Besondere GrabstätteN Burgfriedhof    Bonn


Der Burgfriedhof wurde 1804/05 auf dem Gelände der ehemaligen Vorburg der Godesburg unterhalb der Michaelskapelle in Nachbarschaft zu einem bereits seit dem frühen 18. Jahrhundert bestehenden jüdischen Friedhof angelegt. 1895 erwarb die Gemeinde Godesberg den Burgberg. Der Friedhof wurde hangabwärts mehrmals terrassenförmig erweitert, letztmals im Jahre 1910. 1924 entstand zu seiner Entlastung im Ortsteil Plittersdorf der neue Zentralfriedhof der Stadt.

 

Auf dem Friedhof befinden sich viele reich gestaltete Grabstätten des Großbürgertums aus dem 19. und dem Beginn des 20. Jahrhunderts, darunter auch mit fünf Mausoleenbauten die meisten unter den Bonner Friedhöfen. Zu den bedeutendsten Grabmälern zählt eine von dem Bildhauer Benno Elkan geschaffene Grabplastik (Bergpredigt) für den Pfarrer Karl Evertsbusch aus dem Jahre 1909. Als Friedhofskapelle dient heute ein 1904/05 für den aus Philadelphia gebürtigen Arzt George Guier (1824–1903)[5] nach Plänen des Regierungsbaumeisters August Senz (1862–1912) unter Ausführung durch den Bonner Architekten Wilhelm Weinreis (1872–1906) errichtetes Mausoleum in orientalisierenden Formen, das die Stadt Bad Godesberg 1952 erwarb.

 

Der Friedhof umfasst auch eine Kriegsgräberstätte von 72 Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg.

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Burgfriedhof_(Bad_Godesberg)


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Bommer Anna, Hauptlehrerin, 08 / 2020

Liebe Freunde von Orte der Stille,

zu der Grabstätte der Hauptlehrerin Anna Bommer und zu dem Bildhauer August Drechsler (Chemnitz) konnte ich keine brauchbaren Angaben finden. Im Amtsblatt der königlichen Regierung zu Köln, vom 12 Mai 1840, befindet sich lediglich ein Eintrag, das Anna Bommer am 25.April 1840 ihre Prüfung als Lehrerin erfolgreich abgeschlossen hat.

Aber schaut Euch mal die beeindruckende und filigrane Ausarbeitung der Skulptur an, unglaublich was August Drechsler vor 130 Jahren geschaffen hat. Genauso faszinierend finde ich auch die Widmung im Sockel. "Gestiftet von ihren dankbaren Schülerinnen und der Gemeinde Godesberg". Welche Lehrerin würde heute noch so ein Denkmal bekommen?


Blinzler Sebastian, Auguste, Joseph, Hubert, 08 / 2020

Maximilian Franz Xaver Joseph Johann Anton de Paula Wenzel von Österreich, oder wie seine Mutter ihn nannte, Max Franz von Österreich, aber was hat die Familie Blinzler damit zu tun.

Kurfürst Max von Österreich wollte Godesberg (gehört heute zu Bonn) zu einem bedeutenden Kurort ausbauen, hier die Gäste unterbringen. In der Zeit vor der französischen Besatzung hießen die Gästehäuser wie berühmte gegen die Franzosen kämpfende Feldherren, wie etwa „Zum Herzog von Yorck“ oder „Zum Prinzen von Oranien“, „Prinz von Coburg“ und einige weitere.

Im Zuge des Ersten Koalitionskrieges musste Maximilian Franz vor der Bedrohung durch den Vormarsch der Franzosen im Dezember 1792 zeitweise Bonn verlassen. Er residierte in dieser Zeit in Münster. Im April 1794 konnte er nach Bonn zurückkehren. Anfang Oktober 1794 rückten französische Truppen in die linksrheinischen Gebiete des Kurfürstentums Köln ein. Der Kurfürst musste daraufhin über den Rhein fliehen. Da die Franzosen etwas später ebenfalls über den Rhein setzten, war Max Franz gezwungen, immer weiter in das Reich hinein zu fliehen.

Die Gästehäuser Prinz von Coburg und Prinz von Oranien, mit Stallungen, Remisen, Gartenland usw. schenkte er seinem treuen Diener Sebastian Blinzler zur Bewirtschaftung.

