Vertrauensmann aller freigewerkschaftlich organisierten Metallarbeiter. 1902 wurde er schließlich nicht nur ehrenamtlicher Vorsitzender des gesamten Fürther Gewerkschaftskartells, sondern auch als SPD-Vertreter in den Gemeinderat gewählt.

Mit 28 Jahren wurde Hans Böckler hauptamtlicher Gewerkschaftsfunktionär. Damit nahm er eine Tätigkeit auf, die ihn in den folgenden 15 Jahren durch ganz Deutschland führte. Zuerst ging er im Auftrag des DMV ins Saarrevier, einer gewerkschaftlichen Diaspora. 1907 wechselte er für rund drei Jahre nach Frankfurt am Main, wurde 1910 Bezirksleiter in Breslau und kam 1912 als Expedient der Metallarbeiter-Zeitung in die Zentrale nach Berlin. 1914 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen.  Von einer schweren Verwundung genesen und als dienstuntauglich entlassen, kehrte er Ende 1915 in die Dienste des DMV zurück und wurde zunächst in Danzig, anschließend in Kattowitz und schließlich in Siegen eingesetzt. Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde Hans Böckler, mittlerweile ein erprobter, organisationserfahrener Funktionär, Sekretär der Zentralarbeitsgemeinschaft, der institutionalisierten Zusammenarbeit der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände auf Reichsebene. Nachdem die Mehrheit im DMV im Oktober 1919 die weitere Teilnahme an der Zentralarbeitsgemeinschaft abgelehnt hatte, wurde der Verbleib für Hans Böckler nicht haltbar.

Im März 1920 übernahm er die Leitung der DMV-Verwaltungsstelle Köln und siedelte in die rheinische Metropole über, wo er bis zu seinem Tod wohnen blieb. Ab Mai 1924 saß Hans Böckler als Vertreter der SPD im Rat der Stadt Köln, wo er bei allen politischen Differenzen auch die Achtung des Oberbürgermeisters Konrad Adenauer erwarb. Im September 1927 wurde er Bezirksleiter des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) für Rheinland-Westfalen-Lippe, einem der größten Bezirke neben Berlin und Sachsen. Mit dem größeren Verantwortungsbereich wuchs auch die Bedeutung von Hans Böckler. Im Mai 1928 wurde er erstmals in den Deutschen Reichstag gewählt, dem er bis zum Machtantritt der Nationalsozialisten 1933 angehörte. Im Zuge der Zerschlagung der Gewerkschaften im Mai 1933 wurde Hans Böckler erstmals in polizeilichen Gewahrsam genommen, aber schon nach wenigen Tagen freigelassen. Im September 1933 wurde er erneut verhaftet und bis Dezember in „Schutzhaft" gehalten. Ein Strafverfahren wegen Urkundenvernichtung und Unterschlagung gewerkschaftlicher Gelder endete im Februar 1934 mit einem Freispruch. Er lebte zunächst von Arbeitslosenunterstützung und ab 1935 von einem bescheidenen Altersruhegeld. Politisch zog er sich zurück, hatte aber insgeheim Kontakte zum Widerstandskreis um Wilhelm Leuschner (1890-1944). Nach dem gescheiterten Attentat vom 20.7.1944 tauchte er im Oberbergischen unter, um sich der drohenden Festnahme zu entziehen und das Ende des Krieges abzuwarten.

Ende April 1945 kehrte Hans Böckler nach Köln zurück und begann an führender Stelle sofort damit, die Gewerkschaften wiederaufzubauen. Noch im August 1945 wurde auf örtlicher Ebene eine Einheitsgewerkschaft gegründet, der sowohl Sozialdemokraten wie Christdemokraten und Kommunisten angehörten. Bereits im März 1946 wurde ein Ausschuss für die gesamte britische Zone gebildet, in den Vertreter aus der Nord-Rheinprovinz, aus Westfalen, aus Niedersachsen sowie aus Hamburg und Schleswig-Holstein entsandt wurden. Im August 1946 wurde darüber hinaus ein vorläufiger Zonenvorstand mit Hans Böckler an der Spitze gewählt – noch vor der offiziellen Gründung des DGB (Britische Besatzungszone), die schließlich im April 1947 in Bielefeld erfolgte, wo Hans Böckler dann zum Vorsitzenden gewählt wurde. Er stand auch dem Gewerkschaftsrat vor, der im Zuge des Zusammenschlusses der britischen und amerikanischen Zone im November 1947 gemeinsam mit den süddeutschen Gewerkschaftsbünden gebildet wurde.

Parteipolitisch hielt er sich bewusst zurück, auch wenn er sich weder der Berufung in die Kölner Stadtverordnetenversammlung im September 1945 noch der Entsendung in den ernannten nordrhein-westfälischen Landtag im Oktober 1946 entzog. Er blieb in diesen Gremien jeweils nur solange, bis die ersten regulären Wahlen im Oktober 1946 beziehungsweise im April 1947 durchgeführt wurden.

Auf dem Gründungskongress des DGB Mitte Oktober 1949 in München wurde Hans Böckler, dem in Anerkennung seiner Verdienste im Februar 1948 die Ehrendoktorwürde der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln verliehen worden war, zum Vorsitzenden gewählt. Dank seines unermüdlichen Einsatzes konnte im Januar 1951 erreicht werden, dass die paritätische Mitbestimmung zumindest im Bereich der Montanindustrie gesetzlich verankert wurde. Gemeinsam mit Konrad Adenauer war er unmittelbar zuvor, am 4.1.1951, zum Ehrenbürger der Stadt Köln ernannt worden.

Hans Böckler starb am 16.2.1951 in Köln. Nach den Trauerfeierlichkeiten im Festsaal der Universität Köln fand er am 21.2.1951 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof Melaten. Der Grabstein in Form eines Zahnrades, dem Symbol der Gewerkschaften, wurde vom Bildhauer Ludwig Gies (1887-1966) gefertigt. Der Grabstein symbolisiert das Motto der Gewerkschaft "alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will'.

Böckler wurde Namensgeber der 1977 gegründeten, gemeinnützigen Hans-Böckler-Stiftung des DGB sowie der von den Gewerkschaften verliehenen Hans-Böckler-Medaille. Die Stadt Köln stiftete 2005 einen nach ihm benannten Preis für besondere Verdienste im sozialen Bereich.

