Besondere   GrabstätteN          Alter   Friedhof   Riensberg


Der Riensberger Friedhof im Bremer Stadtteil Schwachhausen ist eine als Parkfriedhof gestaltete Ruhestätte mit einem See, mehreren Brücken, vielen künstlerisch gestalteten Grabmalen, drei größeren Mausoleen, einer im Stil der Backsteingotik gebauten Kapelle und einem alten Krematorium. Die Gesamtanlage Riensberger Friedhof steht seit 2011 unter Denkmalschutz, das Krematorium bereits seit 2000.

 

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg (1870–1871) plante der Bremer Senat einen Ersatz für die beiden Friedhöfe am Doventor und am Herdentor, die aufgegeben werden sollten. Der Flächenbedarf für den Eisenbahnbau war der Hauptgrund. Das freigegebene Gelände lag damals noch eine gute Stunde Wegzeit vor den Toren Bremens. Parallel fand man ein weiteres Gebiet im Ortsteil Walle, das als westliche Ergänzung zum Riensberger Friedhof angelegt werden sollte.

Einen Wettbewerb zur Gestaltung der beiden Ruhestätten als Parkanlagen, also dem Riensberger und dem Waller Friedhof, gewann der Landschaftsgärtner Jancke aus Aachen mit dem Entwurf einer gartenkünstlerischen Stilrichtung des 19. Jahrhunderts.

Die Bauphase der Friedhöfe dauerte von November 1872 bis April 1875. Am 1. Mai 1875 wurden beide Friedhöfe eröffnet. Zu Beginn der 1880er Jahre wurde die gartenkünstlerische Gestaltung Wilhelm Benque übertragen, der auch für die Gestaltung des Bürgerparks verantwortlich zeichnete.

Durch den Zweiten Weltkrieg waren weite Teile des Riensberger Friedhofs in Mitleidenschaft gezogen und mussten aufwendig renoviert werden. Dabei wurde das Gelände durch das Gartenbauamt auf die heutige Größe von 28,1 Hektar erweitert.

Die im Stil der Backsteingotik gebaute Kapelle wurde zuletzt 1998 restauriert.

 

Zwischen dem Friedhof und der Trasse der Straßenbahnlinie 6 entsteht seit 2006 der neue jüdische Friedhof.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Riensberger_Friedhof


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Fitger Arthur und Marie, 09 / 2020

Sphinxe, Harpyien, Chimären – seit Urzeiten erfinden Menschen Mischwesen. Was macht diese Kreaturen so faszinierend, ist es unsere Faszination für Doppelkreaturen, ist es unsere menschliche Neugier, oder vielleicht die Sehnsucht nach Verwandlung und Grenzüberschreitung.

 

Ich kann es Euch leider nicht beantworten, aber ich habe eine tolle Geschichte, diesmal aus "Frauensicht" zu der Grabstätte des Malers Arthur Fitger gefunden.

 

Marie war die Tochter des Postmeisters Peter Diedrich Fitger und seiner Frau Clara, geborene Plate, verw. Dony. Das Ehepaar hatte zwölf Kinder. Ihr Bruder Emil wurde Chefredakteur der Weser-Zeitung, ihr Bruder Arthur in Bremen ein angesehener Maler.

 

1865 starb ihr Vater, die Mutter führte die Poststation weiter, gab sie aber 1869 auf, als es eine Eisenbahnverbindung nach Delmenhorst gab. Sie zog mit Marie, Cornelia und Emil nach Bremen in die Humboldtstraße. Mit ihrer Schwester verband Marie eine enge Beziehung, wenn sich auch beide im Temperament stark unterschieden. Während Marie eher zurückhaltend war, scheute ihre Schwester Cornelia derbe Scherze nicht, die ihrer Schwester noch bis ins hohe Alter peinlich waren.

 

Ihr Bruder Arthur Fitger war ebenfalls seit 1869 in Bremen und erhielt viele öffentliche Aufträge: "Er malte in der Neuen Börse, im Schütting, im Haus Seefahrt, schmückte die Festsäle des Bremer Künstlervereins und schuf Altarbilder für mehrere Bremer Kirchen, u.a. für die Rembertikirche, die Friedenskirche und den Dom. Auch gestaltete er Plafonds, Friese und Wandbilder für die großbürgerlichen Villen der führenden Bremer Familien, der Melchers, Knoops, Lahusen, Lamotte, Gildemeister, Hachez, Wätjen, Rickmers, Schüttes und Woldes. Er stattete die Gemeinschaftsräume mehrerer Passagierdampfer des Norddeutschen Lloyd aus und entwarf die Ehrenbürgerbriefe und Glückwunschadressen der Stadt Bremen.

 

1890 kaufte Arthur Fitger an der Horner Heerstraße im Park des ehemaligen Knoopschen Schlosses, damals im Besitz seines Freundes, des Reeders Willy Rickmers, eine repräsentative Künstlervilla mit Atelier, in der er prunkvolle Kostümfeste und Konzerte veranstaltete.

Marie führte ihrem Bruder den Haushalt und sorgte für einen repräsentativen Rahmen bei Empfängen in seinem Haus. Ihre eigene schriftstellerische Arbeit trat hinter dem Engagement für ihren Bruder zurück. Durch ihn nahm sie jedoch auch am gesellschaftlichen Leben der Stadt teil. So war sie dabei, als Johannes Brahms und Richard Wagner Bremen 1870 besuchten, deren Besuch sie anschaulich schildert:

 

"Eines Tages sollten auch wir das Vergnügen haben, Reinthalers und Brahms bei uns zu bewirten. Es war ein warmer Maiabend und Arthur und ich hatten eine Maibowle angesetzt, und umwanden die große geschweifte Suppenterrine, die dazu aushelfen musste, an Deckel, Fuß und Henkel mit Grün und Blumen, um sie festlich zu maskieren; da kam schon Brahms! Eine Stunde zu früh, d.h. früher, als wir ihn erwartete hatten. Er wollte nämlich vorher ins Theater gehen und den ‚Trompeter von Säckingen' hören, er kannte die neue Oper noch nicht.

 

'Nehmt's nicht übel, dass ich schon da bin, aber ich bin fortgelaufen. So ein Zuckerwasser konnt' ich nicht länger aushalten'. Wir vergnügten uns dann bis zum Abendessen an der ‚Irisorgel'... Nachher unterrichtete er Cornelia im Zigarettenrauchen, er war überhaupt ein großer Raucher vor dem Herrn. ...In Rheintalers Haus sahen wir nicht lange nach dem Besuch Brahms, dem damals im vollsten Aufstieg strahlenden Stern der Sterne, Richard Wagner. Sein Besuch Bremens war in den Musikkreisen Bremens ein großes Ereignis. …Reinthaler gab ihm zu Ehren ein glänzendes Mittagessen und alle Notabilitäten der Kunst waren versammelt. …Die Gesellschaft stand vollständig und gespannt auf das Erscheinen des seltenen Gastes: da wurden die Türen weitaufgeschlagen und von Herrn und Frau Weinling gefolgt erschienen Richard Wagner und seine Frau Cosima auf der Szene. Er führte seine schöne und höchst elegante Gemahlin am Arm, die ihn zu unser aller Überraschung um Haupteslänge überragte und zu unseren allgemeinen, ehrungsvollen Verneigungen freundlich müde lächelte.