Um 1870 entstanden aus den Gästehäusern ein Hotel für Anton Blinzler, vormals Wirt im Bahnhof Rolandseck. Später firmierte es als „Hotel-Restaurant mit Gartenwirtschaft“.

Unter einem der nachfolgenden Besitzer ab 1892 verfügte der nunmehr nach diesem als „Hotel Hüttenrauch (vormals Blinzler)“ bezeichnete Betrieb über 70 Zimmer, Bäder, Salons, kleine und große Säle sowie eine Stallung für Reitpferde (Stand: 1897). Um 1900 entstand für das Hotel zur Bahn hin ein großer Anbau.

 

Egal welchen Namen ich auf den Grabsteinen recherchiere, Auguste, Joseph, Hubert, Maximilian Blinzler, alle führen wieder zu dem berühmten Hotel Blinzler oder haben irgendwas mit Hotel und Gastwirtschaft zu tun.

 

Aufgrund der den Hotelbetrieb beeinträchtigenden Großbaustellen zur Höherlegung der gegenüberliegenden Eisenbahnstrecke und zum Bau der Fußgängerunterführung zwischen Bahnhofstraße und Rheinallee ab 1909 musste das Hotel seinen Betrieb einstellen und gelangte 1911 im Zuge des Insolvenzverfahrens in den Besitz der Bonner Bank. Anschließend stand das Gebäude leer. Im Ersten Weltkrieg mietete die Stadt Godesberg einige Räume als Suppenküche an, ab August 1915 diente es zudem als Soldatenheim und ab dem Hungerwinter 1917/18 als „Volksspeisehaus“. Nach Kriegsende beheimatete es unter Beschlagnahme der französischen Besatzungsmacht (bis 1926) und unter dem Namen Quartier Lannes ein Centre d`Instruction et de Rééducation Physique.

 

Den Rest der Geschichte zum Hotel Blinzler findet Ihr unter dem nachfolgenden Link.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Hansa-Haus_(Bad_Godesberg)


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Dernen - von Wittgenstein, 08 / 2020

Liebe Freunde von Orte der Stille,

 

nach mehr als 2 Stunden und mehr als 400 Fotos an einer einzigen Grabstätte, möchte ich Euch heute etwas ganz besonderes zeigen.

 

 

Leider ist zu dem österreichischen Bildhauer Adolf Simatschek kaum etwas bekannt, und das obwohl viele Werke von ihm geschaffen wurden. Darunter auch die Villa Bestgen in der Kölner Südstadt oder der Eingang zur Friedhofskapelle auf dem Düsseldorfer Südfriedhof. Aber die Grabstätte "Mutter Erde" für die Familie Dernen - von Wittgenstein, auf dem Burgfriedhof in Bonn Bad Godesberg, ist sicherlich das herausragenste Monument.

 

Die Anlage ist ca. 7 x 5m groß und aus Sandstein gearbeitet. Die Rückwand bildet eine überlebensgroße Frauengestalt mit ausgebreiteten, verhüllten Armen. Seitlich wird die Anlage durch vorspringende Wangen begrenzt. Die Frauengestalt ist eine Kombination aus Sphinx und Schutzmantelmadonna. Sie blickt geradeaus, ihr Gesicht ist eher androgyn. Der Schleier über dem Haupt und den Armen hängt an den Schläfen in massiven Schals herunter. Unter ihren

schlaff herabhängenden Brüsten bildet sich so eine Höhle. Diese ist als fiktiver Eingang zu verstehen. In ihm verschwindet gerade ein Menschenpaar. Der Mann umfasst seine Frau fest. Sie klammert sich mit beiden Armen um seinen Oberkörper, beide sind ins Knie gebrochen und schleppen sich ängstlich, aber doch stetig, in den Eingang.

Vor den weit ausgebreiteten Armen der Frauengestalt reiht sich eine dramatische Szene an die andere. Links wehrt sich im verzweifelten Kampf ein Mann gegen den Sog des Schlundes. Wie heftig die Kräfte sind, die auf ihn einwirken, zeigt sein Gewand. dahinter krabbelt ein Mensch, wie ein Tier auf allen Vieren, der Mitte zu. Ein anderer Mann hat sich auf ihn geworfen und versucht ihn zurückzuhalten. Sein Gesicht verrät höchste Erregung und Anstrengung. Am linken Ende versucht ein Mann seinem Schicksal durch Flucht über die Rückwand zu entkommen. Sein Körper ist weniger plastisch gearbeitet und verschmilzt so mit der Rückwand und dem Mantel. Eine selbst schon fast dahingesunkene Frau klammert sich an ihn und versucht, ihn entweder zurückzuhalten oder durch ihn ebenfalls errettet zu werden.

