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"Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien"

Karl Berbuer (* 26. Juli 1900; † 17. November 1977)

 

war ein deutscher Komponist, Krätzchen- und Schlagersänger. Er ist der Schöpfer von Evergreens wie "Heidewitzka, Herr Kapitän" (1936) und des Trizonesien-Liedes ("Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien") (1948), welches sich mit der Nachkriegsaufteilung in drei westliche Besatzungszonen befasst.

 

 

Am 26. Juli 1900 wurde Karl Berbuer in der Kölner Agrippastraße als Sohn eines Bäckermeisters geboren. Er besuchte die Volksschule im Severinsviertel. Wie schon seine beiden Brüder, machte Berbuer eine Bäckerlehre. Mit 17 wurde er Soldat, kehre 1919 aus der Kriegsgefangenschaft zurück und legte 1929 die Bäckermeister-Prüfung ab. Doch schon kurz nach 1919 debütierte er als Schauspieler im Theater von Wilhelm Schneider-Clauss; dort trug er auch die ersten selbstkomponierten und -getexteten Lieder vor.

 

Von 1924 stammt "Se krijjen uns nit kapott", das schon die Tendenz seiner Texte andeutet: die humoristische Verarbeitung aktueller politischer oder gesellschaftlicher Gegebenheiten.

 

 

 

 

 

1926 erhielt er den Preis der Kölner Fastnachtsspiele für "Ich moß jet mit dem Titti tatta jonn". In den 30er Jahren war Karl Berbuer durch den Rundfunk im deutschsprachigen Raum bereits so bekannt, daß seine künstlerischen Verpflichtungen ihm keine Zeit mehr für die Backstube ließen.

 

 

Ein Riesenerfolg wurde Mitte der 30er Jahre sein "Heidewitzka, Herr Kapitän". Vor dem Hintergrund der schlechten Lebensmittelversorgung durch die Engländer entstand 1946 "Au, yes Marie, au yes, janz Germany hätt Schieß" und auf die Mosel Besetzung bezieht sich "Oh, Mosella" (1918).

 

 

Karl Berbuer hat in seinen Liedern wie kein Zweiter die Atmosphäre der Nachkriegszeit eingefangen; die Freude der Menschen an den Kleinigkeiten des Lebens, ihre bescheidenen Wünsche in der Zeit des beginnenden Wiederaufbaus und des Wirtschaftswunders, ihre Verbundenheit mit ihrer Heimatstadt Köln und dem Rheinland.

                                                                                                                                                                                                                          Das Bild zeigt die Grabstätte von Karl Berbuer auf dem Südfriedhof in Köln, aufgenommen 02 / 2020

 

"Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien" heißt der Schlager, der in der Karnevalssession 1948/1949 zum Hit wird. Komponiert hat ihn der Kölner Karl Berbuer. Mit "Trizonesien" bezeichnet er das Gebilde aus amerikanischer, französischer und britischer Besatzungszone - aus dem später die Bundesrepublik entsteht. Die Idee für das Lied hat der gelernte Bäckermeister 1947. Er sitzt in der Nähe des Kölner Doms in einem Restaurant, als dort über die sogenannte Bizone gesprochen wird.

 

Das Bild zeigt die Grabstätte von Karl Berbuer auf dem Südfriedhof in Köln, aufgenommen 02 / 2020

 

So wird damals die vereinigte amerikanische und englische Zone bezeichnet. Jemand aus der Runde spricht von "Bizonesien". Berbuer vermutet, dass es wohl bald zu einem Zusammenschluss mit der französischen Zone kommen werde, und kreiert das Wort "Trizonesien".

 

Ärger bei den Alliierten

 

"Mein lieber Freund, mein lieber Freund, die alten Zeiten sind vorbei, ob man da lacht, ob man da weint, die Welt geht weiter", heißt es im ersten Vers des "Trizonesien-Songs", den Berbuer zum Karnevalsauftakt am 11. November 1948 der Öffentlichkeit vorstellt. "Ein kleines Häuflein Diplomaten macht heut die große Politik, sie schaffen Zonen, ändern Staaten." Der Text ist eine versteckte Anklage gegen die Besatzungsmächte, die offenbar nicht als Befreier vom Nationalsozialismus, sondern als eine Art Kolonisatoren empfunden werden. Die sowjetrussische Zeitung "Prawda" und die englische "Times" reagieren prompt: Die Deutschen würden wieder frech - nach dem von ihnen angezettelten und verlorenen Zweiten Weltkrieg.

In einem weiteren Vers wird dem "fremden Mann" beschieden, dass ein Trizonesier Humor, Kultur und Geist habe: "Selbst Goethe stammt aus Trizonesien, Beethovens Wiege ist bekannt. Nein, sowas gibt's nicht in Chinesien, darum sind wir auch stolz auf unser Land." Im Refrain heißt es weiter: "Wir sind keine Menschenfresser, doch wir küssen um so besser." Diese Selbstsicht stößt auf Kritik, da sie wenige Jahre nach dem Holocaust so wirkt, als ob die Mitschuld der normalen Deutschen an der Judenvernichtung durch Nationalstolz relativiert werden soll.