 

Wagner überraschte alle durch seine dürre steife Figur in einem eng zugeknöpften schwarzen Rock. Um seinen Hals hatte er statt eines Hemdkragens ein breites, weißes Batisttuch gebunden und sah einem Dorforganisten ähnlich, der bei Bauernhochzeiten die Dorforgel spielt."3 Als 1891 ihre Mutter starb, verfasste sie eine Erinnerungsschrift mit dem Titel "Erinnerungen aus Vaterhaus und Vaterstadt und dem Posthaus in Delmenhorst." Allerdings erschien sie erst 1909 nach dem Tod ihres Bruders Arthur.

 

Ihre Hauptaufgabe sah sie nun in der Verwaltung seines Nachlasses. Sie selbst hatte Skizzen und Bilder gesammelt und sie kümmerte sich um sein literarisches Werk, hinter dem ihr eigenes zurücktrat. "Auf ihre Initiative erschien in einem Berliner Verlag unter dem Titel "Einsame Wege" eine chronologische Auswahl seiner schönsten Gedichte." Die von ihr geplante Gesamtausgabe seiner Werke konnte sie nicht mehr fertig stellen.

1915 erschienen ihr Märchenspiel "Von den Fischer un sine Froo" und die plattdeutsche Verserzählung "De Reiherjagd im Stüh". Sie schrieb plattdeutsche Gedichte und Beiträge für die Delmenhorster Jahrbücher.

 

Nach dem 1.Weltkrieg erkrankte sie schwer und sie fürchtete bald zu sterben. Damit ihre Schwester "angenehme Unterhaltung im Falle ihres Todes habe, sorgte Marie für die Anschaffung eines Radios."

 

Arthur Fitger geriet schnell in Vergessenheit, was sie sehr schmerzte. Als sie jedoch durch den Heimatforscher Georg von Lindern erfuhr, dass in Delmenhorst an dem Geburtshaus eine von ihm hergestellte Bronzeplakette angebracht worden sei, war sie überglücklich. Sie erholte sich von ihrer Krankheit nicht und starb 86jähring.

 

Quelle Text: http://www.bremerfrauengeschichte.de/2_Biografi…/Fitger.html

 


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Gildemeister  Heinrich  August, 09 / 2020

Gildemeister und der Zentaurenbrunnen

Überragt wird das Grabmal von Heinrich August Gildemeister, durch die übermenschlich große, halbnackte Figur einer Frau im Art-Déco-Stil, von Professor Fritz Behn (1878-1970).

Fritz Behn wurde am 16.06.1878 im mecklenburgischen Klein Grabow geboren, wo seine in Lübeck ansässige Familie ein Gut besaß. Er wuchs in Lübeck auf und studierte nach seinem Abitur von 1898 bis 1900 Bildhauerei in München. Dort lernte er den Prinzregenten Luitpold kennen, der ihn freundschaftlich förderte. Seine erste von drei ausgedehnten Studienreisen unternahm Fritz Behn von 1907 bis 1908 in die damalige Kolonie Deutsch-Ostafrika, die nächste von 1909 bis 19010. Von 1911 auf 1912 hielt er sich für weitere Studien in Paris auf und lernte den Bildhauer Auguste Rodin kennen. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges meldete er sich freiwillig und wurde bis in den März 1915 an der Westfront eingesetzt. Danach dient er, bis zu seiner Entlassung Anfang 1916, im Hauptquartier zu Lille. Das Schaffen Fritz Behns in den 1920er und frühen 1930er Jahren war von seiner nationalistischen Haltung geprägt, die in zahlreichen Bauwerken, Denkmälern und Ehrenmalen von seiner Hand erhalten geblieben sind. Mittelpunkt seines großen Lebenswerkes wurde jedoch die Tierplastik, besonders afrikanischer Wildtiere. Anfang der 1920er Jahre war er als freiberuflicher Bildhauer in Scharnitz (Tirol) tätig, lebte von 1923 bis 1925 in der Hauptstadt Argentiniens, Buenos Aires, und folgte 1925 dem Ruf der Kunstakademie München, wo er als Professor lehrte. Von 1931 bis 1932 unternahm er eine Studienreise in das Gebiet des heutigen Kenia und Tansania. Fritz Behn schloß sich früh der nationalsozialistischen Bewegung an, zählte nach der Machtübernahme der NSDAP zu den 'erwünschten Künstlern' und wurde ab 1944 in der sogenannten Gottbegnadeten-Liste der wichtigsten bildenden Künstler Deutschlands geführt. Neben zahlreichen privaten erhielt der Bildhauer auch staatliche Aufträge und war an etlichen nationalen Kunstausstellungen beteiligt. Von 1939 bis 1946 bekleidete er das Amt des Direktors der Akademie der bildenden Künste Wien. Im Zuge der Erlasse der neuen Regierung Österreichs nach dem Ende des Dritten Reiches wurde Fritz Behn aus diesem Amt vertrieben und führte, bis zu seiner Übersiedlung nach München im Jahr 1951, eine Bildhauerschule in Ehrwald (Tirol). Fritz Behn blieb bis zu seinem Tod am 26.01.1970 in München ein streitbarer und populärer Mann, über den viel und weit berichtet und der mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt wurde. Sein Grab befindet sich auf dem Münchner Nordfriedhof (126-A-25/26). Zu seinen bekanntesten Werken für afrika-affine Leserkreise gehört wohl das 1932 eingeweihte Kolonialehrenmal in Bremen, ein aus Klinkern gemauerter Elefant, und die Kudu-Plastik von 1960 in Windhoek, Namibia. Darüber hinaus schuf Fritz Behn Tierplastiken, Porträtköpfe, Grabmale, Brunnenfiguren, Plaketten und dekorative Keramik sowie ein literarisches Gesamtwerk von acht Büchern, darunter drei mit Afrika-Bezug.

