Besondere    Grabstätten        Südwestkirchhof   Stahnsdorf


Der Südwestkirchhof Stahnsdorf gehört neben Venedigs Toteninsel San Michele, dem Wiener Zentralfriedhof und Père Lachaise in Paris zweifellos zu den herausragenden internationalen Begräbnisstätten. Was dort längst zur touristischen Pflicht gehört, muss sich hier erst (wieder) herumsprechen.

Der Südwestkirchhof ist ein Ort der Superlative: der größte Waldfriedhof, die bedeutendsten Denkmäler der Bestattungskunst, die letzte Ruhestätte herausragender Persönlichkeiten, die einzigartige norwegische Holzkirche im Jugendstil.


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Alte Umbettung, Hauptstadt Germania,   10 2020

Von der – durch den Generalbauinspektor Albert Speer – geplanten Umgestaltung Berlins zur „Welthauptstadt Germania“ war nicht nur die lebende Bevölkerung betroffen. Der Südwestkirchhof in Stahnsdorf verdankt seine heutige Ausdehnung nicht zuletzt der Tatsache, dass die Schöneberger Friedhöfe Alter St.-Matthäus-Kirchhof, Neuer Zwölf-Apostel-Kirchhof, Friedhof Schöneberg I und Friedhof Schöneberg IV (Priesterweg) teilweise der geplanten Nord-Süd-Achse im Weg lagen bzw. den Bau neuer Gleisanlagen rund um den ebenfalls geplanten großen Süd-Bahnhof behinderten. Diese Umstände führten zur Schließung und größtenteils auch Räumung der betroffenen Friedhöfe Ende der 1930er-Jahre. Infolgedessen wurden bis 1940 rund 15.000 Grabstätten von diesen Friedhöfen nach Stahnsdorf umgebettet, unter ihnen auch etliche Gräber bekannter Personen wie die des Architekten Walter Gropius, Vater des Bauhaus-Gründers Walter Gropius, oder des Verlegers Gustav Langenscheidt. Etwa 120 teils repräsentative Familiengrabstätten befinden sich in einem seinerzeit speziell hierfür hergerichteten Gräberfeld, dem Block Alte Umbettung an der nördlichen Grenze des Kirchhofs zur alten Potsdamer Landstraße. Für den Großteil der umgebetteten Gräber von den Schöneberger Friedhöfen wurde der Block Neue Umbettung im südlichen Teil des Südwestkirchhofs angelegt. Die Gebeine von zirka 2000 nicht mehr identifizierbaren Toten aus aufgelassenen Gräbern oder solchen mit abgelaufener Ruhefrist wurden in diesem Bereich in zwei Sammelgräbern bestattet. Quelle Text: https://www.wikiwand.com/de/S%C3%BCdwestkirchhof_Stahnsdorf

 


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Erdmann  Becher  Julius,   10 2020

Julius Carl Erdmann Becher (* 6. Januar 1842 in Berlin; † 20. Dezember 1907 ebenda) war ein deutscher Arzt. Leben Julius Becher studierte in Würzburg und Berlin Medizin. 1862 wurde er in Würzburg Mitglied des Corps Rhenania. Das Studium schloss er 1865 in Berlin mit der Promotion zum Dr. med. ab. Ab 1867 war er niedergelassener Arzt in Berlin. Hier veröffentlichte er zu mehreren medizinischen Themen. Sein Engagement galt der Förderung der berufsständischen Interessen und des kollegialen Vereinslebens. Er war langjähriger Vorsitzender der Ärztekammer Berlin-Brandenburg. Während der Typhus-Epidemie in Stallupönen von 1868 wirkte er als Johanniterarzt. Er war Teilnehmer am Deutschen Krieg und Deutsch-Französischen Krieg. Julius Becher starb 1907 im Alter von 65 Jahren in Berlin an den Folgen einer Lungenentzündung und wurde auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Schöneberg beigesetzt. Im Zuge der von den Nationalsozialisten 1938/1939 durchgeführten Einebnungen auf dem Friedhof wurden seine sterblichen Überreste auf den Südwestkirchhof Stahnsdorf bei Berlin umgebettet. Sein dortiges Grab ist erhalten geblieben. Becher hinterließ seine Gattin sowie drei Kinder, eine Tochter und zwei Söhne. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Becher

"Effi Briest" - Elisabeth von Ardenne,   10 2020

"Effi Briest" - Elisabeth von Ardenne

Als eifersüchtige Ehemänner noch zur Duellpistole griffen, waren Seitensprünge nicht unbedingt gesundheitsfördernd. Dafür waren die Liebesgeschichten dahinter meist roman-würdiger. Fand auch Theodor Fontane ...

Wie aus einem zufälligen Gespräch doch Weltliteratur werden kann … Da saß der schon recht betagte Theodor Fontane bei seiner Gönnerin Emma Lessing zum Diner. Beiläufig erkundigte sich Fontane nach einem gemeinsamen Bekannten. Und da erfuhr er von der Affäre. Ehebruch, Duell, Nebenbuhler erschossen, Frau verstoßen. Und flugs hatte der Schriftsteller die Inspiration für seinen berühmtesten Roman, "Effi Briest".

Der andere tot, die Frau weg
Effi hatte also ein reales Vorbild, die Baronin von Ardenne, geboren 1853 als Elisabeth von Plotho-Zerben. Das Mädchen, kurz Else genannt, wächst frei auf, tollt mit den Bauernbuben durch Wiesen und Wälder, doch damit hat es ein Ende, als sie vierzehn wird. Zu dieser Zeit taucht immer häufiger ein junger Mann auf dem Rittergut auf, der Baron Armand Léon von Ardenne. Noch ist er nur ein Fähnrich, doch bald wird er eine Karriere in der preußischen Armee hinlegen.

In seiner schnittigen Husarenuniform sitzt er am Klavier und beeindruckt mit seinem Geklimpere vor allem die Mutter von Else, die ihre jüngste Tochter gerne unter der Haube sähe. Else selber lehnt den jungen Mann erst einmal ab, heiratet ihn aber dann doch unter dem Druck der verwitweten Frau Mama. Noch am Hochzeitstag verlässt die Jungvermählte das elterliche Gut und zieht mit dem Baron nach Berlin.

Hier findet das junge Paar Anschluss an die gehobene Gesellschaft. Bei den Empfängen des Verlegers Robert Lessing und seiner Gemahlin Emma kreuzen sich die Wege von Else und Theodor Fontane.
Dann wird Ardenne versetzt. Die Familie, mittlerweile sind zwei Kinder geboren worden, geht nach Düsseldorf. Dort begegnet Else einem Mann, der so ziemlich das Gegenteil ihres Gatten darstellt: Emil Hartwich, ein Bürgerlicher, Freigeist, sportlich, künstlerisch begabt. Die beiden verlieben sich ineinander.
Das Verhältnis fliegt auf, als der betrogene Ehemann ein Paket Briefe findet.

Ardenne fordert zum Duell mit Pistolen, Hartwich trifft ein Schuss in den Unterleib und er stirbt vier Tage später in der Charité. Die Ehe von Else wird 1887 geschieden, die Kinder bleiben beim Vater.

Die echte "Effi" dagegen
Effi - im Fontane-Roman - muss sich nach der Scheidung fügen in ein leeres, untätiges Leben. Ihr Autor lässt sie sterben, keine dreißig Jahre alt. Die echte Else aber bildete sich zur Krankenschwester weiter und widmete sich der Pflege nervenkranker Menschen. Sie erlebte das Ende des Kaiserreiches, dessen überkommene und starre Moralvorstellungen in "Effi Briest" angeprangert wurden. Sie erlebte den Ersten Weltkrieg, die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus, den Zweiten Weltkrieg und die Anfänge der Bundesrepublik.

Am 4. Februar 1952 starb Else von Ardenne, 98 Jahre alt.
"Effi Briest" wurde der erfolgreichste Titel Theodor Fontanes. Was Else von Ardenne davon hielt, dass ihr Leben einen Roman abgab, ist nicht bekannt.
Denn zu ihrer literarischen Verwandten Effi hat sie sich niemals geäußert.

Quelle Text: https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/kalenderblatt/0402-effi-briest-elisabeth-ardenne-gestorben-102.html

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Gottschalk Joachim, Meta, Michael,   10 2020