Quelle: Lauschke, Karl, Hans Böckler, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/hans-boeckler-/DE-2086/lido/57c5851c16c260.91677446 (abgerufen am 17.10.2020)

 


C


D

DuMont Michael, 08 / 2019

Michael DuMont

1818 entstand das Grabmal des Dompfarrers Michael DuMont (1741 - 1818), der acht Jahre zuvor den Friedhof Melaten eingeweiht hatte. Das von Wallraf konzipierte Grabmal zeigt eine Stele in klassizistischem Stil mit einem darauf liegenden Buch, vermutlich ein Lesebuch oder eine Bibel. Weiterhin setzte Wallraf eine aussagekräftige, christliche Symbolik ein, um das Leben und Wirken DuMonts zu verewigen:

So steht die Schlange für die Versuchung, der Löwe für die Auferstehung und der Kelch für DuMonts priesterliche Tätigkeit. Auch der Anker und das Kreuz untermalen Wallrafs Intention. Zudem zeugt auch die gewählte Bepflanzung – Efeu als Symbol der Treue und Rosen als Symbol der Liebe – von einer durchdachten Konzeption des Grabmals.

Geehrt wird der Verstorbene zudem in Form zweier Inschriften. Die Vorderseite ist wie folgt beschriftet:

„Hier waelte sein Grab der erste Einsegner dieses Gottesackers der ehrwürdige H(err) Michael Jos(eph) DuMont, Doc(tor) beyd(er) Rechte. Seit 1806 Hauptpfarrer am Dom in Cöln u(nd) Domherr zu Aachen, (…). Ein Mann für jede Würde seines Standes. Vielseitig in Wissen, streng im Handeln, ein Priester, wie ihn Religion, Humanitaet, und seine Vaterstadt binnen den Stürmen unserer Zeit erforderten. Er erlebte kaum die Morgenröthe des neuen Völkerfriedens hinieden, da nahm ihn Gott zum Genusse der ewigen Ruhe in seine Reiche d(en) 30 Novemb(er) 1818 dem 77(ste)n seines Lebens, im 49(ste)n sein(es) Priesterthums. Allgemeine Trauer feierte seinen Leichenzug. Sein Andenken sei gesegnet.“

Die anderen drei Seiten weisen Inschriften auf, die weiteren dort beigesetzten Familienmitgliedern DuMonts gewidmet wurden.

Quelle Text:  https://wallraf.mapublishing-lab.uni-koeln.de/…/die-grabmae…

 

Dreschner  Isa, Robert, Franz, Emilie, Erika,   10 / 2020

Hermes der Götterbote

Die Grabstätte Isa Dreschner (verstorben 1907, Flur 52) wird bekrönt von einer in Bronze modellierten Hermesfigur. Im Schritt betroffen hält Hermes das Füllhorn in der Hand. Er gilt schon seit der Antike als der Führer der Seelen.

Hermes (altgriechisch Ἑρμῆς, auch Ἑρμείας Hermeias, dorisch Ἑρμᾶς Hermas) ist in der griechischen Mythologie der Schutzgott des Verkehrs, der Reisenden, der Kaufleute und der Hirten, andererseits auch der Gott der Diebe, der Kunsthändler, der Redekunst, der Gymnastik und somit auch der Palästra und der Magie. Als Götterbote verkündet er die Beschlüsse des Zeus und führt die Seelen der Verstorbenen in den Hades (Unterwelt). Er gehört zu den zwölf großen Olympischen Göttern.

Bedeutung

Hermes ist einer der Götter, dessen Kult sich am weitesten zurückverfolgen lässt. Der Mythologie nach ist er der Götterbote, der die Botschaft der Götter den Sterblichen überbringt und sie dabei auch übersetzt. Seine Botschaften sind damit also keine bloßen Mitteilungen, sondern fordern Einsicht und Verständnis. Deshalb wird die Wissenschaft vom „Erklären und Verstehen“ auch als Hermeneutik bezeichnet. Hermes kann sich als Götterbote schneller bewegen als das Licht. Dies ermöglichen ihm kleine Flügel, von denen sich je zwei an jedem seiner Stiefel befinden. Bevor Hermes geboren wurde, war Iris als Götterbotin tätig.

Hermes war wie andere antike Götter (Mithras, Horus/Anubis) auch ein Hirtengott. So hatte er sowohl weltliche als auch metaphysische Aufgaben: Als Bote des Zeus war er ultimativer Gesetzgeber und höchste weltliche Autorität, als Psychopompos („Seelenführer“) beschützte er die Seelen der Verstorbenen auf ihrem Weg zum Totengericht

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Hermes


E

Engels, Hans-Horst 05 / 2020

Der Lappenclown auf dem Grab von Hans-Horst Engels ist für mich als "Kölsche Jung" die emotionalste Skulptur.
In der linken Hand das Trömmelchen

Denn wenn et Trömmelche jeht
Dann stonn mer all parat
Un mer trecke durch die Stadt
Un jeder hätt jesaat
Kölle Alaaf, Alaaf
Kölle Alaaf

in der rechten Hand ein paar Luftballons und dann der ängstliche Blick in Richtung Himmel.

Wer hat nicht schon mal von geträumt, mit einer riesigen Traube Luftballons in Richtung Himmel zu fliegen.

 

 


F

Frankenberg, Robert Januarius von  05 / 2020

 Nach mündlicher Überlieferung soll der Familie „halb Schlesien“ gehört haben. Doch täuschen die rund 140 Güter, die irgendwann in Frankenberg‘schen Besitz waren, weil Mitte des 18. Jahrhunderts der Niedergang der schlesischen Landwirtschaft zu häufigem Besitzerwechsel führt. Die bloße Anzahl ehemaliger Güter lässt also nur bedingt auf Wohlhabenheit schließen. Nach und nach wandeln sich auch die v.Frankenberg zum Soldatengeschlecht. So finden sich während der Befreiungskriege 1813 bis 1815 nur noch drei Söhne von Gutsbesitzern unter ihren 31 preußischen Offizieren. Trotzdem gilt sie Mitte des 19. Jahrhunderts für Schlesien als begüterte Familie. 1878 besitzt sie 28 Güter, 1887 nur noch 7. 1878 gehören ihr in Schlesien noch 28 Güter, davon fünfzehn allein den Grafen. Fünf liegen außerhalb dieser Provinz. 1887 ist der Gesamtbesitz auf sieben zusammengeschmolzen, darunter fünf gräfliche.

In Diensten der österreichischen Habsburger kämpfen ab 1525 mindestens neun v.Frankenberg gegen die Türken und Franzosen, von denen sechs fallen. Im brandenburgisch-preußischen und reichsdeutschen Militär dienen von etwa 1600 bis 1945 rund 300 Frankenbergs. Die weitaus meisten sind Offiziere, darunter zehn Träger des Ordens Pour le Mérite und siebzehn Generale. Zum Beispiel nimmt Robert-Januarius v.Frankenberg-Ludwigsdorf (1807–1873) im Jahre 1848 in Berlin am Straßenkampf gegen die Märzrevolutionäre und am Feldzug gegen Dänemark teil. Später ist er ein beliebter Gouverneur von Köln, wo er als General der Infanterie stirbt und sein Grab eine lebensgroße Statue erhält. In den Kriegen von 1701 bis 1871 kämpfen 141 Frankenbergs, im Ersten Weltkrieg 61, im Zweiten Weltkrieg 41. Vom 18. bis 20. Jahrhundert haben die Frankenbergs 46 Kriegstote zu betrauern.

