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Ein Mauserfaß, stellt den Kölner Dom in den Schatten

Ich kann mich noch gut an unseren "Abenteuerspielplatz" in Ehrenfeld erinnern. Nachdem die Mauser Werke in der Borsig- / Marienstraße ausgezogen waren, lag das Industriegelände über Jahre brach. Die alten Hallen mit ihren Kranbahnen und den vielen zurückgelassenen Maschinen und Einbauten, waren der perfekte "Spielplatz" für uns Pänz. Natürlich war es verboten, natürlich war es gefährlich und ich bin mehr als einmal mit dicken Schrammen, blauen Flecken und kaputten Klamotten nach Hause gekommen, aber wer ist das als "kleiner" Junge nicht. Ich glaube ich kenne noch heute jedes "Versteck" auf dem Gelände wie mein eigenes Kinderzimmer.


Später zog dann ein Zirkus mit seinen Wagen und Tieren dort ein und nutzte die Hallen als Winterquartier.

 

 

Alfons Mauser

 

Alfons Mauser (* 25. Mai 1872 in Oberndorf am Neckar; † 11. August 1927 in Köln) war ein deutscher Unternehmer.

 

Leben und Werk

Mauser wurde 1872 als zweitältestes von insgesamt sechs Kindern des schwäbischen Erfinders Wilhelm Mauser, einem Mitinhaber der Mauser-Gewehrfabriken, in Oberndorf am Neckar geboren. Alfons war 10 Jahre alt, als sein Vater 1882 verstarb. Nach einer Lehre, die ihn alle Bereiche der Gewehrfabrik führte, entsandte ihn sein Onkel Peter-Paul Mauser 1891 zunächst nach England, später auch in die Vereinigten Staaten, wo er unter anderem bei Pratt & Withney und Remington Steel Produktionstechniken studierte.

 

 

Nach seiner Rückkehr 1893 schloss Alfons Mauser seine Lehre ab und studierte bis März 1896 an der Technischen Hochschule Stuttgart. Sein Onkel Paul setzte ihn nur an untergeordneter Stelle im Unternehmen ein und lehnte Verbesserungsvorschläge seines Neffen zur Schlagbolzenkonstruktion am Mauser-Gewehr ab, was zum Zerwürfnis zwischen beiden führte. Im Alter von 24 Jahren gründete Alfons Mauser 1896 eine Fabrik für Stahlblechwaren, die er in Abgrenzung zu dem Waffen-Markennamen „Para Bellum“ (lateinisch bereite (den) Krieg vor) nun „Para Pacem“ (Bereite (den) Frieden vor.) nannte. Die Fabrik stellte Stahlgitter, Gartentore und Zaunelemente nach Mausers Patenten her, die er unter dem Namen „Zaunkönig“ vertrieb.

1898 verlagerte Alfons Mauser den Firmensitz seines Unternehmens mit Hilfe seines Schwiegervaters nach Köln-Ehrenfeld. Neben den „Zaunkönig“-Produkten fertigte er dort ab 1900 nun auch Körbe aus Stahlband, die für den Transport von dickbäuchigen Glasballons benötigt wurden, in denen flüssige chemische Vorprodukte wie Säuren transportiert wurden. 1903 entwickelte Mauser zudem luftdicht verriegelbare Stahlfässer aus Eisenblech für die chemische Industrie und die Erdölindustrie, die unter dem Namen „Mauser-Patent-Fässer“ Bekanntheit erlangten.

 

1921 erwarb Mauser eine ehemalige Karbidfabrik im hessischen Waldeck, die er mit Produktionsstraßen für Stahlfässer umgestaltete. Das Unternehmen florierte und wurde zu einem der größten Arbeitgeber der Region. Bald wurden hier auch Gasflaschen, Behälter, Tanks und eine Vielzahl von Produkten für die Landwirtschaft gefertigt. 1922 verlegte Mauser den Firmensitz von Köln-Ehrenfeld nach Brühl im Rheinland und firmierte das Unternehmen zur Mauser-Werke GmbH um.

 

Alfons Mauser starb 1927 im Alter von 55 Jahren und wurde auf dem Kölner Südfriedhof beigesetzt. Seine Söhne führten die Geschäfte des Unternehmens in Form einer Familien-Holding fort.

 

 

 

Nach Mausers Tod entstand die Alfons und Maria Mauserstiftung, die sich für soziale Belange der Mitarbeiter und ihrer Angehörigen engagierte.

