Besondere Grabstätten          Alter  Friedhof  Bonn


Der Alte Friedhof bildet mit seinem dichten Baumbestand eine der wenigen grünen Inseln der Innenstadt. Schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ist er ein Ziel von Gästen aus aller Welt, die seine viel gepriesene „Schönheit und Anmuth“ besichtigen möchten.Doch die Anfänge dieses heute so berühmten Friedhofs sind äußerst bescheiden: Um 1715 wurde er vor den Toren der Stadt als Begräbnisplatz „vor gemeine Einwöhner, Paßanten und Soldaten“ angelegt. Viele Jahre reichte das kleine, dreieckige Areal als Begräbnisfläche aus, denn die Bonner Bürgerschaft hatte zunächst noch Vorbehalte gegen den schlichten Totenacker. Das isoliert gelegene Gelände mit schlechten Zugangswegen hatte keine Einfriedung. Daher beschwerten sich die Angehörigen nach den ersten Beerdigungen, dass „die Ziegen über die Gräber springen“. Zudem fehlte dem damals neuen Friedhof für lange Zeit eine eigene Kapelle.Mit der Schließung der innerstädtischen Kirchhöfe 1787 wurde der „Friedhof vor dem Sterntore“ zum alleinigen, zentralen Begräbnisplatz Bonns bestimmt. Seine Entwicklung vom ehemals Arme-Leute- und Soldatenfriedhof hin zum renommierten Begräbnisplatz vollzog sich zunächst langsam, nach der ersten Friedhofserweiterung 1819 rasant. Einen entscheidenden Anteil an der Entwicklung zur Ruhestätte bedeutender Persönlichkeiten hatte die Gründung der preußischen Universität in Bonn am 18. Oktober 1818. Ihrem Ruf folgten zahlreiche Professoren, die sich eine repräsentative Ausgestaltung ihrer Familiengrabstätten wünschten. Somit spiegeln die Grabmale des Friedhofs auch die Entwicklung Bonns von der kurfürstlichen Residenz bis hin zur bildungsbürgerlich geprägten Stadt wider. Nachdem sämtliche Möglichkeiten zur Erweiterung des Friedhofs ausgeschöpft waren, musste er 1884 geschlossen werden. 100 Jahre später, 1984, wurde er unter Denkmalschutz gestellt. Heute ist eine Bestattung nur noch möglich für Inhaber des Nutzungsrechts an einem schon bestehenden Familiengrab, für Bonner Ehrenbürger und für Grabpaten, welche die Patenschaft für ein verwaistes Grab übernehmen. Da der „Zahn der Zeit“ an zahlreichen Gittern und Grabmalen nagt, ist die Patenschaftsübernahme eine Chance, den zunehmenden Verfall aufzuhalten. Die 1975 gegründete „Gesellschaft der Freunde und Förderer des Alten Friedhofs in Bonn e.V.“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit Restaurierungsmaßnahmen zur Erhaltung des Alten Friedhofs beizutragen, damit auch künftige Generationen die „Schönheit und Anmuth“ dieses besonderen Ortes genießen können.
(Autorin: Erika Zander)

Quelle: https://www.wo-sie-ruhen.de/friedhoefe?stadt=14&friedhof=26


A

Adaïewsky Ella ,   06    2020

Malinconia (Melancholie)

Liebe Fotofreunde, der alte Friedhof Bonn liegt direkt vor meiner Haustüre und wenn ich mal "Ruhe" brauche, ist der Friedhof eine kleine Oase mitten in der Stadt Bonn.

Ich bin schon oft an dem Grab von Ella Adaïewsky vorbei gelaufen, aber meist ohne besondere Notiz von dem Grab zu nehmen. Dabei ist die Skulptur etwas ganz besonderes, sie erinnert an die wundervollen Skulpturen in Italien.

Antonio Dal Zotto war ein italienischer Bildhauer und hat diese wunderschöne Skulptur geschaffen. Sie heisst Malinconia (Melancholie) und wurde für Ella Adaïewsky, bekannt auch unter ihrem Geburtsnamen Elisabeth (von) Schultz bzw. Elisabeth (von) Schultz-Adaïewsky und dem Pseudonym Bertramin) geschaffen.

Elisabeth von Schultz’ Vater war der deutschbaltische Arzt und Schriftsteller Georg Julius von Schultz (Pseudonym Dr. Bertram). Ihre Mutter Theodora war Schülerin Adolf Henselts und gab selbst Klavierunterricht. Auch Ella Adaïewsky wurde zunächst von ihrer Mutter unterrichtet. Später studierte sie in Sankt Petersburg bei Adolf Henselt und Nicolas von Martinoff (1813–1864). Von 1857 bis 1859 war sie in Eisenach und Weimar und erhielt Unterricht bei Martha von Sabinin (1831–1892) und auch bei Franz Liszt. Ab 1864 studierte sie am Sankt Petersburger Konservatorium Klavier bei Alexander Dreyschock, Musikgeschichte bei Alexander Faminzyn (1841–1896), Komposition bei Nikolai Saremba, Musiktheorie bei Ignaz Vojáček und Instrumentierung bei Anton Rubinstein. Adaïewsky unternahm Konzertreisen als Pianistin und ließ sich 1882 in Venedig nieder. 1909 übersiedelte sie auf Einladung der Freifrau Franziska von Loë nach Neuwied in das Segenhaus des Schlosses Monrepos. Während des Ersten Weltkriegs nannte sie sich wieder von Schultz, um nicht in Verdacht zu geraten, eine russische Spionin zu sein.

Adaïewsky schrieb Klavierkonzerte, Vokalmusik (u. a. Chöre für den russisch-orthodoxen Gottesdienst) und zwei Opern, die sie unter dem Pseudonym Adaïewsky veröffentlichte. Außerdem gab sie eine Sammlung italienischer Tanzlieder heraus und publizierte über Volksmusik und Musik im antiken Griechenland. Ihre Oper Morgenröte der Freiheit fiel 1877 der zaristischen Zensur zum Opfer und wurde nicht aufgeführt.

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Ella_Ada%C3%AFewsky

 


Anderson  James  Murray, 11  2019

James Murray Anderson

Anlässlich der Errichtung des Grabmales für James Murray Anderson (1800 - 1862) berichtete die Bonner Zeitung vom 15. April 1870:

Unser schöner Kirchhof ist in jüngster Zeit um mehrere Grabdenkmäler bereichert worden, von denen wir auf eines als von hervorragendem Kunstwerte besonders aufmerksam machen wollen. Es ist das Grab des verstorbenen Pastors der hiesigen englischen Gemeinde Anderson. Es besteht aus einem Sarkophag aus Granit, der mit vier weißmarmornen Löwenfüßen auf einem dreistufigen Postament von gesprenkeltem Marmor ruht. In die vier Seiten des Sarkophags sind weiße Marmorplatten eingefügt und auf demselben liegen ein Kreuz, ein geschlossenes und ein aufgeschlagenes Buch, ebenso aus weißem Marmor. Die beiden Blätter des letzteren Buches tragen die 

Inschrift: 

Am the resurrection and the life, he that believeth in me, though he were dead, yet shall he live.

Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er tot ist.

 

Auf der Marmortafel der Kopfseite liest man die Worte: Hier ruhen die sterblichen Reste des Pfarrers James St. M. Anderson, geb. 21. April 1800, gestorben 22. Sept. 1862, und auf der östlichen Seitentafel: Dem Andenken des Pfarrers James Stuart Murray Anderson, M. A. Rektors von Tormarton und 10 Jahre lang britischer Geistlicher in Bonn, errichtet von den Mitgliedern seiner Gemeinde und einigen deutschen Freunden. Dieselben Inschriften enthalten die betreffenden Tafeln des Fußendes und der westlichen Seite in englischer Sprache. Das Ganze macht in seiner künstlerischen Vollendung einen erhebenden Eindruck.

Der Bildhauer Edmund Renard aus Köln, war der Meister dieses prächtigen Werkes. 