Sein letzter Sommer
Michael Gottschalk war acht Jahre alt, als er starb. Seine Eltern nahmen ihn mit in den Freitod, um vor den Nazis in Berlin zu fliehen. Sein bester Freund schlief gleich nebenan. Er kämpft bis heute gegen das Vergessen.
Wäre damals, als er acht Jahre alt war, nicht von höchster Stelle der Befehl gekommen, über diese Sache unbedingt zu schweigen, so wäre es heute vielleicht nicht entsprechend dringend, darüber zu reden. Über die Sache, die George Will mit jeweils einem kurzen Stocken mittendrin nur „das … Ereignis“ nennt.
So aber lässt sich Hans George Will heute, ziemlich genau 75 Jahre später, mit seinen 83 Jahren in seinem cremefarbenen Wohnzimmer in einen cremefarbenen Sessel in Berlin Grunewald sinken, um sich herum ausgebreitet Fotos und inzwischen cremefarbene Dokumente, die mit seiner besonderen Jungenfreundschaft zu tun haben, die nur drei Jahre gedauert hat. Und die davon handeln, wie sich diese Freundschaft in der Gegenwart einen Platz nimmt. Wie „das ... Ereignis“ eine Form annimmt und am Ende ganz öffentlich sichtbar wird. Die Geschichte hat bislang die Form eines Gedenkgottesdienstes angenommen, einer Novelle, eines Defa-Films, einer Traueranzeige, einer Gedenktafel und nun die einer Zeitungsseite. Und jedes Mal muss George Will ausholen und erzählen.
George Will war fünf Jahre alt, da zog in das Nachbarhaus in der Villenkolonie Grunewald, Seebergsteig 2, eine Familie mit einem Jungen, der nur ein paar Tage jünger war als er selbst. Michael, der Sohn des berühmten Ufa-Schauspielers Joachim Gottschalk, brannte für elektrische Eisenbahnen, genau wie der Nachbarssohn George Will. Und weil die Gottschalks nur in einer Dachwohnung wohnten, die Wills aber den größeren Garten hatten, den Koch, den Gärtner, den Chauffeur, so war Michael schon ganz bald eigentlich immer bei George zu Hause. George holte Michael morgens vor der Schule ab und nach der Schule rannte Michael kurz nach oben zu seiner Mutter, die so bemerkenswert scheu war, dass sie selten das Haus verließ und sich ihre Einkäufe schicken ließ. Der Sohn aß etwas, besprach mit ihr die Hausaufgaben und war meist nach einer halben Stunde wieder unten bei George. „Manchmal kam er sogar nach dem Abendessen noch einmal.“
Was für ein glücklicher Zuwachs. Was für eine Freundschaft. In den Sommern fuhren sie zusammen in das Jagdhaus der Familie Will nach Alt-Schadow im Spreewald, 100 Kilometer Südost, manchmal auch bloß fürs Wochenende, sie gingen schwimmen, hielten ihre Angel in die Fischteiche und stritten sich nie. Jemand schoss ein Foto, darauf ist vorne Michael zu sehen, dahinter George, dahinter die Schwester Tilda und eine Angestellte. Auf dem Foto wird Michael für immer größer aussehen als George, dabei waren sie zu dem Zeitpunkt genau gleich groß.
Michaels berühmten Vater sehen sie kaum, der Nachbar ist damit beschäftigt, „der deutsche Clark Gable“ zu sein. Joachim Gottschalk, die Karriere steil, ist nach nur sieben Filmen ein Star der Ufa, gilt aber zugleich als unprätentiös und erhofft sich durch seine größere Popularität beim Film einen besseren Schutz für sich und die zwei anderen Mitglieder seiner „Mischehe“. Er dreht und reist in seiner Welt der Kunst, die zugleich eine Kunstwelt ist. In Europa wird bis 1941 schon drei Jahre lang gestorben, aber auch gute Laune gilt bei Goebbels als kriegswichtig.
Zur Filmpremiere von „Die schwedische Nachtigall“ im April 1941 verlässt die scheue Meta Gottschalk ein einziges Mal ihre Dachkammer. Ein Fehler. In der Loge neben ihr sitzt unerwartet Joseph Goebbels, der, begeistert von ihrem Mann, zu ihr herüberkommt. Er habe, ließ Goebbels Adjutant ihn später wissen, soeben die Hand einer Jüdin geküsst.
Ein paar Tage später kommt der Brief. Goebbels fordert, dass Gottschalk sich von seiner Frau scheiden lassen soll. Frau und Sohn sollen nach Theresienstadt deportiert werden. Und als Joachim Gottschalk gar nicht daran denkt zu gehorchen, erhält er einen Einberufungsbefehl. Das sind allerdings die Details, die die Erwachsenen erst hinterher erfahren.
Am Abend des 6. November 1941sind Michael und George zum Spielen mit ihren elektrischen Eisenbahnen verabredet. Doch der Vater sagt ab. George, der am nächsten Morgen den Freund zur Schule abholen will, fällt auf, dass die Rollos unten sind. „Die Rollos waren nie unten.“ Weil Michael nicht herunterkommt, geht George allein zur Schule. Als er nach Hause zurückkehrt, werden gerade drei Särge herausgetragen, zwei große und ein kleiner. Ein Polizist – dessen große Haube steht Will noch heute vor Augen – wartet vor dem Haus und sagt abfällig: „Das waren doch nur Juden.“ So erfährt der Achtjährige, dass sein Freund nun nie mehr wiederkommen wird. Weil die Mutter aus jüdischem Hause kam.
Die Familie hatte vor ihrem Freitod versucht, alle Ritzen abzudichten, damit die Kombination aus Schlaftabletten und aufgedrehtem Gashahn in der Küche funktionieren konnte. Alles hatten sie möglichst hermetisch verschlossen. Und nach ihrem Tod schien es auch das Bestreben aller Erwachsenen zu sein: Die Ritzen abzudichten, damit von dieser Geschichte nichts nach außen dringen würde.
George geht am nächsten Tag wie immer in die Schule und meldet, dass der Michael nicht mehr kommen würde. Er sei nämlich tot. „So?“, sagt der Lehrer. So? „Viel mehr war da nicht.“
Nach der Stunde fängt ihn der Lehrer auf dem Flur ab, legt ihm die Hand auf die Schulter – „seltsam, dass man sich an solche Details noch erinnert“, – und sagt: Über das, was da geschehen sei, dürfe er zu niemandem reden. Nie. Die Gestapo hatte auf Befehl von Goebbels die Schule schon unterwiesen. Sie kontrolliert auch, wer trotz des Verbots die Beerdigung in Stahnsdorf besucht. Goebbels ist die Sache nämlich unangenehm, in seinem Tagebuch erwähnt er die „etwas peinliche Nachricht“ vom Tod des Filmstars. Er werde dafür sorgen, dass die Geschichte nicht in Umlauf komme.
Tot waren sie nun schon, jetzt sollten sie noch totgeschwiegen werden.
Text von DEIKE DIENING, https://www.tagesspiegel.de/.../eine.../14784462-2.html

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uelle Bilder:
https://www.duesseldorf.de/theatermuseum/online-archiv/ausstellungen/2011/tm-gottschalk.html

 

 


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Humperdinck  Engelbert,   10 2020

Engelbert Humperdinck

Mit der Mär­chen­oper „Hän­sel und Gre­tel“ schuf En­gel­bert Hum­per­dinck ei­ne der po­pu­lärs­ten und bis heu­te meist­auf­ge­führ­ten Opern. Es ge­lang ihm, nicht nur in die­sem Werk ein­gän­gi­ge Me­lo­di­en mit ei­nem kon­tra­punk­tisch dich­ten Satz und spät­ro­man­ti­scher Or­ches­trie­rungs­kunst und Har­mo­nik zu ver­knüp­fen. Hum­per­dincks „Er­folgs­ge­heim­nis“ war es, in sei­ner me­lo­di­schen Er­fin­dung an die Na­tür­lich­keit und Volks­tüm­lich­keit, wie sie aus Wolf­gang Ama­de­us Mo­zarts (1756–1971) „Zau­ber­flö­te“, Carl Ma­ria von We­bers (1786–1826) „Frei­schüt­z“ oder den Spie­l­opern Al­bert Lort­zings (1801–1851) be­kannt sind, an­zu­knüp­fen. In Kom­bi­na­ti­on mit den an­de­ren ge­nann­ten Stil­merk­ma­len konn­te er so ei­ne ei­gen­stän­di­ge Opern­kon­zep­ti­on nach Ri­chard Wag­ner (1813–1883) ent­wi­ckeln, an die schlie­ß­lich Ri­chard Strauss (1864–1949) an­knüp­fen konn­te.

Hum­per­dinck wur­de am 1.9.1854 in Sieg­burg ge­bo­ren. Sein Va­ter Gus­tav Hum­per­dinck (1823–1902), Rek­tor des Städ­ti­schen Pro­gym­na­si­ums in Sieg­burg, hat­te sei­ne Dienst­woh­nung, in der Sohn En­gel­bert zur Welt kam, im Schul­ge­bäu­de, dem heu­ti­gen Sieg­bur­ger Stadt­mu­se­um. Die mu­si­ka­li­sche Be­ga­bung En­gel­berts ist auf die Mut­ter Ger­trud Hum­per­dinck, ge­bo­re­ne Hart­mann (1835–1903), zu­rück­zu­füh­ren, die, als Toch­ter des Pa­der­bor­ner Dom­ka­pell­meis­ters Franz Xa­ver Hart­mann (1794–1853), ei­ne sän­ge­ri­sche Aus­bil­dung be­saß.

Hum­per­dinck be­such­te die Schu­le in Sieg­burg und Pa­der­born, wo er 1871 sei­ne Ab­itur­prü­fung ab­leg­te. Mit sie­ben Jah­ren er­hielt er ers­ten Kla­vier­un­ter­richt; zum mu­si­ka­li­schen Schlüs­sel­er­leb­nis wur­de im Al­ter von 14 Jah­ren der Be­such der Oper „Un­di­ne“ von Al­bert Lort­zing (1801-1851). Ge­mäß dem vä­ter­li­chen Wil­len be­gann er nach dem Ab­itur zu­nächst ei­ne Bau­zeich­ner­leh­re in Sieg­burg, stell­te sich aber im April 1872 mit Er­folg der Auf­nah­me­prü­fung am Kölner Kon­ser­va­to­ri­um. Dor­t ­stu­dier­te Hum­per­dinck bis 1876, un­ter an­de­rem bei Fer­di­nand Hil­ler (1811–1885). Der Ge­winn des Frank­fur­ter Mo­zarts­ti­pen­di­ums er­mög­lich­te ihm 1877-1879 ei­ne Fort­set­zung der Aus­bil­dung bei Franz Lach­ner (1803-1890) und an der Kö­nig­li­chen Mu­sik­schu­le in Mün­chen bei Jo­sef Ga­bri­el Rhein­ber­ger (1839–1901).

