· 

Dann bleibst Du eben draußen!

Die Gruft der Familie Waffenschmidt fällt durch ein gebogenes Wandmosaik der Ölbergszene (Jesus mit seinen Jüngern) auf. Hier stand früher eine hohe Skulptur, die im Krieg zerstört wurde. Als das Ehepaar Waffenschmidt, Gründer des Unternehmens SATURN, zu Lebzeiten die Gruft übernahm, ließ es dieses Mosaik anfertigen. Inzwischen sind beide dort begraben. Auffällig auch die Deckplatte der Gruft aus Glas.  Der Durchblick auf die darunter liegende Gruft wird allerdings durch dicke Tropfen Kondenswasser behindert.

 

 

 

Grabstätte der Familie Waffenschmidt auf dem Melaten - Friedhof in Köln

Rechts auf der kleinen Bank sitzt Anni Waffenschmidt, dazu gibt es eine kuriose Geschichte, wobei ich allerdings nicht weiß ob sie wahr ist. Während der Bauarbeiten an der Grabstätte soll Anni Waffenschmidt zu Ihrem Mann „Fritz“ gesagt haben, „In das dunkle Loch bekommst Du mich nicht rein“, er hat geantwortet, „Dann bleibst Du eben draußen“ und nun sitzt sie auf der Bank.

 

Friedrich „Fritz“ Wilhelm Waffenschmidt (* 3. März 1925 in Brühl-Pingsdorf; † 26. März 2017 in Bensberg) war ein deutscher Unternehmer und Gründer der Unternehmen Saturn und „Hansa-Foto“.

 

Werdegang

Zwischen 1946 und 1948 besuchte er die Ingenieurschule in Köln. Im Juli 1949 heiratete er Anni Kühl (* 29. Juni 1924 in Berzdorf; † 27. Juli 2017 in Bergisch Gladbach-Bensberg), die er in der Tanzschule kennengelernt hatte. Zu jener Zeit war Waffenschmidt im elterlichen Elektrohandel beschäftigt, den er im Oktober 1950 verließ. Er wechselte zum Bonner Unternehmen Kleine-Erfkamp & Co., einem der führenden Elektro-Großhändler in Westdeutschland.

 

 

Im Oktober 1955 gründete er die Kölner Filiale der noch größeren Elektrofirma Stratmann (Hagen), deren Kölner Filiale nach kurzer Zeit umsatzstärker als die Hagener Zentrale wurde. Am 21. März 1959 besuchte Waffenschmidt den selbst ernannten „größten Schallplattenhändler der Welt“, Sam Goody in New York City. Die hier gewonnenen Eindrücke bestärkten seine Auffassung, dass zumindest im Tonträgermarkt der Großhandel keine Zukunft mehr habe. Die Größe des Einzelhandels musste so dimensioniert werden, dass ein Großhandel obsolet würde.

„Erfolgskaufmann“ nannte sich Friedrich Wilhelm (Fritz) Waffenschmidt, wenn er nach seinem Beruf gefragt wurde.  Das war der Gründer von Saturn und Hansa-Foto gewiss. Ebenso gewiss ist, dass ihm das nie zu Kopfe gestiegen ist. „Geldverdienen war nie die eigentliche Antriebsfeder für mein Tun, sondern Existenzangst“, sagte er in einem Rundschau-Gespräch 1984. „Ich bin ein Mensch, der auf der Suche und zur Selbstkritik fähig ist“, sagte er noch. Damals war sein Haus am Hansaring mit über fünf Millionen Kunden pro Jahr der größte Kölner Publikumsmagnet nach dem Dom. Und Waffenschmidt stand kurz vor der Unterschrift, mit der er sein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 200 Millionen Euro, fast 500 Mitarbeitern und regelmäßig zehn bis 14 Millionen Mark Überschuss an ein Konsortium von Kaufhof und verschiedenen Versicherungsunternehmen verkaufte.

 

Preisbindung einfach ignoriert

„Ich weiß, woher ich komme“, erklärte Waffenschmidt sein vergleichsweise leises Auftreten. Am 3. März 1925 wurde er in Brühl-Pingsdorf geboren. Hier trat er in den elterlichen Elektrohandel ein, den er aber 1950 verließ, um in bei Großhändlern zu arbeiten.  1961 machte er mit seiner Ehefrau Anni, die er 1949 geheiratet hatte, den Elektrohändler Saturn auf. Zusammen mit der 1968 gegründeten Hansa-Foto krempelte er die Branche um.

 

 Den Verbrauchern ist er mit Niedrigpreisangeboten in Erinnerung. Denn Waffenschmidt ignorierte die damals gültige Preisbindung. Die Konkurrenz fürchtete ihn. Als er 1972 ein in den USA erlerntes Selbstbedienungskonzept für Schallplatten auf den deutschen Markt brachte, verkaufte er das Vinyl nicht für 22 Mark, sondern für 14,50 Mark. So nahm er Organisationsformen des Discounts vorweg. Manager und Geschäftsführer anderer Handelsunternehmen kamen nach Köln, um die Konzepte und Strategien vor Ort zu studieren.