Der als Schöpfer des Gedenkzeichens genannte Bildhauer Edmund Renard (1830 - 1905) hat es im rückwärtigen Sockelbereich signiert. Er hat nachweislich auch zwei Grabmale auf dem Kölner Melaten Friedhof geschaffen.

1862 hatte die Bonner Zeitung den Tod des Pfarrers bekanntgegeben. Der Nachruf vom 22.9.1862 lautete: In der vergangenen Nacht ist ein Mann durch den Tod aus unserer Mitte gerissen worden, der, wenn auch Fremdling auf hiesigem Boden, eine glückliche Heimat in Bonn gefunden hatte, in der er ein stilles segenreiches Wirken entfaltete. Der Pfarrer der englischen Gemeinde in Bonn, Reverend J. S. M. Anderson verschied gegen 5 Uhr früh an einem Herzschlage. Herr Anderson war seit 10 Jahren in Bonn. Nicht allein seine englischen Landsleute sind es, die ihn betrauern, auch in unseren deutschen Kreisen war der Verstorbene eine allseitig geschätzte und geliebte Persönlichkeit. Wer kannte nicht diese hohe, würdige Gestalt, den menschenfreundlichen alten Herrn mit Silberhaar. Diesem Äußeren entsprach sein Gemüht, welches schlicht und reich zugleich war.

Quelle Text teilweise: 

Der alte Friedhof in Bonn, Kunst und Geschichten von Erika Zander und Jörg Bätz


B

Busch Carl David Wilhelm, 06   2020

 

Natürlich möchte ich mich hier nicht mit fremden Federn schmücken, das Marmorportrait ist von J. Vogel, vom LVR-LandesMuseum in Bonn.

Aber es zeigt wie unglaublich manche Geschichten sind und wie sich manchmal die Puzzlestücke zusammenfügen.

Bei Grabungen im Bereich der Bonner Beethovenhalle kam überraschend ein unvollständiger Marmorkopf im Schutt des Zweiten Weltkrieges zutage. Der Männerkopf in klassizistischer Manier ist wohl als Büste zu ergänzen.

Auf der Suche nach der Identität der gewiss berühmten Persönlichkeit gab der Fundort einen ersten Hinweis: Auf dem Gelände zwischen Wachsbleiche und Theaterstraße standen die Universitätskliniken, die am 18.10.1944 einem Bombenangriff zum Opfer fielen. Dort befand sich wohl der Standort der Büste. Das entscheidende Kriterium für die Benennung des Dargestellten gab letztlich die charakteristische Stirnhaarfrisur. Diese findet in Kombination mit dem Backenbart ihre Entsprechung in dem Bronzebildnis des Bonner Chirurgen Carl David Wilhelm Busch (1826–1881) auf dem Alten Friedhof in Bonn. Busch übernahm 1855 das Direktorat der Chirurgischen Klinik von Bonn, war 1859/60 Dekan der Medizinischen Fakultät, 1862/63 Rektor der Universität.

Sein Grabmal von 1883 auf dem Alten Friedhof signierte der Bonner Bildhauer A. H. Küppers (1842–1926), bekannt durch zahlreiche weitere Bonner Gelehrtenporträts wie von J. Noeggerath, F. A. Kekulé, W. Nasse oder H. Nissen. 1903 schuf Küppers eine Marmorbüste des Bonner Arztes Busch für die Berliner Charité. Eine weitere aus der Hand des Künstlers von 1882 gilt als verschollen und kam möglicherweise mit dem Aushub des Kriegsschutts vor der Bonner Beethovenhalle wieder ans Licht. Zweifelsohne steht der Marmorkopf stilistisch in der Tradition des meistgefragten Bildhauers der Stadt und seiner für das 19. Jahrhundert typischen Gelehrtenporträts.

Die anderen Portraits und die beiden Reliefs sind natürlich von mir.

Karl David Wilhelm Busch war im Deutsch-Französischen Krieg beratender Chirurg und Generalarzt. Er war Mitglied der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte. Die beiden Reliefs zeigen Szenen aus der Behandlung von Patienten, aber da möchte ich kein Patient gewesen sein.

Quelle Text:
https://bodendenkmalpflege.lvr.de/…/…/2018/fdm_2018_10.html…

 


Baltzer Johann Baptist,  08 2020

Johann Baptist Baltzer

Johann Baptist Baltzer, auch Johannes Baptista Baltzer, (* 16. Juni 1803 in Andernach; † 1. Oktober 1871 in Bonn) war ein katholischer Theologe und bedeutender Dogmatiker, der sich gegen Ende seines Lebens der alt-katholischen Bewegung anschloss.

Leben

Seine Gymnasialbildung erhielt Baltzer am katholischen Gymnasium zu Köln. Er studierte von 1823 bis 1827 unter Georg Hermes an der Universität Bonn katholische Theologie. 1829 wurde er zum Priester geweiht, 1830 an der theologischen Fakultät München auf Grund der beiden Dissertationen „Über die Freiheit des menschlichen Willens“ und „Urzustand der ersten Stammeltern“ mit Erlassung der mündlichen Prüfung zum Doktor der Theologie promoviert. Im selben Jahr wurde er außerordentlicher Professor, ein Jahr später ordentlicher Professor für Dogmatik in Breslau, 1843 geistlicher Rat des Konsistoriums.

Als Reaktion auf eine Predigt des Königlichen Konsistorialrats, Superintendenten und Erstem Prediger an der Hofkirche zu Breslau, Ludwig Falk, verfasste Baltzer 1844 Das christliche Seligkeitsdogma. 1846 wurde er unter Fürstbischof Melchior von Diepenbrock residierender Domherr an der Kathedrale, 1860 wurde er Domscholastikus.

Der Domscholaster (auch Domscholast, Domschulmeister, magister scholarum) ist ein Würdenträger des Domkapitels, der mit der Leitung der Kloster- oder Domschule betraut ist.

Nachdem er die Lehren des Wiener Theologen Anton Günther, dessen Schriften 1857 auf den Index der von der katholischen Kirche verbotenen Schriften gesetzt wurden, 1853 verteidigt hatte und auch weiterhin nach 1859 indizierten Schriften Günthers gelehrt hatte, wurde ihm am 17. April 1860 durch Heinrich Förster die kirchliche Lehrerlaubnis (missio canonica) entzogen.

Im Jahre 1870 erklärte er sich gegen das Dogma der Päpstlichen Unfehlbarkeit und schloss sich der altkatholischen Bewegung an. Den gläubigen Protestantismus bezeichnete er hingegen als „liebenswürdige Inkonsequenz“.

Durch den Fürstbischof Heinrich Förster wurde er 1870 suspendiert, nachdem er die Nürnberger Erklärung gegen die Unfehlbarkeit des Papstes unterzeichnet hatte. Ihm wurden damit alle kirchlichen Ämter und Einkünfte gesperrt (suspensio ab ordine et beneficio). Er wurde vom königlichen preußischen Disziplinarhof von der auf Wunsch des Fürstbischofs durch den Kultusminister erfolgten Anklage wegen Verletzung der Dienstpflichten freigesprochen, blieb aber weiterhin ohne kirchlichen Lehrauftrag. Trotz des päpstlichen Wunsches der Lehramtsaufgabe blieb er Mitglied der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Breslau und starb am 1. Oktober 1871 in Bonn.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Baptist_Baltzer


C


D

Doetsch  Paula / Hermann Jakob,  11 2019

Paula Doetsch

Hermann Jakob Doetsch

Bürgermeister von Gerresheim, Gladbach und Bonn (1831-1895)

Anlässlich des Todes seiner Tochter Paula, die am 7.10.1890 im Alter von nur 21 Jahren gestorben war, erwarb der damalige Oberbürgermeister von Gladbach (seit 1960 Mönchengladbach) Hermann Jacob Doetsch diese Grabstätte, auf dem alten Friedhof in Bonn.