Die linke Seite ist durch den Todeskampf der Figuren zu höchster Dramatik gesteigert. Anders die rechte Hälfte. Hier herrscht das „Sich-Fügen-in-das-Schicksal“ vor. Das Paar, das dem Eingang schon am nächsten gekommen ist, stellt einen Greis mit seiner Frau dar. Ihre Körper sind unter einem weiten Mantel versteckt. Die Köpfe, die in beeindruckender Weise herausgearbeitet sind, stecken beide dicht zueinander. Die Gesichter sind von einem langen Leben und großer Erfahrung gezeichnet. Die Frau fasst mit ihrer Hand in die seine. Das Paar ist durch größte Innigkeit und Gefasstheit charakterisiert. Die abschließende rechte Gruppe zeigt eine junge Mutter, die sich von ihren beiden Söhnen verabschiedet. Der eine hängt sich voller Verzweiflung an ihren Hals und küsst sie. Das Gesicht der Mutter ist ernst und ruhig. Der zweite Knabe, den sie mit ihrem linken Arm umfasst, ist auf die Knie gesunken und versucht, die Mutter zu halten. Dieses Grabmal ist auf dem Godesberger Burgfriedhof auf einer schmalen Geländestufe platziert. Davor führt unmittelbar ein Friedhofsweg vorbei - von ihm aus kann das Figurenrelief im

Detail gut betrachtet werden. Der Kopf der Göttin ist nur in Unteransicht zu sehen was sie unheimlich erscheinen lässt.

Inschrift: „Denn Du bist Erde und sollst Erde werden. 1.Mose 3.19“

Quelle Text:  
Grabmäler des 19.Jahrhunderts im Rheinland zwischen Identität, Anpassung und Individualität.

von Ulrike Evangelia Meyer – Woeller Bonn 1999


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Kemp Paul, Filmschauspieler, 08 / 2020

 

 

 

Paul Kemp


Der aus Bad Go­des­berg (heu­te Stadt­ Bonn) stam­men­de Paul Kemp war ein be­kann­ter Thea­ter- und Film­schau­spie­ler, der auch als Ko­mi­ker er­folg­reich war. Ins­be­son­de­re in den 1930er Jah­ren ge­wann er durch be­kann­te Fil­me wie „Die Drei­gro­schen­oper" oder „M – Ei­ne Stadt sucht ei­nen Mör­der" die Gunst ei­nes brei­ten Pu­bli­kums.

Paul Kemp, mit voll­stän­di­gem Na­men Pe­ter Paul Kemp, wur­de am 20.5.1896 in Bad Go­des­berg als Sohn ei­nes Mu­sik­leh­rers ge­bo­ren. Er war kurz­zei­tig In­ter­nats­zög­ling des Go­des­ber­ger Je­sui­ten­kol­legs Hu­ber­ti­num (dem heu­ti­gen Aloi­si­us­kol­leg), be­such­te die Re­al­schu­le in Kö­nig­win­ter, so­wie die Land­wirt­schafts­schu­le in Bit­burg. An­schlie­ßend nahm er an der Bau­ge­wer­ke­schu­le in Köln ei­ne Aus­bil­dung zum Ar­chi­tek­ten auf und hos­pi­tier­te bei ei­nem Go­des­ber­ger Ar­chi­tek­ten. 

Wäh­rend des Ers­ten Welt­kriegs mel­de­te sich Paul Kemp frei­wil­lig als Kran­ken­fah­rer und wur­de an der West­front ein­ge­setzt. Hier ge­wann er ers­te Thea­ter­er­fah­run­gen mit Auf­trit­ten in ei­nem Sol­da­ten­en­sem­ble. Nach dem Krieg nahm er die Tä­tig­keit als Ar­chi­tekt nicht wie­der auf, da für ihn fest­stand, dass er Schau­spie­ler wer­den woll­te. Er be­such­te die Hoch­schu­le für Büh­nen­kunst in­ Düs­sel­dor­f und lern­te sein Hand­werk un­ter an­de­rem bei ­Loui­se Du­mont. In Düs­sel­dorf gab er auch sein Thea­ter­de­büt. Dar­auf folg­ten En­ga­ge­ments in Rem­scheid, Ham­burg und Ber­lin. 