 

Quelle: http://www.von-frankenberg.com/index.php?option=com_content&view=article&id=98:die-frankenbergs-im-ueberblick&catid=29&Itemid=204

 

 Bildhauer, Heinz Hoffmeister (* 24. Juni 1851 in Saarlouis; † 4. März 1894 in Berlin-Grunewald) war ein deutscher Bildhauer, Zeichner, Maler und Schriftsteller.

 

Der im preußischen Saarlouis aufgewachsene Heinz Hoffmeister begann zunächst eine Ausbildung zum Bildhauer im Atelier der Brüder Carl und Robert Cauer in Bad Kreuznach. Danach wechselte er zur Bildhauerklasse von August Wittig an der Düsseldorfer Kunstakademie, musste aber schon wenige Monate später seinen Kriegsdienst im Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 antreten. Hoffmeister kam als Offizier und dekoriert mit dem Eisernen Kreuz aus diesem Krieg zurück und setzte nun seine Studien an der Berliner Kunstakademie bei Albert Wolff fort.

Ab 1873 entschied sich Hoffmann für den dauerhaften Verbleib in Berlin, wo er nun seinen Hauptwohnsitz und seine Werkstatt einrichtete. Dennoch zog es ihn zu Studienzwecken immer wieder ins nahe und ferne Ausland und er unternahm mehrere Reisen durch Spanien, Nordafrika und den Orient. Viel Zeit verbrachte Hoffmeister vor allem auf Capri, wo er als stetiger Gast in der Künstlervilla Albergo Pagano weilte und auch an der Gestaltung der dortigen Wandgemälde beteiligt war.

Nachdem sich Hoffmeister in seinen Anfangsjahren zunächst durch kleinere Bildnisse und Skulpturen bekannt gemacht hatte, schuf er später eine Reihe von teilweise monumentalen Figuren und Gruppen, die stilistisch vom Klassizismus und in ihrer Formenbehandlung oftmals stark vom Naturalismus geprägt sind. Unter seiner Leitung entstanden in der Folgezeit zahlreiche bedeutende Denkmale, Grabmale, Büsten, Bauplastiken und Medaillen für viele Städte im damaligen Preußen. Zwischendurch trat er aber auch immer wieder als Maler, Zeichner und Schriftsteller von Reiseberichten und Märchen in Erscheinung.

Quelle:
 https://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Hoffmeister_(Bildhauer)

 


Früh Peter Josef,  10 / 2020

Peter Josef Früh

Pe­ter Jo­sef Früh grün­de­te im Jahr 1904 das „Cöl­ner Hof­bräu Früh“, ei­ne Haus­braue­rei mit Schank­wirt­schaft in der Nä­he des Köl­ner Doms. Das tra­di­ti­ons­rei­che und über­re­gio­nal be­kann­te Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men wird heu­te be­reits in der fünf­ten Ge­ne­ra­ti­on fort­ge­führt.

Pe­ter Jo­sef Früh wur­de am 27.1.1862 als äl­tes­tes von 16 Kin­dern des Brau­meis­ters Mat­thi­as Früh (1832-1885) und des­sen Ehe­frau Ma­ria Sy­bil­la Harff (1837-1882) in Brühl ge­bo­ren. Der Va­ter hat­te es als In­ha­ber des Brüh­ler Brau­hau­ses „Vor dem Uhl­tor“ und durch sei­nen aus­ge­präg­ten Ge­schäfts­sinn zu Wohl­stand ge­bracht. Der Tod der Mut­ter mar­kier­te je­doch ei­ne schwe­re Zä­sur. Mat­thi­as Früh zer­brach an dem tra­gi­schen Schick­sal sei­ner Gat­tin und wähl­te den Frei­tod, sei­ne Braue­rei war be­reits 1871 ver­stei­gert wor­den.

Nach sei­ner Aus­bil­dung zum Brau­er über­sie­del­te Pe­ter Jo­sef Früh nach Köln und über­nahm 1895 die in der Apos­teln­stra­ße 19 im Stadt­teil Lin­den­thal ge­le­ge­ne Apos­teln-Braue­rei. Nach Über­win­dung bü­ro­kra­ti­scher Hür­den - die Köl­ner Stadt­ver­wal­tung hat­te ihm zu­nächst be­harr­lich die not­wen­di­ge Aus­schank­kon­zes­si­on ver­wei­gert -, ge­lang es Früh das „Apos­teln-Bräu“ als ei­nes der be­lieb­tes­ten Brau­häu­ser der Stadt zu eta­blie­ren. In kur­zer Zeit zu Wohl­stand ge­langt, ver­äu­ßer­te er be­reits 1898 Braue­rei und Schank­wirt­schaft an Hein­rich Bä­dorf, um in der Fol­ge bis 1904 als Ren­tier zu le­ben. In die­ser Zeit gab Früh den Auf­trag zum Bau sei­nes auf dem Köl­ner Fried­hof Me­la­ten ge­le­ge­nen Grab­mals. Die auf­wän­di­ge, im Ju­gend­stil er­rich­te­te „Ru­he­stät­te der Fa­mi­lie Früh“ ist bis heu­te er­hal­ten.

Nach­dem Früh ei­ni­ge Zeit als Be­ra­ter der Schmitz­schen Braue­rei in Mün­gers­dorf tä­tig ge­we­sen war, fass­te er den ehr­gei­zi­gen Plan, in un­mit­tel­ba­rer Nä­he zum Dom ein neu­es Brau­haus für ober­gä­ri­ges Bier zu er­rich­ten, das 1904 er­öff­net wer­den konn­te. Zur Ver­wirk­li­chung sei­nes Vor­ha­bens hat­te er das in zwei­fel­haf­tem Ruf ste­hen­de „Cen­tral Thea­ter“ er­wor­ben, das we­gen sei­ner zen­tra­len La­ge in Sicht­wei­te des Doms und nicht zu­letzt we­gen der Nä­he zum 1894 fer­tig ge­stell­ten Köl­ner Haupt­bahn­hof sei­nen Vor­stel­lun­gen ent­sprach. Den­noch war sein Plan zu­nächst nicht un­um­strit­ten. Kri­ti­ker be­män­gel­ten, dass es so­wohl dem Bau als auch dem Stand­ort an der ty­pi­schen At­mo­sphä­re tra­di­tio­nel­ler Köl­ner Knei­pen man­ge­le. Früh ließ das Ge­bäu­de den­noch um­fas­send sa­nie­ren und den neu­en An­for­de­run­gen ent­spre­chend um- und aus­bau­en. Die Aus­ge­stal­tung des gro­ßen Gast­rau­mes über­trug er dem re­nom­mier­ten Köl­ner Bild­hau­er Ge­org Gras­seg­ger (1873-1927). Nach sei­nem Stand­ort in der Stra­ße „Am Hof“ er­hielt der Be­trieb den of­fi­zi­el­len Na­men „Cöl­ner Hof­bräu“. Im Erd­ge­schoss be­fand sich die Schank­wirt­schaft. Die dar­über lie­gen­den Eta­gen dien­ten der Fa­mi­lie Früh als Woh­nung, wo­bei die Räu­me im ers­ten Ober­ge­schoss als Kü­che und Kon­tor ge­nutzt wur­den. Im rück­wär­ti­gen, bis da­hin un­be­bau­ten Teil des Grund­stücks „Am Hof 12“ ließ Pe­ter Jo­sef Früh für die Pro­duk­ti­ons­an­la­gen ein neu­es Ge­bäu­de im Stil der Jahr­hun­dert­wen­de mit rot-gel­ben Klin­kern und ei­nem Trep­pen­gie­bel er­rich­ten.