Aber noch mal zurück zu Heinrich August Gildemeister

Wenn der Bremer Kaufmann Heinrich August Gildemeister (1840 bis 1907) aus dem Fenster schaute, blickte er auf eine Werbesäule. Nicht schön. Aber das sollte sich ändern. Bald nämlich blickte er auf eine der „schönsten Brunnenzierden Bremens“.
So jedenfalls lautete wenige Jahre später die Beschreibung in dem Buch „Bremen und seine Bauten“, das im Jahr 1900 erschien. Worauf blickte Gildemeister nun? Auf den Zentaurenbrunnen von 1891, eine Arbeit des Bildhauers Carl August Wilhelm Sommer (1839 bis 1921).
Gildemeister, als Kaufmann ein Mann der Tat, hatte Bremen anno 1889 das Angebot gemacht, auf seine Kosten einen Brunnen zu errichten – gegen die Zusage, dass die Stadt für Wasserkosten und Instandhaltung aufkommt. Sommer, der damals in Rom lebte, hatte ein Modell für den Brunnen angefertigt.
Mit seiner Stiftung sorgte Gildemeister dafür, dass der Platz vor seinem Haus eine „Brunnenzierde“ bekam (und kein Denkmal, was auch mal im Gespräch gewesen war). Der Kaufmann wohnte an der Ecke von Bismarckstraße und Schwachhauser Chaussee (heute: Schwachhauser Heerstraße). Und hier wurde er schließlich aufgestellt – der Zentaurenbrunnen von Carl August Wilhelm Sommer. Aus Bronze. 1890 in Rom gegossen, anschließend nach Bremen transportiert.
Jetzt hatte der Kaufmann was zu gucken! „Auf ansteigender Klippe“, wie es anno 1900 in dem schon erwähnten Standardwerk „Bremen und seine Bauten“ heißt, steht er, der mächtige Zentaur, der Pferdemensch aus der griechischen Mythologie. „Mit Anstrengung aller Kraft“, so heißt es in dem Buch weiter, hält er „die Schlange, die seinen Leib umschlungen hat“ von sich ab. Und: „Aus dem Maul der Schlange schießt der Wasserstrahl senkrecht empor.“
Es handele sich um eine „von allen Seiten gleich rhythmisch aufgebaute wundervolle Bronzegruppe“. Das Werk entspricht voll und ganz dem Zeitgeschmack des ausklingenden 19. Jahrhunderts, als der bisweilen zum Pompösen neigende Stil des Historismus auch in der Architektur prägend war. Er wird bis heute geschätzt – vielleicht muss man auch sagen: wieder geschätzt, seit in der Postmoderne historische (und verwandte) Bauformen aufgegriffen und neu interpretiert wurden.
Neue Sachlichkeit und Backsteinexpressionismus – diese ganz anderen Stilrichtungen prägen die Ende der 20er Jahre gebaute „Centauren-Apotheke“, die zwar mit „C“ geschrieben wird, aber nach Sommers Zentaurenbrunnen benannt worden ist. Nur der Brunnen, der steht schon seit Jahrzehnten nicht mehr in Sichtweite der Apotheke. Auch der Kaufmann Gildemeister würde sich ganz schön umgucken. Sein Brunnen nämlich, der steht schon lange nicht mehr da, wo der Kaufmann ihn einst stehen haben wollte.
1958 ist der Zentaurenbrunnen in die Neustadtswallanlagen am Leibnizplatz versetzt worden. Der „Umzug“ hatte straßenbautechnische Gründe – Bremens Verkehrsplanung ließ am Originalplatz keinen Raum mehr für eine so große „Brunnenzierde“.

 

Quellen:
https://www.kreiszeitung.de/…/standbilder-ihre-geschichte-z…
https://de.wikipedia.org/wiki/Zentaurenbrunnen_(Bremen)…
https://de.wikipedia.org/wiki/Zentaurenbrunnen_(Bremen)…
https://www.namibiana.de/…/autoren/infos-zu…/fritz-behn.html


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Höpken Johann, 09 / 2020

Johann Höpken (* 10. Oktober 1801 in Bremen; † 26. Juli 1877 in Bremen) war ein deutscher Kaufmann, Reeder und Mitglied der Bremischen Bürgerschaft.

Er stiftete den Landschaftspark Höpkens Ruh.

Höpken war der Sohn aus einer Kaufmannsfamilie, die früher Tuchmacher waren. Er absolvierte eine Kaufmannslehre. Danach wurde er Teilhaber einer Tabakfirma. Auch als Kapitän und als Reeder verdiente er sein Geld. 1848 wurde er zum Mitglied der Bremer Bürgerschaft gewählt. Am 19. Dezember 1859 erwarben er und einer seiner Brüder ein Landgut in Oberneuland. Sie nannten es Höpkensruh. Höpkensruh wurde durch seine Pflege und ergänzenden Pflanzungen als Park weiter ausgebaut. Höpken legte 1863 seine Vorstellungen zur Landschaftsgärtnerei in einer eigenen kleinen Abhandlung dar.

1865 begründete er die Johann und Elise Höpken-Stiftung für verwahrloste Mädchen. Später ging daraus der Hartmannshof hervor. Die Zinserträge der Stiftung sollten den zehn Kindern seines Bruders Eduard zugutekommen. 1873 vermachte er Höpkensruh der Stadt Bremen, die das Erbe 1877 annahm. Zwei seiner Geschwister wurden ein lebenslanges Nutzungsrecht eingeräumt; 1892 verzichtete sein Bruder Eduard Höpken auf seine weiteren Nutzungsrechte.

Das Landgut befindet sich an der Oberneulander Landstraße 69. Ein früherer Eigentümer, Dr. Johann Friedrich Schultze, hatte bereits 1785 einen kleinen Park angelegt, 1800 das Landgut Schultze im Stil des Klassizismus gebaut und einen Obelisken zum Gedenken an Carl von Linné aufgestellt. Höpkens Ruh entwickelte sich zum Landschaftspark, der heute unter Denkmalschutz steht. Im Gutshaus konnte eine Gaststätte eingerichtet werden, die 1893 an den Wirt Carl Bartels verpachtet wurde. 1897 brannte die Sommerwirtschaft ab. Nach Plänen von Heinrich Flügel erfolgte ein Neubau, der an die Kaiserbrauerei Beck & Co verpachtet und 1944 zerstört wurde. Ein 1958 gegründeter Verein der Freunde von Höpkensruh veranlasste 1964 nördlich vom alten Haus den Bau einer neuen Gaststätte.

 

Schon zu Lebzeiten hatte der Reeder und Bremer Bürger sich die Skulptur „Die Hoffnung“ eine Statue aus Marmor, vom Bildhauer Carl Steinhäuser anfertigen lassen. In seinem Landschaftspark „Höpkens Ruh“ hatte er selbst viel Spaß an ihr, bevor sie nach seinem Tod zu ihm auf den Friedhof zog. 

Steinhäuser war der älteste Sohn eines aus Süddeutschland stammenden Holzschnitzers und Bildhauers, der in Bremen ein Spiegelrahmengeschäft führte. Der Bildhauer Adolph Steinhäuser und der Maler Wilhelm Steinhäuser waren seine Brüder.

Steinhäuser ging zunächst bei dem Bremer Maler und Zeichner Stephan Messerer in die Lehre. Danach wechselte er nach Berlin an die Akademie der Künste. Dort – besonders unter der Leitung Christian Daniel Rauchs – widmete er sich fortan der Bildhauerei. 1835 reiste er zusammen mit seinem Bruder Wilhelm für einen längeren Aufenthalt nach Rom. 1863 ging er als Professor an die Kunstschule zu Karlsruhe.

Steinhäuser ist der Schöpfer mehrerer bedeutender klassizistischer Marmorskulpturen, die laut Meyers Konversations-Lexikon (4. Ausgabe von 1888 bis 1890) „zu den vorzüglichsten Schöpfungen der deutschen Plastik im 19. Jahrhundert [zählen]“. So schuf er in Bremen die Denkmäler für Heinrich Wilhelm Olbers und Johann Smidt sowie die sogenannte Steinhäuser-Vase, die Skulptur von Goethe mit der Psyche in Weimar (heute im Neuen Museum Weimar), die Gefesselte Psyche in Bremen und die Gruppe von Hermann und Dorothea in Karlsruhe.

Quellen Text teilweise: 

https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_H%C3%B6pken

https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Steinh%C3%A4user

 


Hammerschlag  Clemens  August, 09 / 2020

5 Meter breit und 6 Meter hoch!

 

Liebe Freunde von Orte der Stille,

 

als ich die Türme aus der Ferne gesehen habe, dachte ich es wäre eine kleine Kapelle oder eine Gruft. Ich hätte nicht für möglich gehalten, das diese gotische "Kathedrale", mit den reichen gotisierenden Motiven und den vielen Türmchen als "Grabstein" gedacht ist.

 

Clemens August Hammerschlag (* 26. August 1850; † 22. August 1888) war Kaufmann und besaß ein Zigarren- und Versandgeschäft in Bremen. Versandgeschäft ist aus meiner Sicht reichlich untertrieben, denn er hatte eine geniale Idee. Er hat schon in der Mitte des 18. Jahrhunderts Postkarten drucken lassen und diese bereits frankiert. Diese vorgefertigten Postkarten wurden durch seine Handelsreisenden an die Kunden verteilt, der Kunde brauchte nur den Artikel anzukreuzen, seinen Namen eintragen und die Postkarte wieder zurückzuschicken.