Nach dem Be­such ei­nes von Ri­chard Wag­ner (1813–1883) di­ri­gier­ten Köl­ner Wer­be­kon­zerts 1873 für die Bay­reu­ther Fest­spie­le wand­te Hum­per­dinck sei­ne mu­si­ka­li­schen In­ter­es­sen zu­neh­mend den Wag­ner­schen Kunst­i­dea­len zu, sah in Mün­chen 1878 die ge­schlos­se­ne Auf­füh­rung von Wag­ners „Ring des Ni­be­lun­gen“ und trat dem „Or­den vom Gral“, ei­nem Ge­heim­bund jun­ger Wag­ner­an­hän­ger, bei. Als Men­dels­sohn-Sti­pen­di­at nutz­te er sei­nen Ita­li­en-Stu­di­en­auf­ent­halt 1880, um am 9.3.1880 in Nea­pel Be­kannt­schaft mit Wag­ner zu schlie­ßen. In der Fol­ge wirk­te er als Wag­ners As­sis­tent bei der Vor­be­rei­tung und Ein­stu­die­rung der Ur­auf­füh­rung von des­sen „Par­si­fal“ in Bay­reuth (1882) mit; auch nach der „Par­si­fal“-Ur­auf­füh­rung und Wag­ners Tod 1883 blie­ben die Kon­tak­te zwi­schen Hum­per­dinck und der Wag­ner-Fa­mi­lie freund­schaft­lich und eng; Wag­ners Sohn Sieg­fried (1869–1930) wur­de Hum­per­dincks Kom­po­si­ti­ons­schü­ler.

Das Mey­er­beer-Rei­ses­ti­pen­di­um er­laub­te ihm 1882/1883 ei­ne Stu­di­en­rei­se durch Frank­reich, Spa­ni­en und Ma­rok­ko, de­ren Ein­drü­cke sich in der „Mau­ri­schen Rhap­so­die“ für Or­ches­ter (1898) nie­der­schlu­gen. Die Fol­ge­jah­re bis 1888 sa­hen Hum­per­dinck wei­ter­hin als re­gel­mä­ßi­gen Mit­ar­bei­ter der Bay­reu­ther Fest­spie­le, als „mu­si­ka­li­schen Ge­sell­schaf­ter“ bei Al­fre­d Krupp in der Vil­la Hü­gel (Es­sen), al­s ­Leh­rer in Bar­ce­lo­na (am Li­ceo) und am Köl­ner Kon­ser­va­to­ri­um. 1888 nahm Hum­per­dinck ei­ne Lek­to­ren­stel­le beim Mu­sik­ver­lag Schott in Mainz an und konn­te in die­ser Po­si­ti­on den Kom­po­nis­ten Hu­go Wolf (1860-1903) för­dern. 1890 wur­de Hum­per­dinck Leh­rer am Hoch­schen Kon­ser­va­to­ri­um in Frank­furt am Main und Kri­ti­ker der Frank­fur­ter Zei­tung. 1892 hei­ra­te­te er die Sieg­bur­ge­rin Hed­wig Ta­xer (1862-1916). Das Paar be­kam fünf Kin­der: die Töch­ter Edith (1894–1990), Irm­gart (1896–1991), Ol­ga (1898–1899) und Sen­ta (1901–1991) so­wie Sohn Wolf­ram (1893–1985), der sich als Opern­re­gis­seur und In­ten­dant ei­nen Na­men mach­te.

Zur Zä­sur in Hum­per­dincks Le­ben wur­de die Ur­auf­füh­rung von „Hän­sel und Gre­tel“ un­ter Lei­tung von Ri­chard Strauss (1864-1949) am 23.12.1893 in Wei­mar, die um­ge­hend ein Welt­er­folg wur­de. Nach „Hän­sel und Gre­tel“ „er­reich­te ihn die Bit­te um ei­ne Büh­nen­mu­sik zum Mär­chen­schau­spiel „Kö­nigs­kin­der" von Ernst Ros­mer (Pseud­onym für El­sa Bern­stein, 1866-1949). Da­für ent­wi­ckel­te Hum­per­dinck das „ge­bun­de­ne Me­lo­dram“, bei dem von den Schau­spie­lern ein Sprech­ge­sang ge­for­dert wur­de, des­sen Ton­hö­he mit Hil­fe ei­ner spe­zi­el­len No­ta­ti­on aus ge­kreuz­ten No­ten­köp­fen fi­xiert war – ei­ne Tech­nik, die sich al­ler­dings nicht durch­setz­te und erst im 20. Jahr­hun­dert wie­der ver­wen­det wur­de. Das Me­lo­dram „Kö­nigs­kin­der“ er­leb­te am 23.1.1897 sei­ne Ur­auf­füh­rung in Mün­chen.

Im März 1897 be­zog Hum­per­dinck ei­ne Vil­la in Bop­pard am Rhein, sei­ne Frank­fur­ter Stel­len hat­te er be­reits ge­kün­digt. En­de 1900 wur­de er zum Lei­ter ei­ner Meis­ter­klas­se für Kom­po­si­ti­on an die Kö­nig­li­che Aka­de­mie der Küns­te in Ber­lin be­ru­fen; das Bop­par­der „Schlöss­chen“ be­hielt er als Som­mer­sitz bei. In Ber­lin ent­stan­den un­ter an­de­rem die Opern „Dorn­rös­chen“ und „Hei­rat wi­der Wil­len“, so­wie, für Pro­duk­tio­nen un­ter Max Rein­hardt (1873-1943) am Deut­schen Thea­ter, ei­ne Rei­he von Büh­nen­mu­si­ken vor al­lem zu Shake­speare-Dra­men. 1905 reis­te Hum­per­dinck zur ame­ri­ka­ni­schen Erst­auf­füh­rung von „Hän­sel und Gre­tel“ an der Me­tro­po­li­tan Ope­ra in New York, die am 28.12.1910 ei­ne Neu­fas­sung der „Kö­nigs­kin­der“, dies­mal als Oper, zur glanz­vol­len Ur­auf­füh­rung brach­te.

1911 wur­de Hum­per­dinck als Nach­fol­ger von Max Bruch (1838–1920) zum Di­rek­tor der Theo­rie- und Kom­po­si­ti­ons­ab­tei­lung der Kö­nig­li­chen Hoch­schu­le für Mu­sik in Ber­lin be­ru­fen. Trotz ge­sund­heit­li­cher und per­sön­li­cher Rück­schlä­ge wie dem Tod sei­ner Gat­tin 1916 schuf er noch zwei Opern, „Die Mar­ke­ten­de­rin“ (1914) und „Gau­dea­mus“ (1919). 1920 trat er in den Ru­he­stand. Für das Al­ter plan­te er ei­ne Rück­kehr ins Rhein­land und be­ab­sich­tig­te, nach Bad Hon­nef um­zu­sie­deln; er war sich sei­ner rhei­ni­schen Wur­zeln im­mer be­wusst ge­blie­ben. Die­se sind bei­spiels­wei­se in Lie­dern wie dem „Rhein­lie­d“ oder „Am Rhein“, aber auch im Or­ches­ter­werk „Die Glo­cke von Sieg­bur­g“ prä­sent.

Hum­per­dinck starb am 27.9.1921 an ei­nem Schlag­an­fall in Neu­stre­litz und wur­de auf dem Fried­hof in Stahns­dorf bei Ber­lin bei­ge­setzt.

Hum­per­dinck war in ers­ter Li­nie ein Büh­nen- und Vo­kal­kom­po­nist. Un­ter sei­nen Kom­po­si­tio­nen ra­gen die sechs Opern her­aus, al­len vor­an „Hän­sel und Gre­tel“ und „Kö­nigs­kin­der“. Da­ne­ben stel­len die Shake­speare-Schau­spiel­mu­si­ken ei­nen wei­te­ren Schwer­punkt sei­nes Schaf­fens dar. Be­deut­sam ist auch die In­stru­men­tal­mu­sik, in de­nen er mit neu­en for­ma­len Ab­läu­fen ex­pe­ri­men­tier­te: Die „Mau­ri­sche Rhap­so­die“ (1890), das Kla­vier­quin­tett (1875) und das Streich­quar­tett C-Dur (1920) sind im Be­mü­hen um ei­ne Drei­sät­zig­keit (statt der üb­li­chen Vier­sät­zig­keit) mit­ein­an­der ver­knüpft: Hier soll sich mei­ne Theo­rie der Drei­sät­zig­keit – in der Ma­le­rei Tri­pty­chon ge­nannt – ein­mal prak­tisch als be­rech­tigt er­wei­sen; die üb­li­chen bei­den Mit­tel­sät­ze – lang­sa­mer Satz und Scher­zo – sind zu ei­nem ein­zi­gen Mit­tel­satz ver­schmol­zen, aber so, dass je­der von ih­nen zu sei­nem Recht ge­langt, was nur durch kon­tra­punk­ti­sche Küns­te zu er­mög­li­chen war (zi­tiert nach Hum­per­dinck, En­gel­bert Hum­per­dinck, 1993, S. 329).