Geprägt war seine Amtszeit in Mönchengladbach vom Kulturkampf und vom rasanten Bevölkerungswachstum durch den Zuzug von Industriearbeitern, insbesondere der seinerzeit boomenden Textilindustrie. Die 1872 erfolgte Anlage des Kaiserplatzes, des heutigen Adenauerplatzes, geht auf Doetsch zurück.

Nach knapp vierjähriger Tätigkeit in Mönchengladbach erfolgte seine Bestellung zum Oberbürgermeister der Stadt Bonn. Doetschs Motiv, Mönchengladbach zu verlassen, um das Oberbürgermeisteramt in der nur unwesentlich größeren, allerdings von ihrer Lage und ihrer Sozialstruktur her wohl attraktiveren Stadt anzustreben, ist unklar.

Am 30.7.1875 er­folg­te die Wahl durch den Stadt­rat, am 22.9.1875 die kö­nig­li­che Be­stä­ti­gung für ei­ne zwölf­jäh­ri­ge Amts­dau­er. Die Amts­ein­füh­rung fand am 4.12.1875 statt. Mit dem Amt des Bon­ner Ober­bür­ger­meis­ters war seit 1860 auch ein Sitz im Preu­ßi­schen Her­ren­haus ver­bun­den. Do­e­tsch wur­de am 4.8.1876 in das Her­ren­haus be­ru­fen (ein­ge­tre­ten 12.1.1877).

Mit der Gestaltung der Grabstätte beauftragte er Robert Cauer der Ältere. Robert Cauer der Ältere war der Sohn von Emil Cauer d. Ä. und Bruder von Karl Cauer. Die Cauers sind eine weitverzweigte Familie von Künstlern, vornehmlich Bildhauern – ein Beruf den auch seine Söhne Stanislaus und Friedrich Cauer ergriffen. Der Neffe Hans Cauer war ebenfalls Maler, die Neffen Emil und Hugo Cauer, Söhne des Bruders Karl, waren Bildhauer.

Der annähernd lebensgroße, betende Engel ist das letzte Werk, das der Bad Kreuznacher Bildhauer für eine Ruhestätte auf dem alten Friedhof in Bonn schuf.

Die bildhauerische Qualität des Engels offenbart sich weniger in dem etwas rührseligen Gesicht, als vielmehr in der Draperie und dem großen Flügelpaar mit plastisch modellierten Federn. 

Zu dem Bonner Werk gibt es identisches Pendant auf dem Melaten Friedhof in Köln. Dort ziert der Engel die Grabstätte der Familie Herstatt, das entspreche Bild habe ich Euch mal beigefügt.

Beide Skulpturen wurden aber von Robert Cauer d. Ä. in Rom geschaffen, das Kölner Exemplar ist jedoch 2 Jahre früher, also 1889 entstanden.

Hermann Jakob Doetsch starb am 7.3.1895 im Johanneshospital in Bonn. Die Beerdigung erfolgte am 10. März auf dem Alten Friedhof, tags darauf fand das Seelenamt im Bonner Münster statt. 

Quelle Text teilweise: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/hermann-jakob-doetsch-/DE-2086/lido/57c695ed4aedf8.01590694


E


F

Überschrift


G


H

Heidel   Rudolf  Hermann  11  2019

Hermann Rudolf Heidel

Der Todeswächterengel

Der Bonner Bildhauer Hermann Rudolf Heidel schuf den eindrucksvollen Engel auf einem hohen Sandsteinsockel für die Grabstätte seiner Familie im Jahre 1839. Im Gegensatz zu den rührseligen Engelfiguren, die im 19. Jahrhundert einen beliebten Grabschmuck darstellten, ist der Heidel-Engel ein strenger Todeswächter. Kein lieblicher Ausdruck in Gestik und Mimik, sondern ernste, stille Züge kennzeichnen die Skulptur. In ihrer rechten Hand hielt sie ursprünglich einen Palmzweig, Sinnbild für den Triumph des Glaubens. Mit der Linken trägt der Engel einen Blumenkranz. Er steht einmal für Ruhm und Sieg, andererseits zeigt er auch Tod und Trauer an. Über den Verbleib der rechten Hand und Teile des Palmzweiges ist leider nichts bekannt. Vermutlich sind sie einfach dem Verfall zum Opfer gefallen, der ja an dem Engel schon deutliche Spuren hinterlassen hat.

Aber Hermann Heidel hat auf dem Alten Friedhof in Bonn noch einen weiteren Grabstein geschaffen, wer weiß denn welchen? 

Hermann Heidel studierte zunächst Medizin, wechselte aber 1835 zur Kunst und begann seine Studien an der Akademie der bildenden Künste München bei Ludwig von Schwanthaler. Er war Renoncenphilister des Corps Rhenania Bonn (1831) und Mitglied des Corps Palatia Heidelberg (1831/32). Ein „Alter Herr“ oder Philister ist ein Mitglied einer Studentenverbindung nach Beendigung seiner Studien- und Aktivenzeit.

Nachdem er sich durch Modellierung einer heute nicht mehr existierenden Kolossalbüste Beethovens einen Namen gemacht hatte, begab er sich für drei Jahre nach Italien. 1843 ließ er sich in Berlin nieder. Er übernahm hier zuerst Sandsteinarbeiten für das im Wiederaufbau begriffene Opernhaus „Unter den Linden“ und für die Schlosskuppel am Berliner Stadtschloss sowie Stuckarbeiten für dessen „Weißen Saal“. Ein Hochrelief Karl der Große, die Sachsen zum Christentum zwingend, und Luther, die Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg anschlagend, wurde als Gipsmodell ausgeführt und vom König von Preußen dem Martinsstift in Erfurt zum Geschenk gemacht.

Es folgten: Umrisse zu Goethes Iphigenie, acht Blätter aus dem Tantalos-Mythos und eine Iphigeniastatue in Marmor, für das Orangerieschloss in Potsdam. Nach Heidels Modell wurde die 1859 in Halle enthüllte Händelstatue in Bronze gegossen, die seitdem neben Ernst Rietschels Gotthold Ephraim Lessing steht. Als Dank und Anerkennung ernannte ihn die Stadt Halle zum Ehrenbürger.

Quelle Text teilweise: https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Heidel


I


J


K


L


M

Maertens Hermann Eduard,  11  2019  und  06  2020

Hermann Eduard Maertens

Die Synagoge der jüdischen Gemeinde Bonn entstand an der ab 1715 angelegten neuen Judengasse nach Plänen des zu dieser Zeit in Bonn als Architekt tätigen königlichen Bauinspektors Hermann Eduard Maertens (1823–1898), der bereits im Dezember 1874 einen Entwurf für das Projekt vorlegte und spätestens im Januar 1876 von der Gemeinde mit der Durchführung beauftragt wurde. Ein Vorbild war die Synagoge Glockengasse (1857–1861) von Ernst Friedrich Zwirner in Köln. Mit dem Bau der alten Synagoge wurde nur ein Jahr später 1877 begonnen und bereits im Jahr 1878 fertiggestellt, sie wurde 1938 von den Nationalsozialisten zerstört.

Die auf dem alten Friedhof in Bonn, an exponierter Stelle gelegene Grabstätte, wurde im November 1870 von dem Architekten und Bauinspektors Maertens anlässlich des Todes seiner beiden Söhne erworben. Die kleinen, das Wandgrab flankierenden Eckpostamente sind mit knieenden, die Hände zum Gebet gefalteten Kinderengelfiguren geschmückt. Die gleichsam für die Kinder bittenden Engelsfiguren sind mit gen Himmel gerichtetem Blick und einander leicht zugeneigter Körperhaltung dargestellt. Vermutlich hatte Maertens den Entwurf des Grabensembles selbst angefertigt und die Bonner Steinmetzwerkstatt Kieserg hat lediglich die Ausführung übernommen 

Quelle Text teilweise: https://www.wikiwand.com/de/Alte_Synagoge_(Bonn)


N

Noeggerath Johann Jacob, 06 2020

Liebe Fotofreunde,

wer weiß denn von Euch was ein Bonmot ist?