Mit dieser Automation hat er den Versandhandel in eine ganz neue Richtung gelenkt und es gab viele Unternehmen die seinem Beispiel gefolgt sind. Eigentlich war dies der Start für die großen Versandhäuser mit Ihren Katalogen und Bestelllisten.


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Jenisch  Helene  Auguste, 09 / 2020

Dieses wundervolle Relief der mit 10 Jahren verstorbenen, Helene Auguste Jenisch und der wunderschöne Schutzengel, haben mein Herz berührt.

 

Helene Auguste Jenisch ist eine der Nachfahren, der 3 Töchter (Familien Leisewitz, Marwede, Jenisch) von Lüder Rutenberg. Das Grabmal befindet sich recht unscheinbar an der Seite des Rutenberg-Mausoleums, aber dazu später mehr.

 

Bei dem Anblick fiel mir ein Lied ein, welches ich irgendwann auf einer Trauerfeier von einem kleinen Kind gehört habe.

 

Mögen Engel dich begleiten, auf dem Weg der vor dir liegt,

mögen Sie die Türe öffnen, die in Gottes Zukunft führt.

Mögen Engel dich begleiten, auf dem Weg der vor dir liegt,

mögen Sie dir nunmehr zeigen, dass dir Gott neues Leben gibt.

 

Unser Leben ist viel leerer, seit du nicht mehr bei uns bist,

doch wir werden nicht verzagen, sind die Tage nun auch trist.

Mögen Engel dich begleiten, auf dem Weg der vor dir liegt,

mögen Sie dir nunmehr zeigen, dass dir Gott neues Leben gibt.

 

Doch wir müssen Abschied nehmen, fällt es uns auch noch so schwer

Werden immer an dich denken, vermissen werden wir dich sehr.

Deine Liebe, deine Hoffnung, deine starke Zuversicht,

wollen wir in uns bewahren als ein hellen Lebenslicht.

Mögen Engel uns begleiten, auf dem Weg der vor uns liegt,

mögen sie uns immer zeigen, dass uns Gott neues Leben gibt.

 

In den dunkeln unserer Trauer, sind wir keinen Tag allein

Denn Gott steht an unsrer Seite, will Lebensheilung sein

Darum lasst uns nun vertrauen, auf die Zukunft die Gott schenkt,

wollen immer auf den bauen, der den Lauf des Lebens lenkt.

Mögen Engel uns begleiten, auf dem Weg der vor uns liegt,

mögen sie uns immer zeigen, dass uns Gott neues Leben gibt.

 

Quelle Lied: https://musikundfilm.com/…/moegen-engel-dich-begleiten-tra…/


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Gustav Kulenkampff / Gustav Scholl, 09 / 2020

Diese Schönheit steht auf der Grabstätte Gustav Kulenkampff / Gustav Scholl, auf dem Riensberger Friedhof in Bremen.

 

Die wundervolle Ausarbeitung der Bronzeskulptur hat mich neugierig werden lassen und ich habe mich auf die Suche nach dem Künstler gemacht.

 

Heinrich Maria Waderé (1865 - 1950) war ein deutscher Bildhauer und Medaillenstecher. Es gibt viele imposante Werke von ihm und kleinere Bronzeskulpturen finden sich in vielen Museen und Sammlungen. Eine ähnliche Bronzeskulptur hat es 1910 bis nach Springfield, Massachusetts geschafft.

 

Heinrich Maria Waderé wurde am 2. Juli 1865 in Colmar als neuntes Kind eines Stukkateurmeisters geboren. Von Oktober 1884 bis Sommer 1891 besuchte er mit einem Staatsstipendium die Akademie der bildenden Künste in München. Schon während des Studiums erhielt er zahlreiche Preise und Auszeichnungen für seine bildhauerischen Arbeiten. Danach eröffnete er in der Schillerstraße 26 in München eine Werkstätte, in welcher er überaus erfolgreich für private, kirchliche und staatliche Auftraggeber figürlichen und ornamentalen Schmuck und kunstgewerbliche Arbeiten fertigte. Das bayerische Königshaus, der europäische Hochadel wie auch Wirtschaftsbürgertum aus ganz Europa ließen Arbeiten bei ihm anfertigen.

 

Im Jahr 1900 erhielt Waderé eine Professur für figurale Plastik an der staatlichen Münchner Kunstgewerbeschule, die er bis zum 1. August 1933 innehatte. Zu seinen bekanntesten Werken in München zählen die Innenausstattung der St. Benno-Kirche und des Prinzregententheaters. Fassadenschmuck fertigte er für den Justizpalast sowie für die Gebäude der Deutschen Bank und der Bank für Handel und Industrie in München. Zum Regierungsjubiläum und 90. Geburtstag des Prinzregenten Luitpold im Jahr 1911 erhielt er Aufträge für Geschenk- und Ehrengaben. Im Jahr 1913 schuf er das Richard-Wagner-Denkmal am Prinzregentenplatz.

 

Eine bedeutende Rolle kommt Waderé in der Bewegung zur Erneuerung der christlichen Kunst zu. Aufträge für die figürliche Ausschmückung von Kirchen, für Grabdenkmäler und Kriegerdenkmäler bildeten daher seit der Jahrhundertwende zunehmend einen Schwerpunkt seines Schaffens. Die Kriegerdenkmäler in Eichstätt (1911) und Freising (1923) stammen von ihm. Die Gesellschaft für Christliche Kunst würdigte seine Arbeiten in mehreren Veröffentlichungen.

 

Quelle Text von : Anton Löffelmeier (www.muenchen.de › rathaus › dam › Wadere)


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Lohmann  Alfred, 09 / 2020

Ein Handels-U-Boot schreibt Geschichte

 

Alfred Lohmann reiste in jungen Jahren 1891 im Auftrag der Antwerpener Firma Albert de Bary & Co. nach Australien um für einige europäische Kammgarnspinner und Wollimporteure den direkten Wolleinkauf zu organisieren. Er gründete 1892 zusammen mit Arthur Weber in Sydney das Im- und Exporthaus Weber, Lohmann & Co Ltd. Danach entstanden Filialen in Brisbane, Melbourne und Westaustralien. Auch die Einfuhr deutscher Waren wurde ausgebaut.

Zur Verankerung der australischen Firma in Europa gründete er 1901 in Bremen die Firma Lohmann & Co. Der Bremer Kaufmann Georg Willhelm Waldthausen wurde 1909 mit Oscar Plate Teilhaber dieser Firma, die sich zu einer angesehenen nationalen und internationalen Handelsfirma entwickelte.

Im Ersten Weltkrieg wirkte Lohmann 1915 im Reichswirtschaftsministerium und dem Reichsschatzamt an der Entwicklung eines U-Bootverkehrs mit Handels-U-Booten mit, um die britische Seeblockade zu umgehen. 

Mitten im Ersten Weltkrieg gründen am 8. November 1915 der Bremer Großkaufmann Alfred Lohmann, die Reederei Norddeutscher Lloyd und die Deutsche Bank die Deutsche Ozean-Reederei. Sie kaufte ab Januar 1916 nach und nach in den USA 1800 Tonnen Kautschuk auf.

