Besondere    Grabstätten        Friedhöfe vor dem Halleschen Tor


Es handelt sich um sechs Friedhöfe, die seit Anfang des 18. Jahrhunderts, damals noch vor den Toren der Stadt, außerhalb der Berliner Zollmauer, angelegt wurden:

 

Friedhöfe I, II, III der Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinde

Friedhof I der Dreifaltigkeitsgemeinde

Friedhof der Bethlehems- oder Böhmischen Gemeinde

Friedhof der Brüdergemeine Berlin (Herrnhuter Brüdergemeine, 1826)

Durch den Bau der Amerika-Gedenkbibliothek Mitte der 1950er Jahre wurde zunächst der Nordeingang der Friedhöfe vom Halleschen Tor aus verlegt; die Eingänge liegen heute am Mehringdamm 21 und in der Zossener Straße 1 (gegenüber Nr. 65). Die Verlegung der Blücherstraße weg von der Halleschen-Tor-Brücke in Richtung Obentrautstraße führte zur Einebnung vieler Gräber im nördlichen Teil. Aus diesem Grunde sind vom Böhmischen Gottesacker nur noch das Eingangstor und eine Handvoll Gräber verblieben, während der Böhmische Gottesacker in Böhmisch-Rixdorf (heute: Neukölln) bis heute intakt ist.

 


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Überschrift,   10 2020

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Hofmann Heinrich Albert,   10 2020

Heinrich Albert Hofmann Heinrich Albert Hofmann (* 8. März 1818 in Berlin; † 19. August 1880 ebenda) war ein deutscher Buchhändler, Verleger und Theaterleiter. Leben Heinrich Albert Hofmann eröffnete in Berlin 1845 ein Verlags- und Sortimentsgeschäft, die A. Hofmann & Comp., später widmete er sich aber ausschließlich der Verlegertätigkeit. Der bei weitem erfolgreichste seiner Verlagsartikel ist das im Verein mit David Kalisch von ihm im Mai 1848 gegründete humoristisch-satirische Wochenblatt Kladderadatsch, dessen schnelles Aufblühen, dessen Erhaltung in allen Stürmen der Reaktionszeit, dessen Aufschwung zu einem allbekannten Weltblatt nicht zum geringsten Teil seiner buchhändlerischen Umsicht, Gewandtheit und Energie zu verdanken ist. Erwähnung verdient auch die von ihm veranstaltete Sammlung der Klassiker des In- und Auslandes und die Herausgabe einer Anzahl künstlerisch illustrierter Prachtwerke. Der 1873 ins Leben getretene Allgemeine Verein für deutsche Literatur verdankt seine Entstehung hauptsächlich der Initiative Hofmanns, welchem die Leitung des Unternehmens übertragen wurde. In seinen letzten Lebensjahren war er auch Besitzer des Friedrich-Wilhelmstädtischen Theaters in Berlin. Nach seinem Tod übernahm 1881 der Sohn Rudolf Emil Hofmann die Geschäfte. Tod und Grabstätte Heinrich Albert Hofmann starb 1880 im Alter von 62 Jahren in Berlin. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof II der Jerusalems- und Neuen Kirche in Berlin-Kreuzberg. Er ruht dort neben seiner früh verstorbenen Gattin Emma geb. Knauth (1824–1864). In der von einem schmiedeeisernen Gitter umfriedeten Anlage steht das von Erdmann Encke gestaltete Grabdenkmal, das von einer 1,35 m hohen Plastik bekrönt wird, der Darstellung eines Engels, der tröstend die Hand einer Trauernden ergriffen hat. An der Vorderseite der Grabstele angebracht ist ein Medaillon mit den Porträts des Ehepaars Hofmann im Profil. Es handelt sich um eine Kopie, die das verlorene Original ersetzt und anlässlich der Restaurierung der Anlage vor 2012 auf der Basis historischer Fotografien hergestellt wurde. Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Albert_Hofmann

 



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Mendelssohn Bartholdy Jakob Ludwig Felix ,  10 2020