 

 

Die Generation der Söhne diversifizierte die Produktpalette des Unternehmens. 1929 begann im Werk Waldeck die Produktion von Stahlmöbeln, zusätzlich wurde die Fassproduktion ausgeweitet. In Harburg, Neuwied und Herdecke entstanden große Fertigungsstätten, zudem stellten Tochtergesellschaften in Brasilien (Rio de Janeiro und Sao Paulo), in Portugal (Sapem/Lissabon) sowie in den Niederlanden (Werk Vreeland) Mauser-Patent-Fässer her. Ab 1930 fertigen die Mauser-Werke Freischwinger-Stahlrohrstühle nach eigenen Entwürfen an, die jedoch ihre gestalterische Nähe zu Entwürfen des Bauhauses nicht verleugnen konnten. Es folgten langwierige Rechtsstreitigkeiten mit verschiedenen Patentinhabern wie Mies van der Rohe (1936) sowie nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem im Designsegment konkurrierenden Möbelhersteller Thonet (bis 1961).nder mit Wolken-, Dampf- und Wellenmaschinerie als der Aufführung in Bayreuth weit überlegen bewertet. Auch die Personal- und Künstlerräume waren optimal ausgestattet.

 

Im Zuge der Verlagerung kriegswichtiger Rüstungsbetriebe zogen 1944 die Henschel-Flugmotorenwerke in die Produktionshallen von Waldeck ein, wofür die Fassproduktion eingestellt werden musste. Nach dem Krieg nutzten die Mauser-Werke die wegen der Umstellung auf Kriegsproduktion zuvor eingelagerten Tonnen- und Fassproduktionsstraßen zur Produktion hochwertiger Möbel und Büroausstattungen. Das Mauser-Rundform-Programm bot Schreibtische, Konferenztische, Clubtische und Aktenschränke an. Im Werk Waldeck wurden Stahlrohr-Sitzelemente wie Einzelstühle und mehrsitzige Clubbänke hergestellt.

 

Anfang der 1950er Jahre kamen die Sitzmöbel Mauser-Libelle (Formgestaltung Walter Papst) sowie der Mauser-Schmetterling auf den Markt, die Designikonen der Nachkriegszeit wurden. Die seit 1929 von Mauser produzierten Möbel im Stil des Mid-century modern sind heute gesuchte Design-Klassiker. 1953 erbaute die Firma ein eigenes Büromöbelwerk in Korbach. Noch 1997 galt Mauser als mengenmäßig führender Büromöbel-Hersteller in Deutschland.

 

 

1979 wandelte sich die Mauser-Werke GmbH im Zuge einer Kapitalerhöhung in die Mauser-Waldeck Aktiengesellschaft. Die Unternehmerfamilie Mauser trennte sich von ihren Aktienanteilen, was für das Unternehmen wechselnde Mehrheitsverhältnisse unter den Eigentümern und abweichende Produkt- und Unternehmensstrategien zur Folge hatte. Beteiligt waren unter anderem die Rothenberger Gruppe (1988–1992), Rheinmetall (1992–2000) und Ahrend NV (2000–2002).

Die Produktpalette der Mauser Waldeck AG wurde mit den Jahren kleiner, da Linien teilweise eingestellt oder in neue Eigentümergesellschaften integriert wurden. Der Unternehmensbereich Transportlösungen wurde in Brühl als Mauser-Group weitergeführt. Das Unternehmen in Waldeck, das unter anderem die Mauser-Möbel produzierte, geriet 2002 in die Insolvenz und wurde liquidiert. Der Standort war bereits im Jahr 2000 geschlossen worden. Der Markenname Mauser - Möbel und Sitzkultur wird im Zuge eines Management-Buy-outs verkauft.

 

 

 

Die Sitzmöbelsparte wurde 2003 von der heutigen Mauser SitzKultur GmbH & Co KG in Twistetal-Berndorf übernommen, die weiteren Teile der Mauser Office GmbH gingen 2004 in das Eigentum der Vauth-Sagel Gruppe aus Brakel-Erkelen über, die sich heute Mauser Einrichtungssysteme GmbH & Co. KG nennt und ihren Sitz in Korbach und Beverungen hat.

 

Quelle Text: https://de.wikipedia.org/wiki/Mauser_Waldeck

https://de.wikipedia.org/wiki/Alfons_Mauser

 

Heruntergeladen am 27.02.2021

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