Gleichzeitig mit ihrer Gründung gab die Deutsche Ozean Reederei ein frachttragendes Handels-U-Boot, die „Deutschland“, in Auftrag. Die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft stellte den Druckkörper her, die Germaniawerft in Kiel erledigte den Fertigbau.

Der Zweck war der Durchbruch durch die Seeblockade in der Nordsee, die die Briten bereits 1914 gegen Deutschland verhängt hatten. Jedoch benötigten die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) dringend notwendige Chemieprodukte aus Deutschland und Deutschland Rohstoffe für die Kriegsindustrie.

Das Boot wurde von zwei Sechszylinder-Viertakt-Dieselmotoren mit je 400 PS angetrieben und erreichte eine Geschwindigkeit von maximal 10 kn (Knoten) über Wasser und maximal 6,7 kn bei Tauchfahrt. Die Reichweite bei 10 kn über Wasser betrug rund 12.000 Seemeilen. Sie hatte eine Besatzung von 29 Mann. Die Länge über alles betrug 65 Meter, die Breite 8,9 Meter.

Die erste Reise

Am 23. Juni 1916 startete die „Deutschland“ zu ihrer ersten Reise unter Kapitän Paul König. Die Ladung für die USA bestand aus 163 Tonnen Farbstoffen und pharmazeutischen Produkten im Wert von 60 Millionen Mark. Am 9. Juli 1916 erreichte sie Baltimore und übernahm dort ihre Rückladung, bestehend aus 348 t (Tonnen) Kautschuk, 341 t Nickel und 93 t Zinn, die in Deutschland dringend benötigt wurden.

Am Nachmittag des 23. August 1916 ging sie in der Wesermündung vor Anker. Am 24. August vor Bremerhaven auf Reede. In einer Triumphfahrt erreichte die „Deutschland“ am 25. August 1916 den Bremer-Freihafen II. Insgesamt hatte sie 8.450 sm (Seemeilen) zurückgelegt, davon 190 sm in Tauchfahrt.

Empfang im Rathaus

Am Abend des 25. August 1916 fand im Rathaus ein Festessen statt. Kapitän König schreibt in seinem Buch Die Fahrt der Deutschland: „Immer wieder drangen zu uns die Rufe: Lohmann, Zeppelin, König, so dass wir gezwungen waren, den Rufen der Menge Folge zu leisten und mit der Besatzung auf dem Söller des alten Rathauses zu erscheinen. Ein Sturm von Hurras umgab uns, und als ich ein Hurra auf den Kaiser ausbrachte, stimmte die Menge auf das Lebhafteste ein.“

Die zweite Reise

Am 10. Oktober 1916 lief die Deutschland erneut zu einer Reise in die USA aus. Die Ladung bestehend aus Farbstoffen, Chemikalien und Medikamenten erreichte den Hafen von New London am 1. November 1916. Die Ladung auf der Rückfahrt bestand aus 278 t Kautschuk, 188 t Nickel, 146 t Eisenlegierung, 76 t Zinn und Silberbarren. Das U-Boot kam am 10. Dezember 1916 wieder in Bremerhaven an.

Weiteres Schicksal

Die dritte Reise, die für den Januar 1917 geplant war, wurde wegen des drohenden Kriegseintritts der USA nicht mehr angetreten. Am 10. Februar wurde das U-Handelschiff „Deutschland“ aus dem Schiffsregister gestrichen.

Die Deutschland wurde zum Unterseekreuzer umgebaut und am 19. Februar 1917 als U 155 in Dienst gestellt und blieb bis 13. November im Kriegseinsatz. Am 24. November erfolgte die Übergabe an Großbritannien und 1922 wurde das U-Boot abgebrochen.

Quellen Text teilweise: 

https://wkgeschichte.weser-kurier.de/ein-handels-u-boot-schreibt-geschichte/

https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Lo

 

 


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Pflüger Kaufmannsfamilie und Ludwig Geercken, 09 / 2020

Kaufmannsfamilie Pflüger / Seekapitän Ludwig Geercken

 

Eine unglaubliche Biografie der Familie Pflüger und ein kurzer Auszug des Seekapitäns Ludwig Geercken.

 

Der Stuhlmacher Georg Nicolaus Pflüger (1773–1848) wanderte aus Erichshagen b. Nienburg/Weser in Bremen ein und erwarb 1801 für sich und seine Frau Gesche Marie Hinrichsen (1788–1855) das Bürgerrecht. Ihr zweiter Sohn Georg Friedrich (1807–73), verheiratet mit der Unteroffizierstochter Adelheid Caroline Dorothea Kiesel (1808–85), war Fährpächter, Schiffsmakler und Reeder. Er verbesserte den Fährbetrieb in Bremen u. a. durch den Bau eines neuen Fährhauses an der Schlachte und baute die Fähre zu einem leistungsfähigen Großbetrieb mit elf Schiffen aus.

Sein Sohn Johann Carl Diederich (1833–83) unternahm 1848/49 u. a. mit seinem Schwager Heinrich Hackfeld (1816–87) eine längere Reise nach Honolulu (Hawaii). 1849 war J. Carl D. der erste Angestellte, seit 1853 Teilhaber in dem von Hackfeld gegründeten Unternehmen für Holzexport und Walfänger-Belieferung. Begünstigt durch das Vertrauen der Könige Kamehameha III. und Kamehameha IV. konnten sie die Agentur von zwei der ältesten Zuckerrohrplantagen auf Hawaii übernehmen. Sie rüsteten eigene Walfischfänger aus und errichteten ein Geschäft für Textilien. Mit einem Reingewinn von mehr als 128 000 $ war die Firma „Hackfeld & Co.“ 1870 die größte des Südseeraums. Unter ihrer Reedereiflagge fuhren bis 1871, 19 Segelschiffe. 1882 kehrte J. Carl D. nach Bremen zurück und setzte sich erfolgreich als Verfechter deutscher Kolonialinteressen für die Anwerbung und Förderung von deutschen Auswanderern nach Hawaii ein. 1400 Deutsche, zumeist aus Niedersachsen, wurden nach Honolulu verschifft, um als Angestellte in den Hackfeld'schen Unternehmungen eingesetzt zu werden. J. Carl D. galt als „prince of merchants“ bzw. „kgl. Kaufmann“ in Honolulu, wo er auch als deutscher, russ., schwed. und norweg. Konsul fungierte, während er in Deutschland Generalkonsul und Geschäftsträger des Kgr. Hawaii war.

Die nach seinem und Hackfelds Tod erloschene Bremer Firma fand ihre Fortsetzung durch Johann Carl (1861–1946), dem zweitältesten Sohn, der 1887 die Firma „J. C. Pflüger & Co.“ begründete, die mit seinem Tod erlosch. Johann Wilhelm (1835–1908) war seit 1852 ebenfalls bei Hackfeld in Honolulu zunächst Angestellter, seit 1881 Teilhaber. Er leitete das Ladengeschäft und eröffnete Filialen für Robben- und Walrossfang 1863 in Petropolowsky (Sibirien) und 1868 in Sitka (Alaska).

 

Quelle Teilweise: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139799451.html

 

In der gleichen Grabstelle ist auch Ludwig Geercken Kapitän und Seekapitän beigesetzt, vermutlich hatte er mit den Reisen der Familie Pflüger zu tun

Von 1828 – 1840 stand das Segelschiff "Arion", eine Brigg mit 184 Tonnen unter seinem Kommando. Diese versank am 04.06.1855 während eines Taifuns, auf dem Weg von Shanghai nach Sydney mit einer Ladung Tee.