Hum­per­dincks Schaf­fen ist von zwei ge­gen­sätz­li­chen Ein­flüs­sen ge­prägt: Auf der ei­nen Sei­te wur­de die tra­di­tio­nel­le, aber sorg­fäl­ti­ge hand­werk­li­che Kon­ser­va­to­ri­ums­aus­bil­dung bei Hil­ler und Rhein­ber­ger zur Grund­la­ge für ei­ne vir­tuo­se Be­herr­schung des Kom­po­si­ti­ons­hand­werks, die sich in der un­ge­wöhn­lich po­ly­pho­nen Dich­te – Hum­per­dinck war der si­cher­lich am kon­se­quen­tes­ten po­ly­phon kom­po­nie­ren­de Mu­si­ker sei­ner Zeit – so­wie dem fi­li­gra­nen, im­mer durch­sich­ti­gen Or­ches­ter­satz sei­ner Wer­ke zeigt und den Me­lo­di­ker Hum­per­dinck auch als Kon­tra­punk­ti­ker von Rang und Meis­ter der In­stru­men­tie­rungs­kunst aus­weist. Der Ein­fluss Ri­chard Wag­ners an­de­rer­seits ist vor al­lem in der Har­mo­nik und den Or­ches­ter­far­ben er­kenn­bar.

Hum­per­dincks Kom­po­nie­ren ist von Volks­nä­he ge­kenn­zeich­net. „Hän­sel und Gre­tel“ bei­spiels­wei­se zeich­net sich durch ei­ne vom Volks­lied aus­ge­hen­de, in ih­rer Ein­fach­heit echt und kind­lich wir­ken­de Er­fin­dung aus; Me­lo­di­en wie „Suse, lie­be Suse, was ra­schelt im Stroh“, „Brü­der­chen, komm tanz mit mir“, „Knus­per, knus­per Knäu­schen“ oder „Ein Männ­lein steht im Wal­de“ wur­den ih­rer­seits zu wah­ren Volks­lie­dern. Sei­ne Volks­nä­he und die Hin­wen­dung zur Mär­chen­oper lie­ßen ihn ei­nen Weg fin­den, aus dem Schat­ten des über­mäch­ti­gen Vor­bil­des Ri­chard Wag­ner her­aus­zu­tre­ten.

Sein künst­le­ri­sches Ide­al lag je­doch auf an­de­rem Ge­biet: Soll­te man es für mög­lich hal­ten, dass un­ter dem ge­wal­ti­gen Stoß von Ma­nu­skrip­ten, der mir seit un­ge­fähr ei­nem Jahr [seit der Ur­auf­füh­rung von „Hän­sel und Gre­tel“] ins Haus ge­flo­gen ist, auch nicht ei­ne ein­zi­ge ko­mi­sche Oper sich be­fun­den hat? Ent­we­der Mord und Tot­schlag oder Ope­ret­ten­blöd­sinn oder gar zu­cker­sü­ße Mär­chen! Es ist ge­ra­de, als ob wir fin-de-siècle-Men­schen das La­chen Ros­si­nis, Au­bers und Lort­zings ganz ver­lernt hät­ten (zi­tiert nach Hum­per­dinck, En­gel­bert Hum­per­dinck, S. 223-224).„Hei­rat wi­der Wil­len“, „Die Mar­ke­ten­de­rin“ und „Gau­dea­mus“ wa­ren Hum­per­dincks Ver­su­che, die­sen Vor­stel­lun­gen zu fol­gen; al­ler­dings war die­sen Wer­ken kein dau­er­haf­ter Er­folg be­schie­den.

Die Kunst Hum­per­dincks be­ruht dar­in, Wag­ners Kunst­prin­zi­pi­en be­wusst nicht im ei­ge­nen Werk epi­go­nen­haft zu ko­pie­ren, da­bei nicht ins Seich­te zu ver­fal­len, son­dern auf höchs­tem kom­po­si­to­ri­schen Ni­veau und dem Stand der Har­mo­nik und Or­ches­ter­kunst der Jahr­hun­dert­wen­de ei­nen ei­ge­nen Ton­fall zwi­schen „Neu­deut­schen“ – mit Wag­ner und Liszt (1811–1886) als Leit­fi­gu­ren –, „Brah­mi­nen“ (wie die An­hän­ger der „tra­di­tio­nel­len“ Schu­le ge­nannt wer­den) und dem fran­zö­si­schen Im­pres­sio­nis­mus ge­fun­den zu ha­ben. Sein Pech war es, dass sich ihm nach der zwei­ten „Kö­nigs­kin­der“-Fas­sung 1910 kein gleich­wer­ti­ger Opern­stoff bot, sein sym­pho­ni­scher Ehr­geiz nach der „Mau­ri­schen Rhap­so­die“ kei­ne In­spi­ra­ti­on fand und er sich mit Auf­trags­wer­ken wie den zahl­rei­chen Schau­spiel­mu­si­ken zu­frie­den gab.

Seit der Mit­te des 20. Jahr­hun­derts ge­riet Hum­per­dincks Werk – mit Aus­nah­me von „Hän­sel und Gre­tel“ – zu­neh­mend in Ver­ges­sen­heit, ge­le­gent­li­che Auf­füh­run­gen und Ein­spie­lun­gen der „Kö­nigs­kin­der“ ver­moch­ten dar­an nichts zu än­dern. Seit 1999 hat es sich da­her die in Sieg­burg an­säs­si­ge „Mu­sik­werk­statt En­gel­bert Hum­per­dinck“ zur Auf­ga­be ge­macht, wis­sen­schaft­lich fun­dier­te Neu- oder Erst­aus­ga­ben nicht zu­gäng­li­cher Kom­po­si­tio­nen Hum­per­dincks zu pu­bli­zie­ren.

 

Quelle Text: Ubber, Christian, Engelbert Humperdinck, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/engelbert-humperdinck/DE-2086/lido/57c9265a97df43.67274711 (abgerufen am 08.11.2020)

Quelle Portrait: https://de.wikipedia.org/wiki/Engelbert_Humperdinck#/media/Datei:Engelbert_humperdinck_1854.jpg


Holzkirche,   10 2020

Friedhofskapelle Stahnsdorf

 

Die hölzerne Friedhofskapelle nach dem Vorbild norwegischer Stabkirchen wurde 1908 bis 1911 nach Plänen des Kirchenarchitekten Gustav Werner errichtet. Bekanntes Vorbild ist die Kirche Wang im Riesengebirge. Die hölzerne Inneneinrichtung, die sparsame Bemalung, die farbigen Jugendstil-Glasfenster und die wertvolle Orgel von Wilhelm Sauer sind im Originalzustand erhalten. Der 1859 geborene Gustav Werner wurde 1917 gegenüber seinem Bauwerk am Kapellenvorplatz bestattet. In der Kapelle finden inzwischen nicht nur Trauerfeiern und Gottesdienste, sondern gelegentlich auch musikalische Veranstaltungen statt.

 


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Kluck Alexander von,   10 2020

Alexander von Kluck trat 1865 in die Preußische Armee ein. Nach der Teilnahme an den beiden letzten „Reichseinigungskriegen“, 1866 gegen Österreich und 1870 gegen Frankreich, durchlief von Kluck die militärische Laufbahn an verschiedenen Standorten. Im Januar 1893 übernahm er im Range eines Oberstleutnants für zwei Jahre den Landwehrbezirk Berlin. Seit Oktober 1913 war er Generalinspekteur der VIII. Armee-Inspektion in Berlin. Am 27. Januar 1914 erfolgte die Beförderung zum Generaloberst.

Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde von Kluck zum Oberbefehlshaber der 1. Armee ernannt. Innerhalb eines von Generaloberst Alfred von Schlieffen 1905 in einer Denkschrift entwickelten strategisch-operativen Plans, der einen Zweifrontenkrieg gegen Frankreich und Russland beinhaltete, kam der 1. Armee beim ersten Feldzug gegen Frankreich eine herausragende Funktion zu.

Während die Masse des Deutschen Heeres Frankreich direkt angreifen sollte, war der 1. Armee eine hinterfangende Einkreisung der französischen Armee unter Umgehung der französischen Befestigungen zugedacht. Der äußerste rechte Flügel des Deutschen Heeres sollte über Belgien und Nordfrankreich nach Paris vorstoßen. 

Die Ausführung des Plans scheiterte an zahlreichen organisatorischen und logistischen Schwächen sowie der Fehleinschätzung politischer Bündnisse zwischen Frankreich, Großbritannien und Russland, die etwa den Kriegseintritt Großbritanniens nach Einmarsch der Deutschen in das neutrale Belgien auslösten. Zwar konnte sich die 1. Armee, nach einer am 29. August von Kluck eigenmächtig befohlenen Änderung der Marschroute, bis auf wenige Kilometer an Paris heran kämpfen, doch gelang es im September 1914 in der „Schlacht an der Marne“ den französischen und britischen Truppen sich zwischen die 1. und die 2. Armee zu schieben. Die schnelle Westoffensive war damit gescheitert und ein jahrelanger Stellungskrieg begann. Von Kluck, offiziell als „Retter der Angriffsfront in der Marneschlacht“ gefeiert, wurde im März 1915 bei einer Frontinspektion schwer verwundet und schied im Oktober 1916 aus dem aktiven Dienst aus.

Die nationalsozialistischen Machthaber nutzten die anhaltende Popularität von Klucks und ordneten bei seinem Tod 1934 ein Staatsbegräbnis an.

Das aus Muschelkalkstein gearbeitete Grabdenkmal in Gestalt eines „Heiligen Bezirks“ entstand nach Plänen von Fritz Klimsch (1870-1960). Ein mächtiger preußischer Adler bewacht die Grablege. Bei der Formulierung des Bronzereliefporträts orientierte sich Klimsch an einer Fotografie, die der Fotograf Rudolf Dührkoop (1848-1918) um 1915 von Kluck angefertigt hatte.