Ich gebe zu, ich habe auch erst mal googlen müssen, folgendes schreibt Wikipedia dazu. Ein Bonmot ist ein witziger Einfall, ein geistreiches Witzwort, eine treffende Bemerkung oder ein situationsbezogen gelungener Ausspruch. Bonmots gelten als Zeichen von Geist und sind ein Teil der Fähigkeit, sich in anspruchsvoller Gesellschaft zu bewegen.

Und nur auf Grund von einem solchen Bonmot von Johann Jacob Noeggerath, ist diese wundervolle Skulptur von Ihm entstanden.

Der Bildhauer Albert Hermann Küppers / (von Küppers) war bekannt, dass er zu Lebzeiten viele Gelehrte der Universität Bonn porträtierte. Diese Porträts dienten ihm als Vorlage für die Anfertigung von Grabmalen. So bat er auch den Geologen Johann Jacob Noeggerath, ihm Modell zu sitzen. Mit dem Hinweis, so weit sei es noch lange nicht, verweigerte der Professor den Wunsch des Künstlers.

Schließlich fügte er sich doch mit den Worten:


„Na gut, aber nur im Sitzen. Ich hab‘ keine Lust, die Ewigkeit lang zu stehen.“ 

 

Diesem Bonmot ist eines der schönsten Denkmale auf dem Alten Friedhof in Bonn zu verdanken.

1878 wur­de Küp­pers von ei­nem ei­gens da­zu ge­grün­de­ten Denk­mal­ko­mi­tee für ein Ho­no­rar von 6.600 Mark mit der Schaf­fung ei­nes Bild­nis­ses für den im Jahr zu­vor ver­stor­be­nen Bon­ner Ober­berg­haupt­mann und Uni­ver­si­täts­pro­fes­sor Jo­hann Ja­cob No­eg­gerath (1788–1877) be­traut. Der Bild­hau­er ent­schied sich zu ei­ner le­bens­gro­ßen Sitz­skulp­tur aus Car­ra­ra-Mar­mor, die dem Ty­pus des Ge­lehr­ten­denk­mals folg­te. In drei­jäh­ri­ger Ar­beit schuf er da­bei ein Werk, das durch sei­ne be­son­de­re Na­tür­lich­keit ganz un­mit­tel­bar auf den Be­trach­ter wirkt. 1881 fand das Denk­mal nach ei­ni­ger Dis­kus­si­on Auf­stel­lung auf dem Al­ten Fried­hof.

1922 wur­de Al­bert Küp­pers für sei­ne Le­bens­leis­tung – als Bild­hau­er und Uni­ver­si­täts­leh­rer – mit der aka­de­mi­schen Eh­ren­dok­tor­wür­de der Uni­ver­si­tät Bonn ge­ehrt, be­vor er am 11.10.1929 im ho­hen Al­ter von 87 Jah­ren in Bonn ver­starb und auf dem Pop­pels­dor­fer Fried­hof bei­ge­setzt wur­de.

Die gro­ße Zahl sei­ner Se­pul­krakunst prägt auch heu­te noch we­sent­lich das Bild des Bon­ner Al­ten Fried­hofs, da­ne­ben schuf er Wer­ke für den Pop­pels­dor­fer Fried­hof. Sei­ne Por­trät­büs­ten be­fin­den sich zu­dem in der Samm­lung der Uni­ver­si­tät Bonn eben­so wie in der Kunst­samm­lung der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät Ber­lin und der Cha­rité. Der Nach­guss sei­ner 1921 aus Mar­mor ge­schaf­fe­nen Büs­te Lud­wig van Beet­ho­vens steht im Bon­ner Beet­ho­ven-Haus.

Als sein be­deu­tends­tes Werk kann ne­ben dem No­eg­gerath-Denk­mal vor al­lem das Krie­ger­denk­mal 1870/1871 an­ge­se­hen wer­den. Als Künst­ler war Küp­pers zwar kein Neue­rer, doch be­weg­ten sich sei­ne aus­ge­spro­chen qua­li­tät­vol­len Wer­ke künst­le­risch auf der Hö­he der Zeit oder wie­sen so­gar dar­über hin­aus, wo­bei die tech­ni­sche Qua­li­tät durch­weg ganz her­vor­ra­gend ist. Be­son­ders sei­ne sen­si­blen Por­trät­büs­ten und – re­li­efs wir­ken noch heu­te au­ßer­or­dent­lich le­ben­dig und tief emp­fun­den.

Quellen Text teilweise:

https://www.wo-sie-ruhen.de/friedhoefe?stadt=14&friedhof=26

https://www.rheinischegeschichte.lvr.de/…/albert-hermann…/DE2086/lido/57c93b5d9fc085.50173108

 


O


P

Plücker Julius, 06 2020

 