Ludwig Geercken übernahm von 1841 – 1855 die Brigg "Lesmona" und fuhr Auswanderer von Deutschland nach New York und kehrte mit Fracht wieder zurück nach Bremen.

 

Bei der Einreise in die USA musste der Kapitän die Ladeliste mit den Passagieren incl. Namen und persönlicher Daten als Einreisedokument übergeben und folgenden Eid schwören.

Ich, Ludwig Geerken, schwöre feierlich, aufrichtig und ehrlich, dass die folgende Liste oder das Manifest, das mit meinem Namen unterschrieben ist und nun von mir dem Collector of the Customs of the Collection District of New York übergeben wurde, nach bestem Wissen und Gewissen eine gerechte und wahrheitsgemäße Darstellung aller Passagiere enthält, die an Bord der Brigg Lesmona, deren Kapitän ich bin, aus Bremen empfangen wurden.

So war mir Gott helfe,

(unterzeichnet) Ludwig Geerken auf den 3. Mai 1848 vereidigt

Die Brigg „Lesmona“ wurde im Jahr 1868 überfallen und im chinesischen Meer versenkt.

 

Von 1853 bis Oktober 1857 war Ludwig Geerken der Kapitän des Raddampfers „Hansa“ Dieses Schiff, das für 50 Kajütspassagiere und für etwa 700 Fahrgäste im Zwischendeck eingerichtet war, sowie Laderäume für 500 t Frachtgut besaß, fuhr mit 70 Mann Besatzung: Kapitän, 2 Steuerleuten, Bootsmann, Zimmermann, 16 Matrosen und Leichtmatrosen, 4 Schiffsjungen, sowie 5 Maschinisten, 13 Heizern und 16 Kohlentrimmern, ferner Arzt, 2 Proviantmeistern, 2 Köchen und 6 Stewards.

Die Bremer Postdampfer „Hansa" und „Germania", die überhaupt die einzigen deutschen Raddampfer waren, die in der nordatlantischen Fahrt Verwendung fanden, haben in den Jahren 1853 und 1854 jährlich zwei Reisen oder zusammen 8 Rundreisen ausgeführt. Die neunte und letzte Amerikareise unternahm die „Hansa" im Frühjahr 1857. Die „Hansa" und „Germania" waren gleichzeitig die ersten Dampfschiffe, die vorwiegend Auswanderer beförderten, im Mittel je Reise westwärts 445 Fahrgäste.

 


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Schmiedell  Johann Heinrich , 09 / 2020

Es wurde im Auftrag des Bremer Kaufmanns Johann Heinrich Schmiedell (29.8.1856 Hamburg - 1.2.1941 Bremen) auf der 88 m2 großen Grabstelle errichtet. Hier sollte sein Sohn Hans Theodor die letzte Ruhe finden. Er war im Alter von achtzehn Jahren in Rom an den Folgen eines elektrischen Stromschlags verstorben.

 

Die Fassade dieses im Jugendstil errichteten Mausoleums besteht vollständig aus poliertem, schwarzem Granit und ist mit Applikationen aus Bronze verziert. Auch die vier Adler auf den Dachecken sind aus Bronze gefertigt. In der christlichen Tradition steht der majestätische Raubvogel als Symbol für die Himmelfahrt Christi. Auf der dem See abgewandten Seite erzählt die Inschrift „Dem Gedenken an unseren geliebten Sohn“ von der tiefen Trauer der Eltern über den Verlust des Kindes. Die dem See zugewandte Seite trägt in bronzenen Lettern den Familiennamen, sowie den Schriftzug „Ave pia anima“, was übersetzt bedeutet: „Sei gegrüßt, fromme Seele!“.

 

 Der Innenraum, der nur für die Besitzer zugänglich ist, kann über eine schwarze Granittreppe betreten werden. Die neoklassizistisch ausgestattete Halle ist weitgehend aus weißem Marmor gearbeitet und wird durch ein kuppelförmiges Glasdach erhellt. Zentrales Objekt ist eine Marmorplastik der antiken mythologischen Gestalten Amor und Psyche aus der Werkstatt des römischen Bildhauers Ernesto Gazzeri (1866-1965). Die eigentliche Gruft befindet sich im Untergeschoss. Sie ist über eine Außentreppe aus grauem Granit erreichbar.

 

An die ursprüngliche Abgrenzung der Grabanlage erinnern heute nur noch die metallenen Pfosten. Wie an anderen Grabstätten auch wurde die dazugehörige Kupferkette von Metalldieben entwendet.

 

2006 übernahm die Familie Buhlmann die Grabmalpatenschaft für das Mausoleum. Derartige Patenschaften sind eine hervorragende Möglichkeit, den individuellen Wunsch nach einer anspruchsvollen Grabmalgestaltung mit dem gesellschaftlichen Bestreben nach Erhalt der wertvollen Grabmalsubstanz zu verbinden. Karl August Buhlmann und seine Ehefrau Mathilde gründeten 1945 die Firma „Bremer Röhren- und Eisenhandel“, die heute unter dem Namen Buhlmann Group zu einem global agierenden Familienkonzern für Stahlrohre und Rohrverbindungsteile herangewachsen ist.

 

Quelle Text: https://www.wo-sie-ruhen.de/friedhoefe?stadt=13&friedhof=19


Schütte  Franz  Ernst, 09 / 2020

Franz Ernst Schütte

Schütte lernte den kaufmännischen Beruf bei der Tabakfirma Lüttge und Horst. Bei einem anschließenden Aufenthalt in den Vereinigten Staaten bildete er sich weiter. Er übernahm nach seiner Rückkehr 1862 mit seinem jüngeren Bruder Carl (1839–1917) das väterliche Handelshaus Albt. Nic. Schütte & Sohn zu Bremen. Das Unternehmen betätigte sich hauptsächlich mit dem Tabakhandel, sowie mit verschiedenen US-Importen.

Aufstieg zum „Petroleumkönig“

1859 wurde durch das Haus erstmals Erdöl aus Pennsylvanien vermarktet. Ab 1863/64 war die Firma im neuen Ölimportgeschäft verstärkt tätig und stieg zum bedeutendsten Ölhandelshaus in Deutschland auf. Dabei arbeitete das Haus Schütte eng mit dem bedeutenden Spediteur Wilhelm Anton Riedemann zusammen. Ab Mitte der 1880er Jahre setzte sich der Schiffstransport mittels Fässer durch und 1886 fuhr für die Firma der erste Tankdampfer über den Atlantik.

1890 gründeten die Brüder Schütte, Wilhelm Anton Riedemann und die Standard Oil Company vom Rockefeller-Konzern die Deutsch-Amerikanische Petroleum Gesellschaft (DAPG) in Bremen, die spätere Esso AG (heute Esso Deutschland GmbH). Die DAPG arbeitete eng mit der Società Italo-Americana pel Petrolio (SIAP), der späteren Esso Italiana, zusammen und gründete mit dieser 1894 die Petroleum Import Compagnie (PICO), die spätere Esso (Schweiz) AG.

Vulkangründung

1893 kaufte Schütte die Werft in Vegesack, die ab 1805 Johann Lange aufgebaut hatte. Hieraus entstand 1893 das Unternehmen Bremer Vulkan Schiffbau und Maschinenfabrik in Vegesack mit den Großaktionären Victor Nawatzki als erstem Generaldirektor, den Bremer Kaufleuten Schütte und Loose, den Bremer Reedern Bischoff und Wätjen, dem Schiffsmakler Bunnemann, dem Direktor der Bremer Wollkämmerei Zschörner sowie dem Papenburger Werftbesitzer Meyer und dem Bremer Werftbesitzer Ulrichs. Schütte war der erste Aufsichtsratsvorsitzende der aufstrebenden Werft. Der Bremer Vulkan bestand bis 1997.