Felix Mendelssohn Bartholdy Komponist, Pianist, Organist und Dirigent *3.Februar 1809 in Hamburg; †4.November 1847 in Leipzig Jakob Ludwig Felix Mendelssohn Bartholdy, Sohn des Berliner Bankiers Abraham Mendelssohn Bartholdy und Enkel des bedeutenden jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn, wurde früh umfassend und gefördert und ausgebildet. Den ersten Klavierunterricht erhielt Felix zusammen mit seiner gleichsam musikalisch hochbegabten Schwester Fanny von seiner Mutter Lea Mendelssohn Bartholdy (geb. Salomon), die, wie ihre ganze Familie, begeisterte Bach-Anhängerin war. Beide Kinder traten bald in die von Carl Friedrich Zelter (1758-1832) geleitete Sing-Akademie zu Berlin ein. Schon vorher erhielten Fanny und Felix privaten Kompositions- und Tonsatzunterricht bei Carl Friedrich Zelter. Als Neunjähriger trat Felix erstmals öffentlich als Pianist auf und begann kurz darauf selbst zu komponieren. Schon im Alter von 17 Jahren schrieb er sein erstes vollendetes Orchesterwerk, die Ouvertüre zu Shakespeares „Sommernachtstraum“. Sein systematisch betriebenes Studium Bachscher Werke mündete 1829 in einer erfolgreichen Wiederaufführung der „Matthäuspassion“ in der Berliner Singakademie. Ausgedehnte Reisen führten Mendelssohn nach England, Italien und Frankreich. Besonders in England fand er ein wohlwollendes und später begeistertes Publikum. Zehnmal reiste er insgesamt als Dirigent und Komponist dorthin. 1833 wurde er aufgefordert die Leitung des bevorstehenden Niederrheinischen Musikfestes in Düsseldorf zu übernehmen. Der Erfolg erlaubte ihm kurz darauf die Stellung des Städtischen Musikdirektors in Düsseldorf. Zwei Jahre später folgte Mendelssohn dem Ruf nach Leipzig und wurde mit 26 Jahren Leiter der dortigen Gewandhauskonzerte. In Leipzig gründete er 1843 auch das Konservatorium – Deutschlands erste Musikhochschule. Daneben war er zeitweilig in Berlin tätig, so 1842 als Preußischer Generalmusikdirektor. Aus seiner Ehe mit Cécile Jeanrenaud, die er 1837 in Frankfurt heiratete, gingen fünf Kinder hervor. Die Nachricht vom plötzlichen Tod seiner Schwester Fanny am 14. Mai 1847 traf ihn tief. Mendelssohn zog sich öffentlich zurück. Im Oktober desselben Jahres erlitt er seinen ersten Schlaganfall. Nach weiteren zwei Schlaganfällen verstarb er am 4. November 1847 mit 38 Jahren in Leipzig. Ein Sonderzug fuhr den Leichnam nach Berlin und er wurde an der Seite seiner geliebten Schwester begraben. Sein arbeitsreiches Wirken als Komponist, Pianist, Organist und Dirigent ist äußerst beachtlich. Er schrieb zahlreiche Sinfonien, Ouvertüren, Konzerte, Oratorien und Chorwerke. Eine Reihe seiner Werke zählen zu den bedeutendsten Kompositionen ihrer Zeit und spiegeln wesentliche Aspekte der musikalischen Romantik in Deutschland wider. Das Grab Felix Mendelssohn-Bartholdys trägt ein schlichtes weißes Grabkreuz aus Marmor und befindet sich in einer Familiengrabstätte auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof I am Halleschen Tor in Berlin-Kreuzberg. Sechs Mitglieder der Familien Felix Mendelssohn-Bartholdys und des Hofmalers Wilhelm Hensel ruhen hier nebeneinander. Ihre unterschiedlich gestalteten Grabzeichen sind eingefasst von einem dunklen schmiedeeisernen Gitter. Neben Felix liegen sein Sohn Felix August Eduard Mendelssohn Bartholdy und seine Schwester Fanny Hensel. Deren Mann Wilhelm Hensel und ihr einziger Sohn Felix Ludwig Sebastian Hensel sind ebenfalls hier beigesetzt. Auch Felicia Henriette Pauline Mendelssohn Bartholdy, eine Nichte von Felix, fand in der Familiengrabstätte ihre letzte Ruhe. Die Gräber von Abraham Ernst Mendelssohn Bartholdy und seiner Frau Felicia Pauline – die Eltern des Komponisten – befinden sich in unmittelbarer Nähe der Familiengrabstätte. Zudem existieren zahlreiche weitere Gräber der Familie Mendelsohn auf den Friedhöfen vor dem Halleschen Tor. Eine geplante Gedenk- und Dokumentationsstätte in der aufgelassenen Kapelle auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof I soll zukünftig das geistige, künstlerische und wirtschaftliche Leben und Wirken der Familie wiedergeben. Mit Bild- und Texttafeln wird die Dauerausstellung neben der Geschichte der Familie Mendelssohn auch das zeitgleiche Leben in Berlin dokumentieren. Die Kapelle wird im Rahmen der Ausstellungsplanungen denkmalgerecht saniert und umgestaltet. Der Baubeginn ist voraussichtlich zum Jahresanfang 2013 geplant. Text: Juliane Bluhm Quelle: http://stiftung-historische-friedhoefe.de/felix-mendelssohn-bartholdy/