Julius Plücker war im 19. Jahrhundert einer der bedeutendsten deutschen Geometer. Zugleich kann er als der eigentliche Begründer physikalischer Forschung an der 1818 gegründeten Universität Bonn angesehen werden. Seine Studien zur magnetischen Beeinflussung von gasförmigen Substanzen legten die Grundlage für die moderne Spektralanalyse.
Julius Plücker stammte aus einer bergischen Familie, die seit dem späten 16. Jahrhundert in Elberfeld nachweisbar ist. Ab 1784 wohnte die Familie auf Schloss Lüntenbeck im Westen von Elberfeld (heute nahe der A 535 in Wuppertal-Vohwinkel). Plücker wurde am 16.6.1801 in Elberfeld geboren. Die Familie war evangelisch-reformiert. Julius Plücker besuchte von 1816 bis 1819 das Königliche Katholische Gymnasium (das heutige Görres-Gymnasium) in Düsseldorf. Seine Studien führten den jungen Mann nach seinem Abitur nach Heidelberg, wo er sich am 26.4.1819 für Kameralistik einschrieb. Nach drei Semestern wechselte er nach Bonn. Hier schrieb er sich am 26.10.1820 erneut für das Fach „Cameralia“ ein. Trotzdem hörte er in Bonn vornehmlich Vorlesungen in Physik, Chemie und Mathematik bei den Professoren Adolf Diesterweg (1782-1835), Wilhelm Gottlob Kastner (1783-1857) und von Karl Dietrich von Münchow (1778-1836). Dieses Interesse behielt er bei, als er Bonn den Rücken kehrte und sich am 20.10.1821 in Berlin einschrieb, wo er bis zum 7.3.1823 studierte. Neben Mathematik und Physik belegte er hier auch Vorlesungen in Architektur und Hydraulik.
Speziell die Geometrie hatte es ihm angetan. Nach dem Examen im Wintersemester 1822/1823 hielt Plücker sich für einige Monate in Dresden auf, wo er wohl eine Dissertation ausarbeitete, die den Titel „Generalem analyseos applicationem ad ea quae geometriae altionis et mechanicae basis et fundamenta sunt, e serie Tayloria deducit“ trägt. Diese Arbeit reichte er im Herbst 1823 in absentia an der Universität Marburg als Dissertation ein. Der frisch Promovierte begab sich danach für 15 Monate zum weiteren Studium nach Paris. An der Sorbonne schrieb er weitere geometrische Abhandlungen, die Plücker dem Mathematik-professor Joseph Gergonne (1771-1859) überließ, der in Montpellier die einflussreichen „An-nales de mathématiques pures et appliquées“ herausgab.
1824 reiste Plücker nach Bonn, um sich an der Philosophischen Fakultät zu habilitieren. Sein lateinisches Habilitationsgesuch beurteilte der Dekan als „recht schlecht verfaßt“, aber die Fakultät war insgesamt mit der Habilitation einverstanden. Der Mathematiker von Mün-chow prüfte die Dissertation, und er bescheinigte dem jungen Habilitanden, „daß die nun vorgelegte Abhandlung des p. Plücker von Nachdenken und recht guter Kenntniß der höheren Mathematik zeugt, obgleich sich in derselben eingie Behauptungen finden, denen sich man-cherlei würde entgegnen lassen.“ Am 15.8.1825 fand die feierliche Antrittsvorlesung als Privatdozent statt.
Obwohl Plücker sich intensiv mit Geometrie beschäftigte, war sein Habilitationsgesuch von Anfang an auf die beiden Fächer Mathematik und Physik gerichtet. Das entsprach durchaus den Bonner Verhältnissen. Hier hatte es von Anfang an das Fach Physik gegeben, aber es war nie von einem reinen Physiker vertreten worden. Zunächst hatte der Chemiker Wilhelm Gottlob Kastner die Physik mit vertreten. Nach dessen Weggang 1821 hatte der Mathematiker und Astronom Karl Dietrich von Münchow die Physik in sein Repertoire aufgenommen. Trotz seines Habilitationsgesuches las Plücker in seiner ersten Bonner Phase ausschließlich Mathematik, wobei er auch Astronomie oder „physikalische Theorien mit mathematischen Entwicklungen“ einbezog, aber er war in keinem Vorlesungsverzeichnis unter „Naturwissen-schaften“ aufzufinden, wo Münchow weiterhin jedes Semester die Vorlesung „Experimental-physik“ anbot.
Plückers Forschungen galten ganz der analytischen Geometrie. In zwei Bänden erschienen 1829 und 1831 die „Analytisch-geometrischen Entwicklungen“. Sein Interesse galt der Geometrie der Linien und der Ebene. Die „Plückerschen Formeln“, die „Plücker-Matrix“ oder die „Plücker-Koordinaten“ zeugen heute noch von der Bedeutung seiner Forschungen für die
Geometrie. 1828 honorierte der preußische Staat Plückers Leistungen in Forschung und Lehre mit der Ernennung zum außerordentlichen Professor. Nach fünf weiteren Jahren in Bonn ging Plücker 1833 nach Berlin. Da ein außerordentlicher Professor in der damaligen Zeit außerordentlich schlecht bezahlt wurde, nahm er gleichzeitig eine Stelle als Mathematiklehrer am Königlichen Friedrich-Wilhelms-Gymnasium an. Berlin war aber nur Zwischenstation. 1834 erlangte Julius Plücker endlich ein Ordinariat, und zwar den Lehrstuhl für Mathematik an der Universität Halle. Nur zwei Jahre später starb der Karl Dietrich von Münchow, und Plücker konnte nun nach Bonn zurückkehren. Münchow hatte noch die beiden Fächer Astronomie und Physik im Nebenamt vertreten. Nun wurde die Astronomie abgetrennt und an den Königsberger Astronomen Friedrich Wilhelm Argelander vergeben. Mathematik und Physik blieben aber in einer Hand, und da sich Plücker in Bonn für beides habilitiert hatte, schien er der richtige Mann für dieses Amt zu sein.
In Bonn fand Plücker auch sein privates Glück. Am 4. September 1837 heiratete er Antonie Altstätter, die Tochter eines Bonner Landgerichtssekretärs. In seiner ersten Bonner Zeit von 1824 bis 1833 hatte Plücker im Haus der Altstätters zur Miete gewohnt. Das Paar bekam einen Sohn namens Albert. Er ist nicht identisch mit dem späteren Chefarzt des Evangelischen Krankenhauses in Wolfenbüttel, der aus dem Elberfelder Zweig der Familie stammte.
Plücker verstand sich weiterhin als Geometer. 1839 erschien eine „Theorie der algebrai-schen Kurven“ und 1842 das „System der Geometrie des Raumes in neuer analytischer Be-handlungsweise“. Damit hatte er seinen Forschungsbereich von der Geometrie der Ebene mit Linie und Punkt auf die Geometrie des Raumes erweitert. Seine Arbeiten brachten ihm vor allem in Frankreich und England Ruhm ein. Mit seinen Veröffentlichungen zur analyti-schen Geometrie kam Plücker aber immer mehr in Konflikt mit der so genannten „Berliner Schule“ um den Mathematiker Jakob Steiner (1796-1863), der eine synthetische Geometrie vertrat. Ihre auf Axiomen und Theoremen beruhende Methode wollte Plückers Ansätze nicht gelten lassen.
Es ist oft vermutet worden, dass die beständige Kritik der „Berliner Schule“ der Grund dafür war, dass Plücker in seinem wissenschaftlichen Streben 1847 eine radikale Kehrtwendung vollzog. Hatte er seit seiner Berufung nach Bonn zwar die pflichtgemäße Physikvorlesung gehalten, sich aber ausschließlich mit Geometrie beschäftigt, so wandte er sich nun ebenso radikal der Physik zu. Seine bis dahin einzige physikalische Arbeit, eine Studie über Licht-wellen, war 1839 in Crelles „Journal für die reine und angewandte Mathematik“ erschienen und widmete sich noch Fragen der Optik, aber erst seit 1847 konzentrierte Plücker seine ganze wissenschaftliche Energie auf die Physik. Er war der erste, der das gleichartige Sätti-gungsverhalten und die Magnetisierungskurven von Kobald und Nickel untersuchte. Damit war er auf dieselbe Forschungsrichtung eingeschwenkt wir Michael Faraday (1791-1867) in England. Parallel zu diesem beobachtete er den Paramagnetismus von Sauerstoff und Was-ser, was zu einem lebenslangen Briefwechsel führte. Wieder zeigte sich, dass Plücker im Ausland weit mehr geschätzt wurde als in Deutschland. Vor allem die Studien zum magneti-schen Verhalten von Kristallen verbanden die beiden. Plückers Interesse richtete sich dann auf die magnetischen Eigenschaften der Gase. Ab 1858 ging er dazu über, zusammen mit seinem Schüler Johann Wilhelm Hittorf (1824-1914) Entladungen von Gasen zu untersu-chen, die der Glasbläser des Bonner Physikalischen Instituts, Heinrich Geißler (1814-1879), in perfekt gebauten Glaszylindern mit je einer Anode und einer Kathode an ihren Enden ein-schließen konnte (so genannte „Geißlersche Röhren“). Diese Untersuchungen ergaben, dass jedes Gas bei Anlegen einer bestimmten Spannung zu einer Entladung gebracht wer-den konnte, die ein je spezifisches Lichtspektrum aufwies. 1865 beschrieben Plücker und Hittorf ihre Forschungsergebnisse in den Publikationen der Royal Society in London. Die Re-sultate waren wegweisend für die künftige Erforschung der Atome und der Entwicklung der Spektralanalyse. Hittorf entdeckte in diesem Zusammenhang kurz nach Plückers Tod 1869
die Kathodenstrahlen, die einen wichtigen Schritt in Richtung auf die Entdeckung der Rönt-genstrahlen bedeuteten.
Ebenso plötzlich, wie Plücker sich der Physik zugewandt hatte, verließ er sie auch wieder. Seit 1863 befasste sich Julius Plücker wieder ausführlich mit Geometrie. Es war das Jahr, in dem sein Widersacher Steiner verstorben war. 1868, im Jahr seines Todes, erschien der ers-te Teil eines Buches über die „Neue Geometrie des Raumes, gegründet auf die Betrachtung der geraden Linie als Raumelement“ (Leipzig 1868). Einen zweiten Band konnte er nicht mehr selber herausbringen, er wurde 1869 von seinem Assistenten Felix Klein (1849-1925) publiziert.
Am 22.5.1868 starb Julius Plücker in Bonn; sein Grab befindet sich auf dem Alten Friedhof. Seit Mitte 1867 hatte ihn eine lang andauernde Krankheit gepackt. Seine Ehefrau und sein Sohn pflegten ihn bis an sein Lebensende.
Die Royal Society, in die er 1855 berufen worden war, hatte ihm zwei Jahre vorher die Cop-ley-Medaille verliehen, die nur sehr selten an Ausländer vergeben wird. Die Bayerischen Akademie der Wissenschaften hatte ihn 1859 zu ihrem auswärtigen Mitglied gewählt. Deutschland hat ihm erst nach seinem Tode die Anerkennung zukommen lassen, die ihm so-wohl als Mathematiker als auch als Physiker gebührt. Der Asteroid (29643) Plücker wurde nach ihm benannt. In Bonn und Remscheid tragen Straßen seinen Namen.