Der Er­folg gab den An­stren­gun­gen Recht. In­ner­halb kür­zes­ter Zeit er­lang­te Frühs „Braue­rei für ober­gä­ri­ges Bier“ nicht nur un­ter der Köl­ner Be­völ­ke­rung ei­nen ho­hen Be­kannt­heits­grad, son­dern er­freu­te sich auch bei den vie­len Be­su­chern der Stadt ei­ner gro­ßen Be­liebt­heit. Vie­le Durch­rei­sen­de, die in Köln um­stei­gen und auf ih­ren An­schluss­zug war­ten muss­ten, pfleg­ten und pfle­gen ih­ren kur­zen  Auf­ent­halt mit ei­nem Ab­ste­cher ins na­he „Früh“ zu ver­bin­den. Über den wirt­schaft­li­chen Er­folg hin­aus war Pe­ter Jo­sef Früh stets dar­auf be­dacht, den Zu­sam­men­halt in­ner­halb sei­ner Fa­mi­lie zu för­dern und so­wohl Ge­schwis­ter als auch Ver­wand­te in sei­nen Mit­ar­bei­ter­stab auf­zu­neh­men.

Seit dem 26.5.1888 war Pe­ter Jo­sef Früh mit der eben­falls aus Pings­dorf bei Brühl stam­men­den Ma­ria Ger­trud Koe­nen (1861-1930) ver­hei­ra­tet. Aus der Ehe gin­gen zwei Töch­ter, Net­ty (1890-1945) und Chris­tel (1892-1942) her­vor. Net­ty Früh hei­ra­te­te den Brau­er Ja­kob Im­men­dorf (1885-1966), Chris­tel Früh des­sen Bru­der Pe­ter Jo­sef Im­men­dorf (1888-1958). Auf die­se Wei­se ge­lang die fa­mi­liä­re Ver­bin­dung zwei­er wohl­ha­ben­der Köl­ner Braue­reidy­nas­ti­en: Der Gro­ßva­ter der bei­den Brü­der, Ja­cob Im­men­dorf (1822-1887), hat­te 1865 die „Im­men­dorf­sche Land­braue­rei“ in Zün­dorf ge­grün­det. Von sei­nem Sohn Pe­ter Im­men­dorf (1849-1927) wur­de der Be­trieb fort­ge­führt. Im Jahr 1913 er­warb die­ser die be­reits er­wähn­te Schmitz­sche Braue­rei in Mün­gers­dorf, die fort­an un­ter dem Na­men „Uni­on Braue­rei Köln“ fir­mier­te. Nach 1918 ver­ei­nig­te er die­se mit dem mitt­ler­wei­le in „Hu­ber­tus-Braue­rei“ um­be­nann­ten vä­ter­li­chen Un­ter­neh­men in Zün­dorf. Pe­ter Jo­sef Früh er­lag am 22.10.1915 ei­nem Schlag­an­fall, den er wäh­rend ei­nes Kon­zert­be­suchs in Bad Nau­heim, wo er sich zu ei­nem Kur­auf­ent­halt be­fand, er­lit­ten hat­te. Er wur­de nach Köln über­führt und dort am 25.10.1915 bei­ge­setzt. Das Un­ter­neh­men wur­de nun von sei­ner Wit­we Ger­trud Früh fort­ge­führt, bis sie sich 1928 aus der Ge­schäfts­lei­tung zu­rück­zog. Sie starb am 28.12.1930 an den Fol­gen ei­ner nach­ope­ra­ti­ven In­fek­ti­on. An ih­re Stel­le hat­te sie 1928 den nicht zur Fa­mi­lie ge­hö­ren­den, zu­vor be­reits in der Hu­ber­tus-Braue­rei tä­ti­gen Brau­meis­ter En­gel­bert Ro­chels (ge­bo­ren 1882) be­ru­fen, ob­wohl auch die Töch­ter des Fir­men­grün­ders seit 1919 als Ge­sell­schaf­te­rin­nen mit an der Spit­ze des el­ter­li­chen Un­ter­neh­mens stan­den.

Ro­chels Wir­ken und Teil­ha­ber­schaft bis 1945 blieb je­doch ei­ne Aus­nah­me in der Ge­schich­te der Braue­rei. Die aus den Ehen der Schwes­tern Net­ty und Chris­tel her­vor­ge­gan­ge­nen Fa­mi­li­en­zwei­ge sind bis heu­te zu glei­chen Tei­len An­teils­eig­ner und stel­len je­weils ei­nen der zwei gleich­be­rech­tig­ten Ge­schäfts­füh­rer. Das Prin­zip ei­ner Dop­pel­spit­ze in der Un­ter­neh­mens­lei­tung wur­de bis heu­te bei­be­hal­ten.

Wäh­rend Ja­kob Im­men­dorf ab 1922 die Lei­tung der vä­ter­li­chen Hu­ber­tus-Braue­rei ob­lag, über­nahm Pe­ter Jo­sef Im­men­dorf 1943 die Ge­schäfts­füh­rung der „Cöl­ner Hof­bräu Früh“, wo­mit ihm auch die schwe­re Auf­ga­be des Wie­der­auf­baus nach den Zer­stö­run­gen des Zwei­ten Welt­kriegs zu­fiel. An Im­men­dorfs Sei­te trat im Jahr 1946 als Ge­sell­schaf­te­rin sei­ne Nich­te Char­lot­te „Lot­ty“ Rolff (1912-1946), Toch­ter von Net­ty und Ja­kob Im­men­dorf, die 1933 Fried­rich Os­kar Rolff (1909-1943) ge­hei­ra­tet hat­te. Sie ver­starb je­doch noch im glei­chen Jahr.