Quelle Text: https://www.wo-sie-ruhen.de/friedhoefe?stadt=20&friedhof=18

Kadelburg  Gustav,   10 2020

Gustav Kadelburg

Gustav Kadelburg, auch Gustaf Kadelburg, (* 26. Juli 1851 in Pest; † 11. September 1925 in Berlin) war ein österreichischer Theaterschauspieler, Stückeschreiber und Librettist.

Kadelburgs Mausoleum wurde 1925 in der Art einer Theaterkulisse errichtet. In der Gruft stehen seither der Sarg von Kadelburg und zweier Angehöriger. Die Särge sind zum Schutz und zur Wahrung der ewigen Totenruhe massiv eingemauert. 

Gustav Kadelburg wurde in Pest geboren und wandte sich gegen den Wunsch seines Vaters, wie ebenfalls sein jüngerer Bruder Heinrich Kadelburg, der Bühne zu. In Wien wurde Alexander Strakosch sein Schauspiellehrer. Kadelburg debütierte 1868 in Halle, wo er in bescheidener Stellung begann. Sein erster größerer Auftritt auf einer Theaterbühne war 1869 in Leipzig. Zwei Jahre später trat er im Wallner-Theater in Berlin auf. Von 1884 bis 1894 wirkte er am Deutschen Theater, wo ihm der Theaterleiter und Bühnenautor Adolph L’Arronge wertvolle Ratschläge zum Verfertigen von Lustspielen gab. In der Uraufführung von Gerhart Hauptmanns sozialen Drama Vor Sonnenaufgang am 20. Oktober 1889 durch die Freie Bühne im Lessingtheater übernahm er die Rolle des Ingenieurs Hoffmann.

Obwohl als Schauspieler sehr erfolgreich, beendete er seine Schauspielkarriere 1894 und schrieb nur noch Komödien und Libretti, zum Beispiel zur Operette Alt-Wien nach der Musik von Joseph Lanner. Viele seiner Lustspiele entstanden in Zusammenarbeit mit Oscar Blumenthal oder Franz von Schönthan als Koautoren. Am bekanntesten wurde das wesentlich später von Ralph Benatzky vertonte Lustspiel Im weißen Rößl (1896). Sein Bühnenstück Familie Schimek wurde 1926 von Alfred Halm und 1957 von Georg Jacoby unter gleichem Titel verfilmt.

Quelle Portrait: https://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Kadelburg#/media/Datei:Gustav_Kadelburg_(BerlLeben_1904-12).jpg

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Kadelburg


Kuhnert   Wilhelm, Tiermaler,   10 2020

 

 Mit Staffelei und Jagdgewehr

Er illustrierte "Brehms Tierleben" und war ein Pionier der Freiluftmalerei: Die Alte Nationalgalerie widmete Wilhelm Kuhnert eine Ausstellung zum 150. Geburtstag.

Bildliche Darstellungen exotischer Tiere sind ideale Projektionsflächen eines Fernwehs, in dem sich Lust und Angst mischen. „Brehms Tierleben“, das in die Fauna entferntester Weltgegenden einführt, gehörte einst in jedes bildungsbürgerliche deutsche Bücherregal. In der dritten (1890) und vierten (1911–1918) Auflage des vielbändigen Werks stammen die prächtigen Farbabbildungen von Wilhelm Kuhnert, dessen Geburtstag sich an diesem Montag zum 150. Mal jährt. Der 1865 geborene und 1926 gestorbene Berliner Maler und Zeichner, zu Lebzeiten berühmt und erfolgreich, ist heute in Deutschland so gut wie vergessen. Dabei gehört er zu den besten Tiermalern der Kunstgeschichte. Im angelsächsischen Raum erzielen seine suggestiven Großgemälde aus der afrikanischen Savanne, die ihm den Beinamen „Löwen-Kuhnert“ einbrachten, hingegen noch immer Höchstpreise.

Für Philipp Demandt, der zusammen mit Benjamin Rux den ungewöhnlichen Künstler in einer zugleich originellen und erlesenen Kabinettausstellung der Alten Nationalgalerie würdigt, liegt Kuhnerts Bedeutung weniger im großen malerischen Kino als in den kleinen Arbeiten auf Papier. Wer die realistische Zeichenkunst Adolph von Menzels bewundert, wird Kuhnerts Studienblätter lieben. Hier wie dort geht es nicht um Wunschbilder, sondern um obsessives Hinschauen. Nur das Sujet ist ein anderes: Saugt sich Menzels Blick am kalten Glanz polierter Waffen oder der Morbidität preußischer Generalsuniformen fest, ergründet Kuhnert in virtuosen Bleistiftstudien die stolze Kopfhaltung einer Gazelle, das voluminöse Gehörn des Kaffernbüffels oder das muntere Treiben von Elefantenspitzmäusen.

Wie er das gemacht hat, bleibt ein Rätsel, das Kuhnert auch in den launigen Texten seines 1918 erschienenen Reisebuchs „Im Lande meiner Modelle“ nur teilweise lüftet. Viermal war der Künstler zwischen 1891 und 1912 in Nord- und Ostafrika unterwegs, meist mit großem Gefolge von bis zu 80 einheimischen Lastenträgern, für deren Ernährung er mit dem Jagdgewehr aufkam. Das Verhalten und die typischen Bewegungen seiner „Modelle“ mit den Augen des Malers zu studieren und die Tiere danach weidmännisch zu erlegen, war oft nur eine Sache weniger Minuten. Ein Foto zeigt Kuhnert mit Tropenhelm vor der Staffelei, zu seinen Füßen liegen drei Jagdgewehre.

Menschen hat er selten gezeichnet oder gemalt. Aber wenn doch, dann mit großer Empathie

Auch in anderer Hinsicht blieb er kein unschuldiger Beobachter. Bei drei seiner Expeditionen nutzte er die Infrastruktur militärischer Stützpunkte im gerade erst besetzten Deutsch-Ostafrika und erlebte die grausame Härte der deutschen Kolonialherren. Sein Verhalten blieb ambivalent: Als in Berlin 1895 die Verbrechen des „Reichskommissars für das Kilimandscharogebiet“ Carl Peters untersucht wurden, sagte er gegen diesen aus. Als während seiner zweiten Expedition 1905 ein bewaffneter Aufstand gegen die deutschen Besatzer losbrach, meldete sich Kuhnert spontan als Freiwilliger und nahm an Gefechten teil.

Lässt sich das aus heutiger Sicht moralisch angreifbare Verhalten eines Künstlers von seinem Lebenswerk trennen? Die Darstellung von Menschen fällt im fast 7000 Arbeiten umfassenden Œuvre Wilhelm Kuhnerts kaum ins Gewicht. Die wenigen Beispiele, die im lesenswerten Katalogheft abgebildet sind, nicht jedoch in der Ausstellung gezeigt werden, legen nahe, dass Kuhnerts Blick auf fremde Menschen genauso respektvoll, ja empathisch gewesen ist wie der auf exotische Tiere. Die Faszination des Unbekannten liegt im Moment des Wiedererkennens.

Quelle Text und Zeichnungen:

https://www.tagesspiegel.de/kultur/der-tiermaler-wilhelm-kuhnert-mit-staffelei-und-jagdgewehr/12375782.html

 


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Manzel Ludwig,   10 2020

Ludwig Manzel

Sein bedeutendstes Werk ist das zwölf Meter breite und zwei Meter hohe monumentale Christus-Relief „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken“ mit 24 Figuren, an dem er von 1909 bis 1924 gearbeitet hatte. Es war für eine evangelische Kirche in Gnesen bestimmt, deren Bau infolge der Abtretung der Stadt an Polen im Jahre 1920 nicht fertiggestellt werden konnte. Seit 1924 befindet es sich wie das 1932 geschaffene Grabmal für Friedrich Wilhelm Murnau auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf, wo auch Manzel 1936 seine letzte Ruhe fand. 

Das Standbild „Die Arbeit“ im mittleren Lichthof des Warenhauses Wertheim am Leipziger Platz gehört zu seinen Arbeiten wie die Kaiser Wilhelm-Statue im Grunewalder König-Wilhelm-Turm und ein Reiterstandbild des Kaisers Friedrich III. für Stettin von 1910. Eine Kolossalbüste Wilhelms II. (1906) sowie ein Bildnis von Paul von Hindenburg wurden in zahlreichen Kopien über ganz Deutschland verteilt.

Ludwig Manzel stammte aus einfachen Verhältnissen. Sein Vater Georg, in Neustrelitz geboren, war ein Schneider und Landarbeiter. Seine Mutter Wilhelmine geb. Jakobs war die Tochter eines Büdners aus Gnevezin und arbeitete später als Hebamme. Die Familie zog zunächst nach Boldekow und 1867 nach Anklam, wo er das Gymnasium besuchte. Der bei Lehrern und Mitschülern als hochbegabt geltende Ludwig Manzel wollte Kunst studieren, konnte von seinen Eltern jedoch nicht unterstützt werden, zumal der Vater 1872 starb.

1875 ging Ludwig Manzel völlig mittellos an die Berliner Kunstakademie. Als Zeichenlehrer an der Fortbildungsschule für Handwerker und mit Aufträgen für die Zeitschriften Ulk und Lustige Blätter versuchte er nebenher seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Er war Schüler von Albert Wolff und Fritz Schaper. Mit der Skulpturengruppe „Am Wege“ erzielte er einen ersten Erfolg und erlangte den Großen Akademischen Staatspreis sowie das Reisestipendium der von-Rohr-Stiftung. Mit diesem einjährigen Auslandsstipendium ging er nach Paris, wo er schließlich drei Jahre blieb und in einem großen Studioatelier arbeitete.