Quelle text: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/…/57c95b03ac7dc1.4…



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Schumann   Clara und Robert , 06 2020

Clara und Robert Schumann

 

Robert Schumann ist neben Ludwig van Beethoven der zweite weltberühmte Musiker und Komponist, der den Ruf der Musikstadt Bonn begründet. Seine Frau Clara - ebenfalls eine bekannte Komponistin und berühmte Pianistin - ist mit ihm auf dem Alten Friedhof in einem Ehrengrab beigesetzt.

 

1875 begann der Bildhauer Adolf von Donndorf mit der Arbeit, fünf Jahre später wurde Schumann umgebettet und das Grab enthüllt. An ihn und seine Frau erinnert die knapp zweieinhalb Meter hohe Stele aus carrarischem Architekturmarmor mit einem Porträtmedaillon an der Spitze. Getragen wird es von einem fliegenden Schwan.

 

Musik ist die höhere Potenz der Poesie. (Robert Schumann) 

 

Ab dem Frühjahr 1854 verbrachte Schumann seine letzten Lebensjahre in einer Nervenheilanstalt in Endenich, wo er nach quälender Krankheit am 29. Juli 1856 starb. Robert Schumann ist auf dem Alten Friedhof in Bonn beerdigt und erhielt auf Veranlassung des damaligen Oberbürgermeisters Leopold Kaufmann ein Ehrengrab. Dort wurde auch seine Frau Clara beigesetzt, die 1896, also 40 Jahre nach ihm, verstorben ist. Ein kunstvoller Grabstein wurde rd. 25 Jahre nach dem Tod Robert Schumanns enthüllt.

Exponate im Stadtmuseum Bonn, im Stadtarchiv Bonn sowie vor allem zwei kleine als Gedenkräume eingerichtete Patientenzimmer im Schumannhaus (der früheren Heilanstalt) erinnern an das Musikerehepaar. Seit 1998 würdigt jährlich das Schumannfest das künstlerische Schaffen von Robert und Clara Schumann. Das Stadtmuseum Bonn erinnert mit Veranstaltungen sowie einer Reihe von renommierten Ausstellungen und Publikationen an die beiden Musiker. 2005 wurde das Stadtmuseum Bonn vom Staatsminister für Kultur und Medien mit der Projektleitung des alle nationalen und internationalen Einrichtungen und Veranstalter einschließenden Schumann-Netzwerks beauftragt.

Den Anlass für einen ersten Kontakt Robert Schumanns zu Bonn gab übrigens Ludwig van Beethoven: Schumann unterstützte 1836 mit einem flammenden Appell in der von ihm herausgegebenen "Neuen Zeitschrift für Musik" den Spendenaufruf für das Beethovendenkmal auf dem Bonner Münsterplatz. Sein Versuch, durch die Herausgabe einer eigenen Komposition einen finanziellen Beitrag zu leisten, scheiterte jedoch am Desinteresse des Verlegers und gesundheitliche Gründe hielten Schumann 1845 vom Besuch des ersten Beethovenfestes ab.

 

Adolf Donndorf, ab 1889 von Donndorf, (* 16. Februar 1835 in Weimar; † 20. Dezember 1916 in Stuttgart) war ein deutscher Bildhauer.

 

Donndorf war der Sohn des Tischlermeisters Martin Gottlieb Adolf Donndorf (auch Tonndorf) und der Caroline geb. Bäßler. Adolf Donndorf war 1853 bis 1861 als Schüler Ernst Rietschels in dessen Atelier in Dresden tätig und führte nach dessen Tod gemeinsam mit Gustav Adolph Kietz das Lutherdenkmal für Worms zu Ende. Seine Begabung als Bildhauer wurde bereits am 12. November 1864 mit der Ernennung zum Ehrenmitglied der Dresdner Kunstakademie anerkannt. In der Nachfolge Theodor Wagners war Donndorf von 1876 bis 1910 Professor der Bildhauerei an der Königlichen Kunstschule (ab 1901 Akademie der bildenden Künste) in Stuttgart.

 

Quellen Text:

https://www.bonn.de/bonn-erleben/kunst-kultur/clara-und-robert-schumann.php
https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_von_Donndorf

 

 


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Wesendonck   Otto Friedrich Ludwig , Mathilde  und  Hans    11 2019

 

Otto Friedrich Ludwig Wesendonck

 

(geboren am 16. März 1815 - gestorben am 18. November 1896)

Deutscher Händler und Mäzen

Ehemann von Mathilde Wesendonck (geborene Agnes Luckemeyer)

 

Wenn Wesendoncks Name für jeden Musikliebhaber mit dem berühmten Melodienzyklus verbunden ist, den seine Muse Matihlde Wagner inspirierte, so ist er auch mit den zahlreichen Hilfen verbunden, die der Komponist von Otto, Mathildes Ehemann, erhielt, der auf seine Weise einer der eifrigsten Verteidiger und Erbauer des Werks Richard Wagners war.

Oft zu einfach karikiert und auf die Figur eines betrogenen Ehemannes reduziert, der getäuscht und sowohl seiner Großzügigkeit als auch seiner Frau beraubt worden war, war Otto Wesendonck in der Tat jenseits des reichen Kaufmanns ein brillanter Kopf.

Der Mann, der zu den bedeutendsten Seidenhändlern Europas gehörte, zögerte keinen Augenblick, Wagner seine Hilfe anzubieten, wurde einer seiner Mäzene, wollte sich auf diese Weise vielleicht einen Ruf unter den Intellektuellen seiner Zeit "erkaufen", agierte aber vor allem als der aufgeklärte Geist, der er war.

 

Ein genialer Kaufmann aus Elberfeld (heute Wuppertal)

 

Die Familie Wesendonck war eine der ältesten deutschen Kaufmannsfamilien: niederländischer Abstammung, deren Wurzeln bereits im 15. Jahrhundert zu finden sind (der ursprüngliche Name der Familie war damals van der Wesendonk; die für die deutsche Rechtschreibung typische Schreibweise ohne das "ck" findet sich häufig in Wagners umfangreicher Korrespondenz mit letzterem sowie in seinen autobiographischen Schriften).

 

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Familie Wesendonck zu einer der renommiertesten Xantener Familien von Kaufleuten, Notaren, Anwälten und Kirchenmännern; ist es Zufall, dass diese Stadt im Nibelungenlied auch die ursprüngliche Heimat des Helden Siegfried ist?

 

Otto Friedrich Wesendonck wurde am 16. März 1815 in Elberfeld (heute Wuppertal) an der Kipfordstraße geboren. Er ist der Sohn von August Jakob Wesendonck (der als Korrespondent eines wohlhabenden Kaufmanns namens Luckemeyer in Elberfeld tätig war) und Sophia (geb. Scholten). Das Paar hatte fünf Kinder, darunter Ottos Schwester Mathilde und ihren Bruder Hugo, der später ein erfolgreicher Anwalt und Politiker wurde.

 

Bereits 1833 unternahm der junge Otto, der nicht einmal zwanzig Jahre alt war, seine erste Reise nach New York als Verkäufer bei einem der wohlhabenden Elberfelder Kaufleute. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland im Jahr 1843 gründete Otto Wesendonck ein eigenes Seidenhandels- und Importgeschäft, das sich bis Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem der wichtigsten Unternehmen auf diesem Gebiet in Europa entwickelte.

 

Am 15. Oktober 1844 heiratete Otto Wesendonck zum ersten Mal Mathilde (geb. Eckhardt); leider hielt die Ehe nicht so lange, wie sich die beiden jungen Eheleute erhofft hatten: Eine Krankheit nahm die junge Mathilde kurz nach ihrer Vereinigung am 8. Dezember desselben Jahres hinweg.

 

Otto wurde durch den Tod seiner jungen Frau zutiefst verletzt, aber als er Agnes Luckemeyer während einer Hochzeit kennen lernte (ihr Vater ist kein anderer als der Arbeitgeber seines eigenen Vaters), verliebte er sich unsterblich in sie.