Wäh­rend der Bom­bar­die­run­gen Kölns brann­te das Brau­haus Früh 1944 erst­mals, 1945 zum zwei­ten Ma­le aus. Al­ler­dings blie­ben die Pro­duk­ti­ons­an­la­gen von den Zer­stö­run­gen weit­ge­hend ver­schont, so­dass be­reits un­mit­tel­bar nach Kriegs­en­de der Brau­be­trieb wie­der­auf­ge­nom­men und bis 1950 auch die Gast­räu­me der Schank­wirt­schaft in meh­re­ren Bau­pha­sen voll­stän­dig wie­der­her­ge­stellt wer­den konn­te. Als im Jahr 1961 Her­mann Mül­ler (1910-1988), der Schwie­ger­sohn Pe­ter Jo­sef Im­men­dorfs, und Edu­ard Rolff (ge­bo­ren 1936), ein Ur­en­kel des Fir­men­grün­ders, ge­schäfts­füh­ren­de Ge­sell­schaf­ter wur­den, be­gann der all­mäh­li­che Auf­stieg von ei­ner Haus­braue­rei tra­di­tio­nel­len Zu­schnitts zu ei­nem mo­der­nen mit­tel­stän­di­schen Braue­rei- und Gas­tro­no­mie­un­ter­neh­men. 1969 er­folg­te die Ein­füh­rung des Fla­schen­bie­res.

Zum 1.1.1971 lös­te Her­mann R. Mül­ler (ge­bo­ren 1944) sei­nen Va­ter als ge­schäfts­füh­ren­der Ge­sell­schaf­ter ab. Lag zu die­sem Zeit­punkt der jähr­li­che Ge­samt­aus­stoß noch bei et­wa 24.000 Hek­to­li­tern, so konn­te be­reits 1976 erst­mals die Schall­mau­er von 100.000 Hek­to­li­ter Jah­res­pro­duk­ti­on durch­bro­chen wer­den. Die stei­gen­de Nach­fra­ge mach­te ei­ne Ver­la­ge­rung der Pro­duk­ti­on und so­mit die Er­rich­tung ei­ner mo­der­nen Braue­rei er­for­der­lich, die 1987 nach zwei­jäh­ri­ger Bau­zeit in Feld­kas­sel im Nor­den Kölns ein­ge­weiht, in meh­re­ren wei­te­ren Bau­stu­fen er­wei­tert und bis 2005 mit ei­ner zwei­te Fla­schen­ab­füll­li­nie und zwei Leer­gut­s­or­tier­an­la­gen fer­tig­ge­stellt wer­den konn­te. Die frei wer­den­den ehe­ma­li­gen Braue­r­ei­ge­bäu­de konn­ten nach Ab­riss zur räum­li­chen Er­wei­te­rung des Köl­ner Stamm­hau­ses ge­nutzt wer­den. Durch die Nut­zung der ehe­ma­li­gen La­ger- und Gär­kel­ler so­wie die Er­rich­tung von Neu- und Er­wei­te­rungs­bau­ten wur­de die Er­wei­te­rung des gas­tro­no­mi­schen Be­trie­bes auch auf die Ober­ge­schos­se des ehe­ma­li­gen „Cen­tral Thea­ter­s“ mög­lich. Das be­nach­bar­te his­to­ri­sche Gie­bel­haus „Zur Glo­cke“ ge­hört heu­te eben­so zum er­wei­ter­ten Kom­plex des Stamm­hau­ses wie die „Fein­kost­the­ke Früh am Dom“ und das im Jahr 2005 er­öff­ne­te „Eden Ho­tel Früh“ mit sei­nem Re­stau­rant „Am Hof 18“.

1999 trat mit Alex­an­der Rolff (ge­bo­ren 1963) der ers­te Ver­tre­ter der fünf­ten Ge­ne­ra­ti­on in die Ge­schäfts­füh­rung ein, 2007 folg­te ihm Phil­ipp Mül­ler (ge­bo­ren 1973), nach­dem sich sein Va­ter Her­mann R. Mül­ler nach 36 Jah­ren zu­rück­ge­zo­gen hat­te. Mit ei­nem jähr­li­chen Ge­samt­aus­stoß von über 400.000 Hek­to­li­tern zählt das Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­men „Cöl­ner Hof­bräu P. Jo­sef Früh KG“ An­fang des 21. Jahr­hun­derts zu den füh­ren­den Kölsch-Braue­rei­en und ist mit 360 Mit­ar­bei­tern zu­dem ein wich­ti­ger re­gio­na­ler Ar­beit­ge­ber. Der Ver­trieb er­folgt durch ei­ne gro­ße An­zahl von Han­dels­part­nern mitt­ler­wei­le bun­des­weit.

Quelle Text: Thomann, Björn, Peter Josef Früh, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/peter-josef-frueh/DE-2086/lido/57c6c132d88ff4.49572460 (abgerufen am 22.10.2020)

 


G

Gesse  Adolph und Katharina   10 / 2020

Die Grabstätte von Adolph und Katharina Gesse ist selbst für den Melatenfriedhof sehr ungewöhnlich. Man kennt diesen Grabtyp eher von barocken Bischofsgräbern, aber die Statue und der Umhang stellen aus meiner Sicht eher einen Ritter dar. Leider konnte ich zu der Grabstätte bisher nicht viele Informationen finden, aber vielleicht wisst Ihr ja mehr als ich?

Ich freue mich über jede Ergänzung und jede Information von Euch, das gilt natürlich für alle meine Bilder und Geschichten.

 


H

Herstatt,  Iwan-David  05 / 2020

 

 

Wie einst das Herstatt Imperium, verfällt nun auch die wundervolle Grabstätte der Herstatt Familie 😥😥😥

Iwan-David Herstatt war ein Kölner Bankier. Als Inhaber und Leiter der I. D. Herstatt KGaA zeichnete er in den 1970er Jahren für eine der größten Bankenpleiten der deutschen Nachkriegsgeschichte verantwortlich.

Iwan-David Herstatt wurde am 16.12.1913 in Köln geboren. Er war das älteste Kind von Clara (1893-1980) und Johann David Herstatt (1887-1955) und hatte noch drei Schwestern. Claras Vater Viktor Schnitzler (1862-1934) war Justizrat in Köln. Als Vorsitzender der Konzertgesellschaft engagierte er sich für das Orchester im Gürzenich.

Johann David Herstatt stammte aus einer Bankiersfamilie, die seit dem 18. Jahrhundert in Köln ansässig war. Dessen Vater Friedrich Johann David Herstatt (1831-1888) führte das 1782 gegründete Bankhaus Herstatt in der dritten Generation. Die Familie Herstatt beschloss nach dessen plötzlichem Tod 1888, die Bankgeschäfte auf das Bankhaus J. H. Stein zu übertragen, zu dem mehrfache verwandtschaftliche Ver-bindungen bestanden.