Schütte gründe zudem die Bremen-Vegesacker-Heringsfischereigesellschaft, 1896 mit Friedrich Bischoff die Dampfschifffahrtgesellschaft Argo AG und – wieder mit Bischoff – 1902 die Fruchthandelsgesellschaft, bei der auch erster Aufsichtsratsvorsitzender war.

Weitere Aktivitäten

Schütte war ab 1869 Mitglied der Handelskammer Bremen und von 1876 bis 1878 Präses der Kammer. Er widmete sich dabei den Verkehrsangelegenheiten und der Förderung des Ausbaus des Mittellandkanals.

Er war seit 1881 Bauherr des Bremer St.-Petri-Doms und Förderer verschiedener Baumaßnahmen.

Er war von 1876 Mitglied des Vorstandes und von 1877 bis 1911 Vorsitzender des Bürgerparkvereins.

Schütte war zwölf Jahre lang Mitglied der Bremischen Bürgerschaft.

1874 wurde er bremischer Vertreter des Handelsstandes und 1895 Mitglied der Kommission des kaiserlichen Reichsjustizamtes.

Der Mäzen

Auf seine finanzielle Unterstützung sind unter anderem der Bau der Domtürme, die Innenausmalung des Domes, die Anlage des Botanischen Gartens, des Bürgerparks und Stadtwaldes sowie das Kaiser-Friedrich-Denkmal zurückzuführen.

Den Bau des Neuen Rathaus regte er 1891 an und er ließ dazu einen nicht realisierten Entwurf vom Dombauarchitekten Max Salzmann erarbeiten. 1899 kaufte er vom Senat für 2,5 Mio. Mark ein Grundstück, verbunden aber mit der Auflage, dass die Stadt von diesen Einnahmen das neue Verwaltungsgebäude als Anbau des alten Rathauses bauen müsse, was von 1909 bis 1913 erfolgte.

Er beauftragte das Bismarck-Denkmal, den Rosselenker in den Bremer Wallanlagen und den Turmbläserbrunnen beim Dom. Seine großen Spenden dienten auch anderen Kunst- und Bildungsaufgaben. 1902 schuf er die bremische Schillerstiftung.

 

Die 1916 aus dem Nachlass des damaligen Bremer „Petroleumkönig“ ins Leben gerufene Franz-Schütte-Stiftung kümmert sich heute um Familien in Not und fördert die Ausbildung und Weiterbildung begabter junger Menschen.

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Ernst_Sch%C3%BCtte


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Webner  Hermann und Carl , 09 / 2020

Eine kleine Signatur auf dem Sockel des Gefallenendenkmals - für die kriegsfreiwilligen Brüder Hermann und Carl Webner hat mich neugierig gemacht. 

A. SCHREITMÜLLER, den Namen habe ich schon mal irgendwo gelesen, das konnte nur der deutsche Bildhauer August Schreitmüller (* 2. Oktober 1871 in München; † 15. Oktober 1958 in Dresden; vollständiger Name: August Theodor Marquardt Schreitmüller) sein.

Schreitmüller war der Sohn des Bildhauers Johannes Daniel Schreitmüller und wurde in München geboren. Nach dem Abschluss des Gymnasiums in Dresden und dem Besuch der Dresdner Kunstgewerbeschule studierte er von 1892 bis 1893 an der Münchner Kunstakademie. Zu seinen Lehrern gehörte Syrius Eberle. Er kam 1893 nach Dresden zurück und setzte sein Studium von 1893 bis 1896 an der Dresdner Kunstakademie bei Robert Diez und Heinrich Epler fort.

 

Viele von Euch kennen den „Engel von Dresden“

 

der Blick vom Rathausturm nach Süden ist eine Schwarzweißfotografie des deutschen Fotografen 

Richard Peter, die er im Herbst 1945 in Dresden aufnahm. Das Foto zeigt eine Figur des Turms des Neuen Rathauses sowie die Ruinen der Dresdener Altstadt, die bei Luftangriffen der Royal Air Force und der United States Army Air Forces im Februar 1945 weitestgehend zerstört worden war. Veröffentlicht wurde das Foto 1950 in Peters Bildband Dresden – eine Kamera klagt an, der die Zerstörung und den Wiederaufbau der Stadt dokumentieren sollte. Die Fotografie entwickelte sich gemeinsam mit zwei Aufnahmen desselben Motivs von Walter Hahn zu einem Symbol für die Zerstörung Dresdens sowie zu einer Ikone der deutschen Trümmerfotografie. Sie wurde in einer Vielzahl von Veröffentlichungen zum Thema verwendet und von anderen Fotografen nachgestellt.

Der Vordergrund der quadratischen Fotografie wird auf der rechten Seite durch die Steinfigur       „Die Güte“ dominiert, eine von 16 Tugendstatuen auf dem Turm des Dresdner Rathauses und eine von sechs, die der Bildhauer August Schreitmüller schuf. Die Frauenfigur, die sich dunkel vom Hintergrund abhebt, ist in Rückansicht zu sehen, neben ihrem Gewand ist nur der Kopf im Profil sowie die beschädigte linke Hand sichtbar. Die Figur blickt südsüdwestlich auf die Dresdner Altstadt hinab und zeigt mit der Hand auf deren Ruinen. Die Stadt erscheint menschenleer, unter den Ruinen ist kein bekanntes Gebäude Dresdens erkennbar. 

Weite Figuren auf dem Rathausturm mit den Tugenden, Weisheit, Beharrlichkeit, Mut, Treue und Glaube sind ebenfalls von Schreitmüller.

Schreitmüller realisierte zahlreiche Auftragsarbeiten für den öffentlichen Raum, schuf aber ebenso Kleinplastiken in Bronze und Marmor sowie Grabmale und Grabplastiken. Durch die Luftangriffe auf Dresden verlor er 1945 seine Wohnung im Haus Blumenstraße 8 in der Johannstadt sowie sein Atelier mit vielen Kunstwerken und Entwürfen. 

Dies hat natürlich zufolge, dass heute Skulpturen und Kunstwerke auftauchen die noch gar nicht August Schreitmüller zugeordnet werden konnten. Es gibt einfach keine Aufzeichnungen mehr, welche Kunstwerke er in den Jahren zuvor geschaffen hat. Anhand der Signierung habe ich vielleicht ein weiteres Kunstwerk von August Schreitmüller gefunden, jedenfalls konnte ich in allen Sucheinträgen keinen Hinweis auf die Skulptur der Grabstätte von Hermann und Carl Webner finden.

Wenn man sich vergleichbare Skulpturen von Schreitmüller, wie z.B. die Bronzefigur „Die Wacht“ für das Gefallenendenkmal des Garde-Grenadier-Regiments Nr. 5 in Berlin-Spandau anschaut, dann ist die Handschrift des Künstlers die Gleiche und auch das Motiv ist sehr ähnlich.

 

Auf dem Sockel der Grabstätte steht folgende Inschrift:

"Gesegnet ist, wer jung und rein dem Vaterland als Held sich opfert / hell liegt des Lebens Frühling hinter ihm, was dunkel vor ihm lag blieb ihm erspart / den Ruhmeskranz legt ihm sein Volk aufs Grab / und trauernd weint die Sehnsucht seiner Lieben."