 

Da er die Erinnerung an seine erste Frau nicht so schnell auslöschen konnte, bat er Agnes, als er sie bat, seine Frau zu werden, auch darum, ... den Vornamen der Verstorbenen anzunehmen! Und so wurde aus Agnes Luckemeyer die Mathilde Wesendonck.

 

Sie war schön, jung, elegant und distinguiert und dreizehn Jahre jünger als sie. Das Paar heiratete offiziell am 19. Mai 1848.

 

Schirmherr von Richard Wagner...  in guten wie in schlechten Zeiten!

 

1851 zog Otto mit seiner Frau nach Zürich, dem damaligen Zentrum des europäischen Seidenhandels, in das berühmte Hotel Baur au Lac - ebenfalls ein Treffpunkt der europäischen Intelligenz - bevor er den Bau einer Villa auf dem Gelände in Erwägung zog. Zu diesem Zeitpunkt war das Projekt für die Einrichtung noch vage.

 

Kaum angekommen, traf das Paar Richard Wagner, der sich damals im Exil in Zürich befand. Der berühmte Komponist des Geisterschiffes, Tannhäuser und Lohengrin, der aus seiner Heimat Deutschland, aus der er "verbannt" worden war, geflohen war, war zu dieser Zeit Direktor des Zürcher Theaters. Die Wesendoncks trafen den Meister bei einem der von ihm dirigierten Konzerte (die Konzerte bestanden hauptsächlich aus Werken Beethovens, dessen Namen und Werk Wagner in ganz Europa bekannt machen wollte - aber auch aus einigen seiner eigenen Werke, darunter die Tannhäuser Ouvertüre).

 

Zwischen dem besiegten, mittellosen Künstler, der es vorgezogen hatte, vorübergehend seine Gewohnheit als Komponist gegen die eines Theoretikers zu tauschen, und den Wesendoncks war die Einigung sofort klar. Außerdem schien die Gemeinschaft zwischen dem Künstler - der eine Kombination aus persönlichem Unglück, Misserfolgen (öffentliches Unverständnis) und finanzieller Unsicherheit hatte - und dem großzügigen und reichen Mäzen der Kunst ideal zu sein! Das Ehepaar Wesendonck wurde auch zu einem der treuesten Anhänger Wagners, als er die vier Gedichte der Tetralogie an vier Abenden (16.-19. Februar 1853) im Hôtel Baur au Lac der Zürcher Öffentlichkeit vorstellte. Begeistert von der revolutionären Idee eines kolossalen Werkes, das für ein Theater gebaut wurde, von dessen Einzigartigkeit schon Wagner geträumt hatte, ging Wesendonck so weit, die Rechte an der Tetralogie (1858) zu kaufen. Der Kunstmäzen würde kaum eine Rendite für die Investition sehen, die er bei dieser Gelegenheit getätigt hat.

 

Während die Wesendoncks ihr Projekt einer komfortableren Siedlung in Zürich mit dem Bau einer prächtigen neoklassizistischen Villa auf den Höhen der Stadt (im Stadtteil Enge, im Zentrum des Rieterparks) fortsetzten, vervielfachten die Wagners - Richard und seine Frau Minna, die gekommen war, um sich ihrem Mann anzuschließen - ihre provisorischen Behausungen.

 

Im Laufe der Jahre, als Ottos "Mäzenatentum" immer konkreter wurde (der wohlhabende Kaufmann vervielfachte die finanzielle Hilfe für den Künstler), wurde die Beziehung zwischen der Familie Wesendonck und Richard Wagner immer enger. Als das prachtvolle Gebäude mit einer der vollständigsten und gelehrtesten Bibliotheken seiner Zeit auf dem "Grünen Hügel" am 22. August 1857 fertiggestellt und bezugsfertig war, bot der reiche Kunstmäzen dem Ehepaar Wagner die Möglichkeit, in einer Nachbildung eines Chalets, "L'Asyl", auf der Rückseite seines Besitzes zu wohnen. Es war ein Gottesgeschenk für Wagner, seinem Gönner physisch nahe zu sein. Zumal die Villa des Ehepaars Wesendonck schon bald zum "Place to be" in Zürich wurde: Dort wurden Feste gefeiert und die brillantesten Künstler und Gäste rund um die schöne Mathilde, damals Herrin des Hauses, die im Vollbesitz ihrer Mittel war, empfangen.

 

Aber jede Medaille hat eine Kehrseite. Wagners künstlerische Bestrebungen waren so künstlerisch, dass sie den Rahmen der menschlichen Vernunft sprengten. Die Geschichte ist berühmt: Als Wagner Inspiration für seinen Tristan und Isolde suchte, träumte er in der Gestalt der schönen Mathilde von der Prinzessin von Irland. Was könnte besser sein als eine hoffnungslose Leidenschaft, diese delirierende "Ode an die Nacht", die Tristan ist, zu komponieren, mit der Figur des Tristan zu verschmelzen, dem Verbotenen zu trotzen, der Autorität von König Marke (dem im keltischen Drama verachteten Ehemann) zu trotzen... mit anderen Worten, Otto Wesendonck. Der Komponist vervielfältigte poetische und musikalische Hommagen an seine Muse (der erste Akt der Walküre, die Wesendonck-Lieder und natürlich Tristan und Isolde) und feurige Briefe an seinen Inspirator. Die beiden Protagonisten, Richard und Mathilde, verwechselten zweifellos Traum und Wirklichkeit in der Enge des "Grünen Hügels", der entschieden nicht mehr ausreichte, um so viel Eifer einzudämmen. So brach das Drama aus: Minna fing einen der vielen Spielzüge ab. Nachdem sie sich mit der Person erklärt hatten, die das Drama inspiriert hatte (Mathilde, die Ehefrau, die als "schuldig" verurteilt wurde), beschloss das Ehepaar Wagner, die Stille des "L'Asyl" in Eile zu verlassen.

 

War sich der unglückliche Otto einer solchen Situation bewusst, solange es eine erwiesene körperliche Beziehung gegeben hatte? Der Adel von König Marke wird dem von Otto Wesendonck, der es vorzog, den Vorfall dabei zu belassen und seinen Schützling gehen zu sehen, um seinen Tristan in Venedig fertigzustellen, nichts zu missgönnen haben.

 

Nichtsdestotrotz war Richard Wagner Wesendonck stets dankbar für die Hilfe, die er ihm in den Jahren der Not zukommen ließ. Auf dem Höhepunkt seines Unglücks (die Episode des Tannhäuser-Skandals 1860-61 und die darauf folgenden neuen Jahre der Wanderschaft, vor allem in Wien, in Russland und bis zu dessen neuer "Rehabilitierung" mit dem Eintritt König Ludwigs II. von Bayern in sein Leben und sein neues Protektorat) vervielfachte Wagner seine Bitten um finanzielle Unterstützung (die Korrespondenz zwischen den beiden Männern ist im Übrigen die umfangreichste während der dunkelsten Zeit des Komponisten). Wesendonck - der das Drama, das auf dem "Grünen Hügel" überlebt hatte, nicht vergessen hatte - war dennoch in der Lage, die Qualen seines eigenen Egos zu überwinden und für die Bedürfnisse des Mannes zu sorgen, der dennoch für immer sein Freund blieb.

 

Nachdem er mit der Schaffung der Meistersänger an der Münchner Oper den Höhepunkt seines Ruhms erreicht hatte, konnte Wagner seinem Mäzen die lebendigste Hommage an seinen Mäzen erweisen, die ein Künstler seinem Mäzen erweisen kann. Wenige Tage vor der Uraufführung der Oper schickte der Komponist Otto Wesendonck den Klavierauszug seiner Oper mit folgender Widmung: "An seine liebsten Freunde auf dem Grünen Hügel und mit seinem dankbaren Andenken - Richard Wagner, Mai 1868".