Es sollte nicht abgewartet werden, ob der gerade geborene Johann David Herstatt die Nachfolge antreten würde. Dieser engagierte sich nach dem Jurastudium im Versicherungsgeschäft und war für die Allianzversicherung in Köln tätig.

Iwan-David Herstatt besuchte das Kölner Realgymnasium in der Kreuzgasse. Nach dem Abitur trat er 1931 in die Deutsche Bank ein und absolvierte zunächst eine Lehre. Zwischen 1940 und 1944 leitete er in Metz die Kreditabteilung eines Bankhauses, das von der Deutschen Bank übernommen worden war. In den Jahren 1947 bis 1949 ließ er sich beurlauben und sammelte als Referent Erfahrungen bei der Hessischen Bankenaufsicht in Wiesbaden. 1950 kehrte er mit seiner Familie - 1948 hatte er Ilse Gerstenberg (geboren 1921) aus Wiesbaden geheiratet, das Paar hatte insgesamt vier Kinder - nach Köln zurück. Zunächst leitete er die neu gegründete Kölner Niederlassung der Bank für Gemeinwirtschaft.

Nach dem Tod des Inhabers stand 1955 die Kölner Privatbank Hocker & Co. zum Verkauf. Iwan-David Herstatt konnte unter anderem seinen Jugendfreund Hans Gerling, der den gleichnamigen Versicherungskonzern leitete, überzeugen, sich am Kauf der Bank zu beteiligen. Beide kannten sich seit ihrer gemeinsamen Schulzeit am Realgymnasium. Neben Hans Gerling, dem ersten Verwaltungsratsvorsitzenden der Bank und späteren Hauptaktionär, beteiligte sich unter anderen noch Emil Bührle (1890-1956), der Inhaber des schweizerischen Maschinenbauunternehmens Oerlikon. Die Bank erhielt den Namen I. D. Herstatt KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien). Iwan-David Herstatt leitete die Bank und agierte als einer von zwei persönlich haftenden Gesellschaftern.

Herstatt führte die Bank auf Expansionskurs; das Bankhaus entwickelte sich unter seiner Leitung zu einem überregional tätigen Unternehmen. Die Mitarbeiterzahl wuchs von ursprünglich 15 Beschäftigten auf 850 Mitarbeiter in den 1970er Jahren. Herstatt selbst legte großen Wert auf Repräsentativität. 1956 bezog die Bank ein neu errichtetes Gebäude in Köln an der Straße Unter Sachsenhausen 6. Es entstanden 30 Zweigstellen in Köln und Bonn. Herstatts Geschäftsmodell bestand darin, als Privatbank das Angebot einer Universalbank zu bieten.

Mit der Einführung flexibler Wechselkurse zu Beginn der 1970er Jahre gewann der Devisenhandel im Bankengeschäft an Bedeutung, so auch bei der Herstatt-Bank. Iwan-David Herstatt wies 1972 in einem Rundschreiben alle Mitarbeiter darauf hin, Geschäfte am Devisenmarkt tätigen zu können. Das Volumen des Einzelabschlusses begrenzte er willkürlich auf 10 Millionen Deutsche Mark. Es herrschte eine Art Goldgräberstimmung; Herstatt selbst nutzte die Möglichkeiten, das eigene Vermögen zu vergrößern. Die Kontrollmechanismen über die Tätigkeit der Devisenabteilung waren jedoch wenig ausgeprägt. Intern machte zwar ein Revisor mehrfach auf die Risiken dieses Geschäftsfeldes aufmerksam, jedoch blieben alle Hinweise unberücksichtigt.

Nach der Ölkrise 1973 spekulierten die Mitarbeiter der Devisenabteilung auf einen steigenden US-Dollar. Doch ab Anfang 1974 sank der Dollarkurs stetig; die bankeigenen Devisenhändler versuchten, die dadurch entstehenden Verluste durch risikoreichere Transaktionen aufzufangen. Bereits am 16.6.1974 betrug das Defizit zwischen 450 und 520 Millionen Deutsche Mark. Die Großbanken Deutsche Bank, Dresdner Bank und Commerzbank lehnten es am 26.6.1974 ab, die Herstatt-Bank mit der Übernahme von Bürgschaften zu retten. Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen ordnete noch am selben Tag die Schließung der Schalter in Köln und Bonn an; am darauffolgenden Tag beantragte die Bank wegen Überschuldung die Eröffnung eines Vergleichsverfahrens. Am Hauptsitz in Köln kam es daraufhin zu regelrechten Tumulten. Der Zusammenbruch war die bis dahin größte Bankenpleite der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die Klärung zog sich noch über Jahrzehnte hin. Insgesamt konnten Banken und Kommunen 73,5 Prozent sowie privaten und sonstigen Gläubigern 83,5 Prozent ihrer Forderungen erfüllt werden. Als Folge des Zusammenbruchs gründeten die deutschen Banken einen Einlagensicherungs-fonds, um Sparer vor den Folgen einer Banken-Insolvenz zu schützen.

1976 kam Iwan-David Herstatt wegen des Verdachts auf Untreue, Betrug und Bilanzfälschung gemeinsam mit weiteren Managern der Bank vorübergehend in Untersuchungshaft. 1984 wurde er zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Wegen des Revisionsverfahrens trat er die Strafe jedoch nicht an, und im Oktober 1985 hob der Bundesgerichtshof das Urteil auf. Bei einem erneuten

Gerichtserfahren, das 1987 begann, verkürzte das Gericht die Strafe auf zwei Jahre Haft auf Bewährung und erklärte Herstatt im Jahr 1991 für verhandlungsunfähig. Als persönlich haftender Gesellschafter trug er im Vergleichsverfahren zwölf Millionen Deutsche Mark zur Entschädigung bei.

Im Verlauf der Verfahren konnte deutlich gemacht werden, dass bereits 1972 im internationalen Bankgewerbe Informationen über ungewöhnliche Devisentermingeschäfte der Herstatt-Bank ausgetauscht wurden. Herstatt musste bei diesbezüglichen Gesprächen mit Vertretern des Bundesamts für Kreditwirtschaft Kenntnis von der Schieflage der Bank gehabt haben. Die Bilanz des Jahres 1973 war durch Tarn-geschäfte manipuliert worden. Iwan-David Herstatt selbst sah sich als Opfer eines verschwörerischen Betruges. Seiner Ansicht nach habe der damalige Leiter der Abteilung Devisenhandel Daniel (Dany) Dattel (geboren 1939) die Schieflage verschleiert und verharmlost.