In Ber­lin sah er sich in ei­ner schwie­ri­gen An­fangs­zeit Kon­kur­ren­ten wie ­Gus­tav Gründ­gen­s und Vik­tor de Ko­wa (1904-1973) ge­gen­über. Als er end­lich ei­ne Rol­le in ei­nem Kri­mi­nal­stück be­kam, spiel­te er ei­nen stum­men Die­ner. Die Leu­te lach­ten herz­lich über die­sen un­be­kann­ten jun­gen Ko­mi­ker. Er war end­lich auf­ge­fal­len. Und am an­de­ren Tag konn­te er in der Kri­tik le­sen: „Ein neu­er Mann! Der Schau­spie­ler, der den stum­men Die­ner spielt, ist her­vor­ra­gend. Ein wirk­li­cher Ko­mi­ker. Er hei­ßt Paul Klemm. Den Na­men wird man sich mer­ken müs­sen." Die­se Na­mens­ver­wech­se­lung ge­reich­te ihm aber nicht zum Scha­den. Im­mer mehr mach­te er sich als Cha­rak­ter­ko­mi­ker ei­nen Na­men. Er spiel­te und in­sze­nier­te mit gro­ßem Er­folg „Char­leys Tan­te", trat mit Chap­lin-Par­odi­en im Ka­ba­rett „Die Jung­frau" auf und krön­te sei­nen Ti­tel als Cha­rak­ter­ko­mi­ker mit der Dar­stel­lung des Buch­hal­ters Krin­ge­lein in Vicky Baums (1888-1960) „Men­schen im Ho­tel". Ne­ben­her dreh­te er auch noch ei­ni­ge kur­ze, ku­rio­se Wer­be­fil­me für Mo­to­ren­öl, Rhi­zi­nus und Le­bens­ver­si­che­run­gen. 

Von Ber­lin aus fand er 1930 den Weg zum Film, wo er schon bald mit sei­ner schüch­ter­nen Dar­stel­lung und sei­nem leicht ver­schmitz­ten Hu­mor gro­ße Po­pu­la­ri­tät er­lang­te. Paul Kemps Band­brei­te reich­te von der Dar­stel­lung des bie­de­ren Klein­bür­gers über den skur­ri­len All­tags­men­schen bis zum tra­gisch­ko­mi­schen Träu­mer. Er spiel­te un­ter an­de­rem ne­ben Heinz Rüh­man­n in der „Drei­gro­schen­oper" (1931), in Fritz Langs „M – ei­ne Stadt sucht ei­nen Mör­der" (1931), in Max Op­hüls Opern­film „Die ver­kauf­te Braut"(1932). In Rein­hold Schün­zels „Am­phi­try­on – Aus den Wol­ken kommt das Glück"(1935) spiel­te er so­gar ei­ne Dop­pel­rol­le und stell­te zwei völ­lig un­ter­schied­li­che Cha­rak­te­re dar. In den 1930er und 1940er Jah­ren, bis zum Kriegs­en­de, wirk­te er pro Jahr in bis zu zehn Un­ter­hal­tungs­fil­men mit. 

Nach dem Krieg ver­dien­te er sich sein Geld mit Tour­ne­en durch ös­ter­rei­chi­sche Städ­te, be­vor er 1947 sei­ne Film­kar­rie­re wie­der auf­neh­men konn­te. Sei­nem Ta­lent wur­den hier aber nur we­ni­ge Her­aus­for­de­run­gen ge­bo­ten und die Rol­len wur­den im­mer klei­ner. Zu sei­nen be­kann­tes­ten Fil­men nach dem Krieg ge­hör­ten „Ab­sen­der un­be­kannt" (1950), „Der Mann, der sich sel­ber sucht" (1950), „Die Die­bin von Bag­dad" (1952) und „Glück muss man ha­ben" (1953).