 

Obwohl Wesendonck bei der Uraufführung (21. und 28. Juni 1868, am Königlichen Hoftheater in München) einer Wagner-Oper, die nun im vollen Licht stand, anwesend war, fehlte die schöne Mathilde bei den Aufführungen.

 

Die letzten Jahre

 

Am Ende eines Bürgerkrieges, der in den Vereinigten Staaten gewütet hatte und Otto Wesendonck mehr als nur bequemen materiellen Komfort geboten hatte, zog sich der Geschäftsmann aus dem Geschäftsleben zurück, um sein Leben als freier Mann und Kunstmäzen zu führen, wie er es sich wünschte. Im Jahr 1872 verkaufte das Ehepaar die Villa auf dem Grünen Hügel (aus der später das heutige Museum Rietberg wurde) und zog nach Dresden. Rückkehr nach Deutschland. Aus der Ferne verfolgte Wesendonck das Epos, das Wagner, jetzt an der Seite von Cosima, in Bayreuth unternahm. Immerhin hatte Otto Wesendonck noch die Rechte an der Tetralogie! Gewiss, Wagner - ein unbeschwerter Moment... wenn Sie so wollen...! - hatte diese zwischenzeitlich auch an seinen anderen Gönner, König Ludwig II. von Bayern, abgetreten. Aber war es für das Kunstwerk der Zukunft so wichtig, das Licht der Welt zu erblicken?

 

Das Paar, diesmal vollständig wiedervereinigt, besuchte im Sommer 1876 die Premiere der Tetralogie in Bayreuth. Wagner war es ihnen schuldig.

 

Später erwarb Otto Wesendonck die Villa "Traunblick" am Traunsee im Salzkammergut, eine neue Oase der Ruhe, die, ohne die Villa "Auf dem grünen Hügel" in den Höhen von Zürich genau zu ersetzen, ihre neuen Gäste mit der Ruhe der österreichischen Seenregion zufriedenstellen konnte. Im Herbst 1882 zog Otto Wesendonck, der sich seinen Siebzigern näherte, mit seiner Frau nach Berlin, wo er 1896 starb.

 

Die schöne Mathilde überlebte ihn sechs Jahre lang, bevor sie in der Familiengrabstätte auf dem Alten Friedhof in Bonn wieder vereint wurden. Die Grabstätte hatte Wesendonck im Jahr 1882 für seinen Sohn Hans Wesendonck, der im Alter von nur 20 Jahren an einer Lungenentzündung verstarb, gekauft. Die Bronzefigur eines trauernden Genius wurde im Jahr 1883 von dem Dresdner Bildhauer Gustav Kietz geschaffen.

 

Quelle Text, automatisch übersetzt: http://richard-wagner-web-museum.com/famille-epoque-entourage-interpretes/wesendonck-otto-friedrich-ludwig/

 


Wutzer  Carl  Wilhelm , 11  2019

Carl Wilhelm Wutzer 

Lange Zeit war die Urheberschaft des marmornen Portraitreliefs für den Geheimen Medizinalrat Carl Wilhelm Wutzer (1789 - 1863) in Vergessenheit geraten. Es stammt von Johann Bernhard Afinger. Erstaunlicher Weise fanden weder dieses qualitätsvolle Medaillon noch die ebenfalls von Afinger gestaltete Grabanlage Kyllmann in den bisherigen Friedhofsführern Erwähnung.

Anlässlich der Errichtung des Grabmales erfolgte 1870 in der Bonner Zeitung eine Beschreibung des Werkes und eine lobende Erwähnung des bereits zu jenem Zeitpunkt sehr bekannten Bildhauers:

Das Grabdenkmal Wutzers besteht aus einem aufrechtstehenden Monumente von feinem Sandstein, vortrefflich gearbeitet von dem hiesigen Steinmetzmeister und Bildhauer J. Olzem, in dessen oberem Teile ein aus Afingers Meisterhand hervorgegangenes Marmor-Medaillon mit dem Kopfe des Verewigten eingelassen ist; das Medaillon ist von unübertrefflicher Schönheit, Reinheit und sprechender Ähnlichkeit. 

Der untere Teil des Monumentes trägt die heute nicht mehr lesbare Inschrift: 

Dem Andenken unseres teuren Vaters, des Geheimen Ober-Medizinalrates Professor Dr. Carl Wilhelm Wutzer, Ritter mehrerer hoher Orden, geb. zu Berlin den 17. März 1789, gest. zu Bonn den 12. Sept. 1865, in dankbarer Liebe von seinen Kindern.

In einer der nachfolgenden Ausgaben der Zeitung mussten die Angaben hinsichtlich der Ausführung des Gedenkzeichens korrigiert werden: „Bezüglich unserer mitgeteilten Notiz über die beiden neuen Grabdenkmale des hiesigen Kirchhofes erhalten wir rücksichtlich des Wutzerschen Denkmales von unterrichteter Seite die Nachricht, dass der Entwurf zu dem gedachten Grabsteine von dem Architekten von Noél hierselbst herrührt und die Tätigkeit des Steinmetzmeisters J. Olzem sich lediglich auf die Ausführung der ihm durch Modelle oder Zeichnungen genau vorgeschriebenen Steinhauerarbeit beschränkt hat. Der genannte Architekt hat ferner die Ausführung dieser Arbeiten sowie das Aufstellen des Steines auf dem übrigens noch nicht vollendeten Grabe persönlich geleitet.

Das Medaillon gibt Professor Wutzer in der selten ausgeführten Dreiviertelansicht mit einer kaum merklichen Wendung des Kopfes nach rechts wieder. In diesem Bildausschnitt werden Halsbinde und Kragen der zeitgenössischen Kleidung gerade noch sichtbar. Der Gelehrte ist in fortgeschrittenem Alter dargestellt: das noch volle Haar rahmt ein fast strenges, um Augen-, Mund-, und Wangenpartie faltenreiches Gesicht. Mit festem Blick scheint Wutzer den Betrachter zu fixieren; dieser Kunstgriff verleiht dem Bildnis einen sehr natürlichen Ausdruck. In keinem seiner auf dem Alten Friedhof erhaltenen Bildnisse ist Afinger diese, über naturalistische Qualitäten hinausgehende, individuelle Charakterisierung so überragend gelungen. Die „sprechende Ähnlichkeit“ des Portraits wird bestätigt durch eine zeitgenössische Zeichnung des Gelehrten.

Das Medaillon kann leider nicht mehr genau datiert werden, da die Jahreszahl im Bereich der Signatur wegen der Verwitterung des Marmors nicht mehr lesbar ist. Wegen der Angaben in dem Zeitungsartikel muss es aber spätestens 1870 fertiggestellt worden sein.

Das Bildnis ist in ein sehr ungewöhnliches Grabmonument integriert, dessen Entwurf auf den Bonner Stadtbaumeister Ludwig von Noél zurückgeht. Ob oder inwieweit Afinger auf diesen Entwurf Einfluss genommen hat, ist nicht nachweisbar. Die zwei Kissensteine auf der Grabstätte, die vermutlich erst nach Fertigstellung dieses Grabmales errichtet wurden, sind den beiden Ehefrauen des Professors gewidmet. Zentral in der Mitte der Grabfläche, ebenfalls vor dem hohen Denkmal platziert, liegt ein kleines marmornes Kreuz auf einem Sandsteinsockel. Es ist dem 1844 im Alter von sieben Jahren verstorbenen Sohn des Professors zugedacht.

Das einfriedende Gitter als ein wesentliches Gestaltungsmerkmal der Grabstätte ist leider nicht erhalten. Trotzdem gehört die Ruhestätte zu den schönsten Grabanlagen auf dem Alten Friedhof.

Wutzer folgte 1831 einem Ruf als Chirurgie Professor und Direktor der chirurgischen Klinik nach Bonn. Neben seiner Lehrtätigkeit verdankt er seinen ausgezeichneten Ruf auch seinem sozialen Engagement.

 

Quelle Text: Der Alte Friedhof in Bonn von Erika Zander und Jörg Bätz


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