Der Kölner Herstatt engagierte sich intensiv im gesellschaftlichen Leben seiner Heimatstadt. Über 20 Jahre organisierte er die Finanzierung des Rosenmontagszugs als Schatzmeister. Es gelang ihm, nicht nur bekannte Kölner, wie den Erzbischof Joseph Höffner oder den Verleger Alfred Neven-DuMont (geboren 1927), als Kunden zu gewinnen. Auch andere Banken und sogar der Kölner Stadtkämmerer richteten Konten bei der Herstatt-Bank ein. Seine Aktivitäten im Kölner Vereinsleben können als intensive und erfolgreiche Marketingtätigkeit für seine Bank interpretiert werden. Nach der Insolvenz im Jahr 1974 zog sich Iwan-David Herstatt aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. Er starb am 9.6.1995 in Köln und wurde im Familiengrab auf dem Melaten Friedhof beigesetzt.

Werk

Die Vernichtung: Glanz und Ende des Kölner Bankhauses I.-D. Herstatt oder wie ich um mein Lebenswerk betrogen wurde, Berlin 1992

Literatur

Blei, Reinhard, Früherkennung von Bankenkrisen dargestellt am Beispiel der Herstatt-Bank, München 1984.

Kaserer, Christoph, Der Fall der Herstatt-Bank 25 Jahre danach – Überlegung zur Rationalität regulierungspolitischer Reaktionen unter besonderer Berücksichtigung der Einlagensicherung, in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 87 (2000), S. 166-193.

Nicke, Jacob, Die Familie Herstatt – Insbesondere das Haus Johann David Herstatt in Köln, 2. Auflage überarbeitet von Robert Steimel, Köln 1957.

Scheuch, Erwin / Scheuch, Ute, Herstatt, Die Bank als Spielcasino, in: Erwin Scheuch / Ute Scheuch, Manager im Größenwahn, Hamburg 2003, S. 112-128.

Steimel, Robert, I. D. Herstatt – Das alte und das neue Bankhaus, Köln, 1963.

Zitationshinweis

Wilczek, Annette, Iwan-David Herstatt, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/…/57c82e26688727.27… (abgerufen am 27.05.2020)

 

Hochzeit, Tod im Bunker  05 / 2020

Tod im Bunker unter dem Melaten-Friedhof

English below

Sie sind erst seit wenigen Stunden verheiratet. Den Abend will das Paar mit etwa 100 Freunden und Verwandten in einer Gaststätte an der Aachener Straße in Lindenthal ausklingen lassen. Eine Hochzeitsfeier mitten in Kriegszeiten. Es ist Montag, der 30. Oktober 1944, als um 20.37 Uhr plötzlich Sirenen losheulen. Fliegeralarm.

Hastig verlässt die Gesellschaft das Lokal. Männer, Frauen und Kinder flüchten über die Straße auf den Friedhof Melaten. Sie finden Zuflucht in einem Tiefbunker neben der kleinen Kapelle, gleich hinter der Friedhofsmauer – ein so naheliegender wie fataler Entschluss. Denn wenig später schlägt eine Bombe genau vor dem Eingang auf. Sie zerstört den Luftschacht – die Schwachstelle des Bauwerks. Es ist ein unglaublich tragischer Zufall.

Eine Druckwelle fegt durch die 50 Meter lange unterirdische Röhre. Sie lässt den Menschen, die sich auf niedrigen Holzbänken Schulter an Schulter aneinander gekauert haben, keine Chance. Ihre Lungen platzen. Die gesamte Hochzeitgesellschaft ist auf der Stelle tot.

Heute erinnert nur noch eine kleine Gedenkstätte neben der Kapelle an das dramatische Ereignis vor 71 Jahren. Der Eingang zum Bunker liegt ein paar Meter weiter, in der Nähe des Verwaltungsgebäudes.

Eine enge Treppe führt drei Meter hinab bis vor eine schwere, rostige Eisentür. Der Eingang ist erst nach dem Krieg angelegt worden, um den Bunker zugänglich zu machen. Der ursprüngliche Zugang, den die Bombe verwüstet hat, ist von oben nicht mehr zu sehen.

Kaum einer kann sich erinnern
„Eine ganz schlimme Geschichte“, sagt Friedhofschef Peter Lejeune und dreht den Schlüssel im Schloss. Eine Geschichte, die nahezu in Vergessenheit geraten ist. Die Namen der Opfer sind nicht bekannt, Hinterbliebene nicht aufzutreiben.

In keiner Chronik ist das Ereignis erwähnt, auch im Internet finden sich nur spärliche Hinweise. Selbst alteingesessene Kölner, die ihre Kindheit während des Zweiten Weltkriegs in Ehrenfeld oder Lindenthal verbracht haben, reagieren überrascht, wenn sie von der Existenz eines Bunkers unter Melaten erfahren. An das Schicksal der Hochzeitsgesellschaft kann sich niemand mehr erinnern.

Friedhof von Bomben verwüstet
Zwischen 20.37 Uhr und 22.18 Uhr gingen 4000 Sprengbomben und 200.000 Brandbomben auf Köln nieder, notiert Peter Simon in seiner Statistik „Köln im Luftkrieg 1939-1945“. Fast eintausend Bomber flogen über die Stadt hinweg, 554 Menschen starben – etwa drei Prozent aller 20 000 Kölner, die im Zweiten Weltkrieg umkamen.

Fast 5000 Wohnhäuser wurden in knapp zwei Stunden beschädigt, die meisten in Ehrenfeld, Lindenthal, Klettenberg, Braunsfeld und Sülz. Ein Sprengsatz zerstörte St. Mechtern in Ehrenfeld, das Universitätsviertel wurde nahezu ausgebombt, ebenso das Dreifaltigkeitskrankenhaus und die ehemalige Wehrmachtskommandatur in der Heliosstraße.

Auch Melaten wurde schwer verwüstet. Der Bunker war offenbar nicht der einzige Ort, in dem Menschen Zuflucht suchten. „Es war damals in der Nachbarschaft bekannt“, erzählt eine alteingesessene Ehrenfelderin, „dass sich in den großen Familiengruften entlang der Millionenallee Juden versteckt hielten.“ Im Schutz der Dunkelheit hätten Anwohner sie mit Essen und Trinken versorgt. So absurd es klingen mag – aber womöglich hat der Friedhof in jener Nacht auch einigen Menschen das Leben gerettet.

 


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Leuffen, Dr.  med  Franz  05 / 2020

Dr. Franz Leuffen, Arzt und Freimaurer

Dr. Franz Leuffen wurde im Jahr 1821 geboren und verstarb im Jahr 1900. Dr. Leuffen war als approbierter königlicher Physikus sowie als Stadt-, Kreis-, und Wundarzt in Köln tätig. Er war auch als Geburtshelfer approbiert.
Er war aber nicht nur Arzt und hochrangiger deutscher Freimaurer, er verfasste mehrere maßgebliche Texte und das preußische Regulativ zur Durchführung von gerichtlichen Leichen-Untersuchungen.