Moehsen Johann Carl Wilhelm,   10 2020

Johann Carl Wilhelm Moehsen Hygieia mit „Gesundheitsschäden“ Kopflos, aber anmutig ruht in der rundbogigen Nische des monumentalen Wandgrabes eine halbaufgerichtete, weibliche Liegefigur auf einem Steinsarkophag. Es handelt sich um die Darstellung der Hygieia, einer Gestalt der griechischen Mythologie. Als Tochter des Heilgottes Asklepios symbolisiert Hygieia die Gesundheit und Reinheit. Ihr Attribut ist – wie auch das ihres Vaters – die Heilschlange, bei ihr jedoch nicht um einen Stab, sondern um den linken Arm gewunden; auch die Opferschale in ihrer Rechten kennzeichnet ihre Eigenschaften. Das Grabdenkmal, ein seltenes Werk des Frühklassizismus in Berlin, wurde für den Kinder- und Militärarzt Johann Carl Wilhelm Moehsen (1722-1795) errichtet. Eine Tafel an der Vorderseite der Nische ehrt den Mediziner, der auch Leibarzt Friedrichs des Großen war, als „des Königs würdiger Zeitgenosse“. Entworfen hat die Grabstätte der Maler Christian Bernhard Rode, der von 1783 bis zu seinem Tode 1797 als Direktor der Berliner Akademie der Künste vorstand. Der begehrte Porträtist und Schöpfer riesiger Deckenfresken in den Schlössern Berlins und Potsdams entwarf auch plastischen Bauschmuck: So geht beispielsweise das Relief Triumph des Friedens am Brandenburger Tor auf einen von Schadow überarbeiteten Entwurf Rodes zurück. Das Grabdenkmal Moehsen wurde in den Jahren 1864 und 1986-87 grundlegend saniert. Danach fiel das Haupt der Hygieia einer Vandalismus Attacke zum Opfer, konnte aber glücklicherweise sichergestellt werden. Im Rahmen einer 2014 durch private Spenden ermöglichten Konservierungs- und Reinigungsmaßnahme wurde der fehlende Kopf wieder angebracht.

Quelle Text: http://www.berliner-grabmale-retten.de/grabmal-johann-carl-wilhelm-moehsen/


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Namenlose Grabstätte,   10 2020

Ein namenloses Grab, aber vermutlich das eindrucksvollste Kunstwerk auf den Friedhöfen vor dem Halleschen Tor in Berlin. Das dreidimensionale Marmorrelief mit der offenen Türe und der Frau davor wurde aus einem Stück, aus einem riesigen Marmorblock gefertigt. Eine Skulptur kann der Bildhauer von allen Seiten bearbeiten, hier ist die komplette Bearbeitung nur von der Vorderseite bzw. den Seiten erfolgt, ein unglaubliches Meisterwerk. Da bleibt dann noch die Frage, warum solch ein unglaubliches Kunstwerk keinen Namen hat und der Bildhauer nicht bekannt ist. Norbert Haag, ein ganz besonderer Friedhofsführer, hat mir dazu eine unglaubliche Geschichte erzählt. Die Grabstätte gehört zu einem sehr reichen Unternehmer und seine Frau hat dieses Monument für ihn fertigen lassen. Nun könnte man ja denken, die Frau hat „Geschmack“, so ein wundervoller, moderner Engel, so eine aufwändige Grabstätte, solch ein Meisterwerk. Aber die Geschichte geht ganz anders weiter. Der Verstorbene hat seine Ehefrau über viele Jahre betrogen, sie hat es gewusst, konnte oder wollte ihn aber nicht verlassen. Nach seinem Tod hat sie diese beeindruckende Grabstätte errichtet und leider „vergessen“ einen Namen eingravieren zu lassen. Auch die Friedhofsverwaltung soll keine Angaben über die Grabstätte haben, die entsprechende Seite aus dem Friedhofsregister fehlt und der damalige Sachbearbeiter ist zwischenzeitlich verstorben. Es gibt nicht mal Informationen darüber, ob und wann eine Beisetzung stattgefunden hat. Normalerweise würde ja die Ehefrau in der gleichen Grabstätte oder in der Nähe von ihrem Mann beigesetzt. Sie hat aber vor Ihrem Tod verfügt, auf einem Friedhof begraben zu werden, der möglichst weit von dem Grab ihres Mannes entfernt liegt. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, wo die Ehefrau ihre letzte Ruhestätte gefunden hat. Die Grabstätte wurde für viele Jahre im Voraus bezahlt, sie wird regelmäßig gepflegt, aber es gibt keine einzige Blume, kein Grabschmuck, kein Zeichen von Trauer und keine Träne. Ich habe schon viele Geschichten gehört oder gelesen, aber Norbert Haag hat mich mit offenem Mund vor der Grabstätte „stehen gelassen“. Ich hätte ihm noch Stunden zuhören können, aber leider passte das zeitlich nicht. Wenn ich mal wieder in Berlin bin, werde ich das nachholen. Vielen Dank Norbert Haag

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Reichmann Theodor,   10 2020