Seit 1889 selbständig in Berlin tätig, stellte er vor allem Plastiken und Modelle für das Kunstgewerbe her. Zusammen mit Moritz von Reymond gab er unter dem Titel „Berliner Pflaster“ eine Reihe von „illustrierten Schilderungen aus dem Berliner Leben“ heraus, die er zu großen Teilen mit eigenen Zeichnungen bebilderte. In diesen Jahren entwickelte sich ein Kontakt zum Kaiserpaar, es entstand eine Reihe von Büsten und Reliefs.

In der Mitte der 1890er Jahre gelang Manzel der Durchbruch. Ab 1894 wurde er mit der Herstellung von Figuren für den Berliner Dom und das Reichstagsgebäude beauftragt. Dazu kamen Kaiserdenkmale in verschiedenen preußischen Provinzstädten. Seit 1895 war er Mitglied der Preußischen Akademie der Künste und ab 1896 Professor am Königlichen Kunstgewerbemuseum Berlin. Ebenfalls 1896 erhielt er auf der Großen Berliner Kunstausstellung eine große Goldmedaille. 1903 wurde er Nachfolger von Reinhold Begas als Vorsteher eines Meisterateliers, das er bis 1925 leitete. Zu seinen Schülern gehörte unter anderen Josef Thorak. Von 1912 bis 1915 sowie von 1918 bis 1920 war Ludwig Manzel Präsident der Preußischen Akademie der Künste.

Nachdem sich Manzel als anerkannter Künstler etabliert hatte, wohnte er zunächst in Wilmersdorf an der Kaiserallee und zog später in die Friedenauer Görresstraße, wo viele zu dieser Zeit bekannte Künstler lebten. 1908 ließ er sich von den renommierten Berliner Architekten Heinrich Kayser und Carl von Großheim in Charlottenburg an der Sophienstraße ein Haus im englischen Cottage-Stil errichten.

Ludwig Manzel war mit Kaiser Wilhelm II. befreundet, was zahlreiche Aufträge überhaupt ermöglichte. Auch mit dem wie Manzel aus Vorpommern stammenden Warenhaus-Unternehmer Georg Wertheim stand er in freundschaftlicher Beziehung. Nachdem Manzel das Kaiserwappen der ostpreußischen Sommerresidenz Cadinen aus gebranntem Ton gefertigt hatte, beauftragte ihn der Kaiser nach der Modernisierung der Cadiner Tonwarenfabrik mit Entwürfen für die Majolika-Produktion sowie für Kannen, Vasen und Dosen im Jugendstil. Das Warenhaus Wertheim erhielt das Alleinverkaufsrecht der Cadiner Produkte.

Grabstätte

In seinen letzten Lebensjahren widmete sich Manzel der Malerei und fertigte unter anderem mehrere Altarbilder für Kirchen in Charlottenburg. Er starb 1936 und wurde auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf beigesetzt. Sein Grabmal wird von einem Frauenkopf aus der Anfangszeit seines künstlerischen Schaffens gekrönt. Der Grabstein trägt eine Porträtplakette aus Bronze von Willibald Fritsch, die Manzel 1908 von seinen Schülern zum fünfzigsten Geburtstag gewidmet worden war.

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Manzel

 


Murnau, Friedrich Wilhelm,    10 2020

Einbruch des Grauens!

Friedrich Wilhelm Murnau

Aus der Gruft eines Promi-Friedhofs bei Potsdam stehlen Unbekannte den Schädel des "Nosferatu"-Regisseurs Friedrich Wilhelm Murnau. Nun soll die Grabstätte geschlossen oder Murnau beerdigt werden.

Stahnsdorf (dpa) - Waren es fehlgeleitete Fans des Filmemachers oder irgendwelche Okkultisten? Friedhofsverwalter Olaf Ihlefeldt ist immer noch fassungslos, wenn er an vergangenen Montag denkt.

Da entdeckte er auf dem Südwestkirchhof im brandenburgischen Stahnsdorf bei Berlin am Eingang zur Gruft des Stummfilm-Regisseurs Friedrich Wilhelm Murnau die eingedrückte Tür. Unbekannte waren in die Gruft eingedrungen und hatten den Kopf des einbalsamierten Toten gestohlen.

Vielen fällt sofort die gruselige Verbindung zum Werk des Regisseurs Murnau (1888-1931) ein, der 1922 mit seinem Vampir-Film "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens", einer Dracula-Adaption, berühmt wurde.

Für Ihlefeldt ist der menschliche Schaden groß: "Dem Toten wurde die Würde genommen", klagt er. Verwüstungen habe es in der Gruft aber nicht gegeben, in dem Murnau und seine beiden Brüder Robert und Bernhard Plumpe ruhen. Doch als er den Deckel des Metallsarges hob, machte er die grausige Entdeckung.

Von den Tätern fehlt auch Tage nach dem Einbruch des Grauens jede Spur: Die Kriminalpolizei Potsdam ermittelt wegen Störung der Totenruhe und Diebstahls.

"Bereits in den 70er Jahren waren dort irgendwelche Vandalen eingedrungen und hatten die Glasscheibe zerstört, mit der der einbalsamierte Leichnam abgedeckt war", berichtet der Verwalter. 

Nun soll Murnaus Andenken nie wieder geschändet werden können. "Entweder wir mauern den Eingang dauerhaft zu, oder wir werden Murnau im Erdreich bestatten", kündigt Ihlefeldt an.

Vor Jahren bereits wurde auch der Leichnam des österreichischen Schauspielers Gustav Kadelburg (1851-1925) auf dem Prominentenfriedhof beerdigt, nachdem Zerstörungswütige in dessen Grabstätte ihr Unwesen getrieben hatten. "Als sie den Sargdeckel geöffnet hatten, sind sie allerdings vor dem grausigen Anblick des Leichnams geflohen", berichtet der Verwalter.

Sollte die Gruft Murnaus geschlossen werden, könnte Ihlefeldt auch keine Besuchergruppen mehr dorthin führen, die immer noch zahlreich kommen. Das Mausoleum ist kunstvoll ausgestaltet: Die verputzten Wände in Türkis gestrichen und ein blaues Mosaik mit goldglänzenden Sternen auf der gewölbten Decke. Murnaus Brüder Robert und Bernhard liegen in zugelöteten Zinksärgen in der Gruft. "Das war damals die übliche Methode, nach dem Ewigkeits-Gedanken sollten die Körper auf der Erde erhalten bleiben", erläutert Ihlefeldt.

Der Potsdamer Filmwissenschaftler Guido Altendorf sagt: "Murnau ist einer der bedeutendsten deutschen Regisseure und beeinflusst die deutschen Filmemacher noch heute." Volker Schlöndorff sei beispielsweise ein großer Bewunderer von ihm. Mit "Nosferatu" sei Murnau zwar einem großen Publikum bekanntgeworden, aber für die Filmwelt seien seine folgenden Werke noch bedeutender.

"Für den Film "Der letzte Mann" wurde 1924 erstmals die Kamera vom Stativ genommen und es entstanden geradezu revolutionäre Einstellungen", sagt Altendorf. Es folgte der Ruf nach Hollywood in die Fox-Studios. "Dort bekam er volle künstlerische Freiheit und sein Film "Sunrise" bekam gleich drei der 1928 erstmals vergebenen Oscars", berichtet Altendorf.

Im Jahr 1931 verunglückte Murnau im Alter von 42 Jahren bei einem Verkehrsunfall in Kalifornien tödlich. Seine Leiche wurde einbalsamiert und nach Berlin gebracht. Monate nach seinem Tod gab es dort eine Trauerfeier mit großem Staraufgebot.

Quelle Text: https://www.fr.de/.../f-w-murnaus-grabstaette-wird...

 


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Rumpler   Edmund,   10 2020

 Edmund Rumpler

 

In fast jeder größeren Stadt gibt es eine Edmund Rumpler Straße, aber kaum jemand kennt die Ikarus Figur, geschweige denn den Konstrukteur und Erfinder Edmund Rumpler. 

 

Edmund Elias Rumpler (* 4. Jänner 1872 in Wien; † 7. September 1940 in Neu Tollow, Kreis Wismar) war ein österreichischer Flugzeug- und Automobilkonstrukteur mit preußischer Staatsangehörigkeit (seit 1913). Seine berühmtesten Konstruktionen waren die Rumpler Taube, die Rumpler C-Typen und der Tropfenwagen.

 

Ausbildung und Anstellungen

Edmund Rumpler studierte 1890–1895 an der TH Wien Maschinenbau und arbeitete bei Eisenbahnwagen-, Dampfmaschinen- und Automobilfabriken, bis er 1898 als Konstrukteur bei der Allgemeinen Motor-Wagen-Gesellschaft Berlin eintrat. 1900 wechselte er zur Daimler-Motoren-Gesellschaft und 1902 als Oberingenieur zu den Adlerwerken in Frankfurt am Main, wo er 1903 die erste Schwingachse erfand. 1903 wurde er Leiter des Konstruktionsbüros der Adlerwerke und entwickelte dort die ersten von diesem Unternehmen selbst konstruierten Automobilmotoren.