Ich habe einige Zeit gebraucht, das Wort über dem Strahlenkranz zu entziffern.

γνῶσις (Gnosis)

Bedeutet so viel wie Erkenntnis, es wird heute eher mit dem Gnostiker in Verbindung gebracht, also jemandem der eine besondere Kenntnis hat.
Der Olivenzweig und die Schlange sind modernisierte Symbole des Stabes des Asklepios, also dem Zeichen der Ärzte.

Das Auge der Vorsehung (auch allsehendes Auge, Auge Gottes oder Gottesauge) ist ein Symbol, das gewöhnlich als das Auge Gottes interpretiert wird, das alles sieht. Dargestellt wird es als ein von einem Strahlenkranz umgebenes Auge und ist meist von einem Dreieck umschlossen, das auf die Trinität verweist.

Aber wenn man hier genauer hinschaut ist das Pentagramm auf den Kopf gestellt, das Pentagramm steht normalerweise auf zwei Spitzen. Beim umgekehrten Pentagramm bzw. Drudenfuß weist eine Spitze zur Erde. Es ist schon auf zahlreichen altgriechischen Münzen als Symbol des Geheimnisses, der Vollkommenheit oder des Weltalls, bei den alten Druiden, Pythagoreern, Gnostikern und Neuplatonikern abgebildet. Auch wird es als Abzeichen von geheimen Gesellschaften verwendet, sind damit die Freimaurer gemeint?
Die Freimaurerei, auch Königliche Kunst genannt, versteht sich als ein ethischer Bund freier Menschen mit der Überzeugung, dass die ständige Arbeit an sich selbst zu einem menschlicheren Verhalten führt. Die fünf Grundideale der Freimaurerei sind Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität.
Um Freimaurer ranken sich viele Mythen, vor allem die Zeichen und Symbole sorgen für viel Interesse an der Geschichte der Freimaurer.
Das Pentagramm wird nicht nur von Satanisten, sondern auch von Freimaurern und einigen Religionen verwendet. Bei den Freimaurern steht der fünfzackige Stern für einen fünffach gebrochenen Lichtstrahl, dessen Anfang zu seinem Ende zurückkehrt.
Das "Auge der Vorsehung" wird ebenfalls nicht nur von den Freimaurern verwendet. Bekannt ist es vor allem von dem Dollar-Schein und wird häufig, aber fälschlicher Weise, mit den Illuminaten in Verbindung gebracht. Für die Freimaurer fordert das Symbol in erster Linie zur Weisheit auf steht für die Wahrheit und das Gewissen.

Der rauen Kanten des Grabsteins ähnelt der Oberfläche einer Walnuss. Sie stehen für die unvollkommene Persönlichkeit der Menschen, mit all ihren Ecken und Kanten. Der viereckige kubische Stein steht hingegen für das Idealbild des Menschen. Auf die geraden Steine kann die Gesellschaft sprichwörtlich bauen.
Unter am Sockel fast unscheinbar hinter dem Efeu finden sich weitere Freimaurer Symbole „versteckt“
Das bekannteste Symbol der Freimaurer sind der Zirkel und das Winkelmaß. Es gibt generell keine einzig richtige Deutung der Freimaurer-Symbole, oft werden sie in mehreren Weisen gedeutet. Der Zirkel steht für den Kreislauf des Lebens, für Unendlichkeit, die Unsterblichkeit, aber auch für die Gemeinschaft.
Das Winkelmaß steht mit seinem rechten Winkel für das Führen eines aufrechten Lebens, angelehnt an ein Zitat von Platon, nachdem es "eine königliche Kunst [sei], (auf)recht zu „Leben". Werte wie Geradlinigkeit und Ehrlichkeit werden dadurch ebenfalls symbolisiert.
Nun bleibt noch die spannende Frage nach dem Löwen.
Auf griechisch heißt der Löwe λέων (Léōn), in Latein Leo in und in Hebräisch arjeh. Er ist ein Sinnbild der Unerschrockenheit, der Großmut, der Macht und gelassenen Standhaftigkeit.
Von den Trieben her betrachtet kann er Ausdruck für hohe Energie, Tatkraft und Aggressivität sein. Der Löwe steht als Symbol für die Sonne und die Auferstehung, aber auch als Sinnbild für imperiale Macht.
Leider konnte ich nicht in Erfahrung bringen, ob das Gesicht des Löwen, Dr. Franz Leuffen darstellt, oder welcher Bezug das Gesicht zu dem Löwen hat. Es könnten aber auch die Gesichtszüge von Asklepios sein, auch Zeus hatte ähnliche Gesichtszüge.

Noch eine persönliche Anmerkung:

Ich finde es sehr schade, das dieser wundervolle Grabstein gereinigt wurde, ein Bild aus dem Jahr 2019 zeigt die Schlange mit einer wundervollen Patina aus Moos.

 

 


Leven  Adolph,  10 / 2020

Adolph Leven

 

"Die Trauernde und der Engel", ja so könnte man die imposante Figurengruppe, auf der Grabstätte der Familie Adolph Leven beschreiben. Wenn Euch ein besserer Titel einfällt, dann schreibt mir doch mal in den Kommentar, ich würde mich riesig freuen.

 

Eine weitausschwingende, nahezu barocke Bronzeplastik einer sitzenden weiblichen Figur und eines Engels, erheben sich mehr als 300 cm hoch. Das Gewand der trauernden Frau liegt reich drapiert über den Stufen des Grabmals. Man kann einer Linie folgen, beginnend bei dem linken Bein der Sitzenden, über ihren erhobenen Kopf, zu dem geneigten Kopf des Engels, seinen Flügeln und der himmelwärts weisenden rechten Hand.

 

Hier handelt es sich noch um eine echte und sehr kostspielige Bronzeplastik, also keine der "neumodischen" Galvano-Plastiken die im 19. Jahrhundert in Mode kamen. Die seriell bzw. fabrikmäßig hergestellten und vor allen Dingen "preiswert" produzierten Figuren, meist in Form einer Trauernden, die das "gesellschaftlich kultivierte Gefühl bürgerlicher Trauer" dargestellt haben, überfluteten von etwa 1873 bis in die 1920er- Jahre die Friedhöfe.

Die Galvanoplastiken sind aber meist schmückendes Beiwerk, z.B. bei einem Monumentalen Grabstein aus Marmor oder Sandstein, nur in wenigen Fällen bilden Galvanoplastiken selbst das Denkmal.

 

 

Zu den Familien Leven und Varain konnte ich nicht viel finden, vermutlich waren sie Kaufleute, Färber, Gerber und Lederwarenhersteller, ihre Spuren verlieren sich in den Kriegsjahren. Auch der hier beigesetzte Dr. Fritz Banzhaf kam vermutlich bei einem Bombenangriff im Februar 1943, in Köln ums Leben.

 

 



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