Theodor Reichmann Theodor Reichmann (* 15. März 1849 in Rostock; † 22. Mai 1903 in Marbach) war ein deutscher Opernsänger (Bariton). Der Sohn des Advokaten Albert Reichmann begann auf Wunsch der Eltern eine kaufmännische Lehre in Berlin, widmete sich jedoch bald ausschließlich seiner musikalischen Ausbildung. Er nahm Gesangsunterricht bei Johann Elßler, Eduard Mantius und Johann Reß. 1869 debütierte Reichmann am Magdeburger Stadttheater als Ottokar in Webers Freischütz. Danach hatte er Engagements in Rotterdam, Köln und Straßburg. Von 1872 bis 1875 war er am Hamburger Stadttheater, dann bis 1883 am Hoftheater München. 1881 hatte Reichmann sein Debüt an der Wiener Hofoper, deren Ensemble er von 1883 bis 1889 und von 1893 bis 1903 angehörte. Von 1889 bis 1891 war er an der Berliner Krolloper bzw. an der Metropolitan Opera in New York City engagiert. Von 1882 bis 1902 hatte er regelmäßige Auftritte bei den Bayreuther Festspielen. Bei der Uraufführung des Parsifal 1882 sang er den Amfortas. 1888 wurde Reichmann zum Kammersänger ernannt. Er wurde u. a. mit dem Franz-Joseph-Orden ausgezeichnet. In Wien ist die Reichmanngasse nach ihm benannt. Grab von Theodor Reichmann in Berlin-Kreuzberg Schon seit längerem herzleidend, starb Theodor Reichmann am 22. Mai 1903 – dem 90. Geburtstag Richard Wagners – im Sanatorium Marbach am Bodensee nach einem Schlaganfall. Beigesetzt wurde er in Berlin auf dem Friedhof III der Jerusalems- und Neuen Kirche vor dem Halleschen Tor. In der erhaltenen Gittergrabanlage steht ein mehrstufiges Grabdenkmal aus schwarzem Granit, an das sich die Marmorskulptur einer Trauernden anlehnt, geschaffen um 1904 in der Steinmetzwerkstatt Wilhelm Sipperling. Ein Medaillon mit dem Porträt des Toten ist verloren gegangen. Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_Reichmann

 


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Schering Ernst Christian Friedrich,   10 2020

Ernst Schering – Gründer eines Weltunternehmens Wenn von der Industrialisierung Berlins die Rede ist, bleibt das "Feuerland" nicht unerwähnt. So nannte der Berliner Volksmund das Werksgelände des "Lokomotivkönigs" Borsig, das längst verschwunden ist. Es lag an der Chausseestraße, wo noch heute ein nach ihm benanntes Haus an Borsig erinnert. Unweit davon stand einst die "Grüne Apotheke", die Keimzelle eines Weltunternehmens. Ernst Schering (1824 –1889) Ernst Christian Friedrich Schering wurde am 31. Mai 1824 in Prenzlau geboren. Als Knabe träumte der Gastwirtsohn davon, Förster zu werden. Die Eltern wollten ihn aber als Apotheker sehen, was er nach einigen Auseinandersetzungen akzeptierte. Ausschlaggebend war dabei sein älterer Bruder, der als Regierungsbeamter ein Auskommen in Berlin hatte. Der bot ihm freie Kost und Logis an, zudem zahlte er noch das damals übliche Lehrgeld. So trat Schering 1841 als Lehrling in die seinerzeit berühmte Berliner "Apeliusschen Apotheke" ein. Schon damals entwickelte er Ideen, "schmutzige" Chemikalien für pharmazeutische Zwecke möglichst "sauber" – oder richtiger "rein" – herzustellen. Nach der Gehilfenprüfung folgte 1845 die Wanderschaft mit Anstellungen in verschiedenen Apotheken. 1849 kehrte er nach Berlin zurück, um Pharmazie zu studieren und 1850 sein Staatsexamen abzulegen. "Grüne Apotheke" in der Chausseestraße Als "Apotheker I. Klasse" erwarb Schering 1851 die "Schmeissersche Apotheke" in der Chausseestraße, die er in "Grüne Apotheke" umbenannte. Sie hatte unmittelbare Anbindung an den Fabrikkomplex von Borsig, dessen Arbeiter die größte Kundengruppe der Apotheke waren. Im Umgang mit ihnen gewann Schering Einsichten, die wichtig für sein späteres Verständnis von Unternehmertum wurden. In seinem kleinen Labor stellte Schering Chemikalien von größter Reinheit her. Er präsentierte sie auf der Pariser Weltausstellung von 1855 und kehrte preisgekrönt heim. Mit seinen Erzeugnissen belieferte er die Parfümerie-, Textil-, Leder-, Seifen- und Feuerwerksindustrie. Die Nachfrage wuchs, und aus der "Grünen Apotheke" entwickelte sich etappenweise eine Fabrik für chemische und pharmazeutische Präparate. Im September 1864 bezog das Unternehmen ein neues Gebäude im Stadtteil Wedding. Dort produzierte man – neben den Spezialpräparaten – im größeren Maßstab Iodkali, Chloroform, Salpetersäure und Salzsäure. Vom Heereslieferanten zum Fabrikanten Trotz der stetig steigenden Nachfrage entschloss sich Schering erst auf Drängen von Geschäftsfreunden zu einer rasanten Ausweitung seiner Produktion. Vorausgegangen war der deutsch-französische Krieg 1870/71, in dem er mehrere preußischen Armeekorpse mit Arzneimitteln versorgt hatte, was ihm den "Roten Adlerorden" und den Titel eines "Königlichen Kommerzienrates" bescherte. Als solcher unterzeichnete er am 21. Oktober 1871 den Prospekt für eine "Chemische Fabrik auf Actien" mit einer Kapitaleinlage von 500.000 Talern. Sie diente zum Aufbau einer großen, modernen Fabrikanlage an der Müllerstraße. Das Geschäft prosperierte, und die Aktionäre strichen zunächst dicke Dividenden ein. Zugleich waren aber auch viele andere Aktiengesellschaften gegründet worden, die keine reelle wirtschaftliche Basis hatten. Übertriebene Spekulationen führten 1873 zum "Gründerkrach" mit einer nachfolgenden schweren Wirtschaftskrise. In deren Strudel geriet auch die "Chemische Fabrik", die zeitweise zahlungsunfähig war, aber gerettet werden konnte und ab 1875 wieder Dividenden ausschüttete. Die Belegschaft wuchs bis 1879 auf 220 Personen, und "Schering" war nun ein weltweit anerkannter Markenname. Soziale Fürsorge Scherings Mitarbeiter konnten sich in der "Freien Hilfskasse" der Firma versichern, die zu den ersten deutschen Betriebskrankenkassen gehörte. Später kamen noch eine "Beamten- und Arbeiter-Pensionskasse" und dann eine "Witwen- und Waisenkasse" hinzu. Schering selbst hatte mittlerweile die Chausseestraße, wo er im Gebäude der "Grünen Apotheke" gewohnt hatte, verlassen und eine repräsentative Villa in Charlottenburg bezogen. 1882 zwangen ihn gesundheitliche Probleme, aus dem Vorstand des Unternehmens auszuscheiden. Er nahm dies zum Anlass, aus seinem Privatvermögen das Kapital für eine Stiftung bereitzustellen, von deren Zinsen alle Arbeiter nach 20 Jahren ununterbrochener Firmenzugehörigkeit eine Treueprämie erhalten sollten. Forschung ergänzt die Produktion Lange Zeit wirkte Schering als Schatzmeister der Deutschen Chemischen Gesellschaft, an deren Gründung er 1866 mitgewirkt hatte. Der Kontakt mit den führenden deutschen Chemikern brachte ihn 1877 auf die Idee, eine firmeneigene Forschungsabteilung aufzubauen, die allerdings erst 1888 fest etabliert war. Deren Innovationen sicherten den weiteren Aufstieg der "Chemischen Fabrik". Der Name überlebt die Fusion Als die Bayer AG im Jahr 2006 die Schering AG kaufte, wollte sie auf den guten Namen des Unternehmens nicht verzichten, sodass seither ein Teil des Konzerns als "Bayer Schering Pharma" firmiert. Seine Zentrale steht im Wedding an jenem Ort, wo früher die weltberühmte "Chemische Fabrik" stand. Vor 120 Jahren, am 27. Dezember 1889, starb Ernst Schering in Berlin. Seine "Grüne Apotheke" in der Chausseestraße gibt es längst nicht mehr, doch anderenorts in Berlin existieren mehrere Apotheken mit diesem Namen. Sie alle führen natürlich Produkte von "Bayer Schering Pharma". Quelle Text: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2009/daz-51-2009/ernst-schering-gruender-eines-weltunternehmens