Am 13.8.1953 starb Paul Kemp in der Bon­ner Uni­ver­si­täts­kli­nik an den Fol­gen ei­nes Bild­darm­durch­bruchs. Sein Grab be­fin­det sich auf dem Burg­fried­hof in Bad-Go­des­berg. Die Paul-Kemp-Stra­ße (bis 1978 Bach­stra­ße) in Bad Go­des­berg, in der sich sein El­tern­haus be­fin­det, er­in­nert an ihn. Ei­ne go­ti­sche Pie­tà in der Go­des­ber­ger Ma­ri­en­kir­che ist ein Ge­schenk aus dem Nach­lass von Paul Kemp.

 

Bühnenauftritte

Ko­mö­die der Ir­run­gen, Wil­liam Shake­speare (Ham­burg 1923).
Char­leys Tan­te, Bran­don Tho­mas (Ham­burg 1923).
Or­pheus in der Un­ter­welt, Jac­ques Of­fen­bach (Ham­burg 1926).
Der Mann, der sei­nen Na­men än­der­te, Ed­gar Wal­lace (Ham­burg 1929).
Men­schen im Ho­tel, Vicky Baum (Ur­auf­füh­rung. Ber­lin 1930).
Die Schu­le der Frau­en, Mo­lié­re (Ber­lin 1930).
Der Haupt­mann von Kö­pe­nick, Carl Zuck­mayr (Ur­auf­füh­rung, Ber­lin 1931).

Filme

Die Drei­gro­schen­oper (1931).
M – Ei­ne Stadt sucht ei­nen Mör­der (1931).
Die ver­kauf­te Braut (1932).
Am­phi­try­on – Aus den Wol­ken kommt das Glück (1935).
Korn­blu­men­blau (1939).
Jen­ny und der Herr im Frack (1941).
Die Drit­te von rechts (1950).
En­gel im Abend­kleid (1951).

 

Quelle Text: Erika Steinhausen (Weilerswist)
https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/paul-kemp/DE-2086/lido/57c9340aafa3e5.84536106


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Siebel Gerhard, Götz vom Rhein, 08 / 2020

Johann Gerhard Siebel

Johann Gerhard Siebel (* 8. Mai 1784 in Elberfeld (heute Stadtteil von Wuppertal); † 8. Oktober 1831 in Baden-Baden) war ein Elberfelder Kaufmann, Lokalpolitiker (Munizipalrat), Diplomat und Publizist. Er schrieb unter dem Pseudonym Götz vom Rhein.

Siebel wurde als Sohn eines wohlhabenden Elberfelder Textilkaufmanns geboren und wurde am 19. Mai 1784 in Elberfeld getauft. Er fiel schon in seiner Jugend durch seine sehr ausgeprägte sprachlich-dichterische Begabung auf.

Siebel reiste 1806/07 – beauftragt auch wegen seiner französischen Sprachkenntnisse – als 22-Jähriger nach Warschau zu Napoleon, um diesen zu einzelnen Lockerungen seiner Handelsbeschränkungen zu bewegen, die damals das Bergische Land erheblich schädigten. Er erreichte die Wiederfreigabe des Handels mit Italien. Zwei weitere Reisen führten ihn 1808 und 1811 als Mitglied von Wirtschaftsdelegationen nach Paris zu Joachim Murat, dem Großherzog von Berg – diesmal ohne, dass die diplomatische Mission erfolgreich war.

Die letzte Begegnung Siebels mit Napoleon fand im Jahre 1811 im Düsseldorfer Hofgarten anlässlich einer Industrieausstellung statt. Napoleon musterte Siebel und sagte: „Eh bien, vous êtes très riche?“ („Na, Sie sind wohl sehr reich“?) Unbefangen erwiderte Siebel „Sire, je suis à mon aise“ („Majestät, ich habe, was ich brauche.“) Die Anekdote ist überliefert in den Memoiren von Johann Wilhelm Fischer.

1815 war er Mitgründer der Freimaurerloge Hermann zum Lande der Berge in Elberfeld. Er betätigte sich als engagierter Publizist, unter anderem in der Zeitschrift Hermann, und baute die Elberfelder Schützengilde zum Bergischen Landsturm um. Darüber hinaus schrieb er poetische Werke und war ein kenntnisreicher Kunstsammler. Er starb in Baden-Baden und wurde auf dem Burgfriedhof in Godesberg bei Bonn begraben.

Er war der Sohn des Elberfelder Bürgermeisters Johann Wilhelm Siebel.