Flugzeugkonstrukteur

1906 gründete Rumpler in Berlin, Gitschiner Straße 5, ein technisches Büro, dem er am 10. November 1908 die Firma Edmund Rumpler, Luftfahrzeugbau, eine Abteilung für Flugzeugbau, angliederte. (Die erste deutsche Flugzeugfabrik war einen Monat vorher im Oktober 1908 von August Euler gegründet worden.) Wegen der guten Auftragslage wurde diese Firma bereits 1909 in die Rumpler-Luftfahrzeugbau GmbH, 1914 in die Rumpler-Werke GmbH umgewandelt.

Das erste in größerer Stückzahl hergestellte Flugzeug war die in Lizenz gebaute Etrich Taube von Ignaz Etrich, die am 10. Oktober 1910 in Johannisthal ihren Erstflug hatte. In der Zeit des Ersten Weltkriegs expandierte die Firma und stellte über 3000 Flugzeuge – allein über 1000 Stück des Fernaufklärers Rumpler C.VII – her.

Automobilkonstrukteur

Da nach dem Ersten Weltkrieg aufgrund des Versailler Vertrages in Deutschland der Bau von Motorflugzeugen verboten war, ließ der Flugzeugbauer Rumpler seine Erfahrungen in eine Absorptionskältemaschine und Automobil-Projekte einfließen. Er entwickelte den Tropfenwagen, mit stromlinienförmiger, von oben gesehen tropfenförmiger Karosserie und an einer Pendel-Schwingachse angeordnetem Hecktriebblock (Motor vor, Getriebe hinter der Hinterachse). 1921 stellte er das Fahrzeug auf der Deutschen Automobilausstellung in Berlin vor. Es war ein wirtschaftlicher Misserfolg. Nur etwa 100 Fahrzeuge wurden gefertigt. 1926 verkaufte Rumpler seine Fertigungsstätten an die Udet Flugzeugbau.

1930 gründete Rumpler in Ammendorf (damals Provinz Sachsen) und in Berlin die „Rumpler-Lindner Vorntriebs-Gesellschaft mbH“. In Berlin-SW 68, Kochstraße 53 (Kreuzberg) und Berlin 39, Reinickendorfer Straße 113 (Wedding) war die Firma ansässig. Im Patentbüro von Edmund Rumpler hatte er 1930 die Konstruktionsabteilung und die „Autogena-Blech-Industrie-GmbH-Schweißtechnik“ einen Frontantriebs-Lastwagen mit vorderen sowie hinteren Schwingachsen entworfen.

Den bekanntesten Stromlinien-LKW im Nutzfahrzeugbau hatte Rumpler als zwei Einzelstücke 1930 fertiggebaut, die als futuristische Stromlinien Dreiachs-LKW mit „Vornantrieb“ in die Geschichte der Nutzfahrzeugindustrie Eingang fanden. Rumpler musste die Bezeichnung Vornantrieb verwenden, weil der Name „Frontantrieb“ zu jener Zeit ein Patent-Name von DKW war.

Der erste LKW Typ RuV 29 hatte einen Maybach-Sechszylinder-Motor mit 90 PS. Der zweite Rumpler-LKW Typ RuV 31 hatte einen 150 PS Zwölfzylinder-V-Motor und konnte 100 km/h schnell fahren. Beide LKW hatten ein Doppelkardangelenk, das die Kraft auf die großen Vorderräder übertrug. Die hinteren Doppelräder wurden in Waagenbalken-Bauart ausgestattet. Continental hatte extra Spezial-Reifen entwickelt, die für Fahrzeuge über 100 km/h geeignet waren. Der Karosseriebauer Gottfried Lindner in Ammendorf hatte den LKW-Kastenwagen in Zusammenarbeit mit dem Ambi-Budd-Presswerk in Johannisthal und dem Berliner Karosseriehersteller Luchterhand & Freytag in Berlin-Tempelhof angefertigt. Beide Fahrzeuge wurden im Ullstein Verlag als schnelle Zeitungs-Express-LKW eingesetzt. 1943 wurden die Rumpler-LKW durch einen Bombenangriff zerstört.

Rumpler war seit 1900 Redakteur der Fachzeitschrift „Der Motorwagen“.

Während der nationalsozialistischen Herrschaft musste er seine Arbeit wegen seiner jüdischen Herkunft aufgeben. Sein Grab befindet sich auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf im Block Reformation, Gartenblock III, Erbbegräbnis 28. Es ist als Ehrengrab der Stadt Berlin gewidmet.

Quelle Text teilweise: https://de.wikipedia.org/wiki/Edmund_Rumpler
Quelle Taube: 
Von Noop1958 in der Wikipedia auf Deutsch, CC BY-SA 3.0, 
Quelle Tropfenwagen: 
https://de.motor1.com/photo/3771072/rumpler-tropfenwagen/

 


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Seinemeyer Meta,   10 2020

Meta Seinemeyer

Am 5. September 1895 in Berlin als Tochter eines in Polizeidiensten stehenden Vaters geboren, der später – neben dem berühmten Gennat – einer der bekanntesten Kriminal-Kommissare der alten Reichshauptstadt werden sollte, studierte die junge Meta Gesang bei Ernst Grenzebach und dem bedeutenden Tenor Nicolaus Rothmühl, der 1882-1893 an der Königlichen Hofoper Berlin Triumphe gefeiert hatte. Ihr Debüt fand zu Ende des Ersten Weltkrieges (1918) an dem kurz vor Kriegsausbruch (1912) eingeweihten Deutschen Opernhaus im gerade eingemeindeten Berliner Stadtteil Charlottenburg statt, dessen Ensemble sie für die nächsten sieben Jahre angehörte. 

Die Inflation in Deutschland und das in den USA nach dem Kriege nur recht zögernd wieder anlaufende deutsche Repertoire begünstigten die Nordamerika-Tournee einer 1923 aufgestellten „German Opera Company“. Unter der Leitung von Leo Blech und Eduard Mörike (Neffe des Dichters) bestand sie aus so hervorragenden Künstler wie Friedrich Schorr, Friedrich Plaschke, Alexander Kipnis, Jacques Urlus, Robert Eutt, Elsa Alsen, Eva Plaschke-von der Osten, Editha Fleischer, Ottilie Metzger-Latternmann und eben Meta Seinemeyer. Ihre Auftritte als Eva in den „Meistersingern“ und als Elisabeth im „Tannhäuser“ (23./24. Februar 1923) waren noch viele Jahre später in den Vereinigten Staaten unvergessen.

Nach einer größeren Anzahl von außerordentlich erfolgreichen Vorstellungen, u.a. in Baltimore sowie im New Yorker Metropolitan und Manhattan Opera House, verlängerte die deutsche Operntruppe ihre Saison noch im dortigen Lexington Theatre. Da nicht alle Künstler beliebig lange ihren festen Verträgen in der Heimat untreu werden konnten, sprangen z.B. Claire Dux und Maria Ivogün helfend ein:

Im November 1924 gab Meta Seinemeyer an der Staatsoper Dresden ein Gastspiel als Margarethe in Gounods gleichnamiger Oper, und dieses Auftreten gestaltete sich derart triumphal, dass die Künstlerin sofort – beginnend mit Januar 1925 – ohne zeitliche Begrenzung – fest an dieses Institut verpflichtet wurde. In kürzester Frist wurde sie hier der führende jugendlich-dramatische Sopran, eroberte sich die Herzen des Opernpublikums im Sturm, und was bei einer Neunundzwanzigjährigen äußerst selten ist, sie war fortan nur noch „die Seinemeyer“.

Am 21. Mai 1925 kreierte sie die Partie der Herzogin von Parma in der Welt-Uraufführung von Ferruccio Busonis Oper „Doktor Faustus“, und das nächste Jahr brachte zwei Höhepunkte ihrer Dresdener Tätigkeit: die Leonore in Verdis „Macht des Schicksals“ und die Madeleine de Coigny in der deutschen Erstaufführung der Oper „Andrea Chenier“ mit Tino Pattiera in der Titelrolle. Das Urteil des anwesenden Komponisten Umberto Giordano lautete kurz aber inhaltsschwer: „In ganz Italien gibt es keine so herrliche Frauenstimme wie die der Seinemeyer!“

Anlässlich der Verdi-Renaissance mit La Forza del destino (Uraufführung: 11.11.1862 in Petersburg; deutsche Erstaufführung: 1878 in Berlin) schrieb die Kritik; „Man findet diese Oper nur äußerst selten auf deutschen Bühnen, jedoch brachte die Dresdener Staatsoper im März (1926) eine Neueinstudierung des Werkes in glänzender Besetzung und Ausstattung heraus – ein Ereignis für das deutsche Theaterleben! Die Leonore ist eine Glanzrolle für erstklassige Sopranistinnen, und in Dresden wurde sie von Meta Seinemeyer darstellerisch wie musikalisch vorbildlich verkörpert; mit ihrem schlackenlosen Sopran berauschte sie die Zuhörer geradezu. Für die Dresdener Neueinstudierung wurde zu dieser Oper von dem bekannten Dichter und Bühnenschriftsteller Franz Werfel ein neues Textbuch geschrieben, das den Stoff dem italienischen Vorbild frei nachdichtet, wobei es die Motive verdeutlicht, die Charaktere vertieft und die Handlung einfacher und klarer durcharbeitet. In dieser Uraufführung der Werfelschen Bearbeitung wird dieses großartige Werk sicherlich eine glanzvolle Auferstehung auf allen deutschen Bühnen erleben.“

Franz Werfel aber schrieb an Meta Seinemeyer noch am Abend dieses triumphalen Ereignisses:

„Fräulein Seinemeyer, Sie haben heute Abend eine ganz große Gesangstat vollbracht, ich muss Ihnen das sagen! Es gibt keine solche warme Stimme mehr auf der deutschen Bühne. Die Linie Ihres Gesanges ist vollendet. Die Friedensarie “ war in ihrer ruhigen, schönheitstrunkenen Führung für das ganze Haus tieferschütternd. Ich glaube, Verdi selbst hätte an Ihrem Gesang seine helle Freude gehabt!“  

Noch im gleichen Jahre 1926 unternahm die Sängerin eine große Südamerika-Tournee, und 1927 gab sie mehrere Vorstellungen an der Wiener Staatsoper, so am 22.Juni als Tosca in einem Ensemble, dem Alfred Piccaver und Emil Schipper angehörten (Dirigent: Reichenberger) und am 24.Juni als Aida‚ neben Piccaver, Alfred Jerger und Rosette Anday (Dirigent: Robert Heger).