Ersatz für Nationalhymne

 

 

Bereits nach dem Ersten Weltkrieg ist Bäckergeselle Berbuer 1924 durch ein ähnliches Lied während des Karnevals bekannt geworden. Damals haben die Besatzungstruppen jede karnevalistische Betätigung verboten. Daraufhin singt Berbuer einen "Trotzdem-Schlager". Der Refrain lautet: "Ihr kriegt uns nicht kapott, kapott!" Der Kölner Liedermacher stellt aber anscheinend auch während der Nazi-Zeit Autoritäten in Frage:

 

 

 

 

Wie Berbuer 1966 der "Kölnischen Rundschau" erklärt, begrüßten sich im "Dritten Reich" viele Kölner mit "Heidewitzka", um den obligaten Hitler-Gruß zu vermeiden. Er habe das Schlagwort aufgegriffen und 1936 im den Karnevalshit "Heidewitzka, Herr Kapitän" verarbeitet.

Als der "Trizonesien-Song" Ende der 1940er Jahre Furore macht, gibt es noch keine deutsche Nationalhymne. Das Deutschlandlied ist verboten. Darum wird Berbuers Lied auf internationalen Sportveranstaltungen in Köln als Ersatz gespielt.

 

 

Nach seinem Tod am 17. November 1977 errichtete man ihm zu Ehren im Severinsviertel den Berbuer-Brunnen in Gestalt eines "Möllemer Böötchens"

Das Brunnenschiff „Müllemer Böötche“ ähnelt einer umgedrehten Narrenkappe, auch die Figuren hinter der Reling erinnern an den Karneval. Zu entdecken sind zwei Heinzelmännchen, die Kölner Straßenmusiker „Orgels Palm“ (Orgeldreher) und „Fleuten-Arnöldche“ (Flötenspieler), zwei musizierende Deutzer Lappenclowns an der Pauke und am Becken, ein tanzender Funke mit Mariechen und natürlich Berbuer selbst in Karnevalsuniform und mit Narrenkappe auf dem Kopf. Um seinen Hals hängen verschiedene Karnevalsorden. Mutter Colonia überwacht das lustige Treiben der drehbaren Figuren von der Bugspitze aus. Am Bootsrand stehen Notenschrift und Textzeilen aus seinen Werken.

 

Zu Ehren Karl Berbuers sollte ein lebendiges Kunstwerk auf dem Platz entstehen, genauso lebendig wie seine Lieder. 1987 wurde der Brunnen aufgestellt, gestaltet von dem Aachener Bildhauer Bonifatius Stirnberg.

 

Bonifatius Stirnberg (* 20. Februar 1933[1] in Freienohl) ist ein deutscher Bildhauer.

Leben

 

Er machte ab 1948 eine Lehre als Holzbildhauer und 1951 als Tischler. Beide Ausbildungen wurden erfolgreich mit der Gesellenprüfung abgeschlossen. Daraufhin begann er ein Studium der Raumgestaltung und Bildhauerei an der Werkkunstschule Aachen (früher: Kunstgewerbeschule Aachen), das er 1959 abschloss. 1957 folgte die Meisterprüfung als Holzbildhauer. Ab 1962 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf, u. a. bei Joseph Beuys im Fach Bildhauerei. Seit 1973 hat er ein eigenes Atelier mit angeschlossener Bronzegießerei in Aachen.

 

 

Bereits 1967 entwarf Stirnberg eine Skulpturengruppe mit beweglichen Elementen. Sein Entwurf wurde damals nicht angenommen und erst 1975 als Puppenbrunnen in Aachen realisiert. Dieser Brunnen mit zahlreichen Figuren aus Bronze, die teilweise bewegliche Gliedmaßen haben, erfreut sich bis heute großer Beliebtheit und stellte für den Künstler den Durchbruch dar. Fortan erhielt er viele Aufträge aus dem In- und Ausland. Seine Brunnen und Skulpturen haben fast immer einen Bezug zur Geschichte oder zu Geschichten der jeweiligen Stadt und gelten stets als Kunst zum Anfassen.

 

 

Quellen Text: http://www.cologne-info.de/prominente/karl-berbuer/karl-berbuer.html

https://www.karnevalslieder.de/Karnevalskuenstler/Karl-Berbuer.php

https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag7900.html

https://app.severinsviertel.info/inhalte/karl-berbuer-platz/

https://de.wikipedia.org/wiki/Bonifatius_Stirnberg

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Walter Faßbender (Dienstag, 16 März 2021 08:36)

    Der Mann sei gelobt, er hat sich zur richtigen Zeit ausgetobt. Vieles wäre nicht so schön hätte es Ihn nicht gegeben. Heidewitzka