 

 

 

 

Bei einem Minimum an Kosten blieb ihm eine schmale, aber offenbar ausreichende Marge.  Aufwendige Werbung hielt er für verzichtbar. Er setzte auf Niedrigpreisen, Mund-zu-Mund-Propaganda für seine „größte Schallplatten-Schau der Welt oder später „größte Video-Schau der Welt. Behauptungen, die er einige Male auf Verlangen von Wettbewerbsvereinen unter Beweis stellen musste.  Auf dem geschäftlichen Höhepunkt verkauften seine Frau und er Im März 1984 das Unternehmen. Es gehe dem kinderlosen Ehepaar um die Nachfolgefrage und die Sicherung der Arbeitsplätze, erklärte er damals. Seine Frau und er blieben noch bis Ende 1985 in der Geschäftsführung und siedelten dann nach Florida über. Die ehemaligen Mitarbeiter konnten sich freilich alle zwei Jahre noch eine „Dankeschön“- Sonderzahlung freuen.

Engagement für den Sport

Am öffentlichen Leben nahm Waffenschmidt kaum teil. Er fürchtete in seiner aktiven Zeit um seine Handlungsfreiheiten. Freilich warb er nicht nur dafür, mehr Geld für den Sport und weniger für Kultur auszugeben. Mit großer Begeisterung engagierte sich Fritz Waffenschmidt für den Basketball. Als sich der ASV Köln seine Bundesliga-Mannschaft wegen des teuren Leichtathletik-Sportfestes nicht mehr leisten konnte, wurde der Saturn-Chef als möglicher Sponsor angesprochen.

 

 (Die Grabstätte im Hintergrund gehört zur Familie Louis Hagen, ein Beitrag folgt)

 

„Man sagte mir damals, wenn ich mit 100 000 D-Mark einsteigen würde, könnte ich mir eine starke Mannschaft leisten, mit dem doppelten Betrag um die Meisterschaft mitspielen. Das haben wir dann auch bald getan, allerdings habe ich dafür einen wesentlich höheren Betrag aus meiner Privatschatulle aufwenden müssen“, erinnerte sich Fritz Waffenschmidt einmal.

 

Letztlich waren es viele Millionen, die der bodenständige Unternehmer zusammen mit seiner Basketball-begeisterten Ehefrau Anni zwischen 1977 und 1988 in die Basketballer investierten. Während dieser Zeit gewann die Mannschaft des BSC Saturn Köln vier deutsche Meisterschaften, drei Pokalsiege und spielte im Europapokal großartig auf.

 

Außerdem verlor Fritz Waffenschmidt, der auch ein großer Fan von schnellen Autos und Modelleisenbahnen war, sein Herz an den Trabrennsport. Bei diesem Engagement gelang es ihm auch, Ausgaben und Einnahmen in etwa in der Waage zu halten. Zwar gab er einerseits mehr als eine halbe Million D-Mark für den Kauf von Pferden aus, gewann aber mit dem Champion-Sieger Brendy, der ihm zu 50 Prozent gehörte, anteilig rund eine Million.

 

Am 31. März 1984, auf ihrem geschäftlichen Höhepunkt, verkauften Fritz Waffenschmidt und seine Frau Anni ihre Unternehmen an die Tertia GmbH, an welcher der Kaufhof und einige führende Versicherungsunternehmen beteiligt waren. Bis Dezember 1985 blieben Fritz und Frau Anni Waffenschmidt Geschäftsführer der Holding und übergaben dann ihre Funktion an die Vertreter der neuen Gesellschafter. Im Januar 1986 setzte sich das Ehepaar Waffenschmidt in Florida endgültig zur Ruhe. Das Ehepaar kam häufig während der Sommerzeit nach Köln. Es kehrte 2006 nach Köln zurück, Fritz Waffenschmidt erlitt 2008 einen Herzanfall, verstarb nach langer schwerer Krankheit im März 2017 und wurde auf dem Kölner Melaten-Friedhof beerdigt. Bereits vier Monate später starb auch seine Frau Anni im Alter von 93 Jahren und wurde in der gemeinsamen Familiengruft (Flur 67 an MA) beigesetzt.



Quellen Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Wilhelm_Waffenschmidt

 

Heruntergeladen am 28.03.2021

Liebe Freunde von Orte der Stille,

mich erreichen immer wieder Anfragen, ob man meine Bilder auch kaufen kann.

 

Schaut doch einfach mal rein!

In den Galerien könnt Ihr vom kostenlosen Download, über Postkarten und hochwertige Fotodrucke, bis zum Hahnemühle Fine Art Print, viele Produkte zu fairen Preisen auswählen. Leider kann ich Euch nicht alle Bilder und alle Möglichkeiten im Shop  zeigen, wenn Ihr ein bestimmtes Bild kaufen möchtet, oder "Sonderwünsche" habt, dann

  

     schreibt mir einfach!

 


Hier könnt Ihr meinen Blog abonnieren!

Was ist ein RSS-Feed? Und wie kann ich RSS nutzen?

Oder den nachfolgenden Link kopieren und im Feed Reader einfügen.

 

https://www.womeli.de/rss/blog/


Warum solltest du RSS-Feeds abonnieren?

Ganz einfach: Du hast viele Lieblings-Webseiten, aber nicht die Zeit und Lust alle jeden Tag nach interessanten und neuen Artikeln zu durchsuchen?

 

Ein RSS-Reader bündelt alle aktuellen Artikel deiner Lieblings-Webseiten und -Blogs auf einer übersichtlichen Seite. Auch alle deutschen Zeitungen und Nachrichtendienste bieten übrigens RSS-Feeds für ihre Leser.

 

So bist du immer auf dem neusten Stand der Dinge, kannst die für dich interessanten Artikel auswählen, und musst keine Zeit mehr damit verbringen, alle Webseiten einzeln zu besuchen.

Das nachfolgende Video am Beispiel von Feedly ist gut gemacht, aber es gibt auch viele andere kostenlose und gute Feed Reader.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0