In den letzten Jahren ihres so überaus kurzen Lebens wandte sie sich neben den lyrischen immer mehr den Jugendlich-dramatischen Partien zu, und als sie am 9. Mai 1929 ihr Debüt am Londoner Covent Garden gab, da war es die Sieglinde in Wagners Walküre. Es folgten die Lohengrin-Elsa und am 16. Mai eine ihrer liebtesten Gestalten, die Eva in Wagners „Meistersinger von Nürnberg“ Obwohl ihre Stimme noch die alte Schönheit und den alten Glanz besaß, war ihre tödliche Blutkrankheit z.Zt. ihres Londoner Gastspiels doch schon so weit fortgeschritten, dass ihr nur noch drei Monate blieben. Am 19.August 1929. starb Meta Seinemeyer zu Dresden im Alter von nur 33 Jahren. 

Quelle Text teilweise:  https://www.ioco.de/tag/meta-seinemeyer/
Quelle Bild 1+2: http://www.ipernity.com/doc/955739/46766058
Quelle Bild 3:
https://www.rundfunkschaetze.de/wp-content/uploads/2015/06/Seinemeyer-1926-for-web.jpg

 

 


Schaarwächter Julius Cornelius,   10 2020

Hoffotograf, Kunstsammler und Verleger

Unter den Berliner Photographen galt Julius C. Schaarwaechter als erfolgreichster Photograph des späten 19. Jahrhunderts, der von seinen Zeitgenossen als international bedeutend eingeschätzt wurde. Neben Aufnahmen des Kaiserpaares, insbesondere dessen heranwachsenden Nachwuchses, hinterließ er unter anderem zahlreiche Porträts bedeutender Persönlichkeiten, wie etwa von Rudolf Virchow oder Adalbert von Preußen. Der Nachwelt erhalten sind aber auch - mitunter künstlerisch gestellte - Aufnahmen von und mit bekannten Schauspieler/innen seiner Zeit.

Julius C. Schaarwächter wurde am 14. Juli 1847 als Sohn des Julius Schaarwächter (1821–1891), der ebenfalls Photograph war und eine eigene photographische Zeitschrift unterhielt, in Amsterdam geboren. Nach der Ausbildung im väterlichen Atelier absolvierte er eine einjährige Weiterbildung in Berlin und arbeitete dann als Assistent von Dr. Hermann Wilhelm Vogel (1834–1898) an der dortigen Gewerbeakademie sowie der Technischen Hochschule. Am 4. April 1872 eröffnete Schaarwächter sein eigenes Unternehmen in der Friedrichstraße 190 in Berlin unter der Firmierung „Photographisch-artistisches Atelier und photographischer Kunstverlag“. In einem Aufsatz in den Photographischen Mitteilungen der Zeitschrift des Vereins zur Förderung der Photographie schrieb der Engländer J. R. Sawyer anerkennend über dessen penible Sorgfalt.

1886 zog Schaarwächter um in sein eigenes Haus in der Leipziger Straße 130; wenngleich das Atelier im Hintergebäude lag, so war die Straßenfront ganz auf Werbung des Photographen ausgerichtet. 1889 eröffnete er ein zweites Atelier in der Potsdamer Straße 7. Im selben Jahr schrieb R. Kiewenig in der Zeitschrift Photographisches Archiv detailliert über das Ambiente und die Einrichtung des „zu den ersten der Residenz“ zählenden Fotografen-Establissements.

1893 wurde Schaarwächter zum Hofphotographen ernannt. Seine Photographien, insbesondere die der kaiserlichen Familie, ließ er teilweise über den Verlag der Neuen Photographischen Gesellschaft vertreiben, stellte sie auch bevorzugt in seinen Schaufenstern aus und „begleitete mit seinen Aufnahmen die heranwachsenden Kinder“ Kaiser Wilhelms II. Im Archiv des Vereins für die Geschichte Berlins finden sich allein 17 Mitglieder-Porträts aus dem Atelier Schaarwächters. Der Photograph Friedrich Goebel (1843–1934) absolvierte seine Ausbildung bei Schaarwächter, ebenso wie der spätere Reportagephotografph und Filmemacher Louis Held (1851–1927).

Nach seinem Tod am 14. Oktober 1904 wurde Schaarwaechter auf dem St.-Matthäus-Friedhof in Berlin begraben, bevor seine sterblichen Überreste 1938/39 aufgrund eines Bauprojektes der Nationalsozialisten auf den Südwestkirchhof Stahnsdorf umgebettet wurden. Der Bildhauer Wilhelm Wandschneider hat eine Grabfigur für die (ursprüngliche) Grabstätte der Familie auf dem Alten St.-Matthäus-Friedhof geschaffen, die mit der Umbettung der Gebeine des Verstorbenen ebenso nach Stahnsdorf verbracht wurde und dort erhalten ist.

Quelle Text: https://schaarwaechter.info/index2-1.html

Quelle Portrait: https://commons.wikimedia.org/wiki/Julius_Cornelius_Schaarw%C3%A4chter#/media/File:Cornelius_Julius_Schaarw%C3%A4chter_1897.jpg

Quelle Rückseite Foto: https://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Cornelius_Schaarw%C3%A4chter#/media/Datei:J-C-Schaarw%C3%A4chter.jpg

 


Schulte Franz,  Schulte Marie,   10 2020

 

Noch keine Informationen vorhanden 

 


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Wissinger Julius,   10 2020

Julius Wissinger

Die aus Spremberg stammenden Brüder Julius und Paul Wissinger eröffneten 1877 die Sämereien und Saatguthandelsfirma ‚J & P Wissinger‘ in der Landsberger Straße 46/47 in Berlin. 1886 zog das erfolgreiche Unternehmen – es konnten 50.000 Geschäftsverbindungen und der jährliche Umschlag von 40.000 Doppelzentnern Saatgut nachgewiesen werden - in die Neue Königstraße. 1907 ließen sich die Wissingers von Kurt Bernd das große ‚Lagerhaus Süd-Ost‘ in der Pfuelstraße 5-8 in Kreuzberg errichten, das in den 1990er Jahren zum noblen Geschäftshaus „Wissinger Höfe“ umgebaut wurde. Die Erben ließen sich von Fritz Schupp und Martin Kremmer 1922 eine Villa in Berlin-Karolinenhof erbauen. Schupp war der Bruder von Helene Wissinger (1892-1976) und damit Schwager von Julius Gustav Adolf Wissinger (1884-1967). Die künstlerische Verglasung eines der Fenster schuf Otto Freundlich.

Das Ehepaar Wissinger empfing in seinem Haus zahlreiche Künstler und wirkte mäzenatisch. Das Leben in der Villa Wissinger verarbeitete der Schriftsteller Werner Schendell in seinem Werk „Ein glücklicher Erbe – idyllischer Roman“.

Nach dem Tod von Julius Wissinger sen. und seiner Enkelin Ingrid erwarb die Familie Wissinger ein Erbbegräbnis auf dem Südwestkirchhof und beauftragte Max Taut mit dem Entwurf des Grabmals. Taut veröffentlichte den Entwurf dazu im Heft 2 des 1921 erschienenen 1. Jahrganges der Zeitschrift „Frühlicht“. Diese Publikationsreihe diente den avantgardistischen Künstlern der korrespondierenden Vereinigung „Gläserne Kette“ – wozu die Brüder Bruno und Max Taut gehörten – zur Veröffentlichung ihrer auf den Kristall- und Glasfantasien des expressionistischen Schriftstellers Paul Scheerbart (1863-1915) aufbauenden Entwürfe. Max Taut war zudem ein Verehrer der konstruktiven Gotik.

So wurde aus armiertem Beton und Tuffsteinen bis 1923 ein Grabmal errichtet, das die expressionistische, kristalline Interpretation eines gotischen Gewölbes darstellt. Ursprünglich sollte das Grabmal – teils als Mosaik – die Farben Blau, Rot und Gold tragen. Realisiert wurde eine nach dem Entwurf von Otto Freundlich in Beton gegossene Grabplatte für Julius Wissinger. Sie trug die symbolistische Darstellung des aus der jüdischen Kabbala herrührenden Schöpfungsmythos vom Golem und seinen Adepten.

Auf Grund zahlreicher Proteste von Grabeignern aus dem Umfeld der Grabanlage Wissinger unterblieb die farbige Fassung und 1923 erfolgte sogar die Beseitigung der Betonskulptur. Das Grabmal wurde 1989 und 2004 grundlegend saniert. Seit 2001 besteht eine Grabpatenschaft für die Grabanlage Wissinger.

Quelle Text: https://wo-sie-ruhen.de/friedhoefe?stadt=20&friedhof=18

 


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