 


Siemens Carl Heinrich von,   10 2020

Carl Heinrich von Siemens

Carl Heinrich Siemens, ab 1895 von Siemens, (* 3. März 1829 in Menzendorf, Herzogtum Mecklenburg-Strelitz; † 21. März 1906 in Menton, Französische Republik) war ein deutscher Industrieller und Bruder von Werner von Siemens.

Carl Heinrich Siemens (Schreibweise auch Karl) wurde 1829 als achtes von insgesamt 14 Kindern des Gutspächters Christian Ferdinand Siemens (1787–1840) und seiner Ehefrau Eleonore Henriette Deichmann (1792–1839) in Menzendorf (Mecklenburg) geboren. Der Vater entstammte dem alten Goslarer Stadtgeschlecht Siemens (1384 urkundlich erwähnt). Nach dem Tod der Eltern im Jahr 1840 wurde er von seinem 12 Jahre älteren Bruder Werner erzogen, der bei ihm auch die Begeisterung für Technik weckte. Nach Beendigung der Schule fand er 1846 zunächst Anstellung in einer Zementfabrik, wechselte dann jedoch in die 1847 von seinem Bruder gegründete Telegraphenbauanstalt Siemens & Halske und war für diese in Paris und London tätig, bevor er 1853 im Auftrag der Firma nach Russland wechselte.

Siemens & Halske errichteten hier im Auftrag des Kaiserreiches Russland ab 1852 ein landesweites Telegraphennetz. Carl übernahm die Leitung der Bauarbeiten und baute das russische Geschäft des Siemens-Konzerns auf, der 1855 sogar eine Zweigniederlassung in Sankt Petersburg errichtete. Die Einnahmen der Filiale sicherte vor allem der auf 12 Jahre angelegte Reparatur- und Wartungsvertrag für das Telegraphennetz, der Siemens auch den Titel eines offiziellen Hoflieferanten einbrachte. Carl heiratete Marie von Kap-herr, die Tochter eines deutschstämmigen russischen Kaufmanns und versuchte sich neben seiner Tätigkeit im Konzern des Bruders selbst als Unternehmer: 1861 errichtete er auf seinem Gut Chmelewo am Ilmensee die Glashütte Gorodok. Die Unternehmung warf jedoch in den zwei Jahrzehnten ihres Bestehens keine Gewinne ab und musste 1881 schließlich liquidiert werden.