Der Grabstein ist auf allen Seiten mit einer vermutlich von Gerhard Siebel verfassten Inschrift versehen.  Unten links der Kopf einer Trauernden mit Mohnzweigen als Zeichen des Todesschlafes, die erlöschende Fackel für Tod und Vergessen, die Schlange die sich in den Schwanz beißt, bildet einen Kreis, dies ist eine Symbolik der Unendlichkeit und der Schmetterling als Symbolik für Sterben und Auferstehung.

Die Inschrift, vermutlich von Gerhard Siebel:

Dort legt mich hin an meiner Mutter Brust, in stiller Erde wo in süßem Schlummer vernarbt des Lebens bittrer Kummer, der Friedensbote mir die Ruhe schenkt. Von Vaters Höhen sich die Palme senkt und Labung kommt gleich Edens Lust. Dort legt mich hin, wo am bemoosten Turme, die Schlosskapelle mit des Friedhofs Blüten Dir winkt und Gruß entgegen bieten. Vom Friedensland und von den Höhen dort wo die Lüfte um die Gräber wehen, wünsch ich zu ruhen von des Lebens Sturme. 

Auf eine andere Seite der Stele schrieben vermutlich seine Hinterbliebenen: 

Im Lande der Berge entstanden verklärt an Badischer Heilquell `Wölbt dem Ruhenden hier Trauernde Liebe das Grab. Wunsch des Entschlafenen war es, Dass hier ihm ruhe die Erdform, nahe dem herrlichen Strome, dessen Name er trug. Goetz vom Rheine nannte er sich Im Dienste der Kamönen, deren Priester er war mit begeistertem Sinn

Quelle Text teilweise: https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Siebel

 



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Winter  Hermann-Josef  Dechant, 08 / 2020

In Turin, das gemeinsam mit Mailand als italienische Jugendstil-Hauptstadt des vergangenen Jahrhunderts gilt, erhielt der Art Nouveau die höheren Weihen auf der Kunstgewerbeschau von 1902, der Esposizione d'arte decorativa moderna, einem phantastischen Jahrmarkt, der im Parco del Valentino inszeniert und zum Triumph der Belle Epoque in Italien wurde. Durch dieses kulturelle Ereignis manifestierte sich ein neuer Architekturstil in Italien, der dort Liberty genannt wird.

 

Diese wunderschöne Grabstätte von Dechant Dr. Hermann-Josef Winter wurde von einem seiner Schüler, in Italien entworfen, dort gebaut und auf dem Burgfriedhof wieder zusammengesetzt.

 

Die Jugendstilelemente, das Glasmosaik aber auch die Glasmalereien spiegeln diese wunderbare Zeit des Jugendstils in Italien, eindrucksvoll wieder. Wenn man sich die Farbigkeit des roten Glases und die Struktur anschaut, könnte es sich um Murano-Glas handeln. Ein unglaubliches Stück Zeitgeschichte mitten in Bonn / Bad Godesberg.

 

Egal was ich recherchiert habe, zu dem Dechanten Winter gibt es nur positive Aussagen, ich denke das Wort "Seelenhirte" trifft es am besten.

 

Diesen Text haben seine Pfarrkinder auf eine Tafel an der Michaelskapelle geschrieben.

 

Unserem geliebten Seelenhirten Dr. Hermann Winter,

Ehrenprälat, Dechant und Pfarrer der die kirchliche Entwicklung Godesbergs ins Große erweitert,

dieses Gotteshaus ausgebaut,

das Markusstift errichtet,

das Collegium Hubertinum gegründet,

das Waisenhaus ins Leben gerufen,

das Vereinshaus gestiftet,

die Michaelskapelle erneuert,

die Sebastianuskapelle gebaut und

alle Ordensniederlassungen der Stadt veranlasst und eingeführt hat,

der sein ganzes Priesterleben uns Godesbergern geschenkt,

mit dem Feuer seiner Predigt unsere Seelen erwärmt und

sie mit der Güte seiner werktätigen Nächstenliebe getröstet hat,

der uns helfend und ermutigend durch die schwere Zeit des Weltkrieges hindurchgeführt,

setzen wir diesen Stein für kommende Geschlechter als seine dankbaren Pfarrkinder.

 

Quelle Text teilweise: http://genwiki.genealogy.net/Godesberg/Dr._Hermann_Winter

 


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