 

Quellen Text teilweise:

https://de.wikipedia.org/wiki/August_Schreitm%C3%BCller

https://de.wikipedia.org/wiki/Neues_Rathaus_(Dresden)

https://de.wikipedia.org/wiki/Blick_vom_Rathausturm_nach_S%C3%BCden

Quelle Bild mit dem Blick vom Rathausturm: 

https://de.wikipedia.org/wiki/Blick_vom_Rathausturm_nach_S%C3%BCden

 


Wätjen  Familie, 09 / 2020

Dietrich Hermann Wätjen (14.2.1800 - 1.9.1868), 

Kaufmann und bremischer Konsul in Havanna, verheiratet mit Gesche Margarethe (Meta) Berck (1812 -1891). Sohn von Johann Dietrich Heinrich Julius Wätjen, Bruder von Dietrich Heinrich Wätjen, Reeder und bremischer Senator von 1837 - 1857. 

Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in London beginnt er 1832 in Havanna seine Karriere als Kaufmann. Er exportiert Zucker, Tabak und Kaffee und importiert Textilien und Leinenwaren aus Chemnitz, Manchester. Schlesien und Osnabrück. 1836 wird er zum Bremischen Konsul in Havanna ernannt. 1841 kehrt er wohlhabend nach Bremen zurück und entwickelte sein Handelsunternehmen zu einem Bankhaus weiter. 1842 hält er um die Hand der ältesten Tochter des Senators Theodor Berck an. Im Oktober leistet er den Bürgereid, wird Kaufmann in Bremen und heiratet Margarethe Berck. Wätjen erwarb 1847 das Landgut an der Horner Heerstraße von Edwin Oelrich. 1855 wurde er zum verwaltenden Vorsteher des Hauses der Seefahrt gewählt, die die jährliche Schiffermahlzeit zugunsten bedürftiger Seefahrer und deren Witwen ausrichteten.

 

Heinrich Eduard Wätjen (27.3.1848 - 27.10.1928)

Ältester Sohn von Hermann Wätjen, verheiratet mit Helene Aselmeyer, übernahm mit zwanzig Jahren die Firma Hermann Wätjen. 1873/74 erbaute er anstelle des alten Sommerhauses ein Haus im Stil der englischen Gotik ("Wätjens Schloss") und erweiterte den ursprünglichen Garten durch Zukauf verschiedener Ländereien.

Sein Sohn Johann Theodor Wätjen schreibt über den Garten und das Leben auf dem Landgut:

"Der Garten, den mein Vater dort schuf, war etwas ganz Eigenartiges und Besonderes, dem man die Liebe und Sorgfalt, die darauf verwandt wurde, sichtbar anmerkte. Wunderschöne alte Eichen, nach denen der Platz später „Alteneichen" genannt wurde. Blutbuchen, eine besonders schone Sumpfzypresse gaben dem Garten etwas Ehrwürdiges. Schöne Baumgruppen und Gebüsche rahmten die peinlichst von jedem Unkraut reingehaltenen englischen Rasenflachen ein, die immer kurzgehalten und in trocknen Zeiten gesprengt wurden.  Blumenrabatte und Blumenbeete, Rhododendron und Azaleengebüsche brachten zu jeder Jahreszeit freundliche, bunte Farben in das schöne Gesamtbild Jeder Baum war ein ausgesuchtes Exemplar und stand am richtigen Platz. Gefällig angelegte und sauber gehaltene Wege, die immer wieder geharkt wurden, durchzogen den Garten. Alles war mit äußerster Perfektion gehalten. Jeden Nachmittag, wenn mein Vater nach seiner Comptoirarbeit nach Horn mit seinem schönen Fuchsgespann, das ebenso wie alles andere in bester Vollendung gehalten war, zurückkam, ging er mit dem alten Hofmeier Lindemann alles genau inspizierend durch den Garten, sah zu, ob auch jeder Winkel in richtiger Ordnung war und traf seine Anordnungen. Auch im Winter fuhr mein Vater zweimal in der Woche nach Horn um nach dem Rechten zu sehen. So war Horn mit seinem Garten ein wesentlicher Bestandteil meines Vaters geworden, in der seine Liebe zum Lande und zur Natur ihren Ausdruck fand. Nach dem unglücklichen Ausgang des ersten Weltkrieges, den dadurch völlig veränderten Zeiten, die eine furchtbare Inflation mit großen Kapitalverlusten zur Folge hatte, erkannte mein Vater rechtzeitig, dass solch ein reiner Luxusbesitz, wie ihn Horn darstellte, nicht mehr aufrecht zu erhalten war und auch keiner seiner Sohne je in der Lage sein würde, ihn zu übernehmen. So fasste er im Jahre 1923 den Entschluss, diesen schönen Besitz, an dem sein Herz hing und den er durch viel Mühe und liebevoller Sorgfalt zu solcher Vollendung gebracht hatte zu verkaufen. Eine Terraingesellschaft erwarb das Grundstück. Das schöne Haus wurde niedergerissen und Villen entstanden. Straßen durchzogen den Park und damit war die einstige Herrlichkeit verschwunden. Nur die alten Bäume stehen noch, und wenn mich in meinen späteren Jahren mein Weg nach Bremen fühlte, versäumte ich nie die alte, jetzt so veränderte Stätte aufzusuchen, und etwas wehmutigen Herzens hielt ich dann Zwiesprache mit den alten , mir so vertrauten Bäumen, und der Glanz des alten Horn und meine dort verlebten Jugendzeiten wurden mir dabei voll gegenwärtig."

Nach dem frühen Tod seiner ersten Frau führte Emma Wittig, eine Cousine, den Haushalt, Bis Wätjen 1888 Amalie Klugkist, eine Freundin seiner Cousine heiratete.

 

Quelle: http://www.chronik-horn-lehe.de/Personen/Waetjen/Waetjen.htm

 

Architekt für das Grabmal 

Johann Georg Poppe (* 12. September 1837 in Bremen; † 18. August 1915 in Lesum) war ein deutscher Architekt, er gilt als bekanntester Schöpfer von Architektur des Historismus in Bremen.

Biographie

Johann Georg Poppe war der Sohn des Zimmermeisters und Architekten Christoph Poppe (1804–1878). Er studierte von 1855 bis 1859 Architektur am Polytechnikum Karlsruhe. Von 1860 bis 1861 arbeitete er zunächst als Architekt in Berlin, ab 1863 dann in Bremen. Seine architektonische Arbeit ist von einer üppigen historistischen Stilvielfalt gekennzeichnet, mit einer besonderen Vorliebe für die Neorenaissance, die sich aus seinen Reisen nach Frankreich und Italien entwickelte.

In Bremen baute Poppe zahlreiche Villen und Landhäuser, vor allem in Horn und in Oberneuland. 1875 entstand Schloss Knoop in der Vahr, das ab 1888 als Schloss Kreyenhorst im Besitz der Familie Rickmers war und 1912 abgerissen wurde. Bekannt wurde er durch seine repräsentativen Großbauten wie das Wasserwerk im Stadtwerder (1873), die Bauten für die Nordwestdeutsche Gewerbe- und Industrieausstellung 1890, die Bremer Baumwollbörse (1902) oder die Hauptverwaltung des Norddeutschen Lloyd (1907–1912).

 

Bildhauer Rudolf Lauer

 


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