Ursächlich für das Scheitern mögen auch gesundheitliche Probleme Carls gewesen sein, die ihn 1867 veranlassten, in den Kaukasus zu wechseln und die Leitung des Kupferbergwerkes in Kedabeg im russischen Gouvernement Elisabethpol (heute Aserbaidschan) zu übernehmen. Werner und Carl hatten, auf Vorschlag ihres mit dem Bau der Telegraphenleitungen im Kaukasus beschäftigten Bruders Walter, 1864 das Kupferbergwerk in Kedabeg gekauft, das – unter Überwindung mancher Schwierigkeiten – als von der Firma getrenntes „Privatgeschäft“ zunächst unter Leitung der Brüder Walter und Otto betrieben worden war.

Nach dem Tod seiner Frau und seiner Tochter Eleonore in Berlin wechselte Carl 1869 wiederum nach London, um mit der Siemens Brothers & Co. das Seekabelgeschäft des Konzerns aufzubauen, musste sich die unternehmerische Verantwortung jedoch mit dem älteren Bruder Carl Wilhelm Siemens („William“) teilen. Nach neuen Herausforderungen suchend, kehrte Carl daher Anfang der 1880er zurück nach Petersburg, wo er zunächst eine Kabelfabrik aufbaute. Daneben gelang es ihm, seit 1883 russischer Staatsbürger, im folgenden Jahrzehnt mit der „Gesellschaft für elektrische Beleuchtung“ für Siemens das Monopol im Bereich elektrischer Straßenbeleuchtung zu erringen.

In den 1880er Jahren fielen Carl Siemens’ Petersburger Fabriken ebenso wie der Siemens-Konzern insgesamt gegenüber den Geschäftsmodellen der Konkurrenz, vor allem Emil Rathenaus AEG zurück. Im Briefwechsel der Brüder Carl und Werner fiel gelegentlich das Stichwort „Geldjuden“, Carl verstieg sich zu heftigen antisemitischen Ausbrüchen.

Aus Anerkennung für seine unternehmerischen Verdienste wurde Carl 1895 von Zar Nikolaus II. in den Adelsstand erhoben. Seit 1889 besaß Carl von Siemens das Gut Gostilizy (auch: Gostilitzy) bei St. Petersburg, das er seiner Tochter Marie von Graevenitz vermachte, die es bis 1918 bewirtschaftete. Seit 2011 erinnert am Haus des Popen Vater Viktorin in Gostilizy eine bronzene Gedenktafel an Carl von Siemens und Marie von Graevenitz, die der Berliner Bildhauer Hans Starcke nach einem Entwurf des Kunsthistorikers Jörg Kuhn modellierte. Sie entstand im Auftrag der 1923 von Marie von Graevenitz und ihrer Schwester Charlotte in der Schweiz gegründeten Werner-Siemens-Stiftung.

Nachdem sich sein Bruder Werner 1890 aus Altersgründen zurückgezogen hatte, ging Carl zurück nach Berlin, um gemeinsam mit seinen Neffen, Werners Söhnen Arnold und Wilhelm, die Leitung des Unternehmens zu übernehmen. 1897 wurde der Konzern auf Betreiben Carls in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, ein Schritt dem sich der 1892 verstorbene Firmengründer Werner mit Rücksicht auf sein Ideal eines Familienunternehmens „à la Fugger“ immer widersetzt hatte, und Carl wurde der erste Aufsichtsratsvorsitzende der Siemens & Halske AG.

Aus gesundheitlichen Gründen zog er sich 1904 aus dem Unternehmen zurück und siedelte nach Menton an die Côte d’Azur um, wo er am 21. März 1906 kurz nach seinem 77. Geburtstag verstarb. Der Sarg mit den sterblichen Überresten wurde nach Berlin überführt und zwischen den Grabstellen von Marie von Siemens und Werner von Siemens, dem 1900 in Gostilizy verstorbenen Sohn der beiden, beigesetzt. Die seit 1869 auf dem Friedhof III der Jerusalems- und Neuen Kirche in Berlin-Kreuzberg bestehende Grabstätte wurde 1908 neugestaltet und erhielt eine überlebensgroße Marmorfigur eines weiblichen Trauerengels. Diese Skulptur, ein Werk des Wiesbadener Bildhauers Philipp Modrow wurde 1970 zerstört. Sie konnte anhand historischer Abbildungen durch den Berliner Bildhauer Matthias Richter im Auftrag der Werner Siemens-Stiftung 2012 nachgeschaffen werden und steht heute wieder auf der Grabstätte aufgestellt.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Heinrich_von_Siemens

 


Stephan Heinrich von,   10 2020

Heinrich von Stephan Ernst Heinrich Wilhelm Stephan, ab 1885 von Stephan (* 7. Januar 1831 in Stolp, Pommern; † 8. April 1897 in Berlin) war ein deutscher Generalpostdirektor des Deutschen Reichs, Organisator des deutschen Postwesens und Mitbegründer des Weltpostvereins. Er war kaiserlicher Wirklicher Geheimrat, Staatssekretär des Reichspostamts und königlich preußischer Staatsminister, Mitglied des Preußischen Staatsrates und des Preußischen Herrenhauses (1872–1897) und Domherr von Merseburg. Besondere Bedeutung erlangte er als Sprachpfleger. Schon als Schüler des Stolper Gymnasiums fiel Heinrich Stephan durch außergewöhnliche Begabung auf. Die Reifeprüfung legte er vorzeitig und mit besten Noten ab. Daneben hatte er bei einem privaten Musiklehrer Geige und Klavier spielen gelernt. Mit guten Leistungen fiel Heinrich Stephan auch in seiner Lehrstelle bei der Stolper Post ab 20. Februar 1848 auf, so dass er, versehen mit einem ausgezeichneten Zeugnis, 1849 als Beamtenanwärter nach Marienburg kam. Bereits ein Jahr später war er Postassistent in der Oberpostdirektion Danzig. Laufbahn bei der Post Nach Ableistung seines einjährigen Dienstes beim preußischen Heer wurde er nach einem kurzen Zwischenspiel beim Berliner Generalpostamt nach Köln zur Oberpostdirektion versetzt. Hier hatte er hauptsächlich mit der Bearbeitung überseeischer Postrechnungen zu tun, und dabei entstanden wohl die ersten Ideen für die Vereinheitlichung des internationalen Postverkehrs. 1855 schloss Stephan seine Ausbildung endgültig mit der Absolvierung der Prüfung zum höheren Postdienst ab, ebenfalls wieder mit Auszeichnung. Anschließend kehrte er in das Generalpostamt Berlin zurück. Zu seinen ersten Aufgaben im Generalpostamt zählte die Ausarbeitung eines Paketposttarifs für das Gebiet des Deutsch-Österreichischen Postvereins, der bei der deutschen Postkonferenz in München 1857 unverändert nach seinen Vorschlägen angenommen wurde. Stephan versuchte auch, den Annahme- und Abfertigungsdienst durch die Einführung der Poststenographie zu beschleunigen, konnte sich mit diesen Ideen jedoch nicht durchsetzen. Im September 1858 vollendete er sein umfangreiches Werk „Die Geschichte der Preußischen Post von ihrem Ursprung bis auf die Gegenwart“, das entgegen dem Titel nicht nur die Geschichte der Post in Preußen, sondern die gesamte postalische Entwicklung in Europa darstellt. Dieses Standardwerk zur Postgeschichte erschien 1859 im Verlag des Königlichen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei in Berlin in Druck. Außerdem erschien im selben Jahr seine Schrift „Über die britische Portoreform Rowland Hills von 1840“, in der er die Einführung des britischen Einheitsportos unter Rowland Hill begrüßt. 1860 war er als Vertreter auf der deutschen Postkonferenz in Frankfurt am Main, wo ihn die durch die zersplitterten Kleinstaaten verursachten organisatorischen Probleme in seinem Reformwillen bekräftigten. 1862 und 1863 erreichte er Postverträge mit Belgien und den Niederlanden, 1864 mit Spanien und Portugal. 1865 veröffentlichte er eine Denkschrift zur Einführung der Postkarte, die zwar vom preußischen Generalpostmeister wegen der „unanständigen Form“ der Mitteilungen und zu erwartender Einnahmeausfälle abgelehnt wurde, auf der fünften Konferenz des Deutschen Postvereins in Karlsruhe im November 1865 dennoch Gehör fand. Nach Ausbruch des Deutschen Kriegs 1866 veröffentlichte Stephan eine Denkschrift, in der er der preußischen Regierung nahelegte, die Thurn- und Taxissche Post in Besitz zu nehmen, sobald es die militärischen Gegebenheiten zuließen. Nach dem Sieg im Deutschen Krieg besetzte Preußen die Freie Stadt Frankfurt und zwang Thurn und Taxis, in einem Abtretungsvertrag dem preußischen Staat die Posteinrichtungen zu überlassen. Der Vertrag wurde am 28. Januar 1867 ratifiziert, und die Übergabe erfolgte am 1. Juli 1867. Stephan schloss unterdessen Postverträge mit den Vereinigten Staaten von Amerika, Norwegen, Dänemark, der Schweiz, Italien und Schweden. 1868 wurde er zum Geheimen Oberpostrat befördert. Abermals verfasste er zahlreiche Schriften, darunter seine „Denkschrift betreffend den allgemeinen Postkongreß“ (1868), in der er Grund- und Leitsätze für eine weltumspannende Postgemeinschaft darlegte. Nach Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges 1870 wurde Stephan vom Bundeskanzler Otto von Bismarck zum Generalpostdirektor und damit Chef der Postverwaltung des Norddeutschen Bundes ernannt. Während des Krieges schuf er einen rationellen Feldpostapparat. Nach Kriegsende und Gründung des Deutschen Kaiserreichs stand Stephan als Generalpostdirektor der gesamten Reichspostverwaltung vor und besiegelte im Winter 1872/73 den bereits länger verhandelten deutsch-französischen Postvertrag, außerdem schloss er neue Verträge mit Spanien und Portugal sowie einigen südamerikanischen Staaten. Zudem führte er einschneidende Reformen der Beamten- und Betriebsverhältnisse der Reichspost durch. Auf seine Initiative hin wurde für die Postbediensteten eine Unfall-, Kranken- und Altersversicherung eingeführt und die etwa 2000 unter seiner Leitung neu errichteten Postgebäude wurden mit modernen und zweckmäßigen Arbeitsräumen ausgestattet. Das Kaiserliche Generalpostamt regte am 4. Januar 1872 durch Erlass von Stephans die Gründung von „Spar- und Vorschussvereinen“ für Postbeamte an. 1872 erfolgte die Gründung von 36 Vereinen mit 12.067 Mitgliedern. Aus diesen später Post-Spar- und Darlehnsvereine genannten Organisationen entstand die bis heute bestehende PSD-Bankengruppe mit etwa 1,2 Millionen Kunden, 600.000 Mitgliedern und 14 selbstständigen Banken (Stand 2015).[1] Die bedeutendste Leistung von Heinrich von Stephan ist die Schaffung des Weltpostvereins. Durch sein diplomatisches Geschick gelang es ihm, am 15. September 1874 Postvertreter aus 22 Staaten zum ersten Weltpostkongress in Bern zusammenzuführen. Aus dem dort gegründeten „Allgemeinen Postverein“ entstand später der „Weltpostverein“, dem am Ende des Jahrhunderts außer China alle wichtigen Staaten der Erde angehörten. Mit ihm gelang es, im internationalen Postverkehr einheitliche Standards einzuführen und separatistische Hemmnisse abzubauen. Auch das heute noch bestehende Deutsche Postmuseum in Berlin wurde 1872 von Stephan gegründet. Die Universität Halle verlieh ihm für seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen 1873 die Ehrendoktorwürde. 1875 schloss er außerdem das Telegrafenwesen der Post an und verband alle wichtigen Städte Deutschlands mit Telegrafenkabeln. Von Stephan erlangte auch hohe Verdienste auf dem Gebiet der Sprachpflege, indem er sich um verständliche deutsche Ausdrücke im behördlichen Sprachverkehr bemühte. Mit Erlass vom 21. Juni 1875 führte er 671 Verdeutschungen im Postwesen ein, darunter ‚Briefumschlag‘ (statt des bis dahin üblichen französischen couvert), ‚Einschreiben‘ (statt recommandé), ‚Postkarte‘ (Correspondenzkarte), ‚postlagernd‘ (poste restante), ‚Nachnahme‘ (remboursement) und Einlieferungsschein (‚récépissé‘). Er gilt daher als ein Vertreter des deutschen Sprachpurismus. 1887 ernannte ihn der Allgemeine Deutsche Sprachverein zu seinem ersten Ehrenmitglied. Zum 1. Januar 1876 übernahm Stephan das Amt des Generalpostmeisters, dessen Zuständigkeitsbereich die vormaligen Abteilungen I (Postwesen) und II (Telegraphenwesen) des Reichskanzleramts zusammenfasste. Daraus ging 1880 schließlich das Reichspostamt hervor, dem Stephan als erster Staatssekretär vorstand. Am 26. Oktober 1877 ließ er erste Fernsprechversuche in Berlin zwischen dem Generalpostamt und dem Generaltelegrafenamt durchführen. Dieses Datum gilt als Geburtstag der Telefonie in Deutschland. Zwischen 1877 und 1881 baute er mit der leitenden Absicht, „jedem Bürger womöglich ein Telephon zu jedem anderen zur Disposition zu stellen“, das Telefonnetz in Deutschland auf. 1885 wurde Stephan durch Kaiser Wilhelm I. in den Adelsstand erhoben, und 1895 wurde er Staatsminister. Eine schwere Diabeteskrankheit und eine daraufhin erfolgte Beinamputation setzten seinem Schaffen ein Ende. Heinrich von Stephan erlag seiner Krankheit im Alter von 66 Jahren am 8. April 1897 im Reichspostamt, Leipziger Straße 15. Die Trauerfeier, geleitet von Ernst Dryander, fand am 11. April im Beisein zahlreicher Honoratioren, angeführt von Kaiser Wilhelm II. und Reichskanzler Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst, im Lichthof des noch nicht fertiggestellten Erweiterungsbaus des Reichspostamtes an der Ecke von Leipziger Straße und Mauerstraße statt. Anschließend erfolgte mit viel Prunk und unter starker Anteilnahme der Berliner Postbediensteten sowie der Öffentlichkeit in einem eine Dreiviertelstunde andauernden Trauerzug die Überführung des Sarges zum Dreifaltigkeitsfriedhof I vor dem Halleschen Tor, wo Heinrich von Stephan beigesetzt wurde. Das von Joseph Uphues gestaltete Grabdenkmal aus Marmor zeigt eine an einen Obelisken gelehnte Trauernde. Die Ausführung des Denkmals erfolgte in der Werkstatt von Valentino Casal. Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_